Kundenrezensionen
Kat
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Leider war für mich „Unter Wasser“ nur mittelmäßig. Dabei wollte ich das Buch schon aufgrund seines wunderschönen Covers unbedingt haben! Auch die Story über ein kleines Mädchen, das mit ihrem Vater nach dem Tod der Mutter nach Thailand zieht und dort in Arielle eine Freundin fürs Leben findet, die ihr aber bei dem Tsunami von 2004, einer der verheerendsten Umweltkatastrophen der jüngeren Geschichte, wieder genommen wurde, hat mich magisch angezogen.
Jetzt musste ich die Geschichte erst einmal ein wenig sacken lassen, bevor ich meine Rezension schreiben konnte, um herauszufinden, was in mir bleibt.
Der Roman ist von Trauer durchdrungen, er fängt den ganz besonderen Schmerz um den Verlust einer Freundin ein, eine Beziehung, die unsere Gesellschaft auch heute noch als zweitrangig betrachtet. Und obwohl ich auf jeder Seite von dem Verlust lese, konnte ich sie doch nicht spüren.
Eventuell waren die zweit Zeitebenen das Problem. Die Handlung erstreckt sich über 8 Jahre und wechselt zwischen Thailand und New York, wo Marissa heute lebt, normalerweise lese ich sehr gern über verschiedene Zeitebenen hinweg. Hier jedoch hätte ich mir gewünscht, länger in einem Handlungsstrang verweilen zu können, die Zeitsprünge kamen mir zu abrupt. Mir fiel es oft schwer, Marissas anhaltende Trauer wirklich nachzuvollziehen. Mir ist bewusst, dass Trauer nicht linear verläuft und oft in Wellen kommt, doch die Intensität des Traumas und der Trauer, die Marissa in der Gegenwart empfindet, wirkte manchmal unverhältnismäßig im Vergleich zu der vergangenen Zeit. Die Freundschaft wirkte auf mich steril. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sich die Beziehung öffnet, dass ich die Atmosphäre zwischen den Mädchen spüren kann aber da war nichts außer Worte. Auch die Trauer des Vaters wirkte unausgereift. Dabei hätte auch sie viel mehr Raum in der Geschichte verdient.
Die Schilderungen Thailands, des Lebens auf der Insel und der reichen Artenvielfalt ihrer Ozeane waren ein Lesegenuss und machen Lust das direkt zu erleben. Insbesondere die Meeresbewohner hatten es mir angetan. Der Ozean und seine Ökosysteme spiegeln die Instabilität wider, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Das hat wirklich gut funktioniert.
Ich habe diesen Roman beim Lesen bewundert, aber ich konnte leider nicht die emotionale Wucht spüren, die ich mir gewünscht habe.
Ich zolle Menon große Anerkennung für ihren Debütroman und denke, dass viele andere ihn genießen werden, aber konnte ihn leider nicht vollends genießen.
Alo
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Unter Wasser erzählt von großen, schweren Themen: Umweltzerstörung, Naturkatastrophen, Gewalt an Frauen, Verlust und Trauer. Und doch ist es kein lautes Buch. Es kommt ohne dramatische Zuspitzungen aus, stattdessen entfaltet es seine Wirkung leise, eindringlich und mit einer Intensität, die sich nach und nach unter die Haut schiebt.
Im Mittelpunkt steht Marissa, deren Geschichte sich auf zwei Zeitebenen entfaltet. Zum einen begleiten wir sie im Jahr 2012 in New York, zum anderen führt uns der Roman zurück ins Jahr 2004 nach Thailand. Dort erleben wir gemeinsam mit ihr und ihrer besten Freundin Arielle eine unbeschwerte Kindheit voller Nähe zur Natur: Die beiden tauchen, erkunden ihre Umgebung und teilen eine tiefe, fast selbstverständliche Freundschaft. Doch gleichzeitig ist Unter Wasser auch die Geschichte eines Verlustes, denn Marissa hat Arielle verloren.
Gerade diese Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart macht den Roman so eindringlich. Als Leser*innen tauchen wir tief in Marissas Gedanken- und Gefühlswelt ein und erleben, wie Erinnerungen, Trauer und Schuld miteinander verwoben sind.
Besonders gelungen ist der Autorin die Darstellung der Natur. Sie zeigt nicht nur ihre Schönheit, sei es in den lebendigen Bildern Thailands oder in stillen Momenten im Central Park , sondern auch ihre Verletzlichkeit. Die Bedrohung und Zerstörung der Umwelt schwingt immer mit und verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe.
Was dieses Buch so besonders macht, ist seine ruhige Erzählweise. Es baut keine großen dramatischen Höhepunkte auf, sondern zieht einen langsam hinein. Die Geschichte entfaltet sich behutsam, beinahe unmerklich, und bleibt gerade deshalb lange im Gedächtnis.
Leseempfehlung.
4,5/5 Sterne
Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Unter Wasser
von Tara Menon
„Ich pflücke die größte Chilifrucht und zerquetsche sie zwischen Daumen und Zeigefinger, bis sie aufplatzt. Dann stecke ich sie in den Mund, sauge sie langsam aus und reibe mir mit den saftverschmierten Fingerspitzen Lippen, Hals und Brust ein.“
So beginnt Marissa den Tag immer, wenn sie aus ihren Alpträumen erwacht, und die glühende Hitze und der Schmerz, die sich dann über ihren Körper ausbreiten, vertreiben für eine Weile den Schmerz, den sie seit dem Tod ihrer besten Freundin Arielle fast ständig verspürt.
Der Roman „Unter Wasser“ spielt auf zwei Zeitebenen – zum einen Ende Oktober 2012, zum anderen am 25. und 26. Dezember 2004.
An diesen letzten Oktobertagen 2012 bereitet sich die Stadt New York auf den Hurrikan Sandy vor und ist kurz vor dessen Eintreffen nahezu ausgestorben. Nur Marissa streift noch durch die Straßen, denn sie hat das Schlimmste bereits erlebt – und sie hat ihn überlebt, den Tsunami, der am 26. Dezember 2004 an den Küsten des Indischen Ozeans verheerende Zerstörungen angerichtet und um die 230.000 Menschenleben gefordert hat.
Auch Arielle ist in der Welle ertrunken.
In Rückblenden erfahren wir, wie die besondere Freundschaft zwischen den beiden Mädchen begonnen hat, als sie sechs Jahre alt waren. Nach dem Unfalltod der Mutter kehrt Marissas Vater mit seiner Tochter nach Thailand zurück, um auf einer kleinen Insel in einer meeresbiologischen Forschungsstation zu arbeiten.
Während des Schuljahres leben die Mädchen unter der Woche bei Arielles Familie, die ein Hotel betreibt, am Wochenende sind sie bei Marissas Vater auf der Insel, in den Ferien möglichst jeden Tag.
Es ist eine idyllische Kindheit und Jugend, fast wie im Paradies. Arielle und Marissa verbringen, wenn möglich, jeden Tag am und im Meer, tauchen zwischen den Korallen und mit den wundersamen, riesigen Mantarochen, die sie kennen, seit sie als Kinder angefangen haben, vor der Insel zu tauchen.
Die Beschreibungen dieser Tauchgänge und der eindrucksvollen Tiere sind so besonders und so eindrücklich, dass man das Gefühl hat, mit den Mädchen unter Wasser zu sein, und ihre große Freude und das Glück ob dieser ungewöhnlichen Schönheit mitzuerleben.
Ein an Land verbrachter Tag ist ein vergeudeter, das Wasser ist das Element der beiden Mädchen.
„Mein Vater brachte uns bei, wie man einer Brandungsrückströmung entkommt. Kämpft nie gegen das Meer an, sagte er, entspannt euch hinein. Lasst euch hinaustragen und schwimmt dann parallel zur Küste heraus. So kommt ihr ganz leicht wieder zurück an Land.“
Bis heute, mit Mitte zwanzig, kann Marissa nicht verstehen, wieso Arielle sich nicht von der Stelle gerührt hat, als das Meer sich zurückgezogen hat – kurz bevor die erste Welle kam.
„Wenn ich aus der Welle herausschwimmen konnte, wieso konntest du es nicht? Wir waren praktisch Meereslebewesen, schon vergessen?“
Dieses schmale Buch besticht schon von außen durch sein wunderschönes schillerndes Cover. Ich finde, je nach Stimmung kann man das darauf strudelnde Wasser als beruhigend oder als bedrohlich ansehen. Das passt perfekt zur Geschichte! Die tiefe Freundschaft zwischen Arielle und Marissa und die grandiosen Natur- und Tierbeschreibungen strahlen auf der einen Seite ebenfalls eine angenehme Beruhigung aus. Und auf der anderen Seite macht die Autorin durch die Beschreibung der Veränderungen, die sich kurz vor der Katastrophe in der Natur abspielen – die Vögel hören urplötzlich auf zu singen, alle streunenden Hunde und Katzen sind verschwunden, ein Elefant ergreift die Flucht ins Landesinnere und rettet damit dem auf seinem Rücken reitenden kleinen Mädchen einer Urlauberfamilie wahrscheinlich das Leben, das sich zunächst zurückziehende Wasser und die auf dem Trockenen zappelnden Fische – die Bedrohung durch den Tsunami in leisen Worten sehr deutlich, ohne jemals reißerisch zu sein.
Tara Menon erzählt auf wirklich beeindruckende Weise die Geschichte einer jungen Frau, die versucht, mit dem Trauma ihres Lebens fertig zu werden und zu lernen, mit einem großen Verlust umzugehen und weiterzuleben.
„Wenn die Leute erfahren, dass ich an jenem Tag dort war, fragen sie mich, ob ich Familienangehörige verloren habe. Ich weiß aber nie, was ich sagen soll. Manchmal sage ich beinahe ja. – Wenn ich nein sage, sehe ich die Erleichterung in ihrem Blick. Nach ein paar Jahren wurde mir klar, dass man nur um ganz bestimmte Menschen trauern darf. – Aber zu lange um jemanden zu trauern, mit dem man nur befreundet war, ist verpönt. Nach einer gewissen Zeit muss man über ihren Tod hinweggekommen sein.“
Aber muss man das wirklich?
„Unter Wasser“ ist ein Buch, das einen nachdenklich zurücklässt und trotz aller Traurigkeit glücklich macht.
Anjulia
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Marissa ist sechs, als sie ihre Mutter verliert und mit ihrem Vater nach Thailand geht. Bald lernt sie die gleichaltrige Arielle kennen. Eine starke Freundschaft entsteht. Beide wachsen zwischen Hotel und der meeresbiologischen Forschungsstation ihres Vaters auf, tauchen mit Mantarochen und erkunden die tropische Natur. Ein Paradies, nicht ganz ohne Schattenseiten gezeichnet, bis am 26. Dezember 2004 eine gigantische Welle beide erfasst und nur Marissa lebend wieder auftaucht. New York wird im Oktober 2012 von einem Hurrikan bedroht. Arielles Schicksal und die Trauer um sie haben Marissa nie losgelassen. Die erneute drohende Naturkatastrophe ist Ausgangspunkt für Marissas Geschichte.
Unter Wasser von Tara Menon ist ein nicht ganz leicht zu lesendes Buch über Freundschaft, Trauer und gefühlte Schuld. Den Tsunami von 2004, bei dem etwas 230.000 Menschen das Leben verloren, habe ich aus den Medien noch in Erinnerung. Gerade die Unmittelbarkeit und Chancenlosigkeit waren erschreckend. Tara Menon nimmt sich in dem doch eher kurzen Buch viel Zeit für die Beschreibung der Natur Thailands und der Atmosphäre New Yorks. Das geschieht mitunter so anschaulich, dass man beispielsweise die Mantarochen an sich vorbeiziehen sieht. Gleichzeitig wechseln die zwei Zeitebenen stetig. Man muss sich darauf konzentrieren, wo Marissa gerade ist. Neben Naturbeschreibungen steht ganz klar die Freundschaft von Marissa und Arielle, sowie Marissas unverarbeitete Trauer im Vordergrund. Einfühlsam und emotional, aufgrund ihrer schweren Thematik und des erzählerischen Aufbaus nicht ganz einfach zu lesen, konnte mich diese Geschichte von Freundschaft und Verlust insgesamt überzeugen.
Karina
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Wow - genau deshalb liebe ich das Lesen. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und es hat mich völlig mitgerissen und erst wieder losgelassen, als ich die letzte Seite beendet hatte.
Wir befinden uns im Jahr 2012: Marissa streift durch ein New York, das sich auf einen drohenden Hurrikan vorbereitet. Überall Warnungen - doch sie ist wie so oft in Gedanken versunken. Gedanken, die sie zurückführen zu ihrer Freundschaft mit Arielle, die am 26. Dezember 2004 in Phuket ihr tragisches Ende findet. Die meisten wissen, welches verheerende Ereignis sich hinter diesem Datum verbirgt. Der fürchterliche Tsunami, der so vielen Menschen das Leben nahm.
So schwer dieses Thema auch ist - es dominiert den Roman nicht. Im Gegenteil: Ein Großteil der Geschichte ist von einer beinahe greifbaren Leichtigkeit getragen. Man spürt die Sonne Thailands auf der Haut, taucht mit Arielle und Marissa ins Meer ein und erlebt ihre Freundschaft in all ihren Facetten - intensiv, lebendig und zutiefst berührend.
Mit 'Unter Wasser' ist Tara Menon ein vielschichtiger Roman gelungen, der große Emotionen einfängt, ohne je überladen zu wirken. Die Balance zwischen Schönheit und Schmerz ist fein abgestimmt und wirkt lange nach.
Wer Geschichte über Freundschaft, das Meer und die Tiefe menschlicher Verbindungen liebt - und auch vor melancholischen Momenten nicht zurückschreckt - sollte dieses Buch unbedingt lesen. Absolute Empfehlung.
yellowdog
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Dieser geschickte und atmosphärische Roman handelt von Freundschaft und Verlust sowie einer paradiesischen Kindheit in Thailand.
Hier erleben Marissa und Arielle schon als Kinder eine tiefe Verbundenheit und die Faszination des Aufwachsens in Thailand, mit einer aufregenden Unterwasserwelt, die Marissa Vater als Meeresbiologe erforscht.
Eines Tages wütet aber ein Tsunami.
Es gibt aber auch einen zeitlich versetzten Handlungsstrang mit Marissa als junge Erwachsene in New York. Die Verluste bestimmen ihre Stimmungslage.
Es ist auch ein Buch über Trauer. Marissa, die als Kind den Tod der Mutter kaum betrauern konnte, kann das Fehlen von ihrer Freundin nicht überwinden. Oft spricht sie mit ihr, als wäre sie noch da,
Die Autorin hat einen interessanten Lebenslauf, dazu gehörten auch 10 Jahre in New York. Ihre Schilderungen der Schauplätze haben für mich eine hohe Qualität.
Das ist schon ein mehr als lesenswerter Roman. Gerne mehr davon!
begine
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Unter Wasser, ist ein wunderbarer Roman von Tara Menon.
Es ist ihr damit ein brillantes Werk gelungen.
Erst lässt sie uns an der Kindheit von Marissa und Ariel teilnehmen.
Die beiden wachsen in Thailand auf und sind unzertrennlich.
Die tollen Beschreibungen der Fische, des Wassers und den Erlebnissen der Beiden sind eindrucksvoll.
Später wechselt die Perspektive viel von 2004 und 2012 hin und her.
2004 ist der Tsunami in Thailand, den Ariel nicht überlebt. Wir erfahren von den sonderbaren Verhalten von Tieren, als ein Elefant mit einem Kind auf dem Rücken einfach ausreißt. Man hört keine Vögel.
Erschreckend ist das Sortieren der Leichen, erschütternd.
2012 lebt Marissa in New York. Sie leidet immer noch unter dem Verlust der Freundin. Sie hat fürchterliche Alpträume.
In New York ist ein Unwetter angesagt, die Menschen sollen das Haus nicht verlassen. Marissa ist da sehr unvorsichtig.
Die Autorin konnte mich mit diesem Roman total überzeugen.
Einfach ein grandioses Stück.
Sali
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Als Marissa mit sechs Jahren ihre Mutter verliert, beschließt ihr Vater, ein Meeresbiologe, die Forschungsarbeit seiner Frau fortzuführen. Vater und Tochter gehen nach Thailand. Dort trifft sie Arielle, und eine geradezu märchenhafte Freundschaft entsteht. Unter der Woche leben die Mädchen in dem Resort von Arielles Eltern; an den Wochenenden verbringen sie ihre Zeit mit Marissas Vater auf einer nahe gelegenen Insel. Gemeinsam entdecken die Mädchen die zerbrechlichen Wunder der Riffe, Wälder und Strände. Gemeinsam lernen sie, in die Tiefe zu tauchen und minutenlang den Atem anzuhalten. Sie bewegen sich ebenso mühelos im Wasser wie die Mantarochen, die sie mit Namen kennen. Gemeinsam lernen sie, aus Gefahren herauszuschwimmen. Doch dann kommt eine riesige Welle, der Arielle nicht entkommen kann.
Jahre später ist Marissa zurück in New York, orientierungslos und verfolgt von der Erinnerung an ihre Freundin, erneut bedroht durch eine Naturkatastrophe. Als im Laufe zweier schicksalhafter Tage die Vergangenheit zurückkehrt, entdeckt sie, wie sie sich in einer unsicheren Welt behaupten kann.
jori1020
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Es ist kaum zu übersehen: Wasser ist das zentrale Element in 'Unter Wasser', dem Debütroman von Tara Menon. Die Geschichte entfaltet sich in zwei Erzählsträngen, die eng miteinander verwoben sind.
Im ersten begleiten wir die junge Marissa im Dezember 2004 in Thailand. Sie genießt ihr Leben am und im Wasser, taucht gemeinsam mit ihrer Freundin Arielle nach Mantarochen – bis eine verheerende Flutwelle alles verändert. Acht Jahre später, im zweiten Erzählstrang, lebt Marissa in New York. Als im Oktober 2012 Hurrikan Sandy auf die Stadt trifft, werden die traumatischen Erinnerungen an die Ereignisse von damals wieder wachgerufen.
Eindringlich beschreibt die Autorin, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren, und wie sehr ein solches Erlebnis das weitere Leben prägen kann, selbst in scheinbar alltäglichen Momenten. Gerade die bildhaften und detailreichen Schilderungen tragen dazu bei, dass sich viele Szenen nachhaltig einprägen.
Und dennoch konnte mich der Roman nicht vollständig überzeugen. Mitunter entsteht der Eindruck, dass viele gut recherchierte Aspekte möglichst umfassend in die Handlung eingebunden werden sollten. Diese Fülle an Informationen wirkt stellenweise etwas überladen, bremst den Erzählfluss und lenkt von der emotionalen Entwicklung der Protagonistin ab.
So bleibt ein bewegendes Debüt mit starken, eindrucksvollen Momenten, das mich insgesamt jedoch nicht durchgehend fesseln konnte.
Cellissima
empfiehlt:





Unter Wasser
von Tara Menon
Als Kind zieht Marissa mit ihrem Vater, einem Meeresbiologen, nach Thailand. Dort lernt sie Arielle kennen. Die beiden Mädchen werden unzertrennlich. Es ist eine wunderschöne Freundschaft. Es ist ein Leben in atemberaubender Natur. Doch dann kommt der 25. Dezember 2004 ... Marissa überlebt knapp, Arielle stirbt.
Jahre später wird Marissa in den USA erneut mit einer Naturkatastrophe konfrontiert - und alle Erinnerungen an Arielle, Thailand und diesen Tag im Jahre 2004 kehren mit aller Macht zurück ...
Der Roman wird aus Marissas Sicht erzählt, auf zwei Zeitebenen und an zwei Orten - Thailand Ende 2004 und New York Ende 2012.
Der Schreibstil der Autorin gefiel mir unglaublich gut; er ist unglaublich gut! Auch die ganzen Naturbeschreibungen sind großartig. Der Roman ist sehr atmosphärisch.
Diese Kindheit, diese Freundschaft, diese Naturkatastrophe, die uns allen noch in Erinnerung ist, die Trauer, das Weiterleben, die Themen, die Marissa beschäftigen und um die es in "Unter Wasser" geht ... dieses Werk hat so viel Potenzial.
Und doch wurde dieses Potenzial in der Umsetzung leider nicht ganz ausgeschöpft, konnte mich "Unter Wasser" letztlich doch nicht ganz überzeugen.
Meiner Meinung nach hat die Autorin einfach zu viele Themen und Problematiken in diese knapp über 200 Seiten gepackt. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen, denn so wirkt dieser Roman einfach überfrachtet und werden zu viele Dinge nur angekratzt.
Oftmals plätschert die Geschichte leider auch eher vor sich hin.
Und leider blieben mir persönlich sowohl die Figuren als auch die Handlung zu fremd und distanziert.
