Kundenrezensionen von Cellissima





Ms Atkins und die Bibliothek der Träume
von Vanessa Göcking
Amanda Eleonore Atkins ist Finanzbeamtin. Sie braucht klare Regeln und Routinen. Tag für Tag. Sie liebt Bücher. Sie liest seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr.
Doch dann kommt sie eines Tages wieder in ihre geliebte Bibliothek, und Mrs Hodgins ist nach Jahrzehnten plötzlich nicht mehr da. Statt ihrer arbeitet nun der junge Henry Brown in der Bibliothek - jedenfalls als Aushilfe. Und er erzählt ihr, dass er von Mrs Hodgins den Auftrag bekommen habe, Amanda einen verborgenen Leseraum zu zeigen; sie habe ihm eingeschärft, dass er dies auf keinen Fall vergessen dürfe. Also tut er es.
Und in diesem verborgenen Leseraum entdeckt sie nicht nur Bücher, sondern auch Robert Joy und Xiao Mei Smith. Sie erleben Geschichten, werden mit ihren Träumen, Ängsten, Sehnsüchten und Wünschen konfrontiert ... denn diese Bibliothek beherbergt eben nicht nur Unmengen an Büchern - sondern auch die Wünsche und Träume aller Personen, die sie betreten ...
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"Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist ein leises Buch; ein schönes; ein trauriges; ein unfassbar berührendes; ein magisches; und insgesamt einfach ein sehr gutes Buch.
Vanessa Göckings Schreibstil hat mir extrem gut gefallen. Stets angenehm zu lesen, von dieser besonderen Schönheit, unfassbar atmosphärisch ... ich kann mich nicht erinnern, wann mir zuletzt ein Schreibstil so gut gefallen hat. Schon allein deswegen habe ich dieses Buch unglaublich gerne gelesen.
Die Idee der Autorin, diese Geschichte ... sind so fantasievoll, so originell!
Auch die Figuren schließt man schnell sehr ins Herz. Im Mittelpunkt steht natürlich Amanda; über die anderen Figuren hätte man vielleicht noch mehr schreiben können; ich hätte gerne noch etwas mehr über sie erfahren. Aber auch so ist diese Geschichte einfach rund.
Obwohl Fantasy nicht mein Lieblingsgenre ist bzw. ich allenfalls cosy fantasy wirklich mag und gerne und in letzter Zeit zunehmend lese, hat mir dieses Werk wirklich gefallen, sodass ich es auch Lesern empfehlen würde, die nicht oder nicht allzu gerne Fantasy lesen. Denn "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist so viel mehr als das!
Es ist eine wunderschöne und zutiefst berührende Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe, Schicksalsschläge, Schuld und Vergebung, Träume, Ängste, Sehnsüchte, Wünsche, Akzeptanz, Heilung, Hoffnung, voller Weisheit ... und natürlich auch und vor allem auch eine Liebeserklärung an Bücher, Bibliotheken und das Lesen!
Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass es mir persönlich am Ende zu traurig wurde. Die Autorin erzählt auch dieses Ende nicht nur schwer und belastend, sondern stimmig und versöhnlich. Mir persönlich wurde es aber zu ernst und traurig. Ich möchte aber betonen, dass das nur mein persönliches Empfinden ist. Und rückblickend, wenn man erfährt und dann weiß, warum Amanda diese festen Regeln und Routinen braucht, warum sie seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr liest, obwohl sie diese als Kind liebte, warum sie so ist, wie sie ist ... dann macht das Sinn, dann ist das konsequent und auf eine Weise für Amanda sogar schön und erlösend.
Aber man hätte diese Begegnung mit dieser Person im Traum auch genau so geschehen lassen können, ohne danach mit Amanda geschehen zu lassen, was eben am Ende des Buches mit ihr geschieht. Das war es, was für mich unerwartet, was mir persönlich zu schwer und traurig war und was ich mir anders gewünscht hätte. Nicht die Begegnung mit der anderen Person im Traum - sondern eben das, was wir davor und danach über Amanda lesen; was mit Amanda am Ende der Geschichte geschieht.
Das hat für mich persönlich den Gesamteindruck etwas runtergezogen.
Insgesamt ist "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" aber ein sehr empfehlenswertes Buch, das einem gerade jetzt im Herbst in eine Wolldecke gekuschelt und mit einer Kanne Tee ein paar wundervolle Lesestunden schenkt.





Stolz, Vorurteil und Hexerei
von Melinda Taub
Ich liebe Klassiker, in Sachen Fantasy bin ich hingegen schwierig - cosy fantasy lese ich mittlerweile sehr oft und gerne, in Sachen restliche Fantasy bin ich hingegen oft noch sehr wählerisch. Hier siegte aber wieder mal die Neugier, da Titel, Cover und Klappentext zu gut klangen.
Ich gebe zu - ich ließ mich auch etwas davon beeinflussen, dass die Bridgerton-Autorin das Buch so lobte und empfahl. Ich liebe Bridgerton, und wenn die Autorin dieses Buch empfiehlt ... die Erwartungen waren also hoch.
Also war ich gespannt und freute mich darauf, Stolz und Vorurteil ganz neu kennen zu lernen - erzählt aus Sicht der jüngsten Bennet-Schwester und nicht als reinen Klassiker, sondern gemischt mit Fantasy.
Melinda Taubs Schreibstil gefiel mir extrem gut, ebenfalls die Atmosphäre und der wundervolle Humor. In dieser Hinsicht lohnte sich die Lektüre absolut!
Leider weist die Geschichte aber immer wieder extreme Längen auf. Das hat bei mir Lesefluss und -freude deutlich geschmälert und dafür gesorgt, dass das Lesen mitunter sogar etwas anstrengend wurde.
Von der Magie hatte ich mir mehr erwartet. Mir war es nicht originell genug.
Die Idee ist spannend und gut, aber die Umsetzung ist aus meiner Sicht leider nicht wirklich gelungen. Die Geschichte ist nett für zwischendurch, letztendlich aber leider nichts Besonderes und nichts, was lange nachhallen wird.
Wer jedoch sowohl Klassiker als auch Fantasy wirklich liebt, dem könnte Stolz, Vorurteil und Hexerei durchaus gut gefallen. Mich hat das Werk leider enttäuscht.





Die Bernsteinfischerin
von Lisa Quentin
Julika ist Wissenschaftlerin und erforscht Bernstein. Eines Tages hat sie ein ganz besonderes Exemplar in der Hand - und ein besonders wichtiges, denn dieses Exemplar könnte die Geschichte der Erde, wie man sie bisher annahm und lehrte, komplett auf den Kopf stellen ...
Julika will unbedingt mehr darüber erfahren, dieses Stück genauer erforschen. Sie findet heraus, wer das Stück vor Jahrzehnten gefunden hat - Ebba. Sie findet heraus, dass Ebba immer noch an der Ostsee lebt - und macht sich auf den Weg dorthin ...
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"Die Bernsteinfischerin" ist für mich der mit großem Abstand beste Roman, den ich bisher in diesem Jahr gelesen habe.
Lisa Quentin schreibt hervorragend, ihr Stil hat mir unglaublich gut gefallen.
Diese Geschichte entfaltet sehr schnell ihre Sogwirkung, und sie ist unfassbar atmosphärisch. Auch das habe ich an diesem Roman geliebt.
Man hat das Gefühl, selbst an der Ostsee zu sein, mit den Figuren beim Tee zu sitzen.
Lisa Quentin erzählt auch zwei Zeitebenen immer im Wechsel die Geschichte von Ebba und Julika. Ebbas Geschichte beginnt fast achtzig Jahre zuvor, Julias Geschichte spielt in der Gegenwart.
Sie sind zwei ganz unterschiedliche Frauen, mit ganz unterschiedlichen Leben. Doch sie haben eine Sache gemeinsam: Sie sind beide sehr starke Frauen. Sie haben beide kein einfaches Leben und beide jeweils eine schwere Last zu tragen.
Es ist ein Roman über Familie, Liebe und Verlust, über zwei starke Frauen - und eine Liebeserklärung an die Natur und ihre Schönheit.
Was ist Liebe, was ist Glück, was ist Freiheit, wie will man leben und wie kann man so leben, wie man leben möchte?
Ein fast schon poetischer Roman, von unglaublicher Schönheit, ein zarter und leiser, zugleich aber auch sehr starker Roman.
Diese Geschichte ist ebenso wunderschön wie traurig, dramatisch und berührend. Wirklich das bisherige Highlight in diesem Jahr in diesem Genre.
Absolute Leseempfehlung!





Yesteryear
von Caro Claire Burke
Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und den Tieren auf einer kleinen, abgeschiedenen Farm in Idaho, umgeben von Natur. Sie lebt das ursprüngliche, perfekte Land- und Familienleben. Ihre Millionen Follower fühlen sich in eine andere Zeit zurückversetzt und bekommen eine heile Welt präsentiert. - Die Betonung liegt auf dem Wort präsentiert, denn hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus. Doch die Fassade bekommt zunehmend Risse, und eines Tages kann selbst Natalie diese nicht mehr ignorieren ...
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"Yesteryear" ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte, weil die Leseprobe so toll war, das ich mir lange aufgehoben hatte. Nun habe ich es endlich gelesen - und bin enttäuscht.
Der Schreibstil ist gut, lässt sich stets angenehm flüssig lesen, und es geht wie vermutet v.a. um das Influencer-Leben, Schein und Sein, Tradwifes, Religion ... um extreme Themen.
Nur unsympathische Figuren. Viele Längen, weil einfach zu wenig passiert. Die Auflösung ... zu simpel, zu konstruiert, zu wenig glaubwürdig. Der wow-Effekt blieb aus. Überhaupt bleibt dieser ganze Roman total blass. Figuren, Handlung ... alles bleibt so blass, distanziert, konstruiert.
Was in Erinnerung bleibt: Heftige Dinge, die da passieren. Viele unschöne Kraftausdrücke, die da verwendet werden. Und viele Fragezeichen auch nach dem Lesen der letzten Seite.
Ich bin ratlos, enttäuscht und genervt. Unbefriedigt. Und diesen Zustand mag ich als Leser gar nicht.
Ich frage mich immer noch, ob ich jetzt alles richtig verstanden habe. Warum noch offene Fragen bleiben.
Ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte und durch das ich mich letztlich doch hindurchquälen musste. Ich kann den Hype absolut nicht verstehen und kann "Yesteryear" leider auch nicht empfehlen.





Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
von Amy Coombe
Tanadelle lebt das Leben, von dem viele Mädchen träumen: Sie ist eine Prinzessin. Doch sie hasst dieses Leben mit all seinen Einschränkungen und anstrengenden Verpflichtungen. Sie liebt Bücher und würde am liebsten den ganzen Tag lang lesen.
Als sie in einem kleinen Dorf in einen Buchladen geht, um neuen Lesestoff zu kaufen, wird sie verflucht: Sie kann den Buchladen erst wieder verlassen, wenn ihr Herzenswunsch erkannt und erfüllt wurde. Letztlich weiß Tanadelle doch noch nicht hundertprozentig, was sie wirklich will, und so macht sie es sich erst mal in der kleinen Buchhandlung gemütlich und leitet sie.
Sie findet Freunde, vor allem Sasha, die ihr in der Buchhandlung hilft - und dann taucht Bash auf, ein ebenfalls verfluchter Pirat. Und ein verdammt gutaussehender Pirat noch dazu ...
Tanadelles Eltern sorgen dafür, dass die Prinzen aller Reiche erscheinen; sie sollen Tanadelle küssen und den Fluch brechen.
Und Tanadelle muss sich darüber klar werden, ob sie einen Prinzen will - oder vielleicht doch lieber diesen heißen Piraten ...
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Fantasy ist nicht mein Lieblingsgenre, allerdings lese ich cosy fantasy inzwischen zunehmend gerne. Entsprechend gespannt war ich auf das Buch. Cover und Klappentext, die Idee ... gefielen mir sehr.
Amy Coombes Schreibstil ist gut, ihre ganze Idee, die Kulisse, die Figuren und der Humor sind wirklich toll.
Es ist natürlich keine hochtrabende Unterhaltung - aber eine nette, gemütliche Geschichte für zwischendurch fürs Herz. Und ein bisschen märchenhaft ist sie natürlich auch.
Leider empfand ich "Cursed for Good" dennoch als etwas zu blass, langatmig und vorhersehbar. Ich weiß auch nicht, ob das Buch lange nachhallen wird.
Aber wer cosy fantasy liebt und einfach eine schöne, gemütliche und bezaubernde, märchenhafte und magische Geschichte sucht, in der es um Liebe, Freundschaft und Bücher geht, ist hier richtig. Fans des Genres werden das Buch sicher mögen.
Mir gefiel auch, dass wichtige Botschaften übermittelt werden - auch und vor allem auch die, dass man nicht so leben sollte, wie andere es wünschen, sondern so, wie man selbst es wünscht; dass man nicht andere glücklich machen sollte, sondern sich selbst; dass man den Mut haben sollte, Nein zu sagen.
3,5 Sterne





Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers
von Sophie Oldenstein
Nicky erhält ein Stipendium für die Ashfield Academy. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und muss sich plötzlich unter Mitschülerin zurechtfinden, die aus einer ganz anderen Welt stammen.
Doch es sind nicht nur diese neuen, anderen Menschen und das generelle Leben im Internat, die Nicky zu schaffen machen, an die sie sich erst gewöhnen muss - an diesem Ort, mit diesem Ort stimmt etwas nicht.
Sie freundet sich mit drei Mitschülern an, entdeckt ihre magischen Talente, stößt auf einen alten Kriminalfall - und muss über sich hinauswachsen, als dunkle Mächte das Internat und die Region bedrohen ...
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Es klang ganz nach einem Buch nach meinem Geschmack. Und tatsächlich gefielen mir Sophie Oldensteins Schreibstil, die Atmosphäre, die Kulisse und auch die Figuren sehr gut.
Es ist spannend, düster, gefährlich, es gibt Abenteuer, Freundschaft, Geheimnisse, Familie, Internat ...
Wir hätten gerne noch mehr vom Internatsleben, etwa dem Unterricht, erfahren. Dafür war aber die Freundschaft zwischen den Kindern umso besser beschrieben.
Für mich hätte es etwas mehr Kriminalfall sein dürfen, die Zielgruppe fand den Fantasyanteil super. Das Mysteryelement hat uns gleichermaßen gut gefallen.
Für mich als Erwachsene blieb es etwas oberflächlich und vorhersehbar, was Figuren und Handlung betraf, für die Zielgruppe -und nur auf die kommt es ja an- war es perfekt.
Insgesamt ist es ein Buch, das gerade die Zielgruppe gerne liest und nicht mehr aus der Hand legen kann. Wir freuen uns schon auf Band 2.
Das empfohlene Lesealter passt aus unserer Sicht übrigens auch perfekt.
Damit eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über das Internatsleben, Freundschaft, Abenteuer, dunkle Geimnisse und Mächte, mit Spannung und Gefahr, aber auch Atmosphäre, tollen Figuren und toller Kulisse, die Krimi-, Mystery- und noch mehr Fantasyelemente enthält, mögen!





Beth is dead
von Katie Bernet
Eine der March-Schwestern, Beth, wird tot aufgefunden. Und es ist sofort klar, dass es kein Unfall und kein Suizid war, sondern dass sie getötet wurde.
Die Familie will den Täter finden - doch alle Schwestern könnten es gewesen sein. Auch im weiteren Umfeld gibt es Personen, die ein Motiv haben und es gewesen sein könnten. Hinzu kommt, dass der Vater vor einiger Zeit einen Roman über seine Töchter veröffentlichte - an dessen Ende Beth starb ...
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So weit, so gut. Klingt nach Spannung und dunklen Geheimnissen. Ein guter Thriller geht immer, und es ist immerhin ein New York Times-Bestseller - wobei ich hier schon hätte stutzig werden sollen, denn oft treffen New York Times-Bestseller nicht meinen Geschmack und ich frage mich, wie das betreffende Werk dazu werden konnte ... so war es leider auch hier.
Schließlich liebe ich Little Women und habe lange überlegt, ob ich Beth is dead lesen soll, da ich befürchtete, dass es den Zauber zerstören könnte. Tatsächlich ist genau das passiert.
Ich weiß nicht, ob ich es wirklich als Thriller bezeichnen würde, und es ist für mich auch eher ein Jugendbuch - eigentlich kein Problem, ich lese durchaus auch gerne mal ein Kinder- oder Jugendbuch. Aber sie müssen halt gut sein. Und das war hier leider nicht der Fall.
Der Schreibstil ist absolut durchschnittlich, ebenso Handlung und Figuren. Mir blieb von Anfang bis Ende alles viel zu blass und oberflächlich. Ich konnte keine wirkliche Verbindung aufbauen.
Ja, es war zwischendurch spannend, es gab immer wieder neue und andere Verdächtige, man dachte immer wieder: oh, DAS ist sicher Beths Mörder, bei den Vorgängern lag ich wohl falsch ... also man konnte wirklich miträtseln, Theorien entwickeln und wieder verwerfen ... es war bis zum Schluss offen. Das war es aber leider auch schon. Zumal es durchaus noch spannender hätte sein können.
Und die Auflösung ist für mich persönlich auch gleichzeitig der allergrößte Kritikpunkt, denn mit ihr war Beth is dead endgültig unten durch bei mir. Das war einfach total konstruiert und unglaubwürdig, konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Ganz im Gegenteil. Vorher fand ich die Geschichte noch durchschnittlich - dann aber einfach nur schlecht, misslungen.
Ich würde das Buch nicht noch mal lesen und kann es leider nicht empfehlen.





Die Queen von Mayfair
von Alex Hay
London im Jahre 1898: Quinn Le Blanc hat einen Plan: Sie will sich den Duke of Kendal, den begehrtesten Junggesellen Londons, angeln. Es geht ihr natürlich auch um sein Vermögen.
Es bleiben ihr nur fünf Tage Zeit, um ihr Ziel zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, die einen ausgeklügelten Plan besitzt und mit falschen Karten spielt ...
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Mayfair House habe ich damals ganz gerne gelesen, fand es aber dennoch etwas durchwachsen, weshalb ich zunächst überlegt hatte, ob ich Die Queen von Mayfair lesen möchte. Ich habe mich doch dafür entschieden - und wurde positiv überrascht. Insgesamt hat mir Die Queen von Mayfair deutlich besser gefallen als Mayfair House.
Der Roman ist hervorragend geschrieben, authentisch und atmosphärisch, die Figuren überzeugen, die Geschichte ist spannend und recht kurzweilig.
Eine Geschichte, die in der Tat etwas an Bridgerton erinnerte und die ich gerne gelesen habe. Und eine, die ohne Kritikpunkte sicher auch die Höchstbewertung verdient gehabt hätte. Leider gibt es diese Kritikpunkte aber: Die Handlung ist sowohl im Mittelteil als auch am Ende zu verworren. Das macht es mitunter schwer, ihr zu folgen, und ist für den Leser ermüdend und frustrierend.
Und ich fürchte auch, dass es kein Roman ist, der lange in Erinnerung bleiben wird, sondern dass es eine Geschichte ist, die schnell verblasst.
Dennoch ein schöner Roman für zwischendurch und einer, an dem Leser, die historische Romane, Bridgerton, London und England lieben, Freude haben könnten.





Eine zu viel
von Samantha Hayes
"Eine von uns" fand ich ziemlich spannend und gut, und so war ich sehr gespannt auf "Eine zu viel".
Nach dem Tod des Familienoberhauptes lädt seine Frau die Kinder mitsamt deren Partnern und Kindern für zehn Tage in ein abgelegenes Haus in Schottland ein. Sie will den Inhalt von Rays Testament enthüllen. Dieser ist brisant. Und so will sie den richtigen Zeitpunkt dafür abwarten.
Doch dann schlägt die Stimmung schon vorher um und wird so düster und gefährlich wie das Wetter in den Highlands. Jede Person hat ihre Geheimnisse, die sie gut hütete. Doch nun sucht sich die Wahrheit jeweils unaufhaltsam ihren Weg, und im Vergleich dazu ist der Inhalt des Testaments nicht der Rede wert ... nicht zuletzt, weil sich unter ihnen ein Mörder befindet ...
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Samantha Hayes´ Schreibstil ist gewohnt solide, lässt sich angenehm flüssig lesen.
Erzählt wird im steten Wechsel aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder, was für einen gewissen Lesefluss und eine gewisse Sogwirkung sorgt.
Die Kulisse reizte mich schon beim Stöbern, und ich wurde nicht enttäuscht von diesem Haus in den schottischen Highlands.
Manche Figuren überzeugten mehr, andere weniger.
Mir war es ehrlich gesagt too much, was Dramen, Schicksalsschläge usw. betrifft. Der Thriller wirkt nicht zuletzt dadurch leider auch sehr konstruiert und die Handlung somit immer wieder unglaubwürdig.
Auf den letzten Seiten überschlugen sich die Ereignisse. Das Tempo wurde im Vergleich zum Rest zu schnell zu sehr angezogen, dadurch wurde es sehr unübersichtlich und verwirrend. Manche Dinge musste ich zwei Mal lesen, um sie wirklich zu verstehen. Trotzdem bleiben noch offene Fragen, sodass ich leider auch in dieser Hinsicht enttäuscht und unbefriedigt zurückbleibe. Mich überzeugt die Auflösung nicht. Ich möchte eine stimmige und überzeugende Auflösung, ohne Fragezeichen. Ohne sie mehr als ein Mal lesen zu müssen - und ohne immer noch verbleibende offene Fragen.
Die ein oder andere sehr überraschende und schockende Wendung gab es auch - diese wirkten jedoch leider auch zumindest teilweise sehr konstruiert und können dadurch letztlich nicht ganz begeistern und überzeugen.
Die Sache mit dem Testament wurde auch viel zu sehr aufgebauscht - und verlief dann im Sande.
Insgesamt also ein spannender, düsterer und atmosphärischer, aber leider auch durchwachsener Ausflug in die schottischen Highlands.





Die Meerglas-Schwestern
von Eleanor Buchanan
"Die Meerglas-Schwestern" ist der Auftakt einer vier Bände umfassenden Familiensaga (Die Töchter von Skara).
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart.
In der Gegenwart reist die Australierin Roz nach England. Dort entdeckt sie ein Gemälde, das vier Felsen auf einer schottischen Landzunge zeigt. Roz kann dem Drang, nach Skara, der Heimat der Malerin, zu reisen, nicht widerstehen.
Zusammen mit Drow, einem Schotten, der dort lebt, will sie herausfinden, was mit den vier Schwestern geschah.
Und bald merkt Roz auch, dass sie über ihren Opalring, den sie kürzlich geerbt hat, mit der Geschichte der Schwestern verbunden ist ...
Im Mittelpunkt des Vergangenheitsstrangs steht in diesem ersten Band die erste Schwester Iris, die von Schottland nach Ceylon reiste, um ihren Onkel zu finden. Eigentlich wollte sie kurz darauf wieder zu ihren Schwestern nach Skara zurückkehren, doch dann kam alles ganz anders ...
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Eleanor Buchanans Schreibstil gefiel mir auf Anhieb sehr - er lässt sich stets flüssig und angenehm lesen und ist herrlich atmosphärisch und bildhaft.
Auch die Figureben haben mir gefallen, wenngleich einzelne für mich zu oberflächlich gehalten waren.
Der Vergangenheitsstrang hat mir noch besser gefallen als der Gegenwartsstrang - doch das soll nicht ins Gewicht fallen, da dies bei mir generell so ist und somit nicht objektiv, sondern rein subjektiv ist.
Obwohl ich offen für solche Elemente bin, hätte es hier den Ring und die Felsen und ihre Rolle gar nicht unbedingt gebraucht. Stellenweise war es mir auch einfach too much und unglaubwürdig, vor allem im letzten Abschnitt. Das hat den ansonsten absolut positiven Gesamteindruck leider etwas getrübt. Ich bin gespannt, wie das in den Folgebänden sein wird, da die Schmuckstücke und die Felsen ja vermutlich erneut eine große Rolle spielen werden ...
Die Geschichte spielt vor allem in Schottland, Ceylon und Australien.
Schottland gefiel mir am Besten, doch auch das ist subjektiv.
Ansonsten ist es eine typische Familiensaga - es gibt alte Gegenstände, Familiengeheimnisse, exotische und atemberaubende Schauplätze, Familie, Freundschaft, Liebe, Abenteuer und Gefahr ...
Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich Familiensagas zwar liebe, die letzten aber nie so gut waren, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Hier wurde ich positiv überrascht - ich würde sagen, dass dies die beste Familiensaga sein könnte, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Band 1 hat mir jedenfalls gut gefallen; ich freue mich auf die übrigen Bände und darauf, mehr über die anderen Schwestern zu erfahren.
Empfehlung für alle Liebhaber dieses Genres! Wer Familiensagas liebt, dem wird "Die Meerglas-Schwestern" sicher gefallen!









