Kundenrezensionen
Tara
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
„Alleinruhelage“ ist ein kluger Roman der in Berlin lebenden Autorin Eva Menasse
„Haus, ich verkaufe dich“, mit diesem Satz der Protagonistin und Ich-Erzählerin startet die Handlung. Ein Haus, das Zeuge ihres Lebens ist, in dem sie mit ihren Kindern und ihrem Mann ihre Ferien mit guten und schlechten Tagen verbracht hat, das aber seit dem Aus der Ehe leer steht und verkommt. Es ist nicht das erste Mal, dass sie verkaufen möchte, aber dieses Mal soll es wirklich so sein.
Alleine könnte die Protagonistin das Haus niemals in einen wohnlichen Zustand versetzen, aber sie hat Glück und bekommt Hilfe von dem polnischen Handwerker Bolek und der polnischen Putzfrau Alla.
Der Schreibstil von Eva Menasse ist ruhig und atmosphärisch. Die Stimmung der Datschensiedlung in Vorpommern wird gut vermittelt.
Zudem erfährt man viel aus dem ostdeutschen Sprach- und Kulturraum.
Es ist ein vielschichtiger Roman mit sympathischen Protagonisten, der mich zum Lachen gebracht und auch nachdenklich gemacht hat. Besonders amüsant fand ich dabei Alla und Bolek, die mich mit ihren liebenswerten Satzkonstruktionen immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben.
Ich bin der Ich-Erzählerin gerne durch die Erinnerungen gefolgt und konnte sowohl ihre Gedanken als auch ihre Gefühle gut nachvollziehen.
Thematisch spricht die Autorin diverse Alltagsthemen an, in denen sich jede*r Leser*in irgendwo wiederfinden kann. Zwischen melancholischen und amüsanten Themen geht es um Veränderungen, Abschiednehmen, Neuanfang, Heimat, Fremde, Zugehörigkeit, Identität und vieles mehr.
Mich hat dieser vielschichtige Roman nachdenklich zurückgelassen.
Er zeigt, wie sich das Leben verändern kann und dass Einschnitte manchmal einen Neustart einfordern, um sein altes Leben loszulassen. Für mich ist „Alleinruhelage“ eine lohnende Lektüre, die durch ihre Authentizität noch lange nachhallt.
yellowdog
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Alleinruhelage ist der ungewöhnliche Titel des neuen Romans der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse.
Eine Frau kehrt zu ihrem Wochenendhaus zurück. Es stellt sich die Frage: renovieren oder verkaufen. Die Erzählerin steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Eine Trennung beschäftigt sie sehr. Es sind Entscheidungen für einen Neuanfang zu treffen.
Sie erinnert sich an die alten Zeiten, z.B. an die Zeit mit ihren Kindern und Freunden, dann auch an ihre eigene Kindheit.
Es dauert nicht lange, bis man in den Sog des Erzählflusses hinein gesogen wird. Das Ganze ist sehr intensiv!
Es wird ein Buch der Erinnerungen und des Bilanz-ziehens.
Eva Menasse verfügt über eine Sprache, die es ihr ermöglicht, den Text so klar und dicht zu gestalten.
Florian Lechner aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
"Haus ich verkaufe dich" - so beginnt Eva Menasses neuester Roman. Das Haus steckt voller Erinnerungen, von der Erfüllung des Traums vom Eigenheim in Alleinruhelage im Grünen über eine gescheiterte Ehe, die Probleme mit der pubertierenden Tochter, eine postnatale Depression und eine weitere Beziehung, die in die Brüche ging - dieses Haus soll nun also verkauft werden. Dabei hat alles so schön begonnen. Ein ehemaliges Gasthaus am See in Vorpommern zum Schnäppchenpreis - die Gelegenheit nach der Wende zu einem Häuschen im Grünen zu kommen. Raus aus der Großstadt, rein in die Pampa. Doch wie so oft trügt auch hier der Schein: Das Haus entspricht nicht den westlichen Standards, die Renovierung ist mühsam wegen unterschiedlicher Normen, und die Bürokratie im neuen Staat ist überbordend. Der See kippt, die Bewohner der zu Wohnhäusern umgebauten Kleingartensiedlung, an deren Rand das Gasthaus steht, sind abweisend bis feindselig, nur ein ehemaliger DDR-Funktionär kümmert sich um die Neuankömmlinge, doch ist er gewohnt zu kommandieren. Die Fundamente des Hauses stammen von einem Casino aus der Nazizeit, in der Umgebung wurden in der DDR Mitglieder der RAF versteckt, und heute ist der Wald geeignetes Gelände für Neonazitreffen. All dies erfahren wir im Verlauf des Buches, das durchaus auch komische Facetten zu bieten hat, etwa die Szenen, die von den polnischen Bauarbeiter*innen dominiert werden. Auch die Erinnerungen an den jüdischen Vater der Ich-Erzählerin und dessen Freund Walter, der ein echter Strizzi ist, lassen einen immer wieder schmunzeln. Eva Menasse überlässt ihre Protagonistin dem Strom ihrer Erinnerungen und Gedanken, die mit großer Formulierungskunst in Form gegossen werden. So entsteht ein komprimiertes Panorama aus Geschichte, Politik und persönlichen Erinnerungen - absolute Leseempfehlung!
jori1020
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Was zunächst wie die Geschichte eines Wochenendhauses klingt, wird bei Eva Menasses 'Alleinruhelage' schnell zu einer vielschichtigen Erzählung über Abschied, Beziehungen, Heimat und die Frage, was von einem vergangenen Leben eigentlich bleibt. Die namenlose Ich-Erzählerin steht nach dem Ende ihrer Ehe vor der Entscheidung, sich endgültig von dem Haus in Brandenburg zu trennen, das sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann nach der Wende gekauft und über Jahre hinweg renoviert hat. Beim Ausräumen kommen nicht nur allerlei kuriose Hinterlassenschaften zum Vorschein, sondern vor allem Erinnerungen an die Familie, vergangene Lieben, Konflikte und Neuanfänge.
Besonders gelungen ist dabei die besondere Erzählweise. Die Protagonistin spricht das Haus immer wieder direkt an und lässt sich von einer Erinnerung zur nächsten treiben. So entsteht ein mäandernder Gedankenstrom, der gelegentlich assoziativ von einem Gedanken zum nächsten übergeht und gerade dadurch sehr lebensnah wirkt. Menasse verbindet dabei Melancholie und Nachdenklichkeit mit einem feinen, teilweise wunderbar trockenen Humor. Gerade die Episoden rund um die Renovierung und die beiden polnischen Handwerker Alla und Bolek sorgen für einige amüsante Momente.
Überhaupt lebt der Roman weniger von einer großen Handlung als von Beobachtungen, Erinnerungen und den Gedanken seiner Protagonistin. Dabei geht es um das Ende einer Ehe, Familie und das Älterwerden, aber auch um Fremdsein, Heimat und die deutsch-deutsche Geschichte. Besonders interessant fand ich den Blick einer Österreicherin auf das Leben in Ostdeutschland und die damit verbundenen Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ablehnung.
Nicht alles hat mich dabei gleichermaßen überzeugt. An manchen Stellen verliert sich die Erzählerin etwas in ihren Gedankengängen, und auch einige politische Ausführungen waren mir persönlich etwas zu ausführlich. Gleichzeitig ist gerade diese Abschweifung Teil des besonderen Erzähltons des Romans.
Insgesamt hat mir 'Alleinruhelage' vor allem sprachlich sehr gut gefallen. Eva Menasse erzählt klug, pointiert und mit einem wunderbaren Gespür für die kleinen Absurditäten des Lebens. Ein ruhiger, melancholischer und zugleich humorvoller Roman über das Loslassen und darüber, dass manche Orte eben doch viel mehr sind als nur Häuser.
evaki
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
So begleiten wir Eva Menasse dann also nach Vorpommern, wo unser Objekt in 'Alleinruhelage' liegt. Ein Ferienhaus soll für den Verkauf generalüberholt werden. Bevor es mit Hilfe einer Baufrau aus Moldawien und ihrem polnischen Partner soweit ist, springen wir Jahrzehnte zurück und fangen mal der Reihe nach an. Zusammen mit der Ich Erzählerin geht's an Wochenenden und in den Ferien aus der Großstadt aufs Land. Dort findet die Patchwork Familie mit einem gemeinsamem Kind und Kindern aus den Ehen zuvor, in einem ehemaligen Wirtshaus neben einer Datschensiedlung, an einem idyllischen See bei Vogelsang ein Zuhause. Wir lernen viel aus dem ostdeutschen Sprach- und Kulturraum, herrlich auflockernd und charmant vermischt, mit österreichischen Feinheiten, die das Buch so ganz besonders machen. Die ältere Lesegeneration wird vieles freudig wiedererkennen, wenngleich ein gewisser Herzschmerz mitschwingt.
qq
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Die Geschichte einer Wienerin in Berlin
Eva Menasse besticht in ihrem neuen Roman „Alleinruhelage“ ihr Talent für scharfsinnige Alltagsbeobachtungen. Die Geschichte einer Wienerin in Berlin, die nach dem Ehe-Aus ihr brandenburgisches Wochenendhaus verkauft, überzeugt durch emotionale Tiefe kombiniert mit feiner Ironie.
Der Schreibstil ist flüssig, lässt sich gut lesen und ist von einem herrlich trockenen Humor durchzogen.
Im Mittelteil verliert die Erzählung durch sehr detaillierte Abschweifungen und Erinnerungsschleifen an Tempo. Einige Passagen wirken hier etwas langatmig, bevor der Roman im Finale wieder seine volle emotionale Kraft entfaltet.
„Alleinruhelage“ ist ein reifer, humorvoller und tiefgründiger Gesellschaftsroman über Identität, das Älterwerden und die Frage, was von uns bleibt, wenn sich Lebensentwürfe auflösen. Von mir eine Empfehlung.
cosmea
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Im Mittelpunkt von Eva Menasses neuem Roman “Alleinruhelage“ steht eine Frau, die aus Wien stammt, lange in Berlin gelebt hat und mit ihrem Mann ein Wochenendhaus in Vogelsang in Vorpommern kauft. Nach dem Scheitern ihrer Ehe lässt sie das Haus von zwei sehr geschickten Handwerkern aus Polen und Moldawien renovieren, um es im Anschluss zu verkaufen. Dann überlegt sie es sich noch einmal anders und behält es weitere zehn Jahres. Nach gut zwanzig Jahren teilt sie dem Haus mit "Haus, ich verkaufe dich" (S. 209).
In dem Roman geht es um Deutschland in der Nachwendezeit, die Spannungen zwischen Ossis und Wessis, die grundsätzliche Schwierigkeit, als Fremde von einer Dorfgemeinschaft akzeptiert zu werden und natürlich um die zunächst glückliche, später scheiternde Ehe und neue, vorübergehende Beziehungen. Erschwert wir die Lektüre durch die Tatsache, dass die meisten Personen keine Namen haben, wobei Onkel Walter kein Verwandter ist, sondern ein Freund des Vaters der namenlosen Ich-Erzählerin und seine Frau Hüpfi natürlich nicht Hüpfi heißt. Die einzelnen Episoden der Geschichte sind weder personell noch zeitlich exakt zuzuordnen, was die Lektüre zusätzlich erschwert. Thematisch ist der Roman dabei durchaus interessant, weil er sich mit den Themen Heimat und Fremdheit befasst und anschaulich darstellt, dass man manchmal einen Schlussstrich unter Vergangenes ziehen und einen Neuanfang wagen muss. Für mich war der Roman zu verworren, um mich zu begeistern. An "Dunkelblum" kommt er n meinen Augen nicht heran. Schade.
ToniLudwig
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Eva Menasse, die vielfach preisgekrönte österreichische Autorin, veröffentlicht ihren vierten Roman bei ihrem deutschen Hausverlag Kiepenheuer und Witsch mit dem Titel >> Alleinruhelage<<, welcher auf dem lasziv gestalteten Cover als ALLEIN RUHE LAGE<< zu lesen ist, eine in Österreich durchaus übliche Steigerungsform der gebräuchlichen >>Alleinlage<<.
Gemeint damit ist ein Haus, ihr Haus, Zufluchtsort vergangener Tage, Zeitzeuge von Liebe und Leben und Scheitern und vielem mehr.
Die Erzählerin spricht mit ihrem Haus wie mit einem guten Vertrauten.
Dabei ist dieses mittlerweile verwildert, verlassen und sanierungsbedürftig, ein Ehepaar mit der Unverzagtheit jener Überlebenskünstler und Zeitgenossen, die lieber anpacken und umsetzen, als unrealisierbare Theorien zu schmieden, nimmt die Instandsetzung fest in polnische Hände.
Die Sprache der beiden ist skurril, es ist ein bemerkenswerter Kontrast zum Ausdrucksvermögen von Eva Menasse, deren herausragende Wortgewandtheit ein pures Lesevergnügen generiert.
Denn die Autorin agiert mit Wortwitz, lakonischer Situationskomik und jener Distanz, die ihr ungeachtet der gleichen Muttersprache als Ausländerin in Deutschland noch immer geholfen hat, Rückschläge zu überwinden, ohne das Land wohl je ganz verstehen zu können.
Und es ist ein Text, dessen kluge Reflexionen über die Menschen in den tiefen Wäldern des brandenburgischen Ostens glücklicherweise niemals von einer KI er- und verfasst werden kann.
In einer seltenen Klarheit wird in komprimierter Form der latent noch immer schwelende Konflikt zwischen Ost und West beispielhaft an Hand der Umwidmung der Waldsiedlung, also jener Gegend um den Wandlitzsee, erklärt und dem Leser, gleich welchen sozialen Hintergrund er selbst mit sich trägt, werden die Augen geöffnet über die Schieflage der Wiedervereinigung in den 1990er Jahren.
Eine Art Lehrstück, >>exerziert an Menschen, die sich den Kapitalismus gewünscht hatten wie Durstige ein paar Schluck Wasser und stattdessen eine Sturzflut bekamen.<<
Nein, dies ist keine politische Abrechnung in irgendeine Richtung, dafür schreibt Eva Menasse viel zu klug.
Vielmehr geht es der Autorin um das Zusammenleben der Menschen in einer nahezu migrationsfreien und folglich freilich migrationsfeindlichen Gegend.
Und ja - die Autorin hält den Datschenbesitzern unnachgiebig einen Spiegel vor, ohne jemals belehrend zu klingen, all jenen, die vom früheren Zusammenhalt und der Hilfsbereitschaft des Ostens schwärmen, für den Niedergang des Handwerks von Bäckern und Metzgern den Staat ( besonderes Feinbild : die Grünen !! ) verantwortlich machen, aber zugleich im nahegelegenen Polen eine Tankladung, ein paar Stangen Zigaretten und Discounter-Billigfleisch erwerben.
Und die ihre eigenen Regeln für das Zusammenleben aufstellen und -wenn nötig- auch rabiat durchsetzen, sei es mit Geschrei, falschen Anschuldigungen oder mittels beißenden Hunden, Anklänge an frühere Stasi-Mitgliedschaften inbegriffen.
Die Erzählerin, die mit alledem klarkommen muss, nennt sie trorzdem und trotzig zugleich >>die Sch’tis Vorpommerns<< und bleibt dennoch immer eine Andere, eine beratungsresistente Zugereiste aus dem Süden, der es immerhin gelingt, zu ihren Mitmenschen niemals Arschloch zu sagen, obzwar sie es viele Male dachte und der nie so ganz klar werden wird, ob die stockende Kommunikation der Leute aus dieser Gegend noch auf Diktatur-Vorsicht oder auf generationenalter bäuerlicher Bockigkeit beruht.
Es gibt in diesem kleinen Roman so viele kluge Gedanken und Reflexionen über das Leben, über unterschiedliche Perspektiven, über halbblinde Großzügigkeit und Verzeihungsbereitschaft, die den Leser immer wieder innehalten lässt und zur Selbsthinterfragung einlädt.
Anders als vor Ort, wo Geschichte zurechtgebogen wird, wo die eigene Meinung bis zur Grundstücksgrenze reicht und der Schutz zu anderen Meinungen durch meterhohe Zäune realisiert wird.
Die klare Haltung von Eva Menasse, deren Erzählerin das Glück hatte, nie in einer Diktatur leben zu müssen, bildet atmosphärisch auch die Keime der Reichsbürgerszene, das Entstehen von AfD-Mehrheiten in so vielen ostdeutschen Wahlkreisen und deren allmächtige Remigrationsphantasien ab, einer der Nährböden für gegenwärtige faschistische Tendenzen in Deutschland.
Eingebettet ist die Erzählerin in ein Familienkonstrukt, die Mühen des Alltags mit den Kindern, die familiäre Reibungsenergie drohen mehrfach über ihr zusammenzubrechen.
Leider wird über das Scheitern der Beziehung mit ihrem Partner nur wenig berichtet, die Enttäuschung über eine problemreiche affärenhafte Liebesbeziehung zu Habibi ist hier dominanter.
Aber wir erfahren auch skizzenhaft etwas über ihren jüdischen Vater, der die traumatischen Erlebnisse des Holocaust durch eine ihn eigene Lebensphilosophie der ambitionslosen Ruhe, Eleganz und Freundlichkeit und der Abwesenheit von Zorn bewältigt.
Am Ende wird das sanierte Haus verkauft werden, die Erzählerin wird den Versuch wagen, aufzubrechen, sie reist mit leichterem Gepäck.
Ein klares, ein ein starkes Buch, fein mit einem Lesebändchen versehen, dem ich viele Leser wünsche, die reich belohnt werden, versprochen !
BR
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Zwischen den Satz "Haus, ich verkaufe dich" auf der ersten Seite und dann abschließend auf der letzten bindet die Erzählerin ihre Lebensgeschichte ein. Als Freizeit-Alternative für die Familie mit Kindern hatten sie vor Jahren eine stillgelegte Kneipe in einem Waldgebiet mit See in der ehemaligen DDR gekauft. In direkter Nachbarschaft gibt es eine alte Wohnsiedlung, die Datschen, deren Bewohner und ihre Argwohn ihr gegenüber ausführlich dargestellt werden. Mit vielen Zeitsprüngen lesen wir von Erlebnissen mit den Kindern, die spätere Trennung, Besuche von Freunden und Zeit mit neuen Partnern die die Erzählerin dort draußen verbracht hat.
Meine Erwartungen an einen unterhaltsamen Roman haben sich nicht erfüllt, dafür haben mich die erzählten Begebenheiten zu wenig interessiert. Und richtig nervend fand ich die ellenlangen, verschachtelten Sätze die sich über viele Zeilen hingezogen haben.
reimon
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Alleinruhelage
von Eva Menasse
Eva Menasse formuliert so präzise und zugleich gut lesbar, dass man immer wieder wünscht, eigene Erfahrungen ebenso beschreiben zu können. Auf 200 Seiten haben die LeserInnen viele Gelegenheiten, ihre persönlichen Handlungen und Entscheidungen zu reflektieren.
Der erste Satz „Haus, ich verkaufe dich.“ führt in den genialen Dialog der namenlos bleibenden Erzählerin mit dem Gebäude, das einen großen Teil ihrer eigenen und der deutsch-deutschen Geschichte „miterlebt“ hat. Kurz vor dem - nach langem Überlegen erfolgenden - Verkauf des Hauses, das der inzwischen aufgelösten Familie als geliebtes Feriendomizil diente, reflektiert die Frau ihr Leben, ihre Beziehungen und deren Scheitern und ihr Eindringen als „Fremde“ in die ehemals ostdeutsche Datschen-Kolonie.
Besonders sympathisch sind die Szenen, in denen die beiden polnischen Alleskönner zu ganz praktischen Helfern bei der Bewältigung des Abschieds werden.
Das wunderschöne Cover des Buchs nimmt das Zur-Ruhe-Kommen der Hauptfigur vor ihrem neuerlichen Aufbruch vorweg.
