Kundenrezensionen von evaki





Fremde
von Belle Burden
Respekt oder besser Hut ab, vor soviel Mut zur Wahrheit! Wollen wir's nicht zu kompliziert machen. Fakt ist, dass es in den besten Familien kriseln kann. Gründe dafür lassen sich endlos aufzählen. Welche Alarmglocken vielleicht schon vor der Ehe anspringen, worauf zu achten ist und wie wir darauf reagieren könnten, erzählt uns Belle Burden in unaufgeregtem Ton mit vielen eigenen Beispielen. Warum die wunderbare Liebe uns trotzdem den Blick trüben kann, erfahren wir gleich mit. Dass ein Ende mit Schrecken dabei besser ist als ein Schrecken ohne Ende, ist nicht nur ein altes Sprichwort, es hat anscheinend schon Zuviele getroffen, als dass man es verneinen würde. Es bleibt der Wunsch, dass dieses warnende Buch möglichst viele Frauen vor bösen Überraschungen schützen möge und ihnen Mut macht, ihre Liebe auszuleben ohne auf ein dickes Ende zu treffen.





Alleinruhelage
von Eva Menasse
So begleiten wir Eva Menasse dann also nach Vorpommern, wo unser Objekt in 'Alleinruhelage' liegt. Ein Ferienhaus soll für den Verkauf generalüberholt werden. Bevor es mit Hilfe einer Baufrau aus Moldawien und ihrem polnischen Partner soweit ist, springen wir Jahrzehnte zurück und fangen mal der Reihe nach an. Zusammen mit der Ich Erzählerin geht's an Wochenenden und in den Ferien aus der Großstadt aufs Land. Dort findet die Patchwork Familie mit einem gemeinsamem Kind und Kindern aus den Ehen zuvor, in einem ehemaligen Wirtshaus neben einer Datschensiedlung, an einem idyllischen See bei Vogelsang ein Zuhause. Wir lernen viel aus dem ostdeutschen Sprach- und Kulturraum, herrlich auflockernd und charmant vermischt, mit österreichischen Feinheiten, die das Buch so ganz besonders machen. Die ältere Lesegeneration wird vieles freudig wiedererkennen, wenngleich ein gewisser Herzschmerz mitschwingt.





All die Farben, all das Licht
von Cora Wucherer
Was für ein packender Debütroman, den uns Cora Wucherer hier mit "All die Farben, all das Licht" in die Hände legt. Es geht um zwei ganz unterschiedliche Schwestern, die gemeinsam mit Ihrem alleinerziehenden Vater wohnen. Mit 17 und 13 Jahren mag es die Hochzeit der Pubertät sein und kann trotzdem mit vielen ernsthaften Dinge verbunden sein. Wir erfahren, dass die Mutter Liesi, bei der Geburt von Martha gestorben ist und Martha eine gewisse Last mit sich trägt. Juno, die Ältere der beiden Schwestern, eine sehr Kunst interessierte und auch begabte junge Frau leidet an einer seltenen Erkrankung und steht davor, ihr Augenlicht zu verlieren. Welche Hürden beide nehmen, um miteinander klar zu kommen, erfahren wir hier auf vielfältige sehr spannende Art und Weise. Toll liest sich alles aus den wechselnden Sichtweisen der Schwestern und trotz aller Last auch witzig und leicht daherkommt.





Sommerhaus
von Rachel Joyce
Das Sommerhaus von Rachel Joyce ist ein wunderbarer Sommerroman, der uns mit vielen Themen beglückt. Der Einstieg kommt hier „schlappend“ daher – und passt treffend zu unseren heißen Tagen. Vier Geschwister, alle mit Flip Flops an den Füßen schlappen durch die Gassen der italienischen Dörfchens San Giulio am Orta See gelegen, an dem die Familie eine alte Villa besitzt, die gern als Urlaubssitz genutzt wird.
Danach kommt eine Sprung in’s Jahr 2015 nach London, wo die Geschwister, Netta, Susan, Goose und Iris leben, aber auch ihr Vater Vic. Im Laufe der Zeit lernen wir alle Geschwister und auch den Vater besser kennen und erhalten einen guten Einblick in das nicht wirklich einfache Familienleben. Letztlich dreht sich alles um den Vater, der sich zu einem bekannten Künstler hochgearbeitet hat und seine Werke erfolgreich vermarktet. Ein Vorteil, von dem die „Kinder“ auch finanziell profitierten. Aber lässt sich mit Geld alles regeln?
Der Vater zeigt sich als ein lustiger, lebenshungriger Geselle, der fern aller Konventionen seinen Tagesablauf gestaltet und weder finanzielle noch sonstige Einschränkungen erlebt.
Als er sich in die junge Bella-Mea verliebt, die jünger ist als seine jüngste Tochter Iris, zeigt er sich auf einmal von einer völlig anderen Seite und irritiert durch ungewohnte Umstellungen von dandyhaftem Lebe- zu streng kasteitem Ehemann. Ab hier nimmt der Roman richtig Fahrt auf und lässt uns bis zur letzten Seite nicht mehr los. Was bei immerhin 477 Seiten eine ganze Zeit in Anspruch nimmt! Am Ende gibt es viel zum Nachdenken, schon allein deshalb lohnt es sich, sich darauf einzulassen und darin abzutauchen!





Sie flogen einen Sommer lang
von Penelope Farmer
Sie flogen einen Sommer lang" ist ein englischer Kinderbuchklassiker von Penelope Farmer, neu übersetzt von Claudia Feldmann, liebevoll illustriert von Barbara Yelin und jetzt erschienen bei Insel. Ein Blick auf's Cover zieht uns gleich hinein, in eine geheimnisvolle Sommergeschichte an der englischen Küste mit den Schwestern Charlotte und Emma.
Nicht nur der große Kindheitstraum vom Fliegen steht hier im Mittelpunkt, sondern auch das schwierige Zwischenmenschliche der Kinder einer Schulklasse, deren Familien und wie man damit umgeht. Mit viel Fantasie werden Kinderwünsche zu unglaublichen Erlebnissen und ganz nebenbei finden sich die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, wenn es darum geht eine gemeinsame Sache durchzuboxen.
Ein Buch, das uns viel zum Nachdenken bietet, und zwar für Kinder und Erwachsene!





John of John
von Douglas Stuart
Der Roman JOHN of John von Douglas Stuart, grandios übersetzt von Sophie Zeitz, treffend gelesen, auch auf Gälisch, von Charly Hübner, führt uns mit der ganzen Wucht der rauen windgepeitschten Irischen See auf Harris, eine der Hebrideninseln. Wir lernen viel über Schafzucht, Tweed, Weberei, presbyterianische Glaubensstrenge, menschliche Kälte, nachbarliche Neugierde und großmütterliche Liebe.
Der talentierte Cal durfte auf eine Kunstakademie nach Edinburgh, um dort seiner Begabung freien Lauf zu lassen und der Enge der Inselgemeinschaft zu entfliehen.
Vater John, Weber, Schafzüchter und streng religiöser Psalm Sänger lebt einsam und verhärmt allein mit seiner Schwiegermutter Ella in einem Häuschen am Rande der Insel. Seine Sorge um den in der fernen Stadt lebenden Sohn wächst und lässt ihn nicht in Ruhe. Mit dem Vorwand, dass die Großmutter krank ist und er Hilfe braucht, lockt er den Sohn wieder zurück in die väterliche Knechtschaft.
Zwei Welten prallen aufeinander, als der junge weltoffene, experimentierfreudige Sohn Cal auf die Insel zurückkommt. Vieles bleibt ungesagt und als offenes Geheimnis stehen. Ein großer Roman mit starken Charakteren, die einen noch lange Nachdenken lassen. Große Leseempfehlung!





Die Straße
von Robert Seethaler
"Kommst Du?" - Lebenslinien, die von uns allen stammen könnten
Es wäre nicht Seethaler, wenn das Buch einfach zu lesen, zu hören bzw. zu verstehen wäre. Wer allerdings dran bleibt und sich konzentriert durchbeißt wird erstaunt sein, was man alles raushören kann. Wir befinden uns in einer Straße, eines Vorstadtviertels und begleiten einen jungen Mann, im Hörbuch ist es Matthias Brandt selbst, wie er dort ein Antiquariat eröffnet. Wir lernen mit ihm zusammen die Bewohner und Geschäftsleute der Straße kennen, hören viel Zwischenmenschliches, Schräges, Skurriles, Bösartiges und merken, dass wir hier in einen Spiegel unserer Gesellschaft sehen.
Herausragend ist Matthias Brandt, der uns mit facettenreicher Stimme die unterschiedlichen Charaktere vorstellt und uns damit ermöglicht diese auch wiederzuerkennen. Ein großartiger, wenngleich nicht einfacher Hörgenuss – jedoch absolut empfehlenswert!





Begegnungen
von Dierk Breimeier
Dierk Breimeier gibt uns mit "Begegnungen" eine wunderschöne Geschichte zu lesen, die sich um das Thema Abschiednehmen dreht. Bevor wir Abschied nehmen können, müssen wir zuerst ankommen oder etwas Vertrautes finden, kennen oder treffen. So dürfen wir sowohl in anderen Kontinenten und Kulturen zu Gast sein, als auch von neuen Gewohnheiten und Bräuchen hören oder als Beobachter eine Familie auf einer langen Schiffsreise begleiten. Es ist wirklich spannend dem Weg der Familie aus Indien nach Europa zu folgen. Dabei lernen wir zum einen zwei junge indische Mädchen kennen, die mit Ihrer deutschen Mutter nach Europa reisen, als auch einen jungen Seemann der quer über die Weltmeere unterwegs ist und zuletzt ein zufälliges Zusammentreffen von den zwei Protagonisten, die sich von Anfang an sympathisch und einander zugeneigt sind. Wie es der Zufall dann so will werden wir Zeuge von einer Liebesgeschichte, die schöner nicht beginnen könnte.





Das Jahr der Schmetterlinge
von Lea Korsgaard
Ein Blick auf das traumhafte Cover von Lea Korsgaard's Buch, mit dem deutschen Titel "Das Jahr der Schmetterlinge", sagt schon viel über das, was wir hier als Zaungast miterleben dürfen. Es pendelt zwischen Sachbuch und Roman, verbindet viel Wissenswertes mit Erlebtem. Der Anfang ist leicht erzählt: die dänische Autorin sieht einen Schmetterling, den sie im Internet sucht und dabei kommt ihr die wirklich herausragende Idee, alle tagaktiven in Dänemark lebenden Schmetterlinge, innerhalb einer Saison, zu sehen. Wir lesen über die verschiedenen Schmetterlingsphasen von Ei, Raupe, Puppe bis zum Tag an dem sie fliegen und z.B. weite Strecken hinter sich lassen können, so wie Zugvögel, die vor Wintereinbruch zur Eiablage wieder in den Süden fliegen. Historisches und Wissenschaftliches von Aristoteles bis Freud wird genauso eingeflochten, wie schöne Zeichnungen verschiedener Falter der Autorin selbst. Die ausführlichen Quellenangaben spornen an, eigene Recherchen zu beginnen und selbst den Spuren der Schmetterlinge zu folgen. Bleibt noch die tolle Übersetzung von Kerstin Schöps und Dank an den Ullstein Verlag für diese schöne in deutsch erschienene Ausgabe.





Wenn liebe Waschbären wütend sind
von Sandra Grimm
"Wenn liebe Waschbären Wütend sind" ist ein zauberhaft illustriertes Buch von Matthias Derenbach mit treffendem Text von Sandra Grimm. Eigentlich kann man sich nicht vorstellen, dass liebe Waschbären wütend werden, aber wie man liest, wenn es um Futter geht, kennen sie keinen Spaß! Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass einen die Wut packt. Sehr schlau vom kleinen Waschbären, dass er dann seine Waldfreunde alle fragt, wie sie damit umgehen? Da sind dann viele Möglichkeiten dabei, um wieder runterzukommen. Das Ende ist ein weiser Rat, der nicht verwundert, weil's einfach menschelt. So bietet das Kinderbuch, gedacht ab 2 Jahren, auch den großen "Pappnasen" eine gute Lösung mit ihrer eigenen Wut umzugehen. Probiert's doch am besten gleich mal aus. Übrigens das griffige Bilderbuch mit dickerer Pappe, wird so manche Wutattacke gut aushalten.









