Kundenrezensionen von cosmea





Frag nach Susan
von Souvankham Thammavongsa
Ich-Erzählerin Ning, 42, war früher eine talentierte Boxerin und betreibt nach einer Zeit als Angestellte in einem anderen Laden seit fünf Jahren ihr eigenes Nagelstudio. Sie und ihre drei Angestellten heißen alle Susan, tragen identische schwarze Kleidung und die gleiche Frisur mit mittellangen Haaren. Ihre Kundinnen könnten ihre wirklichen Namen ohnehin nicht aussprechen. Im Roman geht es um einen einzigen Arbeitstag in diesem Salon. Beschrieben werden die Leistungen, die das Nagelstudio anbietet, die dafür benötigten Utensilien und die Kunden und Kundinnen selbst - Stammkunden und Laufkundschaft.
Die meisten Kunden sind bereit, auf Fragen zu antworten und geben bereitwillig sehr persönliche Details aus ihrem Leben preis. Ning und ihre Mitarbeiterinnen kommentieren in ihrer eigenen, für die Kunden unverständlichen Sprache, was sie hören und machen sich häufig darüber lustig. Einige Bemerkungen sind ausgesprochen bissig und abfällig. Ning selbst ist ein Mensch, der fast nichts über sich preisgibt, auch nicht gegenüber den Mitarbeiterinnen. Sie bezeichnet sich selbst als einköpfige Familie und lässt keine Nähe zu. Das mag an ihrer Vorgeschichte liegen, daran, dass Trainer Murch sie damals rausgeschmissen hat genauso wie später ihre rabiate Chefin Rachel. Ning fühlt sich zunehmend einsam, vermisst so viele Dinge, die eigentlich zu einem normalen Alltag gehören.
“Frag nach Susan“ ist ein Roman, der abgesehen von der detaillierten Beschreibung eines normalen Arbeitstages im Nagelstudio keine Handlung aufweist. Er beschreibt zwar gesellschaftliche Phänomene wie herabsetzendes Verhalten gegenüber den unteren Schichten der Gesellschaft, vor allem Frauen oder Rassismus gegenüber Einwanderern, aber darüber hinaus passiert nicht viel. Das Ganze wird aufgelockert durch teilweise recht derbe Witze. Für mich war das Buch eher eine Enttäuschung, mit Sicherheit nicht einer der besten Romane, die ich je gelesen habe.





Ein unglücklicher Tod
von Peter Grainger
Im Auftakt der Serie geht es um den Ermittler DC Smith, der nach einer Auszeit im Zusammenhang mit einer internen Ermittlung in den Dienst zurückkehrt, obwohl es seinen Vorgesetzten lieber gewesen wäre, wenn der eigensinnige Mitarbeiter, der immer wieder aneckt, endlich in Rente gehen würde. Man überträgt ihm einen Routinefall, den er lediglich zum Abschluss bringen soll. Der 17jährige Wayne Fletcher ertrank beim Baden mit Freunden in einem Fluss in Kings Lake in der Grafschaft Norfolk. Sein Tod gilt als Unfall. Unterstützt wird Smith von dem jungen Assistenten Christopher Waters. Doch bald stößt Smith auf erste Ungereimtheiten wie zum Beispiel unerklärliche Kopfverletzungen und widersprüchliche Zeugenaussagen. Was hat es mit dem verschwundenen Kanu auf sich, das auf dem Fluss gesichtet wurde?
Zusammen mit dem ehrgeizigen Auszubildenden Waters ermittelt Smith akribisch und riskiert so manchen nicht autorisierten Alleingang. Seine unorthodoxen Methoden könnten ihn erneut in Schwierigkeiten bringen. Die Ermittlungen gehen langsam voran, bestätigen aber, dass es sich keineswegs um einen einfachen Badeunfall handelt. Am Ende ist alles anders als vermutet.
Mich hat der ruhig erzählte Roman auch wegen der sorgfältigen Charakterisierung der Figuren und der Beschreibung der Landschaft von Norfolk überzeugt. Mir gefällt, dass es keine blutrünstige Gewaltorgie ist, sondern der Schwerpunkt auf anderen Aspekten eines Krimis liegt. Es wird nicht das letzte Buch des mir bisher unbekannten Autors bleiben, dessen 23 Romane mit großem Erfolg zunächst im Selbstverlag erschienen und nun erneut von englischen und amerikanischen Verlagen veröffentlicht und erstmals übersetzt werden.





Das habe ich wegen dir getan
von John Lanchester
Im Mittelpunkt von John Lanchesters neuem Roman steht das Ehepaar Jack und Kate Mittlestone. Sie sind seit Jahrzehnten glücklich verheiratet und leben in London. Jack ist Architekt, Kate eine ehemalige Lehrerin. Dann stirbt Jack plötzlich. In ihrer tiefen Trauer sucht Kate Trost in ihrem Lesekreis. Dort schwärmen alle von der neuen Streaming-Serie “Betrug“, erzählen einzelne Szenen und zitieren aus den Filmen. Kate ist zutiefst entsetzt, weil jemand ihre Ehe mit intimen Szenen und zahllosen peinlichen Details zu einer Fernsehserie verarbeitet hat. Wie kann Phoebe Mull, die Autorin des Drehbuchs, das alles wissen? Kate vermutet zunächst, dass ihr geliebter Ehemann ihr untreu war, und mit seinen Geliebten dieselben Dinge getan und dieselben Sprüche von sich gegeben hat. Dann beginnt sie Nachforschungen anzustellen und findet mit Hilfe eines technisch versierten Freundes eine andere Erklärung. Kate plant erfolgreich eine grausame Rache, bei der sie keine Grenzen kennt.
Der Roman ist zugleich Rachekomödie und Gesellschaftssatire, die die Boomer und die Millennials zu erbitterten Gegnern werden lässt, aber es ist nicht alles komisch. Vieles ist fies und grausam und ziemlich düster. Mir hat der wendungsreiche Roman trotz einiger Längen gefallen, auch wenn einige Episoden nicht besonders plausibel und teilweise vorhersehbar sind. Gelungen finde ich, dass die Kontrahentinnen Kate und Phoebe ihre Geschichte aus ihrer jeweiligen Perspektive erzählen. Das alles ist nicht leicht zu lesen, aber lesenswert.





Alleinruhelage
von Eva Menasse
Im Mittelpunkt von Eva Menasses neuem Roman “Alleinruhelage“ steht eine Frau, die aus Wien stammt, lange in Berlin gelebt hat und mit ihrem Mann ein Wochenendhaus in Vogelsang in Vorpommern kauft. Nach dem Scheitern ihrer Ehe lässt sie das Haus von zwei sehr geschickten Handwerkern aus Polen und Moldawien renovieren, um es im Anschluss zu verkaufen. Dann überlegt sie es sich noch einmal anders und behält es weitere zehn Jahres. Nach gut zwanzig Jahren teilt sie dem Haus mit "Haus, ich verkaufe dich" (S. 209).
In dem Roman geht es um Deutschland in der Nachwendezeit, die Spannungen zwischen Ossis und Wessis, die grundsätzliche Schwierigkeit, als Fremde von einer Dorfgemeinschaft akzeptiert zu werden und natürlich um die zunächst glückliche, später scheiternde Ehe und neue, vorübergehende Beziehungen. Erschwert wir die Lektüre durch die Tatsache, dass die meisten Personen keine Namen haben, wobei Onkel Walter kein Verwandter ist, sondern ein Freund des Vaters der namenlosen Ich-Erzählerin und seine Frau Hüpfi natürlich nicht Hüpfi heißt. Die einzelnen Episoden der Geschichte sind weder personell noch zeitlich exakt zuzuordnen, was die Lektüre zusätzlich erschwert. Thematisch ist der Roman dabei durchaus interessant, weil er sich mit den Themen Heimat und Fremdheit befasst und anschaulich darstellt, dass man manchmal einen Schlussstrich unter Vergangenes ziehen und einen Neuanfang wagen muss. Für mich war der Roman zu verworren, um mich zu begeistern. An "Dunkelblum" kommt er n meinen Augen nicht heran. Schade.





Querfeldein
von Alex Capus
Die Geschichte spielt in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in der Schweiz. Ein Junge namens Arnold übt viele verschiedene Tätigkeiten aus und zwar nie länger als 100 Tage. Auf diese Weise will er das unvermeidliche Hamsterrad vermeiden und ein interessanteres Leben führen. Dann gewinnt er beim Glücksspiel eine große Summe Geld und kauft sich in einem Ort in der Nähe der Grenze zu Deutschland ein Grundstück mit einem Haus. Daraus wird ein Gasthof, den er über viele Jahre führt. Eines Tages reitet eine junge Frau namens Betty in das Dorf. Die beiden verlieben sich und heiraten. Sie bekommen acht Kinder. Betty ist eine begeisterte Pferdezüchterin. Sie lässt sich von niemandem etwas vorschreiben, und auch Arnold weiß lange Zeit nicht viel über sie. Die älteste Tochter Clara kommt ganz nach ihrer Mutter, ist eigensinnig und ausgesprochen exzentrisch. Probleme für ihre Familie und das Dorf gibt es, als sich Clara in den Schmuggler Hermann verliebt, der Kaffee und Zucker über die Grenze schafft. Seine Aktivitäten bleiben nicht unentdeckt, und eines Tages im Jahr 1933 kommen nationalsozialistische Grenzbeamte über die Grenze und entführen Hermann nach Deutschland. Das ganze Dort setzt sich für den Entführten ein, um ihn auf Schweizer Boden zurückzuholen.
Es ist eine ungewöhnliche, auf Tatsachen basierende Geschichte mit interessanten Charakteren, die ich sehr gern gelesen habe. Ich kenne und schätze den Autor seit Jahren und empfehle den neuen Roman auch wegen seiner sprachlichen Qualität.





Deine Zeit wird kommen
von Carl-Johan Vallgren
Vallgrens mit dem schwedischen Krimipreis ausgezeichneter Roman spielt im Jahr 1993 im ländlichen Falkenberg. Ein junger Mann namens Ove findet die Leiche eines jungen Mädchens in einem Bach in einem Waldgebiet. Das lange nicht zu identifizierende Opfer ist kahlgeschoren, stark unternährt und weist Spuren von Fesselungen auf. Kommissar Björling, sein Mitarbeiter Hakansson und seine Kollegin Johanna aus Stockholm brauchen lange, um die Identität des Mädchens zu klären. Dann verschwindet Björlings 17jährige Tochter Malin spurlos. Sie war alles, was Björling nach dem Tod seiner geliebten Frau Maria ein Jahr zuvor noch blieb. Nun muss er befürchten, dass auch sie ein Opfer des unbekannten Mörders wurde. Auch seine Kollegin ist durch ihr Leben mit einer alkoholabhängigen Mutter und eine Gewalterfahrung in der Jugend noch immer traumatisiert und hat Schuldgefühle, weil sie ihre jüngere Schwester Ellinor nicht wirksam beschützen konnte. Die Polizei folgt verschiedenen Spuren – lange ohne Ergebnis.
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, u.a. der Sicht des Opfers. Auf diese Weise erfährt der Leser mehr und früher, was dem Mädchen widerfährt, vor allem, dass sie noch lebt, als alle sie längst für tot halten. Das nimmt dem Thriller meiner Meinung nach etwas von der Spannung, macht aber auch das Leiden des Opfers stärker nachvollziehbar. Björlings Verlusterfahrungen führen zu seinem völligen Zusammenbruch und äußern sich auch darin, dass er immer wieder halluziniert und scheinbar Selbstgespräche führt, wenn er glaubt, seine verstorbene Frau vor sich zu sehen. Die intensive Beschäftigung mit dem Thema Trauer und Verlust ist in meinen Augen jedoch kein Nachteil, sondern der detaillierten Darstellung von exzessiver Gewalt allemal vorzuziehen. Vallgrens Roman hat die Auszeichnung meiner Ansicht nach auf jeden Fall verdient.





Sommerhaus
von Rachel Joyce
Im neuen Roman von Rachel Joyce geht es um den bekannten Maler Victor Kemp genannt Vic und seine Familie. Die Mutter ist früh verstorben, und die vier Kinder haben sich mehr oder weniger allein aufgezogen. Dem sehr egozentrischen Vic ging es immer in erster Linie um seine Malerei. Er ist inzwischen 76, seine Kinder Netta, Susan, Gustav genannt Goose und Iris zwischen 32 und 40. Eines Tages bestellt er sie in ein Londoner Lokal, um ihnen mitzuteilen, dass er sich in die 27jährige Bella-Mae verliebt hat und sie heiraten wird. Die Hochzeit findet kurz darauf in Italien statt, und er lädt seine Kinder nicht ein. Wenig später ertrinkt er beim Schwimmen im Lago d´Orta, was umso erstaunlicher ist, als er den See seit Jahrzehnten sehr gut kannte, denn dort liegt die Villa Carlotta, wo die Familie immer die Sommer verbrachte. Seine Kinder verdächtigen seine unbekannte neue Ehefrau, etwas mit seinem Tod zu tun zu haben und rechnen mit Streitigkeiten um das Erbe. Sie fahren nach Italien, um Nachforschungen anzustellen und den Leichnam ihres Vaters nach England bringen zu lassen. Die Gespräche mit der Polizei und eine Obduktion ergeben keine neuen Erkenntnisse. Vor allem finden sie kein Testament und auch nicht das unbekannte Meisterwerk ihres Vaters, das er in der Villa fertigstellen wollte. Auch für Bella-Maes Schuld haben sie keine Beweise. In diesen Tagen verändert sich das Verhältnis der Geschwister zueinander grundlegend. Alle Arten von verdrängten Konflikten kommen ans Licht sowie wichtige Aspekte ihres Lebens, die sie vor den anderen geheim gehalten haben. Die Familie bricht auseinander.
Der Roman schildert nicht nur ausführlich, was dieser Familie widerfährt, sondern auch die Welt der Kunst und Landschaft und Klima am Lago d´Orta. Durch die zunächst ungeklärten Todesumstände von Vic Kemp kommen Krimielemente hinzu, wodurch es in der zweiten Hälfte etwas spannender wird, denn dieser Roman ist trotz der interessanten Thematik leider nicht frei von Längen. Insgesamt hat mir das Buch wegen der Charaktere und der gelungenen sprachlichen Qualität dennoch gefallen.





Truck It!
von Bobby Bolton
Bobby Bolton, 30 ist psychisch und finanziell am Ende. Seine Freundin hat nach elf Jahren die Beziehung beendet, und seine Firma ist bankrott. Er gibt jedoch nicht auf, verkauft alles, was er noch besitzt und kauft einen riesigen alten Lastwagen, den er umbaut und für eine Weltreise von England bis Australien umrüstet. Dann macht er sich mit seinem geliebten Labrador Red auf den Weg. In Südfrankreich lernt er die Französin Marie mit ihrer weißen Hündin Rubia kennen. Sie wird ihn auf der Weltreise begleiten und seine neue Liebe werden.
Bobby erzählt eine Geschichte voller Abenteuer, von Begegnungen mit fremden Menschen, die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft zeigen und bei einer geteilten Mahlzeit schnell zu Freunden werden, von technischen Problemen mit dem Laster und Gefahren und Schwierigkeiten bei den Grenzüberquerungen vor allem in Asien. Bobby und Marie verlieren nicht den Mut, geben niemals auf. Sein ungewöhnlicher, humorvoller Reisebericht ist als Buch ein Erfolg und hat ihm auch auf You-Tube viele Follower eingebracht. Er vermittelt uns die Botschaft, dass ein Neuanfang auch in einer scheinbar ausweglosen Situation möglich und es auf jeden Fall lohnend ist, ihn zu versuchen. Sehr gelungen ist die Darstellung der zahlreichen, mit Fremden geteilten Mahlzeiten, die zeigt, dass gemeinsames Essen nicht nur Nahrungsaufnahme ist, sondern Bindungen schafft. Bobbys Abenteuerreise verändert ihn grundlegend. Ein Buch, dass mit seiner positiven Botschaft eine optimistische Sicht auf das Leben vermittelt.





Ein unheimlich guter Mensch
von Kirsten King
Lillian O´Malley, Ende 20, ist seit vier Monaten mit dem charmanten Henry Davis zusammen und glaubt, dass er das Potential für eine dauerhafte Beziehung hat. Sie versucht, ihrem Partner zu gefallen und lässt alles mit sich machen, was Henry will. Henry ist jedoch nicht daran interessiert, aus der „situationship“ eine „relationship“ zu machen und serviert sie überraschend ab. Lillian betrinkt sich und beschließt, sich zu rächen. Sie belegt ihn mit einem im Internat gefundenen Schadenzauber. Wenig später wird Henry erstochen aufgefunden. Für die Polizei ist sie dringend tatverdächtig, und sie hat kein solides Alibi. Weil sie mehrfach verhört wird, nimmt sie sich einen Anwalt. Dann findet Lillian heraus, dass Henry seit 10 Jahren in einer festen Beziehung war. Sie trifft Nora und spricht mit ihr. Lillian versucht herauszufinden, wer Henry umgebracht hat und warum. Sie steckt in Schwierigkeiten, auch an Ihrem Arbeitsplatz in einer Marketing Firma und gerät mit ihrer Vorgesetzten Candice aneinander.
Kirsten Kings Debütroman liest sich zügig. Ich fand ihn allerdings nicht so witzig, wie in vielen Kommentaren behauptet. Der Roman hat eine Protagonistin, mit der man sich wohl kaum identifizieren kann. Lillian ist egozentrisch und narzisstisch, hält sich für einen unheimlich guten Menschen und erwartet, dass alle Welt sie liebt und bewundert. Manches an ihrem Verhalten ist ausgesprochen abstoßend. Mich stören auch etliche recht derbe Stellen und die Darstellung von Henrys sexuell übergriffigem Verhalten, das nicht kommentiert oder und erst recht nicht kritisiert wird. Deshalb spreche ich keine absolute Leseempfehlung aus.





In den Fängen der Verräter
von Tuomas Oskari
Der ehemalige finnische Ministerpräsiden Leo Koski lebt inzwischen in den USA und zieht dort seine Tochter Daniela, 3 allein auf. Eines Tages wird Daniela entführt, und er kann sie nur retten, wenn er sein Land verrät. Die Russen erpressen ihn, damit er dafür sorgt, dass die Vereinigten Staaten die NATO verlassen. Er wird ins Weiße Haus eingeladen, wo Präsident Chester Tyler vor seinen Augen vergiftet zusammenbricht. Koski gehört neben der mit ihm befreundeten Journalistin Ashley Pegula zu den Hauptverdächtigen. Es gelingt ihm, aus dem bewachten Gebäude zu entkommen, und er flieht, um sich einer Festnahme zu entziehen und weiter alles für die Freilassung seiner geliebten Tochter zu tun. CIA, FBI, der Sicherheitsapparat des Weißen Hauses und ausländische Geheimdienste beeinflussen das wendungsreiche Geschehen dieses Thrillers, der teilweise so kompliziert konstruiert ist, dass man als Leser kaum noch folgen kann.
Der spannende Thriller über Loyalität, persönliche Verantwortung und die gefährdete Freiheit ist ausgesprochen aktuell, ist doch die Figur des Präsidenten in enger Anlehnung an Donald Trump mit seinem Credo „America First“ und seinen Bestrebungen gestaltet, sich aus der beschützenden Rolle der NATO mit ihrer Verpflichtung zum Beistand für bedrohte Mitgliedsstaaten zurückzuziehen. Ich kenne die beiden ersten Romane der Serie nicht, finde aber die Figur des Leo Koski im Zwiespalt zwischen persönlicher Moral und den Belangen seiner Familie und der Verantwortung für die Allgemeinheit, vor allem für Finnland und die durch einen Natoaustritt ebenfalls bedrohten baltischen Staaten sehr gelungen.
Ein lesenswerter, realitätsnaher Thriller.









