Kundenrezensionen von Tara





In ihrem Buch "Eine winzige Lüge" greift die Autorin Astrid Korten ein sensibles Thema auf und verpackt dieses in einen spannenden Roman, der sich nur schwer wieder aus der Hand legen lässt, wenn man einmal angefangen hat zu lesen.
Martina Wagner ist alles andere als leichtgläubig. Auch bei ihrer Tochter Julia fällt es ihr schwer ihr vertrauen zu schenken, da Julia von klein auf eine lebendige Fantasie hatte. Als sie ihr anvertraut, dass sie über Jahre von ihrem Stiefvater Alex missbraucht wurde, beginnt Martinas Welt zu wanken. Zunächst wehrt sie sich gegen die Wahrheit, beginnt aber dann nachzuforschen und stößt dabei auf Geheimnisse und Lügen, die mich beim Lesen dazu gebracht haben die Luft anzuhalten.
Der Schreibstil von Astrid Korten ist durchweg fesselnd und spannend. Sie beginnt im Alltag der Protagonisten und holt einen damit direkt auf den ersten Seiten ab. Im Anschluss hat mich die Geschichte bis zum Ende nicht mehr losgelassen.
Hier werden sensible Themen, die gerne verschwiegen werden und die niemand in seiner Familie erleben möchte, behutsam und feinfühlig aufgegriffen.
Martinas inneren Zwiespalt und ihre Zerrissenheit konnte ich sehr gut nachvollziehen.
Durch Perspektivwechsel bekommt die Handlung noch mehr Tiefe. Die Charaktere sind facettenreich, vielschichtig, nicht immer leicht zu durchschauen aber gerade auch dadurch sehr authentisch.
Dieser spannungsgeladene Roman berührt und geht unter die Haut. Dass es kurz vor Ende nochmals eine Wendung gibt, hat mich – obwohl ich bei Astrid Korten wirklich damit rechnen konnte – überrascht.
Mich hat dieses Buch zum Nachdenken angeregt und es wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, von daher kann ich es sehr empfehlen.





Keine Angst, Darling
von Vera Buck
„Keine Angst, Darling“ ist ein beklemmender Psychothriller der in der Schweiz lebenden Autorin Vera Buck.
Lea Graves hat es geschafft. Sie lebt mit ihrem Mann Matt und ihrer Tochter in der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida. Aber bereits im Prolog wird deutlich, dass in dieser Gegend nicht alles so perfekt ist, wie es aus der Ferne zu sein scheint. Im Anschluss folgt ein Tagebucheintrag von Lea, der dies ebenfalls verdeutlicht.
Bisher hat Lea ihr scheinbar makelloses Leben - als Hausfrau, Mutter und Ehefrau wie in den 50er-Jahren - auf Social Media präsentiert, aber dort ist es still geworden. Es gab keine neuen Beiträge von ihr. Ihre Schwester Paula sorgt sich und beschließt, von Deutschland nach Florida zu reisen, um nach ihr zu sehen. Matt behauptet, dass Lea in einem Retreat sei, aber Paula lässt die Situation keine Ruhe. Sie beginnt damit Nachforschungen anzustellen und es wird für sie gefährlich.
Die Handlung wird im Wechsel aus Leas und Paulas Perspektive dargestellt. Außerdem gibt es Social-Media- und Tagebuch-Einschübe, wodurch sich alles sehr abwechslungsreich liest.
Für mich war es zunächst schwer vorstellbar, dass sich eine Frau freiwillig in das Rollenbild der 1950er Jahre begibt. Während des Lesens wird deutlich wie es dazu kommt und was dahintersteckt.
Thematisch greift Vera Buck in diesem Zusammenhang eine Menge aktueller Themen auf, die unter die Haut gehen. So sehr wir uns auch Gleichberechtigung wünschen und obwohl sich in dieser Richtung auch schon eine Menge getan hat, gibt es noch reichlich Luft nach oben.
Es geht hier nicht nur um Tradewives, sondern auch um Manipulation, Kontrolle, häusliche Gewalt, Schweigen und vieles mehr.
Mich hat dieser gesellschaftlich relevante Thriller von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und ich empfehle ihn gerne weiter.





FIVE - Das Ticken der Zeit
von Ilona Bannister
„FIVE - Das Ticken der Zeit“ ist ein außergewöhnlicher Thriller der in London lebenden Autorin Ilona Bannister.
Fünf Menschen stehen vollkommen unabhängig voneinander an einem Londoner Bahnsteig und warten auf den Zug. Da ist Emma mit ihrem sechsjährigen, verhaltensgestörten Sohn Gideon, der Geschäftsmann Liam, die Wissenschaftlerin Mrs Worth und der labile Sonny. Einer von ihnen wird die Ankunft nicht überleben.
Jeder der Charaktere bringt seine eigene Vergangenheit mit sich, die nach und nach aufgedeckt wird, während die Uhr tickt.
Bereits auf den ersten Seiten wird eine enorme Spannung aufgebaut. Man spürt, wie die Zeit verrinnt, alles wird minutiös geschildert. Dadurch entsteht eine unglaubliche Unruhe, regelrechte Hektik, die mich gepackt hat und dafür sorgte, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte.
Mit ihren fünf Protagonisten hat Ilona Bannister interessante Charaktere erschaffen, die durch ihre Geheimnisse und Vergangenheit nicht unbedingt sympathisch wirken. Sie spielt mit der Zeit. Fünf Minuten sind kurz, aber in diesen fünf ereignet sich unglaublich viel, so dass trotz der präzisen Beschreibungen keine Längen entstehen.
Dieser Thriller ist wirklich außergewöhnlich, da zum einen der Schwerpunkt auf den Schicksalen der Protagonisten liegt und zum andern klar ist, was passiert, aber unklar wie es dazu kommt und wen es trifft.
Mit ihrem Nachwort rundet die Autorin ihren Thriller gelungen ab, da sie nochmals interessante Einblicke in die menschliche Psyche, Entstehung von Traumata und die Informationen zur britischen Bahn gibt, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Mich hat dieser Thriller begeistert, da er erfrischend anders war als das, was ich sonst lese.





Alleinruhelage
von Eva Menasse
„Alleinruhelage“ ist ein kluger Roman der in Berlin lebenden Autorin Eva Menasse
„Haus, ich verkaufe dich“, mit diesem Satz der Protagonistin und Ich-Erzählerin startet die Handlung. Ein Haus, das Zeuge ihres Lebens ist, in dem sie mit ihren Kindern und ihrem Mann ihre Ferien mit guten und schlechten Tagen verbracht hat, das aber seit dem Aus der Ehe leer steht und verkommt. Es ist nicht das erste Mal, dass sie verkaufen möchte, aber dieses Mal soll es wirklich so sein.
Alleine könnte die Protagonistin das Haus niemals in einen wohnlichen Zustand versetzen, aber sie hat Glück und bekommt Hilfe von dem polnischen Handwerker Bolek und der polnischen Putzfrau Alla.
Der Schreibstil von Eva Menasse ist ruhig und atmosphärisch. Die Stimmung der Datschensiedlung in Vorpommern wird gut vermittelt.
Zudem erfährt man viel aus dem ostdeutschen Sprach- und Kulturraum.
Es ist ein vielschichtiger Roman mit sympathischen Protagonisten, der mich zum Lachen gebracht und auch nachdenklich gemacht hat. Besonders amüsant fand ich dabei Alla und Bolek, die mich mit ihren liebenswerten Satzkonstruktionen immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben.
Ich bin der Ich-Erzählerin gerne durch die Erinnerungen gefolgt und konnte sowohl ihre Gedanken als auch ihre Gefühle gut nachvollziehen.
Thematisch spricht die Autorin diverse Alltagsthemen an, in denen sich jede*r Leser*in irgendwo wiederfinden kann. Zwischen melancholischen und amüsanten Themen geht es um Veränderungen, Abschiednehmen, Neuanfang, Heimat, Fremde, Zugehörigkeit, Identität und vieles mehr.
Mich hat dieser vielschichtige Roman nachdenklich zurückgelassen.
Er zeigt, wie sich das Leben verändern kann und dass Einschnitte manchmal einen Neustart einfordern, um sein altes Leben loszulassen. Für mich ist „Alleinruhelage“ eine lohnende Lektüre, die durch ihre Authentizität noch lange nachhallt.





Die Schönheit der Distanz
von Nao-Cola Yamazaki
"Die Schönheit der Distanz" ist ein berührender, tiefgründiger Roman der japanischen Autorin Nao-Cola Yamazaki.
Die Ehefrau des Protagonisten ist krank und wird nicht mehr lange leben. Ihm ist es wichtig, die ihnen verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Er lässt sich von der Arbeit freistellen und besucht seine Frau jeden Tag im Krankenhaus.
Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und klar. Sie greift hier ein wichtiges gesellschaftliches Thema auf. Nach dem Tod seines Partners darf man sich eine Auszeit nehmen und trauern, aber die Zeit, um die letzten Tage und Stunden zu teilen, ist dafür nicht vorgesehen.
Obwohl der Ich-Erzähler seine Liebe zu seiner Frau in vielen kleinen sehr warmherzigen Gesten zeigt, fand ich ihn schwer zu greifen, da sowohl er als auch seine Frau namenlos bleiben. Dennoch mochte ich den respektvollen und geduldigen Umgang, den er mit seiner Frau in dieser schwierige Situation an den Tag legt und bin seinen Erinnerungen gerne gefolgt.
Es ist ein kurzes – gerade einmal 160 Seiten starkes – Buch, das mich emotional sehr berührt und nachdenklich gemacht hat, da es ein Thema anspricht, das jeden von uns trifft.





Die Bernsteinfischerin
von Lisa Quentin
„Die Bernsteinfischerin“ ist ein berührender Roman, der in Lübeck lebenden Autorin Lisa Quentin.
Die 26-jährige Julika geht in ihrer Arbeit als Paläontologin - Bernsteinforscherin mit dem Spezialgebiet Insekteneinschlüsse - voll auf. Zusätzlich kümmert sie sich aufopferungsvoll um ihre kranke Mutter. Ein ungewöhnlicher Einschluss in einem Bernstein führt sie zu der 90-jährigen Ebba. Die beiden Frauen sind sehr unterschiedlich und stehen auch an vollkommen unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben. Dennoch verbindet sie mehr als es auf den ersten Blick scheint.
Die Handlung wird im Wechsel in der Gegenwart und in der Vergangenheit von Ebba – beginnend 1943 an der ostpreußischen Bernsteinküste – erzählt. Der Schreibstil von Lisa Quentin liest sich angenehm flüssig und lebendig. Sie stellt ihre Protagonistinnen authentisch dar. Beide Frauen haben kein einfaches Leben, streben nach Selbstverwirklichung und sorgen sich um ihre Liebsten.
Mir sind Ebba und Julika im Verlauf der Handlung sehr ans Herz gewachsen. Man wünscht den beiden nur das Beste und hofft mit ihnen, dass sich alles zum Guten wenden wird.
Die Beschreibung der Umgebung am Meer hat mir besonders gut gefallen. Ich hatte alles direkt vor Augen und konnte die Atmosphäre spüren, so dass ich direkt richtige Sehnsucht nach dem Meer bekommen habe. Auch die wissenschaftlichen Informationen rund um Bernstein habe ich nur so in mich aufgesaugt und mich dadurch an Urlaube an der Ostsee zurückerinnert, in denen ich selbst – leider erfolglos – nach Bernstein gesucht habe.
Es ist ein atmosphärischer und bewegender Roman über das Leben zweier Frauen, der unterhält und berührt. Ich werde ihn sicherlich noch lange in Erinnerung behalten.





Der Prätorianer
von Tobias Bukkehave
„Der Prätorianer“ ist der Auftakt einer spannenden Thrillerreihe von dem dänischen Autor Tobias Bukkehave.
Direkt zu Beginn werden die eigenwillige Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West zu einem Einsatz gerufen, der deutlich macht, dass das Buch nichts für schwache Nerven ist. Dieser Einsatz ist allerdings nichts im Gegensatz zu dem, was danach kommt. Bei dem nächsten Tatort handelt es sich um eine Trafostation, in der eine brutal zugerichtete Leiche kunstvoll inszeniert wurde. Schnell wird klar, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, da es weitere Tote gibt, die ähnlich grausam zugerichtet wurden.
Tobias Bukkehave nimmt sich Zeit, seine Protagonisten einzuführen. So habe ich schnell ein gutes Bild von Sara und Janus erhalten, aber auch von Saras Bruder Adam, der als Profiler zu den Fällen hinzugezogen wird. Ihre Zusammenarbeit gefiel mir sehr, da ich ihre Ansätze und Vorgehensweise nachvollziehbar fand.
Die Spannung ist von Beginn an hoch. Der Mörder arbeitet mit lateinischen Inschriften und Symbolen aus der Zeit des römischen Kaisers. Christian Levin, der Vater von Sara und Adam sitzt als verurteilter Serienmörder im Gefängnis und wird aufgrund seiner Kenntnisse in dieser Thematik zu dem Fall hinzugezogen.
Die kunstvoll inszenierten Ritualmorde, die damit verbundenen Bezüge zur römischen Antike, tiefe Blicke in psychologische Abgründe und die persönlichen Verhältnisse in der Familie Levin sorgen für ein ganz besonderes Thrillererlebnis, da durchgehend die Frage im Raum schwebt, ob die Vergangenheit der Levins etwas mit den aktuellen Ereignissen zu tun hat.
Da die Grausamkeiten des Mörders sehr detailliert geschildert werden und der Autor dafür sorgt, dass zwangsläufig ein wildes Kopfkino entsteht, muss man wirklich starke Nerven haben.
Wer Spannung in eisiger Atmosphäre mag und gerne in menschliche Abgründe blickt, der liegt mit diesem Thriller richtig.





Der Einsiedlersommer
von Anne Sverdrup-Thygeson
„Der Einsiedlersommer“ ist der Debütroman der norwegischen Autorin, Biologin und Professorin für Naturschutzbiologie Anne Sverdrup-Thygeson.
Die 33-jährige Biologin Eva hat sich nach einem schweren Verlust aus Oslo gemeinsam mit ihrem Hund Orca nach Vestfold zurückgezogen. Dort will sie den in Europa nahezu ausgestorbenen Eremitenkäfer aufspüren. Ihr Partner Eirik ist in Oslo geblieben und verletzt, dass Eva den Sommer ohne ihn verbringen will und nichts von ihren Plänen erzählt hat.
In Vestfold trifft Eva auf die 76-jährige Einsiedlerin Olga. Ein Bergbauunternehmen will auf ihrem Grundstück einen Steinbruch einrichten. Olga sieht dadurch die Erinnerungen an ihre Familie bedroht und will dies verhindern. Ausgerechnet auf ihrem Grundstück stehen auch die ältesten Eichen, bei denen Eva den Käfer vermutet.
Mit Eva und Olga hat die Autorin zwei sehr unterschiedliche Protagonistinnen erschaffen. Eva ist aufgeschlossen, steckt voller Energie und Leben, kämpft aber gerade mit dem Verlust ihres Sohnes, der tot zur Welt gekommen ist. Sie braucht Abstand.
Olga ist eigenbrötlerisch, sehr verschlossen und hadert mit ihrer Vergangenheit. Aber eines haben die beiden Frauen gemeinsam. Beide lieben die Natur und sind bereit, sich für diese einzusetzen.
Während mir Eva auf Anhieb sympathisch war, hat es bei Olga ein wenig länger gedauert bis ich auch sie ins Herz geschlossen hatte. Die Freundschaft zwischen den beiden wächst langsam, entwickelt sich dadurch tief und intensiv.
Anhand der Protagonistinnen und den Beschreibungen der Natur merkt man hier auf jeder Seite wie wichtig auch der Autorin die Pflanzen, die Tiere und unsere Umwelt ist. Sie greift viele wichtige und aktuelle Themen auf. Es geht um das Artensterben, Naturschutz, profitgierige Unternehmen, Artenvielfalt, Klimawandel und verbindet diese mit gesellschaftlich Relevantem, so dass auch Trauer, Schmerz, Familie, das Loslassen und Heilung ihren Raum bekommen.
Der Handlungszeitraum umfasst gerade einmal drei Monate, die hier dicht und atmosphärisch beschrieben werden.
Wer die Beschreibungen der norwegischen Natur liebt, sich für aktuelle Themen interessiert, Romane über Freundschaften mag oder auch einfach nur staunen möchte wie bedeutsam ein kleiner Käfer sein kann, der liegt mit diesem Buch richtig.





Gib mir alles
von Alexandra-Maria Pipos
„Gib mir alles“ ist das Debüt der Autorin Alexandra-Maria Pipos.
Ioana steht mitten im Leben und steckt voller Energie. Im Job gibt sie alles und auch ihrer rumänischen Familie steht sie jederzeit zur Seite. Sie zahlt sogar die Dreizimmerwohnung ihrer Eltern ab. Nun ist ihr Großvater gestorben und sie fährt zu seiner Beerdigung nach Rumänien.
Während ich zu Beginn regelrecht spüren konnte, wie gestresst Ioana durch ihren Job, ihren Drang zur Selbstoptimierung und die Präsenz ihrer Familie im Hintergrund ist, ändert sich die Atmosphäre mit ihrer Reise nach Rumänien, obwohl sie sich zunächst nur schwer von ihrem Alltag lösen kann. Aber in Rumänien ist alles anders, es stehen weniger ihr Job und ihre Leistung im Vordergrund, sondern viel mehr die Familie mit ihren Traditionen, Ritualen, den internen Beziehungen und Dynamiken, die es in jeder Familie in einer anderen Form gibt.
Ioana ist eine ganz wunderbare, zielstrebige aber auch humorvolle Protagonistin, die, obwohl sie für ihren Job und dessen Erfolg brennt, ihre Familie stetig in den Vordergrund rückt.
Alexandra-Maria Pipos beschreibt hier das Leben in zahlreichen Facetten. Durch Ioanas Herkunft unterscheidet sich das Leben ihrer Familie - die stark von ihrer Vergangenheit geprägt ist - in Rumänien immens von ihrem Alltag.
Mich hat das Buch überrascht. Es hat mich nachdenklich gemacht, gezeigt, dass es nicht immer nur auf Leistung ankommt, es manchmal ganz gut ist, ein wenig Abstand zu gewinnen und ein Blick zurück die Augen öffnen kann. Ich habe aber auch eine Menge gelacht und mich in der Gegenwart von Ioanas Familie sehr wohl gefühlt, obwohl sich ihr Leben kaum mehr von meinem unterscheiden könnte.
Mein Fazit:
Es ist ein gelungenes Debüt, das Emotionen hervorruft und mitreißt.





Alles ihre Schuld
von Andrea Mara
„Alles ihre Schuld“ ist ein wirklich nervenaufreibender Thriller der in Dublin lebenden Autorin Andrea Mara.
Die Handlung beginnt im November 2018 und ist in einer guten Wohngegend in Dublin angesiedelt.
Das Ausgangsszenario klingt alltäglich. Marissas vierjähriger Sohn Milo kommt in die Schule und verständlicherweise möchte sie, dass er dort schnell Anschluss findet. Deswegen freut es sie sehr, dass Jenny, die Mutter eines Mitschülers anbietet, Milo gemeinsam mit ihrem Sohn Jacob nach der Schule zum Spielen mitzunehmen. Der Schock kommt, als Marissa Milo abholen möchte. An der angegeben Adresse sind weder Milo, noch Jacob oder dessen Mutter zu finden. Damit beginnt ein Alptraum, aus dem auch ich erst mit dem Ende des Buches wieder aufgewacht bin.
Der Schreibstil ist rasant. In 79 kurzen Kapiteln auf 448 Seiten werden die Ereignisse in wechselnden Perspektiven vorangetrieben. Dadurch habe ich schnell einen guten Einblick in die unterschiedlichen Charaktere erhalten, die allesamt sehr authentisch wirken und deren Gedankengänge ich gut nachvollziehen konnte. Weitergeholfen hat mir das allerdings nicht. Zwischendurch gibt es noch kurze interessante Einschübe aus der Vergangenheit, die einiges in neuem Licht erscheinen lassen, gleichzeitig aber auch für neue Fragezeichen in meinem Kopf gesorgt haben.
Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten geht es vorrangig um die Zeit direkt nach Milos Verschwinden. Im folgenden stehen die Ermittlungen und die Verdächtigen im Vordergrund und abschließend werden schockierende Geheimnisse enthüllt, die ich so niemals hätte vorhersehen können, die aber zu einem runden und zufriedenstellendem Ende geführt haben.
Wer nervenzereißende Spannung mag und über ausreichend Zeit verfügt, um 448 Seiten am Stück zu lesen, der sollte unbedingt zu diesem Thriller greifen. Ich bin begeistert und schon jetzt gespannt auf weitere Thriller der Autorin.








