Kundenrezensionen
bookloving
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Schleifen
von Elias Hirschl
Elias Hirschls neuer Roman "Schleifen" ist ein hochkomplexes, intellektuell höchst herausforderndes Werk von seltener Eigenwilligkeit, das geschickt zwischen Sprachtheorie, Gesellschaftssatire und absurdem Witz changiert.
Es quillt über vor originellen Einfällen, groteske Sprachspielereien, bissiger Ironie und subversiver Gesellschaftskritik. Nach seinem viel beachteten Roman Content widmet sich Hirschl nun der Sprache selbst als Grundlage von Erkenntnis Verständigung und Macht, als Instrument der Kontrolle aber auch der Rebellion. Der Roman fordert uns durch seine sprachliche Virtuosität, die labyrinthischen Gedankenschleifen und philosophischen Exkurse heraus, belohnt uns aber auch mit einer Fülle an Ideen, schwarzem Humor und gedanklicher Schärfe.
Im Mittelpunkt steht zunächst die 1936 in Wien geborene Franziska Denk, eine passionierte Sprachforscherin mit einer merkwürdigen Krankheit. Sie entwickelt die Krankheitssymptome von historischen Seuchen und Leiden bis hin zu imaginären Gebrechen, sobald sie von ihnen liest oder hört. Ihre Begegnung mit dem lernt die den Mathematiker und Logikexperten Otto Mandl im Umfeld des Wiener Kreises bildet den Ausgangspunkt für ein für ein Gedankenspiel über Zeichen, Logik und die Grenzen der Verständigung. Gemeinsam suchen sie nach einer vollkommenen, „heilenden“ Sprache, die als Kommunikationsform ohne Mehrdeutigkeit und Ansteckung durch Irrtum oder Emotion dienen soll. Was zunächst mit der allmählichen Abschaffung der Schriftsprache als ein absurdes Gedankenspiel beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem überzeichneten, dystopischen Zukunftsszenario. Diese Welt kennt keine Worte mehr, Medikamente löschen Gedanken und Emotionen und stumme Extremisten übernehmen die Macht.
Mit spürbarer Freude an gedanklicher Übertreibung entfaltet Hirschl eine bitterböse Parabel auf den Zustand moderner Gesellschaften. So führt er uns die gesellschaftliche Verflachung und den Verlust kollektiver Vernunft in einer Welt vor Augen, in der Kommunikation zwar ständig stattfindet, aber absolut bedeutungslos ist
Vom esoterischen Ministaat „Wodot“ über totalitäre Pseudoreligionen bis zu einem Regime sprachloser Fanatiker spannt sich eine Satire, die in ihrer Überzeichnung erschreckend gegenwärtig wirkt. Hirschl seziert den Kult um Selbstoptimierung, die Ersatzreligion der Kommunikation und die naive Sehnsucht nach Eindeutigkeit in einer Welt aus Rauschen. Gekonnt zeigt er mit seiner satirischen Verdichtung auf, wie moderne Sinnsuche ins Sinnlose kippt. Gleichzeitig entlarvt er die Sprache der Wissenschaft und Kunst als ein hochkomplexes System, das sich als ein intellektuelles Perpetuum mobile der Selbstbezüglichkeit.im Kreis dreht. Geschickt demonstriert der Autor in der köstlich überdrehten Kafka-Episode, wie die irrationale Lust am Überinterpretieren jede Grenze zwischen Fakt und Fiktion verwischt und Analysewut selbst zur Krankheit werden kann.
Voller sprachlicher Finessen, überbordender Kreativität und humorvoller Ideen führt Hirschl uns durch ein beeindruckendes Kaleidoskop aus überschäumenden, provokanten Gedankenexperimenten. Fiktive Quellenangaben, anagrammatische Spiegelungen, mathematisch-linguistische Rätsel, ausufernde Fußnoten sowie die wiederkehrende, den Titel widerspiegelnde Schleifen-Metapher bilden ein dichtes Netz aus subtilen Anspielungen. Die Geschichte windet sich in Schleifen, reflektiert sich selbst, widerspricht sich und schafft gerade dadurch eine faszinierende Dynamik. Trotz aller der inhaltlichen Dichte bleibt dieser anspruchsvolle Roman erstaunlich unterhaltsam, getragen von pointierter Sprache, feinem Humor und einer fast spielerischen Intelligenz, und regt darüber hinaus sehr zum Innehalten und Nachdenken an.
FAZIT
Ein brillantes, überbordendes und zugleich beunruhigendes Sprachkunstwerk über Sinn, Wahn und die Macht des Wortes – ein Roman, der fordert, manchmal überfordert, aber all jene reich belohnt, die sich auf dieses vielschichtige Leseerlebnis einlassen und bereit sind, in seine endlosen Schleifen einzutauchen.
Hans Hamedinger
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Schleifen
von Elias Hirschl
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.
»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.
Fazit: Die Menschheit mittels Sprache in eine höhere Seinsebene überführen? Ein menschlich-allzumenschlicher Versuch, der zum Scheitern verurteilt ist, auch wenn sich Kapazitäten wie Wittgenstein, Gödel oder Schlick damit beschäftigen. Und ein höchst amüsantes Unterfangen, wenn Elias Hirschl einen Roman daraus macht. Ernüchternd für die Geistesgrößen, dass ihre Geschichte und die Geschichte überhaupt in Schleifen verläuft ... Hirschl hat mit diesem Buch eine neue Ebene der Schreibkunst erklommen. Große Empfehlung!
Wolle
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Schleifen
von Elias Hirschl
In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden scheint, indem sie sich intensiv mit Sprache beschäftigt.
Der Autor stellt in seinem Roman immer wieder Theorien über Sprach aber auch über Zahlen auf, die zu Beginn sehr interessant klingen, die ein oder andere Theorie hat man sogar schon einmal gehört. Diese Theorien werden im weiteren Verlauf immer weiter vertieft und schlussendlich ad absurdum geführt. Das Sprichwort „die Katze beißt sich in den Schwanz“ würde sämtlich vorgestellte Theorien bestes auf den Punkt bringen.
Um seine Theorien zu untermauern werden zahlreiche Quellenangaben geliefert, die größtenteils erfunden sind. Zahlreiche kleine skurrile oder paradoxe Geschichten und Nebenhandlungen werden erzählt. Die darin vorkommenden Personen haben größtenteils nie existiert.
Insgesamt kann man den Roman als ein Kunstwerk der Literatur ansehen, vergleichbar mit einem modernen Gemälde, in das man unendlich viel reininterpretieren kann oder auch nichts, indem man vor lauter Farben und Formen nichts mehr ausmachen kann.
Der Roman besteht aus vielen, anfänglich klugen, Theorien, die ich zunächst auch interessiert zur Kenntnis genommen habe. Mit zunehmender Ausdifferenzierung wurde das Lesen jedoch immer schwieriger. Da sich das Schema über fast 400 mehr oder weniger wiederholt, gestaltet sich das Lesen des Romans zunehmend schleppend. Der Autor hat mit seinem Werk jedoch etwas Einzigartiges geschaffen. Das Buch zeugt von großer Kreativität und anspruchsvollen Gedankenspielen, die bis ins Äußerste getrieben werden. Sicher kein Buch für jeden und auch keine Lektüre zum Entspannen.
Kwinsu
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Schleifen
von Elias Hirschl
Es fällt mir schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Was für ein wilder Ritt, den uns Elias Hirschl hier liefert! "Schleifen" ist höchst fordernd, das Buch zu lesen braucht Zeit, Geduld und freie Gehirnwindungen, die bereit sind ordentlich mit Geistesergüssen durchgespült zu werden!
Ich bin fasziniert, was für eine Ideenvielfalt Hirschl in sich hat. Das für mich treffendste Wort "fantastisch" fällt mir hierzu ein - in seiner vielfältigen Bedeutung. Fantastisch, weil viele verrückte Ideen den Roman durchdringen; fantastisch, weil die sprachliche Ebene komplex, eloquent und durchtrieben zugleich ist; fantastisch, weil man - je tiefer man in den Roman eintaucht, Fiktion von Historischem kaum mehr auseinanderhalten mag; fantastisch, dass Sprache, Weltherrschaftwille, Mathematik und Philosophie sich hier so unzertrennlich ineinander fügen; fantastisch, weil man so etwas Spezielles erst einmal zustande bringen muss.
Die Rahmenhandlung webt sich um Franziska Denk und Otto Mandl. Franziska leidet unter einer speziellen Unannehmlichkeit: sobald sie von irgendeiner Krankheit erfährt - durch lesen oder wenn jemand davon erzählt - spürt sie sogleich deren Symptome. Durch Sprache versucht sie sie zu beherrschen und zu heilen. Irgendwann lernt sie den Mathematiker Otto Mandl kennen und mit ihm gemeinsam will sie die Welt verändern - ganz im Sinne ihrer wohl größten Leidenschaft: der Sprache.
Hier von einer im Zentrum stehenden Geschichte zu sprechen, trifft den Inhalt des Buches nicht. Vielmehr ist die Sprache selbst Protagonistin, sie (be-)herrscht (über) jene, die sie bändigen wollen. Und der Kaiser über alledem ist der Autor selbst. Unfassbar wie es ihm gelingt, tausende Ideen, tausende Fantasmen und schwer identifizierbares Historisches in ein so stimmiges Werk zu packen. Am Ende, nein, auch immer wieder mittendrin, ist man erschöpft, ringt nach Luft, braucht eine Pause, um sich schlussendlich gewahr zu werden: die Schleifen und das Schleifen spielen in einer extra Liga. Und für einen kurzen Moment durften wir an diesem Wunderwerk teilhaben.
hyakinthos
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Schleifen
von Elias Hirschl
Der Roman „Schleifen“ von Elias Hirschl ist alles andere als konventionell. Ausgehend von der ungewöhnlichen Idee einer jungen Frau, die Krankheiten entwickelt, sobald sie von ihnen hört, entfaltet sich ein ebenso kluges wie radikales Spiel mit Sprache und Denken. Franziska Denk und der Mathematiker Otto Mandl geraten dabei in ein Geflecht aus Sprachsystemen und Gedankenkonstruktionen, das sich zunehmend verselbstständigt.
Was als originelle Prämisse beginnt, weitet sich zu einem vielschichtigen Experiment aus: Sprachwissenschaft, Philosophie und Mathematik überlagern sich, ernsthafte Reflexion steht neben ironischer Brechung. Manche Passagen (insbesondere die mathematischen) fordern Geduld, doch gerade diese intellektuelle Reibung macht den Reiz des Romans aus.
Der Titel ist dabei Programm: Motive kehren wieder, verschieben sich, kreisen umeinander. Es entsteht ein Text, der weniger geradlinig erzählt als vielmehr Denkbewegungen nachzeichnet.
Nicht jede*r Leser*in wird sich auf dieses Spiel einlassen wollen. Doch wer Freude an Sprachreflexion, theoretischen Gedankenspielen und literarischer Grenzüberschreitung hat, wird hier fündig. Ich persönlich habe das Buch als Sprachliebhaber besonders geschätzt; vor allem die Fragen nach der Wirkmacht von Sprache und der Idee einer „perfekten“ Ausdrucksform haben mich nachhaltig beeindruckt.
„Schleifen“ ist eigenwillig und unverkennbar: ein Roman, der nicht alles erklärt, aber lange nachhallt.
Bockonia
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Schleifen
von Elias Hirschl
Die Geschichte beginnt, mit einer interessanten Handlung und zwei Menschen, die sich gefunden haben, um auf eine Mission zu gehen. Franzisca Denk bekommt Krankheiten, nur allein, weil sie davon liest. Eine perfekte neu kreierte Sprache, die allen nur gut tut, das soll es deshalb sein und Otto Mandl, ein anerkannter Mathematiker, will sich mit ihr auf den Weg machen, diese zu schaffen. Das hat schon eine gewisse Faszination und es ist ziemlich spannend, was aus diesem Ansatz für eine Geschichte entsteht. Und es wird tatsächlich kreativ. Der Autor schüttet sein Füllhorn an unendlicher Belesenheit und Bildung über seine Leser aus und lässt es geschehen, das wilde Ausleben, was Sprache so alles kann. Das ist erst einmal ziemlich prickelnd und man lässt sich gerne mitnehmen auf diesen Trip. Grenzen sehr weit zu ziehen, sich ihrer gar zu entledigen, im Namen der Literatur, als Kunst, gerne doch. Denn das Besondere, eigentlich gibt es zu wenig davon.
Und man versucht lange mitzuhalten, das Überdehnte zu überlesen, den Spaß zu sehen, wo es nur geht. Aber irgendwann ist es einfach zu viel und geht ins Abstruse über, ohne noch wirklich den Zusammenhang bzw. einen irgendwie gearteten Sinn erkennen so lassen.
Dieses Buch, es funktioniert nicht in Bewertungskategorien. Und ich will ihm nichts Schlechtes und wünsche ihm nur Gutes dabei, begeisterte Leser zu finden, die unermüdlich genug sind, dies hier zusammen mit dem Autor in vollem Umfang durchzuziehen.
Aber wenn einem die Puste schon vorher ein bisschen ausgeht, kann durchaus passieren, kein Problem. Mir ging es genauso.
Trotzdem ein toller Kreativer auf neuen Pfaden. Was immer als nächstes kommt, ich bin gespannt darauf und lasse mich gerne wieder mitnehmen, wohin ihn seine Kunst dann auch trägt.
@lust_auf_literatur
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Schleifen
von Elias Hirschl
Du liest gerade meine Leseeindrücke zu dem neuen Roman von Elias Hirschl. Diese Leseeindrücke sind in Sätzen geschrieben und dieser Satz wird gerade von dir gelesen. Der vorherige Satz wird jetzt gerade nicht von dir gelesen, weil du stattdessen diesen Satz hier liest.
„Dieser Satz enthält kein ö, außer das ö, das darauf aufmerksam machen soll, dass dieser Satz kein ö enthält, sowie die sechs anderen ö (insgesamt also sieben ö), die darauf aufmerksam machen sollen, wie viele ö in diesem Satz sind, um darauf aufmerksam zu machen, dass kein ö in diesem Satz ist.“
Wenn es dir Spaß macht, solchen Sätzen und wahren wie unwahren Absurditäten zu folgen, dann ist „Schleifen“ von Elias Hirschl ein Roman für dich. Ich hatte wirklich kolossalen Spaß und große kafkaeske Verwirrung beim Lesen. Oder hatte ich … klangwirres Lesen, dunkel kolossal, kafkaesk funkelnd?
Es ist eigentlich kaum möglich, von einer Handlung zu sprechen. Für die, die es konkret wollen, versuchen wir es mal so: Hirschl erzählt quasi den Lebenslauf von Franziska Denk nach. Die Sprachwissenschaftlerin ist auf der Suche nach einer Universalsprache, die nicht tot sein soll, sondern die lebendig und fluide ist und sie soll ihre eigene Bedeutung selbst verändern können. Und eigentlich träumt sie davon, die Sprache selbst und die damit einhergehenden Verwirrungen und Missverständnisse zu überwinden. Gewünscht wird die postsprachliche Utopie. Zeitweise wird sie dabei vom Mathematiker Otto Mandl unterstützt.
„Zur Frage, ob Denk und Mandl jetzt gefickt haben oder nicht, gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Dr. Anke Fiszank von der Kieler Christian-Albrechts-Universität geht davon aus, dass die beiden gefickt haben. Azsad Kernfink vom Germanistikinstitut der Universität Wien vertritt hingegen die These, dass die beiden nicht gefickt haben.“
Nur leider, leider werden die Nonverbalisten um Franziska Denk dann zu einer Art Terrorgruppe und es eskaliert ein bisschen.
Nichts an dem Roman ist Zufall: nicht die Namen, nicht die Geschichten, nicht die Referenzen (oder doch?). Es ist unmöglich, alle Eastereggs und MacGuffins (!) zu erkennen. „Schleifen“ ist ein Wunderhorn der absurden und surrealen Geschichten, auf jeder Seite erwarten mich neue Kuriositäten und Spielereien. Eine Metabene in der Metaebene in der Metaebene in der Möbiusschleife, die natürlich beim Zsolnay Verlag erschienen ist.
Ich bin schon seit „Salonfähig“, das bist heute eine meiner liebsten und abgefahrensten Politsatiren ist, begeisterte Leserin des österreichischen Schriftstellers, der mich mit mit seinem genialen Ideenreichtum und der intellektuellen Stimulans in seinem neuen Roman aus meiner Comfortzone bombt. Diese Art der permanenten geistigen Überforderung und des ungläubigen Staunens beim Lesen kenne ich sonst nur von Raphaela Edelbauer.
Kräuereule7
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Schleifen
von Elias Hirschl
Das Cover von „Schleifen“ sticht nicht besonders ins Auge. Es spielt zwar mit der Wahrnehmung, was auch ein Teil des Buches ist, allerdings ist es optisch nicht besonders oder Blicke-auf-sich-ziehend.
Der Schreibstil von Elias Hirschl hingegen ist sehr außergewöhnlich. Es ist eine Mischung aus einfachen, erzählenden und gut zu lesenden Sätzen und komplizierter Fachsprache. Da die Kapitellängen allerdings eine sehr gute Länge hatten, konnte man nach einem komplizierteren Kapitel schnell eine Pause einlegen.
Die "Geschichte" rund um Franziska Denk und Otto Mandl finde ich persönlich schwer zu beschreiben und zu beurteilen. Der Klappentext und die Leseprobe sind meiner Meinung nach sehr irreführend, denn den Leser erwartet keine gradlinige Geschichte mit Höhen, Tiefen und Charakterentwicklung. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass ich es als viele zusammenhängende Kurzgeschichten beschreiben würde. Obwohl es das auch nicht trifft.
Viele Kapitel fand ich sehr verwirrend (z.B. das Kapitel rund um Ang Gurobg und die Leere so wie viele weitere), sodass bei mir das Gefühl entstanden ist, dass man ein gewisses philosophisches Grundwissen braucht, um die Ereignisse im Buch in seinem Inhalt richtig einordnen zu können. Der Autor konfrontiert den Leser mit sehr vielen Ideen rund um Sprache (wovon mir die Palindrom-Texte besonders gefallen haben), tut dies jedoch auf eine für mich ziemlich intransparente Art und Weise.
Dennoch hatte ich immer wieder Spaß beim Lesen, da ich solch einem Buch noch nie begegnet bin.
Alles in allem würde ich das Buch auf keinen Fall als "schlecht" beschreiben. Es ist ein sehr anspruchsvolles Buch und meiner Meinung nach nicht für die breite Masse gedacht. Ich würde mich den anderen Rezensenten anschließen, dass das Buch für Intellektuelle geeignet ist, die besonders Vorwissen im Bereich Philosophie und Sprachen haben. Wenn man mit diesem Wissen den Inhalt des Buches nachvollziehen kann, dann kann es bestimmt eine grandiose Leseerfahrung werden.
Für meinen persönlichen Geschmack würde ich dem Buch 2,5 von 5 Sternen geben!
Lydia_Te
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Schleifen
von Elias Hirschl
Der Klappentext und das Cover vom neuen Roman von Elias Hirschl, der "Schleifen" heißt, haben sehr ansprechend gewirkt.
Zu Beginn war ich etwas verwirrt, da der Autor im Buch immer wieder andere Bücher zitiert. Nach kurzer erfolgloser Recherche wurde mir klar, dass es sich um fiktionale Charakter handelt. (Und nach erneutem lesen des Klappentextes)
Für mich persönlich wird die Lesbarkeit durch die ganzen Zitate und Fußnoten erheblich gestört. In manchen Kapiteln wird mit den Verweisen maßlos übertrieben und in anderen Kapiteln kommt kein einziger vor.
Zudem stört es mich auch, das ca. auf Seite 117/118 eine Brandrede von der Protagonistin Franziska Denk zitiert wird. Die Brandrede an sich stört mich nicht, jedoch hat diese ca. 1990(?) stattgefunden und erwähnt Google, Wikipedia, Pokemon-Go und TikTok. Ob das vom Autor absichtlich gemacht wurde oder nicht, ist mir nicht klar.
Ich habe mich anschließend noch ein paar Seiten weiter gequält und bei Seite 130 abgebrochen.
Leider ist dieser Roman für mich nichts. Kann ich daher nicht empfehlen.
tinten_fischchen
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Schleifen
von Elias Hirschl
Eine kurze Liste der Dinge die ich während des Lesens über den Autor und das Buch recherchiert habe:
Punkt 1: Elias Hirschl ist ein ehemaliger Mathematik-Student
Punkt 2: Elias Hirschl hat Philosophie studiert. Eventuell im Wien. Das würde das Vorkommen des Wiener Kreises im Buch erklären
Punkt 3: Das Buch entstand aus einer Fülle an Kurzgeschichten die erst später mit einer Rahmenhandlung verknüpft wurden
„Schleifen“ liest sich so, wie es die oben genannten Punkten vermuten lassen würden. Das Buch ist speziell, im besten Sinne. Absurd, kreativ, humorvoll aber auch voll brutaler, roher Schönheit. Ein wilder mix aus Sprachtheorie, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Kunst. Ein wenig Mathematik ist auch dabei. Selbstreflexiv. Teilweise auch kindisch, fast schon dumm. Einmal Lesen reicht vermutlich nicht, um alle Feinheiten entdecken zu können. Reale Figuren werden mit fiktiven vermischt. Biblische Geschichten neu gedeutet. Raum und Zeit neu vermessen.
Kein einfaches Buch für nebenbei. Aber ein Buch, das Spaß macht, wenn man sich darauf und die verrückten Ideen, die darin durchgekaut werden, einlassen kann. Ich habe es geliebt, weiß aber, dass das Buch alles andere als Mainstream ist.
