Schleifen

Schleifen

von Elias Hirschl

€ 27,90

Hardcover

Sofort verfügbar in Höchst, Bregenz, Dornbirn

Roman
2026 Paul Zsolnay Verlag
416 Seiten
33 mm x 137 mm
Sprache: Deutsch
978-3-552-07588-7

Hauptbeschreibung

Nach »Content« der neue Roman von Elias Hirschl - »Ein großer Ideenroman von einem der beglückendsten Autoren der Gegenwart.« Clemens J. SetzFranziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.


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Hardcover
Roman
2026 Paul Zsolnay Verlag
416 Seiten
33 mm x 137 mm
Sprache: Deutsch
978-3-552-07588-7


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Elias Hirschl wurde 1994 in Wien geboren. Er ist Autor, Musiker, Slam Poet und schreibt für Theater und Radio. 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis und 2022 den Publikumspreis beim Bachmannpreis. Zuletzt erschienen bei Zsolnay die Romane »Salonfähig« (2021), »Content« (2024) und »Schleifen« (2026). Elias Hirschl lebt in Wien.

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Die Vermessung der Sprache - Ein origineller, aber herausfordernder Roman 2026-04-21 22:09:00
Elias Hirschls neuer Roman "Schleifen" ist ein hochkomplexes, intellektuell höchst herausforderndes Werk von seltener Eigenwilligkeit, das geschickt zwischen Sprachtheorie, Gesellschaftssatire und absurdem Witz changiert.
Es quillt über vor originellen Einfällen, groteske Sprachspielereien, bissiger Ironie und subversiver Gesellschaftskritik. Nach seinem viel beachteten Roman Content widmet sich Hirschl nun der Sprache selbst als Grundlage von Erkenntnis Verständigung und Macht, als Instrument der Kontrolle aber auch der Rebellion. Der Roman fordert uns durch seine sprachliche Virtuosität, die labyrinthischen Gedankenschleifen und philosophischen Exkurse heraus, belohnt uns aber auch mit einer Fülle an Ideen, schwarzem Humor und gedanklicher Schärfe.

Im Mittelpunkt steht zunächst die 1936 in Wien geborene Franziska Denk, eine passionierte Sprachforscherin mit einer merkwürdigen Krankheit. Sie entwickelt die Krankheitssymptome von historischen Seuchen und Leiden bis hin zu imaginären Gebrechen, sobald sie von ihnen liest oder hört. Ihre Begegnung mit dem lernt die den Mathematiker und Logikexperten Otto Mandl im Umfeld des Wiener Kreises bildet den Ausgangspunkt für ein für ein Gedankenspiel über Zeichen, Logik und die Grenzen der Verständigung. Gemeinsam suchen sie nach einer vollkommenen, „heilenden“ Sprache, die als Kommunikationsform ohne Mehrdeutigkeit und Ansteckung durch Irrtum oder Emotion dienen soll. Was zunächst mit der allmählichen Abschaffung der Schriftsprache als ein absurdes Gedankenspiel beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem überzeichneten, dystopischen Zukunftsszenario. Diese Welt kennt keine Worte mehr, Medikamente löschen Gedanken und Emotionen und stumme Extremisten übernehmen die Macht.
Mit spürbarer Freude an gedanklicher Übertreibung entfaltet Hirschl eine bitterböse Parabel auf den Zustand moderner Gesellschaften. So führt er uns die gesellschaftliche Verflachung und den Verlust kollektiver Vernunft in einer Welt vor Augen, in der Kommunikation zwar ständig stattfindet, aber absolut bedeutungslos ist
Vom esoterischen Ministaat „Wodot“ über totalitäre Pseudoreligionen bis zu einem Regime sprachloser Fanatiker spannt sich eine Satire, die in ihrer Überzeichnung erschreckend gegenwärtig wirkt. Hirschl seziert den Kult um Selbstoptimierung, die Ersatzreligion der Kommunikation und die naive Sehnsucht nach Eindeutigkeit in einer Welt aus Rauschen. Gekonnt zeigt er mit seiner satirischen Verdichtung auf, wie moderne Sinnsuche ins Sinnlose kippt. Gleichzeitig entlarvt er die Sprache der Wissenschaft und Kunst als ein hochkomplexes System, das sich als ein intellektuelles Perpetuum mobile der Selbstbezüglichkeit.im Kreis dreht. Geschickt demonstriert der Autor in der köstlich überdrehten Kafka-Episode, wie die irrationale Lust am Überinterpretieren jede Grenze zwischen Fakt und Fiktion verwischt und Analysewut selbst zur Krankheit werden kann.
Voller sprachlicher Finessen, überbordender Kreativität und humorvoller Ideen führt Hirschl uns durch ein beeindruckendes Kaleidoskop aus überschäumenden, provokanten Gedankenexperimenten. Fiktive Quellenangaben, anagrammatische Spiegelungen, mathematisch-linguistische Rätsel, ausufernde Fußnoten sowie die wiederkehrende, den Titel widerspiegelnde Schleifen-Metapher bilden ein dichtes Netz aus subtilen Anspielungen. Die Geschichte windet sich in Schleifen, reflektiert sich selbst, widerspricht sich und schafft gerade dadurch eine faszinierende Dynamik. Trotz aller der inhaltlichen Dichte bleibt dieser anspruchsvolle Roman erstaunlich unterhaltsam, getragen von pointierter Sprache, feinem Humor und einer fast spielerischen Intelligenz, und regt darüber hinaus sehr zum Innehalten und Nachdenken an.

FAZIT
Ein brillantes, überbordendes und zugleich beunruhigendes Sprachkunstwerk über Sinn, Wahn und die Macht des Wortes – ein Roman, der fordert, manchmal überfordert, aber all jene reich belohnt, die sich auf dieses vielschichtige Leseerlebnis einlassen und bereit sind, in seine endlosen Schleifen einzutauchen.
Sprache als Kunst 2026-03-21 16:51:00
von Wolle
In dem Roman „Schleifen“ steht die Sprache im Mittelpunkt. Als Rahmenhandlung dient die Geschichte um Franziska Denk, die jede Krankheit bekommt von der sie hört und die diese seltsame Krankheit zu überwinden scheint, indem sie sich intensiv mit Sprache beschäftigt.

Der Autor stellt in seinem Roman immer wieder Theorien über Sprach aber auch über Zahlen auf, die zu Beginn sehr interessant klingen, die ein oder andere Theorie hat man sogar schon einmal gehört. Diese Theorien werden im weiteren Verlauf immer weiter vertieft und schlussendlich ad absurdum geführt. Das Sprichwort „die Katze beißt sich in den Schwanz“ würde sämtlich vorgestellte Theorien bestes auf den Punkt bringen.

Um seine Theorien zu untermauern werden zahlreiche Quellenangaben geliefert, die größtenteils erfunden sind. Zahlreiche kleine skurrile oder paradoxe Geschichten und Nebenhandlungen werden erzählt. Die darin vorkommenden Personen haben größtenteils nie existiert.

Insgesamt kann man den Roman als ein Kunstwerk der Literatur ansehen, vergleichbar mit einem modernen Gemälde, in das man unendlich viel reininterpretieren kann oder auch nichts, indem man vor lauter Farben und Formen nichts mehr ausmachen kann.

Der Roman besteht aus vielen, anfänglich klugen, Theorien, die ich zunächst auch interessiert zur Kenntnis genommen habe. Mit zunehmender Ausdifferenzierung wurde das Lesen jedoch immer schwieriger. Da sich das Schema über fast 400 mehr oder weniger wiederholt, gestaltet sich das Lesen des Romans zunehmend schleppend. Der Autor hat mit seinem Werk jedoch etwas Einzigartiges geschaffen. Das Buch zeugt von großer Kreativität und anspruchsvollen Gedankenspielen, die bis ins Äußerste getrieben werden. Sicher kein Buch für jeden und auch keine Lektüre zum Entspannen.
Ein wilder Ritt 2026-03-02 01:11:00
von Kwinsu
Es fällt mir schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Was für ein wilder Ritt, den uns Elias Hirschl hier liefert! "Schleifen" ist höchst fordernd, das Buch zu lesen braucht Zeit, Geduld und freie Gehirnwindungen, die bereit sind ordentlich mit Geistesergüssen durchgespült zu werden!

Ich bin fasziniert, was für eine Ideenvielfalt Hirschl in sich hat. Das für mich treffendste Wort "fantastisch" fällt mir hierzu ein - in seiner vielfältigen Bedeutung. Fantastisch, weil viele verrückte Ideen den Roman durchdringen; fantastisch, weil die sprachliche Ebene komplex, eloquent und durchtrieben zugleich ist; fantastisch, weil man - je tiefer man in den Roman eintaucht, Fiktion von Historischem kaum mehr auseinanderhalten mag; fantastisch, dass Sprache, Weltherrschaftwille, Mathematik und Philosophie sich hier so unzertrennlich ineinander fügen; fantastisch, weil man so etwas Spezielles erst einmal zustande bringen muss.

Die Rahmenhandlung webt sich um Franziska Denk und Otto Mandl. Franziska leidet unter einer speziellen Unannehmlichkeit: sobald sie von irgendeiner Krankheit erfährt - durch lesen oder wenn jemand davon erzählt - spürt sie sogleich deren Symptome. Durch Sprache versucht sie sie zu beherrschen und zu heilen. Irgendwann lernt sie den Mathematiker Otto Mandl kennen und mit ihm gemeinsam will sie die Welt verändern - ganz im Sinne ihrer wohl größten Leidenschaft: der Sprache.

Hier von einer im Zentrum stehenden Geschichte zu sprechen, trifft den Inhalt des Buches nicht. Vielmehr ist die Sprache selbst Protagonistin, sie (be-)herrscht (über) jene, die sie bändigen wollen. Und der Kaiser über alledem ist der Autor selbst. Unfassbar wie es ihm gelingt, tausende Ideen, tausende Fantasmen und schwer identifizierbares Historisches in ein so stimmiges Werk zu packen. Am Ende, nein, auch immer wieder mittendrin, ist man erschöpft, ringt nach Luft, braucht eine Pause, um sich schlussendlich gewahr zu werden: die Schleifen und das Schleifen spielen in einer extra Liga. Und für einen kurzen Moment durften wir an diesem Wunderwerk teilhaben.