Kundenrezensionen
xx
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Adama
von Lavie Tidhar
Ich habe Lavie Tidhars Adama vorzeitig abgebrochen. Trotz eines vielversprechenden Starts konnte mich der Roman nicht überzeugen.
Der Klappentext klang interessant, wenn auch sehr ambitioniert. Die angekündigte Gewalt schreckte mich etwas ab, der schnörkellose, präzise und stellenweise derbe Schreibstil gefiel mir zunächst. Besonders das erste Kapitel war eindringlich und gut zu lesen.
Der Roman ist in zeitliche Abschnitte gegliedert und wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven denen ich nicht folgend konnte. Zusammenhänge und Beziehungen erschließen sich erst nach und nach. Leider bleiben die Motive der Figuren häufig diffus, ihre Handlungen für mich kaum nachvollziehbar. Gewalt – vor allem durch Waffen – ist allgegenwärtig und nimmt teils exzessive, unangenehme Ausmaße an. Ich fragte mich zunehmend, ob diese Rohheit notwendig ist, um Leid, Krieg und Flucht darzustellen, zumal Menschlichkeit nur selten Raum bekommt.
Im Zentrum steht Ruth, die 1946 als Einzige ihrer Familie aus Budapest fliehen konnte und ihr Leben dem Aufbau eines Kibbuz widmet. Die Einblicke in den Alltag des Kibbuz fand ich grundsätzlich interessant.
Trotz meines Interesses an der Geschichte Israels hat mich dieser Roman nicht erreicht.
Florian Lechner aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
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Adama
von Lavie Tidhar
Nach "Maror" liegt nun der zweite Roman von Lavie Tidhar auf deutsch vor, und wieder zieht einen die Handlung sofort in ihren Bann. Diesmal erzählt der Autor die Geschichte Israels am Beispiel eines Kibbuz von 1946 bis 2009. Zentrale Figur ist Ruth, die den Kibbuz aufbaut und mit Zähnen und Klauen verteidigt, wobei sie keine Opfer scheut und auch nicht zimperlich ist, wenn es um die eigene Familie geht. Mit brutaler Wucht wird das Alltagsleben in der eingeschworenen Gemeinschaft geschildert, die keine Außenseiter duldet und alles niederbügelt, was nicht dem Kollektiv dient. Geschichtspanorama, Familiengeschichte, Krimi - ein großer Roman in Cinemascope!
Reiseweise
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Adama
von Lavie Tidhar
Im neuen Roman von Lavie Tidhar zeigt der Autor anhand der Geschichte einer Familie im Kibbuz auf, wie sich die spannende und gewaltvolle Geschichte Israels auf ebenso spannende und gewaltvolle Weise mit den Geschichten der Menschen dort verknüpft.
In verschiedenen Zeitsprüngen und Zeitabschnitten wird das Leben von Ruth und ihrer Familie geschildert - von den Anfängen, als Ruth als zionistische Widerstandskämpferin gegen die britische Mandatsarmee kämpfte über den Krieg nach der Staatsgründung, den Aufbau des Kibbuz, den Sechs-Tage-Krieg, den Jom-Kippur-Krieg bis hin zum Lebensende von Ruth. Man nimmt an Ruths Suche nach ihrer Schwester teil, von der sie nicht weiß, ob sie die Konzentrationslager in Europa überlebt hat, man begleitet ihre Enkel beim Aufwachsen und ihre Verstrickungen in kriminelle Machenschaften. Sehr kunstvoll und gelungen ist, dass immer wieder Personen, Erinnerungen und Orte in Zeitabschnitten auftauchen, in denen man sie nicht erwartet hatte. Wichtig ist zu wissen, dass eigentlich alle Charaktere früher oder später in der Geschichte jemanden (oft brutal) umbringen… Ein spannendes Buch!
Eternal-Hope
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Adama
von Lavie Tidhar
"Adama" von Lavie Tidhar ist ein hartes Buch. Die Härte, mit der sich die Überlebenden des Holocausts und die schon früher nach Israel ausgewanderten oder dort geborenen Juden dieses Land mit der Waffe erkämpft haben, wird spürbar. Erzählt wird eine Geschichte über mehrere Generationen. Gründungsperson dieser Familie ist Ruth, die große Teile ihrer Familie im Holocaust verloren hat und die es geschafft hat, schon vor der Shoah nach Palästina auszuwandern und dort im Kibbuz lebt. Später kommt ihre Schwester Shosh(ana), die ein Konzentrationslager überlebt hat, für eine Weile dazu, außerdem gibt es Kinder und Enkel. Familie soll aber im Kibbuz nicht wirklich gelebt werden, die Kinder werden von Anfang an ihren Eltern entfremdet, gemeinschaftlich aufgezogen und sollen die Eltern nicht "Mama" oder "Papa" nennen, sondern nur beim Vornamen, siehe z.B. diese Stelle: "Yael gehörte ihr nicht, ihr gehörte nichts, jedenfalls nicht, solange sie im Kibbuz lebte. Yael war nur eine von vielen Rotznasen in der Masse der Kinder, unterschied sich durch nichts von Yoram und Ophek, den Kindern ihrer Schwester. Sie gehörten alle dem Kibbuz." (S. 228). Auch deshalb scheint in späteren Generationen, die so nicht mehr leben möchten, der Kibbuz ein aussterbendes Konzept zu sein.
Am interessantesten war für mich an diesem Buch tatsächlich die Schilderung des harten Alltags des Ankommens in Palästina in den späten 1940er Jahren und danach, sowie der kommunistisch organisierte Alltag im Kibbuz, ohne traditionelle Familienstrukturen oder Privateigentum und die extreme Betonung des Werts von Arbeit, siehe z.B. diese Stelle: "Jetzt traf Ruth sich mit all ihren alten Freunden und Freundinnen in einem hübschen, gemütlichen Saal, wo sie Produkte aus der Fabrik verpackten: eine leichte, unanstrengende Arbeit, aber immer noch Arbeit. Und die war im Kibbuz von allerhöchstem Wert. Arbeiter sein. Wer arbeitete, war jemand und war kein Schmarotzer. Ein Wort, das Ruth ausspie wie die schlimmste Beleidigung, schlimmer als alles andere. Wenn man hart arbeitete, spielte es keine Rolle, was man sonst machte." (S. 44)
Und sonst gemacht wird eine Menge, unter anderem mit der Waffe für das Land gekämpft, aber auch, in einer späteren Generation, für Geld Auftragsmorde verübt, und noch so einiges mehr. Es ist eine kalte Zeit, in der arabische Dörfer einfach ausgelöscht werden, denn: "Die Tzabarim waren nicht schwach wie die alten europäischen Juden. Sie waren neu und hart und die Herrscher in diesem Land, diesem "Adama". Sie hatte das Wort im Hebräischunterricht gelernt und hasste es. "Es gibt kein A-d-a-am-a ohne d-a-m", hatte ihr erster Lehrer stolz erklärt. "Dam" war Hebräisch und bedeutete Blut. Kein Land ohne Blut. Shosh hatte Blut satt." (S. 224)
Aber auch jüdische Flüchtlingskinder nicht sicher sind und laufen Gefahr, skrupellosen Menschenhändlern zum Opfer zu fallen, ohne dass es die meisten anderen Menschen besonders kümmert. Stark spürbar sind die tiefen Wunden und Traumatisierungen durch die NS-Zeit, und der starke Wunsch, weiterzuleben und das Leben weiterzugeben, siehe z.B. diese Stelle: "Shosh wünschte sich auch ein Baby. Von wem, spielte keine Rolle. Sie wollte neues Leben in die Welt setzen, neues Leben für all das verlorene. Schon allein, um den Nazis zu sagen, ihr konntet uns nicht alle töten, und jetzt sind wir hier, wir leben noch und wir schaffen neues Leben. Ein Baby zu bekommen, hatte etwas von einem Wunder." (S. 156)
An diesen erwähnten Themen sieht man also: das Buch behandelt wichtige Aspekte der Geschichte Israels und regt zum Nachdenken an. Damit komme ich allerdings auch schon zur Kritik: sprachlich und literarisch ist es weit entfernt davon, ein Meisterwerk zu sein. Die Sprache ist überwiegend sehr einfach, teilweise voll mit übertriebenen, unpassenden Metaphern. Es gibt unzählige für die weitere Handlung irrelevante Szenen zum Rauchen oder Essen, die in wiederholender Art detailliert geschildert werden. Die Charaktere sind simpel konstruiert, keinen davon konnte ich wirklich nachfühlen, insgesamt verbindet sie fast alle nur die Härte, die sie in sich tragen, ansonsten werden sie wenig individuell spürbar. Von der inhaltlichen Konstruktion her sind es auch eher einzelne Szenen, die geschildert werden, als ein in sich schlüssiger Thriller. Spannung kommt auch nicht wirklich auf. Insgesamt ist es also ein bestenfalls mittelmäßiges Buch, das ich nicht wirklich empfehlen kann, denn auch zu oben geschilderten Themen gibt es in der israelischen Literatur weit besseres.
robertp
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Adama
von Lavie Tidhar
Das Titelbild wird erst auf dem zweiten Blick erkennbar. Es zeigt prominent eine Getreideähre, gehalten von einer, rot, behandschuhten Hand. Schaut man genauer, bemerkt man, dass die Ähre aus einem Maschinengewehr entspringt. Ein Synonym für Palästina, das seine wirtschaftlichen Erfolge nur durch ständige Militärpräsenz und Landwirtschaft erzielt? Jedenfalls ein aktuelles Buch, angesichts des Krieges in Israel.
Es ist eine Familensaga aus der Sicht der weiblichen Familienmitglieder über die Jahrzehnte hinweg er zählt. Die Geschichte ist getränkt in Blut und Tod, der seit Anbeginn des Staates Israel das Leben ihrer BewohnerInnen prägt.
Als Staat im Staat steht hier der Kibbuz Trashim, eine Siedlung mit gemeinschaftlichem Eigentum und basisdemokratischer Verwaltung, dessen Entwicklung sich im Roman entdecken lässt. Wozu brauchen Menschen Geld fragen die Kinder sich hier. Sie werden den Müttern nach der Geburt entzogen, wachsen in einer eigenen Sozietät – überwacht von der Metapelet (Kindergärtnerin) – auf und sind aller Sorgen enthoben. Eltern – meist die Mütter – kennen sie nur von flüchtigen Besuchen, sie spielen keine Rolle. Dementsprechend schwierig ist es die Gemeinschaft zu verlassen, Beziehungen zu „Fremden“ aufzubauen, weil sich alles innerhalb des kleinen Kosmos Kibbuz abspielt. Im Roman schaffen das nur einige Männer (und kommen dabei auf die „schiefe Bahn“). Innerhalb des Kibbuz kennen alle jedes Geheimnis der anderen, auch wenn es noch so tief vergraben wird (Tote, Folterkammern, Waffenverstecke u.a.m.).
Der Roman beschreibt anhand einer Familie (kann man diese losen Verbindungen überhaupt Familie nennen?) die Entstehung Israels aus der Perspektive der Kibbuzim. Diese Geschichte ist gewalttätig, Liebe und Verrat spielen Hauptrollen in der Beziehung zwischen den Menschen.
Die Frauen im Kibbuz bestimmen den Fortschritt der Kommune, sie sind die „Gründerinnen“ und gehen dabei auch über Leichen. Das Lesen des Buches erforderte von mir enorme Anstrengung. Die handelnden Personen werden erst nach und nach in ihren Positionen zueinander erkennbar. Die Lebensgeschichten werden ineinander verschachtelt abgehandelt und als LeserIn muss man auf jedes Detail achten, es kann wichtig in einem anderen Buchabschnitt sein. Die Gewalt, die die agierenden Personen ausüben scheint ihnen immanent, sie kennen kaum ein Gewissen.
Anmerkung: Eine Art Stammbaum der Familie um Hanna, Esther und Ruth wäre hilfreich. Ich habe ihn mir beim Lesen angefertigt, um den Überblick zu bewahren.
Für alle die das heutige Israel besser kennenlernen wollen. Wir erfahren die Leiden und Freuden einer Generation von Siedlern, die ein neues Leben in gemeinschaftlicher Verantwortung führen wollen und erkennen beim Lesen, dass Probleme sich bis in die Neuzeit nicht lösen lassen. Überaus spannend zu lesen, aber man muss verdammt aufpassen um nichts zu versäumen.
div
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Adama
von Lavie Tidhar
politischer Thriller
Der Roman "Adama" erzählt die Geschichte von Ruth, einer jungen ungarischen Zionistin, die 1946 in Palästina ein neues Leben beginnt. Sie ist Mitbegründerin des Kibbuz „Trashim“, den sie als „heilige Erde“ („Adama“) versteht.
Die Handlung erstreckt sich von 1946 bis 2009 und begleitet Ruth und ihre Familie durch wesentliche Stationen der israelischen Geschichte.
Der Stil des Buches ist sehr besonders, denn das Buch wird rückwärts erzählt. Ich finde, dadurch wird der Spannungsbogen erhöht, denn manches erschließt sich dann erst später. Aber es ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, und es kann sein, dass das nicht jedem zusagt. Gut gefällt mir auch der Tiefgang der Protagonistin Ruth - man bekommt wirklich einen tiefen Einblick.
„Adama“ ist ein ambitioniertes und eindrucksvolles Werk, das sowohl emotional als auch historisch berührt. Vor allem in der aktuellen Zeit auch sehr aktuell zu sehen.
cosmea
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Adama
von Lavie Tidhar
Im Mittelpunkt von “Adama“ steht die Zionistin Ruth, der es gelang, aus Budapest zu entkommen und sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, während die meisten Mitglieder ihrer Familie verraten wurden und in Vernichtungslagern ums Leben kamen. Ruth baut den Kibbuz Trashim auf. Er wird zu ihrer Lebensaufgabe. Lavie Tidhar erzählt die Familiengeschichte über vier Generationen von 1945-2009 und zugleich die Geschichte des Staates Israel nach dem Ende des britischen Protektorats. Es ist eine ungeschönte Geschichte über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod. Immer wieder gibt es kriegerische Auseinandersetzungen und Bedrohungen aller Art. Wir erfahren jedoch nicht nur historische Fakten, sondern erhalten detaillierte Informationen über das Leben im Kibbuz, wo die Gemeinschaft wichtiger ist als der Einzelne und Kinder ihren Familien weitgehend entzogen werden zugunsten eines Lebens in den Einrichtungen des Kibbuz.
Der Roman, der kein typischer Thriller ist, sondern allenfalls ein Politthriller kombiniert mit einer Familiengeschichte und in Teilen ein Sachbuch, liest sich nicht mühelos, was nicht nur an dieser ungewöhnlichen Mischung liegt, sondern auch daran, dass nicht durchweg chronologisch erzählt wird. Es gibt Zeitsprünge und eine beachtliche Personenvielfalt, bei der man schon mal den Überblick verliert. Mich hat das Buch gefesselt. Die Gewaltgeschichte Israels ohne jede mythologische Verklärung ist angesichts der aktuellen Ereignisse auf jeden Fall von besonderem Interesse. Eine empfehlenswerte Lektüre.
LeserinLu
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Adama
von Lavie Tidhar
Lavie Tidhar verbindet in Adama Historien-, Politik- und Thriller-Elemente zu einem komplexen Roman über Idealismus, Schuld und Gewalt. Im Mittelpunkt steht Ruth, eine ungarische Zionistin, die nach 1946 in Palästina versucht, im Kibbuz Trashim ein neues Leben zu beginnen. Ihr unerschütterlicher Glaube an die Idee von „Adama“, der heiligen Erde, wird für sie zum zentralen Lebensinhalt.
Die Handlung des Romans erstreckt sich über mehr als sechs Jahrzehnte, von kurz vor der Gründung Israels bis in die 2000er Jahre, und zeichnet dabei auch die widersprüchliche Geschichte dieses Landes. Tidhar verknüpft politische Konflikte, Machtfragen und persönliche Schicksale miteinander, wodurch ich allerdings teilweise den Überblick verloren habe. Gleichzeitig musste ich manche Passagen nachlesen oder recherchieren, weil sie Vorwissen voraussetzen – was ich jedoch eher als Bereicherung empfand. Der Thriller-Anteil des Romans war für mich allerdings stellenweise zu brutal. Manche Szenen wirkten unnötig explizit. Auch die Vielzahl an Nebenhandlungen hat es mir manchmal schwer gemacht, den roten Faden zu behalten.
Trotzdem: Adama ist ein anspruchsvoller Roman, der dazu geführt hat, dass ich noch viel gelernt habe. Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von Lavie Tidhar lesen.
yellowdog
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Adama
von Lavie Tidhar
Der Roman beginnt zwar ganz kurz in Miami, 2009, aber dann wird die Geschichte Israels erzählt.
Im zweiten Kapitel ist man 1989 in einem Kibbuz.
Das Buch wird interessanterweise überwiegend rückwärts erzählt. So erschließen sich manche Zusammenhänge erst, nachdem man mehr über die Vergangenheit erfährt. In der Mitte wird aber auch mal zeitlich vor oder zurück gesprungen.
Zum angänglichen Plot: Ein Mann in einem Kibbuz wurde tot aufgefunden. Es sieht aus wie Selbstmord, aber Lior, ein guter Freund glaubt nicht daran und forscht nach. Es beginnt verhalten, aber man spürt sofort die Angespanntheit der Situation und dann dauert es auch nicht lange, bis es reichlich Action gibt . Man ist sofort gefesselt.
Cohen, die wichtigste Figur aus dem Vorgängerroman Maror taucht auch ganz kurz auf. Mit den Kapiteln wechseln auch die Figuren, manche tauchen immer wieder auf. Dadurch wird es noch vielschichtiger.
Die wichtigste Protagonistin ist sicherlich Ruth, die auch dne größten zeitlich Ablauf dabei ist.
Obwohl der Roman große Komplexität aufweist, lässt er sich zugänglich lesen. Es ist mehr als ein Thriller, wie es auf dem Cover steht. Gesellschaftsrelevantes wird herausgearbeitet. Doch Lavie Tidhars tougher Stil stammt aus der Thriller-Tradition.
Pusteblümchen
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Adama
von Lavie Tidhar
Die Protagonistin Ruth ist eine ungarische Zionistin und nachdem sie vor den Nazis aus Budapest geflohen ist, baut sie sich in Palästina ein neues Leben auf. Dieses wird hier bis in das Jahr 2009, in dem die Handlung auch zunächst beginnt, hinein beschrieben.
Ich hatte einen spannenden und politischen Familienroman erwartet, aber dieses Buch geht weit darüber hinaus. Natürlich ist es spannend und Ruth sowie ihre Familie und Freunde spielen eine große Rolle, aber es geht um so viel mehr. Es ist brisant und äußerst aufwühlend. Ruth und auch die anderen Charaktere stehen stellvertretend für unzählige Menschen, die die Turbulenzen durch die der Staat Israel gegangen ist erleben mussten. Die damit verbundenen Grausamkeiten sind nicht immer leicht zu ertragen. Der nüchterne Schreibstil hat die hier dargestellte Gewalt ein wenig erträglicher gemacht. Trotzdem ist es keine angenehme Lektüre, sondern eine sehr fordernde.
Ich habe hier einiges über die Geschichte Israels erfahren, musste aber feststellen, dass mein Grundwissen nicht ausreicht, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Zusätzliche Recherche hat das gelöst und mein Wissen entsprechend erweitert.
