Adama
von Lavie Tidhar
€ 23,60
Hardcover
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Thriller | Eine Geschichte Israels, die so noch nie erzählt wurde | Vom Autor des preisgekrönten Thrillers »Maror« | Deutscher Krimipreis 2025
2025 Suhrkamp
425 Seiten
214 mm x 140 mm
Sprache: Deutsch
978-3-518-47516-4
Hauptbeschreibung
Adama ist Familien- und Generationen-Roman, chronique scandaleuse von Israel, Polit-Thriller und Kriminalroman. Ein mitreißendes historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille.
1946 beginnt die junge Ruth, sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, getrieben von jugendlichen Idealen in einem Land, das ihr feindlich gesinnt ist. Sie ist eine ungarische Zionistin, die, anders als die meisten Mitglieder ihrer Familie, den Nazis in Budapest entkommen konnte. Ruth wird das Herz des Kibbuz Trashim, und für sie ist der Kibbuz heilig, heilige Erde, also »Adama«, seine Existenz ist ihre Lebensaufgabe. Wenn dafür knallharte Entscheidungen nötig sind, dann wird sie sie treffen, inklusive Gewalt und Mord.
Wir folgen Ruth und den Ihren durch die Jahre 1945 bis 2009. Und damit durch die Turbulenzen des Staates Israel - die Auseinandersetzung mit den Briten, die Vertreibung der Araber, der Sechs-Tage-Krieg und der Jom-Kippur-Krieg machen Ruth womöglich noch zäher und härter. Neben dem Porträt einer beeindruckenden Frauenfigur und ihrer Familie, schreibt Lavie Tidhar auch die Gewaltgeschichte Israels fort.
Verwandte Suchkategorien
- Polit-Thriller
- Generationenroman
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Hardcover
Thriller | Eine Geschichte Israels, die so noch nie erzählt wurde | Vom Autor des preisgekrönten Thrillers »Maror« | Deutscher Krimipreis 2025
2025 Suhrkamp
425 Seiten
214 mm x 140 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Conny Lösch
978-3-518-47516-4
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Lavie Tidhar, geb. 1976 in Israel, ist ein Superstar und gleichzeitig Enfant terrible der Science-Fiction und Fantasy. Ausgezeichnet u.a. mit dem World Fantasy Award und dem John W. Campbell Memorial Award. Seit 2013 lebt er in London. Maror wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2024 (2. Platz) ausgezeichnet und belegte Platz 1 der Jahres-Krimi-Bestenliste 2024.
Thomas Wörtche, geboren 1954. Kritiker, Publizist, Literaturwissenschaftler. Beschäftigt sich für Print, Online und Radio mit Büchern, Bildern und Musik, schwerpunktmäßig mit internationaler crime fiction in allen medialen Formen, und mit Literatur aus Lateinamerika, Asien, Afrika und Australien/Ozeanien. Herausgeber der »global crime«-Reihe metro in Kooperation mit dem Unionsverlag (1999 - 2007), der Reihe »Penser Pulp« bei Diaphanes (2013-2014). Gründete 2013 zusammen mit Zoë Beck und Jan Karsten den (E-Book-)Verlag CulturBooks und gibt ein eigenes Krimi-Programm für Suhrkamp heraus. Co-Herausgeber des Online-Feuilletons CULTurMAG.
Conny Lösch, geboren 1969 in Darmstadt, lebt als Literaturkritikerin und Übersetzerin in Berlin. Sie übersetzte unter anderem Bücher von Don Winslow, Lavie Tidhar und Trevor Noah aus dem Englischen ins Deutsche.Hersteller: Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44, 10119 Berlin DE
E-Mail: info@suhrkamp.de




abgebrochen
2025-12-14 14:05:00
Der Klappentext klang interessant, wenn auch sehr ambitioniert. Die angekündigte Gewalt schreckte mich etwas ab, der schnörkellose, präzise und stellenweise derbe Schreibstil gefiel mir zunächst. Besonders das erste Kapitel war eindringlich und gut zu lesen.
Der Roman ist in zeitliche Abschnitte gegliedert und wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven denen ich nicht folgend konnte. Zusammenhänge und Beziehungen erschließen sich erst nach und nach. Leider bleiben die Motive der Figuren häufig diffus, ihre Handlungen für mich kaum nachvollziehbar. Gewalt – vor allem durch Waffen – ist allgegenwärtig und nimmt teils exzessive, unangenehme Ausmaße an. Ich fragte mich zunehmend, ob diese Rohheit notwendig ist, um Leid, Krieg und Flucht darzustellen, zumal Menschlichkeit nur selten Raum bekommt.
Im Zentrum steht Ruth, die 1946 als Einzige ihrer Familie aus Budapest fliehen konnte und ihr Leben dem Aufbau eines Kibbuz widmet. Die Einblicke in den Alltag des Kibbuz fand ich grundsätzlich interessant.
Trotz meines Interesses an der Geschichte Israels hat mich dieser Roman nicht erreicht.




Spannend und brutal
2025-11-16 21:51:00
In verschiedenen Zeitsprüngen und Zeitabschnitten wird das Leben von Ruth und ihrer Familie geschildert - von den Anfängen, als Ruth als zionistische Widerstandskämpferin gegen die britische Mandatsarmee kämpfte über den Krieg nach der Staatsgründung, den Aufbau des Kibbuz, den Sechs-Tage-Krieg, den Jom-Kippur-Krieg bis hin zum Lebensende von Ruth. Man nimmt an Ruths Suche nach ihrer Schwester teil, von der sie nicht weiß, ob sie die Konzentrationslager in Europa überlebt hat, man begleitet ihre Enkel beim Aufwachsen und ihre Verstrickungen in kriminelle Machenschaften. Sehr kunstvoll und gelungen ist, dass immer wieder Personen, Erinnerungen und Orte in Zeitabschnitten auftauchen, in denen man sie nicht erwartet hatte. Wichtig ist zu wissen, dass eigentlich alle Charaktere früher oder später in der Geschichte jemanden (oft brutal) umbringen… Ein spannendes Buch!




Kein Land ohne Blut
2025-11-05 16:38:00
Am interessantesten war für mich an diesem Buch tatsächlich die Schilderung des harten Alltags des Ankommens in Palästina in den späten 1940er Jahren und danach, sowie der kommunistisch organisierte Alltag im Kibbuz, ohne traditionelle Familienstrukturen oder Privateigentum und die extreme Betonung des Werts von Arbeit, siehe z.B. diese Stelle: "Jetzt traf Ruth sich mit all ihren alten Freunden und Freundinnen in einem hübschen, gemütlichen Saal, wo sie Produkte aus der Fabrik verpackten: eine leichte, unanstrengende Arbeit, aber immer noch Arbeit. Und die war im Kibbuz von allerhöchstem Wert. Arbeiter sein. Wer arbeitete, war jemand und war kein Schmarotzer. Ein Wort, das Ruth ausspie wie die schlimmste Beleidigung, schlimmer als alles andere. Wenn man hart arbeitete, spielte es keine Rolle, was man sonst machte." (S. 44)
Und sonst gemacht wird eine Menge, unter anderem mit der Waffe für das Land gekämpft, aber auch, in einer späteren Generation, für Geld Auftragsmorde verübt, und noch so einiges mehr. Es ist eine kalte Zeit, in der arabische Dörfer einfach ausgelöscht werden, denn: "Die Tzabarim waren nicht schwach wie die alten europäischen Juden. Sie waren neu und hart und die Herrscher in diesem Land, diesem "Adama". Sie hatte das Wort im Hebräischunterricht gelernt und hasste es. "Es gibt kein A-d-a-am-a ohne d-a-m", hatte ihr erster Lehrer stolz erklärt. "Dam" war Hebräisch und bedeutete Blut. Kein Land ohne Blut. Shosh hatte Blut satt." (S. 224)
Aber auch jüdische Flüchtlingskinder nicht sicher sind und laufen Gefahr, skrupellosen Menschenhändlern zum Opfer zu fallen, ohne dass es die meisten anderen Menschen besonders kümmert. Stark spürbar sind die tiefen Wunden und Traumatisierungen durch die NS-Zeit, und der starke Wunsch, weiterzuleben und das Leben weiterzugeben, siehe z.B. diese Stelle: "Shosh wünschte sich auch ein Baby. Von wem, spielte keine Rolle. Sie wollte neues Leben in die Welt setzen, neues Leben für all das verlorene. Schon allein, um den Nazis zu sagen, ihr konntet uns nicht alle töten, und jetzt sind wir hier, wir leben noch und wir schaffen neues Leben. Ein Baby zu bekommen, hatte etwas von einem Wunder." (S. 156)
An diesen erwähnten Themen sieht man also: das Buch behandelt wichtige Aspekte der Geschichte Israels und regt zum Nachdenken an. Damit komme ich allerdings auch schon zur Kritik: sprachlich und literarisch ist es weit entfernt davon, ein Meisterwerk zu sein. Die Sprache ist überwiegend sehr einfach, teilweise voll mit übertriebenen, unpassenden Metaphern. Es gibt unzählige für die weitere Handlung irrelevante Szenen zum Rauchen oder Essen, die in wiederholender Art detailliert geschildert werden. Die Charaktere sind simpel konstruiert, keinen davon konnte ich wirklich nachfühlen, insgesamt verbindet sie fast alle nur die Härte, die sie in sich tragen, ansonsten werden sie wenig individuell spürbar. Von der inhaltlichen Konstruktion her sind es auch eher einzelne Szenen, die geschildert werden, als ein in sich schlüssiger Thriller. Spannung kommt auch nicht wirklich auf. Insgesamt ist es also ein bestenfalls mittelmäßiges Buch, das ich nicht wirklich empfehlen kann, denn auch zu oben geschilderten Themen gibt es in der israelischen Literatur weit besseres.