Kundenrezensionen
Lesehamster12
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Der Roman "Pina fällt aus" von Vera Zischke aus dem List Verlag ist einfach toll!
Als Pflegemutter eines mittlerweile knapp 20-jährigen autistischen Jungen, kann ich mich sehr gut in die Story rein- und mitfühlen.
Das Cover spiegelt letztlich den Inhalt wieder, allerdings hätte ich beinahe nicht den Klappentext gelesen, da ich es optisch als sehr traurig empfinde.
Sehr froh bin ich darüber, dass ich doch den Klappentext gelesen habe und dann auch die Leseprobe, da diese mich schon völlig angesprochen hat.
Was mir sehr gut gefällt ist, dass man keine ellenlangen Kapitel hat und man sehr gut allem folgen kann.
Es ist ein toller Schreibstil und die Leser werden an der Geschichte gehalten und ich fühlte mich mit in den Bann gerissen.
Persönlich finde ich es auch super, dass es aufgrund der Geschichte um eine kleinere Anzahl an Personen geht und man doch einiges über diese Charaktere erfährt.
So kann man einige Reaktionen, teils auch aus dem Umfeld sehr gut nachvollziehen.
Wünschen würde ich mir, dass viele Menschen dieses Buch lesen - eben auch jene, die bisher keine Berührungspunkte mit Autismus hatten!!!
Liebe Grüße an die Mama von Vera, denn wie Vera am Ende ihre Buches verrät, liest ihre Mutter auch alle Rezensionen :-)
LeserinLu
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
„Pina fällt aus“ ist einer dieser Romane, bei denen ich schon nach wenigen Seiten gemerkt habe, dass sie mich mit einem guten Gefühl zurücklassen werden. Was zunächst nach einer dramatischen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich zu einer warmherzigen, klugen und immer wieder überraschend witzigen Geschichte über Nachbarschaft, Verantwortung und gelebte Inklusion.
Als Pina plötzlich ausfällt und ihr behinderter Sohn Leo zum ersten Mal auf sich allein gestellt ist, müssen Leos Nachbarn ihr Komfortzone verlassen. Nach und nach wächst die ungewöhnliche Hausgemeinschaft über sich hinaus. Die Figuren sind wunderbar eigenwillig, glaubwürdig und sehr warmherzig gezeichnet. Jede von ihnen bringt ihre eigenen Verletzungen, Ängste und Lebensthemen mit, sodass nicht nur Leo Unterstützung braucht, sondern auch die anderen durch ihn damit konfrontiert werden.
Besonders gelungen fand ich, wie leicht und flüssig sich der Roman lesen lässt, ohne dabei seine wichtigen Themen oberflächlich zu behandeln. Immer wieder gibt es witzige Momente, die die Geschichte auflockern, gleichzeitig regt sie zum Nachdenken darüber an, was Inklusion im Alltag eigentlich bedeutet und wie schnell Menschen einfach ausgeschlossen werden. „Pina fällt aus“ ist für mich deshalb ein echter Wohlfühlroman.
bookloving
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
In ihrem neuen Roman "Pina fällt aus" erzählt die deutsche Autorin Vera Zischke eine bewegende, mitunter nachdenklich stimmende, aber zugleich warmherzige Geschichte über Inklusion, Fürsorge, Abhängigkeit und Vertrauen. Vielschichtig setzt sie sich mit der Frage auseinander, wie sich aus einer nachbarschaftlichen Notgemeinschaft, die sich erst im Ausnahmezustand zusammenfindet, langsam ein echter Zusammenhalt und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln kann.
Im Mittelpunkt steht die alleinerziehende Mutter Pina, die seit Jahren für ihren 20‑jährigen, autistischen Sohn Leo eine aufopfernde Stütze ist, bis sie plötzlich auf der Straße zusammenbricht und ins Krankenhaus eingeliefert wird. Leo lebt in einer eigenen, streng strukturierten Ordnung und ist auf verlässliche Abläufe angewiesen, damit seine Welt nicht aus den Fugen gerät. Mit Pinas Ausfall bricht von einem Moment auf den anderen ein fein abgestimmtes, vertrautes System zusammen, das nicht nur Leos Alltag geregelt, sondern auch ihre gemeinsame kleine Welt zusammengehalten hat.
Sehr anschaulich und einfühlsam zeigt die Autorin, wie stark Pinas Alltag von Selbstverzicht und der Fürsorge für ihren Sohn geprägt war. Sie lebt wie auf einem Drahtseil, auf dem Schuld, Verantwortung, Liebe und Erschöpfung sich in einem dauerhaften, oft unbewusst verschobenen Kräfteverhältnis vermischen. Rückblickend wird deutlich, dass Pina sich fast vollständig nach Leos Eigenarten, seiner vertrauten Routine und Sicherheit richtete, sodass kaum noch Raum für ihre eigenen Bedürfnisse und ihr eigenes Leben übrigblieb. Zischke erzählt ihre Geschichte mit großer Wärme, viel Feingefühl und Leichtigkeit, der die teils ernsten Themen nicht überdeckt, sondern ihnen Raum gibt. Durch ihren lebendigen Schreibstil und zahlreiche humorvolle, teils fast komisch bis chaotisch anmutende Episoden gelingt es ihr, uns trotz der emotionalen Dichte zu fesseln. Die Geschichte wirkt dabei nie überladen, sondern bleibt nah am Alltag, an den kleineren, doch gerade deshalb so markanten Momenten, die sich oft entscheidend auswirken. Durch Pinas medizinischen Notfall sehen sich die drei so unterschiedlichen Bewohner der Hausgemeinschaft mit eine ungewohnten Situation konfrontiert, aus denen heraus sie sich zunächst zögerlich, dann aber immer entschiedener dazu aufgerufen fühlen, für Pina einzuspringen und sich um den alleingelassenen Leo zu kümmern.
Ob nun die junge, rebellische und sehr distanziert wirkende Zola, die hochbetagte, vom Leben gezeichnete Inge oder der schüchterne, in sich gekehrte Wojtek – alle drei haben ihre ganz eigenen Probleme, Enttäuschungen und Verletzungen. Nach anfänglicher Unsicherheit wachsen sie Schritt für Schritt in ihre neue verantwortungsvolle Rolle hinein, stellen sich den ungewohnten Herausforderungen und lernen, füreinander einzustehen und als Gemeinschaft für Leo da zu sein.
Die Betreuung von Leo erweist sich als anstrengend, manchmal komisch bis chaotisch und stets anspruchsvoll, denn es verlangt Geduld, Flexibilität, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich zu öffnen und Grenzen neu zu definieren. Mit viel Empathie und dem richtigen Gespür für Zwischentöne schildert Zischke diesen Prozess in all seinen Höhen und Tiefen sehr glaubwürdig. Er verläuft keineswegs reibungslos und harmonisch, sondern ist von Zweifeln, Fehlern, Überforderung, Missverständnissen und kleinen, aber bedeutsamen Erfolgserlebnissen geprägt. Dabei entstehen schrittweise Vertrautheit, ein unausgesprochenes Verständnis und ein Gefühl von Gemeinschaft, das über die eigentliche Aufgabe, Leo zu betreuen, weit hinausgeht.
Faszinierend ist es mitzuerleben, wie Leo nicht nur den Alltag dieser so unterschiedlichen Charaktere verändert, sondern auch ihren Blick auf sich selbst nachhaltig beeinflusst und sie dazu bringt, bislang unentdeckte, überraschend verletzliche, aber auch mutige Seiten an sich zu entdecken.
Mit einer gelungenen Mischung aus scharfer Beobachtung, Einfühlungsvermögen und feinem Humor zeichnet Zischke ein lebendiges und authentisches Bild dieser zunächst eher zufälligen Zweckgemeinschaft. Dabei gelingt es ihr hervorragend, die komplexen menschlichen Beziehungen und alltäglichen Dynamiken des Zusammenlebens in ihren vielfältigen Facetten einzufangen und zugleich die Widersprüche, Nähe und Distanz, Fürsorge und Grenzen aufzuzeigen.
Äußerst gelungen zeichnet Zischke ihre verschiedenen Figuren in ihrer Vielschichtigkeit, ohne sie zu idealisieren. Die Bewohner der Hausgemeinschaft werden mit ihren Widersprüchen, Stärken, Schwächen und Verletzlichkeiten sehr facettenreich und lebensnah darstellt. Glaubwürdig und einfühlsam stellt sie dar, wie jeder einzelne im Verlauf der Geschichte einen individuellen Prozess der Selbstfindung und persönlichen Weiterentwicklung durchläuft. Besonders überzeugend und respektvoll hat Zischke Leo als hochkomplexe, eigenständige Figur ausgearbeitet. Mit klar umrissenen Bedürfnissen, festen Routinen und einer sehr eigenen Wahrnehmung der Welt nimmt er eine zentrale Rolle im Roman ein. Gekonnt zeigt die Autorin auf, wie stark Menschen mit Autismus an feste Strukturen, klare Regeln und verlässliche Abläufe gebunden sein können, die oft von Dritten als „merkwürdig“, „schwierig“ oder „unverständlich“ abgetan werden. Faszinierend ist es, wie Zischke uns einen nüchternen, zugleich einfühlsamen Einblick in Leos Alltag, seine Strategien zum Umgang mit Veränderungen und seine eigene Art, die Welt zu erfassen, gewährt.
Neben turbulenten Alltagsgeschehnissen der Hausgemeinschaft rückt wiederholt auch Pinas Perspektive im Krankenhaus als ruhiger Gegenpol in den Fokus. Sehr eindrücklich thematisiert Zischke die Erschöpfung, die verborgene Belastung und Schuldgefühle, mit denen pflegende Angehörige oft konfrontiert sind.
Sie macht sehr anschaulich deutlich, wie schwer es ist, eigene Grenzen überhaupt noch zu erkennen, wenn das Leben Jahr um Jahr fast ausschließlich auf die Bedürfnisse eines anderen ausgerichtet ist. Zugleich wirft sie die unausgesprochene Frage auf, wie viel ein einzelner Mensch tragen kann, ohne sich selbst zu verlieren oder zu zerbrechen.
Am Ende gelingt ein sehr stimmiger, realistischer Ausklang dieses bewegenden Romans, der nicht übertrieben idealisiert, aber zugleich hoffnungsvoll bleibt. Die Geschichte zeigt uns auf wundervolle Weise, welche Kraft in kleinen, alltäglichen Gesten der Unterstützung, Aufmerksamkeit und Offenheit steckt, und regt nachhaltig zum Nachdenken über Inklusion, Mitmenschlichkeit, Gemeinschaft, Fürsorge sowie Krankheit, Behinderung und das Anderssein an.
FAZIT
Ein bewegender, warmherziger Roman über Fürsorge, Inklusion, Erschöpfung und das langsame Wachsen von Gemeinschaft – mit vielschichtigen, lebensnahen Figuren und mit großer Empathie und feinem Humor erzählt.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für empathische, lebendig gezeichnete Alltagsgeschichten, komplexe Figuren und sensible Themen interessieren.
SalMar
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Pinas Leben gleicht einem Hamsterrad. Doch als die alleinerziehende Mutter eines Tages zusammenbricht und vollständig ausfällt, muss trotzdem alles irgendwie weitergehen. Bekommt ihr Umfeld es hin, sich um ihren erwachsenen Sohn zu kümmern, der eben nicht selbständig leben kann?
Der Erstling der Autorin, „Ava liebt noch“, hatte mich völlig überraschend umgehauen. Entsprechen hoch waren natürlich die Erwartungen bei diesem zweiten Buch von ihr. Und ich muss gestehen, beim ersten Reinlesen konnten mich Thematik und Geschichte nicht gleich packen – es war doch recht düster und trostlos, das hatte mich etwas abgeschreckt. Aber das Dranbleiben hat sich gelohnt, denn in Summe konnte mich auch diese Geschichte von Vera Zischke richtig begeistern.
Was dabei auf jeden Fall eine große Rolle gespielt hat, ist der wunderbare Schreibstil der Autorin: Schnörkellos, direkt und mit einem ganz besonderen Humor. So fiel der Einstieg nach ein paar weiteren Seiten doch noch leicht.
Begeistern konnte das Buch aber insbesondere auch mit seinen ganz besonderen Charakteren, die für sich schon eigen sind, aber im Zusammenspiel zu wirklich herrlichen (lustigen wie berührenden) Situation führen.
Besonders mochte ich außerdem, dass die Geschichte Zeit hatte, sich zu entwickeln – genau wie die Beziehungen der Personen untereinander. Hier wird nichts mal eben schnell abgehandelt und es gibt auch keine magische Komplettlösung, die einfach alle Probleme beseitigt. Wobei das Ende einen als Leser dennoch zufrieden zurücklässt!
Alles in allem ein wunderschönes zweites Buch der Autorin, das zwar ganz anders als ihr erstes, aber trotzdem unbedingt lesenswert ist.
JennifersBooks
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Die fünf Sterne stehen für ein Buch, das mich auf eine Weise berührt hat, die selten vorkommt. “Pina fällt aus” beginnt mit einem Cover, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat: der müde, direkte Blick der Frau, der gleichzeitig herausfordert und einlädt, genauer hinzusehen. Die kühle blaue Farbgebung erinnert an Krankenhauslicht und an jene Momente, in denen man erschöpft ist und trotzdem wachsam bleiben muss. Noch bevor ich den Klappentext gelesen hatte, fühlte ich mich in dieser Frau wieder – in ihrer Müdigkeit, ihrer Anspannung und ihrer ständigen Bereitschaft, alles zusammenzuhalten.
Im Roman setzt sich diese Intensität fort. Man ist sofort mitten in Pinas Alltag, in den vielen kleinen Handgriffen, den Ritualen und der ständigen Planung, die notwendig sind, damit der Tag mit Leo nicht aus dem Ruder läuft. Die Darstellung von Leos Gedankenwelt, besonders der Vergleich mit dem Automaten, hat mich tief berührt, weil er so treffend beschreibt, wie man manchmal den richtigen Mechanismus finden muss, damit etwas wieder funktioniert. Viele Szenen haben mich an meinen eigenen Alltag mit meiner Tochter erinnert – an die Supermarkt‑Momente, die fehlende Spontanität, die kostbaren Stunden Allein‑Zeit und die ständige Sorge, was passiert, wenn man selbst einmal ausfällt.
Gerade dieser Gedanke wird im Buch zu einem zentralen Thema, denn Pina fällt tatsächlich aus. Der Moment, in dem sie sich im Krankenhaus wiederfindet, ist ein Wendepunkt. Sie kämpft dort nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Es fällt ihr schwer, nicht ununterbrochen an Leo zu denken. Selbst während der Genesung kreisen ihre Gedanken darum, ob er zurechtkommt, ob er sicher ist, ob jemand seine Bedürfnisse wirklich versteht. Wie sehr sie selbst im Krankenhaus gedanklich bei ihm bleibt, ist so eindringlich geschildert, dass es mich beim Lesen tief berührt hat. Gleichzeitig wird deutlich, wie tief Pina in ihrer Verantwortung verwurzelt ist – selbst in Momenten, in denen sie längst an ihre Grenzen stößt.
Gerade deshalb ist ihre Entwicklung so bewegend. Pina muss lernen, sich auf andere zu verlassen. Sie muss akzeptieren, dass sie nicht alles allein schaffen kann, dass es Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und dass Leo nicht nur ihr Kind ist, sondern ein Mensch, der auch in anderen Herzen Platz findet. Der Moment, in dem sie sich eingesteht, künftig auf Leos „drei Vögel“ bauen zu müssen, ist einer der stärksten des Buches. Er zeigt, wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen – und wie befreiend es sein kann.
Zola ist dabei eine der Figuren, die mich am meisten überrascht haben. Unter ihrer Wut liegt eine enorme Einfühlsamkeit, die sich vor allem im Umgang mit Leo zeigt. Sie beobachtet, versteht intuitiv, reagiert richtig – und das, obwohl sie selbst kaum Halt bekommt. Ihre Entwicklung ist einer der emotionalsten Fäden des Buches, weil sie zeigt, wie viel Potenzial in einem Menschen steckt, dem niemand etwas zutraut. Gleichzeitig schmerzt es, wie wenig Anerkennung sie von ihrem Vater erhält, der weder zuhört noch versteht, was sie eigentlich braucht.
Inge ist eine Figur, die sich leise, aber kraftvoll ins Herz schleicht. Sie begegnet Zola ohne Vorurteile, hört zu, nimmt sie ernst und schafft damit einen Raum, in dem Zola sich öffnen kann. Ihre ruhige, klare Art und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machen sie zu einem emotionalen Ankerpunkt der Geschichte. Gleichzeitig zeigt der Ärger um den Lebensnachweis, wie absurd bürokratische Hürden sein können und wie sehr sie Menschen belasten, die ohnehin schon viel tragen.
Wojtek hat mich ebenfalls berührt. Sein Verhalten wirkt an manchen Stellen so, als würde er selbst irgendwo auf dem Spektrum liegen, ohne dass es benannt wird. Es ist schön zu sehen, wie er durch Leo aufblüht und in der Nachbarschaft eine neue Rolle findet.
Der Roman macht sehr deutlich, wie verschieden Menschen mit Verantwortung umgehen. Manche wachsen daran, andere ziehen sich zurück oder blenden alles aus. Besonders schmerzhaft ist die Distanz mancher Figuren, die Pinas unsichtbare Arbeit nicht sehen wollen oder können. Gleichzeitig wirken die warmen Momente – gemeinsames Essen, kleine Rituale, gegenseitige Unterstützung – dadurch umso intensiver. Die Nachbarschaft mit ihren Geschichten, Problemen und kleinen Geheimnissen verleiht dem Buch zusätzlich Lebendigkeit und zeigt, wie sehr Leo die Menschen um sich herum verbindet.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Aufbruch. Die Figuren stehen an einem Punkt, an dem neue Wege möglich werden, ohne dass alles auserzählt wird. Für Pina bedeutet das vor allem, dass sie sich selbst wiederfindet – nicht als jemand, der alles allein tragen muss, sondern als Teil eines Netzes, das sie hält. Dieses offene Ende fühlt sich ehrlich an, wie ein Moment des Durchatmens nach einer langen, schweren Zeit, in dem man spürt, dass Veränderung möglich ist.
Fazit: Ein zutiefst berührender Roman, der mit großer Sensibilität erzählt, wie sich Verantwortung, Erschöpfung, Liebe und Hoffnung im Alltag mit einem behinderten Kind anfühlen. Die Figuren sind vielschichtig, die Emotionen authentisch, und viele Szenen hallen lange nach. Für mich ein starkes, wichtiges Buch, das zeigt, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind – und wie viel Kraft in echter Verbundenheit steckt.
Karina
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Ich habe mich riesig gefreut, als der neue Roman von Vera Zischke angekündigt wurde - 'Ava liebt noch' hat mir damals schon so gut gefallen, und auch die sympathische Art der Autorin mag ich sehr.
Und was soll ich sagen: Ich reihe mich definitiv in die begeisterten Stimmen zu 'Pina fällt aus' ein. ????
Die Geschichte dürfte vielen bekannt sein: Der autistische Leo lebt mit seiner Mutter Pina in der Hansastraße 20 - in seiner ganz eigenen, gut strukturierten Welt. Die beiden sind ein eingespieltes Team, und Pina weiß genau, was Leo braucht, damit es ihm gut geht. Doch wie so oft bei pflegenden Angehörigen bleibt sie selbst dabei auf der Strecke ... bis es zum großen Knall kommt und Pina plötzlich ausfällt.
Auf einmal sind es die so unterschiedlichen Nachbarn, die einspringen:
Inge, die ihre Wohnung nicht mehr verlässt und eigentlich nur noch auf das Ende wartet.
Zola, wütend, sechzehn und auf der Suche nach sich selbst.
Wojtek, eigenbrötlerisch, verliebt und meist alleine vor seinem PC.
Es läuft nicht alles glatt - ganz im Gegenteil. Aber genau darin liegt die Stärke dieser Geschichte: im echten, manchmal unbeholfenen, aber ehrlichen Zusammenhalt. Und am Ende profitieren alle voneinander.
Und dann ist da noch Sam, der Intensivpfleger - mein heimlicher Lieblingscharakter. ????????
Ein wunderbar geschriebener Roman: unterhaltsam, witzig, schonungslos und ehrlich. Er zeigt, was passieren kann, wenn die Kraft nicht mehr reicht und kein stabiles Netz auffängt. Und er macht auch schmerzhaft klar, dass es eben nicht oft eine "Hansastraße 20" gibt ...
Es gäbe so viele kluge und schöne Zitate, die ich hier teilen können - aber ehrlich: Lest das Buch einfach selbst, es lohnt sich. ????
morlin
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Wir lernen in dem Buch zunächst die alleinerziehende Pina und ihren 20jährigen Sohn Leo kennen. Leo ist Autist und benötigt dementsprechend eine vollumfängliche Betreuung. Diese erfolgt überwiegend durch Pina selbst und durch die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt. Nur einmal in der Woche, dienstags, lässt Pina Leo bei der älteren Nachbarin Inge. Für genau anderthalb TV-Sendungen. Diese Zeit nutzt Pina für den wöchentlichen Einkauf. Doch an einem dieser Dienstage kommt Pina nicht zurück und Inge ist völlig überfordert. Denn Leon merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt und ist kaum zu zügeln. Kurzerhand werden nun die Nachbarn in die Suche nach Pina involviert, ob sie wollen oder nicht. Und als klar wird, dass Pina so schnell nicht wiederkommen kann, beginnt etwas, was in der realen Welt wohl eher ein Traum ist. Die Nachbarn kümmern sich um Leon und es entsteht eine ungewöhnliche Gemeinschaft – drei Vögel für Leo.
Für mich war es das erste Buch der Autorin. Aber es ist absolut klar, dass demnächst ihr Erstlingswerk bei mir einziehen wird. Sprachlich und auch inhaltlich hat mich die Geschichte absolut überzeugt. Ein klare Empfehlung!
begine
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Vera Zischke schreibt mit einfühlsamer Sprache.
In dem Roman „Pina fällt aus“ ist Autismus das Thema. Das setzt sie perfekt durch.
Die jahrelange Überlastung einer alleinerziehenden Mutter ist gut dargestellt. Auch das sie ihre eigene Gesundheit hintenan stellt kann ich mir gut vorstellen.
Pina ist so eine Mutter, die Tabletten nimmt um nicht auszufallen.
Der zwanzigjährige Leo ist ein besonders schwerer Fall.
Wenn man bedenkt man kann sein Kind nicht einmal alleinlassen, um einkaufen zu gehen.
Als sie zusammenbricht, hat sie ihn bei ihrer sechsundachzigjährigen Nachbarin Inge vor dem Fernseher geparkt. Was für ein Alptraum, als Pina nicht zurückkehrt und Leo bei ihr randaliert.
Die anderen beiden Nachbarn sind auch nicht so einfach.
Allerdings wächst die sechzehnjährige Zola über sich hinaus.
Diese Haustruppe ist grandios, wäre gut, wenn das möglich wäre.
Der Roman war spannend und fesselnd.
Ich möchte das Buch wärmstens weiter empfehlen.
carola1475
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Pina Luxen, Mitte 40, versorgt ihren 20jährigen Sohn Leo allein. Leo hat eine Entwicklungsstörung im Autismus-Spektrum und sein Leben ist bestimmt von Routinen und festen Ritualen. Von Beginn an tauche ich in Pinas und Leos Alltag ein und verstehe schnell Pinas ständigen Stress, ihre Angst vor Unvorhergesehenem, das Chaos in Leos Kopf verursacht, die Magenschmerzen, die ihr schon länger zusetzen. Einen Nachmittag pro Woche bleibt Leo für anderthalb Stunden bei Inge, einer älteren Nachbarin im Mietshaus, während Pina für Inge mit einkauft. Doch diesmal kommt Pina nicht zurück, sie ist auf der Straße zusammengebrochen und landet im Krankenhaus, sie fällt aus.
Inge und die anderen Nachbarn in der Hansastraße haben ihre eigenen Probleme und fühlen sich nicht zuständig, sie kennen Leos Schwierigkeiten mit der Welt nicht und sind anfangs völlig überfordert. Die 86jährige Inge verlässt ihre Wohnung nicht mehr und hat eigentlich mit ihrem Leben abgeschlossen, der einsame Wojtek hat keine sozialen Kontakte und arbeitet im Homeoffice und die 16jährige Zola ist voller Wut, hat Schule und auch Ausbildung abgebrochen, zockt nachts an der Spielekonsole und verschläft den Tag und wurde von ihrem Vater, dem Hausbesitzer, praktisch hierher abgeschoben.
Während Pina auf der Intensivstation lange im Koma liegt und selbst ihre Träume sich um Leo drehen, versuchen die Nachbarn, Leo zu verstehen und seinen Alltag aufrecht zu erhalten und sie verändern sich dabei, entwickeln sich, verstehen und unterstützen einander und werden zu einer Gemeinschaft, der auch Leo etwas geben kann. Ich komme den drei Charakteren immer näher, habe Verständnis für ihre jeweilige Situation und freue mich über ihre Entwicklung, ihr neues Miteinander und ihren Zusammenhalt.
Alle Protagonisten sind realistisch dargestellt, sie sind vielschichtige glaubhafte Charaktere, deren Figurenzeichnung auch durch wechselnde Perspektiven ein rundes Bild ergibt.
Vera Zischke schreibt einfühlsam, eindringlich und emotional, trotz der Schwere des Themas ist ihr Stil unterhaltsam und humorvoll, es gibt situationskomische Szenen, die mich zum Schmunzeln und Lachen gebracht haben. Die Autorin erzählt glaubhaft und authentisch, sie hat offensichtlich Erfahrung mit Autismus-Spektrum-Störungen und macht die Belastung pflegender Eltern sehr deutlich und auch die Berührungsängste mit Menschen, die 'anders' sind und 'trotzdem' Platz in unserer Gesellschaft haben müssen, denn sie sind eine Bereicherung.
Der direkte Blick der Frau auf dem Cover des Buches, intensiv, hilfesuchend, passt zu Titel und Geschichte. 'Pina fällt aus' hat mir rundum sehr gut gefallen und ich kann das Buch jedem Menschen uneingeschränkt empfehlen.
M
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Pina fällt aus
von Vera Zischke
Die alleinerziehende Pina kümmert sich aufopferungsvoll und ganz allein um ihren etwas anderen Sohn Leo bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie auf der Straße zusammen bricht und damit das passiert, was der Titel sagt, Pina fällt aus. Die Autorin hat das Leben und die Schwierigkeiten von Pina und Leo sehr gut beschrieben, man kann sich gut vorstellen, wie das Leben der beiden abläuft und wie wichtig die kleinen Rituale für Leo sind. Auch die anderen Personen der Geschichte, die im Haus Leben, ihre eigenen Probleme haben,sich aber in der Notsituation zusammen raufen, sind gut vorstellbar und die Autorin hat da ganz unterschiedliche Charaktere erschaffen. Trotz der nicht leichten Geschichte wird auch an vielen Stellen leicht und humorvoll erzählt. Ich bin nur so durch das Buch geflogen und am Ende etwas traurig, dass ich nicht erleben kann, wie es mit den einzelnen Personen weiter geht. Wer gerne lachen und weinen möchte und eine Geschichte mit Tiefgang und zum nachdenken mag, dem kann ich Pina fällt aus nur empfehlen.
