Kundenrezensionen
carola1475
empfiehlt:





Freunde fürs Leben
von Fredrik Backman
Seit ihrer Kindheit ist die fast 18jährige Louisa fasziniert von C. Jats Gemälde 'Das vom Meer', weniger vom Ozean als von den drei Jungen, die ganz klein am Rand des Bildes zu sehen sind. Eine Postkarte des Gemäldes gehört zu ihrem wertvollsten Besitz und sie schafft es, das Bild bei einer Auktion im Original zu sehen. Als sie auf einen Freund des Künstlers trifft, begleitet sie ihn kurzentschlossen auf seiner Reise in die Kleinstadt am Meer und erfährt von ihm auf der langen Zugreise von dem Sommer der Jugendlichen vor 25 Jahren.
Wie diese Teenager kennt Louisa Einsamkeit, Schmerz und Verlust, ihre einzige Freundin ist tot und auch die Freunde damals sind Außenseiter, anders als andere, mit deprimierender Kindheit und zweifelhafter Zukunft, ohne Selbstwertgefühl, aber sie schöpfen Kraft durch ihre Freundschaft und Verbundenheit, können miteinander lachen und in den Sommerferien lange Tage am Meer zusammen verbringen.
Backman kann das Lebensgefühl von Teenagern erstaunlich gut vermitteln, er lässt seine Figuren lebendig werden, sie sind authentisch und berühren mich, und viele Dialoge sind sehr witzig. Der Autor schreibt emotional, eindringlich und humorvoll und vermittelt mit einfachen Worten viel Lebensweisheit. Er teilt auch seine Ansicht über die Bedeutung von Kunst mit mir.
Was in der Gegenwart passiert und Ereignisse des damaligen Sommers werden abwechselnd erzählt. Backman macht Andeutungen und greift voraus, und ich bin überrascht, wenn sich die Geschichte dann doch anders entwickelt als erwartet. Ich fand es durchgehend schwierig, eine Lesepause einzulegen, weil mich 'Freunde fürs Leben' von Anfang bis Ende gefesselt hat.
Das sommerliche Cover vermittelt Unbeschwertheit und Leichtigkeit und zeigt so nur einen Teilaspekt der bewegenden Geschichte, die vielleicht Backmans bester Roman bisher ist. Ich empfehle 'Freunde fürs Leben' jeder Leserin, jedem Leser, denn wir alle brauchen Zuversicht, Hoffnung und den Glauben an die Kraft, die uns Freunde geben.
jori1020
empfiehlt:





Freunde fürs Leben
von Fredrik Backman
Fredrik Backman hat schon viele gute Bücher geschrieben. Sein neuester Roman 'Freunde fürs Leben' gehört für mich leider nicht dazu. Weder Handlung noch Figuren oder Sprache konnten mich wirklich überzeugen.
Zunächst zu der Handlung, die auf zwei Zeitebenen spielt: In der Gegenwart begleiten wir die 18-jährige Louisa, die in ihrem jungen Leben bereits einige Schicksalsschläge verkraften musste und Halt in der Kunst findet. Insbesondere ein bestimmtes Gemälde zieht sie in seinen Bann. Als dieses versteigert wird, nutzt sie die Gelegenheit, diesem einmal ganz nahe zu sein. Durch verschiedene schicksalhafte Fügungen trifft sie schließlich den Maler des Bildes – wobei von „treffen“ kaum die Rede sein kann. Auf der Flucht vor der Auktion läuft sie ihn schlicht über den Haufen. Innerhalb weniger Sekunden erkennt er angeblich ihr großes Talent für Kunst, hält sie für eine Seelenverwandte und beschließt kurzerhand, dass einer seiner letzten Wünsche es ist, das Louisa sein Kunstwerk besitzen soll. So weit, so realistisch. Oder eben auch nicht.
Louisa und Ted, der Freund des Malers, begeben sich daraufhin mit dem Bild im Gepäck auf eine gemeinsame Zugreise. Während dieser erzählt Ted die Geschichte des Bildes und damit die Geschichte von vier Freunden und einem schicksalhaften Sommer. Das geschieht allerdings in kurzen Episoden, die oft sehr fragmentarisch wirken. Vieles wird mehrfach angedeutet, wiederholt oder aus leicht veränderter Perspektive erneut erzählt. Mehr als einmal denkt Ted über dieselben Erinnerungen nach, stellt dann fest, dass er Louisa davon ja noch gar nichts erzählt hat, und erzählt ihr dieselbe Geschichte noch einmal. Das soll vermutlich Spannung erzeugen, bei mir führte es eher zu Ermüdung. Einen klaren roten Faden habe ich über weite Strecken vermisst.
Mit keiner der Figuren wurde ich wirklich warm. Louisa ist zwar 18 Jahre alt, erinnerte mich aber häufig eher an eine schlecht erzogene Zwölfjährige. Sie weint ständig, behauptet regelmäßig, Ted würde sie entführen und macht gefühlt auf jeder zweiten Seite Witze übers Furzen. Warum dieses Thema derart präsent sein musste, hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. Ted wiederum ist noch keine vierzig, wird aber dargestellt wie ein Mann im Rentenalter. Über mehrere Seiten hinweg erfährt man ausführlich von seinen Blasenproblemen und sonstigen Gebrechen. Informationen, die für die Handlung komplett irrelevant sind. Alles wirkte irgendwie überspitzt und kein bisschen authentisch. Auch die Nebenfiguren bleiben über mehr als 500 Seiten erstaunlich eindimensional: Joar scheint keine Begegnung zu haben, ohne sich zu prügeln, der Künstler definiert sich fast ausschließlich über seine schwere Depression und Ali wird ständig als verrückt dargestellt.
Leider konnten auch die Sprache und die vielen pseudo-philosophischen Passagen mich nicht wirklich erreichen. Was tiefgründig wirken soll, erschien mir oft eher bemüht.
Insgesamt war das Buch für mich deutlich zu langatmig. Statt berührt oder mitgerissen zu werden, habe ich mich eher 'durchgelangweilt'.
Schade.
19cici95
empfiehlt:





Freunde fürs Leben
von Fredrik Backman
Du weißt, dass ein Buch gut ist, wenn du schon bei unter 100 Seiten mindestens einmal geheult hast.
Fredrik Backman schafft es mit jedem Buch aufs neue, meine Gefühlswelt völlig zu zerstören. Bereits der erste Absatz ist so treffend, dass mir da schon klar war: das wird ein Fünf-Sterne-Buch.
Die junge künstlerisch begabte Louisa ist seit ihrer schwierigen Kindheit geradezu besessen von einem Bild vom Meer. Durch den größten Zufall, den ein Teenager erleben kann, kreuzt sich ihr Weg mit dem des Künstlers und Louisa macht sich auf eine Reise, die Geschichte des Bildes zu erfahren, die sie und alle mit denen sie in Kontakt kommt, vollständig verändern wird.
Dabei wird sie begleitet von einem netten mittelalten Herrn, der auf Louisa erstmal so gar keine Lust hat, doch nach und nach, entspinnt sich zwischen ihnen eine Freundschaft, die mehr ist, als es ein menschliches Herz ertragen kann. Wer auch das Erstaunliches Leben des A.J. Fikry von Gabreielle Zevin und Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte von T.J. Klune mochte, wird auch dieses Buch lieben. Dass daneben noch Donna Tartts Distelfink erwähnt wird, macht es nur noch besser.
Der Schreibstil von Backman ist so grandios wie immer. Mit einzelnen Sätzen reißt er dir das Herz heraus, noch bevor du bemerkst, dass jetzt gerade wieder ein ernster Ton angeschlagen wird. Denn trotz aller Kindheitstraumata ist es ein sehr lustiges Buch. An mehreren Stellen kann man nicht anders als zu lachen. Doch Freud und Leid liegen auch hier nah beieinander.
Es sind so viele Emotionen zwischen diesen zwei Buchdeckeln, dass es sich wie ein Stück eigener Geschichte anfühlt. Ich habe so viele Post-its in diesem Buch verwendet, an Stellen, die mich so tief getroffen haben und zu denen ich gerne wieder zurückkehren werde.
Wer von Anfang an ein Fünf-Sterne-Gefühl haben möchte, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt. Es wird es zerbrechen und wieder zusammenfügen.
Harakiri
empfiehlt:





Freunde fürs Leben
von Fredrik Backman
„…und ich vertraue dir“
Was kann es Schöneres geben als Liebe und Vertrauen? Und genau das finden 3 Jungen und 1 Mädchen in ihrem Heimatort. Sie machen alles zusammen und für 2 Jahre sind sie unzertrennlich. Bis ihre Welt langsam zu bröckeln beginnt.
25 Jahre später erfüllt sich Louisa einen Traum: sie will ihr Lieblingsgemälde live bei einer Ausstellung sehen. Und was dann passiert…
… ist absolut lesens- und liebenswert.
Denn was Backman hier bringt, ist ganz großes Kino. Rührende Geschichten, mitreißende Dialoge und alles mit einer guten Prise Humor gewürzt. Seine sympathischen Charaktere tragen dazu bei, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen mag. Zudem ist es so erzählt, dass die Story immer nur häppchenweise freigegeben wird, was die Neugier immens steigert.
Was (leider) auch nicht fehlt ist eine gewisse Dramatik und Trauer. Aber alles zusammengenommen ist der perfekte Mix für viele schöne Lesestunden.
Backmans Schreibweise ist sehr flüssig und anschaulich und man fliegt nur so durch die Seiten.
Fazit: wieder ein sehr schönes, sehr gelungenes Werk.
