Kundenrezensionen von Harakiri





FIVE - Das Ticken der Zeit
von Ilona Bannister
Five - Das Ticken der Zeit
Ist mal etwas ganz Anderes. Ein Roman, der mit den Nerven und Gefühlen seiner Leser spielt.
5 Menschen auf dem Bahnhof – und schon auf den ersten Seiten wird klargestellt, dass einer in den nächsten Minuten sterben wird.
Doch wer? Gideon, der hyperaktive Junge? Oder Sonny, der Schulden hat? Mrs. Worth, die zur Beerdigung ihrer Schwiegertochter wollte oder Liam oder Emma, die sich kennen, aber keinen guten Draht zueinander haben. Schon auf den ersten Seiten wird klar: so richtige Sympathieträger sind nicht dabei und die Autorin zwingt einem den Gedanken quasi auf, Partei zu ergreifen und sich denjenigen herauszupicken, den es treffen soll.
Das Buch besteht aus kurzen Kapiteln auf dem Bahnhof und 5 längeren, in denen man die Hauptcharaktere näher kennenlernt. Hier wird dann auch klar, warum sie so handeln, wie sie es tun.
Auch die Nebencharaktere fand ich sehr ansprechend. Der Feigling, der Rückenprobleme vortäuscht oder der Medizinstudent.
Sehr interessant ist es, wie die Autorin den Leser anspricht. Als stünde man ihr gegenüber. Teils kam sie etwas belehrend oder besserwisserisch herum, aber im Grunde erkennt man sich in den Charakteren sowieso wieder. Interessant waren dann auch die Einblicke in die jeweiligen Leben, auch der Nebendarsteller, auf die kurz eingegangen wurde. Hier wird klar: jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine Sorgen und Nöte. Und wenn man ihn nur kurz auf dem Bahnhof trifft, bitte keine vorschnellen Urteile bilden.
Fazit: Bei meiner nächsten Bahnreise schaue ich mir die Mitreisenden sicher genauer an.





Puppenherz
von Max Bentow
Nils und Carlotta müssen einen Mörder suchen, der seine Opfer mit einem Küchenbeil erschlägt und jeweils eine Trophäe mitnimmt. Kaum haben sie den einen Tatort besichtigt, wartet schon der nächste auf sie. Und dann gerät ausgerechnet Carlotta ins Visier des Mörders.
Das Buch besitzt ein wahnsinniges Tempo. Man kann es nicht aus der Hand legen. Kurze Kapitel und ein Mörder, der immer wieder zuschlägt halten die Spannung sehr hoch. Viel wörtliche Rede macht die Handlung lebendig.
Die Storyline ist neu und erfrischend anders. Wieso schnitzt der Täter Knochenpüppchen aus den Opfern? Schon allein für diese Idee hat Bentow Lob verdient – ich rätsle ja gerne mit, aber auf die Lösung wäre ich jetzt nicht gekommen.
Puppenherz ist der 3. Band der Trojan-Weiss-Reihe und bestimmt nicht der letzte. Puppenherz kann man unabhängig von den beiden Vorgängern lesen, ich würde dennoch empfehlen, Eulenschrei und Rabenland zuerst zu lesen, da sich vor allem Carlotta weiterentwickelt und auch das Privatleben der beiden Protagonisten macht dann mehr Spaß zu lesen.
Das Buch ist gewohnt blutig. Bereits auf den ersten Seiten passiert der erste Mord und Bentow schon die Nerven seiner Leser wieder mal nicht.
Fazit: Klare Kauf- und Leseempfehlung. Bentow lohnt sich immer.





Canvas (Cryptos, Band 2)
von Ursula Poznanski
Oh je, Laurenz ist aus seiner Gefängniskapsel ausgebrochen! Jana schwant Fürchterliches. Und so kommt es auch: die Vernichtung der virtuellen Welt steht immer noch auf seinem Plan. Und Jana ist weitgehend auf sich allein gestellt. Sie weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann. Und was ist eigentlich mit Theo los?
Canvas ist zwar ein Jugendbuch, aber auch ich als Erwachsene hatte viel Spaß beim Lesen. Die Autorin entführt uns erneut in eine Zukunft, in der virtuelle Welten den Alltag der Menschen bestimmen, weil das Bewohnen der Erde unmöglich geworden ist. Das Buch ist eine Fortsetzung von „Cryptos“ , kann aber unabhängig davon gelesen werden.
Jana begibt sich in Gefahr, was zum Mitfiebern einlädt. In der zweiten Hälfte des Buches locken einige Rätsel zum Mitraten und mich hat sehr begeistert, wie umfang- und detailreich die virtuellen Welten geschildert werden.
Das Buch verbindet Spannung mit aktuellen Themen wie Klimawandel und regt zum Nachdenken an. Die kurzen Kapitel sorgen für einen schnellen Lesefluss und die Erzählweise der Autorin weiß wieder zu begeistern. Zudem finden sich einige Wendungen im Buch, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Fazit: Wieder gelingt es Poznanski, den Leser zu fesseln. Ob jung oder alt spielt hier keine Rolle – das Buch eignet sich für Leser ab 14.





Revenge - Du sollst flehen
von S.T. Abby
Lana lässt sich durch nichts von ihrem Rachefeldzug aufhalten. Nicht einmal durch ihre Liebe zu Logan – der den Serienkiller jagt, der sie selbst ist.
Das Buch beginnt da, wo Band 2 aufgehört hat. Jedenfalls fast. Der Cliffhanger wird sehr schnell aufgelöst. Leider fehlen diesem Band die spritzigen Dialoge zwischen Lana und Logan.
Brisanz erhält das Buch aber durch die Tatsache, dass jemand Lana auf die Schliche kommt.
Ich war vom ersten Band an geflasht von der Reihe: die Schreibweise der Autorin, die Handlung an sich und vor allem auch davon, dass die Story mal etwas gänzlich anderes, Neues ist. Es verwundert schon, dass man Sympathie für eine Serienmörderin entwickelt, aber man erfährt auch wieder mehr aus Lanas Vergangenheit und warum sie tut, was sie tut. Die Welt ist eben nicht nur Schwarz-Weiß.
Mind*f**k* ist eine Reihe, die einfach süchtig macht. Durch Zufall auf die Reihe gestoßen (Buchhandlung) und hängen geblieben.
Leider sind die Bände jeder für sich immer sehr kurz und jetzt heißt es bis Oktober warten, bis „Pain – Du sollst leiden“ erscheint.
Fazit: jetzt muss ich wohl Türkisch lernen, weil es Band 4 und Band 5 noch nicht auf Deutsch gibt.





Bittere Reue
von Linda Castillo
Kate Burckholders grausamster Fall.
Als die grausam zerstückelte Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, taucht Kate Burckholder wieder tief in die Welt der amischen Leute ein. Doch dieses Mal nützt ihr ihre Herkunft nicht viel und alle Beteiligten mauern.
So kenne ich die Autorin gar nicht. Normalerweise sind ihre Kriminalromane nicht so blutig. Mir gefällt es, aber für Leute mit schwachem Magen könnte es etwas viel sein.
Castillos Schreibweise ist gewohnt flüssig und anschaulich und die Einblicke in die fremde Welt wieder faszinierend. Der Spannungsbogen beginnt gemächlich, schraubt sich aber schnell hoch und gipfelt in einem spannenden Finale. Und das hat es in sich, weil die Polizeichefin in eine fast ausweglose Lage gerät.
Was mich ein wenig gestört hat, aber das ist in fast allen Krimis so: die Klärung der Motive. Das wirkt einfach zu aufgesetzt.
Fazit: auch den 17. Fall der beliebten Autorin habe ich wieder sehr gerne gelesen.





Kaltes Versprechen
von Katharina Peters
Unfall oder Mord?
Rebekka Just ist neu bei der Mordkommission Hamburg und glaubt nicht an einen Unfall. Doch das Gegenteil zu beweisen ist schwierig.
Ein Fall wie Konfetti: tauschend winzige Schnipsel führen die Ermittler letztendlich auf eine Spur – und dann gilt es noch, diese Schnipsel wie ein Puzzle zusammenzusetzen.
Auf diesem Weg begleitet der neue Kriminalroman von Katharina Peters den Leser und unterhält ihn dabei sehr gut. Anfangs fand ich den Roman noch etwas zäh. Spätestens beim 2. Mal hatte ich verstanden, dass Krölle Hannah und ihrem Hund damals das Leben gerettet hat. Spätestens beim 4. Mal war ich nur noch genervt von der Wiederholung.
Kaltes Versprechen geht da weiter, wo die Hannah Jakob-Reihe aufgehört hat. Im letzten Band dieser Reihe ist Krölle verschwunden, nun treffen wir ihn wieder, was ich klasse finde, weil ich ihn und seine Methoden immer sehr gern mochte. Spielte er in der Hannah Jakob-Reihe nur eine kleinere Nebenrolle, wird er in der Reihe um Rebekka Just eine tragende Rolle und unterstützt die Kommissarin tatkräftig.
Fazit: Natürlich ist es schade, dass die Hannah-Jakob-Reihe endet, aber mit Rebekka Just ist Katharina Peters eine weitere Heldin gelungen, der man gerne folgt.





Du kriegst mich nicht
von Chris Carter
Gleich vorneweg: es handelt sich nicht um einen Teil der Hunter-Reihe.
Wie beschreibt man jetzt den Inhalt eines Buches, das so voller Wendungen ist, ohne zu spoilern?
Mary Smith hat ein neues Leben begonnen, nachdem ihr Ehemann zu einer Freiheitsstrafe wegen Misshandlung verurteilt wurde. Mary lernt einen neuen Mann kennen und ist glücklich, doch ihre Vergangenheit lauert an jeder Ecke.
Chris Carter ist bekannt durch seine Hunter- und Garcia-Reihe und ich dachte, dass es sich bei seinem Buch um einen Teil der Reihe handelt, da ich seine Bücher blind kaufe. Umso überraschter war ich, dass es sich um einen einzelnen Band handelt, der zudem noch ein Psychothriller ist. Doch Carter konnte mich auch hier überzeugen. Auch wenn nicht jede Seite vor Blut trieft, fesselt der Roman. Ein wenig vorhersagbar war er schon, aber mit dem Ende hatte ich nicht gerechnet. Schön fand ich aber, dass Carter alle Rätsel aufgelöst hat, sonst wäre ich enttäuscht von dem Buch gewesen.
Das Buch liest sich spannend, teilweise romantisch, spicy und mit den vielen Wendungen auch überraschend, aber teilweise auch etwas langatmig.
Fazit: Ein gelungener Versuch von Carter, sich abseits seiner Reihe zu positionieren.





Filmriss auf Immenhof
von Karsten Dusse
Nach seinen Erfolgsromanen um Björn Diemel verlegt Karsten Dusse seinen neuen Kriminalfall an einen Ort, den viele noch von früher kennen: Aus dem Immenhof ist inzwischen ein Luxushotel geworden und Kriminalpsychologin Sophia, vom Leben etwas entmutigt, schenkt sich dort einen Aufenthalt zum 45. Geburtstag. Sie träumt von Pferdehofromantik, Tagen im Spa und einfach nur Ruhe. Sie bekommt: die abgetrennte Hand ihres Ex-Freundes auf dem Kopfkissen. Hat sie etwa ihre Mordfantasien vom Vortag durchgeführt? Ihr Filmriss hilft nicht gerade beim Erinnern.
Und sorgt für gute Unterhaltung beim Leser. Dusse bleibt seiner humorvollen Schreibweise treu. Er spielt mit Worten „… ist Andreas nicht ins Wasser gefallen, sondern der Mordplan wegen der Party ins Wasser gefallen“ und schreibt mit einem Augenzwinkern. Wobei mir diese Wortspielereien im ersten Kapitel schon zu viel waren. Das klang nach erzwungenem Humor.
Zum Glück war damit nach dem ersten Abschnitt Schluss und die Handlung blieb lustig, aber nicht mehr so angestrengt. Sophia will den Mordfall lösen und das ist gar nicht so einfach, wenn man sich mit Wodka-Red Bull abgeschossen hat. Wie sie den Fall dann angeht und auflöst – das ist wieder typisch Karsten Dusse und hat mich begeistert.
Kurze Kapitel und eine lockere Schreibweise sorgen für schnellen Lesefluss, sympathische Charaktere und der ein oder andere Bösewicht für Spannung und die tolle Beschreibung des Gutshofs und des Umfelds dafür, dass man sich auch einen Aufenthalt im Hotel am Kellersee wünscht.
Fazit: nicht nur Fans der Immenhof-Filme kommen hier auf ihre Kosten.





Nachtschatten
von Kristina Ohlsson
August Strindberg ist in die Schweiz gereist, um einem alten Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Doch der Familienanwalt mauert.
Zuhause auf Höveneset passiert auch allerlei: ein Mädchen wird vermisst und nur ihre Beinprothese gefunden. Maria bekommt Droh-SMS und ein Vater will den frühen Tod seiner Tochter aufklären.
Ohlsson zu lesen ist immer wieder ein neues, tolles Abenteuer. Ich messe meine Bücher daran, wie oft ich sie weglege, Ohlsson konnte ich nicht aus der Hand legen. Und wenn, dann nur, um zu verarbeiten, was hier alles auf mich eingeprasselt ist. Denn die Handlung ist sehr vielschichtig und wird auf mehreren Ebenen erzählt.
Das Buch startet spannend und hält den Spannungsbogen bis zum Schluss, eigentlich sogar darüber hinaus.
Die Schreibweise der Autorin ist wieder sehr mitreißend und authentisch. Man fliegt nur so durch die Seiten. Die Charaktere sind sehr ansprechend und sympathisch und teilweise so undurchsichtig, dass man sich beim Lesen zig Fragen stellt. Einige überraschende Wendungen bereichern das Buch zusätzlich. Minutiös ist die Handlung geplant und ich bewundere die Autorin darin, dass sie sich in den vielen Szenarien nicht verzettelt.
Fazit: Wieder ein Buch, bei dem man traurig ist, dass es zu Ende ist, aber dennoch froh, die vielen Fragezeichen aufgeklärt zu wissen.





Blaues Feuer
von Michael Thode
Ein Wissenschaftskrimi, der es in sich hat
Kristina und ihr Kollege José haben ein Bakterium entdeckt, das das Potenzial hat, die Welt zu verändern. Doch während der Forschung ereignet sich ein Unfall. Um weitere Bakterienstämme zu sichern, begibt sich Kristina auf eine Schiffsexpedition – und damit beginnt ein spannender Wettlauf.
Die Handlung des Buches verläuft auf verschiedenen Ebenen: Neben Kristina, Yorrick und José begleiten wir auch zwei Paare auf einem Segeltörn. Langsam nähern sich die Ebenen einander an.
Das Buch ist spannend von der ersten Seite an. Besonders fasziniert hat mich Yorrick. Allerdings werde ich da aus dem Prolog nicht richtig schlau – vielleicht ist seine Story der Aufmacher für eine Fortsetzung? Ich würde mich jedenfalls freuen.
Die Handlung regt zum Nachdenken an, besonders der Raubbau der Weltmeere hat meine Gedanken beschäftigt.
Fazit: toll geschrieben, nachdenklich machend, aber vor allem eins: sehr gute Unterhaltung.









