Kundenrezensionen
Julchentim
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All Better Now
von Neal Shusterman
Dieses Buch spricht junge Leser an, bleibt aber nicht an der Oberfläche und ist somit für jeden etwas. Die Idee trifft (m)einen Nerv! Ein Virus breitet sich aus. Wer überlebt, verliert Angst, Wut, Stress und Depression. Zurück bleibt Zufriedenheit. Der Preis ist hoch. Einer von 25 stirbt.
Eine Frage hat mich durch das ganze Buch begleitet. Würde ich mich anstecken lassen?
Die Geschichte folgt drei Jugendlichen aus sehr unterschiedlichen Welten. Mariel lebt auf der Straße, Ron ist der Sohn eines Superreichen, Morgan erbt Macht und Geld von einer fanatischen Gegnerin des Virus. Alle drei treffen Entscheidungen, die man verstehen kann und die man trotzdem ablehnt. Genau das macht das Buch stark.
Es gibt keine einfache Seite, für die man eindeutig sein möchte. Beide Lager handeln aus Motiven, die nachvollziehbar sind, und richten dabei Schaden an. Das fühlt sich erschreckend real an.
Die gesellschaftlichen Folgen stehen klar im Fokus: Wirtschaft, Medien, Macht und Angst greifen ineinander. Wer von Unzufriedenheit lebt, kämpft gegen Heilung. Das ist hart, aber schlüssig.
Die Figuren sind nicht immer sympathisch. Sie sind oft egoistisch, machen Fehler. Gerade deshalb wirken sie sehr menschlich. Besonders Morgan hat mich beschäftigt. Ihr Weg zeigt, wie schnell Haltung kippen kann, sobald Einfluss ins Spiel kommt.
Das Buch ist lang, der Mittelteil zieht sich spürbar. Manche Passagen hätten straffer sein dürfen. Dafür sitzt das Ende umso stärker, endet (sehr) offen.
Was bleibt, sind viele Fragen. Wie viel Freiheit steckt in echtem Glück? Wie viel Kontrolle verträgt eine Gesellschaft? Und wer entscheidet, was heil ist?
Ich habe das Buch gern gelesen. Es hat mich geärgert, nachdenklich gemacht und begleitet. Genau das erwarte ich von guter dystopischer YA.
Tyrolia Testleser:in aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
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All Better Now
von Neal Shusterman
Testleserin KIRA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (14 Jahre, Baumkirchen)
Mariel lebt mit ihrer Mutter auf der Straße. Es ist kein guter Zeitpunkt, um auf der Straße zu leben. Es gibt eine neue Krankheit: Crown Royale. Viele sterben an ihr, doch die Genesenen scheinen wie verwandelt: Sie sind glücklich, sorgen sich mehr um andere und das Allgemeinwohl als um sich selbst. Selbst die gemeinsten Menschen sehen ihre Fehler ein, versuchen sich zu bessern und verschenken ihr Vermögen. Es gibt viele Gerüchte darüber, dass die Meschen nicht mehr sie selbst sind und von Aliens gekidnappt und ausgetauscht wurden. Die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt wollen verhindern, dass die Krankheit sich weiter ausbreitet, und haben Angst selbst infiziert zu werden. Rón gehört zur Risikogruppe, denn er ist farbenblind, besser gesagt, er sieht kein Blau. Sein Vater ist einer der reichsten Menschen der Welt und tut alles, um ihn in Sicherheit zu wissen. Er möchte aber als wohltätiger Mensch gesehen werden, also eröffnet er Luxushotels in denen man für nur sehr wenig, bis gar kein Geld wohnen kann. Mariel und ihre Mutter werden dort aufgenommen und Mariel lernt Rón kennen. Die reiche Dame Havilland hat ebenfalls Angst um ihr Vermögen. Daher sucht sie sich eine Erbin aus: Morgan. Sie überschreibt ihr alles, gibt ihr den Auftrag, ein Heilmittel gegen die Krankheit zu entwickeln und erkrankt an Crown Royale. Sie überlebt und erkennt, dass es ein Riesenfehler war. Doch ihr Testament ist wasserdicht. Mariels Mutter erkrankt und sie werden bei einer von Genesenen gegründete Auffangstation für kranke, Obdach- und Heimatlose aufgenommen. Mariels Mutter stirbt und Mariel hofft, sich auch bei Crown Royale anzustecken. Rón hat genug von seinem kontrollsüchtigen Vater und seinem langweiligen Leben. Er reißt aus und steckt sich sofort mit Crown Royale an. Er kommt ebenfalls zu der Auffangstation, wo er Mariel wieder trifft. Sie kümmert sich um ihn und er wird wieder gesund. Aber er ist immer noch ansteckend, das nennt man „Alpha-Spreader“ Mariel versucht sich anzustecken, doch alle ihre Tests sind negativ. Sie ist immun. Róns Vater ist ihnen auf der Spur, also hauen sie ab. Sie fahren mit dem Auto herum und Rón versucht möglichst viele Leute anzustecken, denn er spürt, dass das seine Aufgabe ist. Morgan tut sich mit Róns Vater zusammen, um seinen Sohn zu finden und einen Impfstoff zu entwickeln. Was sie ihm allerdings verheimlicht ist, dass sie nicht plant einen Impfstoff zu entwickeln, sondern einen Virus zu erschaffen, der bewirkt, dass die Leute nicht glücklich und egoistischer sind. Dafür braucht ihr Forschungsteam das Blut von einer immunen Person. Was für ein Zufall, dass so jemand mit Rón unterwegs ist.
Ich möchte jetzt nicht noch mehr verraten, ich kann nur sagen, dass es noch viel spannender wird, und das Ende absolut fantastisch ist. Das Buch ist sehr realistisch und eher nichts für Leute die mit „dunklen Zukunftsszenarien“ nichts anfangen können. Aber für Leser, die Dystopie mögen, ist es ein perfektes Buch. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mich allerdings überhaupt nicht verwirrt hat. Ein sehr cooles Buch, das viele spannende Themen behandelt.
PMelittaM
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All Better Now
von Neal Shusterman
Die Covid-Pandemie ist vorüber, und schon ist ein neuer pandemischer Virus, Crown Royale genannt, unterwegs, zumindest in diesem Roman. Seine Sterblichkeitsrate beträgt 4 %, aber alle, die ihn überleben, verändern sich, sie werden glücklich und zufrieden, hilfsbereit, zugewandt, einfach gute Menschen. Doch, das hat auch Nachteile, denn, wenn solche Genesende zum Beispiel jemanden sehen, der in Lebensgefahr schwebt, wollen sie ihn retten, ohne Rücksicht auf sich selbst, was einigen von ihnen das Leben kostet.
Auf der anderen Seite gibt es, wie soll es auch anders sein, auch Menschen, die das Virus verteufeln, es werden, auch über die Genesenen Fakenews verbreitet, so dass es sogar zu Angriffen auf sie kommt.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, nicht nur aus denen der Hauptcharaktere, zudem startet jeder der acht Abschnitte des Romans mit einer kurzen Erzählung, jeweils aus verschiedenen Orten auf der Welt, die alle einen Bezug zum Hauptthema haben.
Die Protagonist:innen sind sehr verschieden. Rón Escobedo ist der jüngste Sohn des weltweit drittreichsten Mannes, und hat immer wieder mit Depressionen zu kämpfen. Er flüchtet aus seinem Goldenen Käfig und legt es darauf an, angesteckt zu werden. Als Genesener will er dann dafür sorgen, möglichst vielen Menschen dieses Glück auch zu bescheren.
Mariel Mudroch lebt mir ihrer Mutter in deren Auto, bis ihre Mutter erkrankt. Auch Mariel möchte dieses Glück kennenlernen. Und schließlich gibt es noch Morgan Willmon-Wu, hochintelligent, die durch bestimmte Umstände zu viel Geld und Macht kommt, und diese dafür nutzen möchte, die Welt von dem Virus zu befreien.
Was würde ich in so einer Situation tun beziehungsweise wollen, habe ich mich beim Lesen öfter gefragt. Ich finde, die Prämisse dieses Romans ist ein sehr interessantes Gedankenexperiment. Natürlich stand ich als Leserin schnell auf einer Seite, schon, weil dort die sympathischeren Menschen unterwegs sind, aber vielleicht ist das ja zu kurz gedacht? Der Roman ist spannend, und die verschiedenen Teile, auch die kurzen Erzählungen zu Beginn der Abschnitte greifen nach und nach ineinander.
Ich war davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Einzelroman handelt, und war über das sehr offene Ende doch überrascht, obwohl es durchaus zum Roman gepasst hätte, so offen zu enden. Doch, und das hatte ich beim Lesen schon wieder vergessen, wird man bereits zu Beginn des Buches darüber informiert, dass es eine Fortsetzung geben wird, angekündigt für Herbst 2027). Nun denn, dann ist das offene Ende doch ein Cliffhanger.
Mein erster Roman von Neal Shusterman hat es in sich, einen interessanten Plot und viel zum Nachdenken. Ich bin sehr gespannt auf die anderen Werke des Autors, von dem ich tatsächlich bisher noch nichts gelesen habe, vor allem natürlich auch auf die Fortsetzung von diesem.
gelesengelauschtgemacht
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All Better Now
von Neal Shusterman
Ich bin ja ein großer Fan des Autors und habe sowohl die Skythe - Bände, wie auch Dry regelrecht verschlungen. Auf das neue Buch "All Better Now", das eine Viruspandemie zum Thema hat, habe ich mich daher sehr gefreut und mir das Hörbuch gekauft.
Die Leistung des Sprechers ist super, denn er schafft es, allen Charakteren die größtmögliche Tiefe zu verleihen und haucht der Geschichte Leben ein. Nicht zuletzt wegen der großartigen Sprecherleistung habe ich die doch zahlreichen Längen im Buch gut aushalten können.
Die Handlung ist nach der Corona-Pandemie angesiedelt - ein neuer Virusstamm, der ebenfalls über die Luft verbreitet wird, breitet sich über die Welt aus. Über die Herkunft wird im Buch nicht spekuliert, was ich sehr schade gefunden habe. Als Naturwissenschaftlerin interessiert mich das schon.
Mariel lebt mit ihrer Mutter am Rande der Gesellschaft - meist im Auto, in den USA. Ron ist der reiche Sohn des Vermieters, der Mariel und ihre Mutter bei der Übernachtung in seiner Immobilie kennenlernt.
Neben der "Liebesgeschichte" der beiden Charaktere, die für mich leider nicht besonders glaubwürdig ist, da sie sehr an der Oberfläche kratzt und emotinal wenig in die Tiefe geht, werden noch wirtschaftliche und ethische Themen abgehandelt.
Einer jugen hochbegabten Sprachwissenschaftlerin wird ein Imperium anvertraut - mit dem Ziel, Crown Royal zu stoppen. Die genesene ursprügliche Inhaberin wird zur scharfen Konkurrenz.
Die wissenschaftliche Forschung kann ich mir in dieser Form leider schon vorstellen, wobei mich eben die mangelnde Suche nach der Herkunft bei einer Suche nach einem schnellen Gegenmittel oder Impfstoff sehr verwundert hat.
Viele ethische Themen werden im Buch aufgegriffen, auch, wie weit Selbstlosigkeit einer Gesellschaft nutzt und wann diese selbst zum Problem wird.
Die technischen Spielereien, unter anderem der neuen Maskengeneration, haben für mich einen interessanen Aspekt bei der Lektüre dargestellt.
Dass die Charaktere alle sehr flach bleiben ist deren Vielzahl geschuldet, was ich sehr schade gefunden habe. Der Fokus auf weniger wirklich gut ausgearbeitete Figuren würde mir besser gefallen.
Für das Ende des Buches ziehe ich den zweiten Stern ab - das war, meiner Meinung nach, zu viel des Guten. Mir wäre ein klareres Ende sehr recht gewesen.
Fazit: Wer bereits andere Bücher des Autors gelesen hat, erwartet vielleicht, wie ich, etwas zu viel von dem Buch. Ansonsten ein gut konstruierter Medical Thriller.
Git
empfiehlt:





All Better Now
von Neal Shusterman
Ich bin seit Shustermans " Vollendet " Reihe , die mir damals in England über den Weg lief, von seinen von Romanen begeistert. Zudem lese ich unheimlich gerne Science fiction besonders Dystopien und Utopien. Deshalb war ich froh, dass ich den neuen Roman entdeckt habe . Das Cover sprach mich nämlich gar nicht an . Manchmal lohnt es sich näher hinzuschauen.
Shusterman ließ sich , wie so viele Autoren, von der Corona Pandemie für seine spezielle Viruserkankung inspirieren mit allen möglichen psychologischen Reaktionen darauf wie z.B Leugnung , Angst , Leugnung ,Hoffnung ,oder Realismus .
" Interessant finde ich dass Shusterman auch etwas ( scheinbar?) positives draus machen wollte . Es geht mir zwar immer noch nicht auf wie so etwas möglich sein so( vielleicht veränderte Gene die eine veränderte stabile Hormonausschüttung bewirkt? ) Es ist aber auch egal da es es Science Fiction ist.
Immer glücklich und zufrieden sein? Angst und Unzufriedenheit kann eine Antriebsfeder sein. Manche Forscher meinen auch wenn man immer zufrieden ist und kein Wunsch nach Veränderung hat, gäbe es auch keine Evolution. Man kann aber auch sagen , daß Empathie und fehlender Eigennutz förderlich für Engagement ist. Und " Dunkelheit gibt es nicht ohne Grund "
In diesem Fall im Roman haben die Reichen und Mächtigen Angst vor Veränderungen und Kontrollverust.
Sehr unterhaltsam, die Protagonisten können kaum unterschiedlicher sein wie in diesem Buch um die verschiedenen Positionen aufzuzeigen.
Hier wird es etwas schwarz / weiß dargestellt was in einem Buch meiner Meinung nach legitim ist .
Im echten Leben liegt die Wahrheit in der Mitte. Aber es macht Spaß diese Vision und die Gedankengänge zu verfolgen , die gerade darum auch zum eigenen Nachdenken anregen.
Vor allem diese Fragen.Was ist Glück und Zufriedenheit, wie ensteht es? Ist man es, kann man es lernen...?
Ich sehe dies auch gesellschaftskritisch.Was ist wenn dann Leute verschiedene Bedürfnisse nach Nähe und Gemeinschaft haben und Sachen in dem Kontext von den Anderen aufgezwungen werden?
In gewisser Hinsicht erinnert mich dieser Roman obwohl Jugenddystopie an Thriller von Marc Elsberg gerade in der Art und Weise wie die Mächtigen im Hintergrund skrupellos Pläne schmieden.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es in der Mitte ein wenig Längen hatte, denn der Show down hat es wieder wett gemacht.
Anndlich
empfiehlt:





All Better Now
von Neal Shusterman
Die Welt wird von einem neuen Virus eingenommen, die Todeszahlen steigen, aber wer die Crown Royal überlebt, der kennt nur noch eine Gefühlslage: Glück. Doch nicht jeder möchte, dass die Krankheit sich verbreitet und die Menschen glücklich macht, denn Glück sorgt nicht für Umsatz und so machen sich einige auf die Suche nach dem Impfstoff.
Mariel lebt mit ihrer Mutter in einem Ford Fiesta, ihr Leben ist geprägt von Ängsten und auch Rón kennt die negativen Gefühle, obwohl sein Vater zu den reichsten Menschen gehört, fühlt Rón sich nicht glücklich und ausgerechnet er gehört zur Risikogruppe des neuen Virus’.
All better now von Neal Shusterman ist der erste Teil einer Dilogie für Jugendliche, welcher aus hauptsächlich drei Perspektiven erlebt wird. (1) Mariel lebt mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen und hat die Schattenseiten des Lebens bereits früh kennengelernt. (2) Rón muss sich finanziell wenig sorgen machen, gilt sein Vater als einer der reichsten Männer der Welt und doch ist auch Rón nicht glücklich. (3) Morgan hat sich bereits in jungen Jahren viel erarbeitet und plötzlich bekommt sie ein sagenhaftes Angebot, das sie in eine hohe Position bringen könnte. Alle drei Protagonist:innen sind jung und damit ein erstes Indiz für ein Jugendbuch, dennoch sind die Figuren nicht eindimensional, haben Ecken und Kanten und sind nicht nur schwarz/weiß gezeichnet. Besonders zu Beginn mochte ich die Facetten der Charaktere und dass ihr Handeln nicht nur als böse oder gut betrachtet werden konnten.
Crown Royal klang bereits im Klappentext sehr spannend und ich habe mich vor allem darauf gefreut, zu erfahren, was das Virus mit den Erkrankten bzw. Genesenen anstellt und an dieser Stelle kommt für mich leider das sehr große Manko des Buchs, denn diese Frage blieb für mich bis zum Ende offen. Es wird zwar gesagt, dass die Menschen glücklich sind, aber das kam für mich an keiner Stelle rüber. Ich habe nicht mitbekommen, was Crown Royal mit den Genesenen auf der Gefühlsebene anstellt und wie dieses Gefühl die Menschen verändert. Dementsprechend wirkten die Handlungen der Genesenen weitestgehend nicht greifbar und streckenweise willkürlich. Aus diesem Grund kam ich auch nur sehr langsam durch die Geschichte und dort auch nie so richtig an.
Da ich zu Beginn dachte, dass es ein Einzelteil ist und mich das Buch inhaltlich auch nicht komplett überzeugen konnte, war ich gespannt auf das Ende. Dies hat mich insofern positiv gestimmt, weil ich nach Abschluss nicht zwingend das Gefühl habe, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Ja, es bleiben viele Fragen offen und doch ist es ein Abschluss, den man auch nur als ziemlich offen betrachten und durch eigene Gedanken beenden kann. Gleichzeitig ist das Ende wiederum eine weitere geniale Idee, die Shusterman aufbaut und die einen interessanten Fortgang verspricht, aufgrund der für mich fehlenden Tiefe bin ich mir jedoch nicht sicher, ob ich diesen Teil auch lesen werde/möchte.
Insgesamt ist All better now für mich eine wirklich geniale Idee, die sehr viel Potenzial hat und sehr interessante Charaktere (auch Nebenfiguren) beinhaltet. Doch am Ende hat es mir an Tiefe gefehlt, um richtig in die Geschichte eintauchen zu können.
Eternal-Hope
empfiehlt:





All Better Now
von Neal Shusterman
"All better now" von Neal Shusterman wird als Jugendbuch vermarktet und hat mich mit seiner herausragenden Qualität sehr überrascht. Ich habe mir eine lockere Unterhaltung erwartet und ein spannend geschriebenes Buch bekommen, das mich beim Lesen nicht nur komplett gepackt hat, sondern auch nach Beendigung der Lektüre noch tief nachwirkt mit den tiefgründigen identitätspsychologischen und ethischen Fragen, die es aufwirft.
Das Buch spielt in der Zeit ein paar Jahre nach der Corona-Pandemie, die in den Köpfen der Charaktere immer noch sehr präsent ist und auf die es im Buch viele Referenzen gibt (auf eine Art und Weise, die gut gepasst und mich überraschenderweise nicht gestört hat, obwohl ich gedacht hätte, von diesem Thema schon genug zu haben).
Nun grassiert ein neues Virus, passenderweise in Anlehnung an Corona CrownRoyale genannt, die Krone der Coronaviren sozusagen. Genauso wie Corona überträgt es sich durch die Luft, aber es gibt einen bedeutenden Unterschied: jeder 25. Infizierte stirbt daran, doch alle anderen werden zu Genesenen, die unbeschwert, entspannt und glücklich wirken. Was bedeutet so ein Virus für die Menschheit und für jeden Einzelnen? Ist es erstrebenswert, dass sich möglichst viele infizieren, wenn sie danach glücklich sind, auch um den Preis der Todesfälle? Was macht es mit einer Gesellschaft, wenn eine kritische Masse glücklich und zufrieden ist, was passiert mit Wirtschaft, Politik, Arbeitsmarkt? Und sind das überhaupt noch dieselben Menschen, wenn sie sich so grundlegend verändert haben? Müssen die Menschen fürchten, sich selbst und ihre echte Identität zu verlieren, wenn sie sich infizieren und dann von dieser Krankheit genesen?
Alle diese und noch viele weitere spannende Fragen stellt dieses Buch. Wir erleben es aus den Perspektiven mehrerer Menschen, die aus den unterschiedlichsten sozialen Milieus stammen: da gibt es Rón, Sohn von Blas Escobedo, des drittreichsten Menschen der Welt. Mariel, die mit ihrer Mutter, die sich nie von Long Covid erholt hat, auf der Straße lebt und mit ihr gemeinsam um ihr Überleben kämpfen muss. Morgan, hochbegabt, aber mit einer Mutter, die an einer Frühform von Demenz leidet, ist schon sehr jung zu der Erkenntnis gekommen, dass die Welt ein Null-Summen-Spiel und ein Kampf sei, und ist fest entschlossen, zu den Siegern zu gehören, als sie eine einmalige Chance erhält. Eine vermögende alte Frau, die sich mit Crown Royale infiziert und fürchtet, ihre Persönlichkeit zu verlieren. Und noch so einige mehr.
Besonders machen das Buch die facettenreichen Figuren. Es gibt kaum schwarz-weiß und alle Figuren haben differenzierte Charakterzüge, die sich allesamt auf die eine oder andere Art und Weise nachvollziehen lassen, sodass sich mit allen mitfiebern lässt. Auch in Bezug auf die Konsequenzen der immer größer werdenden Anzahl der Genesenen für die Welt sind verschiedene Deutungen möglich. Das Buch fordert also dazu auf, die eigene Position immer wieder kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig ist an vielen Stellen auch eine kritische Aufarbeitung der Corona-Zeit eingearbeitet, beispielsweise, wenn für die Genesenen von verschiedenen Interessensgruppen neue Bezeichnungen in Umlauf gebracht werden: sind diese etwa beeinträchtigt? Oder umschlungen? Da wird deutlich, wie sehr eine bestimmte Wortwahl unser inneres Bild von etwas prägt.
Dieses Buch ist der erste Teil einer Dilogie, der zweite Band ist für Herbst 2027 angekündigt. Insofern ist verständlich, dass nicht alle offenen Fragen in diesem Buch vollständig beantwortet werden. Dennoch ist es dem Autor gelungen, das Buch zu einem guten, runden Abschluss zu bringen, der mich die Lektüre mit einem hoffnungsvollen Gefühl beenden hat lassen und gleichzeitig dafür sorgt, dass ich mich auf den zweiten Band freue.
Ich empfehle dieses Buch allen ab 14 Jahren: Jugendlichen und jungen, aber auch schon etwas älteren Erwachsenen, die an einem spannenden und tiefgründigen Buch interessiert sind, das sich leicht und interessant liest und dabei doch Tiefe aufweist. Für mich wird es definitiv nicht das letzte Buch dieses talentierten Autors gewesen sein.
lectrice
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All Better Now
von Neal Shusterman
Ich liebe die Scythe-Reihe von Neal Shusterman und hatte deshalb hohe Erwartungen an das Buch. Und um es vorweg zu sagen: das Buch hat mir gefallen, aber es reicht nicht an die Scythe-Reihe ran.
Das Buch spielt einige Jahre nach Corona und mit Crown Royale gibt es eine neue weltweite Pandemie. Die Erkrankung ist heftig, aber wer sie übersteht, ist ein neuer Mensch. Die Genesenen sehen alles positiv und sind mit sich im Reinen, führen ein glückliches Leben, setzen sich vorbehaltlos für Andere ein - auch wenn sie sich damit selbst in Gefahr bringen. Aber ist ein solches Leben wirklich erstrebenswert? Gerade für Machtmenschen und Superreiche ganz bestimmt nicht, denn sie sind nach der Erkrankung charakterlich stark verändert.
Rón ist der jüngste Sohn des drittreichsten Mannes der Welt und da er anfällig für das neue Virus ist, darf er das Penthouse nicht mehr verlassen. Mariel hingegen lebt mit ihrer Mutter im Auto und immer am Existenzminimum - also am entgegengesetzten Ende der Skala. Aber die beiden freunden sich an und es ist interessant zu lesen, wie sie sich entwickeln.
Ich möchte aber gar nicht mehr zum Inhalt verraten. Nur, dass es sich hier um den ersten Teil einer Dilogie handelt und am Ende die Weichen alle neu gestellt werden.
Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und sich gut lesen lässt.
Tara
empfiehlt:





All Better Now
von Neal Shusterman
„All Better Now“ ist der erste Band der All-Now-Dilogie des US-amerikanischen Autors Neal Shusterman.
Crown Royale ist eine neue aggressive Variante des Coronavirus. Wer das Glück hat zu überleben, wird immun und ist nicht mehr in der Lage negative Gefühle zu empfinden. Die Genesenden sind zu glücklichen, zufriedenen und hilfsbereiten Menschen geworden. Durch diese Wesensveränderungen kommt es zu Auswirkungen in Politik und Wirtschaft für die dieses Miteinander keineswegs nur positiv ist.
Mittendrin sind Rón - ein genesener Milliardärssohn - und als Kontrast die immune Mariel, die sich nichts mehr wünscht als ein wenig Glück.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt, da die Parallelen zu der noch nicht lange zurückliegenden Corona-Pandemie deutlich spürbar sind und die Handlung dadurch an Authentizität gewinnt.
Zunächst klingt die Wesensveränderung der Genesenden sehr positiv, da sie glücklich und zufriedener mit ihrem Leben sind. Die Schattenseiten, die sich dadurch an anderen Stellen zeigen, sorgen schnell für reichlich Spannung und Dynamik in der Handlung. Es entwickelt sich eine Dystopie, die gesellschaftskritische und moralische Fragen aufwirft und dadurch zum Nachdenken anregt.
Mit Rón und Mariel hat der Autor zwei sehr unterschiedliche und interessante Charaktere erschaffen. Allerdings passiert so viel, dass sie ein wenig untergehen und nicht so ausgearbeitet wurden, wie ich es mir gewünscht hätte.
Zum Ende hin steigert sich die Spannung nochmals enorm und es wird richtig actionreich. Wie zu befürchten war, gibt es natürlich einen Cliffhanger, der mich nun gespannt auf den nächsten Band warten lässt und der dafür sorgt, dass mich das Buch gedanklich noch einige Zeit beschäftigen wird.
SkyMichaelis
empfiehlt:





All Better Now
von Neal Shusterman
Als ich erstmalig den Klappentext von "All better now" las, dachte ich direkt dies müsste genau meinen Geschmack treffen. Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.
Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen von dem Plot als letztlich umgesetzt wurde. Ich hätte mir gewünscht, dass ethische Themen in die Tiefe ergründen werden. Ein Virus, das einen immer glücklich sein lässt, egal was um einen geschieht klingt da nach dem perfekten Ausgangspunkt. Leider bleibt es sehr an der Oberfläche bezüglich psychologischer Dynamiken. Der Roman setzt sich eher mit wissenschaftlichen und politischen Fragen auseinander. Um dies zu untermauern gibt es zahlreiche Vergleiche zum vergangenen Corona-Virus. Die Charaktere blieben farblos, ebenso die Handlung.
Man hätte was neues, innovatives aus der Grundidee machen können. Leider wurde das Potenzial nicht genutzt. So bleibt es eben eine Dystopie über einen Virus und deren politische Folgen. Sowas hat man schon öfter gelesen oder in Filmen gesehen. Ich hätte mir gewünschte, dass wirklich näher auf die Emotionsregulation, die der Virus angreift, eingegangen wird. Ein bisschen mehr Mut aus bekannten Bahnen aufzutreten hätte dem Buch gut getan.
