Kundenrezensionen von Julchentim





Ms Atkins und die Bibliothek der Träume
von Vanessa Göcking
Was für eine wunderschöne Geschichte! Ms Atkins und die Bibliothek der Träume hat mich von Anfang an abgeholt und sich für mich ganz schnell zu einem echten Herzensbuch entwickelt.
Ich mochte Amanda mit ihrer festen Ordnung, ihren Routinen und ihrer eher kontrollierten Art unglaublich gerne. Gerade ihre Entwicklung hat mir gefallen, weil sie zeigt, dass es nie zu spät ist, sich selbst zu fragen, was man eigentlich wirklich vom Leben möchte. Auch die anderen Figuren bringen ihre eigenen Geschichten, Wünsche und Verletzungen mit. Dadurch wirken sie menschlich und ich konnte mit ihnen mitfühlen.
Vanessa Göckings Schreibstil ist flüssig, bildhaft und angenehm zu lesen. Die Bibliothek, London und dieser geheimnisvolle Ort voller Träume waren für mich eine wunderbare Kulisse, die ich sofort detailreich vor Augen hatte. Ich hätte am liebsten selbst jede Tür geöffnet und noch viel länger dort verweilt.
Besonders schön fand ich, dass die Geschichte trotz der fantastischen Idee vor allem von Menschen, Freundschaft, Verlust, Hoffnung und dem Mut erzählt, den eigenen Wünschen wieder Raum zu geben. Einige Gedanken haben mich tatsächlich dazu gebracht, über meine eigenen Träume und darüber nachzudenken, ob man im Alltag manchmal zu sehr funktioniert und dabei vergisst, was einem selbst guttut.
Das Buch hat mich emotional erreicht und am Ende mit einem richtig schönen Gefühl und Tränen in den Augen zurückgelassen.
Für mich ist dieses Buch eine wundervolle Mischung aus Magie, Gefühl und leisen Gedanken über das Leben. Eine Geschichte zum Wohlfühlen, Träumen und ein kleines bisschen Innehalten.
Ganz klare 5 Sterne und eine absolute Herzens- und Leseempfehlung!





Halbwach
von Sophia Como
Halbwach hat mich wirklich überrascht. Zoe ist keine Figur, die immer die richtigen Entscheidungen trifft oder sofort sympathisch wirkt. Doch genau das mochte ich. Ihre Gedanken, ihre Widersprüche und ihre Bindungsangst haben sich unglaublich echt angefühlt,.
Der Schreibstil liest sich leicht, obwohl die Themen doch ziemlich schwer sind. Ich war schnell in der Geschichte drin und wollte wissen, wie Zoe ihren Weg weitergeht. Besonders das Ende hat mir richtig gut gefallen, weil ich es stimmig und hoffnungsvoll fand.
Ein paar Dinge haben für mich trotzdem verhindert, dass es 5 Sterne werden. Die Therapiesitzungen wirkten stellenweise etwas zu belehrend und haben sich für mich nicht ganz natürlich angefühlt. Außerdem wurden sehr viele Konflikte aufgemacht, die zum Schluss etwas zu schnell abgearbeitet wurden. Da hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Zeit gewünscht.
Trotzdem ist das ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und ohne Zögern weiterempfehlen würde, vor allem für alle, die Geschichten über Selbstfindung, Bindungsangst und das Erwachsenwerden mögen.





Honey
von Imani Thompson
Ich hatte mir von Honey etwas mehr oder besser gesagt etwas anderes erhofft. Die Grundidee mit einer moralisch fragwürdigen Hauptfigur, die gezielt unangenehme Männer ins Visier nimmt, eine wirklich interessante Vision. Yrsa ist ungewöhnlich, scharfzüngig und sorgt mit ihrer trockenen Art immer wieder für unterhaltsame Momente. Auch die Themen rund um Rassismus, Macht und das Leben in der Wissenschaft haben dem Buch zusätzliche Tiefe gegeben.
Trotzdem hat mich die Geschichte mit der Zeit verloren. Der Thriller gerät immer wieder in den Hintergrund, viele Entwicklungen bleiben oberflächlich und manches wirkte auf mich nicht ganz nachvollziehbar. Vor allem zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass der Handlung die Richtung fehlt. Der Schluss kam für mich einfach zu abrupt und hat viele Fragen offen gelassen.
Insgesamt ein interessantes Debüt mit einer starken Ausgangsidee und einer besonderen Hauptfigur. Für mich hat das Potenzial aber nicht bis zum Ende getragen.





Nobody's Quest
von Alyssa Day
Ich war von Anfang an doch recht schnell in der Geschichte und habe Solis Reise gerne verfolgt. Sie ist eine sympathische Hauptfigur, deren Entwicklung für mich das Highlight des Buches war. Besonders gut gefallen hat mir, wie ihre inneren Kämpfe und Selbstzweifel in die Handlung eingebunden wurden, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.
Die Geschichte bietet viel Action, eine super spannende Quest und eine tolle Gruppendynamik. Gerade die wachsenden Beziehungen innerhalb der Reise haben das Buch für mich so besonders gemacht. Auch die zarte Liebesgeschichte hat gut gepasst, weil sie die Handlung ergänzt und zum Glück nicht dominiert.
An manchen Stellen hätte ich mir aber doch etwas mehr Tiefe bei den Nebenfiguren und einen gleichmäßigeren Erzählfluss gewünscht. Trotzdem hat mich die Geschichte bis zum Schluss gut unterhalten. Das Ende hat richtig Lust auf den nächsten Band gemacht und ich bin gespannt, wie es mit Soli und ihrer ungewöhnlichen Gruppe weitergeht.





Unshame
von Louisa Dellert
Für mich ist Unshame eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre. Eines, das man nicht nur einmal liest und dann ins Regal stellt, sondern immer wieder zur Hand nehmen sollte. Ich habe direkt Exemplare für meine 14-jährige Nichte und die 15-jährige Freundin meines Sohnes gekauft, weil ich finde, dass jede junge, aber auch jede erwachsene Frau dieses Buch lesen sollte.
Louisa Dellert schreibt absolut offen, persönlich und gleichzeitig gut verständlich. Sie verbindet ihre eigenen Erfahrungen mit vielen Hintergrundinformationen und regt immer wieder dazu an, das eigene Denken zu hinterfragen. Ich habe mich immer wieder an vielen Stellen selbst erkannt und gemerkt, wie tief manche Glaubenssätze über den eigenen Körper festsitzen, ohne dass man sie überhaupt noch bewusst wahrnimmt, geschweige denn darüber nachdenkt.
Besonders bewegt hat mich, wie deutlich wird, dass Frauen von klein auf lernen, sich und andere ständig zu bewerten. Dieses Buch zeigt, wem das nützt und warum es so schwer ist, aus diesen Mustern auszubrechen. Umso wichtiger ist die Botschaft, Frauen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sich gegenseitig zu stärken und mit mehr Mitgefühl aufeinander zu schauen.
Ich finde, dieses Buch sollte genauso von Männern gelesen werden. Es hilft zu verstehen, welchem Druck und welchen anmaßenden Grenzüberschreitungen Frauen tagtäglich ausgesetzt sind.
Es finden sich außerdem unglaublich viele Quellen zum Weiterlesen und Angaben zu inspirierenden Menschen in diesem Buch, um sich weiter mit diesem Bereich und anderen wichtigen verwandten Themen auseinander setzen zu können.
Ein unglaublich wichtiges, berührendes und kluges Buch, das lange nachwirkt. Für mich eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ganz klar 5+++ Sterne.





Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
von Amy Coombe
Dieses Buch hat bei mir direkt die richtige Stimmung getroffen. Diese Mischung aus Prinzessin, verfluchtem Buchladen und kleinem Dorf voller liebenswerter Figuren hat einfach nur Spaß gemacht. Besonders mochte ich Tandy, die sich zwischen Erwartungen, Pflichten und ihren eigenen Wünschen zurechtfinden muss. Ihre Entwicklung wirkte glaubwürdig und hat der Geschichte viel Herz gegeben.
Der Buchladen, die märchenhafte Welt und die vielen kleinen Details sorgen für eine absolut gemütliche Atmosphäre. Dazu kommt eine ruhige Liebesgeschichte, die sich langsam entfaltet und perfekt zum Ton des Buches passt. Auch die Nebenfiguren, allen voran der Pirat und die Dorfbewohner, machen die Geschichte sehr charmant.
In der Mitte hatte das Ganze für mich ein paar ruhigere Passagen, in denen etwas weniger passiert ist. Das nimmt dem Lesefluss stellenweise etwas Tempo. Trotzdem habe ich die Zeit in dieser Welt sehr genossen und hätte gerne noch mehr über die verschiedenen Königreiche erfahren.
Wer gemütliche Fantasy, Buchläden und märchenhafte Geschichten liebt, wird hier viel Freude haben. Für mich ein sehr schöner Wohlfühlroman mit einer originellen Idee und jeder Menge Charme.





Die Queen von Mayfair
von Alex Hay
Die Queen von Mayfair hat mich nach einem etwas ruhigen Einstieg immer mehr in ihren Bann gezogen. Anfangs brauchte ich etwas Zeit, um in die Geschichte und die verschiedenen Figuren hineinzufinden, doch je weiter die Handlung voranschritt, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen.
Besonders gut gefallen hat mir das Spiel aus Täuschungen, Geheimnissen und überraschenden Wendungen. Ständig hatte ich das Gefühl, dass niemand wirklich der ist, für den man ihn hält. Genau das hat die Geschichte so unterhaltsam gemacht. Die Atmosphäre des viktorianischen Londons passt perfekt zu den Intrigen und sorgt für eine besondere Stimmung.
Quinn ist eine spannende Hauptfigur. Selbst wenn ihre Methoden alles andere als ehrenhaft sind, wollte ich unbedingt wissen, ob ihr Plan aufgeht. Auch die Nebenfiguren haben der Geschichte zusätzliche Tiefe gegeben.
Der Schluss konnte mich nicht ganz so überzeugen wie der Weg dorthin. Einige Entwicklungen wirkten etwas zu schnell abgehandelt. Trotzdem bleibt ein sehr unterhaltsamer historischer Roman voller Täuschungen, Risiken und überraschender Enthüllungen.





Die Mitternachtsreise
von Matt Haig
Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt. Matt Haig schafft es wieder einmal, eine Geschichte zu schreiben, die leicht zu lesen ist und gleichzeitig unglaublich viel tief im Inneren auslöst. Die Handlung ist ruhig und man ahnt oft, wohin die Reise geht, aber genau das hat für mich den Zauber ausgemacht. Nichts wirkt künstlich oder überladen. Alles fühlt sich absolut ehrlich an.
Wilburs Reise hat mich sehr berührt. Mit jedem neuen Kapitel wurde mir mehr bewusst, wie sehr dieses Buch von den kleinen Momenten im Leben erzählt. Von Liebe, Verlust, verpassten Chancen und den Dingen, die man oft erst viel zu spät versteht. Viele Gedanken darin haben mich direkt getroffen, weil sie sich so menschlich und wahr angefühlt haben.
Besonders schön fand ich die Mischung aus Melancholie, Hoffnung und Wärme. Trotz aller schweren Themen fühlt sich das Buch nie bedrückend oder schwer an. Es erinnert einen daran, langsamer zu leben, mehr im Moment zu sein und Menschen nicht als selbstverständlich zu sehen.
Für mich ist das hier viel mehr als Fantasy. Es ist eine emotionale Liebesgeschichte über zweite Chancen, Reue und darüber, was am Ende wirklich zählt. Und obwohl das Buch große Fragen über Zeit, Leben und Tod stellt, bleibt es dabei immer nahbar und voller Herz.
Eines meiner absoluten Highlights dieses Jahr. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und wollte gleichzeitig nicht, dass es endet.





Ungelöst - Die erste Zeugin
von Arno Strobel
„Ungelöst – Die erste Zeugin“ hat mich rasch gepackt. Die Verbindung aus Cold Case, Entführung und Luisas Vergangenheit sorgte bei mir direkt für Spannung. Besonders die Idee mit ihrem fotografischen Gedächtnis fand ich interessant und mal etwas anderes.
Die Geschichte wird im Verlauf immer intensiver und lebt vor allem von den gut ausgearbeiteten Figuren. Luisa wirkt menschlich und glaubwürdig, weil sie eben nicht perfekt ist. Auch Ramin Brunner hat mir als ruhiger Ermittler richtig gut gefallen. Die beiden ergänzen sich sehr gut und ich bin gespannt, wie sich das Team in den nächsten Teilen weiterentwickelt.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und durch die kurzen Kapitel bleibt man ständig dran. Manche Wendungen konnte ich zwar schon vorher erahnen, trotzdem hat mich die Handlung durchgehend gut unterhalten. Gerade gegen Ende zieht das Tempo nochmal deutlich an.
Auch das Hörbuch war wirklich stark gesprochen. Dietmar Wunder bringt die Stimmung der Geschichte sehr gut rüber und macht die ohnehin spannende Handlung nochmal intensiver.
Für mich ein gelungener Reihenauftakt mit einer starken Ausgangsidee und sympathischen Figuren. Ich freue mich auf die Fortsetzung und vergebe gute 4 Sterne.





Alt genug
von Ildikó von Kürthy
„Alt genug“ hat sich für mich angefühlt wie ein langes Gespräch mit einer Freundin, die einfach alles ausspricht, was man selbst oft nur denkt. Ich musste mehrfach lachen, an manchen Stellen wurde es aber auch ziemlich nachdenklich und genau diese Mischung mochte ich sehr. Ildikó von Kürthy schreibt offen über Ängste, das Älterwerden, Freundschaften und dieses Gefühl, irgendwann nicht mehr jedem gefallen zu müssen. Vieles war extrem nachvollziehbar und angenehm ehrlich. Manche Passagen waren mir etwas zu negativ oder zu sehr auf Müdigkeit und Rückzug fokussiert, deshalb keine fünf Sterne. Trotzdem ein sehr warmes, kluges und persönliches Buch, in dem sich viele wiederfinden werden.









