Kundenrezensionen von gelesengelauschtgemacht





The Heat is on
von Felicia Kingsley
Hörbuchkritik zu *The Heat Is On – Something Is Cooking Between Us*
Dieses Hörbuch begeistert von der ersten Minute an und überzeugt als mitreißende Mischung aus Krimi, Romance und Mafia-Flair. Die Geschichte verströmt starke Italo-Mafia-USA-Vibes und verbindet Spannung, Humor und Romantik auf eine Weise, die durchgehend unterhält.
Einen ganz entscheidenden Anteil daran haben die beiden Sprecher Max Rauch und Sandra Voss. Sie leisten grandiose Arbeit dabei, die Geschichte lebendig werden zu lassen. Max Rauch verleiht der männlichen Hauptfigur eine charmante, selbstbewusste Präsenz mit genau dem richtigen Maß an Coolness und Wärme, während Sandra Voss der weiblichen Protagonistin Witz, Emotion und Tiefe schenkt. Ihre Stimmen harmonieren hervorragend miteinander, Dialoge wirken natürlich und pointiert, und auch der Wortwitz kommt im Hörformat perfekt zur Geltung.
Die Krimihandlung ist gut konstruiert und schafft es, Spannung aufzubauen, ohne den humorvollen Ton der Geschichte zu verlieren. Bekannte Klischees rund um Mafia, Verbrechen und Undercover-Dynamiken werden bewusst eingesetzt, aber nie langweilig oder austauschbar. Stattdessen bleibt die Geschichte individuell und überraschend, nicht zuletzt durch ihre charmanten und sympathischen Kriminellen.
Besonders tragen die beiden Hauptfiguren das Hörbuch. Ihre Chemie ist vom ersten Aufeinandertreffen an spürbar, ihre Schlagabtausche machen Spaß, und das Knistern zwischen ihnen zieht sich durch die gesamte Handlung. Und ganz ehrlich: Wer würde sich nicht in einen Mann verlieben, der Basilikum statt Blumen im Gepäck hat? Was ist heißer als ein Mann, der gut kochen kann – und dabei nicht nur am Herd überzeugt?
The Heat Is On ist ein Hörbuch, das Spannung, Humor und Romantik gekonnt miteinander verbindet. Es ist unterhaltsam, charmant, stellenweise herrlich klischeehaft und dabei dennoch eigenständig. Eine klare Empfehlung für alle, die Lust auf einen clever erzählten Krimi mit Herz, Wortwitz und ordentlich Leidenschaft haben.





Holly - Eine Belladonna-Novelle (Belladonna 4)
von Adalyn Grace
Mit *Holly* kehrt die Belladonna-Reihe für eine kurze Winterepisode zurück und knüpft inhaltlich an die Ereignisse der Hauptbände an. Die Novelle spielt zur Weihnachtszeit und verlegt ihre Handlung ins geheimnisvolle Herrenhaus Wisteria Gardens, wo Blythe und Aris eigentlich ruhige Feiertage verbringen möchten. Die erhoffte Idylle wird jedoch durch rastlose Geister gestört, deren Flüstern ein verdrängtes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit bekannten Figuren wie Signa und dem Tod beginnt eine gefährliche Spurensuche, bei der nicht nur übernatürliche Mächte, sondern auch unausgesprochene Wahrheiten zwischen den Figuren zur Bedrohung werden.
Atmosphärisch setzt *Holly* auf einen gelungenen Kontrast aus winterlicher Gemütlichkeit und düsteren Schatten. Die verschneite Kulisse, die Geistererscheinungen und das abgeschiedene Herrenhaus schaffen eine stimmige, leicht unheimliche Stimmung, die besonders gut zur Lesezeit um Weihnachten passt. Fans der Reihe dürften zudem das Wiedersehen mit den vertrauten Charakteren als angenehm empfinden – es fühlt sich ein wenig an wie ein Treffen mit alten Bekannten.
Inhaltlich bleibt die Novelle jedoch vergleichsweise zurückhaltend. Während die vorherigen Bände durch starke emotionale Entwicklungen und überraschende Wendungen überzeugten, wirkt *Holly* eher wie eine ergänzende Episode. Der besondere erzählerische Funke, der die Hauptromane auszeichnet, stellt sich hier nicht in gleicher Intensität ein. Die Handlung bleibt überschaubar, und einige Spannungsmomente werden schneller aufgelöst, als man es aus der Reihe gewohnt ist.
Wichtig ist zudem, dass *Holly* aufgrund massiver Spoiler nicht unabhängig gelesen werden sollte. Die Novelle richtet sich klar an Leserinnen und Leser, die die vorherigen Teile von Adalyn Grace bereits kennen:
* **Belladonna – Die Berührung des Todes**
* **Foxglove – Das Begehren des Todes**
* **Wisteria – Die Liebe des Todes**
* **Holly – Eine Belladonna‑Novelle**
Insgesamt ist *Holly* eine stimmungsvolle, kurze Ergänzung zur Belladonna-Reihe, die vor allem durch ihr winterliches Setting und das Wiedersehen mit bekannten Figuren punktet. Als eigenständiges Highlight bleibt sie jedoch hinter den übrigen Bänden zurück. Für Fans der Reihe ist sie ein netter Bonus für zwischendurch – mehr aber leider nicht.





Storm Singer. Die schwebende Stadt
von Sarwat Chadda
Storm Singer – Die schwebende Stadt von Sarwat Chadda ist ein außergewöhnlicher Auftakt einer Fantasyreihe, der weit über klassische Genregrenzen hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Nargis, die mit ihrer Gabe, durch Gesang Elementargeister zu beeinflussen, ebenso viel Hoffnung wie Gefahr in sich trägt. Ihre Fähigkeiten sind unkontrolliert, manchmal zerstörerisch, und genau darin liegt eine große Stärke der Geschichte: Magie wird nicht als müheloses Geschenk dargestellt, sondern als etwas, das Verantwortung, Scheitern und Wachstum erfordert.
Die Begegnung mit dem verletzten Garuda-Jungen Mistral bildet den emotionalen und erzählerischen Wendepunkt der Handlung. Aus anfänglichem Misstrauen zwischen zwei Figuren, die eigentlich auf gegnerischen Seiten stehen, entwickelt sich eine vielschichtige Beziehung, die von Vorsicht, gegenseitigem Lernen und langsam wachsendem Vertrauen geprägt ist. Die Reise zur schwebenden Stadt ist dabei nicht nur ein äußeres Abenteuer, sondern auch eine innere Entwicklung, in der Machtstrukturen, Unterdrückung und persönliche Schuld hinterfragt werden.
Besonders überzeugend ist die Figurenzeichnung. Nargis ist keine perfekte Heldin, sondern eine glaubwürdige, manchmal zweifelnde und fehlerhafte Protagonistin. Dass sie selbst mit einer körperlichen Beeinträchtigung lebt, ist sensibel und selbstverständlich in die Handlung integriert und hebt das Buch positiv hervor. Kinder und Jugendliche mit Mobilitätseinschränkungen finden hier eine seltene, starke Identifikationsfigur, die zeigt, dass Heldentum nicht an körperliche Unversehrtheit gebunden ist.
Die Welt, die der Autor erschafft, ist stark von indischen und südasiatischen Einflüssen geprägt und verleiht der Geschichte eine besondere Atmosphäre. Gerade Leserinnen und Leser, die mit Themen wie Meditation, Achtsamkeit oder östlichen Philosophien vertraut sind, spüren schnell, dass diese Geschichte auf einer tieferen Ebene wirkt. Das persönliche Nachwort des Autors verstärkt diesen Eindruck noch einmal und erklärt, warum sich der Roman wie mehr als nur ein Fantasyabenteuer anfühlt: Die erzählte Welt ist eng mit einer tiefen emotionalen Erfahrung verbunden, was der Geschichte zusätzliche Authentizität und Wärme verleiht.
Spannung, Emotion und gesellschaftliche Relevanz greifen in Storm Singer – Die schwebende Stadt überzeugend ineinander. Seite für Seite fiebert man mit, ohne dass die Geschichte ihre leisen, nachdenklichen Momente verliert. Insgesamt handelt es sich um einen großartigen, in sich abgeschlossenen Serienauftakt, der neugierig auf weitere Bände macht und lange nachhallt. Eine klare Leseempfehlung und verdient fünf von fünf Sternen.





Mord im Planetarium
von Beate Maly
Ein Mord im Dunkel der Sterne – und ein Krimi, der bis zur letzten Seite funkelt! **Mord im Planetarium** zieht einen mit unwiderstehlicher Sogkraft ins Wien des Jahres 1927, wo Fortschrittsglaube, gesellschaftlicher Glanz und politische Spannungen aufeinanderprallen. Die Eröffnung des ersten österreichischen Planetariums wird zur grandiosen Bühne für ein Verbrechen, das ebenso raffiniert wie atmosphärisch inszeniert ist.
Gerade weil ich selbst in Wien lebe und das Planetarium schon oft besucht habe, hat mich dieser Band auf einer ganz persönlichen Ebene erwischt. Beim Lesen hatte ich unwillkürlich den Geruch der Polstersessel in der Nase, das gedämpfte Murmeln vor Vorstellungsbeginn im Ohr – und dieses ganz spezielle Gefühl, wenn das Licht ausgeht und sich der Himmel über einem öffnet. Die Schilderung der Eröffnung samt des leitenden Wissenschaftlers wirkte für mich überraschend vertraut und liebevoll, fast so, als würde man einem historischen Echo der eigenen Erinnerungen begegnen.
Mit sicherem Gespür für Tempo und Details entfaltet die Autorin eine Geschichte, in der es wieder um Mord, wirtschaftliche Interessen, familiäre Verstrickungen und das politische Weltgeschehen der Zwischenkriegsjahre geht. Besonders gefallen hat mir, wie subtil diese Themen ineinandergreifen, ohne je belehrend zu wirken – Geschichte wird hier gelebt, nicht erklärt. Wien vor hundert Jahren steht plastisch vor Augen: mondän, angespannt, voller Gegensätze.
Auch dieser Band hat mich durchwegs begeistert. Die Figuren wirken vertraut wie alte Bekannte, das Zusammenspiel von Anton und Ernestine macht einfach Freude, und auch die Familie rundherum verleiht der Handlung Wärme und Tiefe. Für mich war es nicht nur ein spannender Krimi, sondern ein literarischer Spaziergang durch meine eigene Stadt – mit Sternen über dem Kopf und einem Mordfall, der lange nachhallt.





Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
von Kristen Ciccarelli
Mit **Rebel Witch. Der rote Nachtfalter** liefert Kristen Ciccarelli eine Fortsetzung, die emotionaler, komplexer und mitreißender kaum sein könnte. Als zweiter Band der Reihe setzt die Geschichte konsequent auf dem bereits bekannten Fundament aus Band 1 auf – und genau das macht den Reiz aus: Man wird nicht an die Hand genommen, sondern direkt zurück in eine Welt gestoßen, in der Vertrauen ein Luxus und Liebe ein Risiko ist.
Rune ist auf der Flucht. Ihre enttarnte Identität als Hexe macht sie zur Gejagten, und der Verrat durch Gideon – den Hexenjäger, der ihr Herz erobert hat – schmerzt mehr als jede offene Feindschaft. Dass ausgerechnet er den Auftrag erhält, sie zu töten, verleiht der Handlung eine bittersüße Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Nichts ist schwarz oder weiß, und genau das spielt Ciccarelli meisterhaft aus.
Besonders spannend: Seit Band 1 ist Zeit vergangen, und Rune hat sich verändert. In ihrem Leben gibt es einen neuen Mann – sogar einen Prinzen namens **S∅ren**. Doch neue Gefühle können alte Wunden nicht einfach auslöschen. Während Rune und Gideon gezwungen sind, erneut zusammenzuarbeiten, beginnt alles zu wanken, was man über Loyalität, Feindschaft und Wahrheit zu wissen glaubte. Gideon muss erkennen, dass nicht alles so ist, wie es scheint – und als Leser:in geht man diesen Weg voller Zweifel und innerer Konflikte mit ihm.
Der zweite Band besticht durch eine enorme Gefühlsdichte und zahlreiche Plot-Twists. Mehr als einmal habe ich mitten im Geschehen kurz den Überblick verloren, welcher Charakter nun auf welcher Seite steht – allerdings nicht im negativen Sinne, sondern weil die Figuren so vielschichtig und die Intrigen so geschickt gesponnen sind. Offene Fragen aus Band 1 werden konsequent und zufriedenstellend aufgearbeitet, ohne dass die Geschichte an Dynamik verliert.
Besonders positiv hervorzuheben ist das Ende: Es entspricht genau dem, was man sich erhofft – emotional stimmig, verdient und dennoch nicht banal. Ich habe das Buch mit einem zufriedenen Lächeln geschlossen und dem Gefühl, vollständig in diese Geschichte eingetaucht gewesen zu sein.
Fazit:
Eine fesselnde, gefühlvolle und überraschende Fortsetzung, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen hat.
**5 von 5 Sternen – ein absolutes Highlight für Romantasy-Fans!**





The Pumpkin Spice Latte Disaster
von Kyra Groh
Schon nach wenigen Seiten zieht dieses Buch einen hinein in ein herbstliches Kleinstadtchaos, das nach Zimt, Kaffeedampf und unausgesprochenen Gefühlen riecht. Jude ist eine wunderbar rastlose Protagonistin, die mit scharfem Humor und inneren Fluchten überzeugt, während Lower Whilby genau jene Gemütlichkeit verkörpert, vor der sie ihr Leben lang davonläuft. Dass ausgerechnet die Hochzeit ihrer Schwester sie zurück an diesen Ort zwingt, wirkt wie der perfekte narrative Zünder für alles, was folgt.
James ist der Inbegriff des grummeligen Wohlfühl-Baristas: wortkarg, charmant widerwillig und mit einer Vergangenheit, die weit größer ist als das kleine Café, in dem er arbeitet. Die Enemies-to-Lovers-Dynamik zwischen ihm und Jude ist pointiert, lebendig und voller Dialoge, die knistern, ohne je aufgesetzt zu wirken. Ihre Wortgefechte machen süchtig, ihre Annäherung fühlt sich ehrlich an, und ihre gemeinsamen Szenen sind getragen von genau jener emotionalen Wärme, die man sich von einem Cozy Fall Read erhofft.
Die Gilmore-Girls-Vibes sind spürbar, aber nie bloße Kopie. Wer jedes Jahr im Herbst Stars Hollow besucht und die Energie zwischen Lorelai und Luke liebt, wird hier fündig – und vielleicht sogar noch mehr abgeholt. Die Figuren wirken moderner, nahbarer und emotional vielschichtig. Besonders Jude und James wachsen einem schnell ans Herz, weil sie Ecken und Kanten haben, weil sie Fehler machen und weil ihre Entwicklung glaubwürdig erzählt wird.
Das Kleinstadtsetting glänzt mit liebevollen Details, Nebenfiguren mit Potenzial und einer Offenheit, die Raum für queere Geschichten schafft, ohne sie zu problematisieren. Die leise Hoffnung auf weitere Bände macht dieses Universum umso reizvoller, zumal einige Figuren bereits jetzt nach mehr Bühne verlangen.
Am Ende bleibt ein wohliges Gefühl zurück, wie nach einem langen Spaziergang durch buntes Laub mit einem heißen Getränk in der Hand. Ein Herbstbuch, das nicht nur perfekt in die Pumpkin-Spice-Saison passt, sondern überraschend gut auch unter dem Weihnachtsbaum funktioniert. Warmherzig, witzig und emotional genau auf den Punkt. 5/5 Sterne.





Wie fühlst du dich?
von Axel Hacke
Nach der Leseprobe wollte ich mein erstes Buch von Axel Hacke unbedingt lesen - und habe mich auf “Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen” sehr gefreut.
Nach einmaligem (sehr vorsichtigem) Lesen sieht das Buch allerdings schon ziemlich mitgenommen aus, und das, obwohl ich das Buch nirgendwohin mitgenommen habe, sondern es nach dem Lesen immer zurück auf den Nachttisch gewandert ist. Das Lesebändchen ist 2 cm aufgeganben, die Buchunterseite wirkt abgetriffen und auch der obere Teil des Schutzumschlages hat beim Versand gelitten. In diesem Zustand würde ich es zum Beispiel nicht weiterschenken oder gebraucht erwerben wollen, es sieht also hochwertiger aus, als es aus meiner Sicht ist, denn auch der Buchrücken ist leicht schief, obwohl ich das Buch nie ganz aufgebogen habe zum Lesen.
Jetzt aber zum Entscheidenden, dem Inhalt.
Als Trainerin für Entspannungstechniken interessieren mich fundierte Texte zum Thema Gefühle, und in dem Büchlein werden zahlreiche Emotionen, Gefühle und Handlungen thematisiert.
Von der Müdigkeit (ja, die kenne ich sehr gut), über Angst, Wut, Ohnmacht, Hass, Einsamkeit, Überforderung, Verbundenheit und Hoffnung werden viele literarische Quellen, Erfahrungen des Autors und das Zeitgeschehen eingwoben.
Das Buch lässt sich daher für mich am besten kapitelweise lesen - am allerbesten hätte ich mir jede Woche ein Gefühl herausgesucht, und das ganz intensiv betrachtet, auch mit entsprechenden Yogaübungen oder Meditationen untermauert.
Viele Ansätze gefallen mir, auf die werde ich zu einem späteren Zeitpunkt zurück kommen, wenn sich eine bestimmte Emotion in meinem Leben zeigt.
Der größte Pluspunkt ist aber, dass das Buch auch Handlungen vorschlägt, die Gefühle werden nicht zerredet, sondern auf ihre wichtige Bedeutung zur eigenen und kollektiven Entscheidungsfindung wird eingegangen.
Fazit: wer ein kurzweiliges Buch zum schnell lesen sucht, wird hier nicht fündig. Wer im eigenen Denken und Fühlen Anregungen sucht und die entsprechende Zeit und Energie mitbringt, kann sich aus diesem Buch viel mitnehmen.





Ein Herz aus Papier und Sternen
von Cecelia Ahern
"Ein Herz aus Papier und Sternen" von Cecelia Ahern ist als Hörbuch von Sandra Voss eingelesen. Im Zentrum stehen Pip, ihre Tochter Bella, die von Pips Mutter gegen ihren Wunsch als Isabella eingetragen wurde, Pips Jugendliebe und Bellas Vater Jamie, der Astronom Io sowie Pips Eltern Josephine und Philip.
Als langjährige Leserin der Autorin bin ich mit hohen Erwartungen in diese Geschichte gestartet, die zunächst stark auf familiäre Enge, übergriffige Elternstrukturen und eine Protagonistin setzt, die sich selbst klein hält. Diese Ausgangslage passt grundsätzlich zu Aherns emotionalem Themenfeld, wirkte für mich im ersten Drittel aber zu schematisch: Die Figuren erschienen stereotyp, Pip in ihrer Passivität schwer greifbar, und die Handlung schien eher zu treiben als zu bauen. Das machte das Zuhören stellenweise zäh, trotz des grundsätzlich zugänglichen, gefühligen Erzähltons, den man von der Autorin kennt. Vor allem bei den Motiven von Josephine tappe ich im Dunkeln, denn die Erklärung für ihr Verhalten finde ich sehr oberflächlich abgehandelt.
Erst im letzten Drittel gewinnt der Roman für mich deutlich an Spannung und Relevanz. Mehrere gesellschaftliche Themen werden enger miteinander verwoben, wodurch die Geschichte an Gewicht und Dringlichkeit gewinnt. Einige Entwicklungen wirkten dabei allerdings konstruiert, insbesondere die neue Frau an der Seite einer zentralen Figur, deren sehr frühe, auffallend aktive Präsenz in einem entscheidenden Kontext für mich psychologisch nicht ganz stimmig war. Am meisten fasziniert hat mich Io: eine Figur mit besonderer Ausstrahlung, deren Motive jedoch bis zum Schluss für mich eher rätselhaft blieben, was einerseits reizvoll, andererseits auch unbefriedigend sein kann.
Der große Pluspunkt des Hörbuchs ist die Interpretation von Sandra Voss. Sie trägt die emotionalen Schattierungen souverän, hält die inneren Spannungen von Pip glaubwürdig zusammen und verleiht auch den leiseren Passagen eine angenehme Präsenz.
Fazit: Insgesamt ist es für mich bislang das Werk von Ahern, das mich am wenigsten begeistert hat, auch wenn das starke Finale und die sehr gelungene Sprecherleistung den Gesamteindruck merklich verbessern.





The Penguin Paradox
von Greta Milán
*The Penguin Paradox* bietet eine ungewöhnliche Mischung aus romantischer Geschichte, Forschungsalltag und einem faszinierenden Setting in einer abgelegenen Forschungsstation. Die Grundidee wirkt frisch, und gerade die Nebenfiguren und das atmosphärische Umfeld tragen viel zum Charme des Romans bei. Besonders gelungen ist die Hälfte des Buches, in der Beckett zu Wort kommt: als Charakter wirkt er geerdet, warmherzig, intelligent und insgesamt ausgesprochen sympathisch. Seine Perspektive bringt Tiefe und Emotion in die Handlung. Warum er sich ausgerechnet für die Protagonistin interessiert, bleibt zwar stellenweise unklar – doch Anziehung entzieht sich im echten Leben wie in der Fiktion nicht immer der Logik.
Der weibliche Gegenpart ist anfänglich ebenfalls vielversprechend gezeichnet. Umso bedauerlicher ist es, dass sie im Verlauf des Romans an Glaubwürdigkeit verliert. Gerade da sie als Wissenschaftlerin arbeitet, hätte man eine reflektiertere Haltung und sorgfältige Überprüfung eigener Annahmen erwartet. Dass eine Verhaltensbiologin in ihrem beruflichen Umfeld mehrfach gravierend danebenliegt, wirkt nicht ganz stimmig und nimmt der Figur an Authentizität – besonders, wenn man selbst aus einem naturwissenschaftlichen Fach kommt und entsprechende Denk- und Arbeitsweisen kennt.
Das Setting rund um die Forschungsstation zählt klar zu den Pluspunkten des Romans. Allerdings entstehen auch hier Fragen: Die Fülle und Qualität der zubereiteten Gerichte, insbesondere mit frischem Obst und Gemüse, wirkt unter realistischen Expeditionsbedingungen schwer nachvollziehbar. Ein etwas tieferer Einblick in die logistischen Abläufe hätte hier zur Plausibilität beitragen können.
Mehrere logische Brüche stören zudem den Lesefluss. Die zeitliche Abfolge der zweimonatigen Expedition passt nicht zur im Buch beschriebenen Brut- und Paarungszeit der angesprochenen Pinguinart. Wer selbst Bezug zur Biologie hat – oder sich besonders auf die Darstellung der Tiere gefreut hat – könnte hier irritiert zurückbleiben. Auch kleinere, aber vermeidbare Ungenauigkeiten, wie eine nicht korrekte Darstellung einer Pokerhand, wirken unnötig. Ebenso fragwürdig erscheint die technische Herangehensweise an die Gebärdensprachübersetzung: In einem Roman, in dem ein ausgewiesener Softwarespezialist eine zentrale Rolle spielt, wirkt es unlogisch, dass eine Übersetzung der Gebärden in Sprache nicht programmierbar sein soll und der Text mühsam am Handy eingetippt werden muss.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt festzuhalten, dass die Grundidee überzeugend ist und viele liebenswerte Details enthält. Doch insgesamt wirkt die Umsetzung stellenweise konstruiert und in wichtigen Aspekten zu wenig recherchiert. Das schmälert für mich das Leseerlebnis deutlich – gerade weil ich mir aufgrund des großen Hypes ein rundum stimmiges Buch gewünscht hätte.
Fazit: Ein Roman mit starker Grundidee, warmherzigen Nebenfiguren und einer atmosphärischen Kulisse, der jedoch an Logikfehlern, fachlichen Ungenauigkeiten und einer zunehmend weniger überzeugenden Protagonistin leidet. Aus diesen Gründen fällt meine Bewertung leider nicht höher als 2 Sterne aus.





Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt?
von Rüdiger Bertram
„Robin the Hood“ punktet mit einer originellen Grundidee und einem lockeren, mit comicartigen Elementen aufgelockertem Erzählstil, der das Lesen angenehm leicht macht.
Auch die warmherzige Beziehung zwischen Robin und seiner Oma gehört zu den stärksten Momenten des Buches. Leider nutzt das Abenteuer sein Potenzial nur teilweise aus.
Der Klappentext verrät bereits einen Großteil der Handlung, sodass echte Überraschungen ausbleiben. Die Mission selbst wirkt trotz aller absurden Elemente erstaunlich spannungsarm, und der Humor zündet nicht immer – zumindest nicht für Leser*innen, die etwas mehr Raffinesse oder weniger Slapstick erwarten.
Die finale „Flucht“ bleibt auf dem gleichen Niveau wie der Weg dorthin: unterhaltsam, aber weder besonders spektakulär noch emotional packend. Insgesamt ein sympathisches, aber eher blasses Kinder-Actionabenteuer, das vor allem jüngere Leser*innen anspricht, während ältere schnell spüren könnten, dass mehr drin gewesen wäre.
Der zweite Pluspunkt: das Hardcoverbuch kostet nur 13 Euro, was derzeit ein sehr guter Preis für ein hochwertig verarbeitetes Produkt ist.
Fazit: Das Lesen des Klappentextes hätte gereicht.









