Kundenrezensionen
Andrée Feyertag
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Im Rahmen einer Familiengeschichte , in der die Männer absichtlich fehlen, werden die Beziehungen von Frauen untereinander beleuchtet. Annika Reich schafft es mit zum Teil sehr witzigen Personenbeschreibungen, die Bedeutung von Beziehungen der Frauen in einer Familie zu unterstreichen. Das prachtvolle Anwesen bettet die Figuren in ein Wohlfühlambiente, das auch durch die Wasserleichen gleich zu Beginn, nicht gestört wird.
Eine entspannende Geschichte mit interessanten Gesichtspukten ein wenig verwirrend erzählt.
Andrea Logar
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Annika Reich hat mich mit ihrem Buch auf die Reise einer Frau durch ihre Familiengeschichte mitgenommen und bewegt. Sprachlich ausdrucksstark wechselt die Handlung zwischen gegenwärtigen Erlebnissen und vergangenen Kindheitserinnerungen. Einfühlsam und authentisch beschreibt sie Erziehung und Sozialisation unter dem Einfluss einer Patriarchin, die ihre Enkelin zur Alleinerbin stilisiert und die Leben der anderen Frauen nachhaltig beeinflusst. In einer Atmosphäre aus Macht und Ohnmacht, Aufbegehren und Unterdrückung setzt sich das Credo der Großmutter durch: der Schein muss gewahrt werden!
HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Ein für mich fulminanter Beginn des Buches lässt mein Herz höher schlagen: ich war mir sicher, dass mich ein wunderbares Leseerlebnis erwarten würde. Zwei angespülte Frauenleichen - ein verzweifeltes Kind - viele Frauen, die, eingebettet in ihre Familiengeschichte, diese Roman tragen würden. Ich war dann wirklich enttäuscht, dass das Buch diese Erwartungen dann doch nicht erfüllen konnte. Ich sah mich konfrontiert mit einem Knäuel - einem Knäuel aus den etwas unübersichtlichen und oberflächlich erscheinenden Schilderungen aus dem Leben der unterschiedlichen Protagonistinnen. Jede für sich hätte unglaublich viel zu erzählen - Familiengeheimnisse wirken, auch wenn von ihnen nicht bis kaum innerhalb der Familie gesprochen wird. Ich hätte mir längere Kapitel gewünscht, in denen die Figuren, die so intensiv miteinander "verwickelt" waren, etwas mehr von sich hergegeben hätten. Ich war neugierig - und diese Neugierde konnte nur ungenügend gestillt werden. Ich denke, dass dieses Buch unglaublich große Ressourcen gehabt hätte. Immer wieder großartig empfand ich Annika Reichs sprachliches Talent.
Marianne Schaffer-Schellander
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Zu viele offene Fragen
Das Buch von Annika Reich beschreibt das Aufwachsen der Hauptperson Luisa und deren Mutter und Schwester und anderen Verwandten auf dem Anwesen der Großmutter.
Was sie anschafft wird ausgeführt.
Da Luisa als Erbin vorgesehen ist, bringt das viel Neid und Missgunst in ihrem Umfeld mit sich. Männer werden punktuell erwähnt, zählen aber nicht zu den Protagonisten.
Für mich war das Buch interessant aber nicht fesselnd.
Es liest sich in einem durch, ist aber keine leichte Kost und lässt viele Fragen offen.
HEYN Leserunde, Lieselotte Fieber
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
der zappelnde Goldfisch am Tisch und dann meine Lieblingsblumen, Flieder und Pfingstrosen….das Buchcover ist für mich schon ansprechend.
Symbolisiert der zappelnde Goldfisch am Tisch das Familiennetz, welches die Matriarchin gesponnen hat und in dem nicht nur die Protagonistin, sondern alle weiblichen Familienmitglieder gefangen sind? Die Männer werden nur in Nebensätzen, wenn überhaupt, erwähnt.
Nicht alle Fragen, die beim Lesen entstehen, werden beantwortet, aber sie hallen nach.
Eine Leseempfehlung für Personen, die dem Sarkasmus nicht abgeneigt sind.
HEYN Leserunde, Irmgard Mandl-Mair
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Was passiert am herrschaftlichen Anwesen am See? Eine ungesunde Wohngemeinschaft, bestehend aus den Töchtern, Schwiegertöchter, Enkelin und der alles dominierenden Großmutter. Wer sich nicht den Regeln beugt wird aus der Gemeinschaft entlassen. Doch wer ist diese Großmutter, was treibt sie an? Nach außen hin wird der Schein gewahrt, nach innen hin wird geneidet, zurückgesetzt und gemobbt. Die Männer sind nicht anwesend, über sie wird nicht gesprochen. Können sich die Protagonistinnen aus der Allmacht der Großmutter befreien? Dieses Buch lässt viele Fragen offen, zwischendurch hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
HEYN Leserunde, Silvia Grutze
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Die Buchhülle ist wirklich schön gestaltet...farbenfroh. Der Titel macht mich aber schon gleich nachdenklich. "Da sterben nur Frauen", war mein erster Gedanke.
Und dann überlegte ich: Quittenkerne sind roh verzehrt giftig und "ein Sprung in der Schüssel" steht vielleicht für den Umstand, dass es im Familienkreis oder sozialen Umfeld um Perfektion und Hochleistung gehen wird. Dann tauche ich ein in dieses Buch...
Der Roman ist schön geschrieben, schnell entsteht ein wirklich wunderbarer Lesefluss. Es kommen mittelalterliche Redewendung vor und die kurzen Kapitel kommen meiner Lesevorliebe sehr entgegen.
Viele Generationen von Frauen auf einem Anwesen, welches von einer Betrogenen, dadurch vielleicht frustrierten Grande Dame geführt und geleitet wird. Alle fühlen sich unwohl in Großmutters Regime. Doch keiner traut sich zu aus diesem goldenen Käfig auszubrechen - sei es nun aus finanziellen Gründen oder wegen des Ansehens, das verlorengehen könnte. Unterwürfigkeit und schroffe Abweisungen gehören fort zum Alltag. Doch es gibt eine Rebellin namens Leni, die eventuell einen schlechten Einfluss auf Luise, die auserwählte Erbin, haben könnte. Sie wird ohne Vorwarnung verbannt. Luises Gedankenkarussell dreht sich immer schneller, ein Plan reift in ihrem noch so jungen Köpfchen.
Die Frauen auf diesem Anwesen wirken auf mich kühl. Sie trachten danach Etikette zu wahren und sich nicht in die Seele blicken lassen. Doch bei jeder Einzelnen fällt die Maske beim Begräbnis der Großmutter. Herzlichkeit und Empathie empfinde ich nur für die Haushälterin und die Mutter von Luises Freundin, Ruth.
Luise wird nach Großmutters Tod deren Erbin, obwohl sie die Jüngste ist. Das liegt auch daran, dass ihre Schwester Leni praktisch aussortiert worden war. Wie geht sie mit dieser großen Verantwortung um? Wird sie moderner und weltoffener? Kann sie der vorgelebten und starren Lebensweise entfliehen?
Finde die Antworten auf diese Fragen und lies selbst.
Ich jedenfalls gebe gerne eine Kaufempfehlung ab, denn dieser Roman sorgt bestimmt für Diskussionsstoff und wird auch mich noch nachhaltig in meinen Gedanken begleiten.
HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Wie es mir mit diesem Buch ergangen ist?
1. Gedanke: Was für ein wunderschönes Cover! Alleine dafür bekommt dieses Buch von mir *****!!!
2. Gedanke: Was für ein Vorwort! Ich kann's nun kaum erwarten, endlich mit diesem Buch zu beginnen!
3. ..... Naja.....
Es beginnt durchwegs interessant. Gut lesbare, angenehme Sprache. Bis etwa zur Mitte des Buches bin ich noch voller Erwartungen. Aber langsam werde ich ungeduldig. Wann wird diese Geschichte mich endlich packen? Leider gar nicht. Es bleibt langweilig.
Und somit beende ich dieses Buch ohne dafür eine Leseempfehlung abgeben zu können.
HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Die Geschichte über Grossmütter, Schwestern, Töchter und Mütter. Über das Leben nach eigenen unkonventionellen Regeln, wo das Schweigen und Verschweigen zum Mittel der Kontrolle über andere ausgeübt wird. „ Die Vergangenheitsbewältigung ist für die Schwachen, beschäftigte man sich damit machte man sich zum Opfer. Für eigene Schwäche ist man selbst verantwortlich und aufkommende Gefühle werden weg gesegelt. Sie machten einsam“.
Annika Reich spielt mit dem Sinn und der Wirkung von dem Gesagten und Ungesagten, und lässt Spannung zwischen dem Geäusserten und Verschwiegenen entstehen.
Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht unserer Protagonisten Luise. Es gibt zwei Erzählfaden, die sich abwechseln: einerseits die Vergangenheit, vorwiegend Luises Kindheit, und andererseits die Gegenwart mit den Ereignissen rund um den Tod der Großmutter. Sie ist heute kein Kind mehr und nicht abhängig wie früher. Sie bricht die Kette des Schweigens und sucht die Erklärung.
Die Sprache ist sehr atmosphärisch und bildstark.
Aussergewöhliches Buch, weil in dem nicht alles gesagt wird, was gemeint wird, und wir verstehen immer mehr oder anders als gesagt wird.
HEYN Leserunde, Petra Hesse
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Männer sterben bei uns nicht
von Annika Reich
Es geht um HERRschaft, das wird früh im Erzählverlauf klar. Die Ausübung dieser Herrschaft durch eine Frau lenkt die Aufmerksamkeit allerdings auf die Wurzel des Begriffs: auf den HERRn, der in allen drei dargestellten Generationen abwesend ist und nur einmal, bereits als Toter, einen von der Herrin inszenierten „Auftritt“ hat: Die Großmutter begräbt den Großvater, nachdem sie sich den Schmuck, den er ihr angeblich schenkt, jahrelang selber zugeschickt hat. „Männer sterben bei uns nicht“, da sie im Herrschaftsbereich der Großmutter gar nicht leben.
Aber auch andere, Frauen, sind aus diesem Bereich verbannt, so die Schwester der Großmutter und die geliebte ältere Schwester der Ich-Erzählerin. Andere befinden sich auf dem Anwesen in einer Art innerer Verbannung wie die Mutter mit ihrem ordinären Geschmack und dem Junkfood, mit dem sie ihre Tochter ernährt. Die Tochter findet die Verbannten mit der Zeit wieder und erhält von ihnen gesprächsweise das zum Verständnis der großmütterlichen Herrschaft erforderliche Orientierungswissen: „Das Anwesen war ihr Phallus, aber natürlich ein geliehener. Deswegen musste sie es noch strenger beherrschen, als es ein Mann je hätte beherrschen müssen. So wurde sie zur Patriarchin.“ (S.136)
Auf dieser theoretischen Basis bleiben grundlegende Fragen zur individuellen Psyche ungestellt: Welche (Ohnmachts-?)Erfahrung hat die Großmutter so herrschsüchtig werden lassen? Woher stammt der Reichtum, dessen sie sich zur Durchsetzung ihrer Herrschaft bedient? Warum fügen sich ausnahmslos alle Ausgegrenzten widerstandslos dem Willen der Großmutter? Nicht einmal die aufmüpfige ältere meldet sich bei der ehedem von ihr verhätschelten jüngeren Schwester – warum nicht? Derartige Fragen zielen auf die Entstehung, die Genese, einer Herrschaft ab, die in ihren Erscheinungsformen, quasi ihrer Anatomie, durchaus überzeugend geschildert wird. Die geschmackliche Prägung der Ich-Erzählerin durch die Großmutter etwa scheint immer wieder durch, aber warum stellt das Kind keine einzige Frage zu den toten Frauen, die am Seeufer angespült werden..?
Das Stillleben auf dem Schutzumschlag fasst dieses Erzählen und seine – gewollten? – Lücken bildhaft zusammen: Unter einem opulenten Strauß aus Pfingstrosen und Flieder schwimmen in einer japanischen Fayence-Schale kleine Goldfische – ein prächtiges Bild üppiger Fülle. Bei näherem Hinsehen jedoch entdeckt man eine Bruchstelle, durch die Wasser aus der Schale ausgetreten ist und eines der Fischlein mitgerissen hat – es zappelt sterbend auf dem Trockenen … und eine der daneben liegenden Quitten scheint bereits angefault.
