Kundenrezensionen von HEYN Leserunde Silvia Grutze





Die Namen
von Knapp Florence; Kögeböhn Lisa
Und mal ehrlich – wie schön ist bitte dieses Cover?
Das Design wirkt sehr modern und symbolisch – die verschiedenen Farbflächen und der Schatten könnten für unterschiedliche Identitäten, Wege oder Perspektiven stehen.
Der Titel „Die Namen“ vermitteln mir, dass es um Identität, vielleicht auch um Rollen, Beziehungen oder Selbstfindung geht.
Im Roman kommen Fragen auf wie:
• Wer sind wir – und wer wären wir unter anderen Umständen?
• Welche Bedeutung haben Namen, Zuschreibungen und Erwartungen?
• Wie sehr prägen uns Entscheidungen und Zufälle?
Du musst es lesen
• Wenn du gerne tiefgründige, eher nachdenkliche Geschichten liest
• Weniger Action, mehr Gefühl und Gedanken
• Perfekt, wenn du Bücher magst, die einen noch länger beschäftigen
Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das bleibt… noch lange nachdem man die letzte Seite geschlossen hat ✨
Wenn du magst: fang an es zu lesen-Kaufempfehlung !





Im Leben nebenan
von Anne Sauer
Dieser Roman trifft einen wunden Punkt – leise, aber mit voller Wucht. Im Leben nebenan erzählt von zwei möglichen Lebensrealitäten einer Frau und stellt dabei die Frage: Was wäre, wenn man sich anders entschieden hätte? Doch was zunächst wie ein gedankliches Spiel wirkt, entwickelt sich schnell zu einer emotionalen Auseinandersetzung mit unerfüllten Lebensentwürfen – insbesondere dem unerfüllten Kinderwunsch.
Für Leserinnen und Leser, die selbst ungewollt kinderlos sind, entfaltet das Buch eine ganz besondere Intensität. Es ist kaum möglich, die Geschichte rein „von außen“ zu betrachten – eigene Erinnerungen, Hoffnungen und Enttäuschungen schwingen unweigerlich mit. Das Wissen, alles versucht zu haben, die quälenden Fragen von außen („Warum habt ihr keine Kinder?“), und dieser Schmerz, der auch nach Jahrzehnten nicht ganz vergeht – all das findet hier einen ehrlichen, schonungslosen Widerhall.
Anne Sauer schreibt dabei weder kitschig noch belehrend, sondern mit feinem Gespür für Zwischentöne. Gerade diese Zurückhaltung macht den Roman so eindringlich. Er zeigt, dass es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt – nur unterschiedliche Wege, mit Sehnsucht, Verlust und der eigenen Lebensrealität umzugehen.
Ein Buch, das unter die Haut geht. Kein leichtes Lesen, aber ein wichtiges. Und eines, in dem sich viele auf schmerzhafte Weise wiederfinden werden.





Im ersten Licht
von Gstrein Norbert
Im ersten Licht von Norbert Gstrein lässt sich gut und flüssig lesen, auch wenn das Thema kein leichtes ist. Obwohl ich eigentlich nicht auf Kriegsgeschichten eingestellt war, hat mich das Buch dennoch erreicht – vielleicht gerade wegen seiner ruhigen, fast zeitreisenden Erzählweise. Gstrein erzählt Geschichte nicht laut oder dramatisch, sondern leise, nachdenklich und sehr lebendig, fast so, als würde man durch vergangene Zeiten wandern.
Im Mittelpunkt steht Adrian, eine Figur, die sich dem Leser nicht sofort erschließt. Er bleibt oft verschlossen, beobachtend und innerlich zerrissen – jemand, der vieles mit sich selbst ausmacht. Genau das hat es mir manchmal nicht leicht gemacht, ihm näherzukommen. Gleichzeitig passt diese Distanz gut zur Zeit und zur Stimmung des Buches. Man ist beim Lesen oft nah am Geschehen und fühlt sich trotzdem ein Stück davon entfernt. Gerade diese Distanz macht den Roman stellenweise anspruchsvoll.
Der Roman entfaltet seine Stärke vor allem dort, wo persönliche Schicksale mit historischer Realität verwoben werden. Gstrein zeigt, wie der Krieg auch nach seinem Ende nachwirkt – nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch: in Gedanken, in Beziehungen und im Alltag. Dabei verlangt das Buch Vorwissen und Aufmerksamkeit. Ohne geschichtlichen Hintergrund hätte ich manche Passagen wahrscheinlich als nüchtern oder sogar langatmig empfunden. Mit diesem Wissen wirken sie jedoch nach und verleihen dem Text Tiefe und Bedeutung.
Alles fühlt sich beim Lesen etwas verlangsamt an. Das Buch ist nicht anstrengend, aber auch keines, das man einfach so „verschlingt“. Man liest langsamer, denkt mehr nach, manchmal fühlt man sich sogar ein wenig beklemmt. Ich konnte nicht immer sagen, ob mich die Geschichte eher angezogen oder abgestoßen hat – genau das macht sie aber auch besonders.
Am Ende bleiben vor allem leise, menschliche Momente im Gedächtnis. Im ersten Licht ist kein typischer Roman, sondern ein stilles, etwas schräges Buch: nicht schwer zu lesen, aber auch nicht nebenbei konsumierbar – eines, das man auf sich wirken lassen muss.





Die Passantin
von George Nina
Das Buch „Die Passantin“ von Nina George hat mir sehr gut gefallen. Schon der Klappentext macht neugierig, und ich fand die Idee, so eine Geschichte zu schreiben, wirklich sensationell. Ich konnte schnell in das Geschehen eintauchen und war von Anfang an gefesselt. Die Hauptfigur Jeanne steht mitten im Leben, ist aber innerlich zerrissen. Sie fragt sich, wer sie wirklich ist und was sie vom Leben will.
Besonders schön finde ich, wie ruhig und gefühlvoll Nina George schreibt. Man spürt Jeannes Fürsorge und ihr Nachdenken über sich selbst und ihre Familie. Auch die Begegnung mit der Passantin ist etwas Besonderes, weil sie Jeanne verändert. Die Passantin ist eine Frau, die ihr begegnet, aber sie steht auch symbolisch für Jeanne selbst – für das Weitergehen, Loslassen und den Mut, das eigene Leben neu zu gestalten.
Sehr spannend fand ich den Anfang und besonders das dritte Buch mit den Begegnungen zwischen Bernard, Claire und Alva. Diese Szenen bringen viel Bewegung in die Geschichte und zeigen, wie eng alles miteinander verbunden ist. Mit dem Ausgang der Geschichte habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Das Ende hat mich überrascht, aber auch nachdenklich gemacht.
Am Schluss findet Jeanne einen Ort und einen Weg, die zu ihr passen. Sie lernt, loszulassen und wieder Teil ihres eigenen Lebens zu werden. Das Ende ist ruhig, versöhnlich und zeigt, dass sie Frieden mit sich und ihrer Vergangenheit gefunden hat.
Etwas langatmig fand ich dagegen die Passagen über Enric, Leyla und sein Verschwinden. Auch die wiederholte Schilderung der Schicksale der einzelnen Frauen war mir an manchen Stellen zu ausführlich – hier hätte eine kürzere Darstellung für mich besser gepasst.
Insgesamt ist „Die Passantin“ eine ruhige, gefühlvolle und stellenweise spannende Geschichte über Neuanfang, Selbstfindung und das Weiterleben nach schwierigen Zeiten.
4 von 5 Sternen für ein berührendes Buch mit kleinen Längen, aber einer starken Botschaft und einem Ende, das mich wirklich überrascht hat.





Himmel ohne Ende
von Engelmann Julia
Der Roman Himmel ohne Ende war leicht zu lesen und hat mich an einigen Stellen tief berührt, auch wenn er mich nicht in seiner Gesamtheit voll überzeugen konnte. Das Buch ist für mich weniger ein klassisch spanender Roman, sondern eher eine poetische Erzählung über das Erwachsenwerden.
Die Hauptfiguren, allen voran Charlie sind mitten in dieser Phase des Erwachsenwerdens. Es geht immer wieder um die Frage: Wer bin ich eigentlich, wie sehen mich die anderen und wo ist mein Platz im Leben? Freundschaft, Verlust, Sehnsucht, Unsicherheit und erste große Gefühle ziehen sich durch die ganze Geschichte. Dieses ständige „nach rechts und links schauen, was die anderen machen“ trifft genau den Druck, den viele Jugendliche kennen. Und trotzdem bleibt am Ende das Gefühl: Auch wenn man stolpert und zweifelt, wächst man daran und findet seinen eigenen Weg.
Spannung im klassischen Sinne darf man hier nicht erwarten – dafür aber eine Erzählung, die zum Nachdenken einlädt. Genau das macht es aber besonders – es zeigt, wie sich das Erwachsenwerden anfühlt, mit allen Höhen und Tiefen – mal himmelhochjauchzend, mal total betrübt. Damit passt der Titel „Himmel ohne Ende“ perfekt.
Von mir gibt es 4 Sterne – weil das Buch berührt, zum Nachdenken anregt und die Gefühlswelt einer Lebensphase einfängt, die jeder kennt.





Botanik des Wahnsinns
von Engler Leon
Das bunte, auffällige Cover hat mich sofort neugierig gemacht. Leider hat sich dieser erste Eindruck für mich beim Lesen nicht bestätigt. So wirr und durcheinander wie das Bild wirkt, so empfand ich auch den Inhalt des Romans.
Der Autor greift viele schwere Themen auf: Wahnsinn, Psychiatrie, Selbstmord, Alkoholabhängigkeit, Entzug, den schwierigen Weg über mehrere Generationen hinweg und zugleich den Versuch eines beruflichen Aufstiegs. Das hätte eine sehr bewegende Geschichte werden können – doch für mich wurde es zu viel auf einmal. Ich habe keinen klaren roten Faden gefunden und mich mehr verwirrt als mitgenommen gefühlt.
Es gibt Passagen, die wirklich eindringlich sind, und ich erkenne, wie viel Kraft in der Grundidee steckt. Aber im Ganzen war mir die Erzählung zu überladen, zu chaotisch, um mich wirklich zu fesseln. Am Ende blieb bei mir eher das Gefühl von Anstrengung als von Lesefreude.
Stark angefangen mit einem packenden Cover und einer mutigen Idee – doch die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Deshalb vergebe ich zwei Sterne.





Wie Risse in der Erde
von Clare Leslie Hall
"Wie Risse in der Erde“ von Clare Leslie Hall ist ein gefühlvoller Roman, der sich angenehm und flüssig lesen lässt. Besonders gut gefallen hat mir das stimmige Cover – die unregelmäßige Schrift spiegelt wunderbar das emotionale Auf und Ab der Geschichte wider.
Inhaltlich war es für mich ein Buch mit Licht und Schatten. Die Autorin verbindet Liebesgeschichte, Familiendrama und Spannungselemente, was für viele sicher reizvoll ist – mir persönlich war das aber manchmal etwas zu viel auf einmal. Einige Entwicklungen wirkten dadurch leider ein wenig konstruiert und haben der Tiefe der Geschichte etwas im Weg gestanden.
Dennoch hatte der Roman seine berührenden und unterhaltsamen Momente, und ich konnte gut in die Atmosphäre eintauchen. Als Lektüre für zwischendurch oder den Urlaub ist er durchaus geeignet. Wer jedoch eine feinfühlige, literarisch anspruchsvollere Handlung erwartet, wird hier womöglich nicht ganz auf seine Kosten kommen. Das Ende war überraschend, für meinen Geschmack aber etwas zu ;-) gefühlsbetont.
Alles in allem ein Buch mit schöner Stimmung und emotionalen Momenten – für mich 3 von 5 Sternen, weil das Buch zwar unterhaltsam und stimmungsvoll ist, inhaltlich aber stellenweise zu konstruiert und kitschig wirkt, um mich wirklich zu überzeugen. Aber lies selbst und entscheide ...





Mickey und Arlo
von Morgan Dick
Mickey und Arlo ist eine schonungslos ehrliche und zugleich skurrile Geschichte über zwei Frauen, die ein dunkles Band miteinander verbindet: ihr gemeinsamer Vater – ein alkoholkranker, egozentrischer Mann, der in beiden Familien Zerstörung hinterlässt. Der Roman beleuchtet zwei unterschiedliche Lebensrealitäten, die dennoch von demselben Schmerz durchdrungen sind. Während Mickey und ihre Mutter in Armut und ohne jede Unterstützung zurückgelassen werden, lebt Arlo in materieller Sicherheit – doch auch sie leidet unter den Exzessen ihres Vaters.
Nach dem Tod dieses Mannes spitzt sich die Geschichte zu: Ausgerechnet Mickey, das verstoßene Kind der ersten Familie, soll eine erhebliche Erbschaft antreten. Doch nichts ist umsonst – und das Erbe hat seinen Preis. Die Handlung entfaltet sich mit einer Mischung aus schwarzem Humor, Tragik und überraschender Tiefe. Die Frage, ob Mickey und Arlo einander ähnlicher sind, als sie glauben, zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und findet ein spannendes und nachdenklich stimmendes Ende.
Morgen Dick gelingt mit diesem Buch ein ungewöhnlicher, teils grotesker Familienroman, der die Abgründe menschlicher Beziehungen ungeschönt darstellt. Die Charaktere sind kaputt, widersprüchlich und genau deshalb faszinierend. Mickey und Arlo ist nichts für zarte Gemüter, aber ein echter Lesetipp für alle, die literarisch gern dorthin blicken, wo es weh tut.





Schwimmen mit Elefanten
von Yoko Ogawa
Ein wundervolles, tiefsinniges Buch, das lange nachhallt. Yoko Ogawa gelingt es mit einer ruhigen, aber eindringlichen Sprache, eine Erzählung zu schaffen, die direkt ins Herz trifft. Die Geschichte ist berührend, feinfühlig und voller leiser Zwischentöne. Besonders Schachliebhaber werden begeistert sein – das Spiel ist nicht nur ein zentrales Motiv, sondern auch eine Metapher für das Leben, Verlust und Erinnerung.
Wer eine Vorliebe für fein komponierte Literatur hat, die zum Nachdenken anregt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Schwimmen mit Elefanten ist kein lautes Buch, aber eines, das bleibt. Ganz klare Kaufempfehlung!





Schwimmen mit Elefanten
von Yoko Ogawa
Ein wundervolles, tiefsinniges Buch, das lange nachhallt. Yoko Ogawa gelingt es mit einer ruhigen, aber eindringlichen Sprache, eine Erzählung zu schaffen, die direkt ins Herz trifft. Die Geschichte ist berührend, feinfühlig und voller leiser Zwischentöne. Besonders Schachliebhaber werden begeistert sein – das Spiel ist nicht nur ein zentrales Motiv, sondern auch eine Metapher für das Leben, Verlust und Erinnerung.
Wer eine Vorliebe für fein komponierte Literatur hat, die zum Nachdenken anregt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Schwimmen mit Elefanten ist kein lautes Buch, aber eines, das bleibt. Ganz klare Kaufempfehlung!









