Kundenrezensionen
yellowdog
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Fliegt, Wilde Schwäne
von Jung Chang
Obwohl die in London lebende Jung Chang keine politische Aktivistin ist, haben ihre Bücher durchaus Wirkung. Das gilt insbesondere für ihren Welterfolg Wilde Schwäne und dann durch ihre kritische Mao-Biographie, durch die sie den Unmut Pekings auf sich zog. Sie durfte noch in China einreisen, wurde aber überwacht und eingeschränkt. Um ihre Mutter weiter besuchen zu können, lenkt sie ein. Sie schreibt dann unverfänglich über die Kaiserinwitwe Cixi:
Ich fand es sehr interessant von ihren Recherchereisen und Interviews zu lesen. Das wurde zuletzt schwierig für sie, denn es bestand die Gefahr, die Staatssicherheit zu ihren Interviewpartnern zu führen, was die gefährdet hätte können.
Mit ihrem irischen Ehemann Jon Halliday arbeitet sie vielfach zusammen. Er ist Historiker und mit der Geschichte Asiens vertraut.
Das Buch ist außerdem in einigen Teilen auch ein Porträt von Jung Changs Mutter, eine starke Frau.
Am Ende geben Jung Changs Schilderungen auch ein Bild des heutigen Chinas unter Xi Jinping, dass sie an Maos Zeiten erinnert.
Furbaby_Mom
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Brombeerblaue Tage
von Simone Veenstra
Überwältigt vom allgegenwärtigen Stress-lass-nach-Gefühl und beflügelt vom ansprechenden Klappentext war ich so was von ready für einen literarischen Ausflug nach Rügen!
Was ich an diesem von Naturliebende strotzenden Werk besonders gemocht habe:
❏ unzählige liebevolle Details wie die glänzenden Brombeeren auf dem Cover sowie inkludierte Pflanzen-Steckbriefe;
❏ der atmosphärische, sehr detailverliebte, bildhafte Schreibstil - emotional, aber nicht überdramatisch und voller herrlicher Farb- & Naturbeschreibungen … die entschleunigte Erzählweise passt perfekt zum ruhigen Verlauf der Geschichte;
❏ Setting: 10/10 - ein idyllisches Gutshaus, das trotz kleiner Mängel voller Charme steckt;
❏ ernstere Themen (Stichwort: postoperatives Delir) wurden gleichermaßen interessant wie sensibel eingebunden;
❏ Aurel (!!), weil … riesengroße Hunde-Liebe!;
❏ die Darstellung der speziellen, von enttäuschten Gefühlen und Unsicherheit geprägten Vater-Tochter-Dynamik.
Zudem hatte ich das große Glück, mich über einen beiliegenden Brief der Autorin freuen zu dürfen, aus dem deutlich hervorgeht, wie viel Persönliches und Herzblut in der Geschichte stecken.
Fazit:
Ein feinfühlig erzählter Familien- und Lebensroman, den ich insbesondere Pflanzenliebhabern ans Herz lege.
Paul Kretzschmar
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Zeit für Fragen im Café am Rande der Welt
von Strelecky John; Leeb Root; Lemke Bettina
John Streleckys "Zeit für Fragen-im Cafe am Rande der Welt" ist nicht nur ein Ratgeber in Lebensfragen, sondern so viel mehr.
Mit diesem Buch widmet sich der erfolgreiche Autor den 46 wichtigsten Fragen seiner Leser, die ihn im Laufe seiner schriftstellerischen Karriere immer wieder erreichten.
Die Bandbreite seiner Antworten ist zwischen außergewöhnlichen, skurrilen und philosophischen Ratschlägen angesiedelt.
Leicht verständlich, lehrreich und humorvoll taucht er auf höchst unterhaltsame Weise tief in lebensverändernde Erfahrungen ein, die ihm geholfen haben, aus Alltagsproblemen tiefgreifende Erkenntnisse für ein glückliches Lebensumfeld zu gewinnen, und diesen Wissensschatz an seine Leserschaft weiterzugeben.
Anhand von zahlreichen eigens erlebten Beispielen, wird so viel Nützliches generiert, und neue Wege aufgezeigt, dass Jeder für sich einen großartigen Gewinn aus den tiefgründigen Antworten entnehmen kann.
Ich habe viel interessante Anwendungsmöglichkeiten für mich gefunden, die mir halfen, eine positivere Einstellung zum Leben zu finden, und vieles mehr.
Ich fühle mich dadurch bereichert und zusammenfassend bestens unterhalten.
Es ist eine außerordentlich wichtige Ergänzung seiner bisherigen Werke, und wem diese zusagten, der kommt an diesem inspirierenden Buch nicht vorbei!
Kalligrafin
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The Artist
von Lucy Steeds
Der Roman "The Artist" von Lucy Steeds ist eine Symphonie an Farben, bildhafter Sprache und der Liebe zur Malerei.
Bereits der Prolog zieht einen in den Bann und begleitet den Leser von der Gegenwart im Jahr 1957 in London in die 1920er Jahre in der französischen Provence, wo Ettiie als Mädchen für alles ihrem schroffen Onkel und dem berühmten Maler zur Hand geht.
Wie bei einem Gemälde legt sich Schicht für ein Schicht ein Geheimnis dar, das tiefer geht, als zunächst vermutet.
Besonders angetan hat mir die Liebe zur Malerei, die die Autorin auf sanfte und gemächliche Weise vorträgt. Namhafte Künstler wie Van Gogh oder Cézanne werden kurz angerissen und untermauern die Affinität zum Spiel mit den Farben, die in der von Lavendelfeldern geprägten Provence wichtig für die Malerei im frühen 20. Jahrhundert waren.
Fazit: Der Roman ist vielschichtig, unterhaltsam und auf eine positive Art belehrend. Er deutet auf die Rolle der Frau und die Schwierigkeiten als Malerin im 20. Jahrhundert hin. Das Cover lädt dazu ein, zu träumen und sich auf das Farbenspiel der bildhaften Sprache einzulassen. Absolut empfehlenswert!
Kwinsu
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Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
von Sironic Fiona
Era ist 15 und kann hautnah miterleben, wie die Welt durch die Klimakatastrophe zu Grunde geht. Wasser ist Mangelware, somit auch frisches Essen, allerorts brennt es, ein lebbarer Wohnraum ist knapp, eine nach der anderen Vogelart stirbt aus - und die Reichen bleiben priviligiert. In diesem Setting aufzuwachsen ist nicht nur bedrückend, sondern auch zu gewissen Maße auch langweilig. Bis die Schwestern Maya und Merle in Eras Leben treten. Die beiden Töchter bekannter Influencer-Moms jagen samstags Dinge in die Luft, filmen das Spektakel und stellen es ins Netz. Anonymität ist den beiden Schwestern das höchste Gut. Doch Era schafft es sich mit den beiden zu befreunden - und sie und Maya werden ein Paar. Sie treten eine gemeinsame Flucht an, um aus ihrem Leben auszubrechen - irgendwie hoffnungslos.
Fiona Sironic ist mit "Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft" eine eindringliche und realistische Dystopie gelungen, die eine Zukunft zeigt, die nicht allzu sehr in der Ferne liegt und erschreckenderweise genau so stattfinden könnte. Der Roman hat eine weltuntergangshafte Atmosphäre, ist dementsprechend frustrierend und vor allem: sperrig. Die knapp 200 Seiten lesen sich nicht flott, sondern ziehen sich wie Kaugummi, sind extrem intensiv, schockierend und drängen förmlich die Frage in den Kopf: warum fahren wir unsere Welt so an die Wand? Ich erachte es als besondere Kunst ein Buch zu schreiben, das gleichermaßen abstoßend und anziehend ist, es fühlt sich an als würde die geschaffene Welt jene sein, die erwartet wird, die wir aber um keinen Preis haben wollen. Die Figuren sind gefangen in einer aussichtslosen Welt, die dem Niedergang geweiht ist und doch versuchen sie das Essentielle: zu leben.
Schafft man das Buch bis ans Ende, weiß man: man hat als Lesende hart gearbeitet und wird dafür auch belohnt. Mit der Erkenntnis, dass Sironic hier große Literatur geschaffen hat, so unpackbar, dass sie irgendwie grandios ist. Das Buch ist wie ein Fiebertraum, in dem man aufwacht und nie wieder freikommt: die erzeugten Bilder brennen sich in den Kopf und werden vermutlich nie ganz verschwinden. Man weiß: das ist unsere Zukunft - der Planet stirbt, die Tiere sterben und schließlich auch wir Menschen, wenn wir nicht umgehend etwas ändern. Alles deutet darauf hin, dass wir das nicht tun. Im Nachhinein kann aber gesagt werden: Fiona Sironic hatte eine Ahnung.
Streiflicht
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Giftiger Grund
von Thomas Knüwer
Schon beim ersten Blick auf das giftgrüne Cover, das so gut zum Titel Giftiger Grund passt, und auf die interessante und packende Kurzbeschreibung war mir sofort klar, dass ich dieses Buch wahnsinnig gerne lesen möchte. Es hat 2024 den deutschen Krimipreis gewonnen - da bin ich dann eigentlich immer vorsichtig, denn leider sind gehypte Bücher oft nicht das, was mir dann wirklich gefällt.
Hier aber war ich nach wenigen Seiten mittendrin und habe das Buch sehr gerne und flott gelesen. Es bietet alles, was ein guter Krimi haben sollte: Gänsehaut, Grusel und immer wieder den Drang, noch schneller zu lesen, um endlich zu wissen, was passiert ist, warum wer wie agiert hat und wie es ausgehen wird. Bis zur letzten Seite hat mich das Buch spannend in Atem gehalten und mir viele Stunden Lesegenuss geschenkt. Gerne mehr davon, das war spitze!
Streiflicht
empfiehlt:





Alt genug
von von Kürthy Ildikó
Schon früher habe ich voller Begeisterung die Bücher von Ildikó von Kürthy gelesen. Los ging es als Teenie mit Mondscheintarif, irgendwann viele Jahre später kam dann Neuland, das mich ebenfalls bezaubert hat. Auch wenn ich runde 15 Jahre jünger bin, habe ich so oft den Eindruck gehabt, dass die Autorin perfekt in Worte packen kann, was ich empfinde. Umso begeisterter war ich natürlich, als ich nun "Alt genug" mehr oder weniger durch Zufall in die Finger bekam. Es war, als sollte das Buch bei mir ankommen. Und ich habe es aufgeschlagen und bin auch angekommen.
Nach nur wenigen Zeilen war ich völlig im Bann und hätte das Buch am liebsten einfach immer weitergelesen. Leider hat mich der Alltag davon abgehalten, aber das hatte auch das Gute, dass ich das Buch über mehrere Tage genießen durfte.
Sie schreibt mir einfach aus dem Herzen, so vieles kann ich so gut nachvollziehen. Natürlich ist bei mir vieles auch ganz anders, aber trotzdem ist es, als würde eine liebe Freundin erzählen, als würde vielleicht sogar ein Teil von mir schreiben. Vermutlich ist es genau das, was die Bücher von Ildikó von Kürthy so erfolgreich macht. Die Authentizität, das Wiedererkennen beim Lesen, der Gedanke "das kenne ich auch". Schon jetzt freue ich mich darauf, das Buch nochmal zu lesen! Aber zuerst bekommt es meine Schwester, der ich nur meine liebste Lektüre weitergebe!
Sheilo
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A Girl Named Josie
von Kristina Moninger
Wir waren dabei als Odina, Avery, Lee und Isa ihre Liebe gefunden haben, aber was ist nun eigentlich mit Josie passiert? In allen Bänden der Reihe war sie ein Thema und nun erfahren wir endlich ihre Seite der Geschichte.
"A Girl Named Josie" ist der fünfte Band der "Breaking Waves"- Reihe von Kristina Moninger und ich finde, es ist die Geschichte, die diese Reihe gebraucht hat, um einen wundervollen Abschluss zu erhalten. Ich habe mich gefreut, gemeinsam mit Josie nach Harbour Bridge zurückzukehren und endlich alle Geheimnisse zu lüften. Beim Lesen hatte ich nun so manchen "Aha"-Moment und ich liebe die Spannung im Buch sehr, die bis zum Ende aufrecht erhalten wird. Der Epilog hat mich dann noch etwas zum Schmunzeln gebracht und ein kleines Highlight ist es für mich, wie toll das Buch mit seinem Cover und Farbschnitt die anderen vier Bücher ergänzt.
Josie war für mich vor allem im ersten Band ein Charakter, dem ich nicht viel Sympathie schenken konnte. Warum sie manche Verhaltensweisen gewählt hat, kann ich durch ihre Geschichte nun sehr gut nachvollziehen und ihre ganzen Erlebnisse bringen eine große Tiefgründigkeit mit sich. In meinen Augen hat Josie sehr viel durchgemacht und man spürt, wie sie sich teilweise selbst verloren hat auf der Suche nach Liebe, die sie vor allem von ihrer Mutter nie erhalten hat. Umso schöner ist es zu sehen, wie sehr sie sich im Verlauf des Buches entwickelt. Andrea war ihr dabei oft eine große Stütze, nur versuchte Josie, auch ihn vor sich selbst zu schützen. Andrea ist ein sehr liebevoller und hilfsbereiter Protagonist, den wir in den Vorbänden vor allem als Bruder von Odina kennengelernt habe. Nun spürt man die Achterbahn der Gefühle zwischen ihm und Josie deutlich, doch haben sie eine Chance, nachdem Josie ihm erneut das Herz gebrochen hat?
Ich liebe es, dass dieser Abschlussband meine vielen Fragen, die ich beim Lesen der anderen Bände im Kopf hatte, nun beantwortet hat und in meinen Augen ist es wirklich ein Buch, welches die Reihe sehr gelungen abschließt. Für mich ist die Sichtweise von Josie ein Must-Read für alle, die bereits die anderen vier Mädels und ihre Geschichten genauso geliebt haben wie ich.
evaki
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Sie flogen einen Sommer lang
von Penelope Farmer
Sie flogen einen Sommer lang" ist ein englischer Kinderbuchklassiker von Penelope Farmer, neu übersetzt von Claudia Feldmann, liebevoll illustriert von Barbara Yelin und jetzt erschienen bei Insel. Ein Blick auf's Cover zieht uns gleich hinein, in eine geheimnisvolle Sommergeschichte an der englischen Küste mit den Schwestern Charlotte und Emma.
Nicht nur der große Kindheitstraum vom Fliegen steht hier im Mittelpunkt, sondern auch das schwierige Zwischenmenschliche der Kinder einer Schulklasse, deren Familien und wie man damit umgeht. Mit viel Fantasie werden Kinderwünsche zu unglaublichen Erlebnissen und ganz nebenbei finden sich die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, wenn es darum geht eine gemeinsame Sache durchzuboxen.
Ein Buch, das uns viel zum Nachdenken bietet, und zwar für Kinder und Erwachsene!
Katja K.
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The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
Vorab: Hier ist ein wenig Geduld gefragt. Das Buch liest sich nicht schnell weg, sondern die Geschichte entwickelt sich langsam. Man wird ganz allmählich und behutsam in das Worldbuilding eingeführt und lernt die Charaktere nach und nach besser kennen. Es ist außerdem eine Erzählung aus der Beobachterposition und nicht, wie aktuell in, aus der Ich-Perspektive. Dennoch gibt es unterschiedliche POV.
Ich jedenfalls musste mich erst an die langsame Geschwindigkeit und die teilweise ausführlichen Schilderungen gewöhnen. Auch erfordert es einige Konzentration, bei den vielen verschiedenen Namen und Perspektiven durchzublicken, da diese nicht übersichtlich mit den Hauptkapiteln wechseln.
Irgendwann zwischendurch hatte ich sogar einen Punkt, an dem mir ein bisschen die Puste ausging. Aber ich kann sagen: Meine Geduld wurde mit einer wirklich außergewöhnlichen und besonderen Geschichte belohnt.
Die Autorin verwebt hier gekonnt ganz viele verschiedene Elemente zu einer einzigartigen bunten und zugleich auch düsteren Welt. Wir begegnen traditioneller japanischer Mythologie, Hightech Bots, Pokémon-Vibes, Wahlgeschwistern, Geflüchteten, blutrünstigen Gangs, kaiserlicher Politik und ganz viel Bubble Tea. Ach, und natürlich Drachen!
Die verschiedenen Charaktere sind ganz liebevoll gezeichnet und in ihren Persönlichkeiten über das Buch hinweg immer deutlicher spürbar. Es sind junge Charaktere, die mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind und mich berührt haben. Sie haben mit den Unsicherheiten normaler Jugendlicher und junger Erwachsener zu kämpfen und treffen authentische Entscheidungen. Besonders elegant finde ich, dass wir mit den Charakteren zusammen das Magie-System allmählich entdecken und verstehen dürfen.
Über allem schweben philosophische Fragen nach Identität und Heimat, dem Sinn des Lebens und den Vorteilen versus Gefahren technologischen Fortschritts.
Fazit: Auch wenn ich ein paar Längen aushalten musste, so hat mich dieses außergewöhnliche Buch doch tief berührt und ich kann es kaum erwarten, wieder in diese bezaubernde Welt voller asiatischer Mythologie und Science-Fiction einzutauchen. Von mir gibt es eine ganz klare Lese-Empfehlung. Das Glück ist mit den Geduldigen! ;)









