Kundenrezensionen von Furbaby_Mom





Brombeerblaue Tage
von Simone Veenstra
Überwältigt vom allgegenwärtigen Stress-lass-nach-Gefühl und beflügelt vom ansprechenden Klappentext war ich so was von ready für einen literarischen Ausflug nach Rügen!
Was ich an diesem von Naturliebende strotzenden Werk besonders gemocht habe:
❏ unzählige liebevolle Details wie die glänzenden Brombeeren auf dem Cover sowie inkludierte Pflanzen-Steckbriefe;
❏ der atmosphärische, sehr detailverliebte, bildhafte Schreibstil - emotional, aber nicht überdramatisch und voller herrlicher Farb- & Naturbeschreibungen … die entschleunigte Erzählweise passt perfekt zum ruhigen Verlauf der Geschichte;
❏ Setting: 10/10 - ein idyllisches Gutshaus, das trotz kleiner Mängel voller Charme steckt;
❏ ernstere Themen (Stichwort: postoperatives Delir) wurden gleichermaßen interessant wie sensibel eingebunden;
❏ Aurel (!!), weil … riesengroße Hunde-Liebe!;
❏ die Darstellung der speziellen, von enttäuschten Gefühlen und Unsicherheit geprägten Vater-Tochter-Dynamik.
Zudem hatte ich das große Glück, mich über einen beiliegenden Brief der Autorin freuen zu dürfen, aus dem deutlich hervorgeht, wie viel Persönliches und Herzblut in der Geschichte stecken.
Fazit:
Ein feinfühlig erzählter Familien- und Lebensroman, den ich insbesondere Pflanzenliebhabern ans Herz lege.





Chasing Hearts
von Grace Newman
Wow!! Was für eine mitreißende Sports-Romance! Ich bin wirklich restlos begeistert!!
Zwar hatte ich in letzter Zeit immer häufiger Formel-1-Settings in Romance-Romanen entdeckt, dachte insgeheim aber letztlich: 'Ok, unterm Strich fahren da eben einfach Autos im Kreis.' Tja, nach "Chasing Hearts" sehe ich das komplett (!) anders. Mehr noch: Nach dem Lesen habe ich tatsächlich angefangen, mich intensiv mit Motorsport und der Formel 1 auseinanderzusetzen - und allein DAS muss ein Buch erst einmal schaffen. Wirklich ein riesengroßes Kompliment an Grace Newman für dieses unfassbar authentische, atmosphärische und detailreiche Setting!
Man spürt auf jeder Seite, wie viel Leidenschaft und Know-how in dieser Geschichte steckt. Die Rennwochenenden, die Abläufe hinter den Kulissen, die Dynamik innerhalb der Teams … alles wirkt unglaublich lebendig. Besonders beeindruckt hat mich der Blick auf Frauen in einer männerdominierten Branche. Georgia kämpft so hart für ihren Traum, als erste Frau Formel-1-Weltmeisterin Geschichte zu schreiben, und ich habe jede einzelne Sekunde mit ihr mitgefiebert.
Überhaupt sind die Figuren hier einfach fantastisch ausgearbeitet worden. Georgia und Luca könnten (trotz ihrer gemeinsamen Liebe fürs Racing) auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein: SIE musste sich alles selbst erarbeiten, ohne Vitamin B (immer im liebevollen Wettstreit mit ihrem Bruder Henri), während ER als charismatischer Goldjunge und Sohn eines ehemaligen Weltmeisters scheinbar mit allen Vorteilen dieser Welt geboren wurde. IHRE Pressekonferenzen sind ein Marketing-Debakel, die Presse verhöhnt sie mit frauenfeindlichen Fragen, provoziert sie in einer Tour und kritisiert sie anschließend genüsslich, sobald "Sassy Dubois" irgendwann (berechtigterweise) der Geduldsfaden reißt. SEINE Presseauftritte hingegen laufen dank seines Charmes und seiner Selbstsicherheit wie am Schnürchen.
Gerade dieser Gegensatz macht ihre Dynamik aber SO spannend, denn hinter Lucas Womanizer-Fassade steckt so viel mehr, als Georgia zunächst wahrhaben möchte. Ich habe es geliebt, wie sich die beiden Schritt für Schritt annähern - nicht übertrieben dramatisch oder künstlich, sondern absolut nachvollziehbar und emotional greifbar. Volle Punktzahl für die herrliche Chemistry zwischen Georgia und Luca! (Ebenfalls für die Dynamik innerhalb Lucas Familie.)
Schreibstil: Ein Träumchen! - Grandiose Dialoge, perfekt dosierter Spice - und der Humor? On point! Mit Fake Dating und Rivals to Lovers durfte ich mich gleich über zwei meiner liebsten Tropes freuen, und die Autorin hat sie wirklich hervorragend umgesetzt. Ich konnte das Buch (so gerne ich diese abgedroschene Phrase vermeiden würde) nicht aus der Hand legen und habe jede Szene förmlich inhaliert.
Fazit:
Genial!! I need more, please! Eine rundum gelungene, spannende, emotionale und mega atmosphärische Sports-Romance, die nicht nur mit einer mitreißenden Liebesgeschichte punktet, sondern gleichzeitig echte Begeisterung für die Welt der Formel 1 weckt. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den Folgeband "Racing Love", der im Dezember 2026 erscheint, wohooo!





Ein Ort, der bleibt
von Sandra Lüpkes
Manche Bücher liest man und spürt noch während der Lektüre: sie verändern etwas in einem. "Ein Ort, der bleibt" gehört für mich ganz eindeutig zu meinen all-Time-Highlights. Dieses Buch bleibt im Herzen.
Ich weiß jetzt schon: Ich werde nie wieder durch einen botanischen Garten gehen können, ohne an diesen wunderbaren Roman zu denken. An Istanbul. An diesen besonderen Garten. An die Menschen, die in der Türkei Zuflucht fanden. An all die Einzelschicksale.
Bereits "Die Schule am Meer" hatte mir in puncto Figurenzeichnung enorm gut gefallen, doch mit ihrem aktuellen Werk hat die Autorin sich für mich komplett übertroffen.
Besonders faszinierend fand ich den historischen Hintergrund. Obwohl ich sehr gerne historische Romane rund um die Zeit des Zweiten Weltkriegs lese, war mir dieser Aspekt der Geschichte bislang völlig unbekannt: Dass viele jüdische Akademiker:innen während Hitlers Regime in die Türkei flohen und dort unter Atatürk aufgenommen wurden. Allein dieses Thema machte den Read für mich schon außergewöhnlich und unglaublich bereichernd.
Im Mittelpunkt steht unter anderem der jüdische Genetiker Alfred Heilbronn, der in Münster seine Lehrbefugnis verliert und schließlich mit seiner Familie nach Istanbul flieht. Dort entsteht auf einer Brandruine ein botanischer Lehrgarten, ein Ort voller Hoffnung, Wissen und Neubeginn, nicht nur für ihn und seine Familie.
Apropos: Insbesondere die Passagen aus Sicht seiner Frau Magda haben mich berührt. Während sie in Deutschland oft lediglich in ihrer geschätzten Rolle als Frau Doktor existierte, beginnt sie in Istanbul plötzlich aufzublühen. Auf der Reise trinkt sie Champagner, entdeckt neue Seiten an sich, lernt Türkisch und findet Schritt für Schritt zu einer Version ihrer selbst, die zuvor kaum Raum hatte zu existieren. Diese Entwicklung wurde so feinfühlig, atmosphärisch und lebendig erzählt, dass ich vollkommen darin versunken bin.
Überhaupt ist Atmosphäre eine der ganz großen Stärken dieses Romans. Sandra Lüpkes erschafft ein Istanbul, das sich nicht nur lesen, sondern fühlen lässt. Ich konnte die Wärme beinahe spüren, den Duft der Pflanzen riechen und die Geräusche der Stadt hören.
Zusätzlich gibt es die Perspektive von Mehpare, die zunächst als Assistentin für Professor Heilbronn arbeitet, sowie die Gegenwartsebene rund um Imke. Auch sie erlebt durch den Aufenthalt in Istanbul einen tiefgreifenden Wandel, und auch ihre Geschichte hat mich emotional sehr bewegt. Die Dynamik mit ihrer Mutter, ihr ständiges Verantwortungsgefühl, das Gefühl selbst eher die Mutterrolle einzunehmen, all das wurde unglaublich authentisch dargestellt. Umso schöner war es mitzuerleben, wie Imke langsam lernt loszulassen und zu erkennen, dass ihre Mutter durchaus ihren eigenen Weg finden kann (und muss).
Sandra Lüpkes verknüpft mehrere Perspektiven und Zeitebenen miteinander, ohne dass je etwas überladen wirkt. Im Gegenteil: Alles greift so geschickt ineinander, dass ein unglaublich stimmiges Gesamtbild entstanden ist.
Es ist offensichtlich, wie viel Herzblut der Recherche in diesem Buch steckt. Ich hatte das große Glück, eine Buchbox zu gewinnen, der unter anderem ein Interview mit der Autorin beilag. Darin erzählte sie, dass sie selbst die Strecke von Münster nach Istanbul mit dem Zug gereist ist (!) - genau wie einst ihre Figuren. Sie lebte eine Zeit lang in der Türkei, besuchte die Gewächshäuser und folgte den Spuren ihrer Protagonistinnen. Und genau das spürt man beim Lesen auf jeder einzelnen Seite. - Diese Verbundenheit mit Istanbul, mit den Frauen. Man wird selbst ein bisschen eins damit.
Für mich ist dieses herausragende Werk daher weit mehr als 'nur' ein historischer Roman. Es ist eine Geschichte über Neuanfänge, Freiheit, Identität, Verlust, Heimatgefühl, Selbstfindung und darüber, wie sehr Orte Menschen verändern können.
Fazit:
Was für ein starker, beeindruckend atmosphärischer Roman! Schon beim Lesen des Klappentextes war mir klar, dass mich hier ein ganz außergewöhnlicher Read erwarten würde, und zwar nicht nur im Hinblick auf das Setting. - Ein absolutes Lesehighlight und eines jener seltenen Bücher, die man nicht mehr vergisst.





The Iced Caramel Coffee Agreement
von Kyra Groh
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - außer vielleicht hier: Dieses Buch hat mich wirklich, wirklich umgehauen. Und das sage ich nicht leichtfertig. Schon nach der Leseprobe war ich ja komplett verliebt, aber dass mich die Geschichte dann über die gesamte Länge hinweg so begeistern, berühren und gleichzeitig zum Lachen bringen würde, hatte ich in dieser Intensitat kaum erwartet. Richtig stark!!
Kyra Groh hat hier einen Schreibstil hingelegt, der mich restlos überzeugt hat. Mitreißend, pointiert, unglaublich humorvoll, aber nie drüber. Der Humor trifft genau ins Schwarze, wirkt authentisch und fühlt sich einfach echt an. Gleichzeitig ist da so viel Feingefühl, so viel Tiefe zwischen den Zeilen … Ich habe gelacht, mitgefühlt … und war komplett mittendrin. Genau so muss sich Lesen anfühlen.
Figuren: Ehrlich, ich bin hin und weg. Nore und Dex sind beide so vielschichtig und greifbar gezeichnet worden! Besonders Nore hat mein Herz im Sturm erobert. Ihre anfänglichen Zweifel, dieses Gefühl, immer "nur" die Nette zu sein, Everybody's Darling, immer die, die für alle da ist, aber selbst nicht als begehrenswert wahrgenommen wird … Don't get me wrong: Nichts spricht gegen das Nettsein, tatsächlich bräuchte die Welt meiner Meinung nach viel mehr Herzlichkeit und Wärme, doch hin und wieder möchte man sich einfach auch bewundert und als attraktiv wahrgenommen fühlen; ich denke, das liegt in der menschlichen Natur. Nores Gedanken waren so ehrlich, so verletzlich - zu 100% nachvollziehbar. Umso mehr feierte ich ihre Weiterentwicklung. Dex hingegen bringt diese gewisse Rauheit mit, diese innere Zerrissenheit, die ihn unglaublich spannend macht und ihn sehr charismatisch wirken lässt. Ich war bei Nores Faszination komplett mit an Bord. Seine Entwicklung hat mich ebenfalls beeindruckt, man spürt richtig, wie viel in ihm arbeitet, wie viel er mit sich herumträgt.
Nicht zu vergessen: die Nebenfiguren! Sie sind hier nicht "nur dabei", sondern machen die Geschichte noch so viel lebendiger. Ich liebe, liebe, liebe Jude und James! Ihre Geschichte muss ich definitiv nachholen! Tatsächlich habe ich ein akutes Bedürfnis, ALLE Werke von Kyra nachzuholen. Und was zukünftige Projekte betrifft: Ich lechze schon jetzt nach der Story von Olive - sie ist mir dermaßen ans Herz gewachsen in diesem Read. Riesengroße Freude, als ich entdeckte, dass auch sie ihr eigenes Buch bekommen wird!!
Setting: Traumhaftes Small-Town-Feeling! Ja, man liest neuerdings öfter von "Gilmore Girls Vibes", aber hier passt es einfach wirklich. Dieses heimelige, warme, leicht chaotische, liebevolle Miteinander... ich würde am liebsten selbst nach Lower Whilby ziehen, mir einen Iced Coffee schnappen und einfach Teil von dem Ganzen sein. Himmel, wär das schön!!
Die romantische Entwicklung: Ganz großes Kino. Authentisch, rundum glaubwürdig, voller kleiner, bedeutungsvoller Momente, zugleich herrlich amüsant. Keine übertriebene Dramatik, sondern echte Gefühle und Zweifel, echtes Annähern. Volle Punktzahl!
Muss ich wirklich noch was zur Optik sagen … ? Ein absoluter Traum! Wunderschönes Cover im RomCom-Stil, frühlingshafte Farben, bezaubernder Farbschnitt … seriously, what's not to love? Besser geht es nicht.
Abschließend: ein großes Lob für die kreativen Kapitelüberschriften und die hübsche Karte im Innencover.
Fazit:
Ein warmherziger, humorvoller, tiefgründiger Wohlfühlroman mit ganz viel Herz, Musik-Liebe, großartigen Figuren und absolutem Suchtpotential. Ich habe jede Seite geliebt und wollte am Ende eigentlich gar nicht gehen.





Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
von Gabriella Engelmann
"Der Duft des Strandhafers" von Gabriella Engelmann war für mich ein richtig schönes, atmosphärisches Leseerlebnis.
Obwohl ich den ersten Band der Dilogie nicht kannte, hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen würden. Die Autorin hat die Handlung so geschickt aufgebaut, dass man problemlos in die Geschichte eintauchen kann - sehr leserfreundlich. Das Personenregister zu Beginn war ebenfalls eine große Hilfe.
Auch optisch hat mich das Buch sofort angesprochen; die frischen Blau- und Lilatöne des Covers passen perfekt zur Stimmung.
Inhaltlich dürft ihr euch auf eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte, Gegenwartsliteratur und historischen Elementen freuen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven, was ich sehr mochte. Die Übergänge zwischen den Kapiteln und Zeiten sind dabei fließend und angenehm zu lesen, nichts wirkt holprig oder konstruiert.
Mein absolutes Highlight war ganz klar die Atmosphäre. - Die detaillierten, bildreichen Beschreibungen der Inseln haben mich komplett abgeholt. Ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, vor Ort zu sein, mitten im Geschehen. Einfach herrlich geschrieben und unglaublich stimmungsvoll.
"Mitte August war eine wundervolle Zeit auf Sylt: Um kurz vor sechs ging die Sonne auf und erst gegen neun Uhr abends unter. Es war meistens nicht mehr so heiß, und an manchen Tagen lag bereits ein Hauch von Herbst in der Luft. Die einst so kräftigen Farben verblassten nach und nach, besaßen jedoch immer noch genug Leuchtkraft. Die Heide blühte in sattem Lila oder Purpur, und es duftete herrlich nach Spätsommer, Nordsee, Salz und Verheißung."
Die Figuren sind insgesamt gut ausgearbeitet, wobei ich sagen muss, dass mir Anna in der Gegenwart deutlich näher (und sympathischer) war als Martje in der Vergangenheit. Annas Gedanken und Gefühle konnte ich besser greifen, während Martje für mich ein kleines Stück distanzierter blieb. Ihre Bindung zum väterlichen Freund Nanning liebte ich jedoch sehr.
Was die Geschichte zudem besonders macht, ist auch ihre Tragik. Sie zeigt eindrücklich, wie sehr Zufälle und Begegnungen das eigene Leben beeinflussen können … und dass man manchmal, ohne es zu merken, einen völlig falschen Weg einschlägt, wenn man sich von den falschen Menschen leiten lässt. Das war stellenweise wirklich schmerzhaft zu lesen, aber auch sehr berührend und eben vollkommen realistisch.
Es ist definitiv keine kitschige Liebesgeschichte, im Gegenteil - eher eine bewegende Geschichte über Verlust, schicksalhafte Entscheidungen, Reue, Sehnsucht, Familie und Wahrheitssuche, mit kleinen Lichtblicken dazwischen.
Ein Detail, das ich ebenfalls toll fand: die Erwähnung realer Buchhandlungen wie "Der Bücherwurm" in Westerland und "Die Büchertruhe" am Keitumer Watt.
Der Schreibstil der Autorin ist durchgehend einladend, flüssig und vor allem atmosphärisch dicht. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen!
Fazit:
Hat mir wunderbar gefallen! Klare Empfehlung für alle Leser:innen, die Insel-Feeling, Familiengeheimnisse und fesselnde, emotionale Geschichten lieben.





Fäden des Glücks
von Marit Warncke
Dieses Buch war mein erster Read von Marit Warncke - und nach einem gemächlich-gemütlichen Einstieg habe mich schnell unglaublich wohl in dieser Geschichte gefühlt, in der das Ankommen, Vergangenes und die Frage, wo wir wirklich hingehören, eine zentrale Rolle spielen. (Ironischerweise geht es, wie Titel und Cover suggerieren, natürlich auch ums Nähen - was ich selbst überhaupt nicht kann.)
Schon das Cover hatte mich sofort angesprochen, es passt einfach perfekt zum Inhalt: zart, stimmig, voller Gefühl - ein klassischer Feel-Good-Read eben; what you see is what you get.
Den Schreibstil habe ich als ruhig, fließend und sehr atmosphärisch wahrgenommen - man taucht gemächlich in Lüttenbü ein und möchte eigentlich gar nicht mehr weg. … abgesehen von jenem Moment, an dem man knöcheltief in der Kloake eines defekten WCs steht, hihi.
Besonders berührt hat mich, wie fein und glaubwürdig die zwischenmenschlichen Konflikte ausgearbeitet sind. Die Geschichte rund um Karla, ihre zerbrochene Freundschaft mit Bruna und die Rückkehr in das alte Gutshaus entfaltet sich Stück für Stück … wie ein Stoff, der neu zusammengenäht wird.
Ohne zu spoilern: Die Hintergründe der damaligen Ereignisse sind vielschichtiger als erwartet und werden auf eine sehr sensible und kluge Weise aufgelöst. Vor allem die historischen Elemente, eingebettet durch alte Briefe und Erinnerungen, haben mich enorm angesprochen und die Geschichte nochmal auf eine ganz andere Ebene gehoben. Die Autorin hat diesen historischen Aspekt ganz wunderbar eingebunden - ich möchte nun auf jeden Fall mehr über Mecklenburgs Gutshäuser und deren Vergangenheit erfahren. (Im Anhang sind einige Tipps enthalten, welche Lektüre diesbezüglich hilfreich wäre.)
Auch die Dynamik zwischen Karla und ihrer Mutter fand ich unglaublich stark und lebendig ausgearbeitet, insbesondere das (längst überfällige) Aussprechen von lang unterdrückten Gefühlen.
Was ich außerdem sehr mochte:
❏ das Gefühl des gemeinsamen Ankommens,
❏ die Renovierungsarbeiten,
❏ das Dorfleben, die kleinen Begegnungen - die gesamte Atmosphäre,
❏ Vi und ihren Sohn - die beiden habe ich sofort ins Herz geschlossen!
Ja, die Geschichte ist ruhig und mag für manche Leser:innen eventuell stellenweise etwas vorhersehbar oder langsam wirken. Aber gerade gegen Ende steigert sich die emotionale Intensität deutlich.
Für mich waren es einfach rundum vergnügte, entspannte Lesestunden!
Fazit:
Ein gefühlvoller Wohlfühlroman mit Tiefe, Herz und einem Hauch Geschichte - definitiv nicht mein letztes Werk der Autorin.





Moorland. Die Zwillinge
von Andreas Winkelmann
"Das war es, was dieses Moor mit den Menschen machte. Es täuschte und trog, verwirrte und belog, bis man nicht mehr wusste, was Wahrheit war oder Märchen."
Wow! Mit dem vorliegenden Werk ist Erfolgsautor Andreas Winkelmann ein enorm fesselnder Auftakt zu einer neuen Reihe gelungen, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat.
Spannungsaufbau: Sowas von gelungen! Am Anfang liegt der Fokus klar auf der Charaktervorstellung, was ich sehr begrüßt habe; zudem wird uns das Setting präsentiert - und das geschieht dermaßen bildreich, detailliert und eindringlich, das sofort Bilder im Kopf entstehen und man sich beim Lesen mitten im Geschehen wähnt. Gänsehaut pur! Das Moor wirkt fast wie eine eigene Figur, bedrohlich und voller ungelöster Rätsel.
Mit den Charakteren habe ich mich schnell verbunden fühlt, überhaupt habe ich die vielschichtige Figurenzeichnung geliebt! Schon jetzt bin ich mega gespannt darauf, in den kommenden Bänden mehr über Kommissarin Malia Gold, ihren Bruder Erik und Ruth zu erfahren, gerade auch in Bezug auf die besondere Familiendynamik (und Vergangenheit) der Sichlers.
Im Fortgang der Handlung gerät man in einen regelrechten Sog - selbst bei knapper Lesezeit dachte ich mir während der Lektüre: "Ach, eine Seite geht sich noch aus … na gut, bis zum Kapitelende zumindest.." - genau so soll es sein bei einem wirklich gut geschriebenen Buch!
Die Story selbst hält gleich mehrere überraschende Wendungen parat, die mich wirklich kalt erwischt haben - hätte ich so nicht kommen sehen (auch im Hinblick auf die Auflösung). Again: ein Zeugnis von Winkelmanns Schreibkunst.
Erzählton: Klar, modern, absolut mitreißend, herrlich atmosphärisch - ich bin begeistert!
Ein weiteres Highlight ist für mich die Aufmachung des Buches: Das düstere, geheimnisvoll anmutende Cover passt einfach perfekt zur Stimmung der Geschichte, und der Farbschnitt macht das Buch zu einem richtigen Eyecatcher im Regal.
Fazit:
Ein rundum packender Kriminalroman, der von seinen durch und durch atmosphärischen Beschreibungen lebt und mit starken Figuren punktet, mit denen man gerne mitfiebert. Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten, aus der Sicherheit meines Lesesessels heraus wieder ins geheimnisvolle Moorland zurückzukehren. Klare Empfehlung!





Alle glücklich
von Kira Mohn
"Ist das das Leben, das ich mir vorgestellt habe?"
Für mich war dies das erste Werk von Bestsellerautorin Kira Mohn, deren Name mir natürlich längst ein Begriff war - und es wird ganz sicher nicht das letzte gewesen sein. Ich bin restlos begeistert und tief beeindruckt von diesem außergewöhnlich feinfühligen, lebensnahen Familienroman.
Schon das künstlerisch gestaltete Cover, das fast wie ein kleines Gemälde wirkt, hat mich sofort angesprochen. Der Klappentext klang ebenfalls vielversprechend … doch was mich im Inneren erwartete, hat meine Erwartungen noch weit übertroffen.
Dieser durch und durch realistische Roman erzählt die Geschichte einer scheinbar ganz normalen Familie aus den Perspektiven der vier Familienmitglieder. Normalerweise bin ich kein Fan von allzu vielen Blickwinkeln - allerdings kommt es immer auf die Umsetzung an, und hier empfand ich diese Erzählweise tatsächlich als absoluten Glücksgriff.
"Ihre Beziehung passte schon seit Ewigkeiten nicht mehr, sie machte sich nur nicht die Mühe, dieses Problem endlich anzugehen. Aber das ließ sich ja ändern. Sie konnte ihrem Leben noch einmal eine völlig andere Richtung geben. Herrgott, schließlich ging sie nicht auf die neunzig zu."
Meisterhaft lässt uns Mohn tief in die Gedankenwelt ihrer Figuren eintauchen und bringt uns deren jeweiligen Charakter auf so selbstverständliche Weise näher, dass man sich wirklich denkt: 'Ja, diese Sichtweise kann ich nachvollziehen, das ergibt Sinn'. Wirklich jede einzelne Perspektive ist unfassbar authentisch gestaltet worden. Niemand wird verurteilt, niemand wird idealisiert - stattdessen entsteht ein sensibles, ehrliches Bild einer Familie, die langsam aus dem Gleichgewicht gerät. Genau das ist in meinen Augen das eigentliche Highlight des Buches, die Charaktere wirken so menschlich und vielschichtig - man kann sich ihnen kaum entziehen.
Der Schreibstil ist herausragend - einnehmend, lebendig, klug und voller Gefühl. Die Dialoge wirken gut durchdacht und vollkommen natürlich, die Gedanken der Protas glaubwürdig und tiefgehend. Nichts erscheint konstruiert oder überdramatisiert, im Gegenteil - gerade die ruhige, realistische Darstellung macht die Geschichte so einzigartig. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und hatte immer wieder das Gefühl, nicht nur eine Story zu lesen, sondern wirklich mitten im Geschehen zu sein.
Die enorme Lebensnähe dieses Romans ist schlichtweg eine Wucht. Die Autorin beschreibt eindringlich, wie gefährlich schleichend sich Veränderungen in einer Familie entwickeln können, bis man sich irgendwann fragt, wie aus einem vermeintlich glücklichen Leben etwas so Zerbrechliches werden konnte. Gerade dadurch wirkt das Werk wie ein stilles Mahnmal dafür, wie wichtig gegenseitiges Zuhören und Verstehen ist, nicht nur reine Anwesenheit, sondern wahre Präsenz - auch in mentaler Form.
"Irgendetwas hatte sich in den letzten Jahren verändert. Dieses Gefühl, eine Familie zu sein, unverbrüchlich zusammenzugehören ... Es war schwierig geworden, sich weiterhin darin einzurichten."
Trotz der ernsten Themen kommt die Unterhaltsamkeit nie zu kurz, auch das Ende ist interessant gestaltet worden. Ihr merkt schon, dieser Read hat mich so richtig gepackt!
Fazit:
Einer der stärksten Familienromane, die ich seit Langem gelesen habe - voller Wahrhaftigkeit und emotionaler Tiefe. Klare Leseempfehlung!





Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
von Wencke Mühleisen
Dieses Buch war … anders. Anders im Sinne von besonders intensiv, schonungslos, künstlerisch … aber leider konnte es mich nicht emotional erreichen.
Zunächst einmal: Das Cover im Gemäldestil gefällt mir außerordentlich gut. Es strahlt etwas Melancholisches, Reifes, Nachdenkliches aus, was ja die Grundstimmung des Romans visuell wunderbar einfängt. Auch sprachlich merkt man sofort: Hier schreibt jemand mit Anspruch - klar, reflektiert, enorm tiefgründig. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein literarisches Sezieren von Sehnsucht, Altern, Körperlichkeit und Beziehungsmustern.
Der Einstieg in Triest gefiel mir noch recht gut, ist atmosphärisch dicht - die gepflasterten Straßen, das gelbe Licht der Bars, dieses leise Unbehagen unter der Oberfläche, weil Erika spürt, dass irgendetwas nicht im Reinen ist, es jedoch nicht benennen kann … das alles ist eindrücklich beschrieben worden. Überhaupt ist der Schreibstil sehr bildhaft, fast essayistisch; viele Gedanken kreisen um Vergänglichkeit, Begehren, den alternden Körper, um das Gefühl, entliebt worden zu sein - und auch darum, selbst einmal Verrat begangen zu haben. Genau an diesem Punkt begann mein innerer Abstand.
Es fiel mir schwer, tiefes Mitgefühl für Erika zu entwickeln. Denn sie selbst hatte ihren Mann Jahre zuvor betrogen - und auch wenn jede Beziehung ihre eigenen Dynamiken hat und nichts jemals schwarz-weiß ist, war es für mich keine sonderliche Überraschung, dass a) eine Beziehung nach solch einem Vorfall angeknackst sein kann und b) diese Wunde möglicherweise nie ganz verheilt. Das Vertrauen hat Risse bekommen, die Nähe ist kompliziert geworden. Vielleicht war genau diese Ambivalenz gewollt, bei mir führte sie jedoch eher zu Distanz als zu Empathie.
Was ich zudem ganz ehrlich sagen muss: Die sehr explizite, direkte Sprache in einigen Passagen war für mich schlicht nicht stimmig. Ich lese durchaus gerne Romane mit sinnlicher Note, give me anything spicy, I love it! - das ist überhaupt nicht der Punkt. Aber hier empfand ich die Wortwahl stellenweise als zu derb, vulgär … und vor allem als nicht passend zur sonst eher literarisch-künstlerischen Tonlage. Sicherlich werden viele Leser:innen genau diese Offenheit feiern, auf mich wirkte sie eher befremdlich.
Ich hatte schlicht andere Erwartungen. Der Klappentext (und auch die Empfehlung, der Read sei "warmherzig" und "witzig") ließ mich auf eine Geschichte hoffen, die trotz aller Tiefe auch Leichtigkeit trägt. Vielleicht etwas in der Art von Susanne Fröhlich - mit realistischer Note, aber stets mit einem Augenzwinkern und vor allem: mit Hauptfiguren, die ich von Herzen mag. Stattdessen empfand ich die Atmosphäre des vorliegenden Werkes als deutlich deprimierender, beklemmender, fast schwer auf der Brust liegend. Nach der Lektüre fühlte ich mich nicht bereichert oder hoffnungsvoll, sondern eher bedrückt … und so sollte sich Lesen, zumindest für mich persönlich, nicht anfühlen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Buch schlecht ist, im Gegenteil: es ist literarisch höchst anspruchsvoll, reflektiert, kompromisslos ehrlich in seiner Auseinandersetzung mit Alter, Lust, Scham und Macht in Beziehungen. Es wird sicherlich viele Leser:innen finden, die genau diese Schonungslosigkeit schätzen und sich in Erikas Fragen wiederfinden. Für mich jedoch war es eindeutig nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit. Daher vergebe ich 3 Sterne - aus Respekt vor der literarischen Qualität, auch wenn es inhaltlich einfach überhaupt nicht mein Fall war.
Fazit:
Manchmal passt ein Buch … und manchmal eben nicht, auch das gehört zum Lesen dazu. Stilistisch: top, inhaltlich: Geschmackssache.





The French Escape - Love & Lavender, Band 1
von Sarah Fleury
Schon beim ersten Blick auf das traumhaft schöne, rosafarbene Cover war ich sofort verliebt - und auch der Klappentext versprach eine leichte, sommerliche Romance vor der Kulisse von Cannes. Genau dieses Flair von Côte d’Azur, Sonne, Meer und Glamour bekommt man hier auch tatsächlich sehr intensiv vermittelt: Man riecht förmlich die Düfte, spürt die Wärme auf der Haut und taucht direkt ein in dieses französische Lebensgefühl.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: Amber, erfolgreicher Hollywoodstar (mit jemandem aus ihrer Vergangenheit, der sie nicht gehen lassen will) und Timothée, Spross einer traditionsreichen Parfümeursfamilie, der gerade an einem Wendepunkt in seinem Leben steht. Diese beiden Stimmen und Lebenslagen könnten unterschiedlicher kaum sein … und ergänzen sich gerade deshalb so schön. Während Ambers Perspektive modern, dialogreich und sehr lebendig ist, bringt Timothée die ruhigere, melancholischere Tiefe in die Geschichte.
Was mir besonders gefallen hat: Amber ist trotz ihres Ruhms keineswegs abgehoben, sondern wirkt verletzlich, reflektiert und menschlich. Ich liebe ihre enge Freundschaft mit Emily, die nicht nur als 'beste Freundin am Rande & Personal Stylist', sondern als wahre emotionale Stütze dargestellt wird - loyal, liebevoll, warmherzig und voller weiblicher Solidarität, frei von jeglichem Konkurrenzdenken. Diese Beziehung gehört für mich zu den Highlights des Romans.
Timothée wiederum ist kein klassischer perfekter Love Interest, sondern ein junger Mann voller Zweifel, innerer Konflikte und ungelöster Familiengeschichte. Seine Beziehung zu seinem Vater, die Sehnsucht nach seiner Mutter und seine Suche nach der eigenen Identität verleihen der Story eine emotionale Tiefe, die ich so gar nicht erwartet hatte. Gerade die Passagen rund um die Welt der Düfte und das Parfümkreieren sind wunderschön geschrieben und sehr atmosphärisch. Überhaupt fungieren die Düfte nicht nur als Beiwerk, sondern als eigene emotionale Sprache - " […] sie war kaum mehr als ein Schatten, ein Hauch von Jasmin […]".
Das Fake-Dating-Motiv, das ich ohnehin mega gerne lese, funktioniert hier perfekt, weil es nicht aus Spiel oder Kalkül entsteht, sondern aus einer emotionalen Notlage heraus. Beide Figuren suchen auf ihre Weise einen Ausweg, einen Neuanfang, was ihre Verbindung glaubwürdig macht.
Ein sensibler, ernster Nebenplot beschäftigt sich mit einer schwierigen Beziehung aus Ambers Vergangenheit. Ohne ins Detail zu gehen: Dieser Teil der Geschichte zeigt sehr eindringlich, wie schwer es sein kann, sich aus emotional belastenden Dynamiken zu lösen. Ich fand das grundsätzlich gut und wichtig umgesetzt, auch wenn mir dieses Thema persönlich etwas zu nahe ging und ich solche Inhalte eher ungern lese - was aber meine subjektive Wahrnehmung ist und keine generelle Kritik am Buch darstellen soll.
Insgesamt lebt dieses wunderbare Werk für mich ganz klar von seinem lebendigen, bildhaften Schreibstil, der Atmosphäre, den Duftbeschreibungen und den beiden Hauptfiguren. Die Handlung folgt zwar bekannten New-Adult-Tropes, fühlt sich aber durch das Setting, die emotionale Tiefe und die Parfüm-Thematik dennoch frisch an.
Das Ende macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung - vor allem, weil ein weiterer Charakter in den Fokus rückt und ein kleiner Cliffhanger bleibt.
Fazit:
Ein sommerlich-leichter, gleichzeitig emotionaler NA-Roman mit viel Herz, herrlich französischem Flair, einem außergewöhnlichem Setting und sympathischen Figuren. Ich freue mich auf Band 2, der im September 2026 erscheint!









