Kundenrezensionen von Paul Kretzschmar





Düster
von Ivar Leon Menger
Nachdem mich schon "Finster", der 1. Fall mit Ex-Kommissar Hans J. Stahl begeisterte, setzt Ivar Leon Menger nunmehr mit dem Nachfolger "Düster" noch eine Schippe obendrauf.
Bereits der Anfang macht dem Titel alle Ehre, als ein kleiner Junge in den 60er Jahren nach dem Mord an seiner Mutter eine grausame Kindheit durchleben muss, die seine Seele für immer zerstört.
Viele Jahre später, in den 80er Jahren, ermittelt der inzwischen pensionierte Hauptprotagonist Stahl in einer Reihe grausamster Morde auf der fiktiven Nordseeinsel Liekenoog.
Dass der Autor auch als Regisseur tätig ist, merkt man dem Buch sofort an.
Die Handlung könnte man sich perfekt auch als Film vorstellen und man fühlt sich gleich in diese Zeit versetzt mit Schlagerschnulzen a la Roy Black, Kassettenspieler, Dirty-Dancing-Film, u.v.a. damaligen Dingen.
Der Schreibstil mit den kurzen, wechselnden Kapitel ist einfach nur genial.
Jeder letzte Kapitelsatz endet entweder mit einem Cliffhanger oder einer Überraschung, bei der man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.
Die Charaktere, sympathisch oder unsympathisch, sind so lebendig beschrieben, dass man sich direkt in sie hineinversetzen kann.
Die gesamte Handlungsatmosphäre, die Inselkulisse, ihre teilweise schrulligen Bewohner und die Urlauber tragen ihr Übriges dazu bei.
Als große Kunst empfand ich auch den Wechsel zwischen angenehmen Cosy-Crime und extremen Serienmörder-Psychothriller
Das Buch liest sich so bildhaft und detailliert, dass es ein echtes Lesevergnügen bereitet, selbst wenn der Täter nicht erst am Ende enttarnt wird. Die Spannung hält sich durchgehend und buchstäblich bis zur letzten Seite auf höchstem Niveau.
Der Autor dringt dabei tief in die Psyche der Täters ein und geht damit der existenziellen Frage nach: Ist man von Grund auf böse, oder wird man von den Umständen dazu gemacht? Eine Frage, die schon viele Psychologen beschäftigt hat.
Dieser Pageturner ist für mich eines der Highlights des Jahres und ich wünsche mir sehnlichst noch weitere Fälle des Sympathieträgers Stahl.
Ich habe nur noch zwei kleine Beanstandungen: Das Buch enthielt einige Tippfehler, die der Autor clever als Beweis der KI-Losigkeit begründet, und die extreme und ständige Raucherei, die mich störte, aber einfach der damaligen ungesunden Lebensweise geschuldet ist
Allen Krimifans kann ich nur ans Herz legen, diesen Thriller unbedingt zu lesen, sonst haben sie echt was verpasst!





Tödliches Verderben
von Karin Slaughter
Mit "Tödliches Verderben" veröffentlicht Bestsellerautorin Karin Slaughter, die mit über 40 Millionen verkauften Exemplaren zu den weltweit beliebtesten Autorinnen zählt, den 2. Band ihrer North Falls Reihe, nach "Dunkle Sühne".
Nach dem Mord an der Polizistin Allison Vickery und ihrer lebensgefährlich verletzten Tochter Mandy, übernimmt Sheriff Emmy Clifton gemeinsam mit ihrer Schwester, der ehemaligen FBI-Agentin Jude Archer, die Ermittlungen.
Gewohnt psychologisch raffiniert, lässt die Autorin tief in die trügerische Idylle der Kleinstadt und ihrer Bewohner blicken. Nach und nach tun sich dunkle Abgründe und unglaubliche Machenschaften auf, die die Ermittlungen verkomplizieren.
Es entwickelt sich ein komplexer Fall, in dem mächtige Persönlichkeiten verstickt sind. Drogen, Korruption und häusliche Gewalt erzeugen eine bedrohliche und düstere Atmosphäre.
Unvorhersehbare Wendungen und viele familiäre Verwicklungen zeichnen ein glaubhaftes Bild voller Überraschungen.
Der Schreibstil ist flüssig, emotional sowie packend und entwickelt, je weiter die Handlung fortschreitet, einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.
In die Charaktere kann man sich förmlich hineinversetzen, was dem Psychothriller eine zusätzliche Tiefe verleiht.
Ich habe mich durchgehend ausgezeichnet unterhalten gefühlt und kann eine klare Leseempfehlung abgeben!





Böse Stunde: Thriller
von Catherine Shepherd
Die Erfolgsautorin hat mit "Böse Stunde" erneut einen durchgehend spannenden Zons-Thriller veröffentlicht, der bis zum Schluss zum Mitraten zwingt. Er umfasst zwei verschiedene Zeitebenen, die 500 Jahre auseinanderliegen und wechselt kapitelweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Bereits das Cover mit der blutigen Taschenuhr weckt die Neugierde, die ausgiebig belohnt wird.
Mehrere Morde, bei denen die Zeit eine zentrale Rolle spielt, ergeben eine gewohnt packende Handlung, die fesselt. Dabei versteht es die Autorin auf geniale Art und Weise, falsche Spuren zu legen, aber am Schluss alle Plots logisch zu einem furiosem Ende zu vereinen.
Der Schreibstil ist wie immer angenehm leicht lesbar und die Charaktere fein austariert. Cliffhanger zwingen ständig zum Weiterlesen und halten die Spannung bei den nervenaufreibenden Kämpfen im Wettlauf mit der Zeit, unvermindert auf höchstem Niveau.
Ich hatte mit diesem clever konstruierten Pageturner dank überraschender Wendungen und intensiver Atmosphäre ein tolles Leseerlebnis, dass ich unbedingt weiterempfehlen möchte!





Wenn die Bienen schweigen
von Caryl Lewis
Die preisgekrönte walisische Autorin hat mit der klugen und düster-schönen Dystopie "Wenn die Bienen schweigen" ein Buch geschaffen, das nachwirkt.
Die tief berührende Poesie und die Liebe zur Natur spricht aus jeder Zeile.
Mit dem Aussterben der letzten Biene geht auch der Untergang der Gesellschaft, wie wir sie kannten, daher.
Es entsteht ein patriarchales System in dem junge Mädchen gezwungen werden, das Bestäuben von Pflanzen zu übernehmen und nach ihrer Geschlechtsreife zwangsverheiratet und zum Kindergebären missbraucht werden. Ein schreckliches Schicksal, das ihnen allen droht.
Aber die Freiheit lässt sich niemals auf Dauer unterdrücken, und die Kraft des Zusammenhaltes und der Freundschaft entfacht eine unaufhaltsame Rebellion.
Der Autorin gelingt es, einen hoch emotionalen Schreibstil mit einer eindringlichen Warnung vor den Gefahren eines zutiefst bedrohten Ökosystems zu verbinden.
Eine Fantasie, die morgen bereits Wirklichkeit sein kann.
Die Klimakrise wartet nicht und zwingt die Menschheit jetzt zum Handeln.
Dies ist das sicherlich wichtigste Vermächtnis dieses Buches, das mich nachdenklich und betroffen zurücklässt.
Ich habe mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt und gebe gern eine Leseempfehlung an alle interessierten Leser ab!





Bakterien - die heimlichen Helden
von Peter Wohlleben
Peter Wohlleben, der Autor zahlreicher international erfolgreicher naturwissenschaftlicher Bestseller, wie "Das Leben der Bäume", hat mit seinem neuestem Werk "Bakterien - Die heimlichen Helden" ein faszinierendes Buch über Superwesen verfasst, ohne die kein höheres Leben möglich wäre.
Unzählige erstaunliche Informationen, vermittelt er, voller Liebe und Humor, selbst für Laien leicht verständlich, fundiert aus der Wunderwelt der Bakterien.
Sein mitreißender Erzählstil über diese Winzlinge, die solch einen umfassenden Einfluss auf unser gesamtes Leben haben, lassen immer aufs Neue staunen, viele bisher übersehene und unbekannte Zusammenhänge erkennen, und die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse dem interessierten Leser nahebringen.
Eingeteilt in drei übersichtliche Kapitel vermittelt er einen beeindruckenden, großartigen Wissensschatz an Fakten, bis hin zur Verantwortung der Menschheit gegenüber diesen Helden von Winzlingen.
Diesem einmaligen Sachbuch von Peter Wohlleben habe ich es zu verdanken, dass ich nach seiner Lektüre zukünftig die Welt aufmerksamer, und voller Bewunderung, mit anderen Augen sehe.
Ich bin tief beeindruckt von diesem unermesslichen Wissensspeicher, der meine hohen Erwartungen noch übertroffen hat und den ich wärmstens eine besondere Leseempfehlung angedeihen möchte!





Alles ihre Schuld
von Andrea Mara
Mit "Alles ihre Schuld" hat die irische Bestsellerautorin Andrea Mara einen Psychothriller verfasst, der seinem Namen alle Ehre macht.
Alles beginnt mit dem entsetzlichsten Albtraum jeder Mutter, deren vierjähriger Junge plötzlich spurlos verschwindet und sich bald die entsetzliche Gewissheit durchsetzt, dass er von ihrem Kindermädchen entführt wurde. Je intensiver die Suche wird, desto mehr abgründige Geheimnisse kommen ans Tageslicht.
Der Autorin gelingt es nach und nach, mit immer neuen, genialen Wendungen aufwarteten. Es entwickelt sich ein hochspannender Thriller, bei dem der Leser die tiefste Verzweiflung hautnah erlebt und mit schockierenden, unerwarteten, cleveren Entwicklungen konfrontiert wird.
Die Charaktere sind tiefgründig und brillant herausgearbeitet. Die Handlung wirkt beklemmend. Das ganze Szenario wird dennoch glaubwürdig und real widergespiegelt. Zahlreiche Nebenprotagonisten beleben das Geschehen. Bis zum überraschendem Ende gibt es ständig neue, nicht erwartete Plots, die buchstäblich bis zur letzten Zeile in Atem halten.
Dieser flüssig lesbare und packende Thriller überzeugte mich auf der ganzen Linie und ist ein wunderbares Beispiel für meisterhafte und fesselnde Unterhaltung und gleichzeitig eine geniale Leseempfehlung!





Tokyo
von Tokuro Nukui
Der japanische Autor Tokuro Nukui verfasste bereits 1993 seinen Debütroman "Tokyo - Schwarzer Sommer", der inzwischen erfolgreich in zahlreichen Ländern erschien und 2026 endlich auch auf Deutsch.
Grausame Kindermorde erschüttern Tokyo, und deren Polizeibehörde gerät zunehmend unter Druck, weil sich keinerlei Spuren auf Täter und Motiv finden lassen.
Die Erzählung wird abwechselnd in zwei Strängen aufgeteilt, in denen ein lebensmüder, verzweifelter Mann Erlösung für den Tod seiner Tochter sucht und an eine sektenartige Religionsgemeinschaft gerät, und andererseits die Kriminalermittler bei der hoffnungslosen Tätersuche. Dabei handelt es sich weniger um einen typischen Thriller, sondern vielmehr um ein psychologisches Großstadtdrama, welches tiefe Einblicke in die japanische Kultur und Gesellschaft aufzeigt, die unserer Mentalität ziemlich fremd erscheint.
Dieser fesselnden Reise ins finstere Herz Japans hätte etwas mehr durchgehende Spannung gutgetan, aber wenn man bis zum Schluss dabei bleibt, wird man am Ende mit einem völlig unerwarteten, atemberaubenden Plot Twist belohnt, der alles genial zusammenführt.
Ich habe mich mit diesem ungewöhnlichen, anspruchsvollen Buch gut unterhalten gefühlt und empfehle es gern weiter!





Zeit für Fragen im Café am Rande der Welt
von John P. Strelecky
John Streleckys "Zeit für Fragen-im Cafe am Rande der Welt" ist nicht nur ein Ratgeber in Lebensfragen, sondern so viel mehr.
Mit diesem Buch widmet sich der erfolgreiche Autor den 46 wichtigsten Fragen seiner Leser, die ihn im Laufe seiner schriftstellerischen Karriere immer wieder erreichten.
Die Bandbreite seiner Antworten ist zwischen außergewöhnlichen, skurrilen und philosophischen Ratschlägen angesiedelt.
Leicht verständlich, lehrreich und humorvoll taucht er auf höchst unterhaltsame Weise tief in lebensverändernde Erfahrungen ein, die ihm geholfen haben, aus Alltagsproblemen tiefgreifende Erkenntnisse für ein glückliches Lebensumfeld zu gewinnen, und diesen Wissensschatz an seine Leserschaft weiterzugeben.
Anhand von zahlreichen eigens erlebten Beispielen, wird so viel Nützliches generiert, und neue Wege aufgezeigt, dass Jeder für sich einen großartigen Gewinn aus den tiefgründigen Antworten entnehmen kann.
Ich habe viel interessante Anwendungsmöglichkeiten für mich gefunden, die mir halfen, eine positivere Einstellung zum Leben zu finden, und vieles mehr.
Ich fühle mich dadurch bereichert und zusammenfassend bestens unterhalten.
Es ist eine außerordentlich wichtige Ergänzung seiner bisherigen Werke, und wem diese zusagten, der kommt an diesem inspirierenden Buch nicht vorbei!





The Big Five for Life
von John P. Strelecky
Leider ist dieses Buch für mich nicht zu vergleichen mit der Weltbestsellerreihe vom "Cafe am Rande der Welt", die mir gut gefallen hat.
Zufällig lernst Joe, ein mit dem Job und dem Leben unzufriedener Angestellter, den höchst erfolgreichen Geschäftsmann Thomas kennen, dessen Unternehmensstrategie darin besteht, alle seine Mitarbeiter zu befähigen und zu motivieren stets ihr Bestes zum eigenen Wohl, und gleichzeitig zur ganzen Firma zu geben.
Als Thomas sterbenskrank wird, übernimmt Joe die Aufgabe seines Mentors, viele Menschen am Wissen und dem Erfolgsgeheimnis teilhaben zu lassen. Führungskräfte und Firmeninhaber dürften davon sicher profitieren, aber für Otto Normalleser bietet die Lektüre keine weltbewegenden Neuigkeiten.
Der typisch amerikanische, anspruchslose Schreibstil sprudelt regelrecht über vor Binsenweisheiten, die langatmig, seicht und trivial daherkommen, samt überbewerteten Kernaussagen.
Interessant ist das Thema allenfalls für Marketingzwecke.
Mich persönlich hat es enttäuscht und ist mir keine Leseempfehlung wert.





Wiedersehen im Café am Rande der Welt
von John P. Strelecky
Der Autor John Strelecky hat mit dem Lebensratgeber "Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt" die Fortsetzung seines Weltbestsellers "Das Cafe am Rande der Welt" vorgelegt.
Dieses Buch ist umfangreicher als der Vorgänger.
Dadurch werden auch mehr Lebensweisheiten vermittelt, die dem Leser ein positives Gefühl bescheren und gute Laune bereiten.
Der Hauptprotagonist John begegnet auf Hawaii, im genannten Cafe, Jessica, die im gleichem Hamsterrad steckt, wie er früher, und ihren Sinn des eigenen Lebens sucht. John zeigt ihr dabei Möglichkeiten auf, ihre verloren gegangenen Wünsche für ein glückliches und erfülltes Leben neu zu definieren und zu finden. Dabei gelangt sie zu der Erkenntnis, was wirklich zählt, und wie sie aus ihrem stressigen Job herausfinden kann.
Nachdenklich machend und unaufgeregt authentisch, zeigt der Autor AHA-Effekte auf, die auch mir, als interessiertem Leser neue Erkenntnisse vermittelt, und mich meine bisherige Erwartung ans Leben überdenken lässt.
Angenehm lesbar, habe ich mich erneut gut unterhalten gefühlt, und kann gern eine Leseempfehlung für diese interessante Lektüre abgeben!









