Kundenrezensionen
Miro
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Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Fausto lebt in einem kleinen Dorf mit wenigen anderen Bewohnern. Sie alle sind damit beschäftigt, am Leben zu bleiben. Wir befinden uns in einer Welt, nach dem Klimawandel. Regen ist eine dumpfe Erinnerung an bessere Tage. Es wächst nichts mehr, die Menschheit ist stark dezimiert und die meisten sind in den hohen Norden ausgewandert.
Fausto hat den Absprung verpasst. Aber er ist gut darin, Dinge zu finden und Sachen zu reparieren. Nacht für Nacht macht er sich auf den Weg, um letzte Vorräte zu finden, denn alles, was nicht gut versteckt ist, wurde längst geplündert. Das Leben könnte für ihn weiterhin so dahinplätschern, doch dann taucht eine junge Frau im Dorf auf, die erstaunlich gut mit dieser Hitze zurechtkommt. Was sie für ein Geheimnis trägt, wird hier natürlich nicht verraten.
Dieser Roman lebt nicht unbedingt von der Handlung. Es passiert schon was, aber nicht allzu viel. Was den Roman ausmacht, ist das düstere Bild, das Eschbach zeichnet, von unserer Welt nach dem Klimawandel. Die unbändige Hitze und der Wassermangel schaffen eine lebensfeindliche Welt, die unweigerlich zum Zusammenbruch geführt hat. Es leben noch einige Menschen hier, aber die Ressourcen werden nicht ewig halten. Das Ende steht definitiv bevor.
Aber es ist auch eine Welt, die vorstellbar ist, wenn die Menschheit nicht bald bereit ist, umzudenken. Der Klimawandel ist nicht mehr leugbar. Dadurch kreiert der Autor mit dieser Dystopie eine mögliche Zukunft mit Gänsehauteffekt.
Fausto ist ein sympathischer Protagonist. Er ist hilfsbereit und großzügig und zeigt, dass es möglich ist auch unter widrigsten Bedingungen die Menschlichkeit zu bewahren. Anhand seiner Erinnerungen erfahren wir, wie sich die Welt gewandelt hat und was ihm alles widerfahren ist, bevor er in diesem verlassenen Dorf gestrandet ist.
Ich habe mich gerne in das fahle Herz des Sommers begeben und mit von der düsteren Stimmung mitreissen lassen. Daher vergebe ich gerne 4 Sterne für diese Dystopie.
Lilli33
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Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Die Zukunft hat schon begonnen
Die Sommer werden immer heißer und länger. Der Regen bleibt aus. Wer konnte, ist schon längst in den Norden gezogen, nach Kanada, Sibirien und in andere Gebiete, die durch den Klimawandel jetzt geradezu paradiesisch sein müssen. Fausto ist geblieben, als einer von wenigen in dem Dorf irgendwo in Frankreich. Sie kämpfen täglich ums Überleben. Eines Tages taucht eine junge Frau auf, der die Hitze überhaupt nichts auszumachen scheint, und Fausto verliebt sich Hals über Kopf …
232 Seiten für ein so komplexes Thema - das hätte mir gleich zu denken geben sollen. Das Szenario ist gut, man hätte tatsächlich viel mehr daraus machen können, wenn man dem Buch mehr Raum gegeben hätte. Zuweilen hatte ich den Eindruck, ein etwas umfangreicheres Exposé in Händen zu halten, dessen ausführliche Ausarbeitung erst noch erfolgen muss.
Der Anfang ist recht gemächlich. Eindrücklich und fast körperlich erfahren wir die brütende Hitze, die sengende Sonne, die alles Leben verdorren lässt. Das ist wirklich gut beschrieben. Aber dabei passiert erst mal nichts, was ich nicht in anderen dystopischen Romanen schon mehrfach gelesen hätte. Bis Valérie auftaucht. Mit ihr wird es spannend, wenn auch nicht unbedingt überraschend. Vieles ist so vorhersehbar.
Die Handlung ist eingleisig. Wir befinden uns die ganze Zeit an Faustos Seite. Trotzdem bleibt selbst der Protagonist ziemlich blass, von den übrigen Figuren mal ganz abgesehen.
Durch Faustos Gedanken, die sich viel mit der Vergangenheit beschäftigen, wird man erinnert, dass wir uns im richtigen Leben gerade in dieser Vergangenheit befinden, wo vor extremen Klimaänderungen gewarnt wird. Könnte unsere Zukunft auch wirklich so aussehen wie Faustos Gegenwart?
marcialoup
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Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Fausto ist ein sympathischer Protagonist, der in seinem Dorf in Frankreich geblieben ist, das fast alle anderen irgendwann verlassen haben, weil es außer Sommer nur noch Sommer gibt, und Hitze und Dürre unerträglich und lebensgefährlich wurden. Er und einige wenige Dorfbewohner (mit denen wir Leser aber nicht so tief in Kontakt kommen wie mit Fausto), bleiben und schlagen sich durch, plündern verlassene Häuser nach Nahrungsmitteln, Medikamenten und alles, was man gebrauchen kann. Es wird niemand mehr zurückkehren in die sonnenverbrannten Geisterstädte!
Fausto lebt mit dem Sonnenstand, tagsüber hilft nur, Zuhause zu bleiben. Wir kennen solche Tage vereinzelt auch schon: warten bis die Sonne untergeht und mit ihr die Atem raubende Hitze, in der man sich kaum bewegen kann... Doch wir haben noch andere Tage mit kühlerem Wetter... Faust nicht!
Die gnadenlose Hitze ist spürbar gut beschrieben in diesem dystopischen Roman, der uns ein mögliches Zukunftsszenario darbietet, das schon gut nachvollziehbar für uns ist.
Der Anfang des Romans war wie ein Sog, man liest sich flott durch die Seiten, die Dystopie ist hervorragend gelungen.
Und dann erschein Valerie...
Wer ist diese wortkarge Frau, kühl im wahrsten Sinne, die in das Nachbarhaus eingezogen ist und dann auch schon sehr bald zu Fausto zieht?
Schnell kommt Fausto ihr näher und ab hier verliert mich der Roman...
Polizei taucht auf, die Brüder des Nachbarhofs, und die Geschichte verläuft etwas seltsam. Die Nähe zu den Charakteren leidete. Der Verlauf hätte besser ausgebaut werden können, denn die Idee des Romans ist super!
Tobias Kallfell
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Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Fausto lebt in einer wenig hoffnungsvollen postapokalyptischen Welt, in der eine Seuche die Menschen heimgesucht hat und die Hitze der Sonne den Menschen große Probleme bereitet (dem Klimawandel sei Dank). Die südlichen Länder sind unbewohnbar geworden. Viele hat es bereits in den Norden (nach Nordkanada, Grönland und Sibirien) gezogen, sofern sie das nötige Geld für die Ausreise aufbringen konnten. Doch Fausto harrt in der trostlosen, lebensfeindlichen Umgebung (irgendwo in Frankreich) weiter aus und kämpft jeden Tag ums Überleben.
Das Dorf, in dem er lebt, ist weitestgehend verlassen. Es sind nur noch einige wenige Nachbarn übriggeblieben (u.a. ein Pfarrer), zu denen Fausto nach wie vor Kontakt hat. Nachts macht er sich mit seinem Fahrrad auf den Weg, um die umliegende Gegend nach Vorräten und anderen nützlichen Dingen abzusuchen. Allerdings haben zahlreiche Plünderungswellen dafür gesorgt, dass nicht mehr viel vorhanden ist.
Der triste Alltag von Fausto wird uns Lesern nähergebracht. Er versucht das Beste aus seiner Situation zu machen und ist darum bemüht, nur an die Zukunft zu denken. Große Pläne macht er jedoch nicht. Eingeflochtene Kindheitserinnerungen zeugen davon, dass er noch eine andere Welt kennen gelernt hat. Doch die Erinnerungen verblassen.
Eines Tages zieht eine fremde, mysteriöse Frau namens Valérie in das verlassene Nachbarhaus von Fausto ein. Die Hitze macht ihr wenig aus. Fausto findet sie überaus attraktiv und in ihm erwacht ein Beschützerinstinkt. Das erste Kennenlernen verläuft sonderbar. Valérie äußert sich nur sehr zurückhaltend und bleibt wortkarg. Sie gibt sehr wenig von sich preis und behauptet, dass sie nicht wisse, wo sie herkomme. Auch aus diesem Grund hat sie eine rätselhafte Ausstrahlung. Sie wirkt geheimnisvoll und als Leser möchte man mehr über sie erfahren.
Fausto hat die Hoffnung, dass er nicht länger allein durchs Leben gehen muss. Und tatsächlich kommt es schon bald zu einer Annäherung zwischen ihm und Valérie. Fausto stört sich nicht daran, dass er so gut wie nichts über sie weiß. Er lernt ein neues Gefühl kennen: Verlustangst. Auch Körperlichkeit und Begehren spielen eine große Rolle. Doch in der Nachbarschaft erregt die Beziehung der beiden schon bald Aufsehen. Wie wird es mit den beiden weitergehen? Werden sie evtl. doch noch in den Norden ziehen?
Das Buch weist durchgängig eine besondere Atmosphäre auf, was v.a. auch daran liegt, dass Valérie als Figur sehr mysteriös daherkommt. Das hat mir gut gefallen. Die Welt, in der Fausto lebt, bleibt für den Leser undurchschaubar und wirkt kafkaesk. Strukturen, die das Gemeinwesen aufrechterhalten, werden angedeutet, bleiben aber nebulös. Später treten Figuren auf, die Fausto nur als Fremde bezeichnet. Auch ihre Herkunft bleibt unklar. Kontextualisierungen und Erklärungen werden bewusst ausgelassen. Man erfährt nur punktuell etwas über die zukünftige Welt, in der Valérie und Fausto leben. Der Kreis der Personen, die in diesem Buch auftreten, ist auf eine überschaubare Anzahl begrenzt. Doch man erfährt nur wenig Hintergründe zu den Nebenfiguren. Schade! Das Ende hat mich leider unbefriedigt zurückgelassen. Ich wollte noch so viel mehr erfahren. Insgesamt bleibt die Idee der futuristischen Welt ausbaufähig. Vielleicht ja ein einem weiteren Buch? Wer weiß…
carola1475
empfiehlt:





Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Schon seit Jahren brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel, hat Flora und Fauna den Garaus gemacht und die unerträgliche Hitze ist genau so zerstörerisch. Das Leben in Mitteleuropa besteht für die wenigen Menschen, die vereinzelt in verlassenen Dörfern noch da sind, nur noch aus dem Überleben von Tag zu Tag. Fausto hat es verpasst, sich rechtzeitig nach Grönland, Kanada oder Sibirien abzusetzen. In Vollmondnächten unternimmt er, so gut wie möglich ausgerüstet, Ausflüge mit seinem Fahrrad zu entfernteren Dörfern und sucht in aufgegebenen Häusern nach Brauchbarem.
Eines Tages taucht im Nebenhaus eine junge Frau auf, der die Hitze nicht viel auszumachen scheint. Fausto verliebt sich in Valérie.
Andreas Eschbach schreibt klar, einfach, angenehm zu lesen und erzählt aus Faustos Perspektive. Die Erinnerungen des Protagonisten an 'früher' schildern unsere Gegenwart – jeder weiß um die Klimakatastrophe, doch niemand handelt oder ändert sein Verhalten, bis es zu spät ist. Auch eine Pandemie dezimierte die Menschen weiter. Eschbach unterlässt Schuldzuweisungen, er beschreibt die Entwicklung, die folgerichtig und unausweichlich ihren Lauf nimmt und trifft mich dadurch um so härter.
Besonders Faustos Charakterisierung ist gelungen, wie auch die ständige, eindringliche Schilderung der lebensfeindlichen Hitze, die tagsüber alle Aktivitäten unmöglich macht, sich in Mauern, Steinen und Asphalt festsetzt und auch nachts kaum Erleichterung bringt. 'Ins fahle Herz des Sommers' ist eine beklemmende, atmosphärisch geschriebene Dystopie, die aufrüttelt und trotz ihres geringen Umfangs alles sagt. Mir hat Eschbachs neues Buch gut gefallen.
