Kundenrezensionen von Tobias Kallfell





Ins fahle Herz des Sommers
von Andreas Eschbach
Fausto lebt in einer wenig hoffnungsvollen postapokalyptischen Welt, in der eine Seuche die Menschen heimgesucht hat und die Hitze der Sonne den Menschen große Probleme bereitet (dem Klimawandel sei Dank). Die südlichen Länder sind unbewohnbar geworden. Viele hat es bereits in den Norden (nach Nordkanada, Grönland und Sibirien) gezogen, sofern sie das nötige Geld für die Ausreise aufbringen konnten. Doch Fausto harrt in der trostlosen, lebensfeindlichen Umgebung (irgendwo in Frankreich) weiter aus und kämpft jeden Tag ums Überleben.
Das Dorf, in dem er lebt, ist weitestgehend verlassen. Es sind nur noch einige wenige Nachbarn übriggeblieben (u.a. ein Pfarrer), zu denen Fausto nach wie vor Kontakt hat. Nachts macht er sich mit seinem Fahrrad auf den Weg, um die umliegende Gegend nach Vorräten und anderen nützlichen Dingen abzusuchen. Allerdings haben zahlreiche Plünderungswellen dafür gesorgt, dass nicht mehr viel vorhanden ist.
Der triste Alltag von Fausto wird uns Lesern nähergebracht. Er versucht das Beste aus seiner Situation zu machen und ist darum bemüht, nur an die Zukunft zu denken. Große Pläne macht er jedoch nicht. Eingeflochtene Kindheitserinnerungen zeugen davon, dass er noch eine andere Welt kennen gelernt hat. Doch die Erinnerungen verblassen.
Eines Tages zieht eine fremde, mysteriöse Frau namens Valérie in das verlassene Nachbarhaus von Fausto ein. Die Hitze macht ihr wenig aus. Fausto findet sie überaus attraktiv und in ihm erwacht ein Beschützerinstinkt. Das erste Kennenlernen verläuft sonderbar. Valérie äußert sich nur sehr zurückhaltend und bleibt wortkarg. Sie gibt sehr wenig von sich preis und behauptet, dass sie nicht wisse, wo sie herkomme. Auch aus diesem Grund hat sie eine rätselhafte Ausstrahlung. Sie wirkt geheimnisvoll und als Leser möchte man mehr über sie erfahren.
Fausto hat die Hoffnung, dass er nicht länger allein durchs Leben gehen muss. Und tatsächlich kommt es schon bald zu einer Annäherung zwischen ihm und Valérie. Fausto stört sich nicht daran, dass er so gut wie nichts über sie weiß. Er lernt ein neues Gefühl kennen: Verlustangst. Auch Körperlichkeit und Begehren spielen eine große Rolle. Doch in der Nachbarschaft erregt die Beziehung der beiden schon bald Aufsehen. Wie wird es mit den beiden weitergehen? Werden sie evtl. doch noch in den Norden ziehen?
Das Buch weist durchgängig eine besondere Atmosphäre auf, was v.a. auch daran liegt, dass Valérie als Figur sehr mysteriös daherkommt. Das hat mir gut gefallen. Die Welt, in der Fausto lebt, bleibt für den Leser undurchschaubar und wirkt kafkaesk. Strukturen, die das Gemeinwesen aufrechterhalten, werden angedeutet, bleiben aber nebulös. Später treten Figuren auf, die Fausto nur als Fremde bezeichnet. Auch ihre Herkunft bleibt unklar. Kontextualisierungen und Erklärungen werden bewusst ausgelassen. Man erfährt nur punktuell etwas über die zukünftige Welt, in der Valérie und Fausto leben. Der Kreis der Personen, die in diesem Buch auftreten, ist auf eine überschaubare Anzahl begrenzt. Doch man erfährt nur wenig Hintergründe zu den Nebenfiguren. Schade! Das Ende hat mich leider unbefriedigt zurückgelassen. Ich wollte noch so viel mehr erfahren. Insgesamt bleibt die Idee der futuristischen Welt ausbaufähig. Vielleicht ja ein einem weiteren Buch? Wer weiß…





Einatmen. Ausatmen.
von Maxim Leo
Marlene hat große Schwierigkeiten damit, zu entspannen und eine Auszeit von der Arbeit zu nehmen. Im Urlaub weiß sie nichts mit sich anzufangen. Freizeit kann sie nichts abgewinnen. Sie muss das Gefühl haben, gefordert zu werden. Die Arbeit geht ihr über alles. Dem beruflichen Erfolg ordnet sie ihr restliches Leben unter. Produktivität und Effizienz sind für sie von Bedeutung. Und wenn es um die Quartalszahlen geht, ist sie überaus erfolgreich. Nur die Personalführung bereitet ihr Probleme. Ihr fehlt es an sozialer Kompetenz. Sie verhält sich ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber distanziert und agiert unsensibel. Es fällt ihr schwer, sie zu motivieren. Mit Lob ist sie zu sparsam. Kurzum: Zwischenmenschliches fällt ihr schwer.
Als ihr Chef Marlene in Aussicht stellt, die Unternehmensführung als CEO der Aviola zu übernehmen, sobald er in den Ruhestand geht, knüpft er das Angebot an eine Bedingung. Sie soll ein Achtsamkeits-Coaching absolvieren, um ihr „Problemfeld“ der Personalführung zu bearbeiten. Er verlangt von ihr, dass sie die Sache ernst nimmt und sich darauf einlässt. Doch man merkt, dass sie der Angelegenheit mit vielen Vorbehalten begegnet. Mental Health und Lifestyle-Themen steht sie skeptisch gegenüber.
In einem weiteren Blickwinkel wird uns die Perspektive des Unternehmens-Coaches Alex vermittelt (die Blickwinkel von Alex und Marlene werden im Wechsel präsentiert). Er schult Führungskräfte, doch seine Firma schreibt rote Zahlen. Grund dafür ist, dass ihm seine positive Energie und Begeisterung abhandengekommen ist. So erfahren wir, dass er zwar schon bekannte Persönlichkeiten betreut hat, doch bei allem Erfolg musste er auch persönliche Krisen überstehen. Er fiel schon mehrfach in ein Loch mit dunklen Gedanken, aus dem er sich mühsam herauskämpfen musste. Kurzum: Seine Coaching-Seminare laufen nicht mehr so erfolgreich wie früher. Marlene ist für ihn eine große Chance. Sollte er erfolgreich mit ihr arbeiten, winkt eine lukrative und langfristige Zusammenarbeit mit der Aviola.
Der Erzählton ist zu Beginn humorvoll. Marlenes Seltsamkeiten werden auf amüsante Art und Weise geschildert. Und schon das erste Zusammentreffen von Alex und Marlene wird herrlich konfrontativ eingefangen (Marlene entpuppt sich als äußerst schlagfertig und widerspenstig). Und als Leser stellte ich mir folgende Fragen: Wird sich Marlene auf die Inhalte des zweiwöchigen Intensivkurses einlassen? Und (wie) wird sie sich ändern? Was wird sie während ihres Coachings erleben? Wird Alex zu alter Form zurückfinden?
Im weiteren Handlungsverlauf erfahren wir dann, welchen Wandel Marlene durchläuft. Anfangs fällt es ihr schwer, sich zu öffnen. Sie sieht keine Notwendigkeit darin, an sich zu arbeiten. Sie will sich nicht ändern müssen. Doch eine existenzielle Notsituation führt dazu, dass sie beginnt, erlernte Muster in Frage stellt. Die Erfahrung der eigenen Verletzlichkeit führt dazu, dass Marlene Vertrauen fasst und sich mitteilt. Doch mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Der Ton wird nach meinem Gefühl ernsthafter. Wir lernen eine andere Seite von Marlene kennen. Und der Autor lässt sich darüber hinaus noch einiges einfallen, um die Handlung abwechslungsreich zu gestalten (vgl. Klappentext: „ein schüchterner Hausmeister“ und „ein dreizehnjähriges Mädchen“). Alex lernen wir im Folgenden als sehr fürsorglichen, warmherzigen und hilfsbereiten Menschen kennen, der sich gern um andere kümmert und ihnen in schwierigen Lebensphasen zur Seite steht. Und wir begleiten ihn bei der Lösung eines Gewissenskonflikts. Einerseits soll er Marlene dabei helfen, zu sich selbst zu finden, andererseits riskiert er damit seine potentielle Zusammenarbeit mit der Aviola.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen (wie auch schon andere Bücher des Autors). Maxim Leos Schreibstil liest sich wie gewohnt angenehm und flüssig. Und ich finde toll, dass Leo nach „Der Held von Bahnhof Friedrichstraße“ und „Wir werden jung sein“ wieder eine neue inhaltliche Richtung einschlägt. Das Einzige, was ich bemängeln könnte, ist der Umstand, dass die Wandlung von Marlene zu glatt, zu schnell und mit zu wenig Reibung vonstattengeht.





Der letzte Sommer der Tauben
von Khider Abbas
Wir befinden uns inmitten einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Islamisten haben die Macht ergriffen, führen ein Kalifat ein und erlassen strenge (religiöse) Gesetze zur Lebensführung. Sie betreffen auch den 14-jährigen Ich-Erzähler (Noah) und seine Familie. Zu Beginn erleben wir mit, wie Noah seinem Vater, einem Ladenbesitzer, helfend zur Hand geht. Dieser muss sein Inventar auf islamische Kleidung umstellen und macht sichtbare Frauenhaut mit einem schwarzen Stift unkenntlich. Nur die Augen dürfen noch zu sehen sein. Und über die Einhaltung der Regeln wacht die Religionspolizei.
Im weiteren Handlungsverlauf erfahren wir einiges über das streng reglementierte Leben im Kalifat. Verstöße werden streng geahndet. Geldstrafen und Verhaftungen sowie Folter und Hinrichtungen auf offener Straße sind an der Tagesordnung. Ein Kulturwandel setzt ein und die totalitären Strukturen werden immer umfassender. Die Verbote werden mit der Zeit immer gravierender. Zigarettenstangen, Poster und unislamische Kleidungsstücke werden öffentlich verbrannt. Mobiltelefone müssen bei der Polizei abgegeben werden. Die Jugend wird indoktriniert und mit einem neuartigen Gefühl von Zugehörigkeit verführt. Versammlungen werden überwacht und immer mal wieder werden Ausgangssperren verhängt. Und Noahs Familie ist auch direkt betroffen: Onkel Ali muss sein Café schließen. Noahs Schwager befindet sich sogar in einem Umerziehungslager.
Und v.a. die Frauen haben unter der neuen Herrschaft zu leiden. Sie dürfen nicht mehr arbeiten und nur noch in Begleitung das Haus verlassen. Noahs Schwester, die erfolgreich studiert hat, muss nun untätig zu Hause sitzen und Noahs Mutter darf nicht mehr im Laden aushelfen. Eines Tages erlebt Noah aus nächster Nähe mit, wie eine Frau gesteinigt wird, die leicht bekleidet auf einer Party erwischt wurde.
Und Noah und seine Familie müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen und mit den neuen Machthabern leben lernen. Doch man merkt an ihren Äußerungen und an ihren Verhaltensweisen, dass sie längst nicht mit allem einverstanden sind. In den eigenen vier Wänden fühlen sie sich noch sicher und sprechen kritische Dinge aus, die sie auf offener Straße niemals äußern könnten. Im Privaten ist noch ein erträgliches Leben möglich. Doch am Beispiel von Noah und Onkel Ali erleben wir mit, wie gefährlich es ist, im Kalifat zu rebellieren und zivilen Ungehorsam zu zeigen…
Eine tiefere Sinnebene des Romans (sowie ein autofiktionales Element) ergibt sich durch die Schilderung des Hobbys des Protagonisten: Er züchtet Tauben. Das ist gelungen arrangiert! Und noch etwas: Während der Lektüre habe ich mich oft gefragt, ob es sich bei dem im Buch geschilderten Kalifat um ein fiktives oder reales Szenario handelt. Es werden keine direkten Ort- oder Zeitangaben in den Text eingestreut, die eine klare Zuordnung erlauben. Ich vermute aber stark, dass der Handlungsort der Irak (zwischen 2014-2019) sein soll. Das könnte man an verschiedenen Hinweisen im Text festmachen (so spricht Onkel Ali z.B. davon, dass er an drei Kriegen teilgenommen hat).





Der Weg - Jeder Schritt könnte dein letzter sein
von Rebecca Russ
Die beiden Freundinnen Jules und Nicki wollen in Schweden gemeinsam eine Wanderung unternehmen. Sie wollen den sog. Kungsleden erschließen (auf Deutsch: Königspfad), einen der beliebtesten Wanderwege des skandinavischen Landes, mit einer ungefähren Länge von 400 km. Und eines gleich vorweg: Die Handlung wird um schöne Schilderungen von Natur ergänzt. Bei mir entstanden wundervolle Bilder vor dem inneren Auge.
Der Einstieg in den Thriller erfolgt unmittelbar, es geht direkt los. Eh man sich versieht, sitzen beide Freundinnen bereits im Flieger nach Schweden und verbringen noch eine Nacht in einer Pension, bevor sie dann loslaufen. Sie lassen sich auch von den widrigen Wetterbedingungen nicht abhalten.
Während der Wanderung wird das Beziehungsverhältnis von Jules und Nicki vertieft. Beide haben sich auseinandergelebt und Nicki hat eine schwere Zeit hinter sich. Doch was genau in ihr vorgeht, gibt sie ihrer Freundin nicht preis… Sie wirkt aber oft abwesend und mit den Gedanken woanders. Als Leser beginnt man natürlich zu rätseln, was mit ihr los ist. Das ist geschickt arrangiert!
Weiterhin wird schnell deutlich, dass Jules sich sehr auf die Wanderkompetenz ihrer Freundin verlässt, v.a. was die Navigation angeht. Das wird ihr bald zum Verhängnis. Denn nach einer gemeinsamen Nacht im Zelt, wacht Jules am nächsten Morgen allein auf und weiß nicht, wo Nicki steckt. Verzweifelt macht sie sich auf die Suche nach ihr und ist ganz auf sich allein gestellt. Sie ist orientierungslos und weiß nicht, was sie tun soll. Sie agiert dabei ziemlich leichtsinnig und schon bald verläuft sie sich…Die Situation wird brenzlig und gewinnt an Dynamik. Und gleichzeitig stellt man sich die Frage, was mit Nicki passiert ist. In meinen Augen eine äußerst spannende Ausgangssituation! Und mit zunehmendem Handlungsverlauf wird der Plot immer spannender und wendungsreicher. Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, die Bedrohungssituation spitzt sich immer mehr zu. Eine Sogwirkung beim Lesen entstand! Ich habe das Schicksal von Jules mit Anspannung begleitet und bin auch an einigen Stellen vom Verlauf des Inhalts überrascht worden. Die Darstellung des inneren Zustands von Jules hat mich ebenfalls überzeugt.
Eingeschoben sind auch regelmäßige Rückblicke, die im weiteren Handlungsverlauf eine weitere Dynamik erzeugen. Ich will über sie nicht zu viel verraten, denn sie haben eine wichtige Funktion. Nur so viel: Sie sind ein absoluter Gewinn für die Handlung! Durch sie erhalten die Figuren viel mehr Tiefe und ich konnte dadurch eine bessere Beziehung zu ihnen aufbauen und mehr mitfiebern.
Insgesamt liest sich das Buch sehr flüssig. Ich bin nur so durch die Seiten gerast. Vieles von dem, was ich gelesen habe, ging sehr unter die Haut und hat mich emotional gepackt. Das Setting erinnerte mich sehr an „Der Ausflug" von Ulf Kvensler, aber es lassen sich in meinen Augen auch gut Bezüge zu Freida McFaddens „Wenn sie wüsste“ herstellen. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. In meinen Augen ist der Autorin hier ein ganz großer Wurf gelungen. Ich bin gespannt, ob sie es damit in die Bestseller-Listen schafft. Ich bin jedenfalls auf weitere Bücher der Autorin gespannt!





Was für ein Zufall!
von Bernhard Weßling
2022 lernte ich den Unternehmer, Kranichforscher und promovierten Chemiker Bernhard Weßling im Rahmen eines freundlichen E-Mail-Kontakts kennen und habe bald darauf sein lesenswertes Buch „Was für ein Zufall!“ gelesen und rezensiert (später folgten auch noch Rezensionen zu seinen Büchern „Der Ruf der Kraniche“ und „Mein Sprung ins kalte Wasser“, vgl. dazu meinen Blog).
Als Fazit hielt ich damals auch Kritisches fest: Der Autor legt hier ein Sachbuch vor, in dem er sich den großen menschlichen Fragen widmet. Er argumentiert aus der Sicht eines Thermodynamikers und stützt sich dabei auf die Theorie von Ilya Prigogine, der 1977 den Nobelpreis für seine Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik erhielt. Weßling liefert viele Denkanstöße. Der Schreibstil ist lebendig, zugewandt und weitestgehend anschaulich und verständlich. Dennoch ist Mitdenken bei der Lektüre gefragt und Wissen zum Fachgebiet der Chemie ist sicherlich verständnisförderlich. Mich persönlich hat die Lektüre bereichert, ich konnte einiges neu dazulernen. Für mich hätte der Autor nur noch etwas stärker herausstellen können, welche Vorteile seine Betrachtungsweise der Beschaffenheit der Welt hat. Nicht immer war mir der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln deutlich genug ausformuliert. Das Ziel der gedanklichen Reise war mir nicht immer klar.
Nun hat Weßling das Buch aktualisiert, mit zwei neuen Kapiteln versehen und nochmals neu aufgelegt. Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, ob meine Kritikpunkte von 2022 nun Berücksichtigung finden. Und ich kann sagen, dass der Autor dieses Mal sehr nachvollziehbar verdeutlicht, worum es ihm geht. Das geht schon aus seinem Vorwort zur 2. Auflage hervor. Er betont noch einmal ganz deutlich, dass der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Nicht nur die Quanten- und die Relativitätstheorie sollten in den Lehrplänen von Schulen und Universitäten eine Rolle spielen. Und die Entropie ist für Weßling die zentrale Größe, um die es geht. Sie spielt im alltäglichen Leben ebenso eine Rolle wie in der Evolution, in der Ökologie und in der Kosmologie. Und in den beiden neuen Kapiteln (Kapitel 7 und 8) möchte er v.a. den Begriff der Nachhaltigkeit mit der Entropie in Zusammenhang bringen. Dafür möchte er vor allem die technologischen Verfahren zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Speicherung in tiefere Erdschichten genauer in den Blick nehmen. Und auf diese beiden Kapitel möchte ich mich im Rahmen dieser Rezension genauer fokussieren.
Kapitel 7
Hier betrachtet Weßling zunächst das Phänomen von Krisen. Er widerspricht entschieden der Behauptung, dass wir heute in einer besonders krisenanfälligen Zeit leben, wie es häufig von Medien kolportiert wird. Die Wahrnehmung, dass man gegenwärtig in einer Art Zeitalter der Polykrise lebt, sei nicht zutreffend, so der Autor. So bestehe das menschliche Leben insgesamt aus einer großen Anzahl von Unwägbarkeiten und befinde sich ständig im Nicht-Gleichgewicht. Die Menschheitsgeschichte sei fortwährend von krisenhaften Zuständen geprägt und oft erst der Auslöser für bestimmte menschliche Entwicklungen gewesen. Mit vielen treffenden Beispielen widerlegt er die von der heutigen Medienwelt gezeichnete Zustandsbeschreibung der Polykrise, leitet danach zu einer Klärung des Begriffs „Krise“ über und zeigt schließlich auf, warum Ilya Prigogines Ansatz der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik dabei hilft, unsere Welt besser zu verstehen. In diesem Zusammenhang erläutert er auch, was die Entropie dabei für eine Rolle spielt und möchte diese Größe als Kriterium für die Berechnung von Nachhaltigkeit etablieren.
Dafür stellt Weßling verschiedene Verfahren vor, mit denen man CO2 aus der Atmosphäre entziehen kann. Und er stellt kritisch fest, dass bei der Diskussion um diese Verfahren die Thermodynamik und die Entropie keine Rolle spielen, obwohl man mit Hilfe dieser beiden Ansätze berechnen kann, ob die Filterung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Endlagerung überhaupt nachhaltig ist. Der Autor stellt dafür selbst eigene Berechnungen an und hält abschließend kritisch fest: „Die gewaltige Erhöhung der Entropieproduktion zeigt an, dass die Kollateralschäden von DAC-Verfahren um ein Vielfaches größer sein werden als der erhoffte positive Effekt für das Klima. Das gilt auch für die häufig angeführte Beschränkung solcher Verfahren auf das Abfangen von CO2 aus industrieller Abluft (carbon capture and storage, CCS)“, S. 232-233. Und auch die Weiterverarbeitung von aus der Atmosphäre gewonnenem CO2 lohnt sich nach Ansicht des Autors nicht (auch dann nicht, wenn man grünen Wasserstoff für die Herstellung anderer Chemikalien verwendet). Kurzum: Nachhaltigkeit sieht anders aus! Weßling konstatiert: „Weder in Bezug auf Energie noch in Bezug auf Entropie ist die Entsorgung (Endlagerung) oder Nutzung von CO2 nachhaltig. DAC/CCS/CCU sind Verfahren, die auf keinen Fall praktiziert werden sollten“, S. 242.
Kapitel 8
Doch was kann man stattdessen tun? Gibt es Alternativen zu den in Kapitel 7 genannten Verfahren? Es kann ja nicht die Lösung sein, nichts zu tun, um C02 aus der Atmosphäre herauszuziehen. Darauf gibt der Autor in diesem zweiten neuen Kapitel nun eine Antwort. Er schlägt eine naturnahe Lösung vor, bei der es Pflanzen, Pilzen und Mikroben mit Hilfe von Sonnenenergie selbst überlassen wird, das CO2 wieder umzuwandeln. Weßling schweben die Wiederherstellung und die Renaturierung von zerstörten und beschädigten Wäldern vor. Offene Mischwälder mit Beweidung seien nötig. Allein Bäume zu pflanzen, reiche nicht aus. V.a. die Böden müssten wieder dafür sorgen können, dass CO2 in ihnen gespeichert wird. Der Autor zieht einige Studien heran, die seine These stützen.
Auch ein Verzicht auf Dünger und Pestizide sei unerlässlich, um Kollateralschäden zu vermeiden. Die Landwirtschaft solle auf biologische Bewirtschaftung umgestellt werden (was sich natürlich auch auf den Fleischkonsum auswirkt). Auf diese Weise werde das CO2-Speicherpotential vergrößert und die Biodiversität wird gefördert. Die besten CO2 Speicher sind vor allem Moore: „Die Moore unseres Planeten können doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde zusammen. Sämtliche unterschiedlichen Feuchtgebiete (Moore, Mangroven, Kelpwälder, Salzmarschen und Seegraswiesen) speichern 20% des gesamten globalen Kohlenstoffs, obwohl sie nur 1% der Erde umfassen“, S. 260.
Umso tragischer erscheint es, dass diese häufig zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt worden sind: „In Deutschland sind bzw. waren 4,2 % der Fläche von Mooren unterschiedlicher Art bedeckt, wovon 95% zerstört sind (…)“, S. 261. Weßling plädiert dafür, Feuchtgebiete wieder herzustellen und zu schützen. In diesem achten Kapitel wird nur allzu deutlich, dass der Autor ein Mann der Praxis ist (als Kranichforscher und Eigentümer eines biolandwirtschaftlichen Betriebs weiß er, wovon er spricht, und geht selbst mit gutem Beispiel voran), der seine vorgeschlagene Lösung auf „zupackende“ Art und Weise beschreibt.
Meine Meinung
Letztlich kann ich mir zu den meisten Inhalten der dargelegten neuen Kapitel keine Meinung bilden, da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin. Lediglich zu der Diskussion um das Phänomen der Polykrise habe ich häufiger darüber nachgedacht, ob nicht v.a. auch die sozialen Medien dazu führen, dass wir Krisen heute stärker wahrnehmen. Wer ein Smartphone besitzt, wird rund um die Uhr mit neuen Nachrichten von Krisen auf der ganzen Welt versorgt. Doch was die Verfahren zur Filterung von C02 betrifft, so kenne ich mich damit nicht aus. Ich kenne auch die Formeln (vgl. beispielsweise S. 230) nicht, die Weßling zur Berechnung von Nachhaltigkeit verwendet hat. Ich kann seine rechnerische Darlegung nicht überprüfen (zumal sie für mich als Laie nicht sehr transparent dargelegt wird). Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass sich diese Neuauflage und die beiden neuen Kapitel v.a. an Fachleute richten, weniger an Laien wie mich. Wenn der Autor aber Recht hat mit seinen kritischen Einwänden, so sollten seine Kritikpunkte meiner Meinung nach bei anderen Experten auf jeden Fall Gehör finden. Was die Lösungsvorschläge betrifft, so sind sie nachvollziehbar. Doch sind sie auch durchführbar? Zur Umsetzung ist jedenfalls der politische Wille nötig und ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere Maßnahme auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen könnte.





Was für ein Zufall!
von Bernhard Weßling
2022 lernte ich den Unternehmer, Kranichforscher und promovierten Chemiker Bernhard Weßling im Rahmen eines freundlichen E-Mail-Kontakts kennen und habe bald darauf sein lesenswertes Buch „Was für ein Zufall!“ gelesen und rezensiert (später folgten auch noch Rezensionen zu seinen Büchern „Der Ruf der Kraniche“ und „Mein Sprung ins kalte Wasser“, vgl. dazu meinen Blog).
Als Fazit hielt ich damals auch Kritisches fest: Der Autor legt hier ein Sachbuch vor, in dem er sich den großen menschlichen Fragen widmet. Er argumentiert aus der Sicht eines Thermodynamikers und stützt sich dabei auf die Theorie von Ilya Prigogine, der 1977 den Nobelpreis für seine Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik erhielt. Weßling liefert viele Denkanstöße. Der Schreibstil ist lebendig, zugewandt und weitestgehend anschaulich und verständlich. Dennoch ist Mitdenken bei der Lektüre gefragt und Wissen zum Fachgebiet der Chemie ist sicherlich verständnisförderlich. Mich persönlich hat die Lektüre bereichert, ich konnte einiges neu dazulernen. Für mich hätte der Autor nur noch etwas stärker herausstellen können, welche Vorteile seine Betrachtungsweise der Beschaffenheit der Welt hat. Nicht immer war mir der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln deutlich genug ausformuliert. Das Ziel der gedanklichen Reise war mir nicht immer klar.
Nun hat Weßling das Buch aktualisiert, mit zwei neuen Kapiteln versehen und nochmals neu aufgelegt. Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, ob meine Kritikpunkte von 2022 nun Berücksichtigung finden. Und ich kann sagen, dass der Autor dieses Mal sehr nachvollziehbar verdeutlicht, worum es ihm geht. Das geht schon aus seinem Vorwort zur 2. Auflage hervor. Er betont noch einmal ganz deutlich, dass der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Nicht nur die Quanten- und die Relativitätstheorie sollten in den Lehrplänen von Schulen und Universitäten eine Rolle spielen. Und die Entropie ist für Weßling die zentrale Größe, um die es geht. Sie spielt im alltäglichen Leben ebenso eine Rolle wie in der Evolution, in der Ökologie und in der Kosmologie. Und in den beiden neuen Kapiteln (Kapitel 7 und 8) möchte er v.a. den Begriff der Nachhaltigkeit mit der Entropie in Zusammenhang bringen. Dafür möchte er vor allem die technologischen Verfahren zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Speicherung in tiefere Erdschichten genauer in den Blick nehmen. Und auf diese beiden Kapitel möchte ich mich im Rahmen dieser Rezension genauer fokussieren.
Kapitel 7
Hier betrachtet Weßling zunächst das Phänomen von Krisen. Er widerspricht entschieden der Behauptung, dass wir heute in einer besonders krisenanfälligen Zeit leben, wie es häufig von Medien kolportiert wird. Die Wahrnehmung, dass man gegenwärtig in einer Art Zeitalter der Polykrise lebt, sei nicht zutreffend, so der Autor. So bestehe das menschliche Leben insgesamt aus einer großen Anzahl von Unwägbarkeiten und befinde sich ständig im Nicht-Gleichgewicht. Die Menschheitsgeschichte sei fortwährend von krisenhaften Zuständen geprägt und oft erst der Auslöser für bestimmte menschliche Entwicklungen gewesen. Mit vielen treffenden Beispielen widerlegt er die von der heutigen Medienwelt gezeichnete Zustandsbeschreibung der Polykrise, leitet danach zu einer Klärung des Begriffs „Krise“ über und zeigt schließlich auf, warum Ilya Prigogines Ansatz der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik dabei hilft, unsere Welt besser zu verstehen. In diesem Zusammenhang erläutert er auch, was die Entropie dabei für eine Rolle spielt und möchte diese Größe als Kriterium für die Berechnung von Nachhaltigkeit etablieren.
Dafür stellt Weßling verschiedene Verfahren vor, mit denen man CO2 aus der Atmosphäre entziehen kann. Und er stellt kritisch fest, dass bei der Diskussion um diese Verfahren die Thermodynamik und die Entropie keine Rolle spielen, obwohl man mit Hilfe dieser beiden Ansätze berechnen kann, ob die Filterung von CO2 aus der Atmosphäre und dessen Endlagerung überhaupt nachhaltig ist. Der Autor stellt dafür selbst eigene Berechnungen an und hält abschließend kritisch fest: „Die gewaltige Erhöhung der Entropieproduktion zeigt an, dass die Kollateralschäden von DAC-Verfahren um ein Vielfaches größer sein werden als der erhoffte positive Effekt für das Klima. Das gilt auch für die häufig angeführte Beschränkung solcher Verfahren auf das Abfangen von CO2 aus industrieller Abluft (carbon capture and storage, CCS)“, S. 232-233. Und auch die Weiterverarbeitung von aus der Atmosphäre gewonnenem CO2 lohnt sich nach Ansicht des Autors nicht (auch dann nicht, wenn man grünen Wasserstoff für die Herstellung anderer Chemikalien verwendet). Kurzum: Nachhaltigkeit sieht anders aus! Weßling konstatiert: „Weder in Bezug auf Energie noch in Bezug auf Entropie ist die Entsorgung (Endlagerung) oder Nutzung von CO2 nachhaltig. DAC/CCS/CCU sind Verfahren, die auf keinen Fall praktiziert werden sollten“, S. 242.
Kapitel 8
Doch was kann man stattdessen tun? Gibt es Alternativen zu den in Kapitel 7 genannten Verfahren? Es kann ja nicht die Lösung sein, nichts zu tun, um C02 aus der Atmosphäre herauszuziehen. Darauf gibt der Autor in diesem zweiten neuen Kapitel nun eine Antwort. Er schlägt eine naturnahe Lösung vor, bei der es Pflanzen, Pilzen und Mikroben mit Hilfe von Sonnenenergie selbst überlassen wird, das CO2 wieder umzuwandeln. Weßling schweben die Wiederherstellung und die Renaturierung von zerstörten und beschädigten Wäldern vor. Offene Mischwälder mit Beweidung seien nötig. Allein Bäume zu pflanzen, reiche nicht aus. V.a. die Böden müssten wieder dafür sorgen können, dass CO2 in ihnen gespeichert wird. Der Autor zieht einige Studien heran, die seine These stützen.
Auch ein Verzicht auf Dünger und Pestizide sei unerlässlich, um Kollateralschäden zu vermeiden. Die Landwirtschaft solle auf biologische Bewirtschaftung umgestellt werden (was sich natürlich auch auf den Fleischkonsum auswirkt). Auf diese Weise werde das CO2-Speicherpotential vergrößert und die Biodiversität wird gefördert. Die besten CO2 Speicher sind vor allem Moore: „Die Moore unseres Planeten können doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde zusammen. Sämtliche unterschiedlichen Feuchtgebiete (Moore, Mangroven, Kelpwälder, Salzmarschen und Seegraswiesen) speichern 20% des gesamten globalen Kohlenstoffs, obwohl sie nur 1% der Erde umfassen“, S. 260.
Umso tragischer erscheint es, dass diese häufig zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt worden sind: „In Deutschland sind bzw. waren 4,2 % der Fläche von Mooren unterschiedlicher Art bedeckt, wovon 95% zerstört sind (…)“, S. 261. Weßling plädiert dafür, Feuchtgebiete wieder herzustellen und zu schützen. In diesem achten Kapitel wird nur allzu deutlich, dass der Autor ein Mann der Praxis ist (als Kranichforscher und Eigentümer eines biolandwirtschaftlichen Betriebs weiß er, wovon er spricht, und geht selbst mit gutem Beispiel voran), der seine vorgeschlagene Lösung auf „zupackende“ Art und Weise beschreibt.
Meine Meinung
Letztlich kann ich mir zu den meisten Inhalten der dargelegten neuen Kapitel keine Meinung bilden, da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin. Lediglich zu der Diskussion um das Phänomen der Polykrise habe ich häufiger darüber nachgedacht, ob nicht v.a. auch die sozialen Medien dazu führen, dass wir Krisen heute stärker wahrnehmen. Wer ein Smartphone besitzt, wird rund um die Uhr mit neuen Nachrichten von Krisen auf der ganzen Welt versorgt. Doch was die Verfahren zur Filterung von C02 betrifft, so kenne ich mich damit nicht aus. Ich kenne auch die Formeln (vgl. beispielsweise S. 230) nicht, die Weßling zur Berechnung von Nachhaltigkeit verwendet hat. Ich kann seine rechnerische Darlegung nicht überprüfen (zumal sie für mich als Laie nicht sehr transparent dargelegt wird). Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass sich diese Neuauflage und die beiden neuen Kapitel v.a. an Fachleute richten, weniger an Laien wie mich. Wenn der Autor aber Recht hat mit seinen kritischen Einwänden, so sollten seine Kritikpunkte meiner Meinung nach bei anderen Experten auf jeden Fall Gehör finden. Was die Lösungsvorschläge betrifft, so sind sie nachvollziehbar. Doch sind sie auch durchführbar? Zur Umsetzung ist jedenfalls der politische Wille nötig und ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere Maßnahme auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen könnte.





In einem Zug
von Glattauer Daniel
Schon der Einstieg in den Roman offenbart wieder den typischen Glattauerschen analytischen Blick für die zwischenmenschliche Kommunikation. Wie er Nonverbales auslotet und Gedachtes entfaltet, und das auf amüsante Art und Weise, macht einfach großen Spaß. Doch worum geht es überhaupt?
Ein Ich-Erzähler (Name: Eduard Brünhofer) sitzt im Zug einer Frau (Name: Catrin) schräg gegenüber und versucht krampfhaft einem Gespräch aus dem Weg zu gehen. Doch nach kurzer Zeit kommt es zu einem Dialog zwischen den beiden, weil die Mitreisende den Erzähler mit ihrem ehemaligen Englischlehrer verwechselt. Die Situation wird von Eduard als höchst unangenehm empfunden. Er möchte Geschäftigkeit vortäuschen, um dem Small-Talk aus dem Weg zu gehen (wer kennt das nicht?). Zeitweise überlegt er sogar ernsthaft, den Zug zu verlassen und einen anderen Zug nach München zu nehmen. Gleichzeitig ist er ein wenig gekränkt, dass die Frau, die er für eine potentielle Leserin seiner Bücher hält, ihn nicht als populären Schriftsteller erkennt. Mit ein wenig Hilfestellung gelingt es ihm aber, seine Gesprächspartnerin auf die richtige Fährte zu führen. Was für ein missglückter Start in die Konversation (zumindest aus Eduards Sicht)!
Eduard ist spitzfindig in seiner Wortwahl und schlagfertig (v.a. gedanklich), er wägt genau ab, wie er etwas formuliert (wohl ein echter Schriftsteller :-) Zudem fällt auf, dass er ein guter Beobachter und Zuhörer ist. Gleichzeitig richtet er fortlaufend auch immer wieder kritische Nachfragen an seine Gesprächspartnerin. Es ist ihm wichtig, dass sie sich präzise ausdrückt. Durch Eduards Gedankenwelt erfahren wir, welche Fragen zu seinem Beruf ihn besonders nerven. Doch die Mitreisende richtet unbekümmert allerlei nervige Erkundigungen zu seinem Schaffen als Autor und zum Literaturbetrieb an Eduard. Und Eduards Antworten fallen dabei herrlich strukturiert und kenntnisreich aus.
Catrin bleibt hartnäckig und stellt zahlreiche Nachforschungen an. Dabei fällt auf, dass die Fragen, die sie an ihn richtet, sehr scharfsinnig sind. Sie ist aufrichtig an ihm und an dem, was er zu erzählen hat, interessiert. Und mit der Zeit wird das Gespräch immer persönlicher und offenherziger, beide nähern sich an. Eduard wird richtig redselig. Und in den Gesprächspausen hängt er seinen Gedanken nach, in die nur wir als Leser eintauchen. Catrin hingegen wird immer mutiger (und indiskreter), was ihre Fragen betrifft. Irgendwann fragt sie ihn unverhohlen nach seiner Beziehung zu seiner Ehefrau aus. Kurzum: Eine interessante Entwicklung, die die beiden durchlaufen. Und die Handlung wird durch die Frage vorangetrieben, wohin das Ganze führen wird. Ich war neugierig zu erfahren, was aus den beiden wird. Oder herrscht die Offenheit zwischen beiden nur vor, weil sie wissen, dass sie sich vermutlich nie wieder sehen?
Das Buch ist insgesamt wieder sehr feinsinnig gestaltet (wie man es von Glattauer kennt), mit einem ausprägt-analytischen Blick für das Kommunikative (wie schon erwähnt). Der Dialog zwischen Catrin und Eduard ist kunst- und humorvoll sowie pointiert arrangiert worden, er wirkt äußerst lebendig und unmittelbar. Die Schilderung von Nonverbalem rundet das Ganze weiter ab. Der Charakter und die Stimmung sowie die Beziehung beider Figuren kommt gut zum Ausdruck. Durch die Indiskretion von Catrin fragt man sich als Leser irgendwann, was ihre Absicht ist und was sie im Schilde führt. Irgendwann war ich sogar etwas empört über das Verhalten von Catrin und habe ihr kommunikatives Verhalten als anstrengend empfunden. Ich habe mich irgendwann gefragt, ob sie gar Spaß daran hat, Eduard in Verlegenheit zu bringen. Mit anderen Worten: Man ist emotional involviert, wenn man den Inhalt liest. Klasse! Ein Satz noch zum Ende (ohne zu sehr zu spoilern): Es ist überraschend. Ich habe es nicht kommen sehen. Und ich fand sehr schade, wie das Buch endet. Trotzdem gibt es von mir volle 5 Sterne!





Russische Spezialitäten
von Kapitelman Dmitrij
Ein Ich-Erzähler erinnert sich wehmütig an seine Kindheit in Kiew und beklagt sich über seine „fernsehhörige“ Mutter, die reichlich russisches Fernsehen konsumiert und den dort verbreiteten Propagandalügen auf den Leim geht. Anders als der Erzähler hinterfragt die Mutter das Gesehene nicht und es ist erstaunlich, wie russifiziert die Mutter erscheint (und das, obwohl sie selbst lange Zeit in Kiew gelebt hat). Zwischen Mutter und Sohn gibt es eine Kluft, v.a. was die Ansichten über die russische Politik angeht.
Der Erzähler berichtet auch von den ersten Jahren in Deutschland und davon, wie seine Eltern ein sog. „magasin“ eröffneten, in dem sie russische Spezialitäten verkauften. So konnten sie sich ein Stück Heimat in der Fremde bewahren. Geschildert wird v.a. das Treiben im Laden und Ansichten zum politischen Geschehen in Russland werden auch immer wieder miteingeflochten. Später dann bricht der Ich-Erzähler nach Kiew auf, um sich einen eigenen Eindruck vom Geschehen in der Fremde zu verschaffen und seine Mutter davon zu überzeugen, dass sie den Fernsehlügen nicht mehr glaubt. Ob ihm das gelingt, möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten…
Der Erzählton ist ironisch-humorvoll (am Ende des Buchs wird der Ton aber ernsthafter) und punktuell entdeckt man immer wieder kreative Wortspielereien und Wortneuschöpfungen (z.B. „zwangsberusste(n) Leute aus der DDR“, S. 17; „wiederenteinigte Länder“, S. 18; „der sich eine ordentliche Plauze anpelmenit hat“, S. 79; „zu meinen eigenen Wahrheiten umatmend“, S. 81). Zudem findet man immer wieder russischsprachige Einsprengsel in den Dialogen. Dabei ist mir jedoch aufgefallen, dass nicht immer alle Wörter übersetzt oder transliteriert werden (z.B. auch die Vulgarismen). Mich hat das zwar nicht gestört, ich könnte mir aber vorstellen, dass Leserinnen und Leser, die der russischen Sprache nicht mächtig sind, ab und zu darüber stolpern. Besonders gefallen haben mir auch solche Passagen, in denen der Ich-Erzähler über die russischen Wortbedeutungen philosophiert: „Im Russischen gibt es keinen Singular für die Uhr. Es gibt nur die Chessi, die Uhren, ganz egal, ob man nur eine oder 36,7 Millionen Uhren besitzt. Vielleicht steckt darin der Hinweis, dass die Menschen es sich nicht so einfach machen sollten, zu glauben, dass sie lediglich eine Zeit an der Hand hätten. Dass sie immer gleichmäßig ginge. Und nicht durch Gewalt unzählige Male gekrümmt, gestohlen, gebrochen oder zertrümmert werden kann" (S.104).
Das Buch ist für solche Leserinnen und Leser geeignet, die auf humorvolle Weise ein Stück migrantische Lebenswirklichkeit in Deutschland kennen lernen möchten und die sich dafür interessieren, was der Krieg in der Ukraine für Auswirkungen auf das familiäre Zusammenleben von Menschen mit einer osteuropäischen Einwanderungsgeschichte hat. Nicht zuletzt wird den Leserinnen und Lesern am Beispiel der Reise des Ich-Erzählers nach Kiew nahegebracht, wie der Kriegsalltag in der Ukraine verläuft. Überall erkennt der Erzähler Spuren des Krieges im Leben der Ukrainerinnen und Ukrainer. Es ist erstaunlich, wie die Menschen sich inmitten der täglichen Bedrohung durch Raketenangriffe in ihren Alltag einrichten und versuchen, Normalität aufrechtzuerhalten. Ein wichtiges Thema ist das der Mobilisierung. Schreckliche Gerüchte über den Militärdienst verbreiten sich. Und noch etwas fällt auf: Der Gebrauch des Russischen ruft in Kiew Ablehnung hervor. Nicht zuletzt vertieft der Roman wichtige Themen wie „Zugehörigkeit“ und „Identität“. So wird z.B. deutlich, dass bei allen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Ich-Erzähler und seinen Eltern die russische Sprache das verbindende Element bleibt (auch wenn er oft an sich feststellt, dass ihm die russischen Wörter fehlen und er stockt). Es wird gut deutlich, wie sich der Ich-Erzähler zwischen den Kulturen bewegt und sich nicht völlig zugehörig fühlt. Ein Identitätskonflikt wird greifbar.
Das Einzige, was mich beim Lesen manchmal etwas aus dem Takt gebracht hat, waren die verschiedenen Zeitebenen, auf denen sich der Ich-Erzähler bewegt. Ich musste mich bei den Rückblicken stellenweise erst zurechtfinden, um zu erkennen, ob über die frühe Vergangenheit oder die erst kürzlich vergangene Vergangenheit berichtet wird. Der Ich-Erzähler springt bei seinen Erinnerungen etwas hin und her. Aber es war an keiner Stelle verständnishinderlich. Deshalb ziehe ich dafür auch keinen Stern ab.





Wackelkontakt
von Haas Wolf
Während Franz Escher auf den Elektriker wartet, lernen wir ihn als Leser besser kennen. Er ist ein ausgefallener Mensch, mit kuriosen Gedankengängen. U.a. erfahren wir, dass er gern puzzelt. Er erinnert sich an eine Begebenheit auf seinem 19. Geburtstag, als er lieber ein Puzzle löste als eine Frau abzuschleppen. Um die Zeit des Wartens zu überbrücken, liest Escher ein Mafia-Roman. Darin geht es um einen Kronzeugen, der 27 Mafiabosse verriet und in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wird. Sein neuer Name lautet Marko Steiner und er liest ebenfalls ein Buch, um sich die Zeit zu vertreiben. Es handelt von Franz Escher, der auf den Elektriker wartet…
Beide Handlungen werden im Folgenden miteinander verwoben und entwickeln sich jeweils weiter. V.a. in der Handlung um Escher ereignen sich viele skurrile Szenen, die oft humorvoll-grotesk wirken. Er wirkt oft vollkommen deplatziert, agiert hilflos und teils situationsunangemessen. Immer wenn er ein Buch in die Hand nimmt, erfahren wir etwas aus dem Leben des Kronzeugen. Mich hat v.a. interessiert, worauf das Ganze hinausläuft. Diese Frage hat mich in erster Linie weiterlesen lassen.
V.a. in erzähltheoretischer Hinsicht ist der Roman von Wolf Haas interessant gestaltet. Fraglich ist z.B., ob die beiden Geschichten gleichberechtigt sind oder ob die Geschichte um Marko Steiner nicht eingebettet ist. Darüber könnte man trefflich streiten. In meinen Augen nimmt die Handlung um Escher mehr Raum ein und dominiert das Geschehen. Noch dazu hat sie auf mich auch viel mehr Faszination und Sogwirkung entfaltet. Deshalb würde ich nicht von gleichberechtigten Geschichten sprechen. Aber man möge mir gern widersprechen. Auch fällt auf, dass beide Ebenen zu Beginn noch nicht stark aufeinander Bezug nehmen, erst ab einem gewissen Punkt, der durch die Kapitelüberschrift „On“ gekennzeichnet wird, nimmt der Grad an Verknüpfung zwischen den Handlungsebenen zu. Auf einmal tauchen inhaltliche Elemente der einen Geschichte in der anderen auf. Das ist schon ausgeklügelt arrangiert worden. Und die Parallelen und Kontraste, die man findet, sind gar nicht mal so offensichtlich und erfordern einen scharfen analytischen Blick. Ziemlich herausfordernd, diese Suche nach Verbindungen. Der Aspekt der erzählten Zeit und der Erzählzeit ist ebenfalls eine genauere Betrachtung wert: Während es in der Geschichte um Marko Steiner z.B. große Zeitsprünge gibt (mehrere Jahre), wird in der Geschichte um Escher auf so etwas verzichtet. Das, was zu Steiner erzählt wird, verläuft von der Vergangenheit in die Gegenwart und noch dazu nähern sich erzählte Zeit und Erzählzeit einander an, Eschers Geschehen hingegen ist die ganze Zeit auf einer gegenwärtigen Ebene verankert und umfasst wenige Tage. Teilweise wird zum Ende hin eher zeitdeckend erzählt, was v.a. an der Dialoghaftigkeit liegt. Und noch etwas: Beide Handlungsstränge laufen am Ende des Buchs aufeinander zu. Kurzum: Haas hat sich in erzähltechnischer Hinsicht ordentlich ins Zeug gelegt und sich viele Gedanken zum Arrangement gemacht (hat mich übrigens an die Kurzgeschichte "Die Klavierstunde" von Wohmann erinnert). Es ließen sich noch weitere Beobachtungen anführen. Kritiker mögen aber bemängeln, dass das Buch künstlerisch überformt ist. Auch hierüber kann man trefflich diskutieren…
Die Handlung des Buchs selbst fand ich selbst nicht sonderlich ereignisreich, aufregend und spannend. Auf mich hat v.a. das erzählerische Arrangement Faszination ausgeübt. Wie beschrieben, lässt sich in erzähltheoretischer Hinsicht einiges aus dem Buch herausholen. Ich wollte v.a. das von Wolf Haas erdachte Konstrukt gedanklich durchdringen, ähnlich wie Escher sein Puzzle löst. Zudem fand ich die Figur des Franz Escher kurios gestaltet. Auch diese hat mich interessiert. Das, was um Marko Steiner herum passiert, hat mich (leider) nicht stark mitgerissen. Was mich auch etwas im Lesefluss gestört hat und Konzentration erforderte, war der Umstand, dass die beiden Geschichten einander sehr abrupt abwechseln. Leider gab es kein Stopp- oder Übergangssignal (z.B. in Form eines Absatzes). Schade!





Leuchten am Meeresgrund
von Brad Fox
Von dem Sachbuch „Leuchten am Meeresgrund. Aus dem Logbuch der ersten Tiefsee-Expedition“ hatte ich mir viel versprochen. Es ist ein Buch über die Pionierarbeit von Otis Barton und William Beebe, die mit ihrer Bathysphäre als erste Forscher überhaupt so tief unter die Meeresoberfläche getaucht sind. Ihr Rekord liegt bei 923 m. Vor den Tauchgängen von Barton und Beebe wusste man nichts darüber, welche Kreaturen sich in der Tiefe des Ozeans verbergen. Beide haben einen völlig neuen Kosmos erschlossen. Ein Kosmos auf der Erde selbst. Ein Kapitel der Menschheitsgeschichte ebenso spannend wie die Mondlandung, wie ich finde. Bei der Lektüre habe ich mich des Öfteren gefragt, wie es sein muss, in einer Tauchkugel so weit in die Tiefe vorzudringen. Und das Buch startet auch vielversprechend.
Im ersten Kapitel sind wir am 11.06.1930 dabei, als die von Otis Barton und William Beebe erbaute Bathysphäre erstmals ins Wasser des Ozeans abtaucht. An Deck des Forschungsschiffs protokolliert Gloria Hollister mit Hilfe eines Notizbuchs die Beobachtungen, die die beiden Männer unter der Wasseroberfläche machen. In 300m Tiefe beobachten sie winzige Garnelen in ihrem natürlichen Lebensraum. Bei ihrem ersten Tauchgang geht es hinunter bis auf 427m. Eingebunden in den Text sind auch Abbildungen, die den Text auflockern. Beebe, Hollister und Barton werden zudem näher porträtiert. Dabei wird die gegenseitige Zuneigung von Beebe und Hollister ebenso deutlich wie die Faszination der drei Forscher für die Tierwelt des Ozeans.
Auch das zweite Kapitel weiß zu überzeugen. Darin streifen wir die Tierwelt, die man außerhalb der Bathysphäre entdeckt hat. Hierbei stechen vor allem die bioluminiszierenden Fische hervor. Auch untersucht Beebe mit Hilfe eines Spektroskops die Veränderung des Lichtspektrums unter Wasser. In diesen Zusammenhang streut der Autor auch einige wissenschaftshistorische Exkurse zum Thema der Erforschung von Licht und Farbe bei. Sehr interessant!
Doch nach diesem vielversprechenden Beginn des Buchs, der mich wirklich für sich eingenommen hat, nimmt die Qualität der Darstellung in meinen Augen stark ab. Nach meinem Eindruck schafft es der Autor nicht, eine stringente Erzählung aus den historischen Begebenheiten zu formen. Vieles bleibt Stückwerk. Teilweise sind die Kapitel recht knapp und zusammenhanglos verfasst. So werden uns z.B. in Kapitel 3 einige biographische Stationen von Beebe erläutert, z.B. seine Begegnung mit Charles Darwin und Theodor Roosevelt. Danach erhalten wir Einblick in einige Tierstudien von Beebe, die er als Biologe noch vor dem ersten Tauchgang mit der Bathysphäre durchgeführt hat etc.
Es handelt sich bei den Kapiteln nach meinem Eindruck um einzelne episodenhafte Ausschnitte, die recht unverbunden nebeneinanderstehen. Zusammenhänge werden nicht immer gut deutlich (z.B. Kap. 10-15). Schade! Dabei fällt auch auf, dass vor allem Beebe mit seinen Leistungen und seiner Biographie in den Vordergrund rückt, Hollister wird nur am Rande einmal erwähnt und der Ingenieur Otis Barton kommt so gut wie nicht vor, obwohl letzterer die Bathysphäre konstruiert hat. Darüber hätte ich auch noch gern mehr erfahren. Auch der Schreibstil schafft Distanz zum Geschehen. Er kommt sehr sachlich, rational, unemotional, nüchtern-protokollartig daher. Wie es sich anfühlt, so tief zu tauchen, und das in einer so kleinen Tauchkugel, das kam mir nicht genug zum Ausdruck. Sehr schade!
Allerdings blitzen zwischendurch auch immer einmal wieder kleine Highlights durch, z.B. wenn auf den ungeheuren Wasserdruck eingegangen wird, der unter der Meeresoberfläche herrscht, oder wenn erläutert wird, wie wenig wir eigentlich noch über die Tiefen der Ozeane wissen. Bislang ist nur ein minimaler Teil dieses fremden Kosmos überhaupt untersucht worden. Und das, obwohl 70% der Erde mit Wasser bedeckt ist, das kilometerweit in die Tiefe reicht. Nach Aussage des Autors sind schätzungsweise 99% des Lebens auf der Erde im Wasser enthalten. Und darüber weiß man noch erstaunlich wenig. Die Tiefsee ist ähnlich wenig erforscht wie fremde Planeten…
Positiv hervorzuheben sind die Abbildungen (insgesamt 70 im ganzen Buch), die teils im Rahmen der Tauchgänge mit der Bathysphäre entstanden sind. U.a. sind einige Farbzeichnungen (insgesamt 31) von Tiefseelebewesen im Buch enthalten. Erstaunlich für mich ist hierbei, dass Leben so weit in der Tiefe unter so ungeheurem Wasserdruck möglich ist und so zahlreich in verschiedenster Ausprägung vertreten ist. Spannend sind in diesem Zusammenhang die Ausführungen in Kapitel 9. Darin wird erläutert, wie die Zeichnungen entstanden sind. Beebe rekonstruiert allein aus dem Gedächtnis, was er gesehen hat und berichtet davon. Aussehen, Form und Farbe wird von einer fachkundigen Zeichnerin festgehalten. Die Skizzen werden dann von Beebe immer wieder ergänzt und korrigiert. Erstaunlich, dass dabei teilweise sehr exakte Tierskizzen entstanden sind, die in späteren Jahren auch bestätigt werden konnten.
Fazit: Das Thema des Buchs ist faszinierend und man stößt zwischendurch auch immer wieder auf Highlights in der Darstellung. Auch die Abbildungen und der Beginn des Werks wissen zu überzeugen. Mehr als 3 Sterne kann ich aber aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht vergeben.









