Kundenrezensionen
Ryria
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Jeder kennt die Nachrichtenbilder des Ukrainekriegs, doch wenige werden die Menschen dahinter wirklich kennen, die Geflüchteten, aber auch die zuvor schon Ausgewanderten.
Was fühlen sie, welche Gedanken schwirren ihnen im Kopf rum, was lässt ihnen keine Ruhe, wie kommen sie in diesem neuen Leben klar?
Die Autorin erkundet diese Fragen in einer Geschichte, die sich sehr persönlich anfühlt und liest.
Die Gedanken der Protagonistin Mira, einer jungen Ärztin, die schon einige Jahre vor dem Krieg nach Deutschland gezogen ist, wirken so wie die Gefühle der Autorin selbst und sind dadurch besonders authentisch und bewegend.
Der Schreibstil ist dabei sehr poetisch, auf fast jeder Seite kann man schöne Zitate finden, die einen tief treffen und die man auch öfters lesen möchte.
Es wirkt teilweise ein wenig wie ein Tagebuch, als ob man all den Gefühlen im Kopf einen weiteren Raum geben möchte indem man sie auf Papier bannt.
Dabei lernt man natürlich Miras Sicht sehr eindrücklich kennen und kann gut nachvollziehen, wie es ihr mit der Situation und all den schlimmen Dingen geht.
Darf man noch glücklich sein, wenn in der Heimat Menschen sterben? Oder muss man es sogar? Wie soll man so seine Rolle als Mutter, Ehefrau oder Ärztin erfüllen?
Dazu erzählt sie zusätzlich noch von all den Menschen, die geflüchtet sind, von ihren kleinen und großen Problemen im neuen Alltag und der Kriegssituation.
Man fühlt sich den Ukrainer*innen mit jeder Seite näher, das was bisher in der Distanz war wird einem hier berührend nähergebracht.
Dies ist kein Buch, das man schnell nebenbei zur Unterhaltung liest, stattdessen ein wunderschön geschriebenes Werk voller Emotionen und Wortschätzen.
Gundi57
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
In der Geschichte geht es um Mira Zehmann geboren in Odesa.
Sie ist 28 Jare alt , Ehefrau , Mutter und Hausärztin und lebt in Deutschland.
Vor vielen Jahren hat sie mit ihrem Ehemann ihre alte Heimat in der Ukraine verlassen um sich mit ihm und ihrer Tochter ein neues Leben aufzubauen.
Als der Krieg im alten heimatland beginnt ist sie voller Sorge und Verzweiflung.
Ihre Arztpraxis wird zur Anlaufstelle vieler ukrainischer pPatienten die alle ihre Hilfe benötigen.
Alle wollen wieder zurück in ihre gewohnte Umgebung um wieder Normalität in ihr Leben zu bringen.
Viele leiden unter Traumata und Heimweh .
Auch die Protagonistin ist von Selbstzweifel und Unzufriedenheit zerrisen.
Immer wieder flackert ihre Sehnsucht nach der alten Heimat in ihr auf.
Sie spielt mit dem gedanken nach Odesa zu reisen um ihre alte Großmutter und auch das Meer wieder zusehen.
yellowdog
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Zugwind ist ein bemerkenswertes Buch. Die Autorin hat viel mit der Protagonistin des Buches gemeinsam. Sie sind beide Ärztin, verheiratet mit Kind, stammt aus der Ukraine und Jüdin.
Für mich ist es daher keine reine Fiktion. Beim Lesen spürt man das nicht. Von der Form kann man sagen, es ist ein Roman. Für dieses Buch funktioniert die Form sehr gut.
Iryna Fingerova gibt ihrer Figur viel Persönlichkeit und Sensibilität mit. Was in der Ukraine passiert beschäftigt sie unaufhörlich, auch weil sie noch Verwandet dort hat, z.B. ihre 90jährige Großmutter.
Mira, die Hausärztin behandelt in ihrer Praxis viele ukrainische Patienten. Eigentlich alle leiden unter dem Krieg und erzählen Mira mehr als nur ihre körperlichen Krankheitsgeschichten. Die vielen Geschichten der Patienten machen ein gutes Stück weit den Roman aus. Aber auch Miras eigene Emotionen und ihr Leben werden ausführlich vorgestellt.
Mich hat das Buch überzeugt. Ein Stück deutsch-ukrainische Literatur, die ich für wichtig halte und die Verständnis fördert.
nessabo
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
„Zugwind“ ist kein einfaches, gefälliges Werk. Es schwankt wie die Erzählerin selbst zwischen den Welten eines Lebens in Frieden und dem Zuhause im Krieg. Deshalb ist es weniger handlungsgetrieben, manchmal auch nicht stringent, phasenweise durcheinander. Außerdem flicht die Autorin immer wieder Elemente magischen Realismus sowie poetische Sprachbilder in die Handlung ein. Das sind also einige Dinge, mit denen ich in der Regel nicht so viel anfangen kann.
Doch Iryna Fingerova hat hier mit großer biografischer Nähe ein Werk geschrieben, das mich nicht nur in seinen Bann gezogen, sondern auch emotional ehrlich bewegt hat. Das liegt sicherlich an der klugen Beobachtungsgabe der Autorin sowie dem thematischen Umfang. Fingerova versteht sich darauf, die vielschichtige Ambivalenz einer in der Diaspora lebenden ukrainischen Jüdin abzubilden. Die Schuldgefühle, weil sie selbst in Frieden leben und Freude empfinden darf, während im Heimatland Drohnenangriffe den Alltag prägen. Das Vermissen ebendieser Heimat. Widersprüchliche Gefühle zu ihren russischen Freund*innen. Die zusätzliche Komponente eines Dazwischen nach dem 7. Oktober und dem darauffolgenden Krieg.
Die Autorin bewegt sich politisch dabei auf sehr humanistischem Boden, obwohl sie diesbezüglich sowieso gar nicht so oft konkret wird. Aber ich empfinde ihre Gedanken als in die einzig richtige, nämlich menschliche Richtung gehend. Vielmehr holt sie ihre Lesenden emotional immer wieder nah an das Erzählte heran. Das gelingt ihr auch durch die vielen Erzählungen über ihre Patient*innen. Viele von ihnen sind ebenfalls aus der Ukraine und ihre Geschichten entsprechend divers. Der verzweifelte Versuch eines richtigen, guten Lebens im Falschen eint sie alle - auch wenn die hierfür eingeschlagenen Wege durchaus weit auseinandergehen.
Besonders diese kurzen Behandlungsgeschichten haben mich bewegt. Die Protagonistin ist eine überaus empathische, zugewandte Ärztin, die ihre Patient*innen auch ganz unabhängig von deren Lebensstil oder Anstellungsverhältnis auf Augenhöhe annimmt. Mensch sollte meinen, das sei der Standard, aber wir wissen es alle besser.
Ich habe diese Geschichte überraschend gern gelesen und empfehle sie als eine so wichtige Perspektive in der zeitgenössischen Literatur von Herzen gern. Es ist kein leichtfüßiger Roman, aber das macht ihn noch lange nicht zäh. Iryna Fingerova schafft es, Worte zu finden für etwas so Individuelles und eigentlich Unbeschreibliches. Dabei nimmt sie ihre Lesenden ganz nah mit, sodass ich immer das Gefühl hatte, diesen Weg mit ihr gemeinsam zu gehen. Wer sich darauf einlassen kann, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.
4,5 Sterne
Goejos
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Zugwind, ein Buch, welches fasziniert, das Wissen über Flüchtlinge erweitert und vor allen Dingen, das Wissen über das Leben der Geflüchteten optimiert. wir bekommen anhand der Ärztin Mira Zehmann einen Einblick in das Leben einer aus der Ukraine Geflüchteten. Gleichzeitig berichtet sie aber von einem relativ problemlosen Leben in der für sie neuen Welt. Sie versucht, und dass sie zugutegehalten, Spenden für ihre Leidensgenossen in der Ukraine zu sammeln. Doch die Sehnsucht nach ihrer alten Heimat lässt sie noch immer nicht los. Sobald es möglich ist, kehrt sie für kurze Zeit zurück. Doch ihre Arbeit asl Ärztin in Deutschland ermöglicht auch ihr und ihren Mann und der Tochter Urlaub im Ausland zu machen. Ich weiß nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll, es beschriebt einerseits die Probleme der Geflüchteten, fern der Heimat, die Nachholung der Familienangehörigen und die Sorge um die an der Front Dienenden. Andererseits geht es der Protagonistin und ihrer Familie in Deutschland ja gar nicht schlecht. Es gibt Flüchtlinge aus der Ukraine, welche es in der für sie "Neuen Welt" nicht so gut getroffen haben. Für mich etwas zwiespältig. Man kann nicht Alles haben.
goejos
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Zugwind, ein Buch, welches fasziniert, das Wissen über Flüchtlinge erweitert und vor allen Dingen, das Wissen über das Leben der Geflüchteten optimiert. wir bekommen anhand der Ärztin Mira Zehmann einen Einblick in das Leben einer aus der Ukraine Geflüchteten. Gleichzeitig berichtet sie aber von einem relativ problemlosen Leben in der für sie neuen Welt. Sie versucht, und dass sie zugutegehalten, Spenden für ihre Leidensgenossen in der Ukraine zu sammeln. Doch die Sehnsucht nach ihrer alten Heimat lässt sie noch immer nicht los. Sobald es möglich ist, kehrt sie für kurze Zeit zurück. Doch ihre Arbeit asl Ärztin in Deutschland ermöglicht auch ihr und ihren Mann und der Tochter Urlaub im Ausland zu machen. Ich weiß nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll, es beschriebt einerseits die Probleme der Geflüchteten, fern der Heimat, die Nachholung der Familienangehörigen und die Sorge um die an der Front Dienenden. Andererseits geht es der Protagonistin und ihrer Familie in Deutschland ja gar nicht schlecht. Es gibt Flüchtlinge aus der Ukraine, welche es in der für sie "Neuen Welt" nicht so gut getroffen haben. Für mich etwas zwiespältig. Man kann nicht Alles haben.
Goejos
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Zugwind, ein Buch, welches fasziniert, das Wissen über Flüchtlinge erweitert und vor allen Dingen, das Wissen über das Leben der Geflüchteten optimiert. wir bekommen anhand der Ärztin Mira Zehmann einen Einblick in das Leben einer aus der Ukraine Geflüchteten. Gleichzeitig berichtet sie aber von einem relativ problemlosen Leben in der für sie neuen Welt. Sie versucht, und dass sie zugutegehalten, Spenden für ihre Leidensgenossen in der Ukraine zu sammeln. Doch die Sehnsucht nach ihrer alten Heimat lässt sie noch immer nicht los. Sobald es möglich ist, kehrt sie für kurze Zeit zurück. Doch ihre Arbeit asl Ärztin in Deutschland ermöglicht auch ihr und ihren Mann und der Tochter Urlaub im Ausland zu machen. Ich weiß nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll, es beschriebt einerseits die Probleme der Geflüchteten, fern der Heimat, die Nachholung der Familienangehörigen und die Sorge um die an der Front Dienenden. Andererseits geht es der Protagonistin und ihrer Familie in Deutschland ja gar nicht schlecht. Es gibt Flüchtlinge aus der Ukraine, welche es in der für sie "Neuen Welt" nicht so gut getroffen haben. Für mich etwas zwiespältig. Man kann nicht Alles haben.
milky
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Das Cover des Romans finde ich sehr interessant und ungewöhnlich, sodass es neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Die Farbgestaltung und die Schriftart finde ich besonders gut gelungen.
"Zugwind" handelt von der Ärztin, Mutter und Ehefrau Mira Zehmann. Sie ist in Odesa geboren, lebt aber mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Deutschland. Als der Krieg in der Ukraine beginnt, nistet sich ein Zugwind bei ihr ein, der sie nicht mehr vollständig verlässt und ihr keine Ruhe lässt.
Ich finde es sehr passend, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Dadurch kann man sich als Leser gut in Mira hineinversetzen, auch wenn sie an manchen Stellen noch distanziert bleibt. Ihre Zerrissenheit zwischen dem Alltag in Deutschland und den Schuldgefühlen bezüglich des Krieges - sie ist hier in Sicherheit, während ihre Familie und Freunde dem Krieg ausgesetzt sind - wird sehr gut dargestellt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wirkt an einigen wenigen Stellen jedoch etwas abgehackt.
Alles in allem ist es ein lesenswertes Buch, das ein sehr wichtiges Thema behandelt.
fantasia
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Auf dem Cover dieses Romans verdeckt ein Löwenzahn den Kopf einer weiblichen Figur. Dieser Löwenzahn steht sinnbildlich für die weibliche Protagonistin. Leicht pustet man die zarten Samen weg, die an einem anderen Ort für einen Neubeginn stehen. Diese Pflanze wächst selbst an den unfruchtbarsten Orten, d.h. sie setzt sich durch, hat eine immense Widerstands- und Durchsetzungskraft. Titel und Pflanze stehen für das Gehen mit dem Wind, der als unangenehm empfunden wird, aber letztendlich einen neuen Weg öffnet.
Die Ärztin Mira Zehmann war mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter aus der Ukraine nach Deutschland gekommen und wird durch den Krieg in der Ukraine und Begegnungen mit Geflüchteten von Schuldgefühlen heimgesucht. Sie will etwas tun und wird für viele geflüchteten Ukrainer zur Anlaufstelle. Diese Situation ist nicht einfach zu meistern, da die Kriegssituation emotional spürbar wird. Die Autorin ist ebenfalls Ärztin und es stellt sich die Frage, wieviel eigenes Erleben hier mit hineinschwingt.
Neben den Krankheits- und Leidensgeschichten ihrer Patienten erfährt der Leser etwas über den „Alltag“ der Protagonistin. Sie fährt nach Odesa, um die Familie und vor allem die alte Großmutter sowie Freunde zu besuchen, und lebt dort zwischen Fliegeralarm und Alltag. Zurückgekehrt ist sie mit ihrer Schwiegermutter aus Cherson konfrontiert, die nach fast drei Monaten zu ihrer Erleichterung wieder in die Ukraine zurückfährt. In der Beziehung zu ihrem Mann kriselt es, es kommt zu einer Affäre mit einem anderen Mann - all diese Geschehnisse zeugen von einem Alltag, der auch nicht immer einfach ist.
Bisweilen fand ich den Roman etwas zäh, vor allem dann, wenn ausführlichere Reflexionen den Erzählfluss verhindern.
Petra Gruber
empfiehlt:





Zugwind
von Iryna Fingerova
Zugwind ist ein Roman, auf den ich mal wieder in erster Linie durch das Cover aufmerksam wurde. Was soll ich sagen, es ist einfach perfekt. Ich mag die Farben, ich mag die Schrift, ich mag das Bild und ich mag, dass der Titel glänzt und leicht erhaben ist. Einfach schön. Und geheimnisvoll.
Aber auch den Klappentext fand ich interessant. Und, Überraschung, es war tatsächlich einmal ein Klappentext, der die Grundidee des Romans sehr gut auf den Punkt brachte. Man wird nicht getäuscht.
Mira lebt mit ihrem Mann Andrij und ihrer Tochter Rosa in Deutschland. Geboren ist sie in der Ukraine, in Odesa. Dort ist sie erwachsen geworden, hat studiert, es ist der Ort ihrer Familie, ihrer Freunde, des ersten Kusses, ihr Sehnsuchtsort.
Und dann ist plötzlich Krieg. Und damit ganz viele neue Fragen. Darf man ein schönes Leben haben, während in der Heimat Krieg herrscht? Wie umgehen mit den vielen ukrainischen Geflüchteten, die jetzt in ihre Hausarztpraxis kommen und die mit ihren Sorgen und Nöten zu ihr kommen? Was macht das mit ihrer Beziehung? Und kann man im Krieg nach Odesa reisen, um sich wiederzufinden?
Poetisch, sehr persönlich und menschlich erzählt die Autorin hier die Geschichte Miras. Ich fand es sehr spannend, Einblick zu bekommen, in die Realität von Menschen, die in Sicherheit leben, während im eigenen Land der Krieg tobt. Aber auch über die Realität und Normalität des Lebens in Odesa.
Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an Odesa. Und an die Ukraine. Ich muss zugeben, ich habe Sehnsucht bekommen. Sehnsucht, dieses Land und seine Menschen kennenzulernen.
Zugwind ist ein Buch nach meinem Geschmack. Tolle Sprache, eine Geschichte, die mir neue Blickwinkel eröffnet hat und für mich auch die Frage stellt: Würde ich im Falle eines Krieges bleiben oder gehen?
Definitiv empfehlenswert für alle, die anspruchsvolle Romane lieben!
