Kundenrezensionen
Katja Hölzl aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Joël Dickers Roman „Ein ungezähmtes Tier“ beginnt mit einem Versprechen – oder vielleicht eher mit einer leisen, kaum merklichen Drohung. Ein Raubüberfall in Genf, ein Datum, eine scheinbar glasklare Ausgangslage – und doch liegt von der ersten Seite an etwas in der Luft, das sich jeder Sicherheit entzieht, so als würde die Geschichte nicht erzählt, sondern entfesselt werden; als hätte sie beschlossen, sich nicht bändigen zu lassen.
Ich habe dieses Buch gelesen wie man einem Flüstern folgt, das einen Schritt für Schritt tiefer in einen dunklen Wald führt – nicht unheimlich auf eine laute Weise, sondern mit dieser stillen, beharrlichen Verlockung, die man erst bemerkt, wenn man längst nicht mehr umkehren möchte: Schauplatz ist das wohlhabende Cologny, eine Welt aus Glas, Licht und gepflegter Oberfläche, in der alles geordnet scheint und gerade deshalb etwas Unruhiges unter der Perfektion pulsiert. Doch hinter einer dieser makellosen Fassaden lebt das Ehepaar Braun – erfolgreich, bewundert, fast zu schön, um wirklich zufällig zu sein; dabei wirkt ihr Leben wie eine sorgfältig kuratierte Ausstellung von Glück. Dem gegenüber steht die „Warze“, eine Siedlung am Rand dieser glänzenden Welt, und hier beginnt das leise Kippen der Ordnung, denn Greg und Karine bewegen sich zwischen diesen Polen, nicht ganz draußen, nicht ganz drinnen – und genau in dieser Zwischenzone entsteht eine Spannung, die kaum sichtbar ist und doch alles durchzieht. Es ist eine Freundschaft, die von Anfang an ein Ungleichgewicht in sich trägt, gespeist aus Neugier, stiller Sehnsucht und dem unbenannten Wunsch, irgendwo anders zu sein als dort, wo man steht.
Besonders Greg, der Polizist, wird zur Figur auf einer unsicheren Grenze; so beginnt sich seine Wahrnehmung zu verschieben, erst kaum merklich, dann unaufhaltsam. Die Faszination für Sophie, die Frau seines Freundes, wächst wie ein Schatten, der nicht mehr verschwindet: Er beobachtet, er wartet, er wird selbst Teil jener verborgenen Welt, die er eigentlich aufdecken soll. Und während man ihn noch zu verstehen versucht, spürt man bereits, wie Verständnis selbst ins Rutschen gerät – hinein in etwas Unbehagliches, schwer Greifbares …
Joël Dicker erzählt diese Geschichte nicht als geraden Weg, sondern als ein Geflecht aus Spiegelungen. Zeit springt, Perspektiven kippen, Wahrheiten tauchen auf und verschwinden wieder, bevor man sie festhalten kann. Es ist, als würde man durch ein Haus gehen, in dem sich die Räume ständig neu anordnen; und kaum glaubt man, den Grundriss zu kennen, öffnet sich eine Tür an einer anderen Stelle. So wirkt alles präzise konstruiert – und bleibt doch unzuverlässig.
Auch die Sprache trägt meines Erachtens zu diesem Effekt bei, denn sie ist klar, beinahe zurückhaltend, ohne literarische Überhöhung. Und gerade darin liegt ihre Wirkung: Die Sätze sind glatt wie Wasseroberflächen, unter denen sich etwas bewegt, das man nicht vollständig sehen kann. Man liest scheinbar ruhig – und merkt doch, dass etwas im Inneren der Geschichte an einem zieht.
Nicht alles wirkt dabei vollkommen ausgearbeitet, was mich anfangs irritiert hat, denn die Figuren bleiben manchmal wie Silhouetten, eher Träger von Funktionen als vollständig gelebte Menschen. Während der Lektüre jedoch habe ich bemerkt, dass dies Teil des Spiels ist, das der Autor bewusst einsetzt: Denn hier geht es weniger um psychologische Tiefe als um das ständige Verschieben von Masken, um das fragile Verhältnis zwischen Erscheinung und Wirklichkeit. Und so hat sich, während ich gelesen habe, ein Gefühl immer stärker verdichtet: Unsicherheit. Wer sieht hier eigentlich wen wirklich? Wer inszeniert, wer reagiert, wer täuscht sich selbst? Und dann dieser unbekannte Mann im grauen Peugeot – eine Figur wie ein Riss im Bild, unscheinbar und doch entscheidend, denn er ist weniger Charakter als Störung, eine Erinnerung daran, dass jede Ordnung ein Außen hat, das sie jederzeit unterbrechen kann.
Und schließlich, fast unausweichlich, nähert sich alles dem Zentrum der Erzählung: dem Raubüberfall. Doch selbst dort, wo man Auflösung erwartet, bleibt die Geschichte ihrem eigenen Gesetz treu: Keine Wahrheit steht stabil und jede Erklärung wirkt wie ein weiterer Vorhang, hinter dem schon der nächste verborgen ist.
Am Ende bleibt weniger eine Handlung zurück als ein Nachhall, ein Gefühl, als hätte man kurz auf einer dünnen Schicht gestanden, unter der etwas Tieferes, Dunkleres fließt. Die glänzenden Oberflächen der Welt wirken danach weniger sicher, eher wie eine zarte Haut, die jederzeit reißen könnte.
„Ein ungezähmtes Tier“ ist kein Buch, das sich in Ruhe neben sich selbst stellt. Es zieht einen hinein, hält einen fest und lässt einen erst wieder los, wenn man schon längst begonnen hat, der eigenen Wahrnehmung zu misstrauen. Ein Roman wie ein geschickter Trick – man erkennt die Täuschung, und folgt ihr trotzdem bis zum Ende. Ein großes Lese-Vergnügen!
bedard
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Der mittlerweile achte Roman von Joël Dicker ist ähnlich aufgebaut wie seine bisherigen Bücher. Im Mittelpunkt stehen zwei Paare: Sophie und Arped Braun, verheiratet, zwei Kinder, Anwältin und Banker. Karine und Greg Liegean, Verkäuferin und Polizist. Zwei Familien mit unterschiedlichen Lebensstilen, mit ihren jeweiligen Geheimnissen, die sich anfreunden.
Sophie feiert demnächst ihren vierzigsten Geburtstag und scheint alles zu haben, was als erstrebenswert gilt. Doch wie immer bei Joël Dicker ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Am 2. Juli 2022 findet ein minutiös geplanter, spektakulärer Raubüberfall auf einen Juwelier statt. Dieser Überfall ist der Zeitmesser in dem Roman.
In Zeitsprüngen nähert sich der Autor in teils sehr kurzen Kapiteln aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Auflösung. Mal spielt die Handlung kurz vor dem Raub, mal danach und sie geht sogar um Jahre zurück in die Vergangenheit.
Nach bekanntem Muster hat Joël Dicker einen sehr spannenden, wendungsreichen Roman geschrieben, der sehr angenehm zu lesen ist.
Vielleicht nicht sein bestes Buch, aber trotzdem sehr clever konstruiert. Für mich verdient der Roman damit immer noch eine klare Leseempfehlung.
C.P.
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Auf die neuen Bücher von Joel Dicker freue ich mich wirklich immer sehr. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut Dickere Charaktere geschrieben sind.
Denn Charaktere sind nie schwarz-weiß bei Dicker und das ist genau der Punkt, weshalb ich seine Bücher so gerne lese. Auch hier glänzen diese mit einem vielschichtigen und tiefen Aufbau und sind spannend, obwohl sie teilweise echt unsympathisch sind. Dabei sind sie eigentlich nie von Anfang an unsympathisch, aber die Sympathie und das Mitfiebern mit einzelnen Charakteren wechselte hier von Kapitel zu Kapitel. Mit jedem weiteren Kapitel werden neue Dinge aufgedeckt und das Stimmungsbild ändert sich dadurch permanent. Wer ist das ungezähmte Tier, wer vermeintlich das gezähmte?
Am Ende fieberte ich doch am meisten mit einem Charakter mit, den ich anfangs als eher sehr oberflächlich und einfach fand.
Und Dicker beweist eindeutig wirklich ganz meisterhaft wie er seine Leserschaft an das Buch fesseln kann, obwohl das Tempo eher gemäßigt ist. Die knapp 10 Stunden im Hörbuch sind verflogen wie nichts und ich wollte einfach immer weiter hören.
Erzählt wird die Geschichte hierbei nicht nur aus verschiedenen Perspektiven, sondern auch auf verschiedenen Zeitebenen. Das gefiel mir wahnsinnig gut.
Das Buch erinnerte es mich vom Typus her an "Das Geheimnis von Zimmer 622" und ist leider - trotz all der Euphorie - im direkten Vergleich zu den anderen Büchern von Joel Dicker eher etwas schwächer von der Struktur und den Charakteren.
Das Ende fand ich etwas zu flach, mit all den Plot Twists und Wendungen wirkte es dann doch etwas zu sehr danach, dass es irgendwie zu Ende gehen musste.
PMelittaM
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Sophie und Arpad Braun scheinen alles zu haben, was man sich wünschen kann, eine liebevolle Beziehung, zwei Kinder, ein schönes Haus, gutes Einkommen, Zufriedenheit. Aber manchmal trügt der Schein – ob das in hier auch der Fall ist, davon erzählt dieser Roman.
Joël Dickers Romane zeichnen sich dadurch aus, dass man nie wissen kann, was passieren wird oder in der Vergangenheit passiert ist, immer wieder wird man überrascht, man kann sich nie sicher sein, alles kann über den Haufen geworfen werden, erst am Ende weiß man die ganze Wahrheit. Ich mag es sehr und finde es spannend, erst nach und nach zu erfahren, was eigentlich ist. Auch in diesem Roman ist das wieder so, immer wieder springt die Erzählung in der Zeit, mal mehr oder weniger ausführlich erfahren wir, was vor Jahren oder manchmal auch nur vor Stunden passiert ist. Auch dieser Roman wurde für mich deshalb wieder zum Pageturner.
Aber dennoch hat mich dieser Roman nicht so gepackt wie die vorherigen Romane, die ich von Dicker gelesen habe. Zum einen liegt das wohl daran, dass mir dieses Mal keiner der Charaktere so richtig sympathisch war, manche sogar richtig unsympathisch, so konnte ich auch nicht ganz so mit ihnen mitfühlen, wie ich das gerne getan hätte. Zum anderen liegt das aber auch an der Geschichte, die zwar ihre Überraschungen zu bieten hatte, aber manchmal auch etwas vorhersehbar war, und zudem finde ich, dass es ist nicht ganz so raffiniert verwoben ist, wie man es von Dicker kennt.
Die Protagonist:innen sind zwar nicht gerade sympathisch, aber gut charakterisiert, neben Sophie und Arpad gibt es ein zweites Ehepaar, weniger gut gestellt, die sich mit den Brauns anfreunden, wobei das teilweise ein wenig ausartet. Alle haben natürlich ihre Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden.
Erzählt wird, wie schon erwähnt, mit einigen Zeitsprüngen. Der Roman ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die jeweils einen Countdown haben. So darf man zusätzlich gespannt sein, was am Ende des jeweiligen Countdowns geschehen wird. Schließlich ist alles aufgelöst, wenn auch manches ein wenig überzogen, wie ich finde. Dennoch kann man es auf gewisse Weise nachvollziehen. Gut gefallen hat mir, dass man noch etwas vom Danach erfährt.
Joël Dicker hat mir wieder spannende Lesestunden beschert. Doch ganz so gut wie die Vorgängerbände hat mir dieser nicht gefallen. Wer Dicker mag, kann aber auch hier zugreifen. Wem Zeitsprünge und Aufmerksamkeit beim Lesen nicht stören und überraschende Wendungen zusagen, ist bei Dicker ebenfalls richtig.
Lies_ein_Buch
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Ich hab bisher alle Bücher von Autor Joel Dicker gelesen und ich muss sagen, dass dieses hier vielleicht nicht unbedingt mein Lieblingsbuch von ihm ist. Ich bin ja Fan der Bücher in denen sein liberisches Pendant vorkommt, trotzdem mochte ich auch hier wieder die Figurenzeichnungen, die Beziehungsgefüge und zwischenmenschlichen Spannungen. Das war alles wieder sehr dicht und hat mir entsprechend gut gefallen.
Der Fall ist dieses Mal etwas undurchsichtiger, als man das vllt von Dicker kennt. Es ist zwar von Beginn an klar, dass es sich um einen Raubzug handelt, aber der Countdown, der auf den Coup hinzählt, wird immer wieder unterbrochen. Und lange Zeit steht der Fall auch so ein bisschen im Hintergrund.
Stattdessen steht das Ehepaar Braun im Fokus, ihre glamouröses Leben, ihre Beziehung und die voyeuristische Besessenheit ihres Nachbarn. Teilweise wirkte ganz etwas plump, aber als Gesamtkonstrukt funktioniert es. Vor allem als dieser Blender von Polizist dann doch einen vermeintlichen Treffer landet.
Es geht viel um Täuschung, um den schönen Schein, die Jagd nach einem Kick und Besessenheit mit etwas, das man nicht haben kann. Facettenreich erzählt Dicker von Begierde und Gier, von Leidenschaft und Leid. Und auch wenn ich den Plot teilweise nicht 100% überzeugend fand, so weiß Dicker einfach zu erzählen.
Mabla59
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
In einem noblen Vorort von Genf wohnen zwei Familien. Da sind einmal Sophie und Arpad mit ihren beiden Kindern die im besseren Teil des Vorortes wohnen.
Und Karine und Greg, ebenfalls mit zwei Kindern, die in der "Warze", dem schlechteren Teil des Vorortes leben.
Die Handlung von "Ein ungezähmtes Tier" ist in zwei Hauptstränge unterteilt.
Einmal die beiden Familien mit ihren Träumen, den Vergangenheiten und ihren Geheimnissen und der Countdown zu einem Raubüberfall auf ein Juwelier Geschäft in Genf
Diesen Überfall hat es tatsächlich gegeben und Joel Dicker zeichnet eine fiktive Geschichte darum herum.
Manches Mal haben mich die verschiedenen Perspektiven etwas verwirrt, aber am Ende haben alle losen Fäden zusammen gepasst.
Leider konnte ich mit keinem der Charaktere so richtig warm werden
Trotzdem war die Handlung letztendlich spannend und leicht zu lesen
dorli
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Joël Dicker beginnt seinen Roman „Ein ungezähmtes Tier“ mit einem sehr kurzen, dafür aber spannenden Prolog - es ist der 02. Juli 2022, wir befinden uns in Genf und erleben den Beginn eines minutiös geplanten Raubüberfalls auf einen Juwelier mit.
Die eigentliche Handlung beginnt 20 Tage vor diesem Überfall. In einem Genfer Villenviertel leben Sophie und Arpad Braun - sie Anwältin, er Banker - mit ihren beiden Kindern. Das Familienleben scheint perfekt zu sein. Eine heile Welt wie aus dem Bilderbuch.
Unweit der Brauns wohnen Karine und Greg Liégan mit ihren Kindern in einer preiswerten Reihenhaussiedlung. Karine arbeitet in einer Boutique, Greg ist bei der Polizei. Im Alltag der Liégans scheint nichts wirklich rund zu laufen und doch wirkt ihr Leben auf dem ersten Blick viel realer als das von Sophie und Arpad.
Arpad und Greg lernen sich im Fußballverein ihrer Söhne kennen. Die Männer sind sich auf Anhieb sympathisch, es folgt eine Einladung zu Arpads Geburtstagsfeier, die Ehepaare freunden sich an. Alles scheint ganz normal zu sein. Alltäglich. Aber das ist es bei weitem nicht…
Schnell zeigt sich, dass das luxuriöse Leben der Brauns nur Fassade ist und dahinter dunkle Geheimnisse und tiefe Abgründe schlummern. Und im Hause Liégan sorgen Unzufriedenheit und Neid für eine giftige Stimmung, die Karine immer frustrierter werden lässt und Greg zu einem Voyeur macht.
Joël Dicker ist ein Virtuose, wenn es darum geht, eine Geschichte fesselnd und unterhaltend zu erzählen. Ich liebe es einfach, wie der Autor seine Geschichten aufbaut. Er jongliert mit mehreren Handlungssträngen und springt in der Zeit vor und zurück, lässt mich aber trotz der zahlreichen Perspektiv-, Schauplatz- und Zeitwechsel nie den Faden verlieren. Er spielt mit meinen Erwartungen. Lässt mich Vermutungen anstellen, die er dann mit überraschenden Wendungen wieder zunichte macht. Joël Dicker liebt es, den Leser in seinen Geschichten an der Nase herumzuführen. Und ich genieße es jedes mal wieder.
Während der Tag des Raubüberfalls unaufhörlich näher rückt, teile ich nicht nur die Alltagsprobleme mit den Akteuren, ich erlebe auch eine Welt voller Lügen, Neid, Intrigen und Begierde. Nach und nach kommen Heimlichkeiten an Licht, Hintergründe werden aufgedeckt und am Ende bin ich wieder einmal begeistert, wie nachvollziehbar alles aufgelöst wird.
Joël Dicker hat in diesem Roman einmal mehr bewiesen, dass er ein gutes Gespür dafür hat, wie er die Spannung dosieren muss, damit die Sogwirkung der Handlung durchgehend auf einem hohen Niveau bleibt.
„Ein ungezähmtes Tier“ hat mir sehr gut gefallen - eine fesselnde, raffiniert gestrickte Geschichte, die zahlreiche Überraschungen in petto hat und so für spannende Lesestunden sorgt.
Anndlich
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Sophia und Arpad leben ein privilegiertes Leben in Genf. Sie scheinen glücklich und werden von vielen für die scheinbar perfekte Ehe beneidet. Auch von ihren Nachbarn Karine und Greg. Greg, der Polizist, der Arpad für seine leidenschaftliche Ehefrau beneidet und Karine, die in jedem Belangen gerne wie Sophia wäre. Doch ist wirklich alles perfekt bei den Eheleuten und was verbindet sie mit einem Juwelenraub?
Ein ungezähmtes Tier von Joël Dicker wird auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, diese Erzählweise gefiel mir ausgesprochen gut und hat sowohl für eine Nähe zu den Figuren als auch für eine Tiefe in der Geschichte gesorgt. Allerdings konnten mich weder die Figuren noch der Inhalt überzeugen.
Den Figuren fehlten allesamt sympathische Charakterzüge, alle Charaktere besitzen Eigenschaften, die sie unsympathisch bis unerträglich wirken ließen und durch die Erzählweise ergibt sich auch schnell, in welche Richtung das Buch gehen wird, was auch die letzte Spannung schnell genommen hat.
Dennoch mochte ich den Schreibstil des Autors gerne und auch die Tiefe des Romans, der mich eben inhaltlich leider nicht richtig abholen konnte. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich es Dank Ein ungezähmtes Tier sicher mal mit einer anderen Lektüre des Autors probieren werde.
HEYN Leserunde, Miriam Brandl
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
Joel Dicker kann einfach Geschichten erzählen!
Sein Stil hat sich bewährt: auch in diesem Roman/Thriller/Krimi wird durch den gekonnten Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen Spannung aufgebaut.
Interessante Charaktere, Geheimnisse aus der Vergangenheit, Intrigen, Betrug, kriminelle Machenschaften und Lügen, Lügen, Lügen... so nach und nach kommt vieles ans Tageslicht. Jedes Mal, wenn die Leserin glaubt auf der richtigen Spur zu sein, kommt die nächste überraschende Wendung daher.
Und am Ende ist dann trotzdem alles wieder ganz anders...
Der Autor versteht es, gut zu unterhalten – und das ist, meiner Meinung nach, eine zu Unrecht völlig unterschätzte Kunst!
Lesenswert!
PS. So lesenswert, dass ich ihm mittlerweile sein unsägliches „Zimmer irgendwas“ verzeihen konnte ;-)
Sago
empfiehlt:





Ein ungezähmtes Tier
von Joël Dicker
"Doch diese Begegnung war in Wahrheit eine Kollision. Ein Frontalzusammenstoß. Ein Unfall, dessen Ausmaß niemand ahnen konnte."
Eigentlich bin ich keine Freundin nicht-linearen Erzählens, aber diese Story ist von Dicker wirklich virtuos konstruiert. Die Abgründe und Wendungen, die sich nach und nach offenbaren, entfalten einen fast unheimlichen Lesesog. Ich musste das Buch in nur zwei Tagen beenden.
Arpad und Sophie sind ein goldenes Paar, das alle Blicke auf sich zieht. Mit ihren Kinder logieren sie in einer Genfer Villa, fahren mit ihren Sportwagen oder in den Traumurlaub nach Mauritius.
Greg und Karine hingegen bewohnen ein Reihenhaus in der "Warze", einer Siedlung, für die sich das Villenviertel absurderweise schämt. Eigentlich sind auch sie in vieler Hinsicht privilegiert, fühlen sich aber nur wie ein blasser Schatten des anderen Paares. Während Karine um Sophies Freundschaft buhlt, entwickelt Greg für Sophie eine regelrechte Besessenheit. Doch bei näherer Betrachtung zeigt die Fassade des Traumpaars erste Risse und beim Blick in die Vergangenheit wirken diese klaftertief...
Vordergründig geht es in diesem Roman um einen Juwelenraub in Genf, aber in der Tat um so viel mehr. Geheimnisse der Vergangenheit und menschliche Obsessionen werden hier brillant in Szene gesetzt. Eigentlich gibt es keine echten Sympathieträger, was dem Mitfiebern aber keinen Abbruch tut, ganz im Gegenteil. Ein Pageturner der Spitzenklasse!
