Kundenrezensionen von Sago





Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
von Sandra Regnier
"Das Nachtreich war so alt wie die Menschheit, geschaffen aus den Albträumen der Menschen, und der Erlkönig war der Herrscher über all die Wesen, die es hier gab."
Schülerin im Abschlussjahr in Nottingham am Tag, Freundin des Kronprinzen von Annwn in der Nacht - niemand in der Menschenwelt ahnt etwas von Lettys Doppelleben. Seit sie als Kind dem Nachtmahr Will begegnet ist, sind die beiden enge Freunde und Letty arbeitet sogar als Spionin für den Erlkönig, Wills Vater. Aber wer spioniert, stößt irgendwann auf Geheimnisse, und dieses hat es wirklich in sich. Und zu allem Überfluss darf Letty sich keinesfalls in Will verlieben, oder der Weg ins Nachtreich ist ihr für immer verschlossen...
Insbesondere das Nachtreich mit seinen Bewohnern aus Wiedergängern, Werwölfen und anderen düsteren Kreaturen hatte es mir angetan. Hier hätte man für meinen Geschmack noch einiges mehr herausholen können. Vor allem die Figur des Erlkönigs hat wirklich gewaltiges Potenzial.
Will und Letty sind sympathische Figuren, die, ganz dem Slow Burn Trope entsprechend, eine lange Anlaufzeit miteinander haben. Ich bin daher froh, dass es sich um eine Dilogie handelt, um sie noch besser kennenlernen zu können.





Tainted Love
von Vincent Tal
"Er dachte, dass jedes Leben eine Aneinanderreihung von Trepppen war, auf denen es mal nach oben und dann wieder nach unten ging. Jeder Mensch war zwischen seiner Geburt und dem Tag seines Todes auf so einer Treppenstrecke unterwegs, doch bei seiner fehlte das Geländer."
Ein heißer Sommer, 1986 in Nordhessen, nahe der Grenze zur DDR. Martin Ritter und Christine Lehmann haben sich kennengelernt, als ein kleines Mädchen verschwand. Da Christine Journalistin ist, kommen sie erneut mit einem Geheimnis in Berührung, als in einem See ein Luxuswagen auftaucht. Die Frage, was einst mit dem Fahrer geschah, beschäftigt auch Martin, der sonst als Bibliothekar eher geruhsam lebt.
Die Verortung in den Achtzigern bringt für alle Zeitzeugen durch die zahlreichen Songtexte sofort den Vibe zurück, auch wenn man viele 80er-Jahre-Sprüche zu Recht erfolgreich verdrängt hatte. Auch die flirrende Sommerhitze hat mir gefallen. Leider haben weder der Kriminalfall noch das Privatleben von Martin und Christine auf gut 220 hastig runtererzählten Seiten Zeit, sich zu entwickeln. Vieles wird angerissen und manches Mal habe ich mich gefragt warum eigentlich. Die Auflösung wirkte dann arg konstruiert und dramatisiert und das Ende nur noch wie eine bloße Zusammenfassung. Vielleicht sollten mit dem Buch lediglich Martin und Christine eingeführt werden für die Reihe, zu der Tainted Love den Auftakt bildet. Beide haben für mich aber nicht genug Strahlkraft, um weiterzulesen zu wollen. Oder wie Soft Cell singen würde: But I'm sorry, I don't pray that way.





Prinzessin der tausend Diebe - Chosen
von Thea Hong
Thea Hong ist hier ein Kunststück gelungen. War Jia im ersten Band fast noch so etwas wie eine Antagonistin, wird sie hier zur Hauptperson, die die Geschichte trägt.
Zwar habe ich Ran und Sora, das Paar aus dem ersten Teil der Dilogie, die hier nur Nebenfiguren sind, sehr vermisst, aber auch Jia und Sin tragen die Geschichte.
Korea wird nach Soras Ende von monströsen Kreaturen verfolgt. Diese scheinen ihren Ursprung in Gemälden aus dem 18. Jahrhundert zu haben. Jia muss zurück in die Vergangenheit und den Maler der Monster aufhalten. Und kann sie sogar Sora zurückholen?
Natürlich kämpft auch dieser Roman mit den bekannten Zeitreise-Problemen, aber alles ist so fantasievoll und mitreißend erzählt, dass das gänzlich in den Hintergrund tritt. Ich liebe diese Verbindung aus Fantasy und dem alten und neuen Korea. Am besten gefällt mir, dass Thea Hong die üblichen Romantasy Klischees vollkommen vermeidet. Ihre männlichen Protagonisten sind glücklicherweise meilenweit entfernt von den knurrendem love interests, die in anderen Romantasy-Romanen die passiven Protagonistinnen durch die Gegend schleppen.
Daa Ende konnte mich überraschen und überzeugen. Schade nur, dass die Geschichte mit diesem Band endet.





Leserabe Sonderausgaben - Deine große Leseraben Box
von Thea Hong
Ich erinnere mich noch an frühere Comichefte, die hießen Yps mit Gimmick. Was zum Lesen und Spielen findet man auch in in dieser Leseraben-Box und kann so hoffentlich spielend lesen lernen. Die Box ist daher auch für Kinder ab sechs Jahren gedacht. Sie enthält drei Bücher, eines um nach der Silbenmethode lesen zu lernen, eines mit einer süßen Meerschwein im Wohnzimmer-Geschichte mit je einem Satz zu ansonsten selbsterklärenden Bildern. Dazu gibt es jede Menge Extras, ein Lineal, einen Raben-Türhänger, ein Putzzle, Memorykarten, ein typisches Leselernposter und Stickerbogen. Und obendrauf noch Ausmalpostkarten. Diese abwechslungsreiche Kombination finde ich wirklich gelungen, denn es nimmt auch für Kinder, die sich nicht gerade drauf freuen, den Druck aus dem Lesenlernen, indem es auf die spielerische Ebene wandert und fast nebenbei passiert.





Vesselless - Mein verräterisches Herz
von Cortney L. Winn
"Von meiner Geistform in die menschliche Gestalt zu wechseln ist immer mit Schmerzen verbunden. Es ist wie das Gegenteil von gevierteilt zu werden: als würde ich Stück für Stück mit einer Nadel aus Eis und einem Faden aus Elend zusammengenäht."
Dagen ist ein Deathwalker, der ermordete König von Zarr, Nizara ausgerechnet die Tochter des neuen Herrschers. Sie trägt eine magische Vessel, die sie bereits an einen Geist bindet. Doch um einem grausamen Kampf zu überleben, ist das nicht genug, sie braucht die Verbindung zu Dagen. Sie ahnt nicht, dass Dagen dem Gott des Todes etwas schuldet und ganz eigene Pläne verfolgt...
Wie wunderbar düster! Endlich mal wieder Dark Fantasy, ganz nach meinem Geschmack, nicht weichgespült und dabei fantasiereich. Ein ausgeklügeltes Magiesystem, ein bildhafter Erzählstil und dazu noch ein Paar mit dem ich wirklich mitfiebern konnte. Der geheimnisvolle Dagen konnte mich unglaublich faszinierend, er ist einfach meilenweit entfernt von den stereotypen Helden mancher Romantasy-Romane. Nizzara ebenso, sie ist stark und dursetzungsfähig, so dass ihr Aufeinandertreffen und ihre Dialoge mit Dagen den Roman zu einem Highlight machen. Ich freue mich so auf die Fortsetzung!





Royal Houses - Haus der Drachen
von K. A. Linde
"Heilige Drachenschuppen." Das ist ein Fluch, dem man in der Geschichte immer wieder mal begegnet. Denn Kerrigan wurde als Kind auf den Stufen des Hauses der Drachen ausgesetzt, isr nun Drachenschülerin und wegen ihrer Herkunft als Halb-Fae doch eigentlich chancenlos, sich einen Platz in der Hohen Gesellschaft und eine Bindung zu einem der Drachen zu erobern. Doch dann reist der geheimnisvoll-attraktive Prinz des Hauses der Schatten, Fordham, zum Drachenturnier an, und Kerrigans Leben nimmt einige überraschende Wendungen...
Originell fand ich, dass das Turnier um den Kampf der Drachen und seine Aufgaben nicht im Mittelpunkt standen, sondern Kerrigans Entwicklung und die Aufklärung eines Kriminalfalls zunächst mehr Raum einnahmen. Die Verbindung zu Fordham blieb mir lange etwas blass und ein anderer Love Interest für Kerrigan hätte mir eigentlich viel besser gefallen. Hier ist sicher viel Potential für die folgenden Bände vorhanden.
Absolut spannend fand ich die geheimnisvollen Roten Masken und ihre Verschwörung. Wer steckt wirklich dahinter und wie ist die Verbindung zu Kerrigan? Da gab es Cliffhanger, die sehr neugierig gemacht haben.





The Last Wish of Bristol Keats
von Mary E. Pearson
"Am Ende des Tages wird dieses Zimmer voller Schmerz sein. Er hatte zukünftige Tränen in der Luft geschmeckt, wie es nur Nympen konnten. Die salzige Süße wärmte ihm die Haut, aber brach ihm das Herz."
Fantasievoll und romantisch geht es zurück nach Elfheim. Die Konflikte scheinen beinahe überwältigend: der Kampf um den Thron, Bristols verrufene und gefährliche Eltern, Kormick und seine Untoten und beunruhigende Veränderungen an Bristol selbst halten sie und ihren geliebten Tyghan in Atem.
Mary E. Pearson erzählt wieder gekonnt, farbenprächtig und temporeich. Elfheim und seine unterschiedlichen Wesen stehen bildhaft vor Augen.
Zum Tempo ist allerdings zu sagen, dass dieser Reihe die Ausweitung auf eine Trilogie wirklich gut getan hätte. Oft scheint in einer Trilogie der Mittelteil ein wenig durchzuhängen. Daher finde ich Dilogien an sich eine gute Idee. Im Fall von "Bristol Keats" hat mir hier genug Raum für die Story gefehlt. In diesem zweiten Band scheinen sich Handlungsstränge und Ereignisse vor allem zim Ende hin geradezu zu überschlagen, ohne wirklich auserzählt zu werden. Dadurch wird leider nicht alles Potenzial genutzt. Mit dem Schluss der Geschichte konnte ich daher nicht völlig warm werden.





Das Buch der verlorenen Stunden Roman ¦ 'Dieses Debüt ist ein Lese-Fest für alle, die sich gern mit Büchern wegträumen.' Brigitte. Gebunden.
von Gelfuso Hayley
"Wer zu genau weiß, welchen Kurs die Zeit einschlägt, bevor die Dinge tatsächlich geschehen, bürdet sich nur Qualen auf. Schließlich ist nichts so gefährlich wie das Leben. Nicht einmal der Tod. Nicht einmal die Erinnerungen."
Auf der Flucht vor den Nazis gerät die junge Lisavet in eine riesige Bibliothek, jenseits von Zeit und Raum. Bald lernt sie, dies ist der Zeitraum, der Erinnerungen in Büchern aufbewahrt. Doch die Geschichte wird von Siegern geschrieben und selbst im Zeitraum herrscht ein Kampf darum, welche Erinnerungen überdauern werden. Als Lisavet den Zeithüter Ernest trifft, geraten nicht nur die beiden in Gefahr, sondern es geht um die Zukunft des Zeitgefüges selbst...
Die Geschichte enstspinnt sich auf zwei Ebenen, die raffiniert ineinander verwoben sind und tiefgründige Fragen aufwerfen, die durch fantastische Elemente illustriert werden. Zusätzlich gibt es Merkmale eines Spionageromans. Stories, die sich einer herkömmlichen Klassifizierung entziehen, bleiben oft am längsten im Gedächtnis.
"Azrael hatte unrecht, dachte sie. Nicht zu lieben war das Gefährlichste, was es gab. Sondern zu lieben."





Ring the Bells
von C. K. McDonnell
Zum fünften Mal entführt uns C. K .McDonnell in die skurrile Redaktion der Stranger Times. Und was für ein herrlich wilder Ritt es war!
Mit einem wahren Feuerwerk stört der Autor schwarzhumorig die Besinnlichkeit der Weihnachtszeit. Ein Buchclubdreifachmord, eine besessene Biliothekarin und ein dämonischer Weihnachtsmann treiben die Handlung voran. Natürlich sind auch die ureigenen Probleme der Redaktionsmitglieder ein großes Thema und lassen keinen Moment Langeweile aufkommen, alles uner dem Motto, Weihnachten einmal anders. C.K. McDonnells Wortwitz und Sinn für Situationskomik sind dabei unübertroffen.
Auch wenn das Ende vielleicht ein bisschen zu schnell erzählt wurde, ist "Rings the bells" für mich ein besonders starker Stranger-Times Band und ich freue mich, sehr, dass die skurrile Serie in die Verlängerung gehen wird.





Wintern
von Kari Leibowitz
"In Norwegen lernte ich, dass wir nicht dazu verdammt sind, die Wintermonate zu vergeuden, indem man die Jahreszeit irgendwie durchsteht und den Frühling herbeisehnt. Wir können unsere Mentalität verändern und auf diese Weise unsere Erfahrungen mit dem Winter - und darüber hinaus auch unser Leben."
Die Psychologin Kari Leibowitz zieht ein Jahr zu Forschungszwecken in den nördlichsten Teil Norwegens, nach Tromsö. Warum kommen die Einheimischen so gut mit dem Winter klar und leiden sogar seltener an saisonal bedingten Depressionen? Die Autorin ist alles andere als eine Winterfreundin. Sie hofft nicht nur auf Studienergebnisse, sondern auch darauf, selbst ein Winter-Mindset und entwickeln.
Ich selbst liebe den Winter, so dass das Buch für mich ein wenig Eulen nach Athen trägt. Es hat mir geholfen, mich noch mehr auf den Winter zu freuen. Insgesamt hätte ich mir noch etwas mehr kuschelige Winterstimmung gewünscht. Leibowitz wechselt immer zwischen persönlichen Erlebnissen und Studienergebnissen, was den Text dann zwangsläufig trockener werden lässt.
Wunderbar fand ich die Praxistipps für den Winter an den Kapitelenden und das Konzept, vom Besonderen auf das Allgemeine zu schließen, beispielsweise wie negative Erwartungen zu negativen Erfahrungen führen. "Denn sie verstärken unseren Kummer nicht nur im dem Moment, in dem wir negative Erfahrungen machen, sondern auch durch die Erwartung dieser Erfahrungen... Denn unsere Erfahrungen spiegeln nicht nur die Realität wider, sie erschaffen diese auch."









