Kundenrezensionen
SalMar
empfiehlt:





Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
Die fünfzehnjährige Linda hadert mit ihrem Leben. Wären da nicht Kevin, ihr einziger Freund, und Hubert, der an Demenz leidende Nachbar, hätte sie schon aufgegeben. Aber so verbringt sie lange Nachmittage nebenan bei dem pensionierten Bademeister, wo man nie weiß, ob der Tag unerwartet komisch, traurig oder berührend endet.
Selten konnte mich ein Titel so sehr begeistern: Neben dem Titel wusste ich vorher nur, dass ich bisher nur Gutes über das Buch gehört hatte, aber ich habe mich riesig darauf gefreut. Und dann, nach nur wenigen Seiten, hatte mich Linda schon gepackt und ich konnte es kaum beiseitelegen.
Wer vielleicht selbst in der Familie Kontakt mit dem Thema Demenz hatte, dem wird vieles bekannt vorkommen. Aber Linda hat nicht nur eine sehr eigene Stimme, die vor trockenem Humor nur so strotzt, sie hat auch eine sehr eigene Sichtweise auf die Dinge – insbesondere darauf, wie man Hubert unterstützen kann. Mir hat das sehr gefallen, welche Wege ihre Gedanken gehen und wie sie sie in Worte fasst.
Überhaupt hat mich der Schreibstil der Autorin sehr begeistert: Er wirkt so mühelos und unangestrengt und ist trotzdem oft geradezu poetisch. Die Art und Weise, wie sie das Ende gestaltet hat, hat für mich das Leseerlebnis außerdem perfekt abgerundet.
Wer Lust auf eine leise, besondere Geschichte mit einer außergewöhnlichen Stimme hat, der ist hier goldrichtig. Mir werden Linda und der Bademeister ohne Himmel auf jeden Fall noch lange im Gedächtnis bleiben – und die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten. Absolute Leseempfehlung!
_ich.lese_
empfiehlt:





Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
Linda ist erst fünfzehn und hat trotzdem das Leben schon satt, am liebsten würde sie vor ein Auto laufen. Aber zwei Menschen halten sie davon ab, Kevin und Hubert. Hubert wohnt im gleichen Haus und ist dement. Bei Hubert verbringt Linda viel Zeit und kann trotz seiner Demenz noch was von ihm lernen. Auch wenn es schwierig ist damit umzugehen.
Das Cover sieht eher nach einem Sommerbuch, nach Freibad und Spaß aus. Aber das ist es ganz und gar nicht. Es ist eigentlich ein tieftrauriges Buch über ein junges Mädchen, das schon nicht mehr leben möchte und einen alten Mann, der vom Leben nicht mehr viel mitbekommt und dann ist da noch Kevin, der Freund, der sich schwertut.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Linda, die auf Bitte von Huberts Tochter Zeit mit Hubert verbringt. Auch hat Linda außer Hubert und dem zwei Jahre jüngeren Kevin keine sozialen Kontakte, was sie zeitweise sehr einsam macht.
Mich hat die Geschichte so sehr berührt, ich habe sie trotz des schwierigen Themas so gerne gelesen und kann das Buch nur empfehlen. So einfühlsam und echt erzählt, einfach nur lesenswert.
Ulla
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Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
Der ehemalige Bademeister Hubert ist dement und auf Hilfe angewiesen. Damit Ewa, die polnische 24 Stunden Pflegekraft mal ein wenig frei bekommt übernimmt die 15-jährige Linda die Aufsicht. Linda hat außer Kevin keine Freunde, sie ist gestresst von ihrer alleinerziehenden und wieder neu verliebten Mutter und der Schule und sie hat Selbstmordgedanken. Mit dem jüngeren Kevin ist sie seit einigen Jahren befreundet, da sie ihn zur Schule begleitet hat. Kevin ist ein Computernerd, auch ohne Kontakte, dazu macht er sich ernsthafte Gedanken um den Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt. Der Umgang mit Hubert ist eine Herausforderung, mal möchte er zur Arbeit gehen, mal wartet er auf seine längst verstorbene Frau Rosalie, mal suchen sie sein Gebiss. In Laufe der Zeit verschlechtert sich Huberts Zustand zusehends und sein Ende naht.
Der Roman ist einerseits bewegend und einfühlsam, andererseits hat er auch sehr viel humorvolle Passagen. Aus der Sicht der Teenagerin erleben wir die Welt um Hubert, die Situation der polnischen Pflegekraft, fern der Heimat, die Hilflosigkeit von Huberts Tochter, die sich den Vorwürfen ausgesetzt sieht, das sie nicht selbst die Pflege übernimmt. Mit profunden Kenntnissen wird der Umgang mit einem Demenzkranken beschrieben.
Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
„Eigentlich ist es simpel. Entweder man taucht ein in seine Welt oder man lässt es bleiben.“
Eines der besten, der schönsten, der berührendsten Bücher, die ich in diesem Sommer gelesen habe, ist zweifelsohne der Debütroman von Petra Pellini. Ich weiß gar nicht, wohin mit meiner Begeisterung!
Zweiundvierzig Jahre war Hubert Bademeister im Bregenzer Strandbad, und nie ist ihm ein Kind ertrunken. Doch jetzt ist Hubert sechsundachtzig, und gäbe es eine Leistungsbeurteilung für Demente, wäre er Klassenbester.
Hubert sitzt in seiner Wohnung praktisch fest; er ist „der Bademeister ohne Himmel.“
Linda ist fünfzehn, und dank der Nachmittage, die sie bei Hubert verbringt, ist ihre Woche gut strukturiert. Gegenüber ihren Klassenkameraden ist Linda da klar im Vorteil, sie braucht sich nicht zu überlegen, was sie mit ihrer Zeit anfängt.
Zu Anfang hatte Linda keine Ahnung, worauf sie sich einlässt, als Huberts Tochter – genannt „der Nachtfalter“, weil sie so zerbrechlich und so flatterig ist – sie an den Briefkästen unten im Haus abgepasst hat: Ohne Betreuung sei ihr Vater aufgeschmissen, und so kommt Linda jetzt also mindestens dreimal die Woche, um die polnische Pflegerin Eva (ein Goldstück, eine ganz starke und wunderbare Figur in dieser Geschichte!) ein bisschen zu entlasten.
Inzwischen weiß Linda, wie die Sache läuft und findet kreative Lösungen, wenn es mit Hubert mal nicht so gut läuft.
„Ist Hubert mit nichts aufzumuntern, ziehe ich drei Brockhaus-Bände aus dem Regal, staple sie übereinander, steige hinauf, hole tief Luft, halte mir die Nase zu und springe vom Beckenrand.“
Oder sie holt für ihn die Schachtel mit den Schwimmflügeln aus dem Keller, Original BEMA, orangefarben, in unterschiedlichen Größen.
„Dann knöpft Hubert seine Strickjacke auf in einer Geschwindigkeit, als wäre es ein Klacks für ihn…, und reibt die Handflächen aneinander. ‚Wie viele?‘ – ‚Elf. Sieben Mädchen, vier Buben.‘ – ‚Alter?‘ – ‚Zwischen vier und sechs.‘ – ‚Unter 30 kg?‘ – ‚Alle unter 30 kg.‘ Hubert nickt: ‚Größe 0 für alle.‘ ‚Soll ich helfen?‘, frage ich. Entrüstet schaut er mich an.“
Diese kleine Szene gleich zu Beginn des Romans ist nur eine von vielen, die so zu Herzen gehen und so berührend sind. Die Freundschaft zwischen diesen beiden so ungleichen Menschen ist einfach wunderbar – auch wenn sie, je mehr Zeit vergeht, immer einseitiger wird, weil „die Löschtaste in seinem Kopf immer mehr die Oberhand gewinnt.“
Am liebsten würde ich hier immer weiter und weiter schwelgen und die vielen wunderschönen Sätze und Dialoge anführen, die ich mir alle angestrichen habe – aber wissen Sie was? Entdecken Sie die Schönheit dieser Geschichte doch am besten selber, indem sie möglichst bald dieses Juwel von einem Buch lesen.
„Der Bademeister ohne Himmel“ ist eine sensationell wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden, über das Leben und über das Abschiednehmen.
Ich möchte diesen Roman auch dringend allen Personen, die das Fach Deutsch unterrichten, für ihre etwas älteren Schüler und Schülerinnen als Klassenlektüre ans Herz legen. Es lohnt sich wirklich!
Bücherfreundin
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Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
In ihrem Roman "Der Bademeister ohne Himmel" erzählt die österreichische Autorin Petra Pellini die Geschichte der 15-jährigen Linda, die nicht glücklich ist und daran denkt, vor ein Auto zu laufen. Es gibt nur zwei Menschen, die sie davon abhalten: ihr Freund Kevin, den sie seit 6 Jahren kennt und der zunehmend an der Menschheit verzweifelt, und der 86-jährige Hubert, der im gleichen Haus wohnt wie sie. Hubert war 42 Jahre lang Bademeister im Strandbad, nun ist er demenzkrank. Seine Frau Rosalie ist vor 7 Jahren verstorben. Er wird von der Polin Ewa betreut, einer 24-Stunden-Pflegekraft. An drei Nachmittagen pro Woche kümmert sich Linda um den alten Herrn, damit Ewa etwas Zeit für sich hat.
Wir erleben Linda, Hubert und Ewa über einen relativ kurzen Zeitraum, während dessen Hubert immer mehr in seiner eigenen Welt versinkt. Linda weiß intuitiv, wie sie mit ihm umzugehen hat, ohne ihn noch mehr zu verwirren. Sie geht beruhigend und verständnisvoll auf ihn ein, versucht, seine Erinnerungen, die ihm zunehmend entgleiten, wieder einzufangen. Wenn er fragt, wo seine Frau ist, sagt sie ihm nicht, dass Rosalie bereits seit langem tot ist, sondern erklärt ihre Abwesenheit mit einem Einkauf. Linda fühlt sich sehr wohl bei Hubert und der herzlichen und zupackenden Ewa, viel wohler als bei ihrer Mutter, von der sie sich wegen der Schule ständig gestresst fühlt und die nach der Scheidung von Lindas Vater mal wieder einen neuen Freund hat.
Das Buch ist in schöner Sprache aus Sicht der jugendlichen Ich-Erzählerin Linda geschrieben. Es liest sich flüssig, die Figuren sind sehr liebevoll und vollkommen authentisch beschrieben. Die Autorin, die selbst lange in der Pflege demenzkranker Menschen tätig war, schildert Huberts Krankheitsverlauf mit viel Empathie und einer großen Portion Humor, dabei vollkommen realistisch, ohne Übertreibungen und ohne Rührseligkeiten.
Ich habe die Geschichte sehr gern gelesen, sie hat mich begeistert, zutiefst berührt und sehr nachdenklich gemacht. Es geht in dem Buch zwar in erster Linie um das wichtige Thema Demenz und den Umgang damit, es wird aber auch sehr anschaulich verdeutlicht, in welcher Situation sich die ausländischen Pflegekräfte befinden, die fern der Heimat nahezu rund um die Uhr tätig sind und welchen Problemen und Belastungen sie ausgesetzt sind. Auch die Überforderung der Angehörigen ist sehr eindrücklich am Beispiel von Huberts Tochter beschrieben.
Absolute Leseempfehlung für dieses wunderbare Buch, das bereits jetzt zu meinen diesjährigen Lesehighlights gehört und mich noch lange beschäftigen wird!
Alo
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Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
"Wir gleichzeitig Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung."
Das Buch "Der Bademeister ohne Himmel" von Petra Pellini hat mich sehr berührt.
Erzählt wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Jugendlichen, die suizidal ist, und einem 86-Jährigen, der Demenz im fortgeschritten Stadium hat.
Der Schreibstil der Autorin ist trotz der vielen schweren Themen voller Witz und Leichtigkeit. Ich konnte mich ganz oft nicht entscheiden, ob ich Lachen oder Weinen soll. Die Figuren und ihre Beziehungen sind ganz wunderbar und vor allem authentisch gezeichnet.
Am meisten hat mich die Demenzthematik berührt. Ich habe schon viele Bücher gelesen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, aber noch nie war sie so eindrücklich und einfühlsam dargestellt.
In der Mitte des Buches ist die Geschichte etwas auf der Stelle getreten und ich fand es teilweise etwas langatmig, das könnte aber auch daran liegen, dass ich es als Hörbuch gehört habe.
Fazit: 4,5/5 Sternen für dieses wundervoll erzählte Debüt!
HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer
empfiehlt:





Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
Eine 15jährige die sich um ihren an Demenz erkrankten Nachbarn kümmert - Danke! Kein Interesse!
Ich interessiere mich weder für Teenager mit deren Problemen noch für diese Krankheit. Aber dieses Buch hat mich regelrecht verfolgt. Überall sprang mir dieses Buchcover entgegen. Und so beschloss ich, es doch zu lesen.
Zum Glück! Es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Dieses Mädchen, das die Pflegerin Ewa stundenweise entlastet. Die Schwierigkeiten hat, sich in der Schule zurechtzufinden.
Berührend, nachdenklich machend - aber ohne jemals bedrückend zu sein. Ein wunderbares, leichtes Buch um ein schwieriges, schweres Thema.
Lesen sie es! Unbedingt!
Elisabeth Wallinger
empfiehlt:
Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
Da gings um das Thema Demenz und trotzdem hat es uns unheimlich unterhalten, wir haben gelacht und auch manche Träne verdrückt.
Und nicht anders gings uns bei „Der Bademeister ohne Himmel“. Junges Mädel, des Lebens überdrüssig, ein dementer, ehemaliger Bademeister und seine polnische Pflegerin mit großem Herz.
Die drei finden zueinander, greifen sich unter die Arme, gehen sich auf die Nerven. Voll Herzenswärme und Humor erzählt Petra Pellini eine Geschichte, die zur Pflichtlektüre dieses Jahres gehören sollte. Sie nimmt dem ernsten Thema Demenz die Schwere und zeigt uns, dass man mit einer gehörigen Portion Humor und kreativem Ums-Eck Denken verdammt viel bewältigen kann.
Einfach ein wunderbares Buch, sowohl für Betroffene als auch Unbedarfte, von einer Autorin, die lange mit Demenzkranken gearbeitet hat und trotzdem ihre Unvoreingenommenheit und Spontanität augenscheinlich nicht verloren hat.
Lilli33
empfiehlt:





Der Bademeister ohne Himmel
von Petra Pellini
Berührende Coming of Age Story
Inhalt:
Linda ist fünfzehn und fühlt sich in ihrem Leben nicht zu Hause. Am liebsten würde sie alles hinschmeißen und vor ein Auto laufen. Aber noch wird sie gebraucht: von dem jüngeren Kevin, der sich tierische Sorgen um die Welt macht, und dem alten Hubert, der dement in seiner eigenen Welt vor sich hin lebt.
Meine Meinung:
Linda habe ich bereits auf der ersten Seite in mein Herz geschlossen, ebenso wie Kevin, Hubert und Ewa, dessen polnische Pflegerin. Warum sich Linda allerdings mit Selbstmordgedanken trägt, ist für mich nicht klar geworden. Sicher, es läuft nicht alles rund in ihrem Leben. Schule und Elternhaus könnten es besser mit ihr meinen, aber etwas wirklich Dramatisches ist ihr nicht passiert. Für eine Depression wirkt sie auf mich durchweg zu gut drauf, entschlossen, zupackend. Aber ich muss zugeben, ich kenne mich da nicht wirklich aus. Mir kam Linda eher wie ein ganz normaler, leicht rebellischer Teenager vor, der eine ehrenvolle Aufgabe übernommen hat.
Es hat mich sehr berührt, wie Linda sich einfühlsam und ideenreich um den dementen Hubert kümmert, wie sie in der patenten und außergewöhnlichen Ewa eine Freundin findet. Zusammen bemühen sich Linda und Ewa sehr liebevoll um Hubert, auch wenn es nicht immer leicht ist. Hier denke ich, dass sich manch Angehörige*r von an Demenz Erkrankten eine Scheibe abschneiden und ein paar Ideen holen könnte.
Der Schreibstil ist sehr ansprechend, jugendlich leicht und mitreißend. Es wird aus Lindas Ich-Perspektive erzählt, sodass man ganz nah an der Protagonistin durch die Handlung geführt wird. Petra Pellini hat viel Erfahrung in der Pflege demenzkranker Menschen. Das merkt man hier sehr deutlich.
Fazit:
Eine berührende Geschichte um Leben und Sterben, die ich gerne weiter empfehle.
