Kundenrezensionen
Ryria
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
Eine Bibliothek der Erinnerungen und zwei Mädchen, die zu unterschiedlichen Zeiten dort zu Zeithütern werden. Diese entscheiden, welche Erinnerungen im Gedächtnis der Menschheit bestehen bleiben, eine ebenso faszinierende wie gefährliche Fähigkeit. Was folgt ist ein schöner Mix aus Ausflügen in vergangene Epochen, viel Fantasie und Emotionen, Politik und Spionage und zuletzt auch ein wenig Liebe.
Für mich lag die Stärke dieses Buches hauptsächlich in seiner Grundidee sowie der geschaffenen Atmosphäre. Es wird alles eher ruhig erzählt ohne "klassische" Spannung, mit einem leicht poetischen Schreibstil. Man kann gut in diese Welt der Erinnerungen und Bücher eintauchen, verliert dabei aber auch nie den Bezug zu der Realität und den uns bekannten historischen Ereignissen.
Dies führt jedoch auch dazu, dass manche Passagen dann doch etwas langsam erscheinen, dies hat mich jedoch nicht übermäßig gestört.
Das Grundkonzept war schön umgesetzt, allerdings war nicht immer alles sehr eindeutig, besonders hinsichtlich der magischen Elemente. Dies war vor allem zu Beginn des Buches manchmal noch etwas verwirrend und beim Lesen ging es mehr um die hervorgerufene Stimmung als um das komplette Verstehen.
Dafür hat die Geschichte gut zum Nachdenken angeregt, man konnte immer wieder mal innehalten und die Worte auf sich wirken lassen.
Eine schöne und interessante Geschichte, der jedoch noch das gewisse Etwas fehlt.
Niko
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
„Das Buch der verlorenen Stunden“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Hayley Gelfuso.
Ich möchte da unbedingt die Gestaltung loben. Sowohl die Umschlagfolie als auch das Hardcover sind wunderschön in passenden Farben gestaltet.
Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich gut, berührend, bildhaft und sehr atmosphärisch. Die Autorin legt großen Wert auf kleine Sprüche, die eine große Wirkung haben. Die Geschichte ist emotional und verfolgt zwei Erzählstränge, die sich am Schluss wieder vereinen.
Die 11jährige Lisavet wird im Jahr 1938, in der Kristallnacht, von ihrem Vater, ein jüdischer Uhrmacher, in einer geheimer Bibliothek versteckt. Lisavet wird langsam erkennen, dass das ein Ort außerhalb der Zeit und Raum ist und ist bewahrt von Zeithütern, die entscheiden können, welche Erinnerungen in Bücher aufbewahrt und welche ausgelöscht werden. Diese Idee hat mich sofort fasziniert und gibt dem Buch eine magische Atmosphäre.
Auf einer anderen Ebene kennen wir Amelia, Moira und Ernest im Jahr 1965 und wir bekommen langsam Hinweise, wer die anderen Charaktere sind und was zwischen 1938 und 1965 passiert ist. Dieser Teil hat ein eiliges Tempo, war spannender und hat sich für mich wie ein Thriller angefühlt.
Ich fand die Charaktere in diesem Buch glaubhaft und konnte ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sehr interessant habe ich gefunden, wie man für die gleiche Figur in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Gefühle entwickeln kann.
Das zentrale Thema des Buches sind die Erinnerungen und rund um dieses Thema wird sehr viel philosophiert: wer entscheidet was wir uns erinnern, gehören die Erinnerungen uns selbst oder sind Teil der Gemeinschaft, wo alle Zugriff haben dürfen, wie ethisch ist es, Erinnerungen zu manipulieren, was passiert mit der Geschichte, wenn die Erinnerungen manipuliert werden, wie stark können wir uns an Erinnerungen verlassen, usw. Ich finde dieser philosophischen Teil, den historischen Hintergrund, den Zweiten Weltkrieg, sehr passend.
Es werden auch andere Themen besprochen, wie Identität, Zeit, Liebe, Familie, Geschichte und die Macht von Geschichten.
Es gibt Zeitsprünge und zwei Erzählstränge, man muss sich zurechtfinden, wo man in Raum und Zeit im Buch ist und dann ist man mit vielen Fragen konfrontiert. All das macht das Buch etwas anspruchsvoll, aber genau deshalb finde ich das Buch lesenswert.
Fazit:
Mir hat das Buch besonders gut gefallen, auch wenn ich von Genre es nicht gut einordnen konnte. Das Buch eignet sich gut für alle, die Fantasy Geschichten mit historischem Hintergrund mögen und für alle, die Geschichten mit Tiefe mögen, die Fragen stellen und nachdenklich machen. Aus meiner Seite bekommt das Buch auf jeden Fall 5*+
Niko
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
„Das Buch der verlorenen Stunden“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Hayley Gelfuso.
Ich möchte da unbedingt die Gestaltung loben. Sowohl die Umschlagfolie als auch das Hardcover sind wunderschön in passenden Farben gestaltet.
Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich gut, berührend, bildhaft und sehr atmosphärisch. Die Autorin legt großen Wert auf kleine Sprüche, die eine große Wirkung haben. Die Geschichte ist emotional und verfolgt zwei Erzählstränge, die sich am Schluss wieder vereinen.
Die 11jährige Lisavet wird im Jahr 1938, in der Kristallnacht, von ihrem Vater, ein jüdischer Uhrmacher, in einer geheimer Bibliothek versteckt. Lisavet wird langsam erkennen, dass das ein Ort außerhalb der Zeit und Raum ist und ist bewahrt von Zeithütern, die entscheiden können, welche Erinnerungen in Bücher aufbewahrt und welche ausgelöscht werden. Diese Idee hat mich sofort fasziniert und gibt dem Buch eine magische Atmosphäre.
Auf einer anderen Ebene kennen wir Amelia, Moira und Ernest im Jahr 1965 und wir bekommen langsam Hinweise, wer die anderen Charaktere sind und was zwischen 1938 und 1965 passiert ist. Dieser Teil hat ein eiliges Tempo, war spannender und hat sich für mich wie ein Thriller angefühlt.
Ich fand die Charaktere in diesem Buch glaubhaft und konnte ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sehr interessant habe ich gefunden, wie man für die gleiche Figur in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Gefühle entwickeln kann.
Das zentrale Thema des Buches sind die Erinnerungen und rund um dieses Thema wird sehr viel philosophiert: wer entscheidet was wir uns erinnern, gehören die Erinnerungen uns selbst oder sind Teil der Gemeinschaft, wo alle Zugriff haben dürfen, wie ethisch ist es, Erinnerungen zu manipulieren, was passiert mit der Geschichte, wenn die Erinnerungen manipuliert werden, wie stark können wir uns an Erinnerungen verlassen, usw. Ich finde dieser philosophischen Teil, den historischen Hintergrund, den Zweiten Weltkrieg, sehr passend.
Es werden auch andere Themen besprochen, wie Identität, Zeit, Liebe, Familie, Geschichte und die Macht von Geschichten.
Es gibt Zeitsprünge und zwei Erzählstränge, man muss sich zurechtfinden, wo man in Raum und Zeit im Buch ist und dann ist man mit vielen Fragen konfrontiert. All das macht das Buch etwas anspruchsvoll, aber genau deshalb finde ich das Buch lesenswert.
Fazit:
Mir hat das Buch besonders gut gefallen, auch wenn ich von Genre es nicht gut einordnen konnte. Das Buch eignet sich gut für alle, die Fantasy Geschichten mit historischem Hintergrund mögen und für alle, die Geschichten mit Tiefe mögen, die Fragen stellen und nachdenklich machen. Aus meiner Seite bekommt das Buch auf jeden Fall 5*+
Sago
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
"Wer zu genau weiß, welchen Kurs die Zeit einschlägt, bevor die Dinge tatsächlich geschehen, bürdet sich nur Qualen auf. Schließlich ist nichts so gefährlich wie das Leben. Nicht einmal der Tod. Nicht einmal die Erinnerungen."
Auf der Flucht vor den Nazis gerät die junge Lisavet in eine riesige Bibliothek, jenseits von Zeit und Raum. Bald lernt sie, dies ist der Zeitraum, der Erinnerungen in Büchern aufbewahrt. Doch die Geschichte wird von Siegern geschrieben und selbst im Zeitraum herrscht ein Kampf darum, welche Erinnerungen überdauern werden. Als Lisavet den Zeithüter Ernest trifft, geraten nicht nur die beiden in Gefahr, sondern es geht um die Zukunft des Zeitgefüges selbst...
Die Geschichte enstspinnt sich auf zwei Ebenen, die raffiniert ineinander verwoben sind und tiefgründige Fragen aufwerfen, die durch fantastische Elemente illustriert werden. Zusätzlich gibt es Merkmale eines Spionageromans. Stories, die sich einer herkömmlichen Klassifizierung entziehen, bleiben oft am längsten im Gedächtnis.
"Azrael hatte unrecht, dachte sie. Nicht zu lieben war das Gefährlichste, was es gab. Sondern zu lieben."
Anndlich
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
Lisavets Vater Ezekiel versteckt seine Tochter in einem dunklen Raum, um sie vor den Geschehnissen der Zeit zu schützen. Lisavet findet sich in einer riesigen Bibliothek wieder in der Raum und Zeit nicht existiert und in der die menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Kaum jemand weiß von diesem Ort oder wie man zu ihm gelangt. Nur die Zeithüter bestimmen darüber, welche Erinnerungen erhalten bleiben und welche für immer ausgelöscht werden.
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso kann mit einem unheimlich guten Schreibstil überzeugen und schafft es innerhalb weniger Seiten einen in die Geschichte zu begleiten. Dabei erleben wir diese in zwei Perspektiven bzw. Zeiträumen, die Vergangenheit um Lizavet und ihre Existenz an einem besonderen Ort und die Gegenwart, bei der vor allem die Teenagerin Amelia im Fokus steht.
Die beiden Stränge waren für mich auf gleiche Weise unterhaltsam, zeitweise hatte der eine Strang mehr Potenzial als der andere und andersrum. Die Figuren waren gut durchdacht, wobei man als Leser:in schnell die Zusammenhänge erkennt und kaum überrascht wird. Besonders eine Protagonistin hat mir das Lesen jedoch erschwert, da ich sie nicht sympathisch empfand und ihre Handlungen kaum nachvollziehen konnte. Da sie eine größere Rolle einnimmt (die ich aus Gründen nicht genauer beschreiben kann), hat mir das auf die komplette Geschichte etwas genommen.
Außerdem ist es wie so oft mit Geschichten über Zeitreisen o.ä. und ich konnte manche Dinge nicht in einer Logik unterbringen. Das kann auf eine Weise umgesetzt sein, die weniger unstimmig wirkt oder wie hier, doch einige Fragezeichen mit sich bringt.
Am Ende war Das Buch der verlorenen Stunden für mich eine Geschichte, die vieles positives hatte, aber bei dem ich gedanklich immer wieder das ‚aber‘ mitdenke. „Die Geschichte ist gut, aber…“, „die Idee gefiel mir, aber…“,… und so sind es am Ende für mich gute drei Sterne.
gabiliest
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
“Das Buch der verlorenen Stunden“, der Debütroman der Autorin Hayley Gelfuso, wirft zu Anfang eine philosophische Frage auf, die heute auch Wissenschaftler noch nicht beantworten können: Was geschieht mit unseren Erinnerungen, kann man sie verändern und manipulieren? Welche sind es wert, erhalten zu bleiben? Diesem interessanten Thema entspricht die hochwertige Ausstattung des Buches mit Goldprägung des Buchumschlages und der Abbildung des Zeitraums, einer Bibliothek, in der die Erinnerungen der Menschheit aufbewahrt werden.
Der Roman hat zwei sehr unterschiedliche Handlungsstränge und Zeitebenen.
Die Geschichte beginnt 1938 in der Reichskristallnacht, als ein jüdisches Mädchen, Lisavet, von ihrem Vater, einem Zeithüter, in den Zeitraum gebracht wird. Dort ist sie vor Verfolgung sicher. Doch dort ist sie auch gefangen, denn der Vater kommt nicht zurück. In dieser Falte der Zeit gelten keine realen Regeln und Bedürfnisse, doch Lisavet gelingt es, in die Erinnerungen anderer Menschen einzutauchen und dort mitzuleben. Nur Zeithüter, meistens Agenten der jeweiligen Regierungen, können den Zeitraum betreten. Sie vernichten unliebsame Erinnerungen, doch Lisavet setzt alles daran, diese Erinnerungen zu retten. Als sie eines Tages einem amerikanischen Zeithüter, Ernest, begegnet, ändert sich Lisavets Leben und sie überlegt erstmals, den Zeitraum zu verlassen.
Im zweiten, 1952 beginnenden Handlungsstrang versucht Moira, eine in Diensten des CIA stehende Agentin und skrupellose Mörderin, ein junges Mädchen, Amelia, zu schützen. Denn Amelia soll im Zeitraum Lisavets gerettete Erinnerungen finden.
Als sich beide Handlungsstränge vereinen, entsteht eine phantastische Geschichte, die jedoch starke Brüche in Sinn und Inhalt aufweist. Der Roman, am Anfang durch die junge Protagonistin durchaus für Jugendliche und junge Erwachsene geeignet, wird zu einem, allerdings nicht mit Bedacht ausgearbeiteten, Agententhriller. Die Wandlung in den Charakteren der Figuren ist schwer nachvollziehbar, eine eingebaute schwierige Liebesgeschichte bringt einen unerwarteten Plottwist. Das Buch nimmt sowohl oberflächlich auf den kalten Krieg Bezug als auch auf historische und wissenschaftliche Fakten, die jedoch zur Erklärung des Geschehens kaum etwas beitragen können.
Haley Gelfuso hat mit “ Das Buch der verlorenen Stunden” einen Roman geschrieben, der mit einer der großen Fragen der Menschheit beginnt, eine schön ausgearbeitete Geschichte, die auf ein jüdisches Schicksal hinweist, ohne jedoch näher auf die Gräueltaten der Nazis einzugehen. Hier zeigt sich die durchaus nachvollziehbare Entwicklung der Figur von Lisavet, die von moralischen und ethischen Grundsätzen in ihren Handlungen geleitet wird. Der Schreibstil der Autorin ist in diesem Abschnitt klug, empathisch und manchmal poetisch, denn Lyrik spielt eine bedeutende Rolle.
Kalte Sachlichkeit und Gewalt prägt den Wechsel des Genres zu einem Agententhriller und zu der Figur von Moira, die dem Charakter von Lisavet diametral entgegengesetzt agiert. Zu unstimmig entwickelt sich die Handlung, zu durchsichtig sind die Argumente, mit denen Moira ihre Taten rechtfertigt.
Auch wenn des Buch einen positiven, versöhnlichen Schluss bietet, der es den Lesenden überlässt, ihn der Fiktion oder der Realität zuzuschreiben, hält für mich dieser Roman in seiner Gesamtheit leider nicht, was der gelungene Anfang der Buches versprochen hat. Doch stimme ich aus vollem Herzen der Autorin zu, die in ihrem Nachwort betont, dieses Buch für all jene geschrieben zu haben, die so gut wie vergessen sind. Daher bewerte ich den Roman mit vier Sternen.
gerlisch
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
Lisavets Familie ist jüdisch und als sie in Reichskristallnacht bedroht werden, wird sie von ihrem Vater im Zeittunnel versteckt, dies ist ein riesiger Raum voll mit Büchern in denen Erinnerungen aufbewahrt werden. Dort verbringt sie Jahre ihres Lebens und trifft dort immer wieder auf Zeithüter, die diese Bücher zerstören wollen. Lisavet macht es sich zur Aufgabe diese Erinnerungen zu retten.
In unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die Autorin von Lisavets diversen Reisen durch Zeit und Raum. Die einzelnen Erzählstränge sind geheimnisvoll und düster und verbinden sich nach und nach zu etwas Gefährlichem.
Die Mischung aus mehreren Genres macht diese Geschichte zu etwas Besonderen. Reales historisches Geschehen trifft auf Romance und Fantasy verknüpft mit CIA-Agenten-Vibes. Der Schreibstil ist fesselnd und gut zu lesen, aber die Geschichte ist anspruchsvoll und komplex. Ein interessanter Storyaufbau, man muss sich aber auf die Geschichte einlassen um komplett in ihr abtauchen zu können.
Geradezu philosophische Sätze bringen den Leser dazu über Erinnerung und die Zeit nachzudenken. Die Vorstellung, dass unsere Erinnerung in Bücher gesammelt und somit aufbewahrt werden können ist magisch. Die immer mal wieder eingeschobenen wunderschönen, zu Herzen gehenden Zitate regen zum Nachdenken an.
Die Story brachte einiges an Anlauf um Tempo aufzunehmen, dafür waren die Handlungen zum Ende mehr gerafft und für meinen Geschmack zu schnell erzählt. Für das große Finale hätten es gerne ein paar Seiten mehr sein dürfen. Ein bewegendes Leseerlebnis.
Pusteblümchen
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
Die elfjährige Lisavet lebt mit ihrem Vater Ezekiel über dessen Uhrengeschäft. In der Reichspogromnacht schützt Ezekiel seine Tochter indem er sie in einer geheimnisvollen Bibliothek versteckt, in der die Erinnerungen der Menschen bewahrt werden. Damit befindet sich Lisavet an einem Ort außerhalb von Raum und Zeit. Während sie auf ihren Vater wartet, merkt sie, dass sie Zeithüter nicht alle Erinnerungen bewahren, sondern auch welche zerstören. Sie beginnt diese aufzuschreiben, damit sie nicht verloren gehen.
Es ist total spannend zu lesen wie Lisavet durch die Erinnerungen streift und zu erfahren, wie unterschiedlich die bewahrten Erinnerungen der Menschen sind.
Allerdings lässt sich das Buch nicht leicht lesen, da die Handlung recht komplex ist und es auch immer wieder zum Nachdenken anregt. Es ist eine ganz ungewöhnliche Mischung aus Historischem, Fantastischen, Lovestory, Spannung und Gesellschaftskritik mit einem grandiosen Setting.
Die Autorin hat ihre Charaktere gut ausgearbeitet, so dass sie authentisch wirken.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat mich der Roman total gepackt und ich habe mich komplett darin verloren. Es ist der perfekte Lesestoff für Buchliebhaber, Fans von historischen Romanen aber auch auch für Liebhaber von magischen, fantastischem Lesestoff. Ich denke, dass dieses vielschichtige Buch eine sehr breite Leserschaft anspricht und empfehle es gerne weiter.
LeserinLu
empfiehlt:





Das Buch der verlorenen Stunden
von Hayley Gelfuso
„Das Buch der verlorenen Stunden“ verbindet eine ernste historische Grundlage mit einer märchenhaft anmutenden Fantasy-Idee und einer Liebesgeschichte – und genau dieser ungewöhnliche Mix hat für mich sehr gut funktioniert. Der Einstieg ist stark: Die junge Lisavet, die im Deutschland der 1930er Jahre vor den Nationalsozialisten fliehen muss, gelangt dank ihres Vaters in eine zeitlose Bibliothek, in der sämtliche menschlichen Erinnerungen in Büchern festgehalten sind. In den USA der 60er Jahre lernt man parallel Amelia kennen, deren Onkel unter mysteriösen Umständen im Kontext des Kalten Krieges gestorben ist. Schon dieses komplexe Setting mit verschiedenen Zeit- und Handlungssträngen, die nach und nach zusammengeführt werden, hat mich sofort gepackt, obwohl ich normalerweise kein Fantasy lese.
Der Roman liest sich atmosphärisch und flüssig, manchmal fast wie ein Jugendbuch – vermutlich auch, weil die zentralen Figuren jung sind. Lisavet und Amelia fand ich beide spannend, aber bewusst rätselhaft angelegt. Im Verlauf des Romans wird die Handlung zunehmend spannender und der Genremix bleibt abwechslungsreich, ohne überladen zu wirken. Insgesamt mochte ich die Mischung aus historischem Stoff, Fantasy-Elementen und Romantik. Der Roman greift wichtige Themen auf: Zensur, Verantwortung, Erinnerungskultur und die Frage, wer eigentlich bestimmt, was eine Gesellschaft erinnert und was verschwinden soll. Das macht ihn für mich sehr aktuell.
Optisch verdient das Buch ebenfalls Lob: Einband und Umschlag sind liebevoll gestaltet und passen gut zur Thematik. Insgesamt war es für mich ein atmosphärischer, gut lesbarer Roman mit origineller Grundidee und inhaltlicher Tiefe - für alle, die Lust auf eine ungewöhnliche Mischung aus Geschichte, Fantasy, Liebe und philosophischen Fragen haben, auf jeden Fall lohnenswert.
