Kundenrezensionen von gerlisch





Lucifer Ascending – One Sinful Secret
von Marie Niehoff
Edinburgh als Schauplatz verleiht der Geschichte eine kühle, mystische Grundstimmung, die perfekt zur Akademie der Dämonenjäger passt. Die Atmosphäre ist durchgehend düster und oft bedrohlich. Spannend ist auch der Kontrast zwischen der magischen Welt und ganz normalen Dingen wie Handys, Waschmaschinen oder Fahrrädern, dadurch wird das Setting greifbar.
Der Roman lebt von einer permanenten unterschwelligen Gefahr, die sich durch jede Szene zieht. Es geht um Rache, Macht, Kontrolle und Verführung. Auch die Figuren und ihre Entscheidungen sind moralisch nicht ganz einfach, was die Geschichte besonders reizvoll macht. Wer morally grey Charaktere liebt, kommt hier voll auf seine Kosten.
Lilian ist eine unglaublich sympathische Protagonistin. Trotz ihrer Herkunft und ihres schmerzhaften Weges zeigt sie Stärke, Widerstandskraft und eine Entwicklung, die man gern verfolgt. Die Dynamik zwischen ihr und Jupiter ist ein echtes Highlight, seine Fürsorge, seine Loyalität und seine ruhige Präsenz sorgen für emotionale Momente, die beim Lesen richtig warm machen.
Und dann kommt Lucifer ins Spiel – und plötzlich kippt die Stimmung. Er bringt Knistern, Versuchung und schwerwiegende Entscheidungen mit sich. Die Dreiecks Dynamik bleibt dabei nie oberflächlich, sondern intensiv und vielschichtig.
Der Schreibstil ist absolut fesselnd, spannende Szenen, unterschwellige Bedrohung und humorvolle Dialoge, die die Düsternis auflockern. Diese Mischung sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legt und definitiv Lust auf die Fortsetzung macht.





Firewatch
von Colin Hadler
Firewatch ist von der ersten Seite an fesselnd, ein perfekter Mix aus Thriller, Suspense und einer queeren Lovestory, die mich mit Feingefühl und Atmosphäre überzeugt hat.
Der Roman lebt von seinem starken Aufbau: Durch die Rückblenden lernen wir Aaron kennen, während der Gegenwartspart Robin gehört. Dieser Wechsel zwischen Zeitebenen und Perspektiven sorgt für eine permanent steigende Spannung. Jede Szene öffnet neue Fragen, jede Enthüllung zieht die nächste nach sich.
Die Liebesgeschichte ist queer, sensibel erzählt und emotional vielschichtig. Sie wirkt nie aufgesetzt, sondern ist perfekt in die Handlung eingebettet. Besonders gelungen ist die dort geschaffene Atmosphäre, die ein ständiges Knistern erzeugt, aber den Suspense nicht in den Hintergrund drängt.
Der Mix aus Thriller und Lovestory hat mir unglaublich gut gefallen, das hat der Autor gewöhnlich gut umgesetzt. Die Spannung bleibt klar im Vordergrund, aber die emotionalen Momente geben der Geschichte Tiefe und Menschlichkeit.
Die Charaktere sind komplex. Robin hat mir hier am besten gefallen, von Trauer, Wut und innerer Zerrissenheit geprägt, aber gleichzeitig stark und berührend authentisch. Kian bleibt lange undurchsichtig, was ihn unglaublich spannend macht. Auch die Nebenfiguren wirken lebendig und tragen zur Dichte der Handlung bei.
Ein Buch, das man kaum aus der Hand legt und das noch lange nachhallt.





Empire of Whispers and Shadows
von Ursa Jaumann
Empire of Whispers and Shadows erzählt eine intensive, düstere Geschichte, in der Saya und Teno um einen Platz in der Schattenarmee des Gottkaisers kämpfen. Dafür müssen sie sieben lebensgefährliche Prüfungen bestehen und das nur gemeinsam.
Die Geschichte wird durch wechselnde POVs erzählt, Saya, auf der Straße groß geworden, ist mutig, wachsam und misstrauisch. Und Teno, der aus gehobenen Verhältnissen stammt, aber genauso von Verlust gezeichnet ist. Beide leiden noch unter dem Tod ihrer Eltern, was ihren Entscheidungen und Reaktionen spürbare Tiefe verleiht.
Die Dynamik zwischen ihnen ist eindeutig enemies to lovers, anfangs explosiv, mit verletzenden Dialogen und voller Reibung. Der Übergang von Hass zu Anziehung ist zwar vorhersehbar, aber glaubwürdig erzählt und sorgt für eine starke Energie zwischen den beiden. Nur manche Emotionen haben mich nicht ganz erreicht, da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
Besonders gefallen hat mir das Worldbuilding, Ein japanisches Setting, das mit Katanas, Tantos und Shuriken, blutigen Kämpfen und einer bedrohlichen Atmosphäre lebendig wirkt. Der Schreibstil ist fesselnd, bildhaft und treibt die Handlung stetig voran, sodass die Geschichte zu keiner Zeit langweilig ist.
Nicht so gut gefallen hat mir das Magiesystem, es ist etwas vage dargestellt. Es wirkt interessant, aber nicht vollständig erklärt, sodass man sich an manchen Stellen mehr Klarheit wünscht.
Trotz kleiner Schwächen ein toller Romantasy-Auftakt.





Annie Knows Everything
von Rachel Wood
Die Produktmanagerin Annie verliert ihre Stelle in einem Tech-Start-up in New York, doch ihre Freundin Carrie organisiert ihr einen neuen Job, für den sie weder Erfahrung noch Selbstvertrauen besitzt. Während sie versucht, sich mit Charme und Chaos durchzuschlagen, wird ausgerechnet ihr neuer Chef zur größten Herausforderung, beruflich wie emotional.
Annie ist selbstbewusst, liebenswert chaotisch und stolpert mit voller Wucht in einen Job, bei dem ich selbst irgendwann nicht mehr wusste, was sie da eigentlich macht. Die Tech‑Welt war für mich ein einziges Fragezeichen, aber genau das hat ihren Charme ausgemacht.
Der Schreibstil ist super flüssig, die humorvollen Szenen haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Nach einem vielversprechenden Start wurde der Mittelteil etwas langatmig, doch zum Ende hin hat mich die Story richtig gepackt.
Connor wirkte anfangs distanziert, aber sein knuddeliger Charakter mit weichem Kern hat mich für sich eingenommen. Die Nebenfiguren sind abwechslungsreich und bringen Farbe in die Handlung.
Mir hat ein bisschen die emotionale Tiefe gefehlt, da wäre noch Luft nach oben gewesen.
Ein unterhaltsamer, warmherziger Roman mit Chaos und Charme, perfekt für alle, die RomComs lieben.





Das Signal
von Ursula Poznanski
Im Zentrum dieser Geschichte steht die Innenarchitektin Viola Decker, die nach einem schweren Unfall ein Bein verliert. Viola kämpft nicht nur mit ihrem körperlichen Handycap, sondern auch mit einem Ehemann, der sie liebevoll umsorgt, vielleicht zu liebevoll. Schon früh wird spürbar, dass Adam sie in ihrem Lernprozess eher bremst als unterstützt, und dieses merkwürdige Verhalten lässt sofort Alarmglocken schrillen.
Viola selbst ist eine faszinierende Figur, nach außen hin zurückhaltend, verletzlich, fast naiv, doch unter dieser Oberfläche steckt eine Frau, die scharf beobachtet, strategisch denkt und moralisch einen nicht ganz einwandfreien Charakter hat. Aber das macht ihre Figur so spannend. Sie wird unterschätzt, vor allem von Adam. Mit GPS Trackern beginnt sie ein Katz-und-Maus-Spiel und kommt so einigen Wahrheiten auf die Spur, doch auch sie hat ein Geheimnis.
Violas Zuhause wir mehr und mehr zu einem Gefängnis für sie und verstärkt die klaustrophobische Stimmung. Der Plot ist raffiniert konstruiert, voller Wendungen und subtiler Hinweise. Ursula Poznanski hat einen absolut fesselnden Schreibstil und die gut ausgefeilte Story mit einem hohen Spannungsbogen hat mich nicht mehr losgelassen.





Nightweaver
von R. M. Gray
Der Leser wird ohne Vorwarnung in eine dramatische Seeschlacht hineingezogen, in der das Schiff Lightbringer und die Piratenfamilie Oberon um ihr Leben kämpfen. Der Tod von Asters Bruder versetzt sie in eine düstere, schmerzhafte und wütende Stimmung.
Die Geschichte wird aus Asters Perspektive erzählt. Nachdem sie und ihre Familie gefangengenommen werden, finden sie sich auf dem Anwesen der Nightweaver wieder, doch trotz der scheinbaren Sicherheit, die ihnen dort geboten wird, bleibt Aster misstrauisch. Selbst Will, der Nightweaver, der ihr das Leben rettet, kann ihr Vertrauen nicht gewinnen. Denn Menschen und Nightweaver sind Feinde.
Blutige und brutale Auseinandersetzungen, Machtspiele und der ständige Konflikt zwischen Menschen und Nightweavern schaffen eine beklemmende, aber faszinierende Atmosphäre. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, Asters Trauer und ihren inneren Kampf sehr emotional darzustellen.
Die Welt von Nightweaver ist reich an Mythen und Fantasy-Wesen. Allerdings kann die Vielzahl an Begriffen und Figuren anfangs überfordern. Trotz des Stammbaums der Familie Oberon bleiben manche Charaktere eher schemenhaft und schwer greifbar.
Die Geschichte bietet zahlreiche Wendungen, die immer wieder überraschen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass vielleicht zu viel in die Handlungen gepackt wurde. Manches hätte mehr Raum verdient.
Die Romance ist Slow Burn und eher Nebensache, der Fokus liegt eher auf den Konflikten zwischen Menschen und Fantasywesen.
Ein Düsteres Fantasy-Abenteuer mit starken Mythen und intensiven Konflikten. Etwas überladen, aber absolut packend.





A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
von Sophie Jordan
Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Tamsyn, als Findelkind in die königliche Familie des Landes Penterra aufgenommen, wächst zwar wie eine Prinzessin auf, doch ihr Weg ist alles andere als märchenhaft, immer wenn Ihre Schwestern etwas angestellt haben, muss sie als Prügelmädchen herhalten. Was sie ertragen muss, ging mir richtig unter die Haut.
Und dann ist da noch die Zwangsheirat mit Fell, der Bestie. Zwei starke Charaktere, die sich im Laufe der Handlung beeindruckend weiterentwickeln und deren Dynamik mich absolut gefesselt hat. Zwischen ihnen knistert es heftig, auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Gefühl gewünscht hätte.
Die Welt selbst ist düster, voller Intrigen, Geheimnisse und überraschender Twists. Besonders die Hintergrundgeschichte über die angeblich ausgerotteten Drachen und Hexen verleiht der Handlung eine epische Tiefe, die mich komplett in die Seiten gezogen hat.
Auch wenn man früh ahnt, wohin die Reise geht, verliert die Story nie an Spannung. Ich bin komplett abgetaucht und wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
Fesselnd, atmosphärisch, emotional – für Romantasy-Fans sehr zu empfehlen.





This Story Might Save Your Life
von Tiffany Crum
Joy und Benny sind beste Freund und betreiben gemeinsam einen erfolgreichen Podcast. Als Joy und ihr Ehemann plötzlich verschwinden, gerät Benny ins Visier der Polizei. Doch er lässt sich nicht unterkriegen und beginnt auf eigene Faust nach Antworten zu suchen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Joys und Bennys Sicht erzählt und durch Rückblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit kommen immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht. Schon früh stellt sich die Frage: Was ist Lüge, was ist Wahrheit und wie gut kennen sich zwei Menschen wirklich?
Der Schreibstil ist fesselnd und Tiffany Crum lässt die Leserinnen und Leser tief in die Gedankenwelt ihrer Charaktere eintauchen, was Tiefe und Nähe zu den Figuren erzeugt.
Trotz der spannenden Grundidee fehlte mir stellenweise das typische Thriller-Feeling. Einige Szenen wirkten nicht ganz ausgereift und hinterließen Fragezeichen, für meinen Geschmack hätten sie besser ausgearbeitet sein können.
Dennoch hat mich das Buch als tiefgründige, emotionale Story über Freundschaft, Liebe, Macht, Geheimnisse und eine toxische Beziehung gut unterhalten.





The Ordeals
von Rachel Greenlaw
Sophia de Winter ist durch einen Blutsbund an ihren Onkel den Sammler gebunden, der sie voll unter Kontrolle hat. Um auszubrechen muss sie unbedingt die Aufnahme an die altehrwürdige Killmarth Academy schaffen. Gefährliche Prüfungen warten auf sie, doch wer ist Freund und wer Feind?
Schon das Cover verspricht dunkle Geheimnisse und genau diese Stimmung zieht sich wie ein roter Faden durch die Story. Als Auftakt einer Romantasy und Dark Academia Reihe hat das Buch definitiv meinen Geschmack getroffen.
Das alte Magiesystem mit seinen vier Säulen - Alchemie, Botanik, Maskiererei und Illusion - fand ich richtig spannend. Die magischen Fähigkeiten der Figuren sind kreativ ausgearbeitet und machen Lust auf mehr. Beim Worldbuilding hätte ich mir allerdings noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, gerade weil die Welt so viel Potenzial verspricht.
Über allem schwebt eine bedrohliche Macht, die die Spannung konstant hochhält. Besonders zum Ende hin gab es einige Überraschungen, die mich wieder richtig abgeholt haben.
Sophia ist mutig, empathisch und sofort greifbar. Alden Locke dagegen bleibt lange geheimnisvoll, was die Dynamik zwischen den beiden umso reizvoller macht. Die Romance ist schön beschrieben, und bei jedem Aufeinandertreffen war sofort ein Knistern spürbar.
Beim Schreibstil blieb das Buch für mich etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Ich hätte mir bildgewaltigere Szenen gewünscht; manchmal schweiften meine Gedanken beim Lesen ab.
Ein atmosphärischer Reihenauftakt mit starker Magie, tollen Charakteren und einer prickelnden Romance. Für die Fortsetzung verspreche ich mir viel Potenzial.





Der Boss - Ist er ein Monster oder ein Genie?
von Iliana Xander
Schon die ersten Kapitel ziehen einen in eine düstere Villa voller unausgesprochener Drohungen. Natalie tritt ihren neuen Job an und landet mitten in einer Atmosphäre, die von Angst, Misstrauen und einem exzentrischen Boss geprägt ist. Die kurzen Kapitel, meist aus ihrer Perspektive, erzeugen Tempo und Nähe. Besonders die geheimnisvollen Abschnitte mit der Überschrift „Unbekannt“ sorgen für Gänsehaut und machen sofort klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.
Der Einstieg hat mich sofort gepackt: fesselnder Schreibstil, starke Atmosphäre, ein Setting, das einen komplett einsaugt. Doch je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr merkte ich, dass manche Szenen sprunghaft wirkten und Details nicht immer sauber ineinandergriffen. Das hat mich gelegentlich aus dem Lesefluss gerissen.
Natalie selbst ist ein spannender Charakter - forsch, frech und impulsiv. Anfangs mochte ich das sehr, später wurde es mir manchmal etwas zu viel. Dafür haben mir die ruhigeren Momente rund um ihre im Koma liegende Freundin richtig gut gefallen. Diese Szenen erden die Story und geben ihr emotionale Tiefe.
Ein Buch mit viel Potenzial, das besonders durch Atmosphäre und Spannung punktet. Trotz einiger holpriger Stellen lässt es sich schnell weglesen und bietet solide Unterhaltung für zwischendurch.









