Kundenrezensionen
Eternal-Hope
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Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
Besonders angesprochen hat mich bei diesem Buch das schöne Cover und dass ich insbesondere über den Vorgängerband der Autorin, "Die Unbändigen" schon viel Gutes gehört hatte.
Dieses Buch erzählt in wechselnden Erzählsträngen Ausschnitte aus dem Leben von zwei Schwesterpaaren zu verschiedenen Zeiten. Da gibt es die Zwillinge Mary und Eliza, die um 1800 aus Großbritannien nach Australien verschifft und dabei getrennt werden. Dann Lucy im Jahr 2019, deren Schwester Jess verschwunden ist. Jess wiederum lernen wir in der Vergangenheit kennen und erfahren mehr über ihre Geschichte.
Das Buch hat märchenhafte, mystische bis fantastische Elemente, da werden etwa Frauen plötzlich zu Meerjungfrauen. Das muss man mögen in so einem Buch. Ansonsten ist es solide Unterhaltung. Ich wurde mit den Figuren nicht sonderlich warm und habe auch die Sprache nicht sehr besonders gefunden, vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich sonst viele Bücher lese, die eher zur höherwertigen Literatur zählen, was dieses Buch nicht leisten können muss.
nessabo
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Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
Ich mochte das Debüt von Emilia Hart unglaublich gerne. Magischer Realismus, Hexen und weibliche Wut sind Elemente, die ich sehr zu schätzen weiß. In ihrem neuen Roman greift die Autorin auf vieles davon zurück und schafft es, einen würdigen Nachfolger zu schreiben, der aber doch nicht ganz mit der Stärke ihres Erstlings mithalten kann.
Was ich bei Hart wirklich sehr mag, ist ihre spannungsvolle und leicht lesbare Art zu schreiben. Mit den schon aus „Die Unbändigen“ bekannten mehreren Zeitebenen und Erzählperspektiven, die im weiteren Verlauf ineinanderfließen, gelingt ihr auch dieses Mal ein packendes und vor allem vielschichtiges Werk. Die Protagonistinnen der Vergangenheit und Gegenwart sind stets authentisch geschrieben.
Das neue Buch hat einen etwas anderen Fokus, der mir persönlich einfach weniger gut gefällt. In meiner Erinnerung ist das Debüt getrieben von den verschiedenen und doch geteilten Gewalterfahrungen der Frauen sowie deren Widerstand. Diese Elemente prägen die Handlung dieses Mal deutlich weniger. Patriarchale Gewalt ist auf jeden Fall auch hier Thema, aber die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte sowie der eigenen Andersartigkeit steht deutlich mehr im Zentrum. Dadurch ist der Aufbau etwas länger, auch wenn ich ihn keinesfalls als zäh bezeichnen würde.
Im Mittelteil gelingt es Hart dann wirklich hervorragend, ihre Lesenden in die Handlung einzusaugen. Lucys Recherche, begleitet von Jess’ Tagebuch, ist präzise und total spannend geschrieben. Manche Twists der Geschichte konnte ich erahnen, bei anderen ist mir buchstäblich die Kinnlade heruntergeklappt. Hart hat wirklich ein Händchen für Details!
Was mich weniger überzeugt hat, war die gewählte Ausgestaltung des magischen Realismus. Hier bekommt eher etwas Monsterhaftes Raum, während es im Debüt mehr um die Verbindung zu unserer pflanzlichen und tierischen Mitwelt ging. Der englische Originaltitel („The Sirens“) gibt einen deutlicheren Hinweis auf den Inhalt als der deutsche. Wer sich für diese mythische Figur interessiert, wird begeistert sein. Meins ist es nicht zu 100 % und doch fand ich die Geschichte bildhaft und packend geschrieben.
Emilia Hart ist eine sympathische Autorin, die sehr talentiert darin ist, vielschichtige und fantasievolle Geschichten mit viel Liebe zum Detail zu schreiben. Dabei bezieht sie auch immer klar Stellung zu feministischen und antikolonialen Kämpfen, besonders letztere sind in ihrem aktuellen Buch von Bedeutung. Hier fließen nämlich die Kolonisierungsgeschichten Irlands und Australiens zusammen. Für ihre Sensibilität, die sich schon im Vorwort des Romans zeigt, schätze ich die Autorin wirklich sehr.
„Unbeugsam wie die See“ ist mystischer und dunkler als sein Vorgänger, doch nicht weniger emotional greifbar. Ich persönlich fand das Debüt stärker und würde es auch für den Einstieg empfehlen. Wer Hart schon kennt und mag, macht mit ihrem aktuellen Buch definitiv nichts falsch. Weibliche Solidarität und Kraft über die Jahrhunderte hinweg findet sich in beiden Werken.
4,5 Sterne
stina23
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Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
1800: Die Zwillingsschwestern Mary und Eliza werden verurteilt, einen Mann attackiert zu haben. Sie werden deshalb mit einem Gefangenenschiff von Irland ins Exil nach New South Wales deportiert. Die Überfahrt und die Aussicht darauf, was weibliche Sträflinge in Australien erwartet, ist für die jungen Frauen eine pure Folter.
1982: Ein Baby wird verlassen in einer Höhle am Meer gefunden. Der Retter des neugeborenen Mädchens, Baby Hope genannt, und seine Frau nehmen das Kind glücklich als ihres an. Sie müssen sich aber auch mit den Verleumdungen der australischen Presse auseinandersetzen.
2019: Lucy wird beim Schlafwandeln einem Kommilitonen, mit dem sie eine kurze Beziehung hatte, gegenüber gewalttätig. Sie flieht von der Uni, um bei ihrer Schwester Schutz zu suchen, da sie bemerkt, dass sie, obwohl sie von dem Mann im Internet bloßgestellt und daraufhin gemobbt wurde, keine Unterstützung erfährt.
Die drei Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt. Jeder für sich ist einnehmend und spannend. Die Frauen müssen jeweils in ihrer Zeit unheimlich viel Stärke beweisen, da sie sich patriarchalen Machtsystemen ausgeliefert sehen. Langsam werden die Geheimnisse, die die Frauen mit sich tragen, beleuchtet und gleichzeitig wird ersichtlich, wie sie und ihre Erlebnisse über die Jahrzehnte und Jahrhunderte miteinander verwoben sind. Schlussendlich entfaltet sich eine wunderschön erzählte Geschichte, in der ein Hauch Mystik mitschwingt und in der das Meer ein verbindendes Element ist. Seine Kraft, Schönheit, Sanftheit gepaart mit Rohheit und Ursprünglichkeit steht für die Frauen, die Weiblichkeit, die Unbeugsamkeit.
Mich konnte die Autorin von den ersten Seiten an begeistern. Sie findet schon im Vorwort sehr schöne respektvolle Worte. Der Schreibstil war für mich ausgesprochen angenehm und flüssig zu lesen und Emilia Hart findet die passenden Worte für die verschiedenen Epochen, von denen sie schreibt. Ihr Buch war eines von denen, die mich fesselten und das ich kaum weglegen konnte. Der Mix aus Fiktion, angelehnt an historische Ereignisse und dem Mystischen, Sagenhaften hat mit sehr gut gefallen. Für mich ein sehr gelungenes Buch!
Julchentim
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Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
Ich habe Emilia Harts erstes Buch Die Unbändigen geliebt, darum war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Auch hier gelingt es ihr, historische Dramatik mit Geheimnissen und Familiengeschichten zu verbinden. Besonders die beiden Zeitebenen haben mich sofort gepackt. Ob auf dem rauen Meer des 19. Jahrhunderts oder an der australischen Küste der Gegenwart, ich fühlte mich in beide Welten hineingezogen und konnte keine bevorzugen.
Die Schwestern im Zentrum der Handlung sind geprägt von Verlust und schweren Erfahrungen, doch ihre Verbindung gibt ihnen Halt. Hart zeigt das mit viel Feingefühl. Die Beschreibungen der Küste und die unheimliche Stimmung rund um das Meer sind eindringlich und verstärken die Wirkung der Geschichte.
Mir gefiel, wie sich die Geheimnisse Stück für Stück enthüllen und die Vergangenheit Einfluss auf die Gegenwart nimmt. Dass beide Handlungsstränge gleich stark wirken, ist für mich ein Pluspunkt, da ich oft mit geteilten Geschichten hadere.
Das Buch ist intensiv, manchmal bedrückend, aber immer fesselnd. Ich habe es gern gelesen und werde noch länger daran denken. Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Abschnitte waren sehr düster und belastend, dass mir das Lesen stellenweise etwas schwer fiel.
Miro
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Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
Gegenwart, 2019: Lucy erwacht aus einem schlafwandlerischen Albtraum und findet sich mit den Händen am Hals eines Kommilitonen, den sie offenbar gewürgt hat. Dazu gibt es natürlich eine Vorgeschichte, doch dass so viel Gewalt in ihr steckt, war ihr nicht bekannt. Vor Schreck flieht sie vom Campus und fährt quer durch Australien zu ihrer Schwester Jess an die Küste.
Dort erwartet sie der nächste Schreck, denn Jess ist unauffindbar, hat aber ihr Auto und ihr Handy zurückgelassen. Auf der Suche nach Antworten, findet Lucy eine Wahrheit, die sie nicht einmal erahnen konnte.
1999: Jess ist 16 Jahre alt und zutiefst verunsichert. Sie leidet an einer seltenen Wasserallergie, die ihre Haut blasen und Krater schlagen lässt. Dadurch fällt es ihr schwer, Anschluss zu finden. Sie vertieft sich in die Malerei und kommt dabei ihrem Kunstlehrer gefährlich nahe, eigentlich zu nahe.
Und dann lesen wir noch von Mary und Eliza, die im 19. Jahrhundert in Irland verurteilt wurden, weil sie sich gegen einen übergriffigen Mann zur Wehr setzten. Sie wurden des Landes verwiesen und auf ein Sträflingsschiff Richtung Australien verfrachtet. Auch ihre Mitgefangenen haben keine schweren Straftaten verübt, aber als Frauen in den patriarchalen Strukturen haben sie kaum Chancen.
Von Anfang an bergen alle drei Erzählstränge eine Menge Geheimnisse. Um die Frauen ranken sich seltsame Begebenheiten und man blickt nicht ganz durch, was es mit ihrer Haut auf sich hat, denn auch Mary und Eliza scheinen unter dieser Wasserallergie zu leiden. So zieht sich ein mysteriöses Element verbindend durch die Zeit, das erst ganz zum Schluss aufgelöst wird.
Als Leser*in dieses Buches sollte man für magischen Realismus aufgeschlossen sein. Sonst kann es sein, dass die Auflösung enttäuscht. Ich fand es spannend und durch das mystische Element wirkt die Geschichte einen besonderen Sog. Der Ruf des Wasser oder besser des Meeres wirkt wie Sirenengesang auf die Protagonistinnen, deren Schicksale sich trotz der trennenden Jahre doch sehr ähneln.
Tinimore
empfiehlt:





Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
Mit großen Erwartungen bin ich an Unbeugsam wie die See herangegangen, da ich Emilias Harts Debüt Die Unbändigen sehr geliebt habe. Ganz erfüllen konnte dieses Buch meine Hoffnungen zwar nicht, dennoch war es insgesamt ein schönes Leseerlebnis.
Die Geschichte spielt auf 3 Zeitebenen: Im Jahr 2019 flieht Lucy vor der Tatsache, dass sie schlafwandelnd ihren Ex würgte, an die Australische Küste zur ihrer Schwester. Doch wo ist ihre Schwester? 1999 erfahren wir aus den Seiten des Tagebuchs von Jess über ihren einsamen Alltag, sie fühlt sich ungeliebt und hat mit einer Wasserallergie zu kämpfen. Im Jahr 1800 sind die Zwillingsschwestern Mary und Eliza auf dem Weg über den Ozean ins Exil nach Australien. Was verbindet das Schicksal dieser Frauen?
Grundsätzlich gefallen mir Geschichten mit mehreren Zeitsträngen sehr gut, und auch der Beginn hat mich direkt gefesselt. Leider zog sich die Handlung im Mittelteil stark, sodass die Autorin mich dort fast verloren hätte. Zum Glück fand am Schluss alles wieder zusammen und die restlichen 20% waren dann sehr spannend und überraschend.
Ein Kritikpunkt betrifft die Sprache: Die Passagen im Podcast-Format klangen für mich nicht wie gesprochene Sprache, sondern eher wie sachliche Berichte. Ähnlich empfand ich die Tagebuchseiten, die wenig wie die Gedanken einer Teenagerin wirkten.
Trotz dieser Schwächen ist Unbeugsam wie die See eine magische Geschichte voller Geheimnisse. Vor allem Leser*innen, die gerne maritime Settings mögen, kann ich das Buch empfehlen.
EvaLiest
empfiehlt:





Unbeugsam wie die See
von Emilia Hart
Unbeugsam wie die See von Emilia Hart (Original: The Sirens, Ü: Julia Walther) hat mich als erstes aufgrund des schönen Covers angesprochen. Dann habe ich den Klappentext gelesen und auch das klang vielversprechend, also hab ich mich in die Lektüre gestürzt.
Die Handlung findet auf drei Zeitebenen statt: 1801 überqueren die Zwillinge Mary und Eliza als Gefangene das Meer von Irland nach Australien. 1999 navigiert Jess die Untiefen des Teenagerdaseins, was jedoch durch eine ominöse Wasserallergie verkompliziert wird. Und zwanzig Jahre später, 2019, flieht deren Schwester Lucy zu ihr, nachdem sie beim Schlafwandeln ihren Freund gewürgt hat.
Klingt abenteuerlich? Nunja, so richtig viel Abenteuer und Spannung war für mich leider nicht dabei und einige Passagen – vor allem in der ersten Hälfte des Buches – haben sich sehr gezogen. Die beiden großen Enthüllungen habe ich leider schon relativ früh vorhergesehen, sodass irgendwann wirklich die Luft raus war. Die Verbindung der verschiedenen Ebenen und einige Plotelemente finde ich sehr konstruiert und nicht immer glaubwürdig.
Darüber hinaus hat mich die Sprache davon abgehalten, tiefer in den Roman einzutauchen. Ob es die Übersetzung ist, oder der Text auch im Original teils unrund klingt, vermag ich nicht zu sagen. Insgesamt sind mir durchaus einige Stellen aufgefallen, an denen zumindest nicht idiomatisch übersetzt wurde. Das hat mich dann immer wieder aus der Lektüre gerissen und der Lesefluss war weg.
Die Idee des Romans gefällt mir nach wie vor gut, aber sie wurde für mich nicht überzeugend umgesetzt. Vielleicht habe ich auch einfach etwas anderes erwartet (mehr Fantasy, weniger Drama). Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus Lesende gibt, die das Buch zu schätzen wissen, und auch, dass man es sehr gut als Hörbuch hören kann.
2,5/5
