Kundenrezensionen
Wolle
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Dius
von Stefan Hertmans
„Dius“ handelt von einer Freundschaft zweier Männer, des Dozenten Anton und dem Studenten Dius. Zweiterer wirbt regelrecht um die Freundschaft des etwa zehn Jahre älteren Anton. Er bietet ihm ein Haus an, in dem er seine Hochschularbeiten vorbereiten kann. Zwischen den beiden entwickelt sich eine immer tiefere Verbundenheit.
Der Erzählstil des Romans wirkt sehr gemächlich und anschaulich und bestickt durch eine wunderschöne Sprache. Insgesamt besteht das Buch aus eher wenig Handlung, dafür aus umso mehr sprachlicher Erzählkunst. Wobei der Erzählstil aus der Sicht Antons auch immer etwas distanziert wirkt. Teilweise schweift die Handlung auch sehr in künstlerische Anschauungsweisen oder Landschaftsbeschreibungen ab.
Das Cover ist, ganz im Stil des Verlages, äußerst schlicht gehalten und zeigt ein Porträt eines jungen Mannes. Ich ging davon aus, dass hier Dius zu sehen ist.
Insgesamt ein sehr stimmungsvoller Roman, ohne Hektik oder große Sensationen, jedoch in einer unglaublich schönen Sprache verfasst mit tiefgreifenden Anschauungsweisen.
woolbooksandcoffee
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Dius
von Stefan Hertmans
Die Geschichte einer innigen und unkonventionellen Freundschaft, wobei das Wort Freundschaft hier fast zu kurz greift, zwischen Anton und seinem Studenten Dius, dem Protagonisten und Namensgeber der Geschichte. Die Stimmung bleibt über den Roman hinweg verzaubernd und besonders, die aus Antons Perspektive erzählte Geschichte spielt von Kunst und Interessen, welche vielleicht in der heutigen Gesellschaft nicht jeder teilt. In diesem Werk wirkt nichts belanglos, alles scheint eine Bedeutung zu haben. Eine fein skizzierte Geschichte, wobei vor allem die beiden Hauptcharaktere den Roman zu dem machen, was er ist. So ist es kein Buch zum "eben mal lesen", sondern eher eines, für das man sich Zeit und Ruhe nehmen muss. Ab und an habe ich das Lesen dadurch als fast anstrengend empfunden, alles in allem aber als sehr inspirierend. Ein intensives Buch mit Tiefgang, was lange nachhallt und sicherlich nicht so schnell vergessen wird!
Carmen19994
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Dius
von Stefan Hertmans
Mit „Dius“ erschafft Stefan Hertmans ein Buch, das lange nachklingt – wie ein Musikstück, dessen letzte Töne noch durch den Raum schweben, obwohl die Melodie verklungen ist. Im Zentrum steht Egidius Dius De Blaeser, ein charismatischer, verletzlicher und zugleich abgründiger Kunststudent, dessen Talent und innere Zerrissenheit die Handlung tragen. Hertmans gelingt es, eine Figur zu zeichnen, die man nicht so leicht vergisst.
Begegnungen, die prägen
Die Geschichte beginnt mit einem überraschenden Moment: Dius steht plötzlich vor der Tür seines früheren Professors Anton. Zwischen den beiden Männern entfalten sich intensive Gespräche, die weit über Kunst hinausgehen. Es entsteht eine stille Wahlverwandtschaft, die jedoch von einer einzigen Lüge erschüttert wird. Jahre später treffen die beiden erneut aufeinander – nun gezeichnet vom Leben, doch die gemeinsame Vergangenheit wirkt noch nach.
Kunst im Zentrum der Erzählung
Neben den Figuren selbst ist die Kunst ein eigener Hauptdarsteller. Hertmans fragt, welche Emotionen und Gedanken ein Gemälde auslösen kann, wie Bilder Freundschaften reflektieren und unsere Wahrnehmung von Welt und Natur beeinflussen. Die Natur, deren Zerstörung im Roman eine leise Rolle spielt, wird zum Spiegel für die inneren Zustände der Figuren – und regt zum Nachdenken über unsere eigene Verantwortung an.
Sprachliche Feinheit und poetische Kraft
„Dius“ ist ein Roman der Zwischentöne, der leisen Momente und der unausgesprochenen Fragen. Der Schreibstil verlangt Aufmerksamkeit und Ruhe – man liest das Buch nicht in einem Rutsch, sondern lässt jede Szene wirken. Jede Begegnung, jeder Gedanke entfaltet Bedeutung, die lange nachhallt und den Leser tief berührt.
Fazit
Stefan Hertmans liefert mit „Dius“ ein literarisches Juwel für alle, die leise, poetische und feinfühlige Romane lieben. Ein Buch über Freundschaft, Wahrheit, Kunst und die subtilen Verbindungen zwischen Menschen und Bildern. Wer sich auf diesen Roman einlässt, wird mit einer eindringlichen, nachdenklichen und berührenden Lektüre belohnt, die noch lange im Gedächtnis bleibt.
xx
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Dius
von Stefan Hertmans
Vorweg: sehr zu empfehlen, sehr kunstlastig was teils mühsam sein kann
In Dius erzählt Stefan Herrmanns von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Kunsthistoriker Anton und seinem früheren Studenten Egidius („Dius“). Aus der Begegnung zweier ungleicher Männer entsteht eine leise, nachdenkliche Geschichte über Nähe, Alter, Erinnerung und Verlust.
Hertmans’ Sprache ist ruhig und poetisch, seine Beschreibungen von Landschaft, Kunst und inneren Zuständen von großer Genauigkeit. Handlung steht weniger im Vordergrund als Atmosphäre und Reflexion – das Buch lebt von Zwischentönen und stillen Momenten.
Stärken: feinsinnige Sprache, dichte Stimmung, tiefgehende Charaktere.
Schwächen: kaum Spannung, offenes Ende, hohe Konzentration nötig.
Fazit: Dius ist ein stiller, kunstvoller Roman über Freundschaft und Vergänglichkeit – anspruchsvoll, langsam, aber literarisch beeindruckend.
Kokoloreslot
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Dius
von Stefan Hertmans
Es geht in dem Roman "Dius" um eine ungewöhnliche Männerfreundschaft zwischen dem Kunstdozent Anton und dem Student Dius in den 80er Jahren. Eine psychologisch und menschlich interessante Beziehungswelt, in der sich die beiden Männer mit Bewunderung und Respekt begegnen, erzählt Stefan Hertmans auch leidenschaftlich von Kunst und Musik.
Großartig ist die Sprachfertigkeit des Romans. Ich-Erzähler Anton blickt zurück und bedient sich sorgfältig der Präzision eines poetischen Sprachbildes. Ganz besonders, wenn es um Kunstwerke geht. Die daraus resultierende Vorstellungskraft hat bleibende Eindrücke bei mir hinterlassen. Unsympathische Figuren haben ihren Reiz und ihre Botschaft, aber einzig Antons Kenntnisse und Sicht war mir zu einseitig. Es bestimmt den passiven Ton des Romans und ließ mich wehmütig auf Dius blicken, dessen Faszination mich mehr ansprach. Auf der Gefühlsebene erreicht hat mich Stefan Hertmans damit leider nicht, aber die Intensität von Kunst und Musik war ein kultureller Genuss. Deshalb würde ich den Roman Kunstinteressierten empfehlen, die sich an hoher Sprachqualität und leiser Erzählweise erfreuen, wobei die Handlung in den Hintergrund rücken darf.
jori1020
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Dius
von Stefan Hertmans
Dius, der neue Roman von Stefan Hertmans, ist eine leise, feinsinnige Geschichte über die Freundschaft zweier Männer, die beide auf ihre Weise Außenseiter sind und im jeweils anderen eine verwandte Seele finden.
Die Geschichte beginnt, als der junge Kunststudent Dius eines Nachmittags vor der Tür seines Dozenten Anton steht und ihn mit einer ungewöhnlichen Bitte überrascht: Er möchte mit ihm befreundet sein. Zudem schlägt er vor, Anton in die ländliche Einöde von Ganzevliet zu begleiten, damit dieser dort ungestört an seiner Dissertation arbeiten kann. Überrumpelt, aber auch neugierig, willigt Anton ein. Von da an verbringen die beiden viel Zeit miteinander in der Abgeschiedenheit des flämischen Landes, das Hertmans mit großer atmosphärischer Dichte beschreibt. Man meint beim Lesen die Stille, das Licht, den weiten Himmel beinahe selbst zu spüren.
Über Jahrzehnte hinweg begleitet man die beiden Männer: in Diskussionen und Versöhnungen, bei Spaziergängen durch die Natur, in ihren Gesprächen über Kunst, Leben und Vergänglichkeit. Gerade Kunstinteressierte kommen hier auf ihre Kosten.
Hertmans hat ein feines Gespür für Sprache und Zwischentöne. Er versteht es, große Ereignisse fast beiläufig in Nebensätzen zu verstecken und scheinbar unbedeutende Momente ins Licht zu rücken. Darin liegt die besondere Stärke dieses Romans, der ansonsten doch etwas handlungsarm ist.
cosmea
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Dius
von Stefan Hertmans
Anton ist Kunstprofessor, Aegidius de Blaeser genannt Dius ein ungewöhnlich talentierter Student. Eines Tages steht Dius vor seiner Tür und bittet ihn um seine Freundschaft. Er bietet ihm an, in seinem Dorfhaus in Ganzevliet in den Poldern im nördlichen Teil Belgiens in Ruhe an seiner Dissertation zu arbeiten. Anton geht auf den Vorschlag ein. Es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Anton, Anfang 30 und dem etwa 10 Jahre jüngeren Dius. Sie arbeiten im Dorfhaus, machen lange Spaziergänge in der wunderschönen Natur und diskutieren über Kunst, Philosophie und Musik. Anton verliebt sich in die verheiratete Fotografin Lys, doch eine Lüge von Dius zerstört für lange Zeit die Beziehung mit Antons großer Liebe und die Freundschaft der beiden Männer.
Erzählt wird die Geschichte über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren auf zwei Zeitebenen. Anton blickt von der Erzählgegenwart zurück auf vergangene Ereignisse. Es geht um Liebe und Freundschaft, um die Wirkung großer Kunst auf den Betrachter, um die Wirkung klassischer Musik auf den Zuhörer, aber auch um die Zerstörung der Natur durch den Menschen. Antons Einsicht, dass die Jahre mit Dius seine glücklichsten waren und er es – anders als Dius – nie geschafft hat, seine Wünsche und Vorstellungen aktiv in die Tat umzusetzen, kommt spät. Wird er es schaffen, über den schmerzlichen Verlust seines Freundes hinwegzukommen und ein neues, glücklicheres Leben zu beginnen?
Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn die detailverliebten Ausführungen über Kunst, Philosophie und Musik und die daraus resultierende Handlungsarmut für mich etwas gewöhnungsbedürftig waren. Dennoch sehr empfehlenswert.
Willy Shrub
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Dius
von Stefan Hertmans
Stefan Hertmans Roman Dius erzählt die Geschichte des Professors Anton, dessen Leben durch das unerwartete Erscheinen eines mysteriösen Studenten namens Dius durcheinandergewirbelt wird. Dius, frech und unkonventionell, bahnt sich seinen Weg in Antons Privatleben und lädt ihn auf eine Reise in ein altes Dorfhaus ein. Hertmans entwirft ein psychologisch dichtes Szenario, in dem die Grenzen zwischen Lehrer und Schüler verschwimmen. Der Roman ist eine packende Auseinandersetzung um die menschlichen Psyche und Beziehungen. Hertmans brilliert mit feinfühliger Erzählkunst und lässt die Leser tief in die Gefühlswelten seiner Figuren eintauchen. Die nordische Landschaft dient als atmosphärischer Hintergrund für diese subtile Erzählung. Es ist ein intensives Werk, das zum Nachdenken über menschliche Begegnungen anregt.
