Dius

Dius

von Stefan Hertmans

€ 26,80

Hardcover

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2025 Diogenes
352 Seiten
24 mm x 122 mm
Sprache: Deutsch
978-3-257-07356-0

Hauptbeschreibung

Als Dius an seiner Haustür klingelt, ist Anton überrascht und irritiert. Keiner seiner Studenten an der Kunsthochschule ist bisher so ungeniert in sein Privatleben vorgedrungen. Oder hat ihm gar seine Freundschaft und einen Schreibplatz in einem alten Dorfhaus inmitten nordisch rauer Landschaft angetragen. Im Wechsel aus konzentriertem Arbeiten und langen Spaziergängen entwickelt sich dort ein fast altmodisch anmutendes Band der Freundschaft zwischen den beiden Männern, während sich ihre jeweiligen Leben zu Hause nicht ohne Komplikationen weiterdrehen.


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Hardcover
2025 Diogenes
352 Seiten
24 mm x 122 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Ira Wilhelm
978-3-257-07356-0


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, Belgien, ist Dichter, Dramatiker, Romancier und gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Der Roman 'Krieg und Terpentin' war 2016 unter anderem für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.

Hersteller: Diogenes Verlag AG
Sprecherstrasse 8, 8032 Zürich CH
E-Mail: info@diogenes.chHersteller: truepages UG (haftungsbeschränkt)
Sprecherstrasse 8, 8032 Zürich CHWestermühlstrasse 29, 80469 München DE
E-Mail: info@truepages.de

Eine einzigartige Männerfreundschaft 2026-01-14 19:57:00
von Wolle
„Dius“ handelt von einer Freundschaft zweier Männer, des Dozenten Anton und dem Studenten Dius. Zweiterer wirbt regelrecht um die Freundschaft des etwa zehn Jahre älteren Anton. Er bietet ihm ein Haus an, in dem er seine Hochschularbeiten vorbereiten kann. Zwischen den beiden entwickelt sich eine immer tiefere Verbundenheit.

Der Erzählstil des Romans wirkt sehr gemächlich und anschaulich und bestickt durch eine wunderschöne Sprache. Insgesamt besteht das Buch aus eher wenig Handlung, dafür aus umso mehr sprachlicher Erzählkunst. Wobei der Erzählstil aus der Sicht Antons auch immer etwas distanziert wirkt. Teilweise schweift die Handlung auch sehr in künstlerische Anschauungsweisen oder Landschaftsbeschreibungen ab.

Das Cover ist, ganz im Stil des Verlages, äußerst schlicht gehalten und zeigt ein Porträt eines jungen Mannes. Ich ging davon aus, dass hier Dius zu sehen ist.

Insgesamt ein sehr stimmungsvoller Roman, ohne Hektik oder große Sensationen, jedoch in einer unglaublich schönen Sprache verfasst mit tiefgreifenden Anschauungsweisen.
Anders 2026-01-03 12:59:00
Die Geschichte einer innigen und unkonventionellen Freundschaft, wobei das Wort Freundschaft hier fast zu kurz greift, zwischen Anton und seinem Studenten Dius, dem Protagonisten und Namensgeber der Geschichte. Die Stimmung bleibt über den Roman hinweg verzaubernd und besonders, die aus Antons Perspektive erzählte Geschichte spielt von Kunst und Interessen, welche vielleicht in der heutigen Gesellschaft nicht jeder teilt. In diesem Werk wirkt nichts belanglos, alles scheint eine Bedeutung zu haben. Eine fein skizzierte Geschichte, wobei vor allem die beiden Hauptcharaktere den Roman zu dem machen, was er ist. So ist es kein Buch zum "eben mal lesen", sondern eher eines, für das man sich Zeit und Ruhe nehmen muss. Ab und an habe ich das Lesen dadurch als fast anstrengend empfunden, alles in allem aber als sehr inspirierend. Ein intensives Buch mit Tiefgang, was lange nachhallt und sicherlich nicht so schnell vergessen wird!
Ein leiser Roman 2025-12-22 13:39:00
Mit „Dius“ erschafft Stefan Hertmans ein Buch, das lange nachklingt – wie ein Musikstück, dessen letzte Töne noch durch den Raum schweben, obwohl die Melodie verklungen ist. Im Zentrum steht Egidius Dius De Blaeser, ein charismatischer, verletzlicher und zugleich abgründiger Kunststudent, dessen Talent und innere Zerrissenheit die Handlung tragen. Hertmans gelingt es, eine Figur zu zeichnen, die man nicht so leicht vergisst.

Begegnungen, die prägen

Die Geschichte beginnt mit einem überraschenden Moment: Dius steht plötzlich vor der Tür seines früheren Professors Anton. Zwischen den beiden Männern entfalten sich intensive Gespräche, die weit über Kunst hinausgehen. Es entsteht eine stille Wahlverwandtschaft, die jedoch von einer einzigen Lüge erschüttert wird. Jahre später treffen die beiden erneut aufeinander – nun gezeichnet vom Leben, doch die gemeinsame Vergangenheit wirkt noch nach.

Kunst im Zentrum der Erzählung

Neben den Figuren selbst ist die Kunst ein eigener Hauptdarsteller. Hertmans fragt, welche Emotionen und Gedanken ein Gemälde auslösen kann, wie Bilder Freundschaften reflektieren und unsere Wahrnehmung von Welt und Natur beeinflussen. Die Natur, deren Zerstörung im Roman eine leise Rolle spielt, wird zum Spiegel für die inneren Zustände der Figuren – und regt zum Nachdenken über unsere eigene Verantwortung an.

Sprachliche Feinheit und poetische Kraft

„Dius“ ist ein Roman der Zwischentöne, der leisen Momente und der unausgesprochenen Fragen. Der Schreibstil verlangt Aufmerksamkeit und Ruhe – man liest das Buch nicht in einem Rutsch, sondern lässt jede Szene wirken. Jede Begegnung, jeder Gedanke entfaltet Bedeutung, die lange nachhallt und den Leser tief berührt.

Fazit

Stefan Hertmans liefert mit „Dius“ ein literarisches Juwel für alle, die leise, poetische und feinfühlige Romane lieben. Ein Buch über Freundschaft, Wahrheit, Kunst und die subtilen Verbindungen zwischen Menschen und Bildern. Wer sich auf diesen Roman einlässt, wird mit einer eindringlichen, nachdenklichen und berührenden Lektüre belohnt, die noch lange im Gedächtnis bleibt.