Honey

Honey

von Imani Thompson

€ 26,80

Hardcover

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Roman | "Ein kluger, bissiger und vor allem wahnsinnig unterhaltsamer Campus-Roman über Schwarze weibliche Wut, Macht und die Frage nach Selbstermächtigung." Mirrianne Mahn
2026 Rowohlt, Hamburg
416 Seiten
210 mm x 136 mm
Sprache: Deutsch
978-3-498-00789-8

Hauptbeschreibung

«Campusroman, Serienkiller-Thriller und Gesellschaftssatire zugleich: sarkastisch und klug.» Deutschlandfunk Kultur

Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die - seien wir ehrlich - schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.

Eine unterhaltsame und wunderbar ins Absurde getriebene Geschichte über feministische Wut, Ungerechtigkeit, Begierde und Rache. Und über das Schwarzsein in einer sehr, sehr weißen Welt.

«Umwerfend - in jeder Hinsicht. Düster, spannend und unbestreitbar heiß, wird dieser Roman Ihnen den Atem rauben.» Glamour


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Hardcover
Roman | "Ein kluger, bissiger und vor allem wahnsinnig unterhaltsamer Campus-Roman über Schwarze weibliche Wut, Macht und die Frage nach Selbstermächtigung." Mirrianne Mahn
2026 Rowohlt, Hamburg
416 Seiten
210 mm x 136 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Asal Dardan
978-3-498-00789-8


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Imani Thompson wurde 1998 geboren und ist eine britische Schriftstellerin schottischer, irischer und jamaikanischer Herkunft. Nach ihrem Soziologiestudium an der Universität Cambridge schrieb sie ihren Debütroman Honey, während sie als Buchhändlerin bei Daunt Books arbeitete. Sie lebt in London.

Asal Dardan, geboren 1978 in Teheran, wuchs in Köln, Bonn und Aberdeen auf. Sie studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Nahoststudien in Lund und lebt heute in Berlin. Für ihren Text Neue Jahre wurde sie mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Ihr Essayband Betrachtungen einer Barbarin (2021) war für den Deutschen Sachbuchpreis und den Clemens-Brentano-Preis nominiert. Im Mai 2023 hielt sie die erste Erika-Mann-Lecture an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Hersteller: Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19, 20099 Hamburg DE
E-Mail: produktsicherheit@rowohlt.de

Wut der letzten Jahrhunderte bahnt sich ihren Weg 2026-07-27 17:19:00
von C. P.
Yrsa schreibt als Woman of Colour an ihrer Doktorarbeit an der Fakultät für Soziologie in Cambridge. Nebenbei unterrichtet und betreut sie Studentinnen und Studenten der ersten Semester. Schon früh wurde sie mit Vorurteilen einer misogynen und rassistischen Gesellschaft konfrontiert. In der Sonntagsschule z. B. mit Auflagen und Verboten, um als ehrbares und wohlerzogenes Mädchen zu gelten. Und zugleich die Erfahrung, wie sich in ihrer Jugend Männer auf einer Datingplattform schamlos bei ihr meldeten, die doppelt so alt waren wie sie und danach gierten, bei ihr zum Zug zu kommen.

[Er] hatte aus ihr ein Objekt gemacht, eine Ware mit zugeschriebenem Wert; machtlos. Und sie hatte ihn totgemacht. (Zitat S. 112)

Durch das Thema ihrer Doktorarbeit beschäftigt sich Yrsa stark mit der Ausbeutung der People of Colour (PoC), insbesondere der Frauen. Doch auch in ihrem eigenen Umfeld beobachtet sie, dass die Frau von vielen Männern als Konsumgut betrachtet wird. Frauen werden ausgebeutet bzgl ihres Körpers, ihrer Fähigkeiten, ihres Wissens, bei gleichzeitiger Ignoranz ihrer Sichtweisen. Nachdem ein Professor schamlos ihre Studienkollegin in mehrfacher Hinsicht ausgenutzt hat, besitzt Yrsa keine Skrupel die Gelegenheit zu nutzen, ihm zu schaden. Kein Mord, sie hat nur ein wenig nachgeholfen. Ein Tod, rein durch Zufall entstanden und offiziell als Unfall registriert. Eine Biene war Schuld. Etwas, was Yrsa eine unerwartete Befriedigung verschafft.
Bis zu diesem Punkt bietet der Roman eine brisante Aktualität aus Sicht einer Woman of Colour, die emotional gut mitzuverfolgen ist. Arroganz und Verhaltensweisen einiger männlicher Individuen lassen beim Lesen schnell die Alarmglocken schrillen. Möglich, dass dieser Moment mit der Biene der Wendepunkt in Yrsas Leben ist, ab welchem sie eine Kanalisation für ihre Wut findet. Im Verlauf des Romans vermischt sich die ganze misogyne Gewalt der Männer, welche Frauen im Laufe der Geschichte erfahren mussten (und mit welcher sie sich beruflich durchgängig befasst), in ihrem Kopf mit den Taten der Männer in der Realität. Immer mehr Wut staut sich in ihr auf, immer stärker ist ihr Wunsch nach tödlicher Vergeltung. Und immer größer wird die Gefahr, die eigene Objektivität, sich selbst zu verlieren.

Sie hasst sie alle. (Zitat S. 20)

Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich Yrsas Entwicklung mitverfolgen. Ein paar Einblicke in die Thematik ihrer Doktorarbeit waren da hilfreich oder zumindest interessant. Und dennoch tat ich mich im Verlauf der Handlung immer schwerer damit, Yrsas Charakter zu verstehen, insbesondere der Verlauf ihrer tödlichen Obsession. Es ist nicht allein ihre Distanziertheit, sondern auch ihr Hang zur Unehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber. Sie wirkt über Längen wie emotionslos, nur um im nächsten Moment ihre angestaute Wut wie bei einem Vulkan ausbrechen zu sehen. Doch eine Auseinandersetzung mit gewissen Geschehnissen bleibt den Lesenden oft verwehrt. Auch fehlten mir ausreichend ehrliche Interaktionen, um sie als Charakter greifbar zu machen. Für mich ging die Mischung aus Provokanz, Fakten und Gesellschaftskritik final nicht auf, weil langatmige Abschnitte wiederholt die Handlung ausbremsten, ohne bei mir ein Gefühl des Mehrwertes erzeugen zu können. Für die für meinen Geschmack stellenweise zu langatmige Umsetzung einer gelungenen Idee gebe ich 3,5/5.
Female Rage 2026-07-27 15:41:00
von nanu?!
Yrsa schreibt gerade ihre Doktorarbeit an der Cambridge Universität. Als sie mitbekommt, dass ihre Freundin von einem der Professoren ausgenutzt wurde und dieser als Mann, natürlich keinerlei Konsequenzen befürchten muss, nutzt Yrsa eine günstige Gelegenheit aus, um den Prof sterben zu lassen.
Dieser Tod macht etwas mit Yrsa, so hat sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.
Und dieses Geräusch, das er beim Sterben machte, ...

Dieses Cover mit der Honigschrift, finde ich unheimlich passend, obwohl an Yrsa überhaupt nichts süß oder klebrig ist. Im Gegenteil, an ihr perlt alles ab und brav oder angepasst, ist nur ihre Fassade.
Als WOC hat sie schon immer mit Benachteiligung und Ungerechtigkeit zu kämpfen gehabt. Deswegen nimmt sie sich auch, was sie haben will. Nur, driftet sie in ihrem Fall, immer mehr in die Psycho-Ecke ab.
Den Weg dahin, fand ich richtig spannend, denn nachvollziehen kann man ihre Absicht dahinter ja schon, irgendwie. Denn jeder Mord ist anders und wird von ihr auch stets anders begründet. Eine gewisse Moral steht immer dahinter.
Und dann war ich auch ständig gespannt darauf, ob Yrsa mit ihren Taten davonkommt. Ob sie vielleicht irgendwann unvorsichtig wird, oder es knallhart durchzieht.

Gleichzeitig erfährt man auch einiges über Yrsas Doktorarbeit über den Afropessimismus, einem Thema, von dem ich vorher noch nie gehört habe.
Ihre Überlegungen und Ansätze dazu nehmen einiges an Raum ein, die ich auch interessant fand, aber sie bremsen auch ein wenig den Lesefluss.
Zudem wird man als Leser auch mit anderen gesellschaftskritischen Problemen konfrontiert.

Den Erzählstil fand ich meistens flüssig zu lesen, nur in manchen Situationen ändert er sich, wird temporeicher und abgehakter, aber es passt zum Moment. Nur zunächst war ich davon etwas irritiert.
Insgesamt hat mich Yrsa und ihre Kaltschnäuzigkeit fasziniert. Sie ist keine Figur, die man besonders mögen kann, aber ihre eigene Art zu Denken hatte schon was.
Dieses Buch ist speziell, einfach mal etwas anderes.
leider sehr enttäuschend für mich 2026-07-26 15:05:00
von PeLi
"Honey" von Imani Thompson verbindet Campusroman, Thriller und Gesellschaftskritik. Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Protagonistin, deren Wunsch nach Gerechtigkeit immer mehr aus dem Ruder läuft. Dabei geht es nicht nur um Rache, sondern auch um Macht, Diskriminierung und das Leben in der akademischen Welt.

Nach der vielversprechenden Beschreibung hatte ich große Erwartungen an dieses Buch. Die Mischung aus Campusroman, Thriller und schwarzem Humor klang genau nach meinem Geschmack. Leider konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen.

Die Hauptfigur Yrsa ist sehr unsympathisch. Das allein wäre für mich normalerweise kein Problem, denn auch unbequeme oder moralisch fragwürdige Figuren können eine Geschichte spannend machen. Tatsächlich haben mir die Thriller-Elemente sogar gut gefallen. Diese Abschnitte waren unterhaltsam, teilweise richtig spannend und zeigten, welches Potenzial in der Geschichte steckt.
Leider besteht ein großer Teil des Romans aber aus langen Gesprächen und Gedanken über Yrsas Studium und ihre Doktorarbeit. Diese Passagen zogen sich für mich enorm und erinnerten stellenweise eher an ein Sachbuch als an einen spannenden Roman.
Da sie einen Großteil des Buches ausmachen, habe ich viele dieser Stellen irgendwann nur noch überflogen.
Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Es kam für meinen Geschmack viel zu abrupt und hinterließ bei mir nicht das Gefühl eines gelungenen Abschlusses.

Insgesamt gibt es von mir für "Honey" leider keine Leseempfehlung. Ich finde es sehr schade, denn die Grundidee und die spannenden Thriller-Momente hatten wirklich viel Potenzial. Letztlich wurde dieses Potenzial meiner Meinung nach aber nicht ausgeschöpft.