Kundenrezensionen
Bisco
empfiehlt:





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
Was ist es für ein wunderschönes Buch, vom Cover über den Buchschnitt. Aber leider konnte mich die Geschichte nicht ansatzweise genauso überzeugen.
Die Geschichte umfasst nicht mal 3 Tage wird aber auf 640 Seiten in die Länge gezogen. Mit ständigen Wiederholungen, ausschweifenden Erklärungen und teilweise Szenen, geschrieben für Menschen die eine Merkfähigkeit eines Goldfisches haben. Alleine die Einleitung von gut 200 Seiten hat mich schon gruseln lassen, wo die Geschichte noch hingehen wird.
Warum müssen Gedankengänge zu lesen sein und im nächsten Abschnitt erklärt Person A Person B seine Gedanken, um den Leser somit diese doppelt zu präsentieren.
Dann kommt leider auch die zu große Anzahl an Charaktere, die alle keine wirkliche Tiefe mit sich bringen. Gerade der jüngste mit dem 10-Jährigen Haru, der Kronprinz, konnte ich mich nicht anfreunden.
Toshiko muss dafür kämpfen, dass sie mit ihren 17 Jahren als erwachsen betrachtet wird. Dann kommt der 10-Jährige der sich über ein Schatteneichhörnchen als Freund erfreut und dann an anderer Stelle wie ein Erwachsener agiert und denkt. Er wird dann für Szenen benutzt, um die Welt zu erklären, wie man es hätte schöner machen können (z.B. die Sonnengeister).
Gefühlt hatte die tote Tante Reiko mehr Tiefgang als die meisten Charakter und das ist schon heftig bei einer Person, über die man nur spricht und selbst nicht mehr aktiv wirken kann. Kater Mochi war für mich mein Highlight aller Lebewesen.
Die Sprache ist bildhaft und bunt. Man hat immer das Gefühl in einem Garten voller Kirschbäume zu sein, egal wie dunkel die Szene auch ist. Die Stimmung hat immer etwas von einem Film. Leider ist sie aber auch stellenweise zu einfach und zu langweilig und man möchte den Szenen mehr Drive geben.
Die Welt, welche an eine Vermischung aus Fantasy mit Sci-Fi Elementen erinnert, konnte mich leider nicht überzeugen. Gerade zum Ende musste ich queer lesen, da ich nicht mehr den Nerv fand mich durch die Story zu beißen. So schwerfällig war es nach 500 Seiten geworden.
saskia13120
empfiehlt:





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
"The Rainshadow Orpheans" ist ein wunderschöner Fantasyroman mit tollen Protagonisten und einer gelungenen Mischung aus moderner Technologie und Mythologie, Tech-Bots und Magie.
Naomi Ishiguru hat mit dem ersten Band ihrer ersten Fantasy-Triologie eine Welt geschaffen, in die man einfach super gerne eintaucht.
Rainshadow City ist ein sehr vielschichtiger Ort, vom Kaiserlichen Palast bis zum "Ghetto" ist alles dabei.
Das Erzähtempo ist wahnsinnig schnell, sodass es mir mit keiner Seite langweilig wurde. Der ganze Roman, immerhin 640 Seiten, umfasst einen Zeitraum von nur wenigen Tagen, dafür aus verschiedenen Perspektiven.
Die Geschwister Toshiko, Jun und Mei bilden den Mittelpunkt der Geschichte. Alle drei Charaktere sind liebenswürdig und man erfährt einiges über ihre Herkunft. Sie sind alle drei Waisen und quasi Adoptiv-Geschwister, aber das Gefühl von Familie ist allgegenwärtig. Sie geben dem Roman alle ihre eigenen Eigenschaften mit und jeder kann sich wahrscheinlich mit einem der dreien irgendwie identifizieren.
Außerdem gibt es noch Haru, den 10-Jährigen Sohn der Kaiserin, der mein heimlicher Liebling ist. Er ist einfach ein herzenslieber Junge, sehr erwachsen und reflektiert für sein Alter. Er hat das Herz am rechten Fleck und möchte vor allem ein besserer Mensch sein als seine Mutter.
Insgesamt sind einfach alle Charaktere, egal ob gut oder böse, sehr gut ausgearbeitet und vor allem nachvollziehbar.
Mir gefällt an dem Buch vor allem der Zusammenhalt, der aus jeder einzelnen Pore der Geschichte spürbar wird. Egal ob innerhalb der Kawakami-Geschwister oder der Bewohmer des Halbmonds (dem "Armenviertel" von Rainshadow City). Ich finde es auch sehr angenehm dass sich hier mal keine Liebesgeschichte in den Vordergrund rückt. Das kleine bisschen Romantik im Buch ist eher zurückhaltend und nimmt wenig Raum ein.
Im Rainshadow City steht vor allem der technische Fortschritt im Vordergrund. Es gibt für fast alles Roboter und elektronische Helferlein. Doch es geht in dem Buch eben auch um Magie, sogar um Drachen, und um den natürlichen Energiefluss und diesen Spagat, bzw. die Zusammenführung dieser beiden Komponenten gelingt hier einfach wunderbar und ohne dass es merkwürdig wirken würde.
Die Darstellung der Energieflüsse und der daraus entstehenden Geister finde ich persönlich wunderschön.
Besonders gefallen hat mir das Ende. Das Buch ist in sich abgeschlossen. Es gibt keinen Cliffhanger (das wäre auch Folter wo die Fortsetzung doch noch nichtmal angekündigt wurde) und könnte theoretisch auch als Standalone gelesen werden. Trotzdem werden am Ende neue Themen eröffnet die ein wenig erahnen lassen, worum es in Band zwei gehen wird. Und ich weiss jetzt schon: Es wird garantiert wieder großartig. Ich freue mich drauf!
gerlisch
empfiehlt:





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
The Rainshado Orphans ist ein episches, atmosphärisch dichtes Fantasy-Abenteuer, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat.
Naomi Ishiguro erschafft eine Welt, die sich anfühlt wie ein düsterer Märchenmix aus moderner Tech-Metropole, japanischer Mythologie und übernatürlichen Kräften. Der Weltenbau ist allumfassend und farbintensiv.
Worum geht es? Die Lucky-Crows-Gang verbreite Angst und Schrecken in Rainshadow City und ihre Machenschaften ziehen sich wie ein dunkles Netz durch die gesamte Stadt. Im Zentrum der Geschichte stehen die Wahlgeschwister Toshiko, Mai und Jun Kawakami, die im Untergrund leben, den Tod ihrer Tante rächen wollen und für Gerechtigkeit kämpfen. Die drei sind völlig unterschiedliche Persönlichkeiten, deren Entwicklungen ich mit Begeisterung verfolgt habe.
Drachen, Sonnengeister, Tech-Elemente, Untergrundnetzwerke, dieser Genre-Mix funktioniert überraschend gut. Die Magie bleibt geheimnisvoll, aber immer faszinierend. Eine farbintensive Geschichte, sehr lebendig erzählt, voller Magie, Chaos und Hoffnung. Die Atmosphäre ist durchgehend düster, gefährlich und voller Geheimnisse, und damit genau mein Ding.
Katja K.
empfiehlt:





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
Vorab: Hier ist ein wenig Geduld gefragt. Das Buch liest sich nicht schnell weg, sondern die Geschichte entwickelt sich langsam. Man wird ganz allmählich und behutsam in das Worldbuilding eingeführt und lernt die Charaktere nach und nach besser kennen. Es ist außerdem eine Erzählung aus der Beobachterposition und nicht, wie aktuell in, aus der Ich-Perspektive. Dennoch gibt es unterschiedliche POV.
Ich jedenfalls musste mich erst an die langsame Geschwindigkeit und die teilweise ausführlichen Schilderungen gewöhnen. Auch erfordert es einige Konzentration, bei den vielen verschiedenen Namen und Perspektiven durchzublicken, da diese nicht übersichtlich mit den Hauptkapiteln wechseln.
Irgendwann zwischendurch hatte ich sogar einen Punkt, an dem mir ein bisschen die Puste ausging. Aber ich kann sagen: Meine Geduld wurde mit einer wirklich außergewöhnlichen und besonderen Geschichte belohnt.
Die Autorin verwebt hier gekonnt ganz viele verschiedene Elemente zu einer einzigartigen bunten und zugleich auch düsteren Welt. Wir begegnen traditioneller japanischer Mythologie, Hightech Bots, Pokémon-Vibes, Wahlgeschwistern, Geflüchteten, blutrünstigen Gangs, kaiserlicher Politik und ganz viel Bubble Tea. Ach, und natürlich Drachen!
Die verschiedenen Charaktere sind ganz liebevoll gezeichnet und in ihren Persönlichkeiten über das Buch hinweg immer deutlicher spürbar. Es sind junge Charaktere, die mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind und mich berührt haben. Sie haben mit den Unsicherheiten normaler Jugendlicher und junger Erwachsener zu kämpfen und treffen authentische Entscheidungen. Besonders elegant finde ich, dass wir mit den Charakteren zusammen das Magie-System allmählich entdecken und verstehen dürfen.
Über allem schweben philosophische Fragen nach Identität und Heimat, dem Sinn des Lebens und den Vorteilen versus Gefahren technologischen Fortschritts.
Fazit: Auch wenn ich ein paar Längen aushalten musste, so hat mich dieses außergewöhnliche Buch doch tief berührt und ich kann es kaum erwarten, wieder in diese bezaubernde Welt voller asiatischer Mythologie und Science-Fiction einzutauchen. Von mir gibt es eine ganz klare Lese-Empfehlung. Das Glück ist mit den Geduldigen! ;)
Ryria
empfiehlt:





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
Zunächst vorweg: Dies ist der erste Band einer Trilogie, jedoch war es der Autorin auch wichtig, dass man die Bücher auch einzeln lesen kann und nicht mit fiesen Cliffhangern gequält wird - und trotzdem kann ich es kaum erwarten, dass es weitergeht.
Naomi Ishiguro erschafft in ihrem Fantasy-Debüt eine ganz besondere Welt, die klassische sagenhafte Elemente mit modernen Twists kombiniert.
Als Halbjapanerin war sie bisher nur einmal als Kind im Land ihrer Vorfahren, hat sich für ihr Worldbuilding daher sehr von ihrer eigenen Vorstellung von Japan, fremden Erzählungen und Medien wie Anime und Ghibli inspirieren lassen.
Dies merkt man wunderbar an der Atmosphäre, die Stadt weist japanische Elemente auf, hat jedoch ihren ganz eigenen Charakter.
Gleichzeitig wird Magie mit modernster Technik kombiniert, Drachen mit Bots, das Alte mit dem Neuen.
All das funktioniert erstaunlich gut zusammen, die Beschreibungen sorgen zusätzlich dafür, dass man sich direkt in diese Welt versetzt fühlt.
Dazu beschränkt es sich nicht nur auf eine Stadt, die durch eine Karte auch toll dargestellt wird, sondern weitere Orte in der Welt finden Erwähnung und sind zukünftig noch relevant.
Der Schreibstil war durchweg sehr angenehm zu lesen und recht unkompliziert.
Anstatt zu Beginn direkt von Informationen erschlagen zu werden, wird die Welt und die Charaktere gemächlich vorgestellt, sodass man in einem tollen Tempo in die Geschichte eintauchen kann.
Auch passt sich der Stil an die jeweilige Erzählperspektive an, wirkt so beim jungen Prinzen entsprechend etwas kindlicher.
Die unterschiedlichen Perspektiven sorgen zusätzlich dafür, dass man alles aus ganz verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen kann, mir haben alle tatsächlich sehr gut gefallen.
Generell sind die Charaktere sehr liebenswert, jeder hat ganz eigene besondere Fähigkeiten und gerade für jüngere Leser können sie durchaus auch als Vorbilder dienen. Die Autorin hat sich hier von ihren eigenen Schülern inspirieren lassen, die schon im jungen Alter einen tollen Zusammenhalt und Charakterstärke zeigen. Dementsprechend kann man auch herauslesen, dass die Charaktere mit Liebe geschrieben wurden, besonders Fans des Found Family Tropes werden hier auch auf ihre Kosten kommen.
gabiliest
empfiehlt:





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
Die bekannte britische Autorin Naomi Ishiguro hat mit ihrem epischen Fantasyroman “The Rainshadow Orphans” den ersten Band einer Trilogie von vorgelegt. Dystopische Szenarien treffen auf den Kampf um Gerechtigkeit und das Gute im Menschen. Der farbenfrohe und phantasievoll entworfene Buchumschlag sowie der exklusive dreiseitige Motivfarbschnitt zeigen den Bezug zu japanischer Mythologie. Das Buch ist hochwertig ausgestattet, zum besseren Verständnis trägt eine Karte von Rainshadow Island am Buchanfang bei.
Rainshadow Island ist eine zweigeteilte Insel. Im wohlhabenden Abschnitt ist der Palast von Kaiserin Asayo Soramoto, die zusammen mit der Verbrecherorganisation der Lucky Crows über die Insel herrscht. Im durch einen elektrisch geladenen Stacheldrahtzaum von der Stadt abgetrennten Teil wohnen die Kinder des Hüters, eines Kindgottes, bettelarm und ausgebeutet. Dort lebten auch die drei Wahlgeschwister Mei, Toshiko und Jun Kawakami. Als Waisenkinder wurden sie von Tante Reiko aufgenommen. Der Anführer der Lucky Crows, Ken Saito, hat Tante Reiko ermordet. Seitdem leben die Geschwister im Verborgenen in der Stadt, um sich an Saito und den Crows zu rächen.
Bei einem Fest stiehlt Toshiko Ken eine Drachenperle, die übernatürliche Kräfte hat. Auch der kleine Haru, Sohn der Kaiserin, scheint diese Fähigkeiten zu haben, denn er kann Sonnengeister sehen und ist fest entschlossen, die Perle den Drachen, denen sie gestohlen wurde, zurückzugeben. Doch die Sensei, die Anführerin der Crows und selbst magisch begabt, scheut keine Brutalität, um die Perle zu erhalten. Denn sie und die Kaiserin planen, menschenähnliche Bots zu erschaffen. Dazu brauchen sie den Halbmond des Hüters, den armen Teil der Stadt. Nur Haru und die mutigen Bewohner scheinen das Blatt wenden zu können, es gibt fürchterliche Kämpfe. Doch dann taucht plötzlich ein Drache aus dem Meer auf..…
Naomi Ishiguro hat einen beeindruckenden Roman geschrieben, der nicht nur alternative Welten schafft, sondern auch Bezug zur Realität hat. So wird die Ausbeutung des armen Teils der Bevölkerung, ihre Angst und Not überzeugend dargestellt. Die absolute Herrscherin nützt ihre Untergebenen aus, die kaiserliche Garde und die Kriminellen bedrohen immer wieder das Leben der Menschen. Die Verflechtung mit einer Verbrecherorganisation, die enormen Einfluss gewonnen hat, ist nicht nur spekulative Fiktion sondern zeigt, welche gesellschaftlichen Entwicklungen absolute Herrschaft hervorbringen kann. Besonders hervorzuheben ist die stimmige Zeichnung der Charaktere der drei Geschwister. Mei ist ein Computergenie, als Hackerin gelingt es ihr immer wieder, die Kommunikationswege der Crows zu stören. Toshiko ist eine furchtlose Kämpferin, die nie aufgibt. Jun ist ein Heiler. Alle drei übernatürlichen Gaben sind unverzichtbar, um die Herrschaft der Kaiserin und das Elend der Hüterskinder zu beenden. Auch der kindliche Kaiser Haru, der Sonnenwesen liebt und bereit ist, ein gerechter Herrscher zu werden, ist einfühlsam dargestellt. Doch ist auch die Sensei besiegt? Wie eng liegen Loyalität und Verrat beisammen?
Mein Fazit:
Der Roman steht für phantastische Welten, bevölkert von magischen Wesen. Bittere Armut und Entrechtung stehen Menschen, die ihre Macht und Herrschaft missbrauchen, gegenüber. Nur mit Mut und Zusammenhalt gelingt es, dieses Joch und den Einfluss krimineller Organisationen abzuschütteln und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Verlustreiche Kämpfe bringen den Tod, aber auch Freiheit und den Glauben an eine bessere Zukunft. Dennoch ist das Böse noch nicht besiegt.
“The Rainshadow Orphans” ist ein bis zur letzten Seite spannender, ideenreicher und in bildhafter Sprache geschriebener Fantasyroman, auf dessen Fortsetzungen ich mich freue. Dieser erste Teil der Trilogie hat mir sehr gut gefallen und ich bewerte ihn mit fünf Sternen.
