Kundenrezensionen von Bisco





Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter
von Petra Lord
Queen of Faces ist ein Fantasyroman, der sich ganz klar von der breiten Masse absetzt und neue Ideen einbringt in einer Welt, regiert von Geld und Macht.
Die Welt, in der wir uns befinden, ist Caimor. Wer Geld und Magie besitzt, der besitzt Macht und die Möglichkeit schnell und unkompliziert seinen Körper zu tauschen. Das „Mark“, welches der Seele samt Erinnerungen gleichsetzbar ist, wird mit einer anderen Hülle getauscht. Dies machte die Geschichte für mich zu etwas sehr Besonderen. Denn nur weil du einen Körper vor dir stehen hast, weißt du noch lange nicht, wer in diesem steckt.
Dadurch können die Reichen älter werden, sterben nicht an Krankheiten oder zu schnell bei einem Unfall. Dieses führt zu einem Machtgefälle zwischen Arm und Reich, welches neben angesehenen Institutionen wie der magischen Eliteschule Paragon Academy mit Ihren Direktor Carriwitch führt und daneben die Stadtteile, wo die Leute Hunger leiden.
Und so kommt es zu der Gegenseite, welche dieses Gefälle zerstören will mit seinen Rebellen und Aufständen. In dieser von Kämpfen (offenen und verschleierten) betroffenen Welt, führen die Menschen auch ihre eigenen Kämpfe. Die junge Anabelle Gage ist die Hauptfigur, welche die arme Seite präsentiert und den täglichen Kampf ums Überleben. Ihr Gehäuse zerfällt und ihr Leben ist somit in Gefahr. Ihre einzige Chance die Aufnahme auf die Academy, doch es soll anders kommen als sie denkt.
Dem gegenüber das Gegenstück Nell Ebbridge. Sie kommt aus der Oberschicht und war ihr lebenslang dem Druck ihrer Mutter ausgeliefert, musste jedoch nie hungern und Angst ums Überleben haben. Aber auch sie hat zu kämpfen und ihr Schicksal ist im Laufe der Geschichte enger mit dem von Ana verbunden als zu Anfang gedacht. Nell zeigt den Lesern und Anabell, dass der schnell mögliche Körperwechsel, nicht mit Freiheit gleichzusetzten ist.
Beide junge Frauen spielen eine sehr wichtige Rolle in dieser Geschichte und beide entwickeln sich und lernen sich und Teile der anderen Welt kennen, so wie die derer, welche dagegen ankämpfen wollen und lernen sich selbst besser verstehen.
Warum ist es „Dark Academia“?
Eine prestigeträchtige Schule/Academy, die gleichzeitig eine Atmosphäre von Macht, Geheimnissen, Konkurrenz, Wissen und gefährlichen Geheimnissen in Verbindung mit politischen Intrigen hat. Und dafür müssen wir nicht immer im Klassenzimmer sitzen und eine übertriebene Liebesgeschichte erzählen.
Die Geschichte hat für mich wirklich gut angefangen, mit Ana´s Leiden und Ängste. Aber auch zu sehen, wie Nell unter ihrer Mutter und dem Druck abliefern zu müssen leidet. Wir erleben Rückblenden, was in der Vergangenheit schon Schlimmes unter Wirkung von Magie passiert ist und mit dem aktuellen Schrecken, durch eine Magierin, erneut passieren könnte.
Es ist am Anfang etwas verwirrend, wenn sehr schnell aufeinanderfolgend die Körper getauscht werden und ich musste bei etwa ¼ des Buches eine KI fragen, ob es wirklich richtig verstanden habe. An diesem Punkt hätte man es etwas sauberer verarbeiten können, denn ohne mitzuschreiben hätte ich nicht verstanden, wer gerade welche Hülle trägt.
Es ist im Anschluss dann wesentlich besser und übersichtlicher. Der Autorin ist dabei sehr wichtig gewesen, zu vermitteln das es egal ist, welchem Geschlecht die Hülle angehört, sondern der Mensch mit seiner Seele darin entscheidend ist. So fand ich die Idee, dass es eine Zivilisation im Buch gibt, wo die Schwangerschaft von beiden erlebt wird (Mann geht in den Frauenkörper) echt gut.
Darüber hinaus hält das Buch die ganze Zeit über eine Spannung, welche zum letzten Viertel nochmal anzieht, wenn die Fäden ineinanderlaufen und wir feststellen, so manches Gesicht mit falschem Inhalt zu sehen und erfahren, was wirklich in der Vergangenheit alles vorgefallen ist. Denn zum Lügen braucht es nicht nur ein Gesicht, sondern auch eine Stimme, die diese weitererzählt.
Die Frage, welche sich bis zum Ende stellt, ist: Wer besitzt deinen Körper wirklich – du selbst oder die Gesellschaft, deine Familie und dein sozialer Status?
Für mich ein gelungener Reihenstart und ich werde den zweiten Teil auch lesen.





Eisinsel
von Hanno Rinke
Eisinsel war für mich vor allem eine Charakterstudie über einen Protagonisten, den ich die ganze Zeit beobachtet habe wie ein Insekt unter einem Glas. Victor ist unglaublich schwer zu greifen. Nach außen wirkt er ruhig, empathisch und hingebungsvoll, während seine Gedanken und sein Umgang mit anderen immer wieder etwas Unheimliches ausstrahlen. Genau dieses ständige Hinterfragen, was in ihm eigentlich vorgeht, hat für mich den größten Reiz des Buches ausgemacht.
Gerade die Einblicke in seine Vergangenheit zeigen, wie sehr ihn seine Familie und seine Kindheit geprägt haben. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass sich einige Passagen zu sehr wiederholen. Die Gespräche mit den Patienten und Victors Blick auf die Welt haben sich für mich irgendwann gezogen, obwohl ich seine Gedankengänge grundsätzlich spannend fand.
Wenn die Handlung später anzieht, zieht sie allerdings richtig an. Einige Szenen gehören definitiv zu den verstörendsten, die ich bisher in einem Thriller gelesen habe. Wer empfindlich auf explizite Gewalt reagiert, sollte das im Hinterkopf behalten.
Zudem am Anfang des Buches ganz eindeutig eine Warnung auf Inhalte mit Triggergefahr verwiesen werden müsste, welche am Ende des Buches aufgelistet werden müssten.
Was mir am Ende leider gefehlt hat, war ein runderer Abschluss. Ich hätte gerne noch erfahren, wie es nach den Ereignissen für Victor weitergeht.
Der Schreibstil konnte mich leider auch nicht wirklich überzeugen. Im Wechsel zwischen heute und damals, im schnellen Wechsel von Gedankengang zu aktivem Gespräch, hat es mich oft verwirrt zurückgelassen.
Insgesamt ist Eisinsel für mich aber kein klassischer Thriller. Dafür nimmt die psychologische Entwicklung der Figur und die Auseinandersetzung mit Tod, Einsamkeit und menschlichen Abgründen zu viel Raum ein. Gerade diese Mischung macht das Buch interessant, auch wenn es für mich leider überhaupt nicht gestimmt hat.





00-Laschet
von David Safier
Armin Laschet, der neue Bundespräsident. Der Mann, welcher nicht gerade als der Überflieger in der Politik gelt. Umso besser für ihn, dass er als BP ein ruhiges Leben haben wird. Im Schloss Bellevue, schön ne ruhige Nummer schieben und hier da mal politisch agieren. Doch so soll es nicht für ihn sein.
Leider sollte es auch nicht das Buch sein, wie es man sich wünscht. David Safier hat mit Mieses Karma vor weit über 10 Jahren ein tolles Debüt hingelegt. Heute mit immens hohen Bewertungen und sehr vielen Lesern auf unterschiedlichsten Seiten, hat er gezeigt was ihn ihm als Autor steckt.
Doch mit 00-Laschet hat er leider nicht an diesen Erfolg anschließen können. Die Witze sind flach und leider oftmals auch vorhersehbar. Wiederholungen in Denkweisen und in Wortwahlen wie „Onkel Laschi“, waren leider nicht sehr lesefördernd.
Der Geheimdienst um ihn herum ist wesentlich interessanter beschrieben als Herr Laschet in diesem Buch. Eine Maus als Haustier? Die absolute Unwissenheit über viele politischen Dingen und die ständige Wechsel in den Szenerien und Orten haben mir auch nicht gefallen.
Ich hätte es gerne gemocht und ich bin dankbar, dass man es mir zur Verfügung gestellt hat. Aber leider war es ein Flop. Ich behalte sein Mieses Karma sehr gerne in Erinnerung und auch eine Leserunde zu einem anderen Buch von ihm, wo er selbst moderiert bei war. Aber in Zukunft werden wir uns wohl nicht mehr auf meinem E-Reader begegnen.





Picking Daisies on Sundays
von Liana Cincotti
Daisy und Levi, Schulfreunde, beste Kumpels, gegenseitige Stützen. Was war es einfach und schön zwischen den beiden, als beide noch zur Schule gingen. Außer das da immer der Elefant im Raum stand, weil Daisy in ihn verliebt war. Dies kam dann beim Abschlussball ans Licht, als sie geschockt sah, wie er eine andere küsst und es ihm offenbart hat.
Vier Jahre später und ohne Kontakt treffen die beiden zufälligerweise aufeinander. Er der für seine Familie seine Karriere nach dieser ausrichtet, um den Ersatzvater zu machen. Sie die ihre Ziele hat und sie auch ins Ausland bringen könnte.
Sie dachte sie ist über ihn hinweg, doch sie irrt.
So trifft sie ihn bei einem Ausflug mit ihren beiden besten Freunden und er spannt sie kurzerhand in seine Probleme mit ein. Sie soll seine Fake-Freundin sein. Nicht lange, nur bis zu der Hochzeit seiner Schwester. Und wirklich nur Fake, denn seine berufliche Zukunft hängt da mit dran.
Und so schön die Idee ist und es interessant sein könnte, so ist es dies für mich nicht gewesen. Fast jedes „Date“ bwz. Aufeinandertreffen der beiden ähnelte mir zu sehr. Er macht ein Kompliment wie: „Für dich habe einen Laden ausgeraubt und den letzten Donut für dich gestohlen.“ – Sie innerlich: „yeah, er liebt mich.“ Er: „mach ich für all meine Schwestern“. Sie: fliegt innerlich aufs Gesicht. #Palmface# Und diese Szenen waren so oft. Ihre naive Art und das, obwohl sie selbst sagt, dass er der Typ Sunnyboy ist, der immer flirtet und offen ist. Und dann denkt sie immer, in dem Augenblick meint er es ernst?
Die Geschichte plätschert vor sich hin und findet keine Geschwindigkeit. Die Liebesgeschichte war für mich nicht greifbar. Ich habe mir mehr vorgestellt, aber das war wohl nichts.





Light my Fire
von Sheila de Liz
Mit dem Sexualratgeber "Light my Fire" will Dr. med. Sheila de Liz zeigen, dass Sex nicht mit den Wechseljahren aufhören muss. Für Frauen im Alter davor, mittendrin und danach, wird in diesem Buch sehr ausführlich erklärt, wie sehr ein Zusammenspiel aus Hormonen, körperlichen Eigenschaften und der Psyche dazu beitragen, dass wir guten Sex haben.
Sie baut im Buch auf die Dreifaltigkeit auf: biologisch, medizinisch und seelisch und zeigt in Beispielen aus ihrer persönlichen beruflichen Erfahrung, wie wenig weit verbreitet das Wissen dazu bei uns Frauen aber zudem auch beim eigenen Berufsstand vorliegt. Das viel zu viele Gynäkologen noch nicht ausreichend und verbindend mit Sexualpsychologen reden und darüber hinaus die Reichweite von Hormonen, Stress und dem Wunsch nach Sex ab 50 verstehen.
So erfahren wir über die Geschichten von Patienten, wie wichtig ein hormonelles Gleichgewicht ist und über Hormonersatztherapie gesteuert werden kann, dass das Testosteron (als Männerhormon) auch für uns wichtig ist, dass Alltagsstress viel ausmacht und wie wichtig es ist, dass wir ernst genommen werden müssen und die Antwort nicht immer nur mit einer oberflächlichen Untersuchung getan ist.
Sehr schön erklärt ist, dass wir Frauen eine reaktive Lustentwicklung haben, die auf Erinnerungen, auf Berührung, auf den richtigen Moment reagiert. Das wir nicht, einfach so und immer, Lust empfinden und das auch in Ordnung ist. Das unser Gaspedal langsamer als beim Mann schaltet die Bremse dafür aber umso schneller. In tollen Kurvendiagrammen ist erklärt, wie der Orgasmus in unterschiedlichen Wegen von 0 auf 100 aussehen kann und dass diese nicht immer nur ein Feuerwerk sein müssen. Das „ich schau meinen Mann an und hab Bock“ eher selten ist und dann der Kuss im Nacken, die Erinnerung an das letzte Mal auslöst und dann die Lust aufkommt.
Die Klitoris als die Stranger Things der Medizin erhält ein umfangreiches Kapitel, welches viele Mythen aufdeckt (ich halte mich für aufgeklärt und war selbst verwundert). War der Person, welche dies liest, bekannt, dass der Bauchnabel sehr viele erregende Nerven hat? So finde ich auch Sätze wie: „Du hast einen Job während des Sex: deine Erregung zu genießen“ oder „genitale Herzschlag“ ganz wunderbar formuliert.
Mit viel Humor, Verständnis und sehr einfühlsam schafft es die Autorin ihr Fachwissen zu überbringen. Für mich wäre es die nächste Gynäkologin der Wahl, wäre mein Arzt nicht mehr. Denn die Reichweite der Erfahrung, der Offenheit sich weiterzubilden, dass Gesamtbild zu sehen und dies auf diesem Wege auch weiterzugeben, finde ich wunderbar.
Ich kann jedem, auch jungen Menschen, nur zu diesem Buch raten. Es geht nicht alleine um die Gruppe der 45+, da viele Themen die Gesamtheit von uns ansprechen.





Dragon Cursed – Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe)
von Elise Kova
Isola war 12 Jahre, als, als sie und ihre Mutter von einem Drachen angegriffen wurden. Seitdem gilt sie als besonders, mit ihren beiden goldenen Augen. Sie gilt daher als die Reinkarnation des Drachentöters Valor (Siegfried 2.0) und soll verborgene magische Fähigkeiten haben.
Sechs Jahre lang durfte sie nicht in die Nähe ihrer Mutter und wurde hart ausgebildet als Kriegerin zu dienen. Diese ist eine Gefahr für die Politik und dem Glauben, welcher über die Drachen verbreitet wird. Denn sie forscht, will die Wahrheit erfahren und hat Isola in diesem Denken auch leicht angesteckt.
Die Handlung spielt in Vingard, der so ziemlich letzten verbliebenen Bastion der Menschheit. Die Stadt ist von riesigen Mauern umgeben, die Schutz vor der Außenwelt bieten. Da sich Vingard geografisch nicht ausdehnen kann, wächst die Metropole gezwungenermaßen extrem eng in die Höhe und in die Tiefe. Hierzu gibt es auch eine sehr schöne Karte im Buch.
Die Gesellschaft brauch eine magische Energiequelle zum Überleben. Diese ist jedoch zugleich schwer zu handhaben und kann immer auch negativ wirken. Und da wäre noch der Drachenfluch. Menschen, die mit diesem Fluch infiziert werden, verwandeln sich schleichend in blutrünstige, unkontrollierbare Bestien. Wer Symptome zeigt, wird von der tyrannischen Regierung rigoros gejagt und hingerichtet.
So wird die 18-jährige Isola, nach außen mutig wirkt und innerlich jedoch von der ständigen Angst zerfressen wird, selbst den Fluch in sich zu tragen, zum Mittelpunkt der Geschichte. Sie wird zusammen mit Ihrer besten Freundin Saipha und Lucan in die sadistischen Prüfungen geschickt. Personen, wo der Fluch ausschlägt, werden getötet. Alle anderen zu Drachentötern ausgebildet.
Drei Wochen sollen die Prüflinge im Kloster eingesperrt sein. Isola erhält nicht mehr das geheime Mittel, welches ihre Kräfte unterdrückt und sie hat Angst zum Drachen zu werden. Lucan, den sie hasst und für sie immer wie ein Spion wirkte, entwickelt Gefühle zu ihr und bittet um Ihr Vertrauen.
Ein tägliches Überleben zwischen Magie, Technik, Glauben und schnell gezogenen Schwertern beginnt für die drei.
Leider konnte mich die Geschichte so gar nicht überzeugen. Bei 50 % war gerade mal die erste Prüfung geschafft. Isola glaubt den Gefühlen von Lucan nicht. Glaubt nicht an ihre eigene Stärke und jammert in ihren Gedanken ständig vor sich hin, hat aber in den richtigen Augenblicken die Supergirl-Kräfte am Start.
Die Liebesgeschichte hat für mich nicht hineingepasst und hätte auch draußen bleiben können. Nach 220 Seiten kam schon kaum noch was Neues in meine Notizen, was nicht als Spoiler noch hätte erwähnen können. Für mich eine Geschichte die nicht in Schwung kommt, keinen Tiefgang hat und eine viel zu verängstigte Hauptperson, die nicht von sich überzeugen kann auf keiner Ebene.





Bachelorette Party
von Camilla Sten
2012, eine kleine Schäreninsel in Schweden (winzige Inseln mit meist nur ein bis zwei Häuser und in ner halben Stunde einmal umrundet), ein Junggesellinnenabschied von vier Freundinnen.
2022, seit zehnt Jahren gelten die vier Frauen vom JGA aus 2012 als verschwunden. In diesem Jahr treten die nächsten Frauen dort einen JGA an. Auf der Insel, wo mittlerweile ein brandneues Hotel eröffnet hat, mit Schwerpunkt Yoga, Ernährung und Ganzheitlichkeit. Nur die fünf Frauen, die Inhaberin und der Koch. Es soll eine Party werden mit Spaß, Alkohol und ein letztes Mal so richtig die Freiheit für die Braut.
Doch es soll anders kommen als sie dachten.
Tessa, eine der Teilnehmerinnen im Jahr 2022 hat so gar keine Lust auf den JGA. Die Braut kennt sie noch aus ihrer Studienzeit, sie würde aber lügen, würde sie sagen sie ständen sich so extrem nahe. Doch Tessa betrieb bis vor kurzen einen True-Crime-Podcast und ist fasziniert von dem, was vor zehn Jahren auf dieser kleinen Insel passiert ist. Aus ihrer Sicht lesen wird die Geschichte.
Auf die regelrecht Nebenfiguren, von der Braut über Tessas Schwester und die “Neue“ im Team brauch ich nicht viel zu schreiben, da alle keine wirkliche Tiefe für die Geschichte bringen. Interessant ist nur Irene, denn sie ist die Inhaberin des Hotels. Und sie ist die Schwester der toten Matilda, welche damals schwanger war und eine der verschwundenen Teilnehmerinnen ist.
Die Geschichte spielt hauptsächlich in der Gegenwart mit dem Besuch der Insel, dann des Öfteren im Jahr 2012, wo es um die Zeit vor dem JGA geht und ein paar wenige Male um die Zeit dazwischen.
Die Autorin machte es selbst mir, die ich mir Notizen machte, wer in welche Zeitschiene gehörte und mit wem verwand, war nicht immer ganz leicht. Zu viele Namen, zu oberflächlich und viele Zeitsprünge haben mich so manches mal verwirrt.
Zu schnell war aber offensichtlich, welches Katz- und Mausspiel in der heutigen Zeit stattfindet. Zu schnell offensichtlich das schon zum Anfang etwas nicht stimmt und wer dahintersteckt. Leider gab es für mich keine wirklich interessante Geschichte. Zu sehr kann man sich schnell einen Großteil der Gründe für die Rache zusammenreimen und wer hinter den meisten Taten steckt. Bei einer Insel von nur wenig Fläche, mit null Versteckmöglichkeit (was oft genug betont wurde) auch kein Wunder.
Das Buch war in sich flüssig und schnell zu lesen, auch wenn man zu oft über die Namen stolpert und Zusammenhänge nochmal in den Notizen nachlesen musste. Aber leider ist es für mich keine Geschichte, die von Spannung erfüllt ist. Für jemanden, der schnell mal was zur Hand braucht ok, aber ansonsten wenig lesenswert.





The Rainshadow Orphans
von Naomi Ishiguro
Was ist es für ein wunderschönes Buch, vom Cover über den Buchschnitt. Aber leider konnte mich die Geschichte nicht ansatzweise genauso überzeugen.
Die Geschichte umfasst nicht mal 3 Tage wird aber auf 640 Seiten in die Länge gezogen. Mit ständigen Wiederholungen, ausschweifenden Erklärungen und teilweise Szenen, geschrieben für Menschen die eine Merkfähigkeit eines Goldfisches haben. Alleine die Einleitung von gut 200 Seiten hat mich schon gruseln lassen, wo die Geschichte noch hingehen wird.
Warum müssen Gedankengänge zu lesen sein und im nächsten Abschnitt erklärt Person A Person B seine Gedanken, um den Leser somit diese doppelt zu präsentieren.
Dann kommt leider auch die zu große Anzahl an Charaktere, die alle keine wirkliche Tiefe mit sich bringen. Gerade der jüngste mit dem 10-Jährigen Haru, der Kronprinz, konnte ich mich nicht anfreunden.
Toshiko muss dafür kämpfen, dass sie mit ihren 17 Jahren als erwachsen betrachtet wird. Dann kommt der 10-Jährige der sich über ein Schatteneichhörnchen als Freund erfreut und dann an anderer Stelle wie ein Erwachsener agiert und denkt. Er wird dann für Szenen benutzt, um die Welt zu erklären, wie man es hätte schöner machen können (z.B. die Sonnengeister).
Gefühlt hatte die tote Tante Reiko mehr Tiefgang als die meisten Charakter und das ist schon heftig bei einer Person, über die man nur spricht und selbst nicht mehr aktiv wirken kann. Kater Mochi war für mich mein Highlight aller Lebewesen.
Die Sprache ist bildhaft und bunt. Man hat immer das Gefühl in einem Garten voller Kirschbäume zu sein, egal wie dunkel die Szene auch ist. Die Stimmung hat immer etwas von einem Film. Leider ist sie aber auch stellenweise zu einfach und zu langweilig und man möchte den Szenen mehr Drive geben.
Die Welt, welche an eine Vermischung aus Fantasy mit Sci-Fi Elementen erinnert, konnte mich leider nicht überzeugen. Gerade zum Ende musste ich queer lesen, da ich nicht mehr den Nerv fand mich durch die Story zu beißen. So schwerfällig war es nach 500 Seiten geworden.





Enigma – Wahrheit, Begehren, Dunkelheit
von RuNyx
Enigma – Wahrheit, Begehren, Dunkelheit - Die perfekte Mischung aus Liebe, Verrat und dunklen Intrigen so lautet der Titel des Buches, welches für mich ganz klar in die Kategorie Dark Love gehört.
Ich habe eine Geschichte erwartet, die mich mitnimmt, die mich mitfiebern lässt, welche mich miträtseln lässt warum Salems Schwester und so viele andere Leute sterben mussten.
Den wir erfahren recht früh das Salem nur an die Mortimer, der Eliteuni, geht, um herauszufinden was dort im Geheimen passiert. Schnell erfahren wir von ihrem Interesse am Tod (Wissenschaftlich), dem Willen zu erfahren was zu den Schicksalsschlägen Ihrer Familie führte und wie sie als Person ist.
Verschlossen, abweisend und das Gefühl nie geliebt wurden zu sein verfolgen die junge Frau. In einer Familie, wo nur noch Ihre Mutter lebt, diese sich aber nie als die „Kuschelmutter“ präsentierte, die wir doch alle brauchen konnten.
Jetzt beginnt die 20-Jährige ihr Studium zur Forensik, findet Bekanntschaften, die zu Freunden werden und nähert sich dem geheimnisvollen Caz. Dieser hat viele dunkle Geheimnisse und ist natürlich der optische Halbgott in Schwarz. Als „Wunderkind“ im Studienfach Kunst, wird er bewundert, andere haben Angst vor seiner Ausstrahlung.
Schnell findet sie raus, dass ihr Professor nicht unschuldig am Tod ihrer Schwester ist und eine geheime Gesellschaft ihre Finger mit im Spiel hat. Wer jetzt eine Story erwartet mit Rätsel raten, Leute beobachten, Indizien sammeln, Verdachtsmomenten und Beweise auswerten wie in Geschichten von Holly Jackson wird leider sehr enttäuscht.
Die Story zieht sich zu 80% nur um das Seelenleben von Salem und ihre körperlichen Aktivitäten mit Caz und dem seinen Antiaggressionsproblem und das er nicht versteht, dass Menschen kein Eigentum sind.
Sexuelle Passagen sind beschrieben, wie ein Porno in Bildern aufgebaut ist. Von Erniedrigung ihrer Person, was als Lust beschrieben wird (Penetration mit einem Gegenstand mitten während der Vorlesung, Schmerzhafte Berührungen, ohne vorher zu fragen, ob das gewollt ist, über sie herfallen, wo es nur geht) über Penisvergleiche (er stand ihr hoch bis ins Kreuz – 40cm?) und seinen Gedanken gegenüber Revalern („er hat schon verloren, denn ich weiß ich habe den größeren Schwanz“) dominieren die Geschichte.
Die Geschichte möchte sich in eine Lovestory mit Suche nach dem Mörder verpacken und beim Öffnen der Verpackung kommt eine Dark Lovestory mit leider fast null Inhalt herum. Zum Ende es Buches, nach fast 500 Seiten, wird mal ganz kurz erklärt, warum die Menschen alle tot sind, als ob man es noch schnell zwischen zwei Quickies erklären müsste.
Wer auf ein Buch mit sehr wenig Story und viel detailreichem Sex steht mag es was sein, mir persönlich fehlte das, was der Klappentext versprach mit Spannung und Lovestory.





Tokyo
von Tokuro Nukui
1993 erschien „Schwarzer Sommer“ in Japan unter dem Originaltitel **„慟哭“ (Dōkoku / „Scream“) **. Jetzt hat es seinen Weg in den deutschen Buchhandel gefunden und versucht seinen Erfolg von 500.000 Exemplaren bei uns weiterzuführen.
Der Autor führ uns ins Japan der frühen 90er Jahre, wo die Polizei versucht, herauszufinden, wo die zwei vermissten Mädchen aus Oktober und November des Vorjahres geblieben sind. Wie eines der Mädchen tot aufgefunden wird, wird eine SoKo zusammengestellt, um den Mörder aufzuspüren.
Wir erleben den Leiter des Dezernat für Tötungsdelikte Saeki. Dieser gilt als typischer Behördenpolizist, welcher über ein Studium in den Polizeidienst kam und recht schnell befördert wurde. Auf der Straße musste er noch nie seinen Dienst verrichten. Er gilt als eigen, sehr introvertiert, streng und verschlossen, wenn es um sein Privatleben geht. Er ist der Polizist, den kaum jemand mag.
Okamota ist wiederrum der „kleine“ Polizist, welcher die Ausbildung von ganz unten begonnen hat und dessen Aussichten so erfolgreich weit zu kommen wie sein Chef, eher schlecht stehen.
Die Spannung im japanischen Polizeidienst lesen wir immer wieder. Die Polizisten, welch es von klein auf lernen (klassische Ausbildung) hacken hinter vorgehaltener Hand auf die Karrierebeamten rum (Studierten und über Connection), welche mehr geschafft haben und dies bei meist weniger Einsatz. Dennoch lesen wir, egal wieviel gedisst und gemobbt wird, es immer bei der typischen Höflichkeit bleibt.
Der andere Geschichtsstrang handelt von einem Mann in den 30ern, welcher von Anfang an zu verstehen gibt, dass er einen Verlust erlitten hat. Ein großes, schwarzes Loch in seiner Brust, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Keine Arbeit, Frust, Einsamkeit und Suche nach Erlösung lassen ihn durch den Tag streifen. Bis er auf eine junge Frau trifft, welche für ihn betet. Einfach so. Er findet seinen Weg in eine der sehr vielen Glaubensgesellschaften Japans (die Summe wird im Buch erwähnt und ist unvorstellbar hoch) und findet dort nach und nach Hilfe für sein Empfinden. Doch der Preis in solchen Religionsgemeinschaften sind sehr schnell sehr hoch.
Wir verfolgen also eine ratlose Polizei und einen Menschen, den wir nicht wirklich greifen können. Beide Geschichtsstränge führen zum Ende hin zusammen und geben eine klare und ersichtliche Auflösung, die man jedoch so nicht zu hundert Prozent erahnt, sondern nur ein bisschen bis dahin. Zu oft wird dafür im Buch auf die Probleme in Saekis familiäre Situation hingewiesen und auch Wiederholungen in der täglichen Sicht unseres Gläubigen.
Der Schreibstil ist unserem westlichen nicht viel anders, so dass man sich nicht umstellen muss. Die Namen kann man schnell zuordnen, und sonst einfach mal nen Zettel schreiben. Die Geschichte ist eher sehr langsam mit einem zu ruhigen Mittelteil, bevor das Ende wieder richtig anzieht.
Alles in allem war es für mich jedoch weniger ein Thriller als ein Gesellschaftsdrama, was zeigt, wo Menschen mit ihren emotionalen Problemen verbleiben, wenn die eigene Welt untergeht und niemand einen aufzufangen bereit ist.









