Kundenrezensionen
drachenzahn
empfiehlt:





Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)
von Anja Fislage
Diese außergewöhnliche Collage aus spannender Erzählung, tagebuchartigen Einträgen, fantastischem Lexikon und feinfühliger Charakterstudie hat mich nachhaltig beeindruckt. Smeralda Bohms ist ganz sicher keine gewöhnliche Heldin. Ihr eigenwilliger Blick auf die Welt lässt uns staunen, schmunzeln und manchmal innehalten. Anja Fislage gelingt es, ihrer autistischen Protagonistin eine authentische Stimme zu verleihen und dabei eine intelligente, ungewöhnlich aufgebaute Fantasygeschichte zu erzählen.
Smeralda Bohms ist eine zwölfjährige Kryptozoologin, also in ihren Augen eine ernstzunehmende Wissenschaftlerin. Sie kennt sich mit verborgenen Kreaturen aus, beobachtet sie mit wissenschaftlicher Präzision und führt ein Bestiarum über ihre Erkenntnisse. Bislang werden ihre Fähigkeiten nur von ihrem besten Freund Kenji und ihrer Schwester Phi anerkannt, doch dann plötzlich ändert sich alles und sie erhält mehr Aufmerksamkeit, als für ihr Leben gut ist.
Was mich besonders begeistert hat, ist der hintergründige Humor des Buches. Da Smeralda offensichtlich unter dem Asberger Syndrom leidet, obwohl dies nie so benannt wurde, kann sie menschliche Gefühle und Ironie nicht immer nachvollziehen und nimmt ihre Umwelt auf sehr eigene, oft skurrile Weise wahr. Das sorgt für viele komische Momente, wirkt aber nie lächerlich oder überzeichnet. Im Gegenteil: Gerade durch ihre Perspektive wird man zum Nachdenken über Wahrnehmung, Anderssein und soziale Normen angeregt. Auch tiefere Themen wie Krankheit und Verlust finden auf natürliche Weise Eingang in die Geschichte, ohne sie zu überfrachten. Einzig der Antagonist in der Geschichte wirkt mit seiner affektierten Art gelegentlich etwas überzogen.
Besonders hervorzuheben ist die gestalterische Umsetzung des Buches. Da es sich im Kern um Smeraldas Bestiarum handelt, werden immer wieder Fußnoten sowie Smeraldas Zwischenbemerkungen, Schwarz-Weiß-Zeichnungen der Charaktere, farbige Illustrationen mit Notizen von allen erwähnten Kreaturen, Skizzen, Briefe und andere Textsorten in das Erzählgeschehen eingebettet. Diese kreative Form macht das Buch zu einem echten Erlebnis, auch visuell.
Fazit: Bei Smeralda Bohms Bestiarium handelt es sich um ein ebenso kluges wie warmherziges Buch, das mit Tiefe, Witz und Originalität überzeugt. Es ist ungewöhnlich in der Form, berührend in der Wirkung und absolut lesenswert!
Camilla
empfiehlt:





Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)
von Anja Fislage
Mein Sohn hat das Buch gelesen und innerhalb kürzester Zeit verschlungen! Er fand es wirklich richtig, richtig gut. Smeralda fand er sympatisch, die anderen Charaktere waren gut. Die Böse war böse genug. Er war von der Vielzahl von Bestien fasziniert. Besonders, dass es nicht die "Klassiker" waren die man sonst so aus den Büchern kennt wie Greife z.B. sondern neu erfunde. Wie der Werhase oder besonders hervorzugeben: Die Phantomkatze. Die hätte mein Sohn nun sehr gerne als Haustier ;)
Sonst sind die Illustrationen sehr schön gestaltet und sehr gelungen. Zielgruppe ist genau zwischen Kindern und halt doch noch kein echter Teenager. Also angenehme Sprache, hoher Spannungsbogen, aber kein Liebeskitsch. Einzig allein die Situation, dass Smeralda quasi anfangs ihre Familie belügen musste über ihre Schule hat ihm nicht so gefallen. Das hat ihn emotional ein bisschen mitgenommen. Aber alles in allem ein super Buch!
Gavroche
empfiehlt:





Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)
von Anja Fislage
Smeralda Bohm, 12 Jahre alt und Krypto-Zoologin. Was ist denn das? Nun, sie erforscht Wesen, die eigentlich gar nicht existieren, aber das so genannte Geheime Institut hat hier definitiv etwas gegen diese Forschungen.
Schon das Cover und die Warnung auf der Rückseite des Buches sind einfach mega gestaltet und eine Einladung mit der direkten Ansprache.
Überhaupt ist die Gestaltung des Buches so schön und liebevoll gemacht. Hier hat der Illustrator Helge Vogt eine gute Arbeit geleistet, denn seine Illustrationen passen so gut zum Text von Anja Fislage. Immer wieder gibt es Warnungen und direkte Ansprachen, Fußnoten und "Karteikarte" zu den einzelnen Wesen wie zum Beispiel dem Mottenmensch. Ein Polaroid und Beschreibung des Wesens. Die Forschungsergebnisse wirken so authentisch, wie mit echten Notizen im Nachhinein ergänzt.
Aber was wäre die schöne Aufmachung ohne eine gute Geschichte? Genau, die braucht man auch und gerade die findet sich hier ebenso. Eine tolle Gesamtkomposition. Ich freue mich schon auf den zweiten Band.
tonton
empfiehlt:





Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)
von Anja Fislage
"Smeralda Bohms Bestiarium" ist ein tolles Buch für Kinder, die gruselige Geschichten mögen.
Was einem sofort auffällt, ist das beeindruckende Cover mit den gefährlich aussehenden Bestien. Im Buch gibt es außerdem viele farbige Illustrationen im gleichen Stil, die sehr viel zur Atmosphäre beitragen. Die Optik und die Aufmachung finde ich richtig klasse.
Die Handlung ist abenteuerlich, spannend und stellenweise durchaus grausam. Man sollte daher beachten, dass die Leser nicht zu allzu ängstlich sind.
Die Geschichte wird quasi im Tagebuchformat erzählt. Der Schreibstil ist zwar witzig, für das angegebene Zielalter (ab 11 Jahren) aber relativ anspruchsvoll. Der Text enthält viele "wissenschaftliche" Beschreibungen der Kreaturen und Erfindungen, sowie zahlreiche Notizen und Zusatzinformationen. Das passt aber gut zur Geschichte, da Smeralda sich als echte Wissenschaftlerin versteht und ihr Notizbuch entsprechend führt.
Die Fantasiewelt ist sehr spannend gestaltet. Der Leser taucht in eine Welt voller gefährlicher Kreaturen und interessanter Figuren ein.
Insgesamt eine spannende und fantasievolle Lektüre.
Anno
empfiehlt:





Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)
von Anja Fislage
Zugegeben, an den Schreibstil musste ich mich erst etwas gewöhnen. Dieser ist in einer Art erzählerischen Tagebuch-Stil verfasst, bewusst etwas wissenschaftlich nüchtern und wird von zahlreichen Fußnoten und Infokästen unterbrochen. Trotzdem spricht der Autor durch seine Protagonistin Smeralda den Leser direkt an und baut auch immer wieder recht humorvolle Situationen in die Handlung mit ein.
Das Buch wird seitens des Verlags ab 11 Jahren empfohlen. In Bezug auf die Handlung stimme ich dieser Empfehlung zu, der Stil des Buches erfordert aber zugleich auch etwas Konzentration, wodurch ich es eher etwas älteren Kindern und/oder guten Lesern empfehle.
Mich selbst haben Smeraldas Erlebnisse und die vielen darin vorkommenden Wesen aber enorm fasziniert. Jedoch muss man zu Anfang auch akzeptieren können, dass man vieles aus der Handlung noch nicht einordnen kann. Dazu bin ich irgendwann dazu übergegangen die Anmerkungen separat zu lesen um nicht aus meinem Lesefluss gerissen zu werden.
In wieweit die hier im Buch vorkommenden Krypowesen aus bereits bestehenden Mythologien übernommen wurden, kann ich leider nicht genau bestimmen. Viele waren mir vom Hörensagen bereits bekannt, aber nicht alle. Ich sehe dieses Buch aber eh mehr als fantasievolles, magisches Lesevergnügen und weniger als mythologisches Lehrwerk.
Die Aufmachung des Buchs, beginnend beim Cover, aber auch dank des Design des Vorsatzpapiers und ganz besonders auch dem Druck samt den farbigen Portraits zeugt von einem durchdachten und recht hochwertigen Konzepts, das hier zumindest voll ins Schwarze traf.
Fazit: wenn dich ein quirliger und erfrischend andersartiger Schreibstil fasziniert, du Mystik, Rätsel und Abenteuer toll findest und dich auch von vielen Charakteren und wissenschaftlichen ‚Erklärungen‘ abschrecken lässt, ist dieses Buch wahrscheinlich genau das Richtige für dich!
