Kundenrezensionen von Anno





Pilznavigator Buschfunkistan
von Vanessa Glatzer; Norman Glatzer
Zugegeben, ein alter Hase in Sachen Pilze bin ich nicht. Aber gerade deshalb fand ich dieses Buch auch enorm spannend. Denn es geht anders an die Suche heran. Viel strukturierter. Und was vorher bei mir eher Glück und Blindflug war, bekommt nun Methode. Und das durch die Berücksichtigung mehrerer Faktoren, wie z.B. Zeigerpflanzen, aber und vor allem die Bodenbeschaffenheit und regionalen (Wetter-) Verhältnisse. Hier nutzt das Autorenduo auch digitale Angebote in Form von Internetseiten anhand derer man das eigene Suchgebiet genauer analysieren und kategorisieren kann. Für mich ist das ein ganz neuer Ansatz, aber einer der wirklich sehr viel Sinn ergibt! Dass die Autoren wissen wovon sie sprechen, wird sich im Buch mehr als deutlich. Ihre Tipps wirken äußerst fundiert und sind als Vorbereitung auf die Suche sehr zu empfehlen. Aber auch die Art ihrer Wissensvermittlung gefällt mir gut. Sie beschreiben verständlich, logisch und lassen auch immer wieder persönliche Erlebnisse und Anekdoten einfließen, die den Stoff nahbarer und lockerer machen. Ich habe dieses Buch mit Freuden gelesen, habe ungemein viel von seinem Inhalt gelernt und für mich übernehmen können.





Mission Microraptor - Immer Ärger mit Arty
von Philip Kavvadias
*Schimpfwort*, ist das mal ein tolles Buch! Da fliegt man ja nur so durch die Seiten. Und man will einfach nicht aufhören zu lesen, denn dann könnte man ja etwas verpassen. Die Verfolgungsjagd in der sich Milo und Finn plötzlich befinden, wartet ja nicht!
Und tatsächlich schreitet die Handlung rasch voran und verkörpert die Flucht der Kinder enorm gut. Sogar sprachlich wurde die Situation sehr gut aufgefangen. Die Sätze sind kurz und prägnant. Sie beschreiben gut und enthalten durch Finns Ausdrucksweise auch einen gewissen Witz. Beide Jungs sind tolle, individuell gestaltete Charaktere, die sich in der für sie ungewohnten Situation erst behaupten müssen. Sie werden eher als normale Kinder dargestellt und weniger als Superhelden, wodurch man sich gut in sie hineinversetzen kann.
Zu Anfang werden sie noch von Spezialagenten begleitet, doch mehr und mehr wandelt sich die Situation. Schön dabei fand ich, wie nachvollziehbar sogar die Abenteuer beschrieben wurden- als könne diese Handlung tatsächlich so statt gefunden haben. Und dies überträgt sich auch auf die Glaubwürdigkeit von Arty, der auch unser aller Herzen förmlich zugeflogen sind. Die Angst um sie und ihre Zukunft stachelt daher auch uns enorm an, dieser Serie treu zu bleiben. Denn das Abenteuer hat mit diesem Buch erst begonnen…





Die Perlschweinchen - Ein glitzerndes Geheimnis
von Kira Gembri
Mit den Perlschweinchen sind wir auf ein Buch gestoßen, dass uns sofort gefangen nahm und dazu auch auf ein Wesen, welches unsere Herzen im Sturm erobert hat.
Flo kam ganz rein zufällig zu seinem neuen kleinen Freund. Er ist ein eher schüchternerer Junge, hat aber eine Vorliebe für alle möglichen Schätze, die der in seiner Hoodietasche sammelt. Tja, und da war auf einmal dieses minikleine Schweinchen mit Vorliebe für Glitza, das Flos Leben seither gehörig auf den Kopf stellt. Es schafft mit seiner Magie sogar den Schultag erträglicher zu machen und hilft ihm den stressigen Alltag besser zu überstehen. Seine Eltern haben nämlich kaum Zeit für ihn und sind nach der Arbeit so ausgelaugt, dass für gemeinsamen Spaß kaum Zeit bleibt. Und Flo selbst, der hat auch jeden Nachmittag Kurse. Im Prinzip ist jeder Tag durchgetaktet. Aber kann das alles wirklich so weitergehen?
Dieses Buch erzählt einen Alltag, der vielen Kindern leider vertraut sein wird, und es erzählt vom Mut für sich einzustehen- und das auf verschiedenste Weise. Zugleich ist die Geschichte aber auch ungemein faszinierend und unterhaltsam, was dazu führte, dass wir nur so durch die Geschichte geflogen sind. Ich habe dieses Buch meinem Kind vorgelesen, doch es bietet sich auch (je nach Alter) gut zum selbst Lesen an. Oder man liest im Tandem. Die Erzählweise ist altersentsprechend und es geschieht auch viel in kurzer Zeit, so dass Langeweile keine Chance hat. Dank Knurps, seiner Magie, seinen Streichen und Reimen und seinem Appetit werden selbst alltägliche Situationen zum Abenteuer, die nicht nur Kinder, sondern auch Eltern begeistert. Und mittendrin steckt auch ein feiner, dezenter Fingerzeig, als Eltern mal seine Prioritäten zu überdenken.





Die spannende Welt der griechischen Sagen
von Ursel Scheffler
Ich war auf der Suche nach einem Buch der griechischen Mythologie, das in seiner Erzählweise auch bereits von Kindern verstanden werden kann, und bin auf dieses gestoßen. Die Erzählungen werden hier etwas vereinfacht dargestellt, verlieren aber dabei nicht an Aussagekraft. Wichtige Fakten und auch die umfangreiche Zahl an Protagonisten und Zusammenhänge blieben, falls nötig, erhalten und man ist auch weiterhin beschäftigt einiges für sich einzuordnen, doch das hat die Mythologie eben so an sich.
Ich finde dieses Buch jedenfalls sehr gelungen, interessant geschrieben und auch wirklich bereits für ältere Grundschulkinder geeignet. Wobei hier natürlich keine Altersbegrenzung nach oben vorhanden ist.
Im Buch befinden sich auch farbige Illustrationen, die jedoch eher den Text begleitend dargestellt werden und nur vereinzelt mehr Raum für sich beanspruchen. Sie reichen aber durchaus aus um sich ein Bild der Erzählung machen zu können und sind zudem noch sehr schön anzusehen. Text und Bild sind, nach mein Empfinden, sehr gut auf die Bedürfnisse junger Leser abgestimmt. Und entsprechend positiv war auch die kindliche Reaktion auf dieses Werk.





Wem gehört die Welt?
von Julia Knop
Uiii, uiii, uiii. Dieses Buch hat bei uns, im positiven Sinne für mächtig Gesprächsstoff gesorgt. Denn es ist kein Buch, dass trocken erklärt, nein es beschreibt sehr bildlich und altersgerecht und es stellt dazu noch Fragen, die Kinder dazu bringen selbst nachzudenken und sich eine Meinung zu bilden. Und darüber, und das liebe ich sehr, haben wir uns eben doch recht eingehend unterhalten. Denn so schwarz-weiß ist die Welt oft gar nicht. Immer wieder brach dabei sogar auch der Drang durch von persönlichen Beispielen zu erzählen und diese neu einzuordnen. Und man merkte auch deutlich wie es in diesem jungen Hirn dabei ratterte, wie es das Gelernte aufgesogen wurde und ein begreifen einsetzte . Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber dieses Buch bewegt tatsächlich einiges. Es ist keines, dass man nur stupide und ganz nebenbei (vor-)liest, es animiert richtig schön sich auch mit den geschilderten Sachverhalten auseinandersetzen- auch mit welchen, über die sich mein Kind nie zuvor größere Gedanken gemacht hatte. Und dann, dann kam dieses Buch. Und ich als Mutter bin wirklich dankbar dafür. Ich empfehle aber auch aufs Bauchgefühl zu hören und selbst abzuschätzen ob eigene Kind mit den darin enthaltenen Themen bereits umgehen kann. Denn manche Gedanken lassen einen nicht mehr so rasch los. Das empfohlene Alter von 8 Jahren fand ich daher teilweise etwas niedrig angesetzt.





Sprichst du Wald?
von Hannah Assil
‚Sprichst du Wald‘ ist für mich ein Mischung aus Naturdokumentation und Achtsamkeit. Dieses Buch nimmt uns mit in die Welt des Waldes und dessen jahreszeitlichen Besonderheiten, zeigt Grundlagen und Zusammenhänge auf, stellt in Portraits die Bedeutung typischer Pflanzen und Lebewesen vor, aber vor allem zeigt es auch eine Möglichkeit der Begegnung mit dem Lebensraum Wald, der alle Sinne mit einschließt.
Erst dachte ich bei einer ‚7vs wild‘-Teilnehmerin als Autorin ja eher an praktische Bushcraft-Tipps, aber diese Art Wald zu erleben, wie es hier beschrieben wird, hat stattdessen etwas tief berührendes und erdendes, fast magisches. Thematisch bleibt das Buch jedoch immer sachlich, lässt Spiritualität außen vor und beschränkt sich auf wissenschaftliche Fakten, der autoreneigenen Erfahrung und Begeisterungsfähigkeit. Und die springt definitiv über!
Allein das Lesen selbst hat schon etwas entschleunigendes. Mitunter kam es mir vor als würde eine imaginäre Naturdoku in meinem Kopf abgespielt werden, ich die beeindruckenden Bilder sehen und dem körperlosen Sprecher lauschen, wie er ruhig die gezeigten Situationen beschreibt.
Und ja, das tatsächlich im Buch vorhandene Bildmaterial ist der Wahnsinn! Genauso toll aber ist, wie der Leser an diesen so wunderbaren Lebensraum herangeführt wird, dabei grundlegende Informationen vermittelt und seine Faszination zu spüren bekommt. Es macht Lust, große Lust dem Wald einfach mal mit offenen Sinnen und bewusst zu begegnen.





Ms Atkins und die Bibliothek der Träume
von Vanessa Göcking
Ein bisschen erinnern mich die Türen aus diesem Buch an Kerstin Giers „Silber“ und doch ist die Stimmung und auch die Erzählweise und Funktion der Türen eine andere. Durch sie kommt man mit dem eigenen selbst in Kontakt und verarbeitet, durch die in ihnen wohnenden Träume, Geschehenes nach und nach. Eine schöne Vorstellung! Doch Amanda trifft eines Tages auf eine Tür, die sich nicht öffnen lässt; und auf Menschen, die ihr mit der Zeit und der Hilfe der Bibliothek ans Herz wachsen werden.
Dieses Buch erzählt aber nicht allein aus Amandas Sicht, es wechselt die Perspektiven und erzählt manche Passagen sogar doppelt um ausführlicher in die Empfindungen der einzelnen Beteiligten einzugehen. Die Träume selbst entpuppten sich dabei als längst nicht so phantastisch, wie ich es erst annahm. Doch auch diese ruhige und etwas melancholische Stimmung hat es in sich.
Ich habe mich unwillkürlich dem Tempo angepasst und dieses Buch mit bedacht, aber auch mit großem Interesse gelesen. Ich fand es toll mitzuerleben, wie Amanda die Geheimnisse der Bibliothek kennenlernt auf Robert, Henry und auch Xiao Mei triff, und diese sie auf ihrem Weg begleiten. Bis, ja bis, sich irgendwann auch die verschlossene Tür öffnet und das was sich dahinter verbarg mich zu Tränen rührte.





FIVE - Das Ticken der Zeit
von Ilona Bannister
Das ist wirklich mal eine ungewöhnliche Art eine Handlung zu erzählen. Im Grunde behandelt dieses Buch die Vorkommnisse weniger Minuten, wird aber auch von Rückblicken auf die involvierten Personen begleitet. Dabei wird der Leser immer wieder direkt angesprochen und gezielt gelenkt.
Es gibt 5 Personen um die sich die Handlung sich hauptsächlich dreht. Alle sind eher skurriler Natur und nicht wirklich liebenswürdig. Doch genau damit spielt dieses Buch und schafft es dabei, dass der Leser seine eigenen Emotionen und Erwartungen auf die Identität des Toten immer wieder neu überdenkt. Bei jedem Rückblick, bei jeder Personenvorstellung war mir derjenige erneut so unsympathisch, dass ich ihn bereits in der Rolle des Getöteten sah. Was sich aber tatsächlich am Bahnsteig abgespielt hat, bleibt lange verborgen. Und das sogar bis nach Ablauf der Zeit. Wie Spannung aufrecht erhalten werden kann, weiss die Autorin und nutzt das auch bis zum Schluss.
Und zurück bleibe ich, die mir der gesamten Handlung und den Emotionen, die sie in mir auslöste, etwas hadere. Und gleichzeitig bin ich auch wahnsinnig begeistert, wie geschickt die Autorin das alles angegangen ist.





Juli im Land der Zeitgeister
von Wieland Freund
Die Gestaltung dieses Buchs hat uns sofort angesprochen. Dieser leichte Retrotouch beschränkt sich jedoch nicht nur auf Cover und Vorsatzpapier, sondern zieht sich durch die gesamte Handlung, in der mechanische Uhren eine große Rolle spielen- selbst im Aufbau der Welt. Auch der Schreibstil weckte rasch unser Interesse. Man wird sozusagen ohne großes Vorgeplänkel ins Abenteuer geworfen und trifft auf Seltsamkeiten, die jedoch nach und nach mehr Sinn ergeben. Trotzdem hat mich diese Geschichte nicht in Gänze überzeugt. Mit fehlte etwas an ihr, eine Art letzter Kniff. Lange beschäftigt sich die Geschichte mit der Reise unserer Heldengruppe, warum aber die Dinge sind, wie sie sind und was sich dahinter verbirgt, wir spät klar. Dadurch hängt man etwas in der Luft und versteht die Vorgänge nicht so gut. Die Welt in der das alles spielt, ist aber originell und besonders die Zeitgeister haben uns sehr, sehr gut gefallen.
Alles in allem war es ein interessantes Leseerlebnis, keines aber das heraussticht.





Sterne finden ganz einfach
von Klaus M. Schittenhelm
So ein Buch habe ich schon lange gesucht! Ich finde die Sterne faszinierend, aber mehr als den großen Wagen und den Polarstern erkannte ich am Himmel kaum. Und leider gab es auch niemanden, der es mir hätte erklären können, wie ich die ganzen Sternbilder zuverlässig finde. Schaut man in andere Bücher dann findet man oft unübersichtliche Karten des gesamten Himmels, die mir persönlich überhaupt nichts bringen und viel zu kompliziert sind.
Dieses Buch geht aber anders an die Sache heran. Es zeigt anhand von markanten Punkten, wie man ein Sternbild wirklich findet, gibt Richtungen an und zeigt anhand von einem Bild die Entfernungen zwischen den Sternen mit Hilfe von Handbreiten an und weitere Symbole machen sogar auf besonders helle Sterne oder für die Fernglasbeobachtung interessante Objekte aufmerksam. Für mich wurde dadurch der Himmel zum ersten Mal begreifbar und ich konnte endlich ohne größere Probleme nachvollziehen wo ich welches Sternbild finde. Es war wie eine Offenbarung!
Sterne finden ist fast intuitiv aufgebaut. Es nutz zu Anfang eine kurze Erklärung zu Handhabung und gibt praktische Tipps für den eigenen nächtlichen Ausflug. Danach zeigt es die einzelnen Sternkonstellationen, gegliedert nach Jahreszeit, bevor es sich gegen Ende auch noch mit noch weiteren Phänomenen am Himmel befasst.
Jedem Sternbild ist ein erklärender, leicht verständlicher und interessanter Text gewidmet der zum einen Tipps zur Lokalisation, aber auch Infos über Sterne der jeweiligen Sternengruppe enthält und vom bereits beschriebenen Nachthimmelausschnitt begleitet wird. Unten in der Ecke aber findet man noch ein weiteres Highlight: die Mythen und Sagen, die sich um diese Sterne ranken. Erst sie machen aus den Sternen etwas Magisches. Immer schon habe ich davon geträumt irgendwann mit meinen Kindern in den Nachthimmel zu schauen und ihnen Geschichten zu den Sternen erzählen zu können. Jetzt könnte das sogar Wirklichkeit werden!









