Kundenrezensionen von drachenzahn





Let's talk about - Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch
von Cora Bieß; Berghof Foundation
Dieses Buch ist derzeit leider wieder besonders aktuell und notwendig. Auch Kinder sollten verstehen, was in unserer Welt passiert und den Ursachen auf den Grund gehen. Besonders gelungen ist, dass die Heranwachsenden sich nicht nur passiv mit dem Thema beschäftigen, sondern aktiv einbezogen werden. Sie sollen ankreuzen, Pro und Kontra diskutieren, Schlagzeilen formulieren, ein Quiz absolvieren, eigene Erfahrungen reflektieren oder sich etwas vorstellen.
Der Band teilt sich in vier größere Kapitel. Das erste beleuchtet näher, was Kriege sind, wie sie entstehen, aber auch wie verhindert oder beendet werden können. Im Kapitel „Flucht und Migration“ werden außerdem die Folgen gewaltsamer Konflikte thematisiert. In „Frieden und seine Voraussetzungen“ geht es darum, wie Frieden geschaffen sowie gesichert werden kann und wie es möglich ist, im Alltag Frieden herzustellen. Im letzten Teil gehen wir dem persönlichen „Konfliktverhalten“ auf die Spur. Warum sind Konflikte wichtig? Wie geht man konstruktiv mit ihnen um und wie gelingt ein gerechtes und friedliches Miteinander.
Das Buch wird für 12-Jährige empfohlen, aber ich denke, bereits Grundschüler verstehen die Inhalte und können die vorgeschlagenen Aktivitäten erfüllen. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Buch im Ethikunterricht Verwendung findet. Man findet wirklich viele Texte, die sich gut einsetzen und durch die bewusste Aktivierung auf den Seiten leicht mit verschiedenen kreativen und produktiven Methoden verbinden lassen.
Insgesamt ist dieses Buch sowohl für die private Auseinandersetzung als auch für den Einsatz im Unterricht geeignet. Die Texte sind sachlich und ausgewogen formuliert, vermeiden Vereinfachungen und eröffnen verschiedene Perspektiven auf ein komplexes Thema. Ein wichtiges und zugleich gut zugängliches Buch für junge Leser. Empfehlenswert!





Südkorea
von Christin Bohnke
Dieses Buch fängt die besondere Ausstrahlung Südkoreas auf beeindruckende Weise ein. In großformatigen, detailreichen Illustrationen wird der Leser in die faszinierende Welt dieses asiatischen Landes hineingezogen. Obwohl Südkorea nur etwa ein Drittel der Größe Deutschlands besitzt, hat es mit seiner Kultur längst Menschen auf der ganzen Welt begeistert. K-Pop, Manhwa und K-Dramen gewinnen auch im Westen immer mehr Fans.
Auf jeder Doppelseite wird ein neues Thema näher beleuchtet. So erfährt man unter anderem Spannendes über die „Meerjungfrauen“ von Jeju, die koreanische Schrift, den Aberglauben, die dort ansässigen Glaubensvorstellungen, Taekwondo, den Schulalltag oder die Bedeutung des Alters in der koreanischen Gesellschaft. Auch die Landschaft und Tierwelt des Landes werden vorgestellt. Die Texte sind klar und leicht verständlich geschrieben, sodass auch Kinder ab etwa zehn Jahren gut folgen können.
Besonders beeindruckend sind die großformatigen, farbigen Illustrationen. Sie füllen jeweils eine ganze Doppelseite und laden zum genauen Hinsehen und Entdecken ein. Die Darstellungen wirken lebendig und authentisch, ohne dabei kitschig zu sein. So erwischt man sich immer wieder dabei, dass man durch die Seiten blättert und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will.
Das Buch ist eine wunderbare Einladung, Südkorea näher kennenzulernen und vielleicht einmal tatsächlich zu besuchen. Es begeistert sowohl Fans der koreanischen Kultur als auch Leser, die dieses faszinierende Land erst noch entdecken möchten. Ich kann insofern sowohl das Land als auch das Buch nur empfehlen.





Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe
von Nicole Roling-Brügging; Nadine Schreiber
Der Auftaktband dieser Reihe bringt frischen Wind in die klassische Ponyhofgeschichte. Statt gewöhnlicher Pferde stehen hier bekannte Märchenfiguren im Mittelpunkt, die von einer Fee in Ponys verwandelt wurden. Mit viel Magie, Humor und einer großen Portion Fantasie entsteht so eine unterhaltsame Geschichte, in der vor allem Freundschaft, Mut und Zusammenhalt eine wichtige Rolle spielen.
Im Zentrum des ersten Bandes steht Schneewittchen. An ihrer Seite sind Rapunzel, Dornröschen, Aschenputtel, Froschkönig Frido, die kleine Meerjungfrau Nixe und Hans im Glück. Jede Figur besitzt ihren ganz eigenen Charakter und wird auch in zahlreichen wunderschönen Schwarz-Weiß-Illustrationen so eindeutig dargestellt, dass man sie gut auseinanderhalten kann. Trotz der vielen eingeführten Figuren gelingt es der Geschichte, den Überblick zu bewahren und die Leser nicht zu verwirren.
Die Geschichte selbst ist recht einfach gestrickt, wird aber genau den Geschmack von achtjährigen Pferdenarren treffen. Obwohl sie wahrscheinlich vordergründig an Mädchen orientiert ist, könnten sicher auch Jungen ihren Spaß mit dem Band haben. Die Ausgangsidee des Buches ist, dass mehrere Märchenfiguren keine Lust mehr auf ihr Leben im Märchenreich hatten. Da verwandelte sie die Fee Endora kurzerhand in Ponys und versetzte sie auf einen Märchen-Ponyhof. Um wieder zurück zu kommen, muss jeder von ihnen eine gute Tat vollbringen. Da dies als Tier natürlich schwerer zu erreichen ist, bekommt jeder eine andere, zunächst geheim gehaltene Zauberkraft.
Im Laufe der Geschichte möchte Schneewittchen dem Mädchen Mila dabei helfen, ihre Scheu vor Pferden abzulegen, damit diese einen Vortrag für die Schule meistern kann. Die Probleme von Mila und ihrer Freundin Jonna sind dabei lebensnah und nachvollziehbar, sodass sich Kinder im Grundschulalter gut mit ihnen identifizieren können.
Mit Augenzwinkern erzählen Nadine Schreiber und Nicole Roling-Brügging eine amüsante Geschichte über Freundschaft, Mut und Selbstvertrauen. Ein wunderschönes Buch für junge Pferdefreunde!





Tiere und Pflanzen lebensgroß
von Daniela Strauß; Dr. Hannes Petrischak; Holger Haag; Felix Weiss; Katrin Hecker
Das Buch „Tiere & Pflanzen lebensgroß“ ist ein wunderschön gestaltetes Nachschlagewerk für die ganze Familie. Jede Tier- oder Pflanzenart wird auf einer, manchmal auch auf zwei Seiten vorgestellt. Besonders beeindruckend sind die originalgroßen Abbildungen, durch die man einen sehr guten Eindruck davon bekommt, wie die einzelnen Arten tatsächlich aussehen. Bei manchen Darstellungen habe ich zwar das Gefühl, als würden die Größenverhältnisse nicht ganz passen, allerdings variiert die tatsächliche Größe vieler Tiere und Pflanzen in der Natur ohnehin.
Die heimische Flora und Fauna wird übersichtlich nach Jahreszeiten gegliedert vorgestellt. In kurzen, gut verständlichen Kapiteln erfährt man beispielsweise im Frühling mehr über die zurückkehrenden Zugvögel, während im Sommer verschiedene Schmetterlinge im Mittelpunkt stehen. Im Herbst geht es um Tiere und Pflanzen, die sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, und im Winter richtet sich der Blick vor allem auf Standvögel und Nadelbäume.
Neben den zahlreichen Informationen zu den einzelnen Arten enthält das Buch auch viele praktische Tipps für Naturfreunde. So wird erklärt, welche Nisthilfen sich für Vögel eignen, wie man Insekten in den Garten locken oder Tiere beim Überwintern unterstützen kann. Auch Anleitungen zur Herstellung von Vogelfutter sind enthalten. Ein besonderes Extra ist die Möglichkeit, mithilfe der kostenlosen App Kosmos Plus die Stimmen vieler Tiere anzuhören und so die Natur noch intensiver zu erleben.
Insgesamt ist „Tiere & Pflanzen“ ein liebevoll gestaltetes und informatives Naturbuch, das zum Entdecken, Nachschlagen und genaueren Beobachten der heimischen Tier- und Pflanzenwelt einlädt.





National Geographic Kids - Lexikon des Weltalls; ein visuell spektakuläres Nachschlagewerk zu Astronomie und Raumfahrt für Kinder ab 8
von David A. Aguilar
Dieses Buch ist ein echter Blickfang. Die großformatigen NASA-Fotografien, eindrucksvollen 3D-Grafiken und Illustrationen ziehen den Leser sofort in ihren Bann und laden zum Staunen ein. Jede Doppelseite widmet sich einem neuen Aspekt des Weltalls. Sterne und Planeten werden vorgestellt, schwarze Löcher verständlich erklärt, die Milchstraße erkundet. Darüber hinaus versucht das Buch einen Blick in die Zukunft und spekuliert ob es außerirdischem Leben gibt oder eine Besiedlung des Mars möglich wäre.
Besonders überzeugend ist der durchdachte Aufbau. Zu jedem Thema gibt es einen kurzen Überblickstext, ergänzt durch Tabellen und vertiefende Infokästen wie „Schon gewusst?“ oder „Sternenexperten“. So kann man ganz nach Interesse lesen, gezielt nachschlagen, sich intensiv mit einzelnen Themen beschäftigen oder einfach neugierig durch die Seiten blättern. Das Buch lädt damit eher zu einem Streifzug durch das Universum ein als zu klassischem, linearem Lesen.
Die Sachtexte sind gut verständlich geschrieben, sodass auch Leser ohne Vorkenntnisse einen leichten Zugang zu den komplexen Inhalten finden können. Zwar ist das Buch für Grundschulkinder ab etwa acht Jahren konzipiert, doch auch ältere Jugendliche werden hier viel Interessantes entdecken. Selbst Erwachsene können noch Neues lernen. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass ein Tag auf der Venus ganze 243 Erdentage dauert.
Insgesamt handelt es sich um ein visuell beeindruckendes und inhaltlich fundiertes Nachschlagewerk, das Wissen auf spannende Weise vermittelt. Eine klare Empfehlung für alle, die sich für das Weltall, Astronomie und Raumfahrt begeistern.





Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)
von Anja Fislage
Diese außergewöhnliche Collage aus spannender Erzählung, tagebuchartigen Einträgen, fantastischem Lexikon und feinfühliger Charakterstudie hat mich nachhaltig beeindruckt. Smeralda Bohms ist ganz sicher keine gewöhnliche Heldin. Ihr eigenwilliger Blick auf die Welt lässt uns staunen, schmunzeln und manchmal innehalten. Anja Fislage gelingt es, ihrer autistischen Protagonistin eine authentische Stimme zu verleihen und dabei eine intelligente, ungewöhnlich aufgebaute Fantasygeschichte zu erzählen.
Smeralda Bohms ist eine zwölfjährige Kryptozoologin, also in ihren Augen eine ernstzunehmende Wissenschaftlerin. Sie kennt sich mit verborgenen Kreaturen aus, beobachtet sie mit wissenschaftlicher Präzision und führt ein Bestiarum über ihre Erkenntnisse. Bislang werden ihre Fähigkeiten nur von ihrem besten Freund Kenji und ihrer Schwester Phi anerkannt, doch dann plötzlich ändert sich alles und sie erhält mehr Aufmerksamkeit, als für ihr Leben gut ist.
Was mich besonders begeistert hat, ist der hintergründige Humor des Buches. Da Smeralda offensichtlich unter dem Asberger Syndrom leidet, obwohl dies nie so benannt wurde, kann sie menschliche Gefühle und Ironie nicht immer nachvollziehen und nimmt ihre Umwelt auf sehr eigene, oft skurrile Weise wahr. Das sorgt für viele komische Momente, wirkt aber nie lächerlich oder überzeichnet. Im Gegenteil: Gerade durch ihre Perspektive wird man zum Nachdenken über Wahrnehmung, Anderssein und soziale Normen angeregt. Auch tiefere Themen wie Krankheit und Verlust finden auf natürliche Weise Eingang in die Geschichte, ohne sie zu überfrachten. Einzig der Antagonist in der Geschichte wirkt mit seiner affektierten Art gelegentlich etwas überzogen.
Besonders hervorzuheben ist die gestalterische Umsetzung des Buches. Da es sich im Kern um Smeraldas Bestiarum handelt, werden immer wieder Fußnoten sowie Smeraldas Zwischenbemerkungen, Schwarz-Weiß-Zeichnungen der Charaktere, farbige Illustrationen mit Notizen von allen erwähnten Kreaturen, Skizzen, Briefe und andere Textsorten in das Erzählgeschehen eingebettet. Diese kreative Form macht das Buch zu einem echten Erlebnis, auch visuell.
Fazit: Bei Smeralda Bohms Bestiarium handelt es sich um ein ebenso kluges wie warmherziges Buch, das mit Tiefe, Witz und Originalität überzeugt. Es ist ungewöhnlich in der Form, berührend in der Wirkung und absolut lesenswert!





Rabid
von Ivy Asher; Raven Kennedy
Die Romantasy Rabid bringt einige Zutaten mit, die grundsätzlich vielversprechend sind: Werwölfe, eine starke weibliche Hauptfigur und eine düstere, von Machtstrukturen geprägte Welt. Aber letztlich verkommt die Geschichte hinter klischeehaften Figuren, einer voraussichtlichen Storyline, teilweise lächerlich anmutenden Plots und einem eindimensionalen Bösewicht.
Seneca hat gerade ihre Mutter unter dubiosen Bedingungen verloren und damit ihren Schutzwall gegen den grausamen und sexistischen Alpha. Sie ist eine selbstbewusste und kämpferische Frau, deren Werwolfhälfte sich ebenso wenig unterkriegen lassen will wie sie selbst. Dennoch wird sie letztlich einem fremden, wilden Wolfsrudel vor die Füße geworfen. Die Chemie zu dem dort ansässigen Alpha ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Allerdings mutet es schon etwas seltsam an, dass die Protagonistin während der Geschichte fast durchgehend nackt herumspringt. Das geht sogar soweit, dass die Versuche des Love-Interests sie einzukleiden, zu einem Running Gag verkommen.
Sicherlich werden reine Romantasy-Liebhaber mit dieser Geschichte vollkommen auf ihre Kosten gekommen. Die Handlung ist relativ kurzweilig, wenn auch wenig glaubwürdig – und damit meine ich nicht die fantastischen Elemente. Die Protagonisten und das neue Wolfsrudel sind auch durchaus sympathisch und interessant. Die Bösewichte hingegen empfinde ich als völlig überzeichnet. Man sollte sich zudem bewusst sein, dass hier Themen wie sexueller Missbrauch angesprochen, wenn auch nicht direkt gezeigt werden. Etwas seltsam sind auch die Spice-Szenen, da hierbei der Mann Knoten entwickelt, sodass er vorerst nicht von der Frau getrennt werden kann. Das widerspricht meiner Meinung nach dem Prinzip der Emanzipation.
Rabid bietet bekannte Romantasy-Zutaten in einem düsteren Setting mit feministischer Grundidee, bleibt in der Umsetzung aber zu klischeehaft und oberflächlich, um wirklich überzeugen zu können. Wer nicht allzu viel Tiefe erwartet, findet hier dennoch kurzweilige Unterhaltung.





Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß
von Disney; Alex Hirsch; Shane Houghton
Mit viel Humor und einem guten Gespür für die Serie führt dieses Buch durch die mysteriöse, aber vor allem verrückte Welt von Gravity Falls. Es greift nicht nur zahlreiche bekannte Episoden auf, sondern fängt auch die Eigenheiten der Hauptfiguren sehr authentisch ein.
Während Dipper mit ernstem Ton vor den Gefahren verschiedener Mysterien warnt, bringt Mabel mit ihren herrlich absurden Kommentaren und Einfällen eine gehörige Portion Chaos und Spaß in den Text. Die beiden Perspektiven sind dabei auch visuell gut voneinander getrennt. Dippers Beiträge erscheinen in Schwarz, wohingegen Mabels Notizen und Ideen sofort durch knalliges Pink ins Auge springen. Das sorgt für eine klare Struktur und natürlich auch für viele Lacher.
Besonders schön ist der interaktive Charakter des Buches. Die Leser werden eingeladen, selbst aktiv zu werden, zum Beispiel durch das Lösen von Rätseln, kreative Bastelaufgaben oder das Entziffern von Geheimcodes. Wer also schon immer wissen wollte, wie man sich in wenigen Sekunden mit Hilfe eines Klebebands einen Haustier-Hut bastelt, ist hier ebenso gut aufgehoben wie alle, die sich für Dippers Dechiffrierung von verschiedenen Codes begeistern.
Ich glaube allerdings nicht, dass ein Neuling wirklich etwas mit dem Buch anfangen kann. Ohne Vorkenntnisse dürften viele Anspielungen, Witze oder Charakterzüge nicht ganz zünden oder verständlich sein. Zudem verrät das Buch einige zentrale Plots, wodurch man sich also unbeabsichtigt spoilern könnte.
Ein herrlich schräges Handbuch für alle Gravity Falls-Fans, das mit Charme, Witz und vielen kreativen Ideen Lust auf ein Wiedersehen mit Dipper, Mabel und Co. macht. Kein klassisches Sachbuch, sondern eine originelle Ergänzung zur Serie – mit Augenzwinkern, Insiderwissen und Bastelschere.





Whisperwicks - Die Suche nach den Flüsterflammen
von Jordan Lees
Whisperwicks hat mich sehr beeindruckt. Von der Tiefe und Qualität erinnert mich die Reihe an Philipp Pullmans „His Dark Materials“. Jordan Lees erzählt auf berührende, kreative und einfühlsame Weise. Und obwohl es sich um ein Fantasybuch handelt, fließen auch Themen ein, die die lesenden Kinder vielleicht in ihrem eigenen Alltag erfahren haben: Scheidung, Trauerbewältigung, Verlust und Freundschaft.
Benjamiah bekommt eines Tages eine seltsame Puppe zugeschickt, die eines Nachts plötzlich zum Leben erweckt und ihn die seltsame Parallelwelt von Winkelwald führt. Diese Welt ist sprichwörtlich ein Labyrinth, das man weder auf Karten erfassen noch sich an alle Straßen erinnern kann. Sobald jemand die gewohnten Pfade verlässt, ist es sehr gut möglich, dass man niemals zurückkehrt. Doch wie soll man in einer solchen unmöglichen Welt etwas finden? Dennoch machen sich Benjamiah und Elizabella auf den Weg, um ihren Zwillingsbruder und eine Möglichkeit nach Hause zu entdecken.
Die Geschichte ist durchweg spannend und kurzweilig. Obwohl die Handlung des Buches abgeschlossen ist, bleiben doch einige Fragen und Probleme offen, die dann in den nächsten zwei Bänden wieder aufgegriffen werden. Die Charaktere sind vielschichtig sowie authentisch. Die ernsteren Themen wie Trauer oder Scheidung werden so einfühlsam, aber nie kitschig oder zu rührselig in Szene gesetzt. Zudem wird man immer wieder mit subtilem Humor und originellen Wendungen überrascht.
Whisperwicks ist ein fantasievoller, klug erzählter Reihenauftakt, der Spannung, Tiefe und emotionale Themen auf beeindruckende Weise miteinander verbindet. Die Geschichte ist atmosphärisch dicht, überraschend sowie berührend erzählt und damit ein Leseerlebnis für Kinder ab etwa zehn Jahren, das auch Erwachsene mitzieht. Ich freue mich auf die Fortsetzung.





Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
von Skye McKenna
Wer eine harmlose und fantasievolle Hexengeschichte mit modernen Elementen sucht, wird hie fündig. Das Buch richtet sich vorrangig an Mädchen ab etwa zehn Jahren. Inzwischen sind in England vier Bände erschienen und der fünfte für Ende 2026 angekündigt.
Im Mittelpunkt steht Cassandra Morgan. Sie lebt zurückgezogen in einem Internat. Ihre einzigen Freunde sind Bücher über Märchen, die sie heimlich aufbewahrt. Ihre Mutter ist seit Jahren verschwunden. Eines Tages erfährt sie plötzlich, dass sie aus einer Familie von Hexen stammt. Ihre Tante Miranda ist die Haghexe und eine der mächtigen Hexen, die verhindert, dass Goblins und andere Feenartige ihr Unwesen in England treiben. Und dann verschwinden immer wieder Kinder. Können Cassie und ihre Freunde den Verschwundenen helfen und vielleicht auch das Geheimnis um Cassies Mutter lösen?
Ich mochte die Interaktionen der Mädchen miteinander sehr gerne. Die meisten sind sehr sympathisch und die Freundschaften, die Cassie im Laufe des Buches findet, werden glaubwürdig aufgebaut. Die Geschichte ist überwiegend spannend, wenn auch etwas vorhersehbar. Einzelne Elemente haben mich auch stark an Harry Potter erinnert. Etwas unlogisch finde ich das Verhalten im Internat. Dort wird alles über Faerie abgelehnt und geleugnet, der Rest der Welt ist sich aber der durchaus realen Gefahr bewusst. Am meisten hat mich aber das teilweise sehr leichtsinnige Verhalten Cassandras gestört. Sie begibt sich mehrfach – trotz der Warnungen ihrer Tante – in Gefahr und unternimmt einige sehr riskante Aktionen. Zudem kommen außer dem Kater Montague im Grund keine männlichen Rollen vor.
Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin, eine fantasievolle Erzählung mit liebenswerten Charakteren zu erschaffen, die neugierig auf die nächsten Bände macht. Toll ist zudem die wirklich geniale Aufmachung des Buches.









