Kundenrezensionen
Verena Gruber aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Endlich ist dieser Roman (wieder) auf Deutsch erhältlich. Im französischen Original erschien er 1995, wurde 1998 auch ins Deutsche übertragen, allerdings unter dem Titel „Die Frau, die die Männer nicht kannte“, und war lange Zeit vergriffen – und vermutlich auch so gut wie vergessen. Dann kam booktok, hat die englische Ausgabe für sich entdeckt und das Buch wurde im Auftrag des Klett-Cotta-Verlags von Luca Homborg großartig neu aus dem Französischen übersetzt. Was für ein großes Glück, dass dieses Buch der bereits verstorbenen belgischen Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Jacqueline Harpman jetzt noch mehr Leser:innen erreichen kann!
Nun aber zum Roman: Neununddreißig Frauen sitzen in einem Käfig unter der Erde – sie wissen nicht, wie sie dorthin gekommen sind, was mit der Welt oberhalb passiert ist. Sie werden von Männern in Uniform bewacht, die sie genau beobachten, aber nicht mit ihnen sprechen. Als ein Alarm ertönt, die Wachen verschwinden und die Tür offensteht, wagt sich die vierzigste Gefangene, die nur das Gefängnis kennt, nach draußen. Wartet dort die große Freiheit auf sie?
Dicht und sehr atmosphärisch erzählt die Autorin von den Dingen, die das Menschsein ausmachen. Eine unglaublich eindrückliche Lektüre!
Katharina Grassmugg
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Jaqueline Harpman hat hier einen dystopischen Romam abgeliefert der sich gewaschen hat.
Vierzig Frauen die in einem unterirdischen Käfig ihr dasein fristen... sie werden bewacht und kontrolliert doch sie kennen alle die Welt wie sie früher war. Alle .. abgesehen von der Protagonisitn.
Sie ist die erste die den Schritt nach draußen wagt nachdem die Wärter verschwunden sind und die Türen des Gefängnisses aufgehen.
Nun müssen die Frauen lernen in dieser Welt zurechtzukommen. Sie bauen sich ein Leben auf, werden älter und sterben. Alle bis auf die protagonisitn die die Außenwelt nicht kannte. Nun muss sie lernen alleine in einer ihr unbekannten Welt zu überleben.
Dieser Roman hat mich teilweise sehr verstört und teilweise sehr beeindruckt. Die Schilderungen der Protagonistin waren wirklich spannend und interessant. Die Geschichte ist sowohl sehr originell als auch wirklich spannend und man versucht immer wieder zu verstehen wir die prtagonisitn sich in der ihr unbekannten Welt zurechtfinden wird.
Ein wirklich interessanter Roman
Tappeiner Elisabeth aus der Athesia-Filiale in Schlanders
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
40 Frauen, eingesperrt unter der Erde zusammen in einem Käfig. Kein Tageslicht. Essensrationen werden ihnen von Wächtern gebracht. Berührungen untereinander sind ihnen nicht erlaubt. Niemand weiß, warum sie hier sind. Niemand weiß, wo sie sind. Eines Tages jedoch öffnet sich die Tür…
Ein unglaublich dichter Roman, der von seiner Atmosphäre lebt. Es passiert nur wenig, doch Harpman schafft es eindrücklich, die melancholische Stimmung einzufangen. Ein Roman, den ich allen empfehle, die Fans von Marlen Haushofers „Die Wand“ sind.
_Le4_
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Die Hauptcharakterin des Buches lebt mit 39 anderen Frauen unter der Erde. Sie wissen nicht, warum sie dort sind, ob sie jemals wieder freikommen werden oder was mit der Welt oberhalb ihres Raumes passiert ist. Als jedoch eines Tages ein Alarm ertönt und ihre Wächter fliehen, bekommen sie die Chance, Antworten auf ihre Fragen zu finden.
Das Konzept des Buches fand ich fesselnd. Wir lernen unsere Hauptcharakterin kennen und sehen diese unbekannte Welt durch ihre Perspektive. Da sie im unterirdischen Gefängnis aufgewachsen ist, hat sie keinerlei Vorstellung davon, wie die Welt früher war. Das ist faszinierend, da uns dadurch Informationen entgehen, die wir vielleicht hätten wissen können, denen aber die Hauptcharakterin kein Gewicht hat zukommen lassen.
Die Welt, die sie außerhalb finden, ist deutlich Scifi-mäßiger, als ich anfangs gedacht hätte. Die ganze Exploration ist unheimlich spannend und man fühlt sich wie ein Teil dieser Frauengruppe.
Die Motivation der Hauptcharakterin ist gut nachvollziehbar durch ihr ungewöhnliches Aufwachsen.
Dieses Buch wurde zum Teil mit Report der Magd verglichen, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Die Frauen denken über einige spannende feministische Gedanken nach, aber das ist dann auch schon das Ausmaß des Feminismus im Buch. Das zu erwähnen, ist mir wichtig, damit keine falschen Erwartungen bestehen.
Das Buch war ein faszinierendes Scifi Buch, in dem wir den interessanten und ungewöhnlichen Gedanken der Protagonistin lauschen durften. Ich kann es nur empfehlen.
Odina
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Der Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte" wurde von Jacqueline Harpman verfasst und erschien am 14. März 2026 im Klett-Cotta Verlag. Das Buch umfasst 224 Seiten und das Cover ist passend zum Titel gestaltet. In der Geschichte geht es um neununddreißig Frauen, die ohne Erinnerungen in einem unterirdischen Gefängnis leben. Als ihre Wächter verschwinden, wagt eine von ihnen den Schritt nach draußen. Dort treffen die Frauen auf eine fremde Welt und müssen sich gemeinsam darin zurechtfinden. Der Schreibstil der Autorin ist lebendig, anschaulich und gefühlvoll. Klassische Kapitel sucht man vergeblich; der Roman ist als fortlaufender, dichter Text gestaltet. Diese Erzählweise verstärkt das Empfinden von Zeitlosigkeit und Orientierungslosigkeit auf eindrucksvolle Weise. Die Spannung ist eher zurückhaltend. Im Mittelpunkt stehen weniger dramatische Ereignisse, sondern vielmehr die dichte Atmosphäre. Die Charaktere sind präzise und nachvollziehbar gezeichnet. Vor allem die Hauptprotagonistin beeindruckt: Ihre Gedankenwelt ist authentisch, ihre Gefühle von Freiheit und Einsamkeit wirken tief und bewegend. Man kann sich mühelos in ihre emotionale Lage hineinversetzen. Insgesamt ist das Buch ein guter, zeitloser Roman, der zum Nachdenken anregt.
Christina Welser aus der Tyrolia-Filiale in Salzburg
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
"Ich, die ich Männer nicht kannte" -erstmals veröffentlicht 1995- erfreut sich seit einigen Jahren der Wiederentdeckung und steigender Beliebtheit, inklusive euphorischer Bewertungen im Internet. Dem kann ich mich nur anschließen. Eine Dystophie durch und durch beginnt das Buch mit einer namenlosen Erzählerin, die mit 39 anderen Frauen in einem Bunker festgehalten wird. Warum weiß keine der Frauen, Erinnerungen verschwimmen, die Zukunft scheint ungewiss. Kein Buch für richtig gute Laune, aber eines, das stolz neben Atwood und Haushofer auf ein Podest gehoben werden sollte! Auf wenigen Seiten entwirft Jacqueline Harpman eine tiefgründige, zeitlose Erzählung, die die menschliche Existenz wiederholt in Frage stellt. Ein sehr lohnenswertes Leseerlebnis - damals wie heute!
CanYouSeeMe
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Das Setting dieses Buches ist wahrlich dystopisch und auch durch die Erzählperspektive ziemlich speziell: Die Erzählerin lebt ihr gesamtes Leben, an das sie sich erinnern kann auf einem Planten mit anderen Frauen, zunächst eingesperrt in einem Käfig. Die Geschichte wird rückblickend erzählt, die Erzählerin schaut auf ihr Leben zurück und berichtet von ihren Erlebnissen.
Die Story bleibt ruhig, die Handlung zieht sich gemächlich, ohne nennenswerte Spannungsspitzen. Das passt zum Gesamtbild, hatte für mich dadurch aber auch einige Längen und Wiederholungen.
Autorin Jacqueline Harpman schrieb dieses Buch bereits 1995 und unter dieser Gegebenheit sollte es auch gelesen werden: Es finden sich viele analytische und gesellschaftskritische Elemente. Es geht vor allem auch um eine Auseinandersetzung mit dem Sinn und Zweck der Gesellschaft, auf einer übergeordneten Ebene auch um den Sinn des Lebens und der Frage nach Freiheit. Hier stößt Harpman viele Fragen an und lässt den Großteil davon unbeantwortet.
Insgesamt ist "Ich, die ich Männer nicht kannte" ein sehr leiser und nachdenklicher Roman, der existenzielle Fragen in dystopischen Setting aufwirft.
NT
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Vierzig Frauen erwachen in einem Käfig. Keine Erinnerung an den Weg dorthin, kein Wissen über ein Außen, keinen Hinweis auf Sinn oder Zweck ihrer Gefangenschaft. Auch wir als Leser tasten im Dunkeln. Harpman lässt uns dieselbe Ratlosigkeit spüren wie ihre Figuren. Fragen entstehen, bleiben stehen, verhallen. Antworten sind hier selten, vielleicht sogar nebensächlich.
Wer eine klassische Dystopie erwartet, mit klarer Bedrohung, erklärter Welt oder dramatischem Plot, wird überrascht sein. Dieses Buch geht einen anderen Weg. Es ist stiller, nachdenklicher. Die eigentliche Spannung liegt nicht im Geschehen, sondern in den Gedanken, die zwischen den Zeilen wachsen.
Aus der seltsamen Situation heraus entfaltet Harpman ein philosophisches Experiment: Was bleibt vom Menschsein, wenn die bekannten Strukturen verschwinden? Was bedeutet es, eine Frau zu sein, wenn es keine Männer, keine Gesellschaft, keine Rollenbilder mehr gibt? Die Figuren müssen sich selbst und einander neu erfinden, während Erinnerungen verblassen und eine andere Form von Leben langsam Gestalt annimmt.
Der Roman ist kurz und doch erstaunlich dicht. Er liest sich wie eine ruhige, manchmal unheimliche Gedankenskizze über Identität, Einsamkeit und Freiheit. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, auch lange nachdem man die letzte Seite beendet hat.
cosmea
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Ich, die ich Männer nicht kannte
von Jacqueline Harpman
Ein namenloses junges Mädchen ist zusammen mit 39 Frauen in einem unterirdischen Käfig eingesperrt. Hier gelten strenge Regeln. Sie werden von drei Wärtern bewacht, die bei jeglichem Verstoß mit der Peitsche knallen. Sie sprechen nicht mit den Gefangenen, die nicht wissen, warum sie eingesperrt sind und auch nicht, warum sie überhaupt am Leben gehalten werden. Irgendwann in der Vergangenheit hat es ein unbekanntes Ereignis gegeben, das ihr bisheriges Leben beendete. Die anderen Frauen haben noch vage Erinnerungen an die Vergangenheit, an Ehemänner und Kinder, an Liebe und Sex. Das Mädchen wird unter anderem auch deshalb von den anderen ausgrenzt, weil ihre Situation völlig anders ist. Sie wurde schon als Kleinkind in den Käfig gesperrt, kennt ihren Namen nicht und weiß nicht, wer ihre Eltern sind. Sie kann weder lesen noch schreiben, kann sich unter all den Dingen, die zu einem normalen Alltag gehören, nichts vorstellen. Irgendwann findet sie in Anthea eine Freundin, die ihr Zahlen und Buchstaben beibringt. Das Mädchen entwickelt ein System, das es ihr ermöglicht, Zeit zu messen. Bisher gab es für die Frauen keine Möglichkeit, Tag und Nacht zu unterscheiden, denn das Licht wurde nie ausgeschaltet. Eines Tages ertönt eine Sirene, und die Wärter, die gerade die Zellen geöffnet haben, um die karge Mahlzeit zu bringen, verschwinden spurlos. Als erste verlässt das Mädchen das Gefängnis. Sie schaut sich in dem Bunker um, findet reichlich Lebensmittel und tiefgefrorenes Fleisch, etwas Kleidung, einige Paar Stiefel. In der Folge erforschen die Frauen erst die Umgebung und machen dann immer längere Expeditionen. Sie hoffen, auf andere Menschen zu treffen, eine Stadt zu finden. Stattdessen stoßen sie im Laufe der Jahre auf immer neue verschlossene Bunker mit jeweils 40 toten Frauen, manchmal auch Männern. Im Lauf der Jahre werden sie eine Gemeinschaft, weil sie nur überleben können, wenn sie einander unterstützen und helfen. Da das Mädchen mit Abstand die Jüngste ist, ist von vornherein klar, dass sie irgendwann die einzige Überlebende sein wird.
In dieser ungewöhnlichen Dystopie behandelt die Autorin viele Themen. Was macht menschliches Leben aus? Was macht uns zu denen, die wir sind? Sind die Frauen außerhalb des Käfigs wirklich frei? Welchen Sinn hat das (Über-)Leben? Auf viele Fragen bekommt der Leser bis zum Schluss keine Antwort, zum Beispiel, welches Ereignis jegliche Normalität beendet hat und ob sie sich noch auf dem Planet Erde befinden. Wo kommt die Energie für die Beleuchtung der Bunker her, und wer sorgt für die Nahrungsmittel?
Die neue Übersetzung dieses zuerst 1995 in französischer Sprache veröffentlichten lange vergessenen Romans ins Englische hat einen Hype ausgelöst, den ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Es ist ein interessanter Roman, der für mich aber zu viele Fragen unbeantwortet lässt und einige Ungereimtheiten enthält.
