Kundenrezensionen
bedard
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
Die dreizehnjährige Arkadia Fink wird von allen Moll genannt und weiß sehr genau, was sie will. Sie möchte berühmt werden, auf einer Bühne stehen und singen. Und sie weiß auch, wie sie das schaffen kann. Sie muss in den berühmten Knabenchor aufgenommen werden, für den neue Talente in ihrer Dorfschule gesucht werden. Es stört sie nicht, dass sie bei aller Begabung die Grundvoraussetzung nicht erfüllen kann. Ein großer öffentlicher Auftritt wird ihre Mutter zurückholen, die vor fast neun Monaten nur kurz weggegangen ist, das weiß Arkadia sicher.
Denn die Liebe zur Musik hat Mutter und Tochter seit jeher verbunden. Schon als kleines Kind war Arkadia dabei, wenn ihre Mutter komponierte. Von ihr hat sie die Überzeugung übernommen, dass Beethoven eine Frau war, eine große Tondichterin. In dem bayrischen Dorf stießen diese Ideen nur auf Unverständnis. Auch Arkadias Vater, der die Familie kaum mit seinem Verdienst als Schreiner ernähren kann, hatte damit Probleme. Hinzu kamen die ungewöhnlichen und nicht immer ungefährlichen Unternehmungen, die die Mutter mit Arkadia durchgeführt hat.
Der Roman wird konsequent aus der Sicht von Arkadia erzählt. Sie ist eigensinnig, widerspenstig, geht über eigene und fremde Grenzen, aber sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Für ihr Ziel arbeitet sie verbissen, sie stiehlt und betrügt. Wenn es sein muss, haut sie auch zu. Respekt vor Autoritäten hat sie nicht, den muss man sich bei ihr verdienen. Arkadia ist ein bisschen anarchisch, eine Grenzgängerin. Aber hinter der Fassade ist sie ein Mädchen, das sehr verletzlich ist. Sie lässt niemanden so richtig an sich heran, seit ihre Mutter kurz weggegangen ist. Ihr Vater ist auch keine Hilfe, er arbeitet nicht mehr und weint nur noch in der Werkstatt.
Arkadia schafft es tatsächlich, zu den Chorproben zugelassen zu werden. Aber der Weg auf die große Bühne ist nicht so leicht, wie sie ihn sich vorgestellt hat. Sehr anschaulich wird der Druck beschrieben, dem schon Kinder hinter den Kulissen ausgesetzt sind. Die Proben sind hart, der Ton gegenüber den Kindern ist zumindest Anfang der 1990er verächtlich. Mit der Aussicht auf den großen Auftritt wächst der Konkurrenzdruck unter den Kindern und die Anforderungen und destruktive Kritik des Chorleiters steigen über ein akzeptables Maß hinaus. Außerdem erfüllt Arkadia das entscheidende Kriterium natürlich immer noch nicht. Sie ist und bleibt ein Mädchen.
Mich hat dieser Roman um dieses unangepasste, verletzliche Mädchen sehr beeindruckt. Die Sichtweise einer Dreizehnjährigen ist auch sprachlich absolut glaubwürdig umgesetzt, ohne für ältere Erwachsene zu kindisch zu klingen. Neben der Entwicklungsgeschichte des Mädchens steht die Musik im Vordergrund, insbesondere der Chorgesang. Es ist deutlich zu spüren, dass der Autor über ein sehr profundes Wissen verfügt. Die Benachteiligung von Frauen wird sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Ohne persönliche Erfahrung mit Chorgesang habe ich viel dazu gelernt.
Ein humorvolles, unterhaltsames und tiefgründiges Buch, mit einer liebenswerten Hauptfigur, die ich nicht so schnell vergessen werde.
Eternal-Hope
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
Es ist Anfang der 1990er Jahre und Arkadia Fink, genannt Moll, ist 13 Jahre alt und liebt die Musik. Sie lebt allein mit ihrem Vater, der grundsätzlich liebevoll ist, darum kämpft, wirtschaftlich über die Runden zu kommen und dem aber auch manchmal „die Hand ausrutscht“.
Die Mutter ist ein Freigeist, unkonventionell und begabt passt sie nicht so wirklich in ein kleines bayrisches Dorf. Sie hat ihrer Tochter die Liebe zur Musik vermittelt, mit ihr schräge Abenteuer erlebt und sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Individualität bestärkt. Beethoven sei eine Frau gewesen, ist die Mutter überzeugt, und mit ihr die Tochter, für die Beethoven damit ein großes Rollenvorbild ist, denn auch Moll ist fest entschlossen, als Lichtgestalt in die Musikgeschichte einzugehen.
Leider ist die Mutter vor etwa einem Jahr „kurz weggegangen“, wie Moll sich immer wieder erinnert und auf ihre Rückkehr hofft. Immerhin schickt sie der Tochter in unregelmäßigen Abständen per Post einzelne Sätze einer selbst komponierten Symphonie zu. Dann gibt es auch noch Bernhardina im Altersheim, eine gute Freundin von Arkadia, mit der das Mädchen regelmäßig telefoniert und sie besucht.
Vor diesem Hintergrund werden an den bayrischen Schulen Talente für einen renommierten Knabenchor gesucht, dazu kommt eine Frau an die Schulen und lässt die Kinder vorsingen. Sie bemerkt Molls Talent, doch leider… es ist ein Knabenchor und dort werden keine Mädchen aufgenommen, so heißt es. Doch dabei wird die selbstbewusste und entschlossene Arkadia es nicht bewenden lassen. In dem humorvoll und berührend erzählten Buch erleben wir mit, wie sie darum kämpft, sich einen Platz in diesem Chor zu erobern, allen Widerständen zum Trotz.
Passend zum Thema ist das Buch in fünf Sätze einer Symphonie eingeteilt, die sich in Ausdruck und Tempo unterscheiden: von schnell, aber nicht zu schnell, über sehr lebendig bis zu langsam, dann wieder schneller und schließlich so, wie einem gerade ist.
Beeindruckt hat mich an diesem Buch ganz besonders das Selbstbewusstsein der gewitzten Arkadia, die von dem Autor sehr treffend und glaubwürdig porträtiert wird, sodass ich mich von Anfang an mit ihr zutiefst verbunden gefühlt und mit ihr mitgefiebert habe. Das aus der Ich-Perspektive geschriebene Buch hat sich für mich angefühlt, als wäre es tatsächlich die eigene Erzählung eines ganz besonderen, begabten und eigensinnigen Mädchens am Anfang der Pubertät. Hier ein zwei Zitate aus dem Buch zur Illustration:
„Ich war eine Sängerin des Knabenchors. Der Knabenchor wusste das nur noch nicht.“ (S. 42)
„Auf der Busfahrt zum Kurkonzert sprach niemand. Für manche Knaben aus dem Landkreis war es der erste Auftritt. Sie waren nervös. Ich nicht.“ (S. 176)
Insgesamt ist es ein humorvolles und unterhaltsames, dabei zugleich tiefgründiges Buch über die Liebe zur Musik und das unerschütterliche Festhalten an eigenen Zielen, den Umgang mit scheinbar unüberwindbaren Hindernissen, das Anders-Sein und die Suche nach Anerkennung und Zugehörigkeit sowie das Verfolgen der eigenen Träume. Dabei kommen die Lesenden der Ich-Erzählerin sehr nahe, erleben ihren Kampf im Außen genauso wie im Innen mit und können sich tief berühren lassen. Es ist auch ein Buch, das sich für Gleichberechtigung einsetzt und tief für das Thema Diskriminierung sensibilisiert. Ein Kompliment an den männlichen Autor, sich so gut in ein jugendliches Mädchen hineinversetzen zu können und sich diesem wichtigen Thema angenommen zu haben.
Ich kann dieses Buch einer breiten Leserschaft, angefangen von Jugendlichen bis zu Erwachsenen jeglichen Alters, nur wärmstens empfehlen! Für mich wird es ganz bestimmt nicht das letzte Buch dieses talentierten Autors bleiben.
barbara.liest
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
Arkadia Fink ist kein normales Mädchen.
Arkadia Fink ist ein Mädchen, dessen Mutter verschwunden ist.
Arkadia Fink ist ein Mädchen, dessen Vater mit dem Alltag ohne Mutter sehr überfordert ist.
Arkadia Fink ist ein Mädchen, dass in einem Knabenchor singen möchte.
Arkadia Fink ist ein Mädchen, dass genau weiß, was es will und ihre Ziele beharrlich verfolgt.
Arkadia Fink ist ein Mädchen, dass auf die Rückkehr der Mutter wartet - jeden Augenblick.
Eine sehr ergreifende Geschichte über ein Mädchen, in dessen Leben sich beinahe alles um Musik dreht und das irgendwie nicht in die Gesellschaft zu passen scheint - so wie auch ihre Mutter.
Dem Autor ist es gelungen sehr sensible Themen in eine Geschichte zu packen, welcher es an Spannung nicht fehlt und wo man immer wieder sehr ergiffen ist.
Man wünscht sich, dass die Gesellschaft gütiger zu solchen besonderen Menschen ist und dass es mehr Menschen gibt, die ihre Ziele so beharrlich verfolgen.
Kokoloreslot
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
„Durch das Raue zu den Sternen“ ist eine anrührende Mutter-Tochter-Geschichte aus der Perspektive eines Kindes, das seine Mutter vermisst und das große Träume hat und keinen Zweifel daran, dass sie es erreichen wird.
Die 13-jährige Arkadia schreibt aus eigener Perspektive über ihren großen Traum vom Singen und ihrem Wunsch, das ihre Mutter zurückkehrt. Sie hofft, durch ihre Begabung beides zu schaffen, wenn sie nur im Knabenchor aufgenommen wird. Traurigkeit und Freude sind hier nah beieinander. Auf der einen Seite die kindliche Hoffnung und der eiserne Wille und auf der anderen Seite die unbeantworteten Fragen, die Ungewissheiten, die Hindernisse, die Traurigkeit. Arkadia ist beharrlich, selbstbewusst und kämpferisch. Sie ist eine Außenseiterin, ein riesiges Talent, der man das Beste der Welt wünscht. Ihre emotionale Reife und Intelligenz machen sie zu einer tollen Hauptfigur, von der man einiges lernen kann, obwohl sie so jung ist. Die Textabschnitte sind kurz, manchmal nur eine Seite. Das Buch hat mehrere Kapitel in 5. Sätzen. Dazu der einfach Schreibstil, der leicht zu lesen ist und authentisch für eine 13-jährige Hauptfigur. Es ist keine aufregende und vollgestopfte Geschichte, aber sie geht zu Herzen und während des Lesens konnte ich entspannen und mich von dem Text mitziehen lassen. Dabei hatte ich den Eindruck, ich lese etwas ganz besonderes, was ich so noch nie gelesen habe.
„Durch das Raue zu den Sternen“ ist ein ungewöhnliches Buch mit ernstem Hintergrund, das nicht gleich alles preisgibt. Schwer fand ich es aber nicht. Viel mehr eindrucksvoll geschrieben und sehr lebendig. Dazu Humor, den ich sofort mochte. Traurig ja, aber auch unvergesslich schön.
liesmal
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
Arkadia ist 13 Jahre alt. Sie wünscht sich von ganzem Herzen, in einem Knabenchor zu singen. Sollte man glauben, Arkadias Wunsch wäre darin begründet, sie hätte das Gefühl, im „falschen“ Körper geboren worden zu, liegt man falsch. Eher hofft sie darauf, dass ihre Mutter, die „nur mal kurz weggegangen“ ist, zurückkommt, wenn sie ihre Tochter auf einer Bühne sieht.
Bei dem Buchtitel denke ich an eine Redewendung, die im übertragenen Sinn aussagt, dass man mit Mühe, Anstrengung und Ausdauer sein Ziel erreichen wird. Genau das macht Arkadia. Sie ist ein ungewöhnliches Mädchen mit viel Fantasie, und sie geht ihren Weg mit eisernem Willen.
Es ist erstaunlich, wie sehr Arkadia an ihrer Mutter hängt, und lässt mich mit ihr gemeinsam hoffen, dass sie zurückkehren wird. Besonders und ganz persönlich berührt mich allerdings, wie sie ihren Vater beschreibt. Ich spüre so viel Liebe und denke beim Lesen an meinen eigenen Vater, der wie Arkadias Vater ebenfalls Tischler war mit einer großen Liebe zu jedem kleinen Stückchen Holz.
Ob es nun der unbändige Wille ist, mit dem sie ihr Ziel verfolgt, im Knabenchor singen zu können, oder auch die ungewöhnliche Freundschaft zu der pflegebedürftigen Bernhardina – übrigens ihrer einzigen Freundin: Mir gefällt die Geschichte, die von der Liebe zu den Menschen - vor allem zu den Eltern - und besonders zur Musik erzählt, vom Durchhaltevermögen, von Hoffnung und Freude und von überraschenden Wendungen.
Alo
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
„Ich nenne solche Leute Pentatoniker. Sie können in fünf Tönen denken. Alles jenseits dieser Töne ist für sie fremd oder, wie die Jungs sagen würden, kacke.“ (S.40)
Arkadia Fink, Moll genannt, ist 13 Jahre alt und laut eigener Aussage musikalisch hochbegabt. Eines Tages wird eine weltberühmte Sängerin aus ihr werden. Die Liebe zur Musik hat sie von ihrer Mutter vermittelt bekommen, die vor acht Monaten „kurz weggegangen“ ist. Damit ihr Mutter zurückkommt, um sie zu hören, will Arkadia in einem weltberühmten Knabenchor mitsingen. Das Problem ist nur sie ist kein Knabe, allerdings hält Arkadia auch nicht viel von Konventionen.
Der Schreibstil ist wunderschön poetisch und dabei oft humorvoll. Man muss beim Lesen immer wieder schmunzeln. Aber es gibt auch viele traurige und ernste Stellen, die wirklich sehr berühren, es hat mir ganz poetisch das Herz gebrochen.
Besonders toll fand ich die Protagonistin. Sie ist eine Figur, die man einfach ins Herz schließen muss. Sie ist wunderbar klug, verletzlich und charmant und gibt nie auf, obwohl es das Leben nicht gut mir ihr gemeint hat. Egal, welche Mauern ihr in den Weg gestellt werden, sie geht mit dem Kopf voran hindurch. Ich werde sie und ihre Geschichte noch sehr lange mit mir tragen.
Besonders schön ist auch, wie viel Musik in diesem Buch steckt. Es geht nicht nur um Musik, das Buch „spricht“ auch durch Musik. Für mich als ehemalige Chorsängerin war es perfekte Lektüre. Jeder Abschnitt ist wie ein Satz in einem Musikstück aufgebaut, mit Tempoangaben, die man auch beim Lesen spürt. Das macht das Buch besonders und sehr musikalisch – fast so wie Moll, aber auf eine eigene, liebevolle Art.
Leseempfehlung!
heinoko
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
Die Ankündigung und der Verlagstext über diesen Roman haben mich sehr, sehr neugierig gemacht. Ich kannte bislang kein Buch, das ein 13-jähriges Mädchen, hochmusikalisch, zur Hauptfigur macht, ein Mädchen, das nichts anderes will als singen, gut singen, so sehr, dass es in einem der besten Knabenchöre aufgenommen wird. Und das, wen wundert’s, eine Außenseiterin ist. Allein aus der Verlagswerbung war ich bereits sicher, dass jemand meine persönliche Geschichte aufgeschrieben haben muss, ohne mich zu kennen. Und endlich konnte ich in diesem Roman lesen, wofür ich selbst nie Worte gefunden hatte: Wie es jemandem ergeht im pubertären Alter, für den klassische Musik, der Gesang, das wesentlichste Ausdrucksmittel ist, der von seiner Umwelt nicht verstanden wird und sich deshalb in eine eigene Welt zurückzieht, in der nur jemand Zugang findet, der die Sprache der Musik ebenso versteht wie die Hauptperson des Buches.
Arkadia will nicht wahrhaben, dass ihre Mutter, von der sie ihre musikalische Begabung geerbt hat, für immer fort ist. Mit großer Fantasiekraft ausgestattet, ist sich Arkadia sicher, dass ihre Aufnahme in dem weltberühmten Knabenchor und ihr Auftreten auf großen Bühnen ihre Mutter zur Rückkehr zwingt.
Die Person Arkadia wird vom Autor sowohl feinfühlig als auch distanziert-sezierend dargestellt. Beim Lesen fragte ich mich immer wieder, ob jemand sich, der nicht diesen bedingungslosen Drang kennt, sich mit klassischer Musik auszudrücken, überhaupt in Arkadia hineinversetzen kann. Zielstrebig, geradezu verbissen ist Arkadia einerseits, andererseits aber auch sehr verletzlich und empfindsam. Eingebettet in viel Musik erzählt der Autor sehr empathisch und teilweise in überraschenden Sätzen, immer auch bewegend eine Geschichte, die zu lesen mir sehr nahe ging. Auch, oder vielleicht gerade weil die Geschichte letztlich immer etwas Vages, Unausgesprochenes hat, weil ein Reifeprozess, wie wir ihn erwarten würden, irgendwie nicht fassbar in den Worten auf der Strecke bleibt und dem Leser letztlich abfordert, durch eigenes gedankliches Spiel das Buch zu Ende zu denken.
Für mich aus persönlichen Gründen ein besonders bewegendes, nahe gehendes Buch.
BR
empfiehlt:





Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
Am Anfang lernen wir die junge Arkadia Fink kennen, sie ist selbstbewusst und sehr eigensinnig. Sie erzählt dass ihre Mutter kurz weggegangen ist, ihr das aber nichts aus mache, sie komme gut ohne sie klar. Sie fühlt sich durch das von ihrer Mutter vermittelte Musiktalent sehr eng mit ihr verbunden. Es wird aber schnell klar dass das Weggehen der Mutter ein dramatischer Einschnitt in Arkadias Leben ist. Der große Wunsch in einem berühmten Knabenchor zu singen verfolgt Arkadia mit Ehrgeiz und kommt dabei auch gut voran.
Die Begeisterung vieler Leser über die Tiefgründigkeit, die Atmosphäre und den Sog der Musik kann ich leider so nicht teilen. Mir hat Arkadias schroffe Art weniger gefallen. Sie hat nur zwei wirklich wichtige Menschen in ihrem Leben, ihren Vater und die Seniorin Bernadina, aber ihr Verhalten den beiden gegenüber konnte ich nicht nachvollziehen.
Sina
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Durch das Raue zu den Sternen
von Christopher Kloeble
„Durch das Raue zu den Sternen“ von Christopher Kloeble war mein erster Roman des Autors und hat mich direkt positiv überrascht.
In der Geschichte begleiten wir die 13-jährige Arkadia Fink, auch genannt Moll, ein musikalisch hochbegabtes Mädchen, das alleine mit seinem Vater zusammenwohnt. Arkadias Mutter lehrte sie die Liebe zur Musik, doch seit diese weggegangen ist, wächst in Arkadia der Wunsch trotz ihres Geschlechts in einem Knabenchor zu singen. Für sie steht fest, dass sie auf die großen Bühnen der Welt gehört. Zudem ist sie fest davon überzeugt, dass ihre Mutter zurückkommen wird, sobald sie ihre Tochter auf einer solchen Bühne singen hört.
Bei der Verwirklichung ihres großen Traumes, hat Arkadia mit viel Widerstand zu kämpfen und dringt schließlich vor in eine Welt, in der nicht nur harte Arbeit und unerschöpflicher Fleiß eine große Rolle spielen, sondern auch Misogynie und Vorurteile.
Im Laufe der Geschichte durchlebt Arkadia eine Charakterentwicklung vom trotzig-rebellischen Teenager hin zu einem reflektierten willensstarken Mädchen.
Doch auch die Nebenfiguren sind authentisch dargestellt. Allem voran die Mutter, welche die Leser*innen nur durch Arkadias Gedanken und Erinnerungen oder durch die Aussagen anderer Figuren kennenlernen, hinterlässt einen starken Eindruck.
Ich persönlich habe zwar keinen großen Bezug zu klassischer Musik, dennoch konnte mich die feinfühlige Art, mit der Kloeble die bittersüße Geschichte um Arkadia erzählt vollends überzeugen. Die Themen Trauer und Verdrängung wurden am Ende so kraftvoll und ergreifend dargestellt, dass ich ein paar Tränen nicht zurückhalten konnte. Auch sein poetisch anmutender Schreibstil hat sehr gut zur Handlung gepasst und der Geschichte noch mehr Ausdruck verliehen.
Eine große Empfehlung, nicht nur, für diejenigen, die (klassische) Musik lieben, sondern auch auf der Suche nach einer seichten Geschichte mit viel Tiefgang sind.
