Kundenrezensionen
Anja
empfiehlt:





Kinder von fern
von Martine Letterie
Im Nachwort beschreibt die Autorin, wie sie regelmäßig mit Schulklassen über ihre Bücher zum Zweiten Weltkrieg spricht. Der Auslöser für „Kinder von fern“ waren Kinder in diesen Klassen, die selbst Krieg erlebt haben und vor Krieg geflohen sind.
Und so erzählt das Buch die Geschichte von 4 Kindern, 2 aus Syrien, 2 aus Afghanistan, die ihre Heimat verlassen mussten und dabei nicht nur ihr Hab und Gut verloren haben, sondern teilweise auch Familienangehörige zurücklassen mussten.
Mehrere Kapitel zu jedem Kind geben zunächst einen kurzen Einblick zum Leben in ihrem Herkunftsland, bevor die unterschiedlichen Fluchtgründe und -wege mit ihren Zwischenstationen geschildert werden. Alle Geschichten enden zunächst irgendwo auf dem Weg und bleiben damit erstmal offen.
Im letzten Drittel des Buches gibt es dann zu jedem der Kinder nochmal wenige Seiten, die ihr späteres Leben in Flüchtlingsunterkünften in den Niederlanden beschreiben, mit ihren Hoffnungen, Wünschen, aber auch mit den allgegenwärtigen Ängsten, Traumata und Gedanken an die Zurückgelassenen. Mit der Ankunft in einem sicheren Land ist ihre Reise noch lange nicht vorbei…
Ein wichtiges Thema für ein Kinderbuch, nicht nur um diesen Kindern eine Stimme zu geben, sondern auch um deutschen Kindern einen Eindruck zu vermitteln, was ihre neuen Mitschüler:innen erlebt haben könnten, aber vielleicht noch nicht erzählen können oder wollen. Oder einfach, um für das Thema zu sensibilisieren, über andere Länder und Kulturen zu informieren und einen Blick über den eignen Tellerrand zu schaffen.
Die Sprache ist einfach und kindgerecht gehalten, während es das Thema nicht immer ist: die Kinder erleben Bombenangriffe mit, ein Vater wird gefoltert, ein Geschwisterpaar nimmt den Weg übers Mittelmeer, ohne schwimmen zu können. Die Schrecken und Beklemmungen schwingen durchweg mit, auch wenn sie nicht immer explizit benannt werden. Nicht nur auf dem Weg, sondern beispielsweise auch wenn die Familien in den Niederlanden erstmals Silvester erleben und zu den Geräuschen ganz eigene Assoziationen haben.
Das Buch enthält viele farbige Illustrationen, teilweise doppelseitig, teilweise kleine Bilder im Text, die farbenfrohe, traditionelle Gewänder zeigen, aber mit teils düsteren Zeichnungen auch das Geschehen auf der Flucht unterstreichen.
Fazit
Ein wichtiges Thema, eindringlich, und dennoch sensibel kindgerecht umgesetzt.
Merri
empfiehlt:





Kinder von fern
von Martine Letterie
"Kinder von fern" erzählt die bewegenden Geschichten von vier geflüchteten Kindern: Samuel, Fatima, Azad und Tamar. Diese müssen ihre Heimat verlassen - durch Krieg, Verfolgung und Gewalt. Ihre Flucht führt sie zu Fuß, durch Kanalisationen und in Schlauchbooten in eine ungewisse Zukunft.
Die Protagonisten sind Kinder wie alle anderen: Samuel träumt vom Fußball, Fatima liebt das Zeichnen. Durch diese Ähnlichkeiten entdecken unsere Kinder, dass es sich um Kinder "wie du und ich" handelt - mit denselben Träumen und Ängsten. Das schafft Empathie und Verständnis.
Das Buch behandelt die ernste Thematik von Flucht und Verlust mit beeindruckender Authentizität. Die Geschichten basieren auf Erfahrungen von Geflüchteten und zeigen sowohl die Schrecken der Flucht als auch Momente der Menschlichkeit. Auch das Bangen um die Aufenthaltsgenehmigung wird angesprochen.
Am Ende kommen die Kinder in einer Willkommensklasse, wo sie ein neues Kapitel beginnen können.
Es ist ein wichtiges Buch, das Empathie weckt und zeigt, dass hinter diesem politischen und manchmal hasserfüllten Thema menschliche Schicksale stehen und nicht nur Zahlen.
Claudia R.
empfiehlt:





Kinder von fern
von Martine Letterie
Klappentext / Inhalt:
Darf man Kindern von Flucht und Vertreibung erzählen?
Ja, das sollte man sogar - wenn es so kindgerecht und empathisch gemacht wird wie in diesem Buch!
Geflüchtete Kinder haben dieselben Träume und Wünsche wie alle anderen Kinder auch.
Samuel will genauso ein toller Fußballer werden wie sein Opa und Fatima liebt es zu zeichnen, vor allem die schönen Rosen auf dem Hijab ihrer Oma. Doch plötzlich ist Krieg und die beiden müssen aus ihrer Heimat fliehen. Genau wie Azad und Tamar, deren Eltern von den neuen Machthabern verfolgt werden. Und so machen sich die Kinder zusammen mit ihren Familien auf den Weg in eine bessere Zukunft: zu Fuß, durch die Kanalisation und in Schlauchbooten. Werden sie bei uns ein neues Zuhause finden? Die Flüchtlingsklasse, in der sie sich treffen, ist auf jeden Fall ein guter Anfang.
Ein beeindruckendes Buch, das Verständnis fördert und Hoffnung macht.
Cover:
Das Cover ist bunt und farbenfroh gestaltet, genauso wie die Vielfalt und Bandbreite von unterschiedlichen Kindern hier ersichtlich wird. Die Vielfältigkeit wird hier sehr gut deutlich und auch die Flüchtlingsthematik wird hier optisch entsprechend umgesetzt. Auch der hoffnungsvolle Charakter wird hier sehr gut durch strahlende und helle Farben vermittelt. Optisch und farblich finde ich es sehr schön umgesetzt.
Meinung:
Bewegende und berührende Geschichten über die Flüchtlingsthematik, die Ängste abbauen, Hoffnungen und Verständnis fördern.
Ein Buch über Flucht, Krieg, Verfolgung und Verlust, aber auch die Hoffnung, Neuanfang und Verständnis erweckt und gibt dieses Buch. Die Geschichten von vier Kindern werden hier genauer beleuchtet und man bekommt Einblicke in ihre Erlebnisse. Dabei wird einiges nur angerissen, was ich für diese Altersstufe, aber durchaus passend finde, um es nicht zu verstörend zu gestalten und dennoch wird auch hier nichts verschönt, sondern sehr realitätsnah berichtet.
Inhaltlich möchte ich hier nicht Spoilern und gehe daher nicht weiter und tiefer ins Detail.
Der Schreibstil ist einfühlsam und bildlich und man findet sich gut in alles hinein. Es wird verständlich und verständnisvoll beschrieben. In Charaktere, aber auch Begebenheiten findet man sich hinein. Es regt zudem zum Nachdenken an und fördert dabei auch das eigene Verständnis. Die vier Geschichten sind in sich gegliedert und nachdem diese erzählt sind, führen sie im Gesamten zusammen und auch hier wird das Zusammentreffen sehr interessant und passend umgesetzt. Die Flüchtlingsklasse gibt weitere Einblicke und das Verständnis für Situation und Umstände wächst. Die Beschreibungen regen zum Nachdenken an und sind einfühlsam und bewegend beschrieben.
Die Anfänge sind erkennbar und die Illustrationen passend zum Gelesenen umgesetzt. Die Bilder geben die Atmosphäre und Gefühle, aber auch die Situationen gut wieder. Die Bilder veranschaulichen das Ganze und erzeugen dabei auch Verständnis und fördern das Einfühlungsvermögen.
Die Geschichten sind einfühlsam und bewegend umgesetzt. Neben Themen wie Krieg, Flucht und Verlust, werden auch Hoffnung, Verständnis und Neuanfang thematisiert. Vier unterschiedliche Geschichten, unterschiedliche Beweggründe und Einblicke, was Krieg anrichtet und was dazu führt, dass Menschen ihre Heimat verlassen.
Das Ganze ist für die Altersgruppe verständlich und einfühlsam umgesetzt. Man findet sich in Charaktere und Situationen gut hinein und zugleich wird man nachdenklich gestimmt und berührt. Ein Buch, das Hoffnung gibt, aufklärt, berührt und zum Nachdenken anregt.
Fazit:
Bewegende Flüchtlingsgeschichten, die berühren, zum Nachdenken anregen, aber auch Hoffnung geben.
gelesengelauschtgemacht
empfiehlt:





Kinder von fern
von Martine Letterie
Martine Letteries „Kinder von fern“, illustriert von Elena Cavion, erzählt bewegend das Schicksal von vier Kindern, die aus unterschiedlichen Ländern geflohen sind und am Ende in einer niederländischen Willkommensklasse aufeinandertreffen. Diese Rahmenhandlung erlaubt einen berührenden, persönlichen Zugang zu Flucht und Ankommen – ohne je zu überfordern, aber auch ohne die Themen ganz auszublenden. Die Erlebnisse der Kinder sind in klarer, zugänglicher Sprache geschildert, sodass junge Leserinnen und Leser sich gut in die Figuren einfühlen können.
Auffällig ist dabei, dass vieles nur angedeutet bleibt: Die Gründe für die Flucht – Krieg, Gewalt, Verfolgung – werden oft weichgezeichnet, vermutlich um der jungen Zielgruppe gerecht zu werden. Damit wird einerseits Rücksicht genommen, andererseits bleiben zentrale Ursachen abstrakt. Gerade die Schlussszene in der Willkommensklasse wirkt deshalb doppeldeutig: Sie vermittelt zwar Hoffnung und Zusammenhalt, blendet aber die realen Herausforderungen solcher Klassen aus, wie sie auch in Österreich existieren. Dort wie hier stehen solche Klassen in der Kritik, weil es an psychologischer Betreuung, Sozialarbeit und langfristiger Begleitung fehlt – die Kinder sollen vor allem „beschulbar“ gemacht werden, unabhängig von ihren oft sehr traumatischen Erfahrungen. Diese Ebene bleibt im Buch ausgeklammert. Ebenso ist es nicht die Realität aller Kinder, in solche Klassen zu kommen. Manche werden in eine, ohnehin schon schwierige, Klasse dazugesetzt, ohne zusätzliche Betreuung.
Gleichwohl gelingt es Letterie und Cavion hervorragend, das Thema für Kinder verständlich, greifbar und emotional nachvollziehbar zu machen. Die Illustrationen sind detailreich und einfühlsam und tragen entscheidend dazu bei, die Figuren lebendig wirken zu lassen. „Kinder von fern“ ist ein wichtiges Buch, um Empathie zu fördern und erste Gespräche über Flucht und Ankommen anzustoßen – auch wenn es bewusst nicht alle Härten zeigt, die hinter diesen Geschichten stehen. Ich werde das Buch auf jeden Fall im Unterricht einsetzen.
Tara
empfiehlt:





Kinder von fern
von Martine Letterie
„Kinder von fern“ ist ein wichtiges Buch der niederländischen Autorin Martine Letterie für junge Leser ab acht Jahren.
Die Kinder Samuel, Fatima, Azad und Tamar müssen aus unterschiedlichen Gründen aus ihrer Heimat fliehen. Gemeinsam mit ihren Eltern machen sie sich auf einen beschwerlichen Weg und treffen in den Niederlanden in einer Flüchtlingsklasse aufeinander.
Die Kinder erzählen nacheinander ihre Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruhen.
Der Schreibstil von Martine Letterie ist leicht zu lesen, die Sätze sind kurz und leicht verständlich. Dennoch gelingt es ihr die Gefühle ihrer Protagonist*innen und deren beschwerliche Wege gut zu vermitteln. So erhalten schon junge Leser einen guten Einblick in das Schicksal der vier Flüchtlingskindern und bekommen eine Vorstellung von dem, was in unserer Welt vor sich geht.
Da aus der Perspektive der Kinder berichtet wird, ist es leicht sich in diese hineinzuversetzen und ihren Emotionen nachzuspüren.
Durch zahlreiche passende Zeichnungen hat die Illustratorin Elena Cavion die Ereignisse verdeutlicht und lebendig werden lassen.
Das Buch eignet sich gut, um jungen Lesern Einblicke in das Leben anderer Kinder zu ermöglichen und auch als Grundlage für weitere wichtige Gespräche in Bezug auf die Probleme in unserer Welt.
