Kundenrezensionen
Krani
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Unnenmoor liegt in Ostfriesland. Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs warten die Bäuerinnen Anni und Edith noch immer auf die Rückkehr ihrer Ehemänner, die in Russland gekämpft haben. Schließlich kehrt einer zurück.
Die Atmosphäre in diesem Buch ist so düster wie die lichtlosen Katen, in denen die Menschen leben, denn Strom gibt es noch lange nicht. In der Nähe des Dorfes stand eine Baracke, in der Zwangsarbeiter lebten, wie jeder im Dorf wusste. Der Krieg kam den Menschen also sehr nah. Die Überlebenden sind verstört und traumatisiert, sie suchen nun nach Orientierung, begleitet von Aberglauben. Zwischen Arbeit, Kirche und Kneipe erscheint das Leben eng und aussichtslos.
Mir gefielen die dichte Atmosphäre, die glaubhaften Figuren und die begreifliche Handlung, die zum Schluss fast in eine Katastrophe mündet. Gerade die emotionale Schilderung der Personen macht es leicht, ihnen zu folgen und sie zu verstehen. Die häufig gesprochene Mundart lässt das Ganze noch authentischer wirken.
Eine bewegende Geschichte, dicht erzählt und mit einem versöhnlichen Ende im Heute. Es ist der dritte Roman der Autorin.
Miro
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Anni und Edith waren immer Freundinnen und haben es mit gegenseitiger Unterstützung durch die schweren Winter in den Kriegsjahren geschafft. Nun ist der Krieg vorbei, doch ihre beiden Männer kehren nicht nach Hause zurück. Die Zeiten sind noch immer schlecht in Unnenmoor. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Arbeit, Nahrung und Geld.
Diese düstere moorige Gegend im Norden Deutschlands bietet einen guten Nährboden für Aberglauben, Hexerei und Wunderheilerei.
Als nach Jahren Anni's Mann nach Hause kommt, beginnt es aber nicht bei ihr bergauf zu gehen. Otto hat seine Beine an der Front gelassen und ist generell schwer traumatisiert. Er findet sich nicht mehr ein im Alltag und beginnt zu trinken. In ihrer Verzweiflung sucht Anni nach einem Sündenbock und die rothaarige Edith wird zur Hexe und für alles Unglück verantwortlich gemacht. Der Spökenfritz weiß diese Situation für sich zu nutzen. Mit seinen Beschwörungen und Zaubereien treibt er die Familie endgültig in die Armut und als das Wunder immer noch ausbleibt, spitzt sich die Situation immer mehr zu.
Helga Bürstner hat sich mit diesem Roman einem spannenden Thema zugewandt. Viele Kriegsheimkehrer fühlten sich unverstanden mit ihrem posttraumatischen Stresssyndromen. Das Leben zuhause war auch nicht einfach und für Zimperlichkeit einfach kein Platz. Ein guter Nährboden für jene, die die Not der Gutgläubigen ausnutzen, denn ein Wunder hätten damals viele gut brauche können.
Das Thema ist spannend aufbereitet. Ich habe das Buch von der ersten Seite an gerne gelesen, aber ab der Mitte baut die Autorin enorm Spannung auf. Meine Sorge um Edith ließ mich fast hastig weiterlesen, denn das Gefühl, dass diese Geschichte nicht gut ausgehen kann hat sich ebenfalls immer mehr zugespitzt.
Leider besitzt diese Geschichte noch immer Brisanz, denn mit der Hoffnung auf ein Wunder lässt sich auch heute noch gut Geld verdienen.
Petra Gruber
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Die guten alten Zeiten, in denen die Menschen zwar arm waren, aber so fest zusammen hielten und so gut zueinander waren.
Eine Mähr, die immer wieder erzählt wird und auf die sich vor allem rechte und extrem konservative Mächte gerne berufen.
Helga Bürster lässt diese Zeiten sehr differenziert auferstehen. In ihrem neuen Roman geht es um ein Dorf im Moor wenige Jahre nach dem Krieg.
Der Fortschritt ist da, aber auch viel Leid und Trauma aus dem Krieg. Und wie immer braucht es einen Sündenbock. In diesem Fall sind es Edith und ihre Tochter Betty. Der Scharlatan und selbsternannte Heiler Fritz kann die Nachbarin und ehemals Freundin überzeugen, dass "die Hexen" Schuld sind an ihrem ganzen Leid. Wie immer braucht es einen Sündenbock und wie immer gibt es Verführer, die daraus ihren Vorteil ziehen.
Wunderbar erzählt, sehr genau recherchiert, sehr weise, immer mit einem Funken Hoffnung.
Ich bin wieder begeistert und kann den Roman wärmstens empfehlen.
Alais
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Helga Bürsters feinfühlig erzählter Roman spielt in einem kleinen Dorf kurz nach dem Ende des selbstverschuldeten Zweiten Weltkriegs, als die Lage für die Menschen in Deutschland in vielerlei Hinsicht schwierig war. Zur oft finanziellen Not und der schwelenden Schuld kommen Orientierungslosigkeit, die selbst erlittenen Verletzungen und Traumen der Diktatur- und Kriegszeit. Die Autorin beleuchtet diese Zeit in dem kleinen, im Moor gelegenen Ort mit Herzensgüte, sehr viel Tiefe und Emotionalität, aber auch oft kritischem Blick.
Nachdem ich bereits ihren ersten Roman „Luzies Erbe“ sehr mochte, konnte sie mich auch in diesem Roman wieder mit ihrem Schreibstil begeistern. Sie schreibt einfach wunderbare Sätze! Sie erzählt auf eine atmosphärische und intensive Weise, sodass ich das Gefühl hatte, alles hautnah miterleben zu können. Auch gelingt es ihr, etwas Humor und menschliche Wärme in eine Romanwelt einfließen zu lassen, die eigentlich entsetzlich ist, von emotionaler Kälte, schwerer Schuld und roher Gewalt gegenüber Mensch und Tier geprägt. Viele Menschen sind in ihrem Unglück gefangen und traumatisiert. Hilfe, beispielsweise für Kriegsversehrte und ihre Familien, gibt es, wenn überhaupt, nur unzureichend. Interessant fand ich unter anderem den Aspekt, dass Ärzte, die sich im Nazireich auf schreckliche Weise schuldig gemacht hatten, zumindest in dieser Erzählung nicht länger das allgemeine Vertrauen der Menschen genießen. Doch gerade das lässt die in dieser Zeit oft tief verzweifelten Menschen leider zur leichten Beute von Heilsversprechern werden …
Die abgeschiedene Dorfwelt wirkte auf mich manchmal regelrecht mittelalterlich. Mehr als in anderen Romanen, die in diesen Nachkriegsjahren spielen, merkte ich hier, wie viel Zeit tatsächlich seitdem vergangen ist, was sicher daran liegt, dass die wenigsten Romane, die ich zu dieser Zeit bisher gelesen habe, einen Blick auf das damalige Landleben werfen, sondern eher in größeren Städten handeln. Gleichzeitig kommen Themen vor, die geradezu beängstigend modern sind, zum Beispiel: Hetzen und seine schrecklichen Folgen.
Trotz all dieser Düsternis und den unglaublich schweren Herausforderungen, vor denen die Menschen in diesem Roman stehen, gelingt es der Autorin aber auch immer wieder das Wunderbare darzustellen – ob im Menschen oder in der Natur – und Momente der Hoffnung einzubauen. Die verschiedenen Handlungsfiguren, von denen es auch neben den Hauptfiguren eine ganze Reihe weiterer Charaktere gibt, die besonders berühren bzw. aufwühlen, werden vielschichtig und einfühlsam geschildert. Überhaupt schreibt Helga Bürster sehr angenehm differenziert. So steht die Moorwelt für das "Alte" mit der Faszination seiner überlieferten Märchen und Sagen, aber auch den schlimmen Verbrechen der nicht allzu fernen Vergangenheit. Gleichzeitig naht der Fortschritt als strahlender, aber möglicherweise zerstörerischer Hoffnungsbringer ...
Mich packte die Erzählung so sehr, dass ich das Buch wie in einem Rausch las – auf der einen Seite diese tiefberührenden Schicksale, die es ja mit Sicherheit im echten Leben zu dieser Zeit in unfassbar hoher Zahl gegeben haben muss, und auf der anderen Seite dieser ansprechende, bildhafte Schreibstil, durch den das Lesen zum Genuss wird.
Euphoric
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
"Als wir an Wunder glaubten" erhält von mir eine Bewertung von vier Sternen. Helga Bürster entführt die Leser auf eine fesselnde Reise in die Nachkriegszeit des Jahres 1949 in einer norddeutschen Moorlandschaft. Die Geschichte von Edith, Anni und ihren Familienangehörigen ist einfühlsam erzählt und vermittelt authentisch die Herausforderungen und Hoffnungen dieser turbulenten Ära.
Der Roman zeichnet ein lebendiges Bild des Alltags in einer Gemeinde ohne Stromanschluss, geprägt von Aberglauben und Vorurteilen. Die verschiedenen Charaktere, darunter Bettys kindliche Unbeschwertheit und Josephs bewegende Rückkehr aus dem Krieg, verleihen der Geschichte Tiefe und Vielschichtigkeit.
"Als wir an Wunder glaubten" ist insgesamt eine mitreißende Lektüre, die den Geist der Nachkriegsjahre meisterhaft einfängt und den Leser in eine vergangene Zeit entführt.
Sophie H.
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Unnenmoor im Jahre 1949: Der Krieg ist vorbei, hat aber große und schlimme Narben hinterlassen. Annie und Edith haben Einiges gemeinsam: Sie mussten ihre Kinder alleine durch den Krieg bringen, weil ihre Männer eingezogen wurden. Und nun warten beide darauf, dass ihre Männer heimkommen. Doch nur einer kommt: Josef, der Mann von Annie. Doch bis Josef weiß, dass er der Mann von Annie ist und wo er hingehört, vergehen Jahre. Er hat im Krieg nicht nur beide Beine verloren, sondern auch sein Gedächtnis. Jetzt ist er wieder zuhause und kämpft sich mühsam in seinen Alltag zurück. Sein bester Freund ist dabei der Alkohol. So wird das Leben von Annie schlimmer statt besser. Was liegt da näher, als dass sie und ihr Hof verflucht sind? Von einer Hexe? Von den Glöhnigen aus dem Moor? Ist Edith vielleicht diese Hexe? Und so sind die beiden Freundinnen von einst plötzlich bittere Feindinnen. Während der Fortschritt Einzug in Unnenmoor in Form von Strom und einem Mammut hält, verweilen die Alten noch in den Erinnerungen und Denkmustern von früher.
Helga Bürster ist es wunderbar gelungen, in ihrem Buch die Menschen aus dem Oldenburger Land zu charakterisieren. Ich lebe selber in der Ecke und habe Viele/s wiedererkannt. Ich sehe meine Oma mit ihren großen Augen direkt vor mir. Aufgewachsen im Moor hat auch sie an böse Geister geglaubt. Und Wäsche hängt man hier bis heute nicht zwischen den Jahren auf. Sehr gut gefallen haben mir auch die plattdeutschen Phrasen, die immer wieder eingestreut werden. Das verleiht den Protagonisten eine besondere Stimme und lesbar bleibt der Text trotzdem. Insgesamt lässt sich das Buch flott und gut lesen. Ich konnte es kaum beiseitelegen. Eine volle Leseempfehlung für alle, die etwas über einen Ort wissen wollen, der sonst kaum Beachtung findet.
yellowdog
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Helga Bürster schreibt ihren Roman „Als wir an Wunder glaubten“, den sie ins Jahr 1949 legt, so, dass es glaubhaftes Bild dieser schweren Zeit zeigt. Wie die Leuten reden und sich verhalten ist sowohl typisch für die Zeit, aber auch für die Gegend, in Nähe von Moorlandschaft.
Sowohl das Dorf als auch die Landschaft lernt man beim Lesen kennen.
Das Personal des Romans ist die Stärke des Buches.
Da ist die 11jährige Betty Abels, dann Edith, ihre Mutter und die Nachbarin Annie.
Schwer mitgenommen kehrt deren Mann Josef aus dem Krieg zurück. Er ist in einem schlechten Zustand.
Man denkt manchmal, dass Buch wäre altmodisch geschrieben, aber das stimmt eigentlich nicht. Es ist gut strukturiert und zeigt glaubhaft eine schwere Zeit. Man spürt, dass Helga Bürster eine erfahrene Autorin ist.
Das Lesen war nicht durchgehend ein Vergnügen, aber beeindruckt hat mich das Buch!
Kwinsu
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
"In den Nachbardörfern ist die Welt auch schon untergegangen, aber keiner hat's gemerkt." (S. 13)
1949: Es ist eine Welt zwischen den Welten - in Unnenmoor tickt die Zeit noch anders. Es gibt kaum Strom, überall herrscht Armut und das einzige Telefon ist im Dorfwirtshaus zu finden. Die Menschen leben fest mit dem Moor verbunden, weit verbreitet ist der Glaube an Hexerei und die Moorgeister. Stetes Misstrauen beherrscht das Denken der Dorfbewohner/innen. Das bekommt auch Edith zu spüren, die mit ihren roten Haaren prädestiniert dazu ist, als Hexe verunglimpft zu werden. Besonders Fritz, der Dorfquaksalber, hat es auf sie abgesehen und hetzt ihre ehemals beste Freundin, Anni, und deren vom Krieg stark gezeichneten Mann Josef, aufs Übelste gegen sie auf. Doch Edith glaubt an das Gute und kämpft mutig - gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Theo und ihrer jugendlichen Tochter Betty - gegen die gesponnenen Intrigen an.
Helga Bürster entführt uns in "Als wir an Wunder glaubten" in einen mystischen Mikrokosmos der Nachkriegszeit in der Peripherie, der gleichermaßen brutal wie auch liebenswert ist. Ihren Schreibstil empfand ich als kühl, hart und distanziert, gleichzeitig schaffte sie es aber auch, mich durch die doch vorhandene Herzlichkeit und Wärme einzufangen. Stilistisch erinnerte mich "Als wir an Wunder glaubten" ob der besonderen Atmosphäre an den Schwedischen Schriftsteller Torgny Lindgren. Das Buch liest sich wie ein zeitgeschichtliches Märchen, die Protagonist/innen sind einfach, aber doch komplex gestrickt, die Moral steht stetig als verhandelbare Instanz an der Seite. Der Wahn, der manchen der Figuren innenwohnt, ist greif- und, aufgrund der dunklen Vergangenheit und den damit verbundenen schrecklichen Erlebnissen, nachvollziehbar. Die Natur hat im Roman einen ganz speziellen Stellenwert - das Moor scheint für die Menschen im Dorf eine besondere, magische und zugleich schöne wie auch schreckliche Macht zu sein, die aber letztendlich durch den Fortschritt in ihrer Existenz bedroht ist. Kontinuierlich wird die Vergangenheit und die Zukunft des Dorfes verhandelt, vermutlich um die Gegenwart zu verdrängen. Über allen Charakteren steht die Schuld, die sie im Nationalsozialismus durch aktive Teilnahme oder passive Ignoranz auf ihre Schultern geladen haben - doch gesprochen wird darüber nicht. Die Atmosphäre des Romans ist getragen von Negativität, dem Bösen und dem Unerklärlichen, die durchbrochen werden von dem Glauben an die Zukunft. Die Protagonist/innen sprechen oft in Plattdeutsch, was unübersetzt bleibt, aber so eingebaut wurde, dass es verständlich bleibt. Das spezielle Stil hat es mir anfänglich sehr schwer gemacht, in die Geschichte hineinzufinden, doch je weiter sie voran schreitet, desto fesselnder wurde sie. So schmerzlich es auch ist, die Ungerechtigkeit, die sich die Menschen selbst aufbürden, auszuhalten, so schön und bereichernd ist es, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu begleiten.
Mein Fazit: ein absolut lesenswerter Roman, der etwas Zeit braucht um zugänglich zu werden. Getragen wird er durch eine mystische, düstere Stimmung, über der aber immer Hoffnung schwebt. "Als wir an Wunder glaubten" ist keine Lektüre wenn sich der oder die Leser/in nach einem heiteren, kurzweiligen Roman sehnt, aber umso lohnenswerter, wenn einer/m nach Literatur mit Anspruch zu mute ist.
v_im_wunderland
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Das Cover ist in meinen Augen etwas nichtssagend, aber die Geschichte finde ich umso besser. Ich finde Bücher mit einem historischen Hintergrund immer besonders spannend. Da man hier nicht nur eine Geschichte hat, sondern auch noch etwas über Historie und die Zustände in den damaligen Zeiten lernen kann. Diese Verknüpfung ist auch hier in diesem Buch sehr gelungen. Es geht um Menschen in einem Dorf in der Nachkriegszeit. Es muss um das Überleben Aller gekämpft werden und da können auch schon mal die Gedanken und Nerven durchgehen und so kommt es dazu dass die Dorfbewohner an mysteriöse Ereignisse im Moor zu glauben beginnen und dies auch auf übernatürliche Dinge zurückführen. Ich finde der Roman ist der Autorin sehr gut gelungen und ich kann mir durchaus vorstellen weitere Bücher dieser Autorin zu lesen, da der Schreibstil für mich sehr gut gepasst hat.
Petra
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Als wir an Wunder glaubten
von Helga Bürster
Der Krieg ist zu Ende, ein neues Zeitalter fängt an. Auch für ein kleines Dorf im Moor. Schon ewig leben die Menschen dort mehr schlecht als recht. Trotzdem mussten die Männer in den Krieg und die Frauen und Kinder blieben zurück
und hoffen nun auf die Rückkehr der Väter und Männer, auch fünf Jahre nach dem Ende.
Annie und Edith waren Freundinnen genau wie ihre Männer. Nun ist nur einer wieder zurück gekehrt. Schwer versehrt und mit wenig Erinnerungen an sein früheres Leben. Im Dorf rumort es, der Fortschritt hält Einzug und gleichzeitig tauchen die uralten Geschichten wieder auf.
Wer profitiert von der Zwietracht die auf einmal herrscht?
War es früher die alte Guste ist es nun die jugendliche Betty die als Erzählerin aus ihren eigenen Erinnerungen fungiert.
Nur nach vorne schauen funktioniert nicht, man muss auch das Vergangene im Blick haben. Sei es das Gute und auch das Böse haben Einfluss auf die Gegenwart und Zukunft.
Diese Elemente verwebt die Autorin meisterhaft, sind es alte Geschichten über Moorgeister, Erinnerungen an glückliche Tage, Schuldgefühle, Gier und Aberglaube alles gehört in ihrem Buch zusammen, nichts kann ohne das Andere auskommen. Spannend weil es nachvollziehbar ist wie die Menschen sich an das kleinste bisschen Hoffnung klammern, spannend weil es so einfach ist einen Schuldigen zu suchen und zu finden. Spannend zu lesen weil es immer noch so leicht scheint, auch nach den leidvollen Erfahrungen, Menschen zu verführen und die Vernunft außer acht zulassen.
Das Buch ist zwar ein Rückblick, aber man kann es auch als einen Ausblick betrachten.
