Kundenrezensionen von Alais





Ein Date mit deinem Gehirn
von Damir del Monte
Das Cover passt hervorragend zu der faszinierenden und immer noch etwas geheimnisvollen Welt unseres Gehirns.
Ich hatte mir spannendes Wissen zu diesem Thema erhofft und wurde nicht enttäuscht. Der Gehirnforscher Damir del Monte beschreibt anschaulich und geht auf vielfältige Aspekte ein, auf Gehirnentwicklung, Verliebtheit, Erinnerungen - und auch auf den Vergleich mit KI, auch wenn dies weniger Platz einnahm, als ich erwartet hatte. Dabei kommt dem Autor sicher seine Lehrerfahrung als Dozent zugute, denn es gelingt ihm sehr gut, die Wissensinhalte auf verständliche und mitreißende Weise zu präsentieren.
Was ich jedoch überhaupt nicht erwartet hatte, war die berückende Schönheit der Sätze in diesem Buch. Mir gefielen die Eleganz der Formulierungen und die hübschen Vergleiche so sehr, so dass ich langsam und mit großem Genuss las.
Sehr zu empfehlen für alle, die etwas lernen möchten, für Menschen, die schön geschriebene Texte lieben, und diejenigen, die sich wie ich Sorgen wegen der KI-Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt machen!





Berliner Bohème
von Egon Erwin Kisch
Kurzweilig schildert Kisch seine Beobachtungen und Gedanken zu Berlin und seinen Menschen in den 1920er und 1930er Jahren. Dabei wirkt sein Erzählstil frisch und angesichts des ehrwürdigen Alters der Texte erstaunlich lebendig, auch wenn mir einige Begriffe fremd waren (zum Beispiel "Rotunde" in der Bedeutung "öffentliche Toilette" oder auch "spezialiter").
Kisch blickt kritisch und manchmal leicht spöttisch auf die Gesellschaft und geht auf viele verschiedene Themen ein. Auch die Texte sind unterschiedlich gestaltet, vom geradezu künstlerisch gestalteten Text "Der, der das Radio sieht" bis hin zu eher schnoddrig vorgetragenen Beobachtungen. Ein paar Anspielungen, die heutige Lesende nicht unbedingt verstehen, werden in den Anmerkungen im hinteren Teil erklärt (S. 142). Absolut lesenswert in diesem Buch ist aber auch das von der Herausgeberin Gabi Wuttke verfasste Nachwort mit Details aus Kischs bewegtem Leben.
Ich muss leider sagen, dass mir Kisch aus irgendeinem Grund als Verfasser nicht besonders sympathisch war. Dabei faszinierten mich seine so unterschiedlichen Ausflüge und Einblicke in die Berliner Gesellschaft und ich war immer wieder gespannt, was mich auf der nächsten Seite wohl wieder Skurriles, Überraschendes, Amüsantes oder auch Ärgerliches erwarten würde.
Eine für mich spannende Lektüre, sehr schön verpackt hinter einem außergewöhnlichem Pappcover von schlichter Eleganz.





Die Rätsel meines Großvaters
von Masateru Konishi
Dieser Roman, in dem ein liebenswerter, älterer und literaturverliebter Meisterdetektiv und seine Enkeltochter Kaede die Hauptfiguren darstellen, ist unterhaltsam und von einer freundlichen, optimistischen Grundhaltung geprägt. Dabei kämpfen die beiden Protagonisten in der Rahmenhandlung mit gleich zwei beängstigenden Themen – der Großvater mit seiner Demenz und Kaede mit einer Bedrohung aus ihrer Vergangenheit.
Trotz dieser bedrückenden, aber behutsam behandelten Themen liest sich der Roman leicht und er fasziniert durch die seltsamen Rätsel, die Kaedes Großvater zu lösen versucht. Diese rätselhaften Geschichten wirken teilweise so bizarr, dass ich mir anfangs gar nicht vorstellen konnte, dass sie, zumindest in dieser Romanwelt, wahr sein könnten. Doch der Großvater nähert sich ihnen mit Offenheit und überzeugender Logik, die dann doch noch einen (möglichen) Sinn finden – was mal wieder zeigt, dass nicht alles, was man nicht gleich versteht, deshalb auch gleich falsch bzw. unwahr ist. Aber der Roman handelt auch von Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe, von Traumata und ihrer Überwindung. Und er konnte mich immer wieder überraschen und verzaubern.
An einigen Stellen wirkten auf mich allerdings die Dialoge seltsam gekünstelt, wobei ich vermute, dass dies an der mir leider nicht sehr vertrauten Kultur liegt. Dabei mochte ich an dem Roman gerade die Zartheit, respektvolle Annäherung an die Figuren und sanfte Poesie, die ich schon so oft bei japanischer Literatur gefunden habe. Und gerade, weil dieses Buch in mir die Lust weckte, noch tiefer in die japanische Kultur einzutauchen, hätte ich mich sehr über ein kleines Glossar gefreut, denn es gibt ein paar (zum Glück wenige) japanische Begriffe (sempai, dimsun …), für die ich mir eine Erklärung gewünscht hätte, ohne selbst auf Google zurückgreifen zu müssen. Auch eine Liste der erwähnten Bücher und Filme hätte ich im hinteren Teil des Buches hilfreich gefunden, da ich beim Lesen immer gleich weiterlesen und nicht pausieren wollte, um mir etwas zu notieren. Dafür freute ich mich über die wunderschöne Gestaltung des Farbschnitts und des Vorsatzes mit Pflanzenmotiven, die an Japan erinnern - und es war auch sehr schön, wenn auch überraschend, an die Filmwelt Alfred Hitchcocks erinnert zu werden, die auch eine kleine Rolle in diesem Roman spielt.
Für mich eine in vielerlei Hinsicht ungewöhnliche Lektüre, die ich daher sehr mochte!





The Ordeals
von Rachel Greenlaw
Schon die Gestaltung dieses Buchs ist ein echtes Highlight: Cover, Vorsatz und Farbschnitt sind in einem eleganten Schwarz mit Gold gehalten, wirken geheimnisvoll und einladend. Der vordere und der hintere Vorsatz enthalten kurze Definitionen der vier magischen Künste Botanik, Alchemie, Maskerade und Illusion, die in dieser sorgfältig ausgestalteten Fantasywelt eine wichtige Rolle spielen. Kurzum: Das Buch sieht exakt so aus, als wäre es selbst Teil der Fantasywelt und stünde in der Bibliothek einer Schule für Magie wie der magischen Elite-Akademie Killmarth.
So fühlte ich mich gleich in der richtigen Stimmung und tauchte schnell und voller Freude in die Geschichte ein. Die knisternde Romantasy-Spannung ist schnell zu spüren. Für mich aber ist es vor allem eine großartige Erzählung über Mut und Freundschaft, darüber, über sich hinauszuwachsen, um die Ecke zu denken und vor allem darüber, den Mut zu finden, einen ganz eigenen Weg einzuschlagen.
Die Autorin beschreibt ihre Romanwelt sehr anschaulich und stattet sie reichlich aus. In ihrer Welt bleiben auch altbekannte Fantasywesen spannend, da sie doch ein klein wenig anders sind, als wir sie aus anderen Erzählungen kennen.
Die Protagonistin Sophia empfand ich zunächst als ziemlich skrupellos, konnte mich im weiteren Verlauf aber immer mehr für sie erwärmen. Während eine unperfekte, aber taffe Heldin wie sie in Fantasyromanen keine Seltenheit ist, hat mich die Autorin mit Dolly überrascht - eine ältere Frau, die kein störendes Beiwerk oder gar eine Bösewichtin darstellt, habe ich in der Fantasyliteratur bisher selten angetroffen. Aber leider spielt sie nur kurz eine (wenn auch wichtige) Rolle, bevor Sophia in die düstere und gefahrvolle Welt der Killmarth-Akademie eintaucht. Aber auch an der Akademie begeisterte mich die Darstellung der verschiedenen Charaktere, die bewirkte, dass ich mich von der Erzählung mitgerissen fühlte und bei den verschiedenen zu meisternden Herausforderungen mitfieberte.
Dieses Buch ist einfach ideal, um alles um sich herum eine Weile zu vergessen und ganz in eine fantastische Welt einzutauchen, und ich freue mich nun sehr auf die Fortsetzung!





Windholm-Saga / Windholm Das Nebelkind
von Silvana Lilkendey
Als Arics Vater im Sterben liegt, enthüllt er seinem Sohn ein großes Geheimnis, das Aric veranlasst, sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Eldora zu begeben. Auf seiner abenteuerlichen Suche begegnen ihm der Gnom Brambelfeet und andere wundersame Wesen ...
Es war ein wunderschönes Gefühl, in diese zauberhafte Buchwelt einzutauchen. Die Thematik von Verlust und Trauer, die diese Erzählung einleitet, traf mich zwar, da ich auch um meinen Vater trauere und auch meine schon vor etwas längerer Zeit verstorbene Mutter sehr vermisse, persönlich sehr schwer. Aber die Autorin hat, wie sie im hinteren Teil verrät, die Geschichte zuerst als Mutter für ihre Kinder geschrieben und das ist, finde ich, auf wohltuende Weise spürbar. So strahlt der Text von Anfang an sehr viel Herzenswärme aus und dem charmant-spitzbübischen Gnom Brambelfeet gelingt es auch schnell, Licht und Leichtigkeit in die Erzählung einfließen zu lassen.
Silvana Lilkendey ist eine Wortkünstlerin, die ihre Worte mit Bedacht wählt und sehr liebevoll setzt. Der Text wirkt fast schon poetisch und enthält viele Sätze, die voller Weisheit sind. Er liest sich zwar dennoch leicht, aber ich hatte das Bedürfnis, dieses Buch etwas langsamer, genussvoller zu lesen als andere Bücher. Stimmungen, Gefühle, kleine Details – sie alle werden so gelungen und voller Wertschätzung beschrieben, dass von ihnen eine magische Faszination ausgeht.
Die Fantasywelt ist sorgfältig ausgestaltet, mit einer wohlklingenden Sylphen-Sprache (dem Alindori), passenden kulinarischen Highlights wie Moosburger und Wurzelkekse, hinreißenden gnomeigenen Kraftausdrücken und Orten und Wesen, die die Fantasie beflügeln. Daher ist der hintere Teil, der unter anderem ein Glossar, eine Übersetzung verschiedener Alindori-Sätze ins Deutsche und die Vorstellung einiger Figuren umfasst, auch sehr hilfreich.
Ein ideales Buch, um sich verzaubern zu lassen und dabei etwas Trost und Kraft in finsteren Zeiten zu finden!





Tiere beobachten mit dem Wildtierguide
von Patrick Hundorf (@patrickdogvillage)
Als große Tierfreundin habe ich mich sehr über dieses Buch gefreut, da der Autor nicht nur eine Fülle spannender Informationen zu verschiedenen Tieren bietet, sondern auch sehr verantwortungsvoll an das Thema Tierbeobachtung herangeht, denn, wie er auf S. 34 schreibt: "kein Erlebnis ist so viel wert, wie der Schutz unserer heimischen Tiere".
Wie Tiere behutsam beobachtet werden können, ohne ihnen zu schaden, welche Ausrüstung dafür nützlich ist und wann und wo Tierbeobachtungen möglich sind – all dies wird in diesem Buch ausführlich beschrieben. Ich durfte einige positive Überraschungen erleben - einige Tierarten hätte ich in Deutschland nicht einmal vermutet.
Hinzu kommen Tierporträts, die von wunderbaren Fotos begleitet werden, ausdrucksstarken Bildern, die die abgebildeten Tiere als die kleinen Persönlichkeiten darstellen, die sie sicherlich sind. Eine sehr schöne Ergänzung zum Buch ist die passende App mit Tierstimmen.
Die Texte werden klar strukturiert präsentiert und lesen sich trotz der Fülle an Informationen leicht – dies liegt sicher auch daran, dass die Faszination des Autors für das Tierreich deutlich spürbar ist.
Ein Buch, das Begeisterung weckt, und dabei das gute Gefühl gibt, mit den Tipps aus diesem Buch nun bestens gerüstet zu sein, um erfolgreich und zugleich rücksichtsvoll Tiere beobachten zu können.





Soulmates and Other Ways to Die
von Melissa Welliver
Diese rasante Liebes- und Abenteuergeschichte packte mich von der ersten Zeile an. Das Cover hatte mich befürchten lassen, dass sich das Buch vorwiegend an ein Publikum richtet, das deutlich jünger als ich ist, und das ist womöglich auch so, aber ich konnte mich gut in Zoe hineinversetzen und mochte ihre selbstironische Erzählweise sehr. Zoe ist zu Beginn sehr allein. Sie lebt in einer beängstigenden Welt, in der unter anderem öfter mal Flugzeuge vom Himmel stürzen, und ist damit beschäftigt, sich auf alle möglichen Katastrophenszenarien vorzubereiten.
Erzählt wird abwechselnd aus Zoes Perspektive und aus der Perspektive von Milo, einem beliebten Jungen, der auf den ersten Blick so ganz anders ist als Zoe. Dabei entdecken sie und Milo gleich zu Beginn der Erzählung, dass sie „KinTwins“ sind. KinTwins sind ein genialer Einfall der Autorin - ein so spannendes wie verstörendes Phänomen, das diese Romanwelt in eine Art langsame Apokalypse verwandelt: Jeder Mensch hat dort einen Seelenverwandten, den er nicht unbedingt kennt, mit dem er aber körperlich verbunden ist, sodass er seine Schmerzen spürt – und stirbt, wenn sein KinTwin stirbt, was, wenn er beispielsweise gerade hinter dem Lenkrad eines Autos sitzt, zu weiteren Todesfällen führen kann, die dann wiederum den Tod der KinTwins der Opfer nach sich ziehen usw., sodass die Sterberaten steigen und steigen …
Katastrophenszenarien sind uns nach der Pandemie ja auch etwas vertrauter und angesichts der realen düsteren Zukunftsprognosen wirkt die anfängliche Grundstimmung dieses Textes beunruhigend realistisch. Zugleich wird aber mit sehr viel Leichtigkeit erzählt und die Geschichte, die bald einen abenteuerlichen Verlauf nimmt, ist keineswegs bedrückend.
Was mich alles besonders freute: Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Zivilcourage und den Wert der Freundschaft. Die Handlungsfiguren sind vielschichtig und wachsen über sich hinaus. Queere Liebe findet ganz selbstverständlich ihren Platz. Und was eine düstere Dystopie hätte sein können, wird zu einer leichtfüßigen, unterhaltsamen Geschichte, die Mut und Hoffnung macht.





Im Schatten von Giganten
von Jasmin Schreiber
Zu diesem Buch hat Jasmin Schreiber sowohl Texte als auch eigene Fotos beigetragen. Und genauso achtsam, wie sie auf ihrem Coverfoto die Schönheit der zierlichen Goldwespe in den Mittelpunkt rückt, geht sie auch in ihren Texten mit den kleinen Protas ihres Buches um.
Diese Liebe zu den kleinen Wesen, die zum Teil ganz in unserer Nähe - ob verborgen unter einem Stein, in Moospolstern, in Totholz, in einem lebenden Baum, einer Blüte, in Kadavern, Dung oder einer Pfütze - ihr faszinierendes Leben leben, hat etwas Ansteckendes. Ich hielt mich bisher eigentlich für eine ziemlich große Tierfreundin, muss aber zugeben, dass ich von ihr in puncto Liebesfähigkeit noch einiges lernen kann. Mir gefiel es sehr, wie behutsam sie sich den Tieren nähert und wie respektvoll die Porträts sind, die sie von ihnen in diesem Buch zeichnet.
Jasmin Schreiber hat das Talent, spannend zu erzählen, und auf leicht verständliche Weise Wissen zu vermitteln. Ihr Blick wirkt sehr persönlich und engagiert, dadurch lässt sich das Buch trotz der Fülle an Informationen auch leicht lesen, und ich freute mich, auch bei mir scheinbar vertrauten Tierchen überraschende Seiten und Talente zu entdecken.
Mich hat das Buch motiviert, bei Spaziergängen genauer hinzuschauen, auf meine Umgebung zu achten und die Schönheit und die wunderbaren Eigenschaften der Winzlinge, die sie bewohnen, besser schätzen zu lernen.





Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
von Susanne Oswald
Hinter dem collagenhaften, fröhlich-bunten Cover verbirgt sich ein Häkelkrimi (bzw. genau genommen ein "Strickkrimi") mit extrem hohen Cosy-Faktor, sympathischer Hündin und Küstenambiente - lustigerweise inklusive Strickanleitungen im hinteren Teil.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, luftig-leicht, aber sehr ansprechend. Besonders gut gefielen mir ihre Wortspiele und selbst erdachten Redensarten rund um Wolle und Wattenmeer.
So fiel es mir leicht, in die Atmosphäre der Romanwelt einzutauchen und mich dort heimelig zu fühlen. Zunächst herrschte mir dort allerdings ein bisschen zu viel heile Welt. Jenseits der "Schattenseite", die für den Krimicharakter des Buches sorgt, gehen die allermeisten Romanfiguren mit einer derart bewundernswert positiven Einstellung durchs Leben, dass ich mich über ein klein wenig mehr Übellaunigkeit der einen oder anderen Figur gefreut hätte. Einzig ein Teenager bildet hier eine - allerdings sehr zahme - Ausnahme. Auf so viel Harmonie musste ich mich erstmal einlassen, konnte sie, da sie nichtsdestotrotz authentisch wirkte, letztendlich aber doch genießen.
Vor allem wuchs immer mehr meine Freude an den Geschehnissen rund um den Strickclub (wobei es mir sehr recht war, dass die Krimihandlung manchmal etwas in den Hintergrund trat) und an der Entwicklung der so sympathischen wie interessanten Charaktere. Ein besonderes Highlight war für mich außerdem die liebevolle und verständnisvolle Darstellung von Ginger, der Hündin von Mette, der Inhaberin des kleinen Strickladens.
Mehr Wohlfühlroman statt Krimi, aber auf jeden Fall empfehlenswert für alle Strick-, Hunde- und Nordseeküstenfans sowie für alle, die sich nach ein bisschen Wohlfühlatmosphäre sehnen!





Midwatch Schule der unerwünschten Mädchen
von Rossell Judith; Rossell Judith; Obrecht Bettina
Dieses Buchcover bietet nicht nur viel zu entdecken, sondern zeugt auch von einem Abenteuer- und Entdeckergeist, von dem ich mich gleich magisch angezogen fühlte. Auch innen ist das Buch großzügig und liebevoll mit Zeichnungen ausgestattet.
Die Erzählung spielt in früherer Zeit, aber ich glaube, dass viele Kinder sich dennoch in den Hauptfiguren wiederfinden werden. Außerdem erwies sich diese Einbettung letztendlich als kluger Schachzug der Autorin, denn diese vergangene Welt ohne Smartphone und Internet, dafür aber mit Luftschiffen bietet für sich genommen bereits ein spannendes Abenteuer. Ohne die für unsere Zeiten moderne Technik müssen sich die Mädchen vom Midwatch-Institut darüber hinaus viel mehr einfallen lassen, um ihre geheimnisvollen Aufgaben zu erfüllen, die sich deutlich von den Aufgaben anderer Schulkinder unterscheiden, wie auch das "Midwatch-Institut für unerwünschte Mädchen" alles andere als eine normale Schule ist und die dort unterrichteten Fächer wie zum Beispiel "Aushecken" ziemlich kurios sind ...
Mir machte es Spaß, zusammen mit den drei neu aufgenommenen Mädchen Maggie, Nell und Sofie in die von der Autorin so facettenreich beschriebene Welt des Instituts einzutauchen. Wer Internatsgeschichten liebt, wird sehr wahrscheinlich auch diese mögen, auch wenn oder gerade weil sie in vielerlei Hinsicht ziemlich originell und ungewöhnlich ist. Es geht unter anderem um weibliche Stärke, Gemeinschaftssinn, Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Freundschaften und das (Über)Leben in einer unfairen Welt.
Es kommen ein paar wenige kompliziertere Wörter wie Etagere vor, dennoch liest sich der Text leicht und die Geschichte mit ihren eingeschobenen Anleitungstexten aus einem fiktiven Lehrbuch faszinierte mich schnell.
Eine aufbauende Abenteuergeschichte, die fantasiereich und mit viel positiver Energie erzählt wird.









