Kundenrezensionen
Maxie Bantleon aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Cascadia
von Julia Phillips
Julia Philipps wählt eine andere Stelle aus dem Grimmschen Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ für den Einstieg in ihren Roman „Cascadia“ – ich entscheide mich für die ersten Sätze des alten Märchens: „Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenrot. Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je zwei Kinder auf der Welt gewesen sind.“
In Philipps Roman sind es die beiden Schwestern Sam und Elena, beide Ende zwanzig, die auf der Insel San Juan im Nordwesten der USA in einem bescheiden Haus leben, gemeinsam mit ihrer schwerkranken Mutter, die sie neben ihren anstrengenden und schlecht bezahlten Jobs pflegen.
„Die beiden Kinder hatten einander so lieb, dass sie sich immer an den Händen fassten… und wenn Schneeweißchen sagte: ‚Wir wollen uns nicht verlassen‘, so antwortete Rosenrot: ‚Solange wir leben, nicht.‘“
Das ist auch der Plan für Sams und Elenas Zukunft: Der Mutter geht es zunehmend schlechter, und wenn der schlimmste Tag für die Töchter kommt, der Tag, an dem ihre Mutter stirbt, wird sich damit zugleich ihr ganzes Leben ändern. Dann werden sie das Haus verkaufen und sich irgendwo anders niederlassen, dann wird endlich der Aufstieg beginnen und das Ende der Dienstleistungsarbeit kommen, dann heißt es, weniger schuften, mehr leben.
Doch dieser jahrelang gehegte Plan gerät ins Wanken, als eines Tages – so wie im Märchen – ein Bär auf der Insel auftaucht. Während Sam mit Angst und Entsetzen reagiert, denn das wilde Tier hält sich immer wieder in direkter Nähe zu ihrem Zuhause auf, bleibt Elena sorglos. Bei ihr überwiegt die Faszination, sie reagiert geradezu euphorisch und sucht zunehmend die Nähe des Bären und somit auch die Gefahr, die mit einer solchen Begegnung einhergeht.
„Was hier passiert, ist nicht gefährlich“, erklärt sie Sam. „Es ist magisch. Es ist das Beste, was uns je passiert ist.“
Das, was Elenas bislang so langweiliges und oft frustrierendes Leben in eine Art Wunder verwandelt, wird für Sam immer mehr zur Bedrohung.
Spätestens ab dieser Stelle entwickelt sich der Roman zu einer Art psychologischem Kammerspiel.
Denn als die Mutter dann wirklich stirbt, stellt sich heraus, dass Elena und Sam nicht die gleichen Wünsche und Vorstellungen für bzw. von ihrer Zukunft haben.
Sams Angst, dass Elena sich von der Familie abnabeln könnte, wird immer stärker, und dabei galt doch seit Kindertagen das Motto: Nur Elena und sie waren wichtig, alle anderen außerhalb ihrer Familie waren lästig, niemand außer ihnen zählte.
Als Elena zugibt, auch andere Dinge, andere Menschen zu lieben, wo doch letztendlich ihre Schwester ihr am meisten bedeuten muss, hat das schreckliche Konsequenzen. Denn Sam wird Elena nicht aufgeben, auch wenn ihre Schwester gewillt ist, sie aufzugeben.
Erzählt wird aus Sams Perspektive, und sie machte es mir schwer, sie wirklich zu mögen. Die extreme Verbundenheit der beiden Schwestern hat mich zuerst sehr berührt, aber je deutlicher die – schlussendlich einseitige – Abhängigkeit wurde, je stärker Sams Sehnsucht nach der Zeit, in der die Familie unzertrennlich war, desto zwiespältiger wurden meine Gefühle ihr gegenüber, desto stärker die dumpfe Ahnung, dass hier irgendetwas ganz schön schiefläuft.
„Cascadia“ (nach der Region im pazifischen Nordwesten Nordamerikas – im Original heißt der Roman „Bear“, was ich ungleich besser finde) ist ein ungewöhnlicher, wundersamer – fast schon traumwandlerischer – Roman.
Der Bär – ist er real oder nur ein Spiegel für die Bedrohung durch die Welt von außen? Hierüber kann man lange nachdenken. „Cascadia“ ist definitiv kein Buch, das man mal so eben wegliest und dann unter „abgehakt“ verbucht.
Claudia R.
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Klappentext / Inhalt:
Nach dem Bestseller „Das Verschwinden der Erde“ der neue Roman von Julia Phillips – über zwei Schwestern, deren Welt aus den Fugen gerät
Auf einer Insel im Nordwesten der USA lebt Sam mit ihrer Schwester Elena und der schwerkranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Sam arbeitet auf der Fähre, die die wohlhabenden Urlauber zu ihren Feriendomizilen bringt, während Elena im Golfclub kellnert. Sie beide träumen von einem besseren Leben, davon, woanders neu anzufangen.
Dann, eines Nachts, erblickt Sam einen Bären, der durch die dunklen Gewässer vor der Küste schwimmt. Noch kann sie nicht ahnen, dass das wilde Tier die Welt der beiden Schwestern aus den Angeln heben und ihren lang gehegten Traum in Gefahr bringen wird.
Cover:
Das Cover wirkt durch die rosa Töne sehr verspielt und es nimmt dem Ganzen ein wenig an Natürlichkeit. Wenn auch schlicht, so macht die Farbgebung es hier etwas weicher und ich persönlich hätte nur aufgrund des Covers, nicht wirklich hingegriffen, aber auch das ist ja Ansichtssache. Für mich geht es unter und wäre rein optisch und farblich nicht meine direkte Wahl.
Meinung:
Eine Mischung aus Tagträumerei und Märchen über eine Geschwisterliebe, Verantwortung und der Suche nach dem eigenen Weg. Beide Schwestern sind sehr unterschiedliche und auch ihre Beziehung und im allgemeinen die Beziehung der Familie ist sehr besonders und teils schon toxisch, was ist nicht immer leicht lesbar macht. Bezug nehmend zum Grimmsche Märchen Schneeweißchen und Rosenrot, welches hier vorangestellt ist, kommen zwar Elemente, wie die Schwestern und der Bär darin vor, aber die Geschichte und das Märchen ist doch sehr modern und anders umgesetzt.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit genaueren Informationen dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist nicht immer ganz einfach und auch in die Charaktere fand ich nicht ganz so leicht, wie sonst hinein, da diese teils schon toxische Beziehung ein Hineinfinden etwas erschwert. Eine direkte Beschriftung in Kapitel ist nicht angegeben. Aber von der Form und der Gestaltung ist eine Gliederung erkennbar und die Anfänge durch vereinzelte besonders hervorgehobene Buschtaben erkennbar. Sam macht es einem auch nicht immer leicht und so lässt diese Geschichte einen durchaus nachdenklich zurück.
Eine Geschichte über Familie, Beziehungen und Abhängigkeiten, teils sehr bewegend und auch durchaus fesselnd. Dabei stimmt es nachdenklich und lässt auch ein wenig irritiert zurück. Für mich war es nicht ganz rund und leider kam ich nicht so gut und tief in Charaktere und Handlungen hinein, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber dies ist meinen Meinung und Ansichtssache. Von der Idee und die Hintergründen allemal interessant und mal sollte auf jeden Fall einen Blick hinein werfen.
Fazit:
Eine Mischung aus Märchen und Tagträumerei über Beziehungen, Familie und Abhängigkeiten.
Ryria
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Kinder träumen ja gerne mal davon, dass ihre Zukunft wie im Märchen verlaufen wird: Happy End, Freundschaften und die Liebe halten ewig, alle sind glücklich. Cascadia interpretiert das Märchen Schneeweißchen und Rosenrot neu und zeigt dabei auf, was passiert, wenn man selbst als Erwachsener noch diesem kindlichem Märchenglauben nachhängt.
Ähnlich wie im Märchen treffen zwei Schwestern auf einen Bären, der auf ihre Insel schwimmt und sich anschließend ungewöhnlicherweise weigert weiterzuziehen.
Während die jüngere Schwester Sam ihn so schnell loswerden will und Angst hat, ist die ältere Elena geradezu fasziniert von dem wilden Tier.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sam erzählt, sodass man als Leser eindrucksvoll mitbekommt, wie die Geschehnisse rund um den Bären und ihre schwerkranke Mutter ihrem mentalen Zustand zusetzen. Kombiniert mit den Beschreibungen rund um die Insel und ihrem trostlosen Job baut dies eine eindrucksvolle Atmosphäre auf, die immer mehr Untertöne von Horror annimmt, je weiter die Handlung fortschreitet.
Sam war mir hierbei nicht immer sympathisch, eher im Gegenteil, jedoch war sie ein durchaus interessanter Charakter. Teilweise hat mich ihr Verhalten jedoch doch etwas zu sehr gestört. Hierdurch sind ebenfalls einige Längen in der Erzählung entstanden, ich hatte das Gefühl, die Handlung tritt im Mittelteil etwas auf der Stelle. Insgesamt fand ich die Atmosphäre aber faszinierend und diese Interpretation des Märchens spannend.
@lust_auf_literatur
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Ich liebe ja manchmal diese Romane, die nicht ganz eindeutig sind. Die mir nicht genau vorgeben, was ich fühlen und was ich für die endgültige Wahrheit halten soll. Deren Geschichten und Erzählton von meinem aktuellen Mindset abhängig ist und meiner individuellen Interpretation.
Genauso so war für mich „Cascadia“ und ich fand es toll. Julia Phillips erzählt darin die Geschichte von zwei unterschiedlichen Schwestern und einem Bären.
Nur Elena, Sam und ihre kranke Mutter, die bald sterben wird, leben in dem kleinen, hyppothekenbelasteten Haus auf der Insel im Nordwesten der USA.
Elena ist die Ältere,und die, obwohl sie nur 13 Monate vor der jüngeren Sam geboren wurde, immer die Vernünftige ist. Die, die Verantwortung für alles übernimmt, als die Mutter schwer krank wird. Sam verlässt sich ganz auf ihre ältere Schwester. Einen Vater gibt es in der Familie schon lange nicht mehr und die ungesunden, temporären Freunde der Mutter haben sich glücklicherweise auch mittlerweile alle verabschiedet.
Phillips erzählt ganz aus der Perspektive von Sam, der jungen Frau, die sich nichts mehr wünscht, als mit ihrer Schwester die prekäre Situation und die Insel zu verlassen. SIe arbeitet als Servicekraft auf den Fähren, die Tourist*innen von Insel zu Insel befördern und träumt von einem anderen Leben. Aber die wirtschaftliche Situation und die sterbende und pflegebedürftige Mutter, sind eine harte Realität, die den Aufbruch in ein anderes Leben schwierig macht.
Und dann taucht auch noch ein Bär auf der Insel auf und stellt die enge Beziehung der Schwestern auf eine harte Bewährungsprobe…
Ich kenne Phillips Erzählstil schon aus dem episodenhaften Roman „Das Verschwinden der Erde“, der mir vor einiger Zeit auch richtig gut gefallen hatte. Auch darin stellt Phillips, Menschen, die fast vergessen abseits der des globalen, kosmopolitischen Hauptstömung der bekannten Welt leben, in den Mittelpunkt. Und auch darin bleiben sehr viele Fragen und Schicksale offen.
Phillips erzählt nicht jeden Lebensweg und jede Geschichte bis ans Ende aus, sondern streut Andeutungen und Verweise, wie eine weitere Entwicklung aussehen könnte. Dass verschiedene Richtungen möglich sind, ist gerade das besonders Reizvolle daran.
Anders als im episodenhaften „Das Verschwinden der Erde“ bleibt Phillips in „Cascadia“ bei der Geschichte der beiden Schwestern und bei Sams Perspektive, was ich sehr begrüße und ihn für mich zum eingängigeren Roman macht.
Wenn du den Roman schon gelesen hast, weißt du, dass gerade der unerwartete und krasse Schluss polarisieren kann.
„…und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.“
Ja, doch. Mir gefiel „Cascadia“ wegen dem Schluss richtig, richtig gut und ich hoffe sehr auf weiteren Stoff dieser ungewöhnlichen Autorin!
Bücherfreundin
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
In ihrem zweiten Roman "Cascadia" führt uns die amerikanische Autorin Julia Phillips auf die malerische Insel San Juan im Nordwesten der USA. Dort bewohnen die Schwestern Sam und Elena gemeinsam mit ihrer Mutter ein inzwischen vom Verfall bedrohtes Haus, das die Großmutter nach dem Tod ihres Mannes gekauft hatte. Sam ist 28 Jahre alt und arbeitet nach durch die Pandemie verursachter zweijähriger Arbeitslosigkeit wieder im Bistro auf einer Fähre. Die fast 30-jährige Elena hat die kleine Familie mit ihren Einkünften im örtlichen Golfclub über Wasser gehalten, doch nach wie vor ist das Geld knapp, die unbezahlten Rechnungen stapeln sich. Es ist Sams Traum, mit Elena die Insel zu verlassen, um sich gemeinsam mit ihr ein neues, ein besseres Leben aufzubauen. Doch die Erfüllung ihres Traums liegt noch in weiter Ferne, da ihre Mutter betreut und gepflegt werden muss. Sie ist schwer lungenkrank und hat Sarkoidose, die Lösungsmittel im Nagelstudio, in dem sie arbeitete, haben sie krank gemacht. Eines Tages steht ein wilder Bär vor ihrem Haus, der das Leben der Schwestern und auch ihre Beziehung zueinander verändern wird .....
Wir erleben zwei Schwestern, die in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Beide arbeiten hart, doch die geringen Einkünfte reichen nicht aus, um ihnen ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Ihre Schulden wachsen durch die Behandlungskosten der Mutter stetig. Während Elena eher praktisch veranlagt ist und sich in hohem Maße um die Mutter kümmert, träumt Sam von einer sorglosen, finanziell gesicherten Zukunft. Mit dem Auftauchen des Bären geht eine Veränderung mit Elena vor. Während Sam sich vor dem Tier fürchtet, sucht ihre Schwester Kontakt zu ihm, sie füttert es und spricht mit ihm.
Die Geschichte ist in schöner Sprache ruhig erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Autorin hat nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren ganz wunderbar gezeichnet. Die psychische Verfassung von Sam ist hervorragend dargestellt, ebenso Elenas spirituelle Bindung zu dem Bären.
Das fesselnde Buch, in dem es neben Familie und Geschwisterbeziehung auch um Armut, Krankheit und Träume geht, hat mir sehr gut gefallen, es hat mich fasziniert und erschüttert. Ich mochte die verbitterte und träumerische Sam trotz ihrer etwas schroffen Art, und ich mochte die besonnene und sanfte Elena, die den wilden Bären als Bereicherung empfindet und sich auf die Begegnungen mit ihm freut. Die Geschichte endet überraschend, heftig und schockierend. Ich habe mich natürlich gefragt, ob ich eine reale Geschichte gelesen habe oder ein Märchen. Das Buch ermöglicht jedem, seinen Gedanken viel Raum zu geben und seine ganz persönliche Antwort zu finden.
Absolute Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche und spannende Buch!
La Calavera Catrina
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Der Roman beginnt mit einem Auszug aus dem bekannten Märchen «Schneeweißchen und Rosenrot» der Brüder Grimm. Dieses Märchen, und die Rolle des Bären darin, mögen Julia Phillips inspiriert haben, als sie die Geschichte von Elena und Sam schrieb, die sich nahe stehen und ganz unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Die Schwestern leben im Haus der verstorbenen Großmutter und kümmern sich um ihre kranke Mutter. Schlagen sich mit Dienstleistungsjobs und schlechter Bezahlung durch. Beide träumen von einer besseren Zukunft, in der sie das Haus verkaufen und die Insel verlassen können. Doch es ist ein Neustart in der Warteschleife und der Bär kein Retter, sondern eine symbolische Kraft, die sowohl fasziniert, als auch ängstigt.
In «Cascadia» wird überwiegend Sams Sichtweise in der dritten Person erzählt, die sich zurückhaltend und nachdenklich zeigt, während Elena geheimnisvoller bleibt. Ebenso unterschiedlich reagieren sie auf den Bären, der plötzlich in ihr Leben tritt und eine Bedrohung darstellt, gleichzeitig auch für Veränderung und herausfordernde Konflikte steht. Es geht um Liebe, Moral, Bedingungslosigkeit und Schwesternschaft und es werden einige Fragen aufgeworfen, die nachdenklich machen. Ich mochte die ruhige und doch spannende Erzählweise, die schönen Naturbeschreibungen und die Schwestern, die mir mit dieser Geschichte in Erinnerung bleiben werden.
liesmal
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Kaskadien ist eine Region im Pazifischen Nordwesten Nordamerikas. Für mich ist „Cascadia“ das erste Buch, das mich in diese Gegend führt. Aus diesem Grund war ich angenehm überrascht, als ich zu Beginn des Buches eine Karte fand mit der Insel San Juan, wo Sam und ihre Schwester Elena zu Hause sind, und den umliegenden Inseln.
In der Buchbeschreibung ist von einem Bären die Rede, von den beiden Schwestern, die in einfachen Verhältnissen leben und davon träumen, woanders neu anzufangen. Wild und ursprünglich, so lässt schon das Cover die Insel San Juan erscheinen.
Als ich dann am Anfang eine Textpassage aus dem Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ las, war meine Neugier auf das Buch noch größer geworden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem meiner Lieblingsmärchen und der Geschichte aus „Cascadia“?
Sam und Elena arbeiten schwer für ihren Lebensunterhalt, aber auch dafür, die hohen Arztrechnungen ihrer kranken Mutter bezahlen zu können. Trotzdem geben sie ihren Traum nicht auf, irgendwann die Insel zu verlassen und woanders ein neues Leben zu beginnen.
Tatsächlich erinnert das Leben von Elena, Sam und ihrer Mutter ein wenig an das Märchen, vor allem wegen ihrer finanziellen Notlage, aber auch wegen des familiären Zusammenhalts. Ein wilder Bär, der plötzlich auf der Insel auftaucht, verändert das Leben von Sam und Elena auf unterschiedliche Weise.
Mir gefällt der Schreibstil, mit dem die Autorin Julia Phillips ihre Erzählung mal märchenhaft und andererseits sehr spannend erscheinen lässt. Die Landschaft mit Wäldern und Wasser, das Zuhause der jungen Frauen und die Menschen werden so gut beschrieben, dass ich mit hineingenommen werde in eine Geschichte, die so endet, wie ich es nicht erwartet habe.
Das Buch lässt mich nachdenklich zurück, das finde ich gut.
yellowdog
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Cascadia ist ein Roman, der einige wichtige und relevante Themen behandelt, die mich sehr interessieren.
Zum Beispiel Armut in den USA.
Die Schwestern Elena und Sam kommen nur schwer über die Runden, denn ihre Mutter ist schwer krank. Krankenhauskosten und teure Medikamente treiben sie in Schulden.
Ich denke, dass das kein Ausnahmefall in den USA ist.
Im Hintergrund schwebt dann noch das Thema häusliche Gewalt. Ein ehemaliger Freund der Mutter hatte die Familie tyrannisiert und vermutlich gab es auch Gewalt.
Das hat die Schwestern eng zusammengeschweißt. Und so ist auch das Thema Schwesternschaft hier in einer Tiefe beschrieben und zeigt Verbundenheit, aber auch Grenzen.
Der Roman überzeugt durch seinen Schauplatz, der atmosphärisch stark eingesetzt wird. Eine US-amerikanische Insel, nicht weit von Kanada. Hier gibt es viel Fährbetrieb, denn die Insel ist für Touristen interessant. Sam arbeitet auch einer Fähre.
Doch als dann überraschend ein Bär auftaucht, beeinflusst dass das Leben der Schwestern. Während Sam vor dem Bär Angst hat, ist ihre ältere Schwester von ihm fasziniert und nähert sich ihm ohne Angst.
Wie es mit der Familie weitergeht und was alles passiert, darf hier noch nicht verraten werden.
Es ist ein packender Roman!
Sheilo
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Die Schwestern Elena und Sam leben mit ihrer kranken Mutter auf einer Insel im Staat Washington. Ihr Leben besteht eigentlich nur aus der Arbeit und Pflege ihrer Mutter und durch die Kosten der Medikamente müssen sie immer genau überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Und dann taucht plötzlich ein Bär auf der Insel auf, mit dem sich alles ändern wird.
"Cascadia" ist ein sehr tiefgründiger Roman von Julia Phillips. Der Schreibstil ist flüssig und der Autorin gelingt es sehr gut, die Spannung über das Buch hinweg aufrecht zu halten. Das Ende kam dann für mich überraschend, wobei ich auch sagen muss, dass die Ausführungen im Buch für mich teilweise etwas zu ausführlich waren ohne wesentlich zur Handlung beizutragen.
Das Cover ist sehr ansprechend und passt für mich perfekt zum Roman und den landschaftlichen Beschreibungen.
Die beiden Protagonistinnen Elena und Sam haben beide ihre Ecken und Kanten und man merkt, wie die gesamte Situation sich sehr auf das Leben der Schwestern und ihre Beziehung auswirkt. Viel mehr möchte ich aber nicht ins Detail gehen, um Spoiler zu vermeiden.
Insgesamt ist die Geschichte sehr tiefgründig und hat mich zum Nachdenken angeregt. Es ist ein etwas anderer Roman, der mich eher an die Märchen aus meiner Kindheit erinnert, aber trotzdem sehr interessant ist.
bedard
empfiehlt:





Cascadia
von Julia Phillips
Sam und Elena sind Schwestern, Ende 20, und leben mit ihrer todkranken, pflegebedürftigen Mutter auf den San Juan Islands im Nordwesten der USA. Als Teenager haben sie gemeinsam davon geträumt, die Insel zu verlassen und irgendwo zusammen ein besseres Leben zu führen. An diesem Traum hält Sam sich fest, wenn sie in anstrengenden Schichten im Bistro auf der Fähre arrogante Touristen bedient. Elena arbeitet wie sie in der Gastronomie und kümmert sich hauptsächlich um die Pflege der Mutter und um die Verwaltung der immer stärker wachsenden Schuldenberge.
Eines Tages sichtet Sam während ihrer Schicht einen schwimmenden Bären und berichtet Zuhause von der kleinen Sensation, die etwas Abwechslung in den tristen Alltag bringt. Doch dabei bleibt es nicht. Kurz darauf sichten sie das eindrucksvolle Tier direkt vor ihrer Haustür. Während Sam sich durch den Bären bedroht fühlt, sucht Elena die Nähe des Tieres. Erstmals in der Beziehung der Schwestern beginnt Sam, Elenas Handeln in Frage zu stellen und unabhängige Entscheidungen zu treffen.
In leisen, ruhigen Tönen wird die Geschichte einer nur aus Frauen bestehenden kleinen Familie erzählt, die trotz harter Arbeit nie genug Geld verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Während der Corona Pandemie sind die Jobs in der Tourismusbranche weggefallen, Lohnersatzleistungen gab es in den USA ebenso wenig wie eine ausreichende Krankenversicherung. Während Elena angesichts der horrenden Hypotheken- und Arztrechnungen resigniert hat, hat Sam naiv an den Träumen ihrer Jugend festgehalten.
Mich hat dieser Roman nachhaltig beeindruckt, obwohl ich mit der märchenhaften Beziehung zwischen Elena und dem Bären meine Schwierigkeiten habe. Trotzdem haben mich der Schreibstil, die sehr gelungenen Charakterisierungen und vor allem die Beschreibung der Lebensbedingungen überzeugt. Ich kann mir gut vorstellen, dieses Buch irgendwann noch einmal zu lesen.
