Kundenrezensionen von Thorsten





Leuchtende Schatten
von Iris Wolff
In „ Leuchtende Schatten „ von Iris Wolff wird die turbulente Geschichte einer Mädchenfreundschaft zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Siebenbürgen erzählt, in deren Mittelpunkt die Ich- Erzählerin Ella steht, die zusammen mit Eltern, Großeltern, Tanten, Onkeln und deren Kinder in einer Großfamilie lebt. Ihre Freundin Harriet kommt aus einer reichen Familie mit wenigen Angehörigen. Trotz dieser Unterschiede bauen sich die beiden Mädchen eine feste Freundschaft auf. Ellas mag ihre Freundin sehr und schon bald gehen ihre Gefühle über eine normale Mädchenfreundschaft hinaus. Auch ihre Gefühle für ihren langjährigen Freund Leo ändern sich. Im Hintergrund breitet sich der Zweite Weltkrieg immer weiter aus. Iris Wolff schreibt sehr eindrucksvoll und nachvollziehbar über das Gefühlsleben ihrer Protagonistin, wobei der Schrecken des Krieges mehr im Hintergrund verläuft. Der teilweise etwas melancholische Roman über die Freundschaft der beiden Mädchen ist interessant und hat mir gefallen. Besonders der Hintergrund des Krieges und die Beschreibungen des Kriegsgeschehens fand ich interessant und aufschlussreich.





Gib mir alles
von Alexandra-Maria Pipos
Der erste Roman von Alexandra-Maria Pipos "Gib mir alles" hat mich positiv überrascht.
Die Autorin erzählt in einem schwungvollen und gut lesbaren Schreibstil die Geschichte ihrer rumänischen Herkunft, ihres Lebens in Deutschland das Leben ihrer restlichen Familie in Rumänien. Ioana, in Deutschland Johanna genannt, wächst nach der Ausreise ihrer Eltern aus Rumänien in Deutschland auf. In der Schule und während des Studiums wird sie aufgrund ihrer Herkunft und mancher rumänischen Eigenarten oft ausgegrenzt. Mühsam erschafft sie sich ein perfektes Leben. Sie arbeitet hart in ihrer Firma und an sich selbst. Immer die Selbstoptimierung im Blick und keinen Gedanken mehr an ihre ärmliche Herkunft. Als ihr Großvater verstirbt, begibt sie sich auf die Reise nach Rumänien und wird dort mit der von ihr ignorierten Familie konfrontiert. Ein sehr gut geschriebener Roman, der zeigt, wie wichtig die Herkunft für das persönliche Leben ist.





Das Krähenzimmer
von Carolin Frey
Auf "Das Krähenzimmer" von Carolin Frey bin ich durch das markante Cover und den Spannung erregenden Klappentext aufmerksam geworden. Der Thriller beginnt schon mit einem mitreißenden Prolog und geht spannend weiter. Die Protagonistin Lotta ist eine auffällige Frau mit einigen Ticks und Macken, die eine Auszeit in einem Haus am in den Dünen verbringt, wo sie als Kind oft mit ihrer Familie war. Lotta fühlt sich dort aber nicht mehr wohl. Ständig hat sie das Gefühl beobachtet zu werden und das sich jemand in dem Haus befindet. Auch die Leute in dem kleinen Dorf verhalten sich reserviert und benehmen sich anders. Als Lotta das Tagebuch einer jungen Frau entdeckt, die vor ihr in diesem Haus gelebt hat, lüften sich nach und nach die Geheimnisse.Carolin Frey hat einen beklemmenden und packenden Thriller mit vielen Geheimnissen vor einem interessanten Hintergrund geschrieben. Der Thriller hat vielschichtige Figuren und die Handlung hallt noch lange nach.





Ist doch schön hier
von Miriam Burdelski
„Ist doch schön hier“ von Miriam Burdelski ist ein ganz besonderer und warmherziger Roman, der nach dem Lesen noch lange nachhallt und den ich bestimmt noch ein zweites Mal lesen werde. Protagonistin Liesel wohnt seitdem sie denken kann, zusammen mit ihrer Mutter und der Oma Emmi in einer Wohnung. Sie hat ein besonders liebenswertes Verhältnis zu ihr und daher trifft es sie hart, als ihre Oma langsam beginnt dement zu werden und in einem Pflegeheim untergebracht werden muss. Da Liesel noch so viele Fragen an Emmi hat und sie weiß, dass sie gebürtig aus Königsberg kommt, beschließt sie zusammen mit einem polnischen Pfleger und ihrer Großmutter dorthin zu reisen um mehr aus ihrem damaligen Leben zu erfahren und die Geheimnisse die ihre Großmutter ihr Leben lang zu verbergen versucht hat, zu ergründen. Während der Reise durch Polen beginnt Liesel sich zu verändern. Vorher still und einsam, entwickelt sie sich zu einer lebenslustigen Frau, die auch Gefallen an dem polnischen Pfleger findet. Der Roman ist tiefgründig und spannend geschrieben und hat mich sehr bewegt.





Die Träume, die wir hatten
von Christiane Hoffmann
Das Buch von Christiane Hoffmann „Die Träume, die wir hatten“ ist im Gegensatz zu dem leicht und locker wirkenden Cover kein allzu leichtes Lesevergnügen. Es handelt von einer Freundschaft zwischen zwei Frauen und beginnt mit dem Selbstmord der Freundin der Protagonistin kurz vor Beginn des Krieges zwischen der Ukraine und Russlands. Das Buch wird von der Trauer um die Freundin beherrscht und zwischendurch werden immer wieder Gedichte von Anna Achmatova zitiert. Die Protagonistin verweilt in ihren Erinnerungen an die Freundschaft zu ihrer Freundin. Denkt über ihr Leben und Arbeiten in Russland und in der Ukraine nach und an ihre gemeinsamen Erlebnisse. Sie schreibt über historische Geschehnisse und welche Bedeutung der heutige Krieg Ukraine/Russland Krieg für sie und die Ukrainer hat.. Die Bedeutung der Freundschaft zu ihrer Freundin gerät dabei zeitweise in den Hintergrund. Das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben. Es wird von der Freundin und deren psychischen Problemen und dann wieder von der politischen Situation in der Ukraine berichtet. Insgesamt gesehen, hat der Roman nicht meinen Erwartungen entsprochen..




