Kundenrezensionen von Patricya





Im Bann des Erlkönigs
von Mina Roth
Beim Anblick des optisch absolut schönen Buches und aufgrund des Klappentextes habe ich mich wirklich aufs Lesen gefreut. Zora, welche seit ihrer Kindheit Wesen aus alten Sagen sehen kann, die sonst keiner sieht, möchte ihrer Freundin Fee helfen und landet schlussendlich in einer anderen Welt und an der Umbra Academy. Irgendwie geht hier anfangs alles viel zu schnell und wird auch seitens Zora überhaupt nicht weiter hinterfragt. Es werden auch zu viele verschiedene Charaktere erwähnt ohne wirkliche Einführung, so dass man den Überblick verliert. Die Beziehungen der Charaktere untereinander bleiben teilweise unklar, so fehlte es mir einfach insgesamt an Charaktertiefe.
Die Story hätte aufgrund des Academy Settings soviel mehr Potential gehabt.
Man erfährt aber relativ wenig über die magische Welt, die Magie im Allgemeinen und generell verschiedenste Zusammenhänge. Zora empfinde ich als sehr naiv und anstrengend. Auch die Beziehung zu Kilian war mir zu oberflächlich und konnte mich nicht abholen.
Da alles sehr schnell abgehandelt wird, konnte sich für mein Empfinden kaum Spannung aufbauen.
Es handelt sich bei dem Buch um Romantasy mit märchenhaften Elementen, welches meiner Meinung nach eher an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist.
Positiv zu erwähnen sind die tollen Zitate am Anfang der Kapitel, die gute Grundidee mit den märchenhaften Elementen und das Academy Setting.





Nobody's Quest
von Alyssa Day
Ich war direkt begeistert von der tollen Aufmachung des Buches und dem Klappentext, welcher wirklich vielversprechend war. Die Grundidee, eine bunt zusammengewürfelte Heldengruppe rund um einen Niemand auf eine Reise zu schicken um eine Göttin und somit die Welt zu retten, klingt sehr interessant. Die Umsetzung fand ich nur zum Teil gelungen.
Soli, eine sogenannte Greymind, ein Niemand, ist ein toller Hauptcharakter und in der Geschichte die Auserwählte, welche als einzige in der Lage ist das Amulett der Göttin Artemisen zu berühren ohne in Flammen aufzugehen. Gut fand ich, dass das Thema Depression behandelt wurde und wie sich Soli im Laufe der Geschichte weiterentwickelt hat. Obwohl mir die Entwicklung teilweise auch etwas zu schnell und somit unglaubwürdig erschien, bedenkt man ihre dramatische Vorgeschichte.
Die Dynamik in der Gruppe war grundsätzlich gut und man hat im Laufe der Geschichte mehr von den einzelnen Charakteren erfahren. Leider fehlte mir dennoch stellenweise die emotionale Bindung zu den Charakteren und der Umgebung, da für mich einfach zu wenig Hintergrundgeschichte zu einzelnen Beziehungen und den weltlichen Gegebenheiten geliefert wurde.
Was mich aber am meisten gestört hat, war die übertrieben dargestellte Liebelei zwischen dem Prinz Kaelen und Soli. Für mein Empfinden kam das von seiner Seite her zu plötzlich und ohne erkennbaren Grund. Das ewige Hin und Her und die unnötigen expliziten Szenen wirkten für mich komplett deplatziert in Anbetracht der Situation. Ich hätte mir hier mehr Fokus auf die spannenden Abenteuer der Gruppe gewünscht.
Das Ende war sehr überraschend und wirft einige Fragen auf, was Lust auf den nächsten Teil macht. Diesmal aber bitte mit weniger Fokus auf Spice.





Crown of War and Shadow
von J. R. Ward
Ich hatte hohe Erwartungen an „Crown of War and Shadow“, leider konnte mich das Buch jedoch nicht wirklich überzeugen. Normalerweise fliege ich bei einem spannenden Fantasybuch oder Romantasy regelrecht durch die Seiten, hier habe ich mich vor allem im Mittelteil immer wieder motivieren müssen, dass ich weiterlese.
Die Grundidee der Geschichte hat mich sehr angesprochen. Das Fulcrum, welches die Menschen vor den Dämonen und vor allem vor dem dunklen König beschützt, bricht zusammen. Sorrel als ausgestoßene Waise mit magischen Fähigkeiten soll die sterbende Welt retten und ein skrupelloser Söldner soll sie dabei beschützen.
Der Anfang des Buches war hier von der Handlung auch zunächst sehr spannend. Ich konnte mit Sorrel mitfühlen, wenn man liest, dass das gesamte Dorf sie meidet und nur aufgrund ihrer heilenden Kräfte ausnutzt und duldet. Als es dann zu einem tragischen Vorfall kommt, bei welchem zwei Kinder des Dorfes sterben, wird Sorrel beschuldigt und muss fliehen. Hier kommt es dann auch zur Vereinbarung mit Merc. Auch die Idee rund um die Mission der Königin wirkt zunächst spannend.
Im Mittelteil flacht es für mein Empfinden dann sehr ab, die eigentliche Reise ist sehr langatmig und es wiederholt sich vieles. Die beiden reisen, es passiert etwas und Sorrel weiß was zu tun ist. Und dies geht erstmal so weiter. Zudem kam dazu, dass ich mit dem Schreibstil ziemlich Probleme hatte. Ich denke es lag an der fehlerhaften Übersetzung, da wiederholt Rechtschreibfehler sowie grammatikalische Fehler zu finden waren. Dies stört enorm den Lesefluss. Stellenweise ergaben die Sätze überhaupt keinen Sinn mehr.
Die Anziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren konnte ich leider auch nicht wirklich spüren. Die wenigen Dialoge der beiden wirkten stellenweise etwas plump. Der anfängliche Funke verpuffte hier recht schnell.
Gegen Ende nahm die Story nochmal Fahrt auf und es wurde richtig spannend, wenn auch teilweise vorhersehbar.
Aufgrund der tollen Grundidee, dem guten Anfang und Ende vergebe ich 3 Sterne, kann das Buch wegen der holprigen Übersetzung jedoch nur bedingt empfehlen.





Nebelbeute
von Benjamin Cors
Dies ist für mich der erste Teil dieser Reihe, daher kannte ich die Vorgeschichte der Gruppe 4 rund um Jakob Krogh nicht. An der ein oder anderen Stelle wäre etwas Hintergrundwissen bestimmt hilfreich gewesen, der Teil konnte aber durchaus für sich gelesen werden.
Die Geschichte beginnt mit Mila Weiss und ihrer persönlichen Aufarbeitung eines alten Falls. Um Johannes Toblach zu finden, einen Serienmörder, welcher Mila in der Vergangenheit entwischt ist, und somit den Aufenthaltsort zweier verschwundener Mädchen zu erfahren, reist sie in ein abgelegenes Bergdorf. Kaum ist Mila dort angekommen, wird auch schon die erste Leiche gefunden. Im weiteren Verlauf verschwindet Mila und das gesamte Team rückt an um sie zu finden.
Im Verlauf der Geschichte gibt es immer wieder diverse Wendungen, welche die Story spannend gestalten. Der Schreibstil ist flüssig und ganz besonders hat mir das düstere Setting rund um das verschneite Bergdorf mit seinen schrulligen Einwohnern gefallen. Das Ende war für mich dann tatsächlich nochmal sehr überraschend und ich habe mich von diesem Thriller durchgehend unterhalten gefühlt.



