Kundenrezensionen von HEYN Leserunde Marianne Schaffer-Schellander





Die Namen
von Knapp Florence; Kögeböhn Lisa
Die Namen spielen im gleichnamigen Roman von Florence Knapp die lebensentscheidende Rolle für ein Baby.
Dessen Mutter Cora hat von ihrem gewalttätigen und herrschsüchtigen Mann Gordon (großer Hügel) den Auftrag,
den Buben der Familientradition gemäß nach ihm und seinem Vater und Großvater zu benennen.
„Siehst du nicht die Gefahr, dass er sowerden könnte wie du?“ fürchtet Cora heimlich.
Ihre Tochter trägt den Namen Maia (Mutter), daher würde ihr Julian (Himmels-Vater) gut gefallen.
Maia wäre für Bear (Bär), weil das so kuschelig und lieb klingt, aber auch mutig und stark.
Die Autorin spielt in ihrem Debütroman durch, was aus dem Kind unter den gleichen,
leider furchtbaren Grundbedingungen im Elternhaus, geworden wäre, hätte es
entweder den Namen Gordon oder Bear oder Julian bekommen.
Das Gedankenexperiment ist spannend, die sprachliche und inhaltliche
Umsetzung ebenso. Und natürlich regt es dazu an, einen anderen Blick
auf den eigenen Namen zu werfen und sich die Frage zu stellen: Was wäre wenn…





Im ersten Licht
von Gstrein Norbert
Norbert Gstrein verwendet in seinem Buch eine ausgewählte, bedachte Sprache und lässt den Leser am Leben des Protagonisten Adrian teilhaben. Er spannt einen Bogen fast über ein ganzes Jahrhundert und da es sich um das 20. Jahrhundert handelt, geht es natürlich auch um die Sinnhaftigkeit von Krieg, um Kriegsverletzte und Kriegsverweigerer. Ich finde, es ist dem Autor großartig gelungen dieses leider zeitgemäße und tagesaktuelle Thema sehr fein und nicht mit erhobenen Zeigefinger sondern äußerst spannend mit dieser Geschichte zu erzählen. Was es mit meinem Lieblingssatz „Wir hätten das Meer nicht verlieren dürfen“, auf sich hat, erfahren Sie, wenn Sie dieses besondere Buch lesen.





Die Passantin
von George Nina
Die Passantin ist ein berührender Roman über Verlust, Identität und Neubeginn. Es ist absolut spannend geschrieben, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Nina George schreibt mit großer Empathie und sprachlicher Feinfühligkeit. Das Buch klingt noch lange nach, regt zum Nachdenken an und ich wollte es am liebsten gleich noch einmal lesen. Leseempfehlung hoch drei!(Leseempfehlung x Leseempfehlung x Leseempfehlung)





Himmel ohne Ende
von Engelmann Julia
Das Buch „Himmel ohne Ende“ von Julia Engelmann beschreibt die vielfältigen Facetten des Erwachsenwerdens in einem unterhaltsamen, gut verständlichen Stil. Die Suche nach dem Sinn, nach Geborgenheit und Freundschaft wird in einer hoffnungsvollen Grundhaltung vermittelt und gleichzeitig erzeugen die Zweifel und Unsicherheiten der Protagonisten einen Spannungsbogen, der dem Lesen Leichtigkeit verleiht. Natürlich lässt es sich bei diesem Buch nicht vermeiden, an die eigene Jugendzeit erinnert zu werden. Deshalb empfehle ich dieses Buch jugendlichen und jung gebliebenen Lesern.





Botanik des Wahnsinns
von Engler Leon
Ich habe sehr lange gebaucht, um "Botanik des Wahnsinns" zu lesen, denn es gibt zwar einen Inhalt, aber nur eine bruchstückhafte lineare Handlung. Erst kurz vor der Mitte dieses Buches entsteht so etwas Ähnliches wie ein Spannungsbogen. Dass die eigene Berufswahl etwas mit der Familiengeschichte zu tun hat, ist für mich nicht überraschend. Nur von alkoholkranken, depressiven Menschen zu lesen, die sich nicht um sich selbst oder um andere kümmern können, ist für mich weder ironisch, noch satirisch und schon gar nicht faszinierend, es macht mich nur traurig. Ich kann dieses Buch nicht als Lektüre für den Sommer und schon gar nicht für den Winter empfehlen.





Wie Risse in der Erde
von Clare Leslie Hall
Wer eine schmalzige Buchspeise mit Krimibeilage mag, ist hier richtig. Die Hauptpersonen agieren klischeebehaftet als gutaussehender Liebhaber, ewig liebender, geduldiger Ehemann, wütender Alkoholiker, intrigenhafte fast-Schwiegermutter, leidende Protagonistin u. s. w. und weichen davon auch nicht ab. Es gibt eine Sicht der Dinge und ein überraschendes " ..... End". Ich bevorzuge Haubenbücher oder geradlinige Einfachheit, deshalb kann ich das Buch am ehesten als Sommerlektüre empfehlen.





Wild wuchern
von Katharina Köller
Katherina Köller beschreibt in ihrem Roman „Wild wuchern“ die Begegnung der ungleichen Cousinen Marie und Johanna in der Abgeschiedenheit der rauen Alpen. Ihr Aufeinandertreffen führt zu intensiven Auseinandersetzungen, die roh und zugleich poetisch wirken.
Die Naturschilderungen sind so kraftvoll und sinnlich, dass man die Düfte und Geräusche der Natur benahe körperlich spürt. Die Autorin schafft es existentielle Themen mit literarischer Schönheit zu verweben ohne ins Klischeehafte abzudriften.
Ein Buch für alle, die sich nach einem intensiven, nachhallenden Leseerlebnis sehnen.





Für Polina
von Takis Würger
Takis Würgers Buch "Für Polina"ist ein Meisterwerk der Erzählkunst. Würgers genaue Beobachtungsgabe löst beim Lesen ständiges Innehalten und Ergriffenheit aus. Das spannend geschriebene Buch steigert sich auch noch auf den letzten Seiten und erweckt das Gefühl der Hoffnung, das ich bei Büchern schon lange nicht mehr hatte. "Für Polina" wird viele Leserinnen und Leser in eine Stimmung der Leichtigkeit und Versöhnung versetzen, ähnlich wie gute Musik, die unser Bewusstsein hebt.





Honey
von Victor Lodato
Eines langen Buches kurzes Resümee: Victor Lodato bringt der Titelfigur
Honey viel Sympathie entgegen, schildert sie teilweise durchaus
pointiert und sprachlich gelungen. Einige Passagen wirken allerdings
konstruiert und unglaubwürdig, letztlich bleibt die Geschichte
inhaltsleer. In einem an Höhepunkten reichen Leserunden-Jahr ist das
für mich ieines der schwächsten Bücher.





Sing, wilder Vogel, sing
von OMahony Jacqueline; pociao; de Hollanda Roberto
Ich bin eine Vielleserin und habe selten ein so spannendes und bewegendes Buch gelesen. Die Autorin bedient sich historische Ereignisse und erzählt die Geschichte der Hauptdarstellerin Honora so lebendig, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Gerne möchte ich zum nächsten Buch der Autorin greifen und hoffe, dass ein weiteres Buch demnächst ins Deutsche übersetzt wird.









