Kundenrezensionen von Katharina Huchler





Was passiert, wenn ein Meistertrickser in ein langweiliges Kuhkaff ziehen muss, und dabei auf seinen größten Konkurrenten trifft? Das erzählen Jory John und Mac Barnett mit Einfallsreichtum und Wortwitz! Die kongenial-witzige Lesung von Christoph Maria Herbst macht die Geschichte zum vergnüglichen Erlebnis für Groß und Klein!





Wenn Männer mir die Welt erklären
von Rebecca Solnit
Rebecca Solnits Essays sind vielfältig: Sie entlarvt auf unterhaltsame Weise alltägliche Kommunikationsstrukturen, prangert die systematische Gewalt gegen Frauen an, oder behandelt Virginia Woolfs Emanzipation.
Mir hat besonders gut gefallen, dass es Rebecca Solnit nicht um einen aggressiven Feminismus "Frauen gegen Männer" geht, sondern um ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe, von dem beide Seiten profitieren können. Sie hat einen wunderbar schnörkellosen, leichten Schreibtstil, der die Themen, trotz ihrer Heftigkeit, gut näherbringt.





Der Russland-Reflex
von Irina Scherbakowa; Karl Schlögel
Irina Scherbakowa und Karl Schlögl beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit den deutsch-russischen Beziehungen. In diesem schmalen, sehr interessanten Bändchen versuchen sie eine persönliche Annäherung an die aktuelle Krise (v.a. Ukraine).
Trotz des schwierigen Themas liest sich das Buch leicht: Der Leser beginnt zu begreifen, wie es zur Rückkehr zum autoritären Regierungssystem kommen konnte, welche Rolle dabei die Instrumentalisierung und Umdeutung von Geschichte spielt - und welche Gefahr darin steckt.





Der Russland-Reflex
von Irina Scherbakowa; Karl Schlögel
Tom Cooper versammelt in seinem Debütroman schräge Figuren, die im Louisiana nach Katrina und Deepwater Horizon um ihre Existenz kämpfen.
Vom alteingesessenen Überlebenskünstler zum hoffnungsvollen Jungspund, vom Ganoven zum Shrimpfischer, vom Schatzsucher zum Lobbyist - jeder versucht auf seine Weise sein Glück zu machen.
DAS ZERSTÖRTE LEBEN DES WES TRENCH hat mich vom ersten Satz in die Geschichte gezogen: Sehr bild-, beinahe filmhaft beschrieben versetzen die verschiedenen Erzählfäden den Leser in die dunstig-heiße Atmosphäre des US-amerikanischen Südens.





Krötenliebe
von Julya Rabinowich
Im Wien kurz vor dem Ersten Weltkrieg kreuzen sich die Wege von Komponistin und Lebefrau Alma Mahler, des Malers Oskar Kokoschka und des Biologen Paul Kammerer, die sich gegenseitig Inspiration, Sehnsucht und Fluch bedeuten.
"Krötenliebe" ist ein kurzweiliger Roman über Persönlichkeiten zwischen Selbsterhöhung und Selbstzerstörung. Julya Rabinowich präsentiert drei spannende Charakterstudien - die perfekte Lektüre, um im Café für eine Weile in die turbulenten ersten Jahre des vergangenen Jahrhunderts abzutauchen!





Metternich
von Siemann Wolfram
Ich kannte Metternich noch vom Geschichtsunterricht hauptsächlich als rückständigen Kontrolleur. Siemans umfassende Biographie wirft ein neues Licht auf den Politiker: Er schildert, welche historisch-politischen Entwicklungen, welche gesellschaftlichen Ideen und welche Persönlichkeiten den Charakter des jungen Mannes beeinflusst und geschliffen haben. Das macht den Staatsmann und Menschen Metternich greif- und seine Entscheidungen nachvollziehbar.
Siemann hat ein spannendes Portrait einer vielschichtigen Persönlichkeit und zugleich ein lebendiges Bild von dessen Zeit geschaffen!





Das Irrenhaus
von Krüger Michael
Wir kennen sie alle, unsere lieben Nachbarn... Insgeheim sind doch alle ein bisschen irre. Aber das ist kein Vergleich zu dem, was den namenlosen Ich-Erzähler in Michael Krügers Roman erwartet!
Die Figuren scheinen Harold Pinters absurden Theaterstücken entsprungen zu sein: Da wittert der eine ein Riesengeschäft, indem er Friedhöfe zu Baugrund umwidmen und die Verstorbenen in kleinen Döschen in Kreisverkehr-Inseln einbuddeln will.
Da opfert der ehrgeizig-verzweifelte Derivatehändler sprichwörtlich seine eigene Haut, um den großen Deal zu landen.
Und dazwischen schwankt unsicher unser Protagonist, der sich über seine eigene Identität nicht im Klaren ist - und auch mal eine andere annimmt.
Absurd, schräg und (bis auf die etwas überbordenden Zitate) toll erzählt!





Das Irrenhaus
von Krüger Michael
Lotte Reiniger war eine Filmpionierin und hat in den 1920ern den ersten abendfüllenden Animationsfilm geschaffen. Mit ihren filigranen Silhouettenfiguren zauberte sie Märchen, Opern-Nacherzählungen und andere Geschichten auf die Leinwand. Die Scherenschnitte waren stets liebevoll bis ins Detail ausgearbeitet. Reiniger schaffte es, den Figuren allein durch deren Schatten Mimik, Gefühl und Ausdruck zu verleihen.
Diese Dokumentation erzählt das Leben von Lotte Reiniger: von ihrer tiefen Hingabe zum filmischen Erzählen, von der produktiven Zusammenarbeit mit ihrem Mann, vom Exil in London und natürlich von ihren Filmen. Beeindruckend!





Das Irrenhaus
von Krüger Michael
Was wäre, wenn tatsächlich eine rechtspopulistische Partei an die Macht gelänge - und konsequent ihr Wahlprogramm in die Tat umsetzen würde?
Dieser Idee spürt der Graphic Novel von François Durpaire anhand der rechtsextremen Front National in Frankreich nach: Arbeitslosigkeit, Abschiebungen und Bespitzelung sind nur ein kleiner Teil der gesellschaftlichen Konsequenzen.
Ein gut recherchierter Graphic Novel mit hohem Realitätsbezug, der ohne Panikmache die wahrscheinlichsten Konsequenzen eines Wahlsiegs von Marine Le Pen darstellt.
Für Jugendliche und Erwachsene hochaktuelle Pflichtlektüre!





Das kleine Einschlafbuch für Große
von Nicolas Mahler
Kaum geht das Licht aus, springt Ihr Gehirn an - und Sie kauen alle Fehler und Sorgen des Alltags wieder und wieder durch?
Dafür gibt es Abhilfe: Endlich gibt es ein Gute-Nacht-Buch für Erwachsene - mit viel Platz für Kritzeleien! Darin können Sie nicht nur Ihren eigenen Trauermarsch komponieren: Vervollständigen Sie die Weltschmerzspiralen oder malen Sie Ihre Schuldgefühle bunt aus. Da ist für jeden was dabei!
Für ein Augenzwinkern in Nächten, in denen Sie einfach kein Auge zubekommen!





