Frag nach Susan

Frag nach Susan

von Souvankham Thammavongsa

€ 24,70

Hardcover

versand- oder abholbereit in 48 Stunden

Roman
2026 Aufbau-Verlag
207 Seiten
24 mm x 130 mm
Sprache: Deutsch
978-3-351-03939-4

Hauptbeschreibung

»Ich lebe in einer Welt voller Susans. Alle, die hier im Nagelstudio arbeiten, bekommen ein Namensschild von mir, und auf jedem Namensschild steht 'Susan'.«

Die pensionierte Boxerin Ning arbeitet im Nagelstudio. Bei »Susan's« tragen alle Angestellten schwarze, mittellange Haare, schwarze Jeans, schwarze T-Shirts, schwarze Schuhe - und den Namen Susan. Die Kundschaft kann ihre echten Namen ohnehin nicht aussprechen, geschweige denn auseinanderhalten. An einem scheinbar gewöhnlichen Sommertag feilen, schneiden, lackieren, lachen, nicken und plaudern die Susans, doch hinter ihrem Lächeln verbergen sich Spannungen, Ängste und unerfüllte Wünsche. Ning führt mit unbestechlicher Klarheit durch ihren Arbeitsalltag, die Herabwürdigungen durch Kundinnen und die Machtspiele, die sie bei Laune und am Leben halten.

»Frag nach Susan« erzählt mit bissigem Witz von lackierten Nägeln, von Klassenkämpfen und inneren Kämpfen - und fordert schließlich eine Abrechnung mit der Art und Weise, wie die privilegierte Welt auf Frauen wie Ning blickt.

»Was für ein Nagelstudio. Unter den perfekt lackierten Nägeln brennt es.« Katja Oskamp


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Hardcover
Roman
2026 Aufbau-Verlag
207 Seiten
24 mm x 130 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Sophie Zeitz
978-3-351-03939-4


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Souvankham Thammavongsa, geboren 1978 in Nong Khai, ist laotisch-kanadische Dichterin und Autorin. Ihre Kurzgeschichten erschienen u. a. in The New Yorker, Harper's Magazine, The Atlantic, The Paris Review und Granta und wurden vielfach ausgezeichnet. »Frag nach Susan« ist ihr erster Roman, für den sie 2025 den Giller Prize erhielt. Die Autorin lebt und arbeitet in Toronto.

Sophie Zeitz, geboren 1972 in Frankfurt am Main, studierte Amerikanistik, Romanistik und Philosophie in Heidelberg, Granada und München. Sie übersetzt aus dem Englischen, u. a. die Bücher von Douglas Stuart, Raven Leilani, Henry David Thoreau und Lena Dunham. Seit 2001 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Hersteller: Aufbau Verlage GmbH & Co. KG
Prinzenstr. 85, 10969 Berlin DE
E-Mail: produktsicherheit@aufbau-verlage.de

Ein etwas anderer Beichtstuhl 2026-08-18 16:27:00
von cosmea
Ich-Erzählerin Ning, 42, war früher eine talentierte Boxerin und betreibt nach einer Zeit als Angestellte in einem anderen Laden seit fünf Jahren ihr eigenes Nagelstudio. Sie und ihre drei Angestellten heißen alle Susan, tragen identische schwarze Kleidung und die gleiche Frisur mit mittellangen Haaren. Ihre Kundinnen könnten ihre wirklichen Namen ohnehin nicht aussprechen. Im Roman geht es um einen einzigen Arbeitstag in diesem Salon. Beschrieben werden die Leistungen, die das Nagelstudio anbietet, die dafür benötigten Utensilien und die Kunden und Kundinnen selbst - Stammkunden und Laufkundschaft.
Die meisten Kunden sind bereit, auf Fragen zu antworten und geben bereitwillig sehr persönliche Details aus ihrem Leben preis. Ning und ihre Mitarbeiterinnen kommentieren in ihrer eigenen, für die Kunden unverständlichen Sprache, was sie hören und machen sich häufig darüber lustig. Einige Bemerkungen sind ausgesprochen bissig und abfällig. Ning selbst ist ein Mensch, der fast nichts über sich preisgibt, auch nicht gegenüber den Mitarbeiterinnen. Sie bezeichnet sich selbst als einköpfige Familie und lässt keine Nähe zu. Das mag an ihrer Vorgeschichte liegen, daran, dass Trainer Murch sie damals rausgeschmissen hat genauso wie später ihre rabiate Chefin Rachel. Ning fühlt sich zunehmend einsam, vermisst so viele Dinge, die eigentlich zu einem normalen Alltag gehören.
“Frag nach Susan“ ist ein Roman, der abgesehen von der detaillierten Beschreibung eines normalen Arbeitstages im Nagelstudio keine Handlung aufweist. Er beschreibt zwar gesellschaftliche Phänomene wie herabsetzendes Verhalten gegenüber den unteren Schichten der Gesellschaft, vor allem Frauen oder Rassismus gegenüber Einwanderern, aber darüber hinaus passiert nicht viel. Das Ganze wird aufgelockert durch teilweise recht derbe Witze. Für mich war das Buch eher eine Enttäuschung, mit Sicherheit nicht einer der besten Romane, die ich je gelesen habe.
Such Dir eine Farbe aus 2026-08-12 16:38:00
Souvankham Thammavongsa ist eine kanadische Autorin, geboren in Thailand.
Das Buch wirkt wie eine Bestandsaufnahme. Es zeigt einen Tag in einem Schönheitssalon.
Es sind die Gedanken von der 42jährigen Besitzerin Ning, die das Buch durchziehen.
Sie war früher Boxerin und ist ziemlich tough. Ihre Mitarbeiterinnen müssen alle ungefähr gleich aussehen und tragen alle das Namensschild Susan. So gibt Ning dem Laden ihren Ausdruck.

Obwohl eigentlich fast nichts passiert, bekommt man als Leser einen Eindruck vom Leben der Frauen in diesem Salon. Mögen sie sich auch alle ähnlich sehen, sind sie doch unterschiedlich. Eine ganze Reihe von Emotionen verbergen sich im Text, der eigentlich zu kurz ist. Aber Souvankham Thammavongsa hat einen prägnanten Schreibstil
Interessante Einblicke 2026-08-11 15:56:00
Die zweiundvierzigjährige Protagonistin Ning war früher Boxerin. Inzwischen ist sie dafür zu alt und arbeitet in einem Nagelstudio. Die dortige Kundschaft interessiert sich jedoch kaum für die Identität der Angestellten: Für sie heißen alle Mitarbeiterinnen dort schlicht „Susan“. Ning weiß genau, worauf es in diesem Job ankommt: Es geht nicht allein um gemachte Nägel, sondern um das Zuhören und dass für die Kundschaft alles schön einfach für sie ist.

Ich fand es schwierig Zugang zu Ning zu bekommen, aber ich denke, dass die Autorin diese Distanz ganz bewusst schaffen wollte. Sie gibt nicht viel über sich Preis, stattdessen ist sie diejenige, die alles über andere Menschen erfährt. Ihre Kunden haben keine Geheimnisse und reden sich in wenigen Minuten ihre Last von der Seele.

Mit ihrem Buch gibt die Autorin einen interessanten Einblick in eine der vielen Dienstleistungsbranchen, von denen jeder von uns die ein oder andere in Anspruch nimmt.
Es ist ein eindringlicher Roman, über Vorurteile, Klischees und Machtverhältnisse, der bewegend aber auch ein wenig skurril anmutet. Gleichzeitig wird einem bewusst was hinter einigen Selbstverständlichkeiten unseres Lebens steckt und wie die andere Seite aussieht.

Es ist ein leiser, aber tiefgründiger Roman, der den Blick auf die Menschen schärft, die in unserem Alltag oft unsichtbar bleiben.