Kundenrezensionen
Katja Hölzl aus der Tyrolia-Filiale in Innsbruck
empfiehlt:
Das Haus der Türen
von Tan Twan Eng
Tan Twan Eng erzählt in seinem neuen Roman „Das Haus der Türen“, wie der bekannte britische Schriftsteller William Somerset Maugham während eines Besuchs in der britischen Kolonie Malaya 1921 zum Stoff für seine berühmte Erzählung „Der Brief“ gekommen sein könnte. Im Zentrum steht also William Somerset Maugham (1874-1965), der einer der berühmtesten Schriftsteller des britischen Empire war, sogar weitaus populärer als Joseph Conrad. Und doch hatten beide Autoren etwas gemeinsam: Zutiefst fasziniert von Südostasien, spielen zahlreiche ihrer Erzählungen und Romane im Kosmos des tropischen Malaiischen Archipels.
Der Titel „Das Haus der Türen“ ist geschickt gewählt, denn sacht und konsequent, Tür für Tür, führt uns der Autor hinein in kollektive und individuelle Geschichten aus dem Jahre 1921. In Penang garantiert das Empire jene „Pax Britannica“, ein gewaltfreies Zusammenleben zwischen malaiischen Muslimen, chinesisch-stämmigen Buddhisten, indischen Sikhs im Dienste der britischen Armee und europäischen Christen. Voraussetzung freilich ist die Akzeptanz der kolonialen Hierarchie und paternalistisch geprägter Geschlechterrollen.
Die Rahmengeschichte bildet das äußerlich angenehme und gleichförmige Leben einer Frau der britischen Kolonialgesellschaft, Lesley Hamlyn. Mit dem Eintreffen von Willie Somerset Maugham, einem alten Freund ihres Ehemanns Robert, kehrt Lebendigkeit in das Haus zurück und Erlebnisse der Vergangenheit drängen an die Oberfläche. Somerset Maugham ist zu diesem Zeitpunkt ein berühmter Schriftsteller, jedoch getrieben von Sorgen und Ängsten. Je stärker sich Lesley und er anfreunden, desto mehr Geheimnisse vertraut sie ihm an: ihre frühere Unterstützung politischer Rebellen, die das alte China beenden wollten, ihre Affäre mit einem chinesischen Mann, der Niedergang ihrer Ehe. Am Beispiel einer Freundin begreift Lesley, wie aussichtslos ihre Liebe ist und wie verheerend die Folgen für sie wären: ohne finanzielle Mittel, gesellschaftlich geächtet, würde sie ohne ihre zwei Söhne leben müssen. Wie Somerset Maugham muss auch sie ihr wahres Ich verbergen und ihre unglückliche Ehe ertragen. Gekonnt verknüpft der Autor hier eigenes Wissen mit Motiven und Figuren Maughams, verwebt Fakt und Fiktion, Biografie und Werk. Interessant sind auch die Beobachtungen über Zeit und Ort der Handlung sowie Gedanken zur repressiven Sexualmoral jener Zeit: Kolonialismus und das Patriarchat strukturieren die Gesellschaft; Leslies Freundin Ethel, so erfahren wir, hat 1910 einen Mann erschossen, wobei nicht klar ist, ist, ob es Notwehr gegenüber einem Vergewaltiger war oder ob sie sich nur eines Liebhabers entledigen wollte - langsam enthüllt sich die Wahrheit über verschiedenste Abgründe, die der Autor so kunstvoll beschreibt. Die vom realen Somerset Maugham nach der Rückkehr nach England zu einem Theaterstück und zu der (späterhin mit Bette Davis verfilmten) Erzählung geformte Prozess-Story „The Letter“ ist zwar packend und auf routinierte Weise gut erzählt. Tan Twan Engs Roman, der Tatsächliches mit Fiktivem verwebt, schenkt uns jedoch ungleich mehr: die schmerzliche Schönheit einer hinter Türen verborgenen Wahrheit, die sich langsam, ganz langsam enthüllt. Die dichte Atmosphäre, das Kolonialleben, die politischen Spannungen und kulturellen Gegensätze bilden den gelungenen Hintergrund für die Handlung.
So verquicken sich sehr persönliche Geschichten eng mit den politischen Entwicklungen der Zeit. Vor allem Lesley Hamlyn gerät durch ihre Nähe zu den chinesischen Rebellen in Milieus, die mit ihrer gesellschaftlichen Position unvereinbar sind. Sie entwickelt sich, indem sie mutige, eigenständige Entscheidungen trifft, unkonventionelle Wege geht, ohne ihre Pflichten zu verraten, zu einem eindrucksvollen, ambivalenten Charakter. Durch ihre unerwartete Öffnung gegenüber dem illustren Gast und ihre sehr privaten Enthüllungen ihm gegenüber nimmt dieser bedeutende Schriftsteller eine weitere interessante Position im Roman ein. Lesley liest alle seine bisher veröffentlichten Bücher – oft „Geschichten … um Treulosigkeit und unglückliche Ehen“. Äußerlich durchaus selbstbewusst wirkend, erweist sich der Schriftsteller als komplexe Persönlichkeit in einer Lebenskrise.
Eine absolute Lese-Empfehlung für laue Sommerabende, wenn die Türen und Fenster offenstehen: denn dann gelingt es, sich auf die Erzählung einzulassen, die in ruhigem und melancholischem Ton und mit poetischer Anmut literarische Eingänge verrät: die Lektüre lässt Türschwellen überschreiten und bietet somit literarischen Zugang zu einer anderen Welt, die hilft, mit unserer gehetzten Gegenwart zurechtzukommen, wie der spanische Autor Eduardo Mendoza Garriga anmerkt: „Habe ich mich jemals gefragt, ob Don Quijote verrückt ist oder ob er vorgab, verrückt zu sein, um die Türen einer kleinen, ungepflegten und in sich geschlossenen Gesellschaft zu überschreiten?“
Morten
empfiehlt:





Das Haus der Türen
von Tan Twan Eng
Eine kleine Kritik habe ich an „Das Haus der Türen“. Der Umgang der Kolonialmacht mit der Bevölkerung, mit den Angestellten, wird nicht bewertet, eingeordnet. Aber das wäre vielleicht auch zu viel verlangt, wird der Roman doch aus Sicht der britischen Oberschicht in Penang erzählt. Dennoch: Eine leise kritische Stimme, ein Hinterfragen des eigenen Handelns, wäre vielleicht aus heutiger Sicht die Kirsche auf der Torte gewesen.
Tan Twan Eng erzählt die Geschichte von Lesley Hamlin in den frühen 1920er-Jahren auf einer Insel in Malaysia. Damals noch die Federated Malay States bzw. Straits Settlements. Dort trifft die Anwaltsgattin auf einen Freund ihres Manns Robert, den Autor William Somerset Maugham. Und erzählt ihm ihre Erlebnisse mit der chinesischen Revolution von Sun Yat-sen sowie dem Prozess ihrer Freundin Ethel Proudlock.
Der Autor taucht dabei ganz behutsam und bedächtig in die Geschichte Englands, Malaysias und Chinas ein. Schreibt über Treue und Untreue – zwei Themen, die in Maughams Geschichten häufiger vorkommen. Über mehr oder weniger geheim gehaltene Homosexualität. Über demokratische Umbrüche. Über die Rolle der Frau. Und natürlich über die Liebe.
Das Besondere: „Das Haus der Türen“ ist kein rein fiktionaler Roman. Viele Figuren – von Maugham über Sun Yat-sen bis Ethel Proudlock – gab es wirklich. Ethel wurde wirklich dem Mord an William Steward beschuldigt, Sun Yat-sen war nach der erfolgreichen Revolution der erste Präsident Chinas, Maugham war mit seinem Geliebten auf Penang und hat über die Erlebnisse Bücher geschrieben.
So ist Tan Twan Engs Roman Geschichte im doppelten Sinne, ein semifiktionaler Historienroman, sprachlich wundervoll erzählt und übersetzt von Michaela Grabinger und ein tolles Buch für einerseits Fans der britischen Geschichte als auch die von asiatischer Literatur. Und dank doch halbwegs überraschender Plottwists
und verschiedenen Handlungssträngen jederzeit unterhaltsam.
Was jetzt noch fehlt: eine Neuübersetzung von William Somersets Maughams „Der Kasuarinenbaum“. Denn in dieser Kurzgeschichtensammlung schildert der Autor seine Erlebnisse rund um das Leben in Penang zwischen 1910 und 1921. Und das wäre doch die perfekte Anschlusslektüre.
nil_liest
empfiehlt:





Das Haus der Türen
von Tan Twan Eng
Als jemand, der asiatische Literatur sehr schätzt, war Das Haus der Türen von Tan Twan Eng für mich eine rundum gelungene Lektüre. Der Roman überzeugt mit einer durchdachten Struktur, vielschichtigen Figuren und einer Sprache, die ruhig und atmosphärisch ist, ohne je ins Pathetische zu kippen. Wirklich gut!
Die Handlung spielt vor der Kulisse des kolonialen Malaysia der 1920er Jahre. In den Mittelpunkt stellt der Autor Lesley Hamlyn, eine Frau der britischen Kolonialgesellschaft, deren Leben durch den Besuch des bekannten Schriftstellers W. Somerset Maugham eine unerwartete Wendung nimmt. Zwischen ihr und Maugham entsteht ein vorsichtiges Vertrauensverhältnis, in dem sie beginnt, über persönliche Erlebnisse und ihre Vergangenheit zu sprechen – darunter eine Beziehung die etwas heikel ist sowie eine Verwicklung in einen Mordfall (der wohl auf realen historischen Ereignissen basiert).
Tan Twan Eng gelingt es, historische Fakten, politische Umbrüche und persönliche Schicksale sehr präzise miteinander zu verknüpfen. Besonders interessant fand ich, wie das koloniale Machtgefüge, gesellschaftliche Rollenbilder und die eingeschränkten Handlungsspielräume von Frauen thematisiert werden. Geschichtlich spannend für mich.
Auch stilistisch hat der Roman überzeugt: Die Sprache ist klar, stellenweise poetisch, aber nie überladen. Die Beschreibungen der tropischen Landschaft, des Lichts, der Geräusche – all das schafft eine stimmige Atmosphäre, die sich gut mit der inneren Welt der Figuren verbindet. WOW! Lesley ist keine idealisierte Figur, sondern glaubwürdig gezeichnet – mit inneren Widersprüchen, Unsicherheiten und leisen Formen von Widerstand.
Erwähnenswert ist auch der literarische Kunstgriff, Somerset Maugham als Figur einzubauen. Er bleibt distanziert, aber aufmerksam, und dient gewissermaßen als Katalysator für die Erzählung – auch das sehr gelungen umgesetzt.
Nicht alle Handlungsstränge fand ich gleich spannend, manche Themen hätten für meinen Geschmack etwas gestraffter sein können. Dennoch überwiegt am Ende ein sehr positives Gesamtbild: ein Roman mit Tiefe, guter Beobachtungsgabe und einer historischen wie emotional glaubwürdigen Erzählweise.
Fazit: Das Haus der Türen ist ein ruhiger, intelligenter Roman mit gesellschaftlichem und politischem Hintergrund, gut eingebettet in eine persönliche Geschichte. Für Leserinnen und Leser mit Interesse an südostasiatischer Geschichte, britischer Kolonialzeit und fein erzählten Figurenbeziehungen absolut empfehlenswert.
Uneingeschränkte Empfehlung.
Ruth
empfiehlt:





Das Haus der Türen
von Tan Twan Eng
Der malaysische Autor Tan Twan Eng, dessen drei Romane allesamt für den Booker Prize nominiert waren, hat mich schon mit seinem zweiten Roman „ Der Garten der Abendnebel“ überzeugt.
Und William Somerset Maughams Erzählungen und Romane habe ich vor vielen Jahren verschlungen. Zwei Gründe, die mich zu diesem Buch greifen ließen.
Der britische Schriftsteller William Somerset Maugham zählt mit seinen Theaterstücken, Erzählungen und Romanen zu den berühmtesten und erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit. In diesem Roman wird er nun selbst zum Protagonisten.
Als er im Jahr 1921 mit seinem Sekretär und Geliebten Gerald Haxton auf der malaiischen Insel Penang ankommt, befindet er sich in einer tiefen Krise. Eine Fehlinvestition hat ihn sein ganzes Vermögen gekostet und seine Frau in London droht mit Scheidung. Diese Probleme wirken sich auf seine Kreativität aus. Er hofft auf ein paar entspannte Tage im Hause seiner Gastgeber, den Hamlyns. Robert ist ein alter Freund aus Londoner Tagen, der hier als Anwalt arbeitet und mit der wesentlich jüngeren Lesley verheiratet ist. Die ist anfangs wenig angetan von dem homosexuellen Paar, bedauert Maughams Ehefrau, die sie in einer Scheinehe gefangen wähnt. Und der Schriftsteller sieht in ihr nur eine „ von vielen unglücklich verheirateten Frauen in den Tropen“, die unzufrieden ist von ihrem oberflächlichen und gelangweilten Alltag. Doch langsam vergessen beide ihre Vorurteile und Lesley findet in Willie, wie ihn seine Freunde nennen, einen aufmerksamen Zuhörer. Wohl mit dem Hintergedanken, Stoff für sein Schreiben zu finden. Viele Abende sitzen sie gemeinsam auf der Terrasse und Lesley geht in ihren Erzählungen zurück in das für sie bedeutsame Jahr 1910, in jenes Jahr, als Dr. Sun Yat-Sen in Penang für seine politische Bewegung Geld und Unterstützer sucht und ihre Freundin Ethel Proudlock wegen Mordes vor Gericht steht.
Lesley ist nicht nur fasziniert von dem chinesischen Revolutionär, der den Kaiser stürzen und aus China eine Republik machen will. Sie arbeitet mit in dieser Bewegung, ungewöhnlich für eine weiße Frau aus ihrer Klasse. Dabei lernt sie einen Mitstreiter Sun Yat-Sens kennen und lieben. Beide treffen sich heimlich in jenem titelgebenden „ Haus der Türen“, hier fühlt sie sich lebendig und begehrenswert, anders als in ihrer unglücklichen Ehe.
Zur gleichen Zeit verfolgt sie den Prozess gegen ihre Freundin, der vorgeworfen wird, einen zudringlichen Vergewaltiger erschossen zu haben.
Dieser Mordfall ist historisch verbürgt und Maugham wird ihn in seiner Erzählung „ Der Brief“ literarisch verewigen.
Tan Twan Eng greift also in seinem Roman auf historische Figuren und Fakten zurück und verknüpft diese gekonnt mit einer fiktiven Geschichte. Dabei wechseln die Erzählstimmen, einmal ist es Lesley, die zu Wort kommt, dann wieder„ Willie“.
Zu den beiden Zeitebenen kommt mit der Rahmenhandlung, die im Jahr 1947 angesiedelt ist, eine dritte hinzu. Dass der Leser dabei trotzdem nicht den Überblick verliert, ist der Erzählkunst des Autors zu verdanken. Souverän verknüpft er die verschiedenen Zeit - und Handlungsebenen.
Es sind im Grunde drei Geschichten, die er uns hier erzählt. Zum einen die des Schriftstellers in einer Schaffenskrise, dann die Lebens- und Liebesgeschichte einer Frau und dazu ein packendes Gerichtsdrama. Das alles vor dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund Malaysias.
Bildgewaltig und ungeheuer lebendig erzählt der Autor von der kolonialen Vergangenheit seiner Heimat, von den Spannungen zwischen den Kulturen. Hier die weiße Oberschicht mit ihrem gesellschaftlichen Leben, mit ihren Regeln und Gesetzen, ihren Privilegien und ihrer Doppelmoral. Daneben die einheimische Bevölkerung, die sich wiederum aus verschiedenen Ethnien und Klassen zusammensetzt. Landschaft und Vegetation werden in stimmungsvollen Bildern heraufbeschworen .
Der Erzählton ist ruhig und melancholisch, das Tempo langsam. Es geht dem Autor weniger um Effekte, als um die subtile Beschreibung von Menschen und ihren Motiven. Jeder hat hier seine Geheimnisse, die es zu verbergen gilt. Spannung kommt erst im letzten Drittel auf, was ich aber keineswegs als Manko empfunden habe. Dafür ist die Sprache zu schön und die Geschichten und das Setting zu faszinierend. William Somerset Maugham hätte seine Freude an dem Roman gehabt.
Ich empfehle nach der Lektüre zu Maughams Erzählung „ Der Brief“ zu greifen.
Beavielleser
empfiehlt:





Das Haus der Türen
von Tan Twan Eng
Lesley lebt schon seit über 20 Jahren in Südafrika, als sie ein Buch von dem Schriftsteller W. Somerset Maugham erhält. Es liegt kein Brief bei, aber durch dieses Geschenk erinnert sich an ihre Zeit in Penang zurück, als Willie Somerset Maugham sie und ihren Mann in Pengang besuchte. Der Besuch war damals eine angenehme Abwechslung und Unterbrechung für Lesley. Maugham ist eigentlich ein Freund ihres Mannes, aber auch Lesley findet ihn sympathisch und beginnt nach und nach damit Maugham von Ereignissen zu erzählen, die schon lange zurück liegen und ihr Leben verändert haben.
Der Schreibstil ist ruhig und poetisch und konnte mich anfangs nicht richtig fesseln. Doch das wurde besser, als Lesley ihre Geschichte erzählt, die 11 Jahre zurück lag. Dieser Teil ist spannend , während der Rest seine Längen hat.
Ich kann mich nicht richtig entscheiden, ob 3 oder 4 Punkte. Aber das Gefühl tendiert eher zu 3 Punkten.
LeserinLu
empfiehlt:





Das Haus der Türen
von Tan Twan Eng
Das Haus der Türen ist einer dieser Romane, die nicht laut auftrumpfen, sondern sich langsam entfalten – getragen von einer eleganten und bildhaften Sprache, die mir unheimlich gut gefallen hat. Die Geschichte spielt im kolonialen Malaysia der 1920er-Jahre und dreht sich um Lesley Hamlyn, eine Frau, die in der britischen Oberschicht lebt. Mit dem Besuch von Schriftsteller W. Somerset Maugham, der mit seinem Assistenten zwei Wochen bei Lesley und ihrem Mann lebt, beginnt Lesley, ihm von ihrer Vergangenheit zu erzählen: ihrer Affäre mit einem chinesischen Intellektuellen, ihrem politischen Engagement und dem Mordprozess ihrer besten Freundin, die einen Mann erschossen hat.
Tan Twan Eng gelingt es trotz des insgesamt langsamen Erzähltempos durch seine Sprache schnell, eine Atmosphäre aufzubauen, die mich in ihren Bann gezogen hat, was bestimmt auch an der gelungenen Übersetzung von Michaela Grabinger liegt. Malaysia mit seinen Gerüchen, Farben und Spannungen zwischen den Kulturen ist hier nicht nur eine Kulisse. Der Roman verhandelt große Themen wie Kolonialismus, Identität, gesellschaftliche Rollen und queeres Begehren – aber er tut dies leise, vielschichtig, mit viel Feingefühl.
Ich kann absolut nachvollziehen, warum der Roman für den Booker Prize nominiert war. Ich empfehle ihn allen, die historische Romane mit Tiefe und Atmosphäre lieben und an der kolonialen Geschichte von Malaysia interessiert sind.
